• Gibellina + il grande cretto

    7. februar, Italien ⋅ 🌧 11 °C

    Eigentlich wollten wir an diesem regnerischen Wochenende einen zweiten Anlauf nehmen und uns im warmen Wasser der Terme Aqua Pia entspannen. Diesmal war das Gelände auch tatsächlich geöffnet. Die freundliche Dame am Empfang erwartete uns jedoch gleich mit zwei Einschränkungen: die grossen Pools seien nicht in Betrieb, wir könnten jedoch im ursprünglichen Becken mit den Wasserfällen baden, doch das Wasser sei derzeit bloss 35Grad warm. Wir sollten ruhig mal schauen und das Wasser fühlen, bevor wir uns entschieden. An sich ein fairer Einstieg, bloss hätte man das doch auf der vollmundigen Website schon ankündigen können.

    Das sehr dürftige Angebot lehnten wir schließlich dankend ab, zumal das Wetter ja auch die Sonnenliegen funktionslos machte. Dann halt ein kulturelles Alternativprogramm: Gibellina, zum Zweiten. Da wir bereits im Belice-Tal sind, suchen wir nochmals einen Zugang zum "grande cretto", dem monumentalen Land-Art Kunstwerk von Alberto Burri. Dieser hatte die Überreste des im Erdbeben von 1968 vollständig zerstörten Bergdorfs Gibellina Vecchia in Betonquader eingiessen lassen. Dabei wurden die ehemaligen Gassen und Wegverläufe im Grundriss respektiert: "il grande cretto" - der grosse Riss.

    Wir hatten diesen sehr eindrücklichen Ort schon 2019 besucht, damals bei warmem Abendlicht und nächtlichem Gewitter. (Achtung: entgegen aller Wegweiser und Navi-Vorschläge sind die meisten Zufahrtsstraßen immer noch gesperrt. Einzig der südwestliche Zugang von Santa Ninfa her ist für Camper passierbar und gut ausgebaut.)

    Diesmal besuchen wir im Anschluss erstmalig das MAC (museo de arte contemporanea) in Gibellina Nuova. Ein wertvoller und informativer Einblick in die Hintergründe der Aufarbeitung dieser Katastrophe. Denn mit der Solidarität von nationalen und internationalen Künstlern sollte dem Aufbau des neuen Gibellina ein einzigartiges Gepräge verliehen werden.
    Ambivalent, mit gemischtem Erfolg ... (wie ich bereits im footprint vom 18.Januar beschrieben hatte.)
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