• Oil Springs

    April 20 in Canada ⋅ ☀️ 5 °C

    Meine Tage hier ähneln sich sehr, was gut ist, da ich gerne Struktur habe. Die Gang muss zusätzlich zu den anderen Intensivpatienten alle 4 Stunden gefüttert werden was uns gut beschäftigt und den Tagesablauf sehr routiniert. Wir haben damit gestartet alle 5 Boygroup Racoons kontrolliert über die Spritze zu füttern. Da die fünf aber schon so weit sind, dass sie eigenständig durch die Flasche Nahrung aufnehmen können, sind wir recht schnell darauf umgestiegen. Das hat anfangs sehr viel Zeit gekostet und gab auch immer eine Riesensauerei, da die Waschbären den Saugreflex neu lernen müssen und die Hälfte der Milch überall landet nur nicht im Waschbär selbst. Mittlerweile läuft das aber problemlos, sodass alle extrem gute Fortschritte machen und jede Fütterung zum Erlebnis wird.
    Auch unser erstgeborenes Eichhörnchen Gonzo hat zwischenzeitlich sein Gewicht verdoppelt und wir warten sehnsüchtig darauf, dass er endlich die Augen aufmacht. Sein Fell ist mittlerweile schon sehr dicht, sein Schwanz schön buschig und auch seine Bewegungen gleichen immer mehr denen eines Eichhörnchens.
    Unser zweiter Winzling Waschbär Paul entwickelt sich ebenfalls prächtig und wird nicht müde zu jeder Mahlzeit alles und jeden zusammenzubrüllen. Einzig die Tatsache, dass sich herausgestellt hat, dass Paul ein Mädchen ist musste korrigiert werden. Wir bleiben trotzdem bei Paul, da wir uns einig sind, dass wir im Jahr 2026 leben und jetzt einfach alles möglich ist.
    Vor zwei Tagen haben wir ein weiteres Eichhörnchen zum Aufpeppeln bekommen. Es ist von einem Baum gefallen und wurde daraufhin von Hunden attackiert, sodass der Kleine nun bei uns zur Regeneration gelandet ist. Wir bleiben der Muppet Show treu, sodass Gonzo jetzt mit einem Fozzie ergänzt wird. Fozzie hat bereits seine vollständige Größe erreicht, ihm fehlt es allerdings noch an Muskeln und Gewicht, sodass wir hier ordentlich Aufbauarbeit leisten.
    Er macht es uns mit seinem unfassbaren Appetit aber auch sehr leicht und atmet seine Milch in Rekordzeit weg.
    Die freie Zeit zwischen den Schichten nutzen wir jeden Tag damit die Gegend hier weiter zu erkunden. Wir besichtigen ein Stones and Bones Museum in Sarnia, welches uns mega Spass bringt, da dieses Museum am Ende eigentlich nur ausgestopfte Tiere der ganzen Welt und versteinerte Kackhaufen von verschiedenen Tieren ausstellt.
    Auch der Strand gehört uns und Nora springt mehrfach ins arschkalte Wasser, was mir den allergrößten Respekt abverlangt. Ich bleibe mit meinem Cocktail lieber am Strand sitzen und genieße das Leben.
    An einem Abend gönnen wir uns einen Klamottenwechsel und schaffen es tatsächlich die vollgesabberten Klamotten gegen eine fancy Jeans und sauberen Pulli zu tauschen um in Chatham, einer weiteren größeren Stadt hier sehr lecker Essen zu gehen.
    In Petrolia, einem 6000 Seelen-Ort hier um die Ecke sind wir mittlerweile Stammgast in einem süßen kleinen Café und Nora entscheidet sich spontan dafür ihre Haare blau zu färben, sodass ich zwischenzeitlich den Beruf wechsle und mich als Friseur ausprobiere. Ich scheitere kläglich, denn am Ende ist zwar das Bad komplett eingesaut, aber Nora ̀s Haare sehen aus wie vorher. Vielleicht bin ich doch am besten in dem Job aufgehoben den ich bisher ausübe.
    Es wird also nicht langweilig in Kanada.
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