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365 days off... und einmal um die Welt. Read more
  • Mompox

    February 11 in Colombia ⋅ ☀️ 34 °C

    Mompox liegt auf einer Insel im Magdalena-Fluss und es scheint fast in der Zeit stehen geblieben zu sein - alles gemütlich hier. Gabriel García Márquez (der Autor von "Hundert Jahre Einsamkeit") hat Mompox oft als Inspiration genutzt.
    Wir spazieren nach dem Frühstück im Hotel am Fluss entlang, durch die Stadt zurück und wir besuchen ein paar Goldschmiede… die Stadt ist berühmt für die filigranen Schmuckstücke! Wir könne die Herstellung besichtigen und es gibt einen Ring für Jürgen und Ohrringe für mich!
    Creolisches Mittagessen (die Karibik ist nicht weit) mit kühlen Drinks am Ufer, mit Besuch von zwei Leguanen (1,20 lang!), kurze Siesta in der Hängematte und dann machen wir einen Bootsausflug mit Sylvie und Jan aus Frankreich/Kanada.
    Wir fahren den Rio Magdalena abwärts und biegen in einen Caños/Kanal ab, der zum Ciénaga De Pijino führt - eines der schönsten und ökologisch wichtigsten Feuchtgebiete in der Region des Rio Magdalena.
    Nachdem ich mich mittags total über die beiden Leguane gefreut habe, sehen wir aus dem Boot wirklich alle paar Meter Leguane, in allen Größen, allein oder viele und oft zwischen den Kühen, die am Ufer des Wassers grasen.
    Hier gibt es viele Vögel: Kormorane, diverse Adler, Bussarde, verschiedene Reiher, Flamingos, Krokodile, Eisvögel… ein ruhiger Ausflug, viel zu sehen und Jürgen geht im See sogar schwimmen…
    Das Wasser ist hier nicht tief (zumindest jetzt, in der Regenzeit steigt es stark an) gefahren wird mit Stangen - genau wie Stocherkahn in Tübingen.
    Es gibt einen schönen Sonnenuntergang, und zurück im Ort creolisches Abendessen - lecker!

    —-

    * Hier ein paar Hintergründe zur Stadt:
    1537 gegründet (Der Name stammt vom indigenen Häuptling Mompoj, dessen Stamm das Gebiet bewohnte) wurde die Stadt schnell zum Handelsknotenpunkt und wichtigsten Bindeglied zwischen der Karibikküste und dem Hinterland (Bogotá). Alles Gold, Silber und alle Waren, die ins Land hinein oder heraus gingen, mussten hier vorbei. Da die Stadt im Landesinneren auf einer Insel im Flussdelta lag, war sie im Gegensatz zu Cartagena sicher vor Piratenangriffen.
    Durch den Handel sammelte sich in Mompox enormer Reichtum an. Dies zog Adelsfamilien und begabte Handwerker an.
    Goldschmiede ließen sich hier nieder, die sich auf feinste Gold- und Silberdrähte spezialisierten. Diese Tradition der Filigrankunst ist bis heute weltberühmt.
    Viele Orden (Augustiner, Dominikaner, Jesuiten) bauten prachtvolle Kirchen, die heute das Stadtbild prägen.

    Und Mompox spielte eine Schlüsselrolle in der Befreiung Südamerikas von der spanischen Krone.
    Am 6. August 1810 erklärte Mompox als erste Stadt im heutigen Kolumbien die absolute Unabhängigkeit von Spanien
    Der Befreier Simon Bolívar (immer wieder stoßen wir auf ihn) sagte einmal:
    "Wenn ich Caracas mein Leben verdanke, so verdanke ich Mompox meinen Ruhm." Hier rekrutierte er fast seine gesamte Armee (ca. 400 Mann), mit der er die Befreiung Venezuelas begann.
    Gegen Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich das Schicksal der Stadt dramatisch: Der Flussarm, an dem Mompox liegt, versandete immer mehr. Die großen Dampfschiffe konnten die Stadt nicht mehr erreichen und wählten eine andere Route. Mompox fiel in einen "Dornröschenschlaf". Da die Stadt wirtschaftlich abgehängt wurde, gab es kein Geld für moderne Neubauten – was ironischerweise dazu führte, dass die koloniale Architektur fast perfekt erhalten blieb.

    ** Und noch was zu Iguana/Leguanen:
    Trotz ihres fast drachenartigen Aussehens ernähren sie sich fast ausschließlich von Blättern, Blüten und Früchten.
    Sie sind wechselwarm, verbringen sie viel Zeit damit, in der Sonne zu baden, um ihre Körpertemperatur zu regulieren
    •Leguane sind hervorragende Schwimmer und nutzen oft Wasserläufe, um vor Fressfeinden zu flüchten.
    Sie besitzen oben auf dem Kopf ein sogenanntes Parietalorgan, mit dem sie Helligkeitsunterschiede (wie den Schatten eines Greifvogels) wahrnehmen können.
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  • Eine Busreise

    February 10 in Colombia ⋅ ☀️ 33 °C

    5.30 geht’s mit Taxi los, dann 6 Uhr Abfahrt mit dem Bus! Der ist voll, eng und unbequem. Aber landschaftlich super… Weihnachtssterne, rosa Bäume, Bananen, Kaffee und irgendwann fahren wir an der oberen Kante de Chicamocha Canyons lang, derselbe, an dem wir gestern gewandert sind, aber andere Stelle (der Canyon ist 227km lang, bis zu 2000 m tief!) spektakuläre Ausblicke nach unten, der Fluss glänzt in der Sonne,die Fotos leider durch die abgetönte Scheibe 🤷‍♀️. Ich hätte so gerne angehalten!!!
    Wir fahren über etliche, steile Haarnadelkurven nach unten zum Fluss und durch ein schmales, enges Tal nach oben. Hier sehen wir die mehr als 6 km lange Teleferico/Seilbahn, die beide Seiten des Canyon verbindet - nicht quer übers Tal, sondern runter zum Fluss und wieder hoch!
    Der Bus fährt ein kleines, enges Tal wieder hoch und als wir in Bucaramanga am Bus Terminal ankommen, haben wir nicht viel Zeit, denn der nächste Bus fährt in 30 Minuten. Ticketoffice ist im 3. Stock (toll man mit dem ganzen Gepäck unterwegs ist), also Treppen hoch, Treppe runter, Toilette und Sandwich, sogar zu einem Kaffee reicht es noch.
    Im Vergleich zum ersten Bus ist der Bus nach Mompox leer, wir können uns ausbreiten und sind vor allem froh, dass alles geklappt hat! 7 Stunden (430 km) Richtung Norden…
    Ab San Alberto wird es flach, es bleibt grün, Kühe, Palmenwälder, Mangos, am Horizont die letzten ersten Ausläufer der Anden und Venezuelas Grenze ist Luftlinie ca. 25 km entfernt.
    Wir biegen nach Westen ab, Richtung Ciénagas, die Wasserflächen und Marschland, die typisch für das Magdalena-Becken ist.
    Die Sonne steht tief, Kühe werden von der Weise geholt, Palmenwälder, Mangobaum-Plantagen, tolle riesengroße Bäume, immer wieder kleine Dörfer, viele Menschen sitzen im Schaukelstuhl vorm Haus, manche direkt bei über 30 Grad neben dem Ventilator 🌬️🤣
    Eine schöne Abendstimmung mit tollen Licht, auch als wir endlich in Mompox ankommen. Der Ort ist lässig und entspannt - und sooo hübsch! Gut erhaltene Kolonialbauten in allen Farben…

    Man sagt: "In Mompox vergeht die Zeit nicht, sie macht nur Pause."
    Und wir auch erstmal!



    * Alte Autoreifen werden hier so vielseitig genutzt: Zaun, Blumenkübel, Fundament für Häuser (aufgeschüttet), Abstützung vom Hang, für Strassensperrung, betoniert la Ständer für Schilder, aufgeschnitten als Schild/Hinweistafel, als Deko, als Schaukel, als Haufen am Straßenrand…
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  • Cañón del Chicamocha/Jordan

    February 9 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir fahren mit dem Bus nach Villanueva, treffen einen Italiener und einen Franzosen, die auch wandern wollen…Wir frühstücken gemeinsam, der Italiener regt sich fürchterlich über den Cappuchino auf, ok etwas viel Cacao drauf. Wir fahren ein Stück Tuktuk, die beiden anderen haben nicht so viel Zeit oder wissen nicht so richtig,…

    Naja, das Tuktuk bringt uns fast zum Mirador… an dem es dann nach unten geht, denn wir wollen in den Cañón del Chicamocha runterlaufen bis nach Jordan. Das sind 1100 m bergab. Weil es dort sehr trocken und heiß ist, soll man früh loslaufen… Temperaturen bis 45 Grad sind möglich. Also eincremen und los. Der Canyon ist übrigens bis zu 2000 m tief, einer der tiefsten der Welt und 227 km lang!
    Es geht über steinige und kleine Wege nach unten, es ist sehr grün, viele Kakteen, Agarven und auch Bäume. Der Anfang ist schattig, es ist still, außer Grillen (die hier laut pfeifen) und ein paar Vögeln ist nichts zu hören. Wir treffen am Eingang ein paar Leute, die von unten hochkommen, sonst sind wir bis unten alleine! Der Weg ist gut zu laufen, aber es wird wärmer und wir Tropfen vor uns hin! Obwohl es noch morgen ist, knallt die Sonne und wir haben wirklich das Gefühlt gebrutzelt zu werden! Die Aussichten sind toll, ein tiefer Canyon, unten der Fluss und der Ort Jordan.
    Als der größte Teil des Abstiegs hinter uns liegt, kommt ein kleines Schutzhäuschen… erst mal Pause!
    Der Weg bis zum Ort zieht sich dann doch noch und irgendwann sind wir am Plaza und trinken eine kalte Cola und essen Empanadas.
    Der Ort Jordan ist winzig, verschlafen, nur ein paar Leute auf der Straße.
    es gibt einmal am Tag einen Jeep/Kastenwagen, der um 13 Uhr nach Aratoca aus dem Canyon nach oben fährt, sonst nichts! Wir hängen bis zur Abfahrt die Füße in den Fluss und um 1 geht es tatsächlich vom Plaza aus los - zeitgleich ist die Schule aus, Kinder werden abgeholt und es ist auf einmal richtig was los! Die Fahrt ist natürlich mit kolumbianischer Musik und ein paar älteren Herren, incl. dem Fahrer. Der Bus hält immer mal wieder unterwegs: Es werden Briefe entgegengenommen, Einkäufe aus dem Jeep abgeholt, Leute stehen am Straßenrand und steigen ein, zum Aussteigen klopft man einfach… Wir fahren die ganzen Höhenmeter wieder nach oben, steile Straßen, manchmal asphaltiert, manchmal nicht, aber immer tolle Ausblicke nach unten ins Tal!
    In Aratoca angekommen, steht unser Bus nach San Gil schon da, wir fragen nach der Abfahrt, gehen kurz zurück und unser Bus ist weg… wir fragen sämtliche Leute, bekommen unterschiedliche Antworten und müssen dann doch länger warten. Naja, so ist das hier eben.
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  • Barichara

    February 8 in Colombia ⋅ ☁️ 25 °C

    Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Barichara, eines der schönsten Dörfer Kolumbiens… nicht weit weg von San Gil. Wirklich jeder Winkel ist hier fotogen, es ist alles ordentlich, gepflegt, schöne Komonialarchitektur, tausend kleine Details und an den viele offenen Türen bekommt man Einblicke in wunderschöne Hinterhöfe… es gibt viel kreatives und tolle Cafés und Restaurants!
    Wir haben nur unsere kleinen Rucksäcke dabei, können schon in unser Zimmer, lassen einen Teil des Gepäcks dort und laufen dann zum Ortsende, um den Camino Real nach Guane zu laufen. Wir treffen Anna aus Polen und David aus Frankreich, laufen den schönen, alten, mit Natursteinen gepflasterten Weg gemeinsam und essen dann in Guane gemeinsam zu Mittag, Annas Mann und Sohn kommen auch dazu.
    Guane ist winzig, aber sehr hübsch!
    Mit Anna können wir zurück nach Barichara fahren, trinken einen Kaffee in einem hübschen Innenhof, dann zieht es Jürgen in die Hängematte und ich laufe hoch zur Kapelle, zum Mirador, von dem man gegen Abend einen tollen Blick auf das Tal und den Rio Suarez hat und durch den Ort. Wirklich ruhig und sehr hübsch hier!
    Pause in der Hängematte und abends gibt’s leckere Bowls!
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  • Rafting & Wasserfall

    February 7 in Colombia ⋅ ☁️ 25 °C

    Heute gehen Jürgen und ich unterschiedliche Wege. Jürgen möchte raften, ich möchte überleben.

    Ich fahre mit dem Bus zu den Cascadas de Juan Curí, 22 km von San Gil entfernt. Das Wasser stürzt hier insgesamt über 200 Meter in die Tiefe, verteilt auf mehrere Stufen, man sieht die obere Kante schon von der Straße aus… ein netter Weg führt bis zum Wasserfall. Unterwegs viel Grün, viele Schmetterlinge, sogar die großen blauen Morphofalter, die ich nur aus dem Schmetterlingsgarten kenne… ich treffe unsere Nachbarn aus dem Hotel, die sich aus 60m Höhe im Wasserfall abseilen lassen… den kompletten Wasserfall sieht man gar nicht, er geht zu weit hoch und ist von dichtem Dschungel umgeben… ich spaziere wieder zum Bus, warte, denn es gibt keinen festen Fahrplan und fahre mit den beiden Kletterern wieder Richtung San Gil. Danach Hängematte und dann kommt Jürgen auch schon von seinem viel aufregenderen Ausflug zurück!



    Jürgen geht raften auf dem Rio Suarez. Die Stromschnellen gehen bis Stufe 5, d.h extrem gefährlich, nur für sehr erfahrene geeignet. Auf der internationalen Skala gibt es dann nur noch Stufe 6 Lebensgefährlich, nicht befahrbar.

    Jürgen:
    Es ist der Guide, der die Erfahrung haben muss, Touris sind im Boot eher lebender Balast. So zumindest mein Gedanke.
    Bei Security Briefing hab ich dann doch Respekt bekommen. Zahllose Kommandos wie man paddeln soll, was macht man, wenn man rausfällt, wenn man weggetrieben wird, wenn man unter das Boot gerät (😳), wenn man in einen Wasserfall Strudel (Waschmaschine) gerät, wenn das ganze Boot kentert.
    Auf meine Frage, wie oft denn irgendetwas passiert, kam „fast immer“.
    Ups!
    Nach den 30 Minuten Einweisung, haben wir dann geübt: die Kommandos, Rettungsaktionen. Cool, professionell.
    Dann ging es los. Erst Stufe 3, dann eine Stufe 4, dann eine der Kategorie 5. Vor jeder Stromschnelle kommt ein kurzes Briefing, was uns erwartet, welche Kommandos kommen, was üblicherweise passieren kann und wie wir reagieren sollen.
    Schon an der zweiten Stromschnelle passiert es dann: der erste fliegt raus! „Rescue, rescue“ schreit der Guide. Das Mädchen ist am nächsten und muss ihn reinziehen. Wir anderen schauen unbeholfen zu. Nach den Schock gibt es erstmal einen Einlauf vom Guide. Insbesondere der Kollege vor mir soll nicht mehr paddeln wie ein zartes Prinzesslein, sondern wie ein Caveman im Kriegsmodus.
    Danach läuft es viel besser und wir haben Riesen Spaß. Die beiden Stromschnellen der Stufe 5 überleben wir ohne weitere Probleme, auch wenn es uns heftig durchschüttelt - Mega!
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  • Über Barbosa nach San Gil

    February 6 in Colombia ⋅ ☁️ 21 °C

    Weil kein Bus fährt fahren wir mit dem Taxi nach Barbosa… dauert wegen Baustellen aber länger und als wir aussteigen, irgendwo in der Stadt, wo die Busse fahren (gibt kein Bus Terminal) um kurz vor elf, werden wir sofort vom Buspersonal als Touris erkannt, die nach San Gil wollen… wir steigen ein und fahren direkt los. Und wir dachten wir müssen 2 Stunden auf den nächsten Bus warten! Läuft😄! Die Fahrt dauert auch hier wegen Baustellen 1 Stunde länger, aber das ist nicht schlimm, die Landschaft ist sehr schön anzuschauen, nur die Sitze in der hinteren Reihe sind etwas eng. Wir essen Nüsse mit den andern 3 Herren in der letzten Reihe. Als wir erzählen, dass wir von Medellin kommen, bekreuzigen sie sich 😳.
    In San Gil angekommen, checken wir im Hostel ein, essen direkt um die Ecke in einem Café auf einem Mini-Balkon um 16 h zu Mittag, laufen zur Kathedrale und um die Plaza, Supermarkt, Planung der nächsten Tage und dann sitzen wir abends im Garten des Hostels und genießen die Ruhe!
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  • Terracotta & Pozos Azules

    February 5 in Colombia ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir schlafen aus, Frühstück im Hof in der Sonne und dann wollen wir zum Mirador wandern… vorbei an der Casa Terracota: ein Haus, das komplett aus Ton gebrannt wurde. Es gilt als das größte Töpferwaren-Objekt der Welt und sieht aus wie eine Mischung von Gaudí und Niki de Saint Phalle!
    Der Architekt Octavio Mendoza hat das Haus quasi "gebacken", indem er den Ton direkt vor Ort geformt und dann mit riesigen Feuern im Inneren gehärtet hat. Der Plan war, darin zu wohnen… da aber der Tourismus im Ort zunahm, kamen immer wieder Leute auf sein Grundstück, um sein Haus anzusehen und letztendlich hat er es in ein Museum verwandelt. Innen ist es sehr organisch, sehr verwinkelt. Bäder und Toiletten sind mit Scherben gefliest, das Dach ist begehbar mit Grillecke, Öfen und Sitzecken. Schön anzusehen und irgendwie tut es mir leid, dass er vertrieben wurde. Wir sitzen noch eine Weile auf der Bank im Schatten und Knabbern unsere Snacks und beschließen nicht den Berg hochzulaufen, weil wir beide schlapp sind.
    Stattdessen laufen wir zu den Pozos Azules. Der Weg ist hübsch, überall Kakteen, sehr viele duftende Kiefern, blühende Bäume und Blumen, schöne Landhäuser und ein schöner Blick ins Tal.
    Die Pozos Azules sind kleine Seen/Teiche, die durch ihren hohen Mineralgehalt in einem fast unwirklichen Türkisblau leuchten – ein toller Kontrast zur trockenen Umgebung und den sehr grünen Kiefern. Wir spazieren im Kreis, machen eine Siesta im Schatten unter Bäumen direkt am See und laufen zum Ort zurück und gehen Pizza essen! Gelaufen sind wir dann fast 14 km, aber immerhin nicht berghoch!
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  • Weiter nach Villa de Leyva

    February 4 in Colombia ⋅ ☁️ 21 °C

    Wir fahren früh los, es dauert ewig aus Bogota raus! 20 x 40 km Stadtgebiet und 12 Mio. Einwohner - da kommt man nicht schnell vorwärts! Auf der Fahrt raus aus der Stadt sehen wir eine wilde Mixtur von modernen Gebäuden, Straßen und Radwegen, dann wieder Verfall und Bauruinen, Abfall und Obdachlose, die auf dem Grünstreifen hausen und schlafen.
    Es geht hoch in Berge, die Landschaft wird trockner, erste Kakteen, viele Zypressen, fast ein bisschen wie Südfrankreich. Wir kommen in Villa de Leyva an (liegt auf 2100m), online Meeting mit den Kindern und dann essen, wir spazieren ein wenig umher und sitzen zum Sonnenuntergang auf dem Plaza Mayor… und der ist riesig: mit 14.000 m² ist dies einer der größten gepflasterten Plätze Amerikas. Er bildet das Herzstück des Ortes und ist von wunderschönen weißen Kolonialbauten umgeben - wie im ganzen Ort! dezenter bunt als Salento, viele Holzbalkone und vor allem viel bunte & blühende Blumen. Es ist nicht viel los, verschlafen, dörfliche schöne Abendstimmung!
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  • Bogotá

    February 3 in Colombia ⋅ ☁️ 17 °C

    Wir schlafen aus und spazieren los…
    Da wir in der Altstadt wohnen, ist es nicht weit zum Plaza del Chorro de Quevedo, der Ort, an dem die Stadt gegründet wurde! Wir laufen weiter durch die Altstadt, schöne bunte Komonialhäuser und überall Immer wieder Grafitti! Überall sind montags die Museen zu, hier dienstags. Dann leider kein Museo Botero!
    Auf dem Plaza de Bolívar (Hauptplatz), mit der Kathedrale, Nationalkapitol und dem Rathaus (Palacio Liévano) ist viel los, auch eine Demo gegen Trump, eine zweite läuft vorbei… wir trinken um die Ecke einen Kaffee mit Pain auch chocolat (!), besuchen dann die Santa Clara, ehemals eine Kirche, jetzt ein Museum. Hier ist viel abgesperrt und Militär unterwegs (wegen den Demos) und wir bekommen eine kleine Gratisführung, denn hier ist nix los. Eine ungewöhnliche Kirche, seit den 80er Museum, das dazugehörige Kloster gibt es schon lange nicht mehr. Es gibt viele Werke von Debora Arango, einer umstrittenen Kolumbianischen Künstlerin. Zurück auf der Plaza und den vielen Soerrungen fragen wir, ob wir den Kongress besichtigen können, geben unsere Pässe her, aber leider geht das heute nicht. Wir laufen weiter durch volle Straßen, Markt, nichts mehr touristisch. Es gibt viele Obdachlose, viele die den Müll durchsuchen, teils ein bisschen bedrückend… unser nächster Stop ist das Museo del Oro: eine tolle Ausstellung über die Geschichte der Metalle, vor allem des Goldes. Schön gemacht und viele tolle alte Kunststücke, sehr schön aufbereitet! Wir essen und die Ecke zu Mittag, es gibt keine Karte, sondern nur ein Gericht mit Varianten. Ganz lecker, sehr lokal und sehr günstig. Weiter geht’s zu einer Straße mit vielen Graffities, einkaufen und irgendwie ist dann am Spätnachmittag die Luft raus bei uns und wir machen es uns in unserm Apartment gemütlich.

    *** US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angedeutet, eine Militäroperation gegen Kolumbien („Operation Colombia“) in Erwägung zu ziehen, ähnlich dem Vorgehen gegen Nicolás Maduro in Venezuela. Er bezeichnete Petro öffentlich als „kranken Mann“ und warf ihm vor, den Drogenhandel nicht zu bekämpfen.
    Präsident Petro rief daraufhin seine Anhänger auf die Straße, um gegen eine „ausländische Intervention“ und für die Unabhängigkeit Kolumbiens zu demonstrieren.
    Die Anhänger nutzten den Slogan „Petro no está solo“, um dem Präsidenten in einer Zeit großer politischer Instabilität und Putschgerüchten den Rücken zu stärken.
    Die aktuelle Lage
    Inzwischen hat sich die Situation etwas beruhigt, nachdem es ein Telefonat zwischen Petro und Trump gab, in dem beide Seiten versuchten, die Wogen zu glätten. Dennoch bleibt die Stimmung in Bogotá angespannt, da die Opposition im Land die Rhetorik der USA teilweise unterstützt.
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  • Der Weg nach Bogotá

    February 2 in Colombia ⋅ 🌧 27 °C

    Wir fahren mit dem Bus nach Armenia, Chaos am Ticketsxhalter, der Rechner ist ausgefallen und nach einigem Hin- und Her sitzen wir früher als erwartet im Bus.
    Es geht berghoch, durch den Túnel de La Línea (der modernste und wichtigste Straßentunnel Kolumbiens, er unterquert den berüchtigten und gefährlichen alten Pass „Alto de La Línea“) und dahinter fahren wir ewig durch ein tiefes sehr grünes Tal, steile Hänge, kultiviert, voll mit Bananenstauden, Mangos, Zitronen und
    Hütten/Häusern, die am Hang gebaut sind und man sich fragt, wie sie hier stehen können…
    Nach Inagué wird es tatsächlich mal flach, hier stehen ganze Wiesen voll mit
    Walnussbäumen.
    Nach einer Weile geht’s wieder hoch, denn Bogota liegt auf 2600m in den Anden!
    Wir brauchen aufgrund von Baustellen und Feierabendverkehr ewig bis zum Busbahnhof, kommen im heftigen Regen/Gewitter an. 8 Stunden Fahrzeit (mit Umsteigen in Armenia) für 450 km. Auf den Straßen steht das Wasser und wir nehmen ein Taxi zu unserer Unterkunft (vorbei an so vielen Graffitis…) - die liegt mitten in der Altstadt. Noch schnell etwas zu essen suchen… Supermarkt hat schon zu, deswegen Pasteles aus der Kneipe um die Ecke.

    **Das TransMilenio ist das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Bogotá, Kolumbien. Es handelt sich um ein sogenanntes „Bus Rapid Transit“ (BRT)-System, bei dem große Gelenkbusse auf eigenen Sonderspuren fahren, um den dichten Verkehr der Stadt zu umgehen.
    Foto: die haben hier zwei Gelenke und sind ewig lang!
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  • La Carbonera Downhill

    February 1 in Colombia ⋅ 🌧 16 °C

    Heute fahren wir mal keine Berge hoch, sondern nur bergab… 30 km downhill!
    Zusammen mit Diego und dem Fahrer Sebastian und dem Rad-Guide Felipe (der aussieht wie Xavier Bardem) fahren wir in Salento mit dem Jeep den Berg hoch, 1,5 Stunden für etwas mehr als 20 km. Unterwegs ist ein LKW im Schlamm stecken geblieben… Jeep ist hier eine Muss, holprig, teils Riesen Löcher, teils tiefer Matsch, manchmal 20m am Stück. Es ist nebelig (ist ja auch ein Nebelwald 🤣), wir schauen aufs CocoraTal und oben auf der Kuppe stoppen wir.
    Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Wachspalmen - in La Carbonera wachsen schätzungsweise 600.000 Wachspalmen – im Cocora-Tal sind es nur etwa 600 bis 2.000. Der Anblick der dichten Wälder auf den Berghängen ist toll und hier ist auch nicht viel los!
    Nach Kaffee & Aufwärmen testen wir unsere Räder - wir haben alle Fullies- und fahren auf der anderen Seite runter. Hier ist der Weg größtenteils trocken, Ab und zu machen wir eine kurze Pause, um ein Foto zu machen und den Ausblick zu genießen, ansonsten rauschen die drei Herren echt flott den Berg runter (Diego hüpft und springt und fliegt auch ein paarmal hin, findets aber cool) und ich bemühe mich hinterherzukommen. Die 8 km sind schnell vorbei… wir lassen die Räder stehen, laufen zum Wasserfall um die Ecke und als wir zurückkommen ist Sebastian mit dem Auto gekommen und es gibt Picknick am Bach, mit Fruit Tasting (Guave > daraus werden Bocadillos** gemacht, die haben wir heute zur Stärkung bekommen!), Lula, Tomates de Árbol = Amarillo / Tamarillo., granadilla, Maracuja, Erdbeeren 🍓)!
    Danach fahren wir mit Rädern im Jeep wieder nach oben (schön gefahren zu werden… wir winken einigen Mountainbikern, die unterwegs nach oben sind), halten und schauen uns die Palmen an und fahren dann von oben ganz runter bis Salento… über 20 km runter - diesmal allerdings bisschen langsamer, denn wir müssen durch den Matsch, die Löcher, alles ist nass… trotzdem cool!
    Danach sind wir voller Matsch, aber haben alle ein Grinsen im Gesicht!
    Es gibt noch ein Kaffee, wir waschen unsere Schuhe unterm Dampfstrahler und warten auf Sebastian, der mit dem Jeep viel langsamer ist, als wir mit den Bikes.
    Wir lassen unsere Klamotten auf dem Heimweg direkt in der Wäscherei…
    Telefonieren mit den Kindern, gehen abends noch kurz was essen

    **Was ist ein Bocadillo?
    Es handelt sich um eine feste, fast schnittfeste Paste aus Guavenmark und Zucker (oder Panela). Die Konsistenz erinnert ein wenig an das europäische Quittenbrot, ist aber deutlich intensiver und fruchtiger.
    Klassischerweise ist ein Bocadillo-Block zweifarbig geschichtet – mit einem helleren Streifen aus weißer Guave und einem dunkleren aus roter Guave.
    Traditionelle Bocadillos Veleños sind einzeln in getrocknete Bijao-Blätter eingewickelt. Das hält sie frisch und gibt ihnen ein leicht holziges Aroma.

    Die Kolumbianer lieben die Kombination aus süß und salzig.
    • Mit Käse: Die klassischste Art. Man schneidet eine Scheibe Bocadillo und eine Scheibe milden, weißen Käse (Queso Fresco oder Queso Cuajada) ab und isst beides zusammen. Das nennt man oft auch „Matrimonio“ (Ehe).
    • Als Energieriegel: Wegen des hohen Zuckergehalts nutzen Radfahrer und Wanderer in Kolumbien Bocadillos oft als natürlichen „Power-Riegel“.
    • In Gebäck: Du findest Bocadillo oft als Füllung in Roscónes (süßen Hefekränzen)
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  • Eulogio & Chacal 🐴🐴

    January 31 in Colombia ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute gehen wir reiten!
    Schon lange auf unserer to-do Liste / wishlist und oft verschoben… juhuuu!
    Christian holt uns am Hotel ab, mein Eulogio bekommt schnell noch ein neues Hufeisen und dann reiten wir durch den Ort, Jürgen’s Chacal ist das Leittier und so reitet er vorne, durch Kaffee-Plantagen (mit kurzem Kaffee Stop!) und über matschig, steinig-steile Wege runter zum Quindio River, den wir unzählige Male queren… manchmal rutschig und unsere Schuhe sind so nass wie am letzten Tag der Radtour 🤣🤷‍♀️, aber wir haben viel Spaß. Mit Christian kommunizieren wir so gut es geht auf Spanisch und er erzählt, dass es für die Pferde eher entspannend ist, weil sie sonst auf der Farm eingesetzt werden, was viel anstrengender ist für sie. Unsere beiden Pferde sind unerfahrene Touris gewohnt, sie machen das, was wir versuchen ihnen zu sagen. Ein paar Mal reiten wir im Trab und sogar Galopp! macht richtig Spaß…!!! Die Wege sind schön, dichtes Grün, Wiese, Waldpfade, alles dabei und eher fast off-road!
    Wir sagen in der Nähe der Plaza Adios, laufen die Haupt(Geschäfts)Straße entlang, hier ist es voll… Wochenende. Beim Mittagessen sind wir die ersten und haben wunderschöne LiveMusik zum Hören, wir machen einen Spaziergang durch die Stadt zum Hotel, wir checken ein, selbes Hotel, aber anderes Zimmer… wir haben spontan verlängert!
    Abends ist Fiesta de Caballo - Pferdefiesta. auf der Palza reiten alle ein, ein wildes Durcheinander und drum herum sind die Kneipen voll, aus jeder kommt andere laute Musik, dazwischen Pferde und Reiter im Paso Fino - die Schritte der Pferde sind extrem kurz und so schnell, dass es wie ein Trommelwirbel klingt.
    Wir essen lecker Tapas, laufen wieder zum Plaza und die Party ist immer noch in vollem Gang…
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  • Kolibris

    January 30 in Colombia ⋅ 🌧 16 °C

    Kolumbien ist das Land mit der weltweit größten Vielfalt an Kolibris (über 160 Arten!). In der Reserva Natural Acaime im Cocora-Tal (2.700 m) sieht man bis zu 8-10 verschiedene Arten gleichzeitig an den Futterstellen (Bebederos).
    Ich hätte stundenlang zuschauen können. Die Kolibris sind unheimlich schnell, machen durch den Flügelschlag ein ganz sanft brummendes Geräusch und manchmal merkt man an einem feinen Lufthauch, dass sie an einem vorbeigeflogen sind - sie sind aber so schnell, dass man sie dann schon nicht mehr sieht…Ihr Gefieder schimmert je nach Licht immer anders, sie sind so bezaubernd, klein und filigran… eigentlich fast wie Elfen!

    Die ersten Bilder sind irgendwo auf der Wanderung aufgenommen, die Bilder mit den Futterstellen sind in der Casa de los Colibríes entstanden.

    Ein paar Fakten:
    - Sie schlagen ihre Flügel bis zu 80-mal pro Sekunde.
    - Im Flug schlägt ihr Herz bis zu 1.200-mal pro Minute.
    - Um ihren Stoffwechsel aufrechtzuerhalten, müssen sie täglich fast das Doppelte ihres Eigengewichts an Nektar (oder Zuckerwasser) trinken.
    - In den kühlen Nächten der Anden senken sie ihre Körpertemperatur drastisch ab, um Energie zu sparen – fast wie ein kleiner Winterschlaf jede Nacht.
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  • Wachspalmen & Nebelwald

    January 30 in Colombia ⋅ 🌧 16 °C

    Heute geht’s ins Valle de Cocora… auf dem Plaza de Bolivar fahren Willies (Jeeps) die 11 km bis zum Tal. Ich fahre auf dem Trittbrett hinten mit… cool! Dort stehen die berühmten Quindío-Wachspalmen,
    Nationalbaum Kolumbiens, bis zu 60m hoch und bis zu 200 Jahre alt! Der Stamm ist mit einer hellen Wachsschicht überzogen (daher der Name), die früher zur Kerzenherstellung genutzt wurde.

    Am Ende der Straße ist es touristisch, aber mittlerweile sind die Ferien in Kolumbien vorbei und die meisten bleiben an den ersten Aussichtspunkten und der Rest verläuft sich.
    Wir wandern den 13 km Rundweg durch den Nebelwald… eine schöne Strecke! Urwald pur, erst berghoch auf einem breiten Weg mit ein paar Aussichtspunkten, noch weiter hoch (Wir sehen Kolibris) und dann runter zum Bach, über Wurzeln, Steine, alles sehr feucht und sehr grün!
    Bei der Casa de los Colibríes machen wir einen Stop. Es gibt leckeren Kakao zum Eintritt… Mitten im Urwald ein paar Hütten und eine Fütterungsstation für Kolibris... wir bleiben eine Weile, schön zum Anschauen. Und sooo bezaubernd, deswegen gibt’s einen extra footprint !
    Weiter gehts durchs Bachtal, feucht, grün, riesige Pflanzen, viele Hängebrücken, die teils schon etwas sehr alt aussehen… ein toller Weg, teils etwas matschig, aber sehr hübsch!
    Wir fahren mit einem Willy wieder zurück, essen lecker, holen die Wäsche ab und spazieren zum Hotel zurück.

    13km, 650hm, max. 2920m
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  • Weiter nach Salento

    January 29 in Colombia ⋅ ☁️ 27 °C

    Morgens frühstücken wir in Ruhe, sortieren unsere teils immer noch nassen Sachen, packen, fahren zu Busbahnhof, essen dort zu Mittag und fahren mit dem Bus Richtung Salento.
    Es ist hübsch Richtung Süden, wir genießen nicht selber fahren zu müssen … steile und grüne Täler, ein kurzer Stop irgendwo und um 22 Uhr sind wir im Hotel!Read more

  • 🚴‍♀️🚴‍♂️ in Kolumbien 5 - bis Medellin

    January 28 in Colombia ⋅ 🌧 19 °C

    Morgens fahren wir einen Schlenker und nochmal bei der Finca de Rigo vorbei und trinken einen Cappuccino, es ist sonnig, zweites Frühstück vorm Supermarkt und dann geht es berghoch nach Santa Elena: wenig befahrene Straße, ein hübsches Tal, ab und zu andere Radfahrer, sogar eine Gruppe Rennradfahrer (GW Erco Shimano - grüne Trikots, evtl. das Profi-Team) rast an uns vorbei, hoch wie runter! Und wieder mal geht es über den Gipfel, denn Santa Elena liegt auf der anderen Seite, ein Stück den Berg runter. Mittagessen gibt’s in einem kleinen, wieder mal sehr netten Restaurant/Cafe, super lecker, die Ceviche ist hier nach Art des Hauses,… sooo lecker!
    Wir fahren weiter- hoch runter…, Ziel: die Mall Indiana, kurz vor Alto de Las Palmas - das ist der Pass, an dem es dann die 15 km und über 1000 Höhenmeter, die wir am Tag 1 hochgefahren sind, wieder runter nach Medellin geht.
    Es fängt an zu regnen, wir fahren weiter, der Regen wird dann ca. 3 km vor unserem Ziel so stark, dass wir am Straßenrand unter Bäumen anhalten. Es stehen schon Leute da, teils nur mit Plastiktüte überm Kopf… wir ergattern eine Styropor-Platte und nutzen diese als Regenschutz. Es schüttet, gewittert, Blitz und Donner direkt über uns, gewaltig und finster. Wir warten lange, ca. eine Stunde, als der Regen und das Gewitter nachlassen und wir beschließen, die 3 km zur Mall zu fahren, um ins Café zu gehen.
    Wir sind klitschnass, man sieht den Atem ( ja ich habe gegoogelt, ab ca. 7 Grad und kälter sieht man seinen Atem! Und wir sind auf 2600 m!) und mir klappern die Zähne. Auf der Straße teils knöcheltiefe Seen, kleine Bäche, Stau, weil die Straße von umgekippten Bäumen befreit wird.
    Nach den 3 Kilometern bis zum Café, frage ich mich, wie ich den Berg runter fahren soll, denn der Fahrtwind ist kalt.
    Ich ziehe meine nassen Sachen aus, brauche mit eiskalten Fingern auf der kleinen Toilette ewig zum umziehen, wir trinken einen heißen Cacao. Hilft wunderbar ☺️. Da es fast nicht mehr regnet und langsam auch spät wird (hier ist es ca 18.30 Uhr dunkel) beschließen wir loszufahren.
    Es geht natürlich erst mal noch den Berg hoch, es nieselt immer noch und ENDLICH sind wir oben und es geht nur noch bergab. 15 km. Nasse Straßen, viel Verkehr, 4 spurig.
    Medellin liegt im Dunst, wird von der Abendsonne angestrahlt, ein schönes Bild. Ich würde gern ein Foto machen, bin aber, wie so oft in den letzten Tagen, damit beschäftigt, auf die Straße zu gucken…
    Überall liegen auf der Spur für Radfahrer und Fußgänger Blätter, Äste, Steine, Matsch, ab und zu hat es einen kleinen Erdrutsch gegeben. Wir fahren durch Bäche auf der Straße, weil die Kanalisation überlastet ist… und das alles zu Feierabendverkehr. Und dann noch 7 km vorm Ziel einen Platten🤷‍♀️, den ersten und einzigen auf dieser Tour…

    Irgendwann sind wir bei Sebastian (der so nett war zu warten, wir wären ohne Regen früher dagewesen) am Laden, er sagt, dass es einen solchen Regen lange nicht gegeben hat… auch hier unten in der Stadt sieht es wild aus: schlammige Straßen, Äste, Steine usw.
    Wir bleiben kurz, erzählen ein bisschen, und essen nebenan Pasta mit Rotwein, gönnen uns statt Metro ein Uber und im Hostel angekommen, hängen wir erst mal alles auf, viel ist nicht mehr trocken!

    Am nächsten Morgen sehen wir Bilder vom Unwetter am Tag zuvor, Motorräder hüfthoch im Wasser und es hat in 44 Minuten soviel geregnet, wie sonst im ganzen Januar! Vielleicht war gut, dass es uns noch oben erwischt hat und nicht unten im Tal!

    70,45. km, 1112 Höhenmeter

    Die 5 Tage gesamt: 322,15 km, 5862 Höhenmeter
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  • 🚴‍♀️🚴‍♂️ in Kolumbien 4 - bis El Tablazo

    January 27 in Colombia ⋅ ☁️ 19 °C

    Beim leckerem Frühstück mit Arepa (absolutes Grundnahrungsmittel hier in Kolumbien: Fladen aus Maismehl), Ei, Kaffee & Cacao kommt Gabriel aus Venezuela vorbei, sie kann englisch, wir tauschen uns aus und kuscheln nebenher José Cacao, der gern auf dem Schoß sitzt, um den Hunden zu entkommen.
    Wir haben entschieden zu schummeln, Christian besorgt uns ein Tuktuk-Taxi, die Räder kommen aufs Dach und wir lassen uns den ersten Berg (500 Höhenmeter) hochfahren. Wir genießen die Aussicht ohne strampeln und sind in 22 Minuten oben. Unterwegs viele Farnbäume, blühende Weihnachtssterne in Baumform und Kapuzinerkresse… die wächst hier überall, wuchert alles zu und blüht hübsch orange! Ursprünglich kommt sie sogar aus den Anden!
    Oben angekommen fahren wir wieder selber weiter, stoppen beim selben Café wie am Vortag, alle sind total nett und wir unterhalten uns, so gut es geht… Nickerchen macht heute keiner dort 😂
    Weiter geht’s bergauf und bergab, irgendwann ist die große graue Wolke über uns und es regnet. Wir warten, fahren irgendwann wieder auf die große Hauptstraße, halten zum späten Mittagessen (Bandeja Paisa) und dann ein Stück weiter zum Kaffee - heute eher eine Schlemmertour… wir fahren nicht so viel!
    Wir stoppen bei der Finca des berühmten Radrennfahrers Rigoberto Urán, „Rigo“ genannt. Hier gibt es einen Shop und neue Trikots für uns! Zum Hotel ist es nicht mehr weit!

    50 km, 700 Höhenmeter, quasi eine kurze Spazierfahrt
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  • 🚴‍♀️🚴‍♂️ in Kolumbien 3 - bis Concepción

    January 26 in Colombia ⋅ ☁️ 21 °C

    Frühstück im Hotel mit Hund und Seeblick, Gänsegeier wie in Lima, einkaufen im Supermarkt Peñol und weiter geht es hoch und runter. Zwischen den drei größeren Anstiegen ist es nicht wirklich flach…
    In Marinilla halten wir beim Fahrradladen, weil Jürgens Rad Geräusche macht und es wird repariert, (das Hinterrad hängt schräg im Rahmen) während wir nebenan Empanadas essen.
    Nach dem zweiten Anstieg halten wir an einem Café, es läuft traditionelle Musik, 2 der drei Gäste sitzen schlafend auf Stühlen, der eine vor zwei vollen Schnapsgläsern, der andere mit einem zufriedenen Grinsen auf dem Gesicht. Entspannte Stimmung. Hier bleiben wir! Wir kaufen Bananen, Wasser, Granadillas, der Wirt ist sehr nett, wir reden eine Weile mit ihm, und fahren weiter… Der letzte Anstieg ist landschaftlich wirklich sehr hübsch, und die Fahrt bergab durch die Berge von Antioquia (500m runter) nach Concepción ist noch schöner. Schon ein wenig Abendlicht/Sonne, das Tal des Rio Negro, vereinzelte, hübsche Fincas und eine tolle Abfahrt auf guten Straßen ohne Verkehr … wow!
    Unser Zimmer für heute Nacht ist der Knaller, am Ortsrand, Privatbrücke über den Rio Negro und die gesamte Unterkunft einfach mitten im Grün… alles sehr liebevoll gestaltet, wir trinken etwas (Jürgen Bier und ich Manzana Postobón, knallpinke Apfellimonade, sehr süß und ist in Kolumbien fast so etwas wie ein Kulturgut), kuscheln mit José Cacao, dem schmusigen Hahn, der zu einem kommt, wenn man ihn ruft, duschen und laufen dann in den Ort, essen zu Abend und spazieren durch die Stadt. Concepción sieht noch aus wie früher, ist nationales Kulturerbe Kolumbiens, jedes Haus ist nett bemalt, altes Kopfsteinpflaster, Menschen reiten auf Pferden, Touris sind eher keine da, aber es ist trotzdem sehr belebt und eine schön Stimmung…
    Jürgen isst noch eine Möhrentorte (die verfolgen uns durch ganz Südamerika) am Plaza und wir spazieren heim und fallen ins Bett!

    68,4 km, 1350 Höhenmeter
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  • 🚴‍♀️🚴‍♂️ in Kolumbien 2 - Guatapé-Peñol

    January 25 in Colombia ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir fahren durchs ländliche Kolumbien, kleine Dörfer, vorbei an Plantagen von Hortensien, viel Obst und Gemüse unter Planen, und immer wieder Fincas/Haziendas mitten im Grün und überall lauft Musik! in El Carmen de Viboral ist Markt, ein Stück weiter in El Santuario machen wir eine Pause beim Supermarkt und essen etwas. Wenn auch nicht so lange steile Strecken wie gestern… es geht entweder hoch oder runter - flach und geradeaus kennen sie hier nicht! Ganz schön fordernd!

    In Granada trinken wir in einem kleinen sehr netten Café Cappuccino, ein paar Chivas fahren vorbei (die sieht man hier ständig, aber ich wollte es mal notieren):
    Chivas (oder auch Buses Escalera) sind rollenden Kunstwerke, die meist auf alten Lkw-Fahrgestellen aufgebaut sind, sie bestehen aus einer Holz- oder Metallkarosserie. Jede Chiva ist ein Unikat, handbemalt mit geometrischen Mustern, Landschaften oder religiösen Motiven. Mit der Leiter am Heck kann das Dach mit Waren, Reisegepäck oder sogar Kleinvieh beladen werden, oft sitzen aber auch die Passagiere oben! Sie sind sehr hübsch anzusehen!!!

    Den Anstieg nach Granada werden wir von einer Hündin begleitet, sie ist schneller als wir 🤷‍♀️🤷‍♀️🤷‍♀️, trinkt immer mal und scheint es ganz gelassen anzugehen, während wir schwitzen und schnaufen…
    Wir nähern uns Guatapé und die ersten Seitenarme des riesigen, aber sehr verzweigten Stausees Guatapé (Embalse Peñol-Guatapé) sind zu sehen… Guatapé ist der Ort direkt am See, beliebtes Ausflugsziel und wir freuen uns auf die Fahrt runter zum Wasser… Aber: die Straße wechselt in Schotter, Lehm mit Matsch und Sand, teils nass vom Schauer kurz vorher, nicht so richtig toll für Rennrad! Irgendwann wechselt es in eine befestigte Straße, in der Mitte Asphalt mit Steinen, rechts und links je eine Spur mit Rillen… für Autos ok, aber für Rennrad fühlt es sich wie Kopfsteinpflaster an 😡 und… es geht zwar am Hang entlang, aber dauernd hoch und runter. Schnell vorwärts kommen wir hier nicht!Landschaftlich schön, einzelne Häuser und immer wieder Ausblicke auf den See und den Piedra del Peñol, ein einzelner, riesiger Granitfelsen in Seenähe. Ein Hund rennt mir kläffend hinterher, ausgerechnet als es berghoch geht, ich schreie laut und mir ist echt mulmig, aber er gibt irgendwann auf, bisher waren die Hunde hier alle sehr entspannt,… wir hatten das schon in Italien ein paar mal, ein doofes Gefühl. Naja.
    Irgendwann kommen wir im Ort Guatapé an, alle Häuser sind hier sehr bunt angemalt, ist Sonntag, viel los und wir bleiben eine Weile am Ufer bevor wir das letzte Stück zum Hotel fahren. 12 Kilometer über die einzige Landstraße, die es hier gibt, mit Sonntagsausflüglern, die nach Hause fahren. Hoch und runter, viel Verkehr und alle paar hundert Meter gelbe Betonwellen auf dem Boden und jeweils davor und danach 4 Reihen Stahlnoppen, um den Verkehr zu bremsen - was die Kolumbianer meist ignorieren, fürs Radfahren aber echt nervig ist… Wir sind froh, als wir im Hotel ankommen, es dämmert schon… überschwängliche Begrüßung durch den Hotelhund, und Zimmer mit Balkon und Seeblick ! Uff.

    81,6 km, 1263 Höhenmeter
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  • 🚴‍♀️🚴‍♂️ in Kolumbien 1 - bis La Ceja

    January 24 in Colombia ⋅ ☁️ 21 °C

    Die Kolumbianer sind radsportverrückt! Viele hier aus der Gegend sind international erfolgreiche Radsportler, sie haben Berge vor der Tür und Höhentraining in einem! ich habe noch nie ein so hügeliges Land gesehen… oft wirklich herausfordernd, mir manchmal auch zu viel ( ok, wir sind lange nicht mehr Rennrad gefahren), weil es einfach nur hoch und runter geht, immer! das Wetter war angenehm, meist bewölkt und wenn sonnig, wird es heiß, daher waren wir froh über Wolken, nur nicht am letzten Tag, da wurde es super krass…

    ——-

    Wir starten um halb acht in Medellin, müssen wieder durch das Viertel der Obdachlosen, aber es ist viel weniger los, als am Abend vorher! Wir fahren ein Stück durch die Stadt und dann geht es auf fast 16 km 1100 Meter nach oben. Entlang der Hauptstraße, viele Kurven, viel Steigung und immer wieder Aussichten auf Medellin, tief unten im Tal. Wer hier Rennrad fährt, muss immer aus dem Kessel bergauf! Es ist Samstag und viel los! Wie 4 mal aus Stuttgart auf der B27 hochradeln. Hier ist das die Lieblingsstrecke der Einheimischen Radler.
    Wir machen viele Pausen, schwitzen, schimpfen (eher ich) und sind froh, als wir oben ankommen.
    Es geht direkt steil wieder herunter, vorbei an vielen Ständen, die selbstgemachte Möbel zum Verkauf anbieten! Schöne Sachen und in der Luft liegt ein Duft von Holz.
    In dem kleinen hübschen Dorf El Retiro
    machen wir eine Kaffeepause in einem wunderschönen Kaffee und essen. Alles ganz aufgeräumt und hübsch hier! Kaffeeanbau Gebiet.
    Wir fahren weiter bis La Ceja, es geht nur bergauf oder bergab - Kolumbien ist so hügelig!!! Als wir im Hotel ankommen, duschen wir schnell, laufen über die Plaza, essen beim Chinesen und fallen ins Bett!

    51,70 km, 1437 Höhenmeter
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  • Comuna 13 & 🚴‍♀️🚴‍♂️

    January 23 in Colombia ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute geht’s zur Comuna 13. wir haben eine Guide, denn wir möchten mehr wissen: Kevin geboren im Viertel, weiß viel und kennt alle.
    Wir spazieren gemeinsam durchs Viertel, stoppen bei Rodolfo Usuga, einem lokalen Künstler. Cool. Alles so kreativ, hübsch, bunt. Er hat ein paar coole Räume, Bilder, Skulpturen, viel Graffiti mit Theke und Büro, in dem wir eine Weile sitzen und viel von Kevin über die traurige Geschichte des Viertels erfahren und ein paar YouTube Videos am Rechner anschauen.
    Die Comuna 13 entstand in den 60er durch illegale Besiedlung, viele flüchteten vom Land in die Stadt vor dem Bürgerkrieg, hatten kein Geld und bauten an den Steilhängen Häuser. Lange gab es kein Wasser, keine Elektrizität oder Straßen.
    In den 80ern wurde die Comuna 13 zu einem strategisch wichtigen Punkt für den Schmuggel von Drogen und Waffen. Erst kontrollierte das Medellín-Kartell unter Pablo Escobar das Viertel, später bekämpften sich linke Guerilla-Gruppen (FARC, ELN) und rechte Paramilitärs in den engen Gassen und wurde zum gefährlichsten Viertel der Welt. „Dead Phones“ waren öffentliche Telefonzellen. Wer hier telefoniert hat, lief Gefahr erschossen zu werden, weil jeder potentiell verdächtigt wurde, Informationen an die Polizei weiter zu geben. Deswegen „Dead Phones“.
    Im Oktober 2002 führte das kolumbianische Militär zusammen mit der Polizei die Operación Orión durch, Ziel: Vertreibung der Guerilla-Milizen aus dem Stadtteil… eine der blutigsten Militäroperationen in einem städtischen Gebiet. Hunderte Zivilisten wurden getötet, verletzt oder „verschwanden“.

    Nach den Jahren der Gewalt entschied sich die Gemeinschaft für einen Neuanfang durch Kunst und Bildung:
    Meilenstein war die Eröffnung der Escaleras Eléctricas (Freiluft-Rolltreppen) im Jahr 2011. Sie verbanden das isolierte Bergviertel erstmals effizient mit dem Rest der Stadt.
    Künstler wie Rodolfo Úsuga begannen, die Geschichte des Viertels an die Wände zu malen. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren der sozialen Transformation des Viertels. Durch Street Art und Hip-Hop half er dabei, die Comuna 13 von einem Ort der Gewalt in ein Zentrum für Kreativität zu verwandeln.
    Wir kaufen eine seiner Figuren und weil er gerade vorbeikommt, gibt’s gleich auch noch ein Foto.
    Die Guatanas sind zu seinem Markenzeichen geworden… sie stellen die Ureinwohner dar (er hat sich für die Form einer Kaffeebohne entschieden) und man findet sie überall…
    Dann gibts eine Kaffee- und Schokoladenprobe nebenan, lecker!
    Wir essen Paletas (handgemachtes Wassereis am Stiel, mit ganzen Fruchtstücken) während wir weiterlaufen, fahren mit der legendären Rolltreppe und essen Empanadas (die werden hier frittiert) bei Kevins Tante. Lecker!!! Wir laufen weiter den Berg hoch, es wird voller, lauter und es gibt neben den Murals, viele Figuren, Statuen, Kunstwerke, mit denen man sich fotografieren lassen kann. Die Aussicht ist oben toll, überall gibt es Hip-Hop Tänzer, aber es ist echt voll und auch schon ganz schön kommerziell!
    Wir laufen über ein paar Nebenwege wieder bergab, erfahren noch ein bisschen zu den Wandbildern und deren Bedeutung und fahren dann mit dem Bus und der Metro Richtung El Poblado, sitzen ins Café und müssen erstmal alles verdauen.
    Danach gehen wir bei Sebastian unsere Räder abholen und fahren zum Hostel - eine abenteuerliche Fahrt, denn es ist viel los und der Radweg geht mitten durch den Markt, wird von Verkaufswägen genutzt und allerhand anderen Gefährten, die rollen… wir müssen auch durch das Obdachlosen Viertel fahren, hier ist es tatsächlich gruselig, und wir sind froh, als wir beim Hostel ankommen… Die Räder nehmen wir mit auf die Terasse, packen unsere Sachen, essen unsere Reste…

    Hier gibt’s ein Musikprojekt von 2015 mit Künstlern der Communa 13:
    https://youtu.be/FYjUx3B3so8?si=4cG6Y7PmibLa9WLh
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  • 18.000 Schritte in Medellín

    January 22 in Colombia ⋅ 🌧 21 °C

    Wir nehmen morgens mal wieder an einer FreeWalkingTour teil, Carolina ist ein toller Guide, die uns durchs Zentrum führt, liebt ihre Stadt und hat viel zu erzählen! Wir erfahren viel über die Geschichte der Stadt bzw. des Landes, sie versucht auch, das Image des Landes/der Stadt geradezurücken, denn Medellin war einst die gefährlichste Stadt der Welt, zerrüttet von der Gewalt der Drogenkartelle. Insbesondere Pablo Escobar, der brutal die Kartelle vereint hat und in Medellín gewütet hat.
    Wunderschön sind die 23 Skulpturen von Fernando Botero, die inzwischen zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt gehören.
    Danach spazieren wir selber herum, essen auf dem Balkon im ersten Stock zu Mittag, schauen dem Treiben zu, es ist wuselig, viel los, alles sehr lebhaft, manches nicht so schön zu sehen: es gibt viele Obdachlose, viele Arme, die im Müll suchen… überall sind kleine Stände mit allem: Obst, Klamotten, Gebrauchsartikel, Getränke, alles was man so braucht - 50% der Bevölkerung arbeitet im „informellen Sektor“, d.h. selbstständig ohne angemeldet zu sein. Wir testen Mangos mit Zitrone und Salz, trinken Guarapo (Rohrzucker gepresst mit Limetten) und probieren Chontaduro, die Frucht der Pfirsichpalme, die gar nicht nach Pfirsisch schmeckt, sondern eher nach Süsskartoffel…
    Wir laufen mit einem leckeren Kaffee-Stop bis zum Cerro Nutibara - einem kleinen Hügel mit dem Dorf Pueblito Paisa auf der Spitze - nicht mehr als ein paar Häuser, die sehr hübsch sind. Hier ist es sehr voll, ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und in den meisten Häuser sind SouvenirShops.
    Hier wird es wieder früh dunkel im Vergleich zu Patagonien! Wir fahren gegen 18 Uhr zum Hostel, da dämmert es schon, und zwar mit der Metro. Metro fahren heißt hier, versuchen sich irgendwie in die vollen Waggons reinzuquetschen. In Deutschland würde man auf die nächste Metro warten, hier nutzt man jeden cm. Kann sein man kommt erst im die 2. oder 3. Bahn, die hält, aber irgendwie klappt es und dann ist es so eng, das keiner mehr umfallen kann… 🤷‍♀️
    Wie Tokio zur Rush Hour nur ohne Samt-Handschuhe.
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  • Kolumbien - Medellin!

    January 21 in Colombia ⋅ ☁️ 25 °C

    Wir landen morgens um 7.30 h, zwei Stunden Zeitverschiebung zu Buenos Aires.

    Zurück auf der Nordhalbkugel!! 🌎

    Einreise mit vorausgefülltem Formular keine 5 Minuten, sim-Karte funktioniert innerhalb von 30 Sekunden (so schnell ging das noch nie), der Weg zum Bus ist mit QR Code und Bodenaufkleber auch sofort klar… läuft!

    Jürgen bestellt Kaffee und Kuchen zum Frühstück am Flughafen. Er kommt ins Gespräch mit einer Frau, die wegen Bad Bunny Konzert von USA angereist ist und sich als seine Freundin vorstellt. Jürgen hat keine Ahnung von nix und verabschiedet sich mit den Worten „Vielleicht kommen wir ja auch noch zum Konzert und man sieht sich nochmal“. Inzwischen wissen wir, dass Bad Bunny ein internationaler Megastar ist und ganz Medellin darüber spricht. Alle 3 Konzerte längst ausverkauft. 🤦‍♂️

    Medellin liegt im Tal, schon beim Landeanflug hat man gesehen, es ist grün hier und sehr bergig! Nach dem Bus müssen wir noch Metro bis zum Hostel fahren und warten auf der großen Terasse kurz bis wir ins Zimmer können. Kurze Pause und nach superleckerem mexikanischen Mittagessen geht’s weiter zum Fahrradladen, denn wir wollen eine Radtour machen. Jürgen hat schon im Vorfeld mit Sebastian viel abgesprochen, wir schauen mit ihm die Route durch, die Jürgen schon geplant hat, ändern einiges, dann bikefitting… total nett alles, wir freuen uns schon!
    Danach noch Supermarkt, Obstladen (juhu, es gibt wieder viele Früchte, Grenadilla, ähnlich Passion fruit, riesige Avocados, Mangos,…) wir kochen leckere bowls zum Abendessen und fallen irgendwann müde ins Bett, wir haben eigentlich fast nicht geschlafen im Flieger…

    PS: nun sind wir mehr als 100.000km gereist 🥳
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  • Byebye Buenos Aires

    January 20 in Argentina ⋅ ☀️ 26 °C

    Frühstück, checkout, Gepäck zum Vermieter, copyshop zum Ausdrucken, gerissenen Gummi der Taucherbrille im Tauchladen ersetzen,… manchmal auch einfache banale Sachen abhaken.
    Nach dem Mittagessen laufen wir zum Palacio Barolo (1923). Ein tolles Gebäude: das gesamte Design ist strikt an Dantes „Göttlicher Komödie“ orientiert. Der Palast ist in drei Teile gegliedert, die die Reise der Seele widerspiegeln: das Erdgeschoss stellt die Hölle dar, die mittleren Etagen das Fegefeuer und der obere Bereich mit dem Leuchtturm das Paradies. Es steckt viel Symbolik im ganzen Bau…
    auf der Spitze des Gebäudes befindet sich ein funktionstüchtiger Leuchtturm. Ursprünglich war geplant, dass dessen Lichtstrahl bis nach Montevideo in Uruguay reicht, um dort mit dem Zwillingsgebäude, dem Palacio Salvo, zu kommunizieren. Eine Führung am Abend bringt einen bis ganz oben…
    Direkt um die Ecke ist der Plaza del Congrezo mit einer Statue von Rhodin, und auch der Nationalkongress. Und wieder mal eine Ecke in der Stadt mit wahnsinnig großen und hübschen Gebäuden!
    Nach einem leckeren Cappuccino gehen wir ins Mate Museum (gibt’s erst seit 4 Monaten). Wir bekommen eine persönliche Führung mit Verköstigung, supernett und alle sind hier mit viel Enthusiasmus dabei! Mate und die Rituale dazu sind hier völlig alltäglich, und nicht wegzudenken. Überall in der Straße sieht man Menschen mit Tassen und Thermoskannen. Getrunken wird der Tee mit Strohhalm, Bombilla ( dieser hat unten einen Filter!). Zum Transport ( denn der Mate wird wirklich immer und überall mit hingenommen) gibt es extra Taschen und Körbchen, damit nichts umfällt…
    Wir bekommen alles ausführlich erklärt**, finden den Geschmack gut, trinken ein paar Runden, kaufen einen Becher und werden mit Teeproben überhäuft!
    Noch schnell ein Sandwich, unsere Backpacks abholen und los geht’s zum Flughafen!

    —-

    **Hier ein paar grobe Fakten (das ganze ist sehr umfangreich und eine kleine Wissenschaft für sich):
    Vom Matebaum werden Blätter mit dünnen Ästen geerntet und unter Hitze oder über Feuer (=rauchige Variante der argentinischen Gauchos) getrocknet.
    Die Bäume wachsen nur auf sehr eisenhaltiger, roter Erde im subtropischen Klima: dem Paraná-Becken (Süd-Brasilien, Nordost-Argentinien und Ost Paraguay). Die Ureinwohner Guaraní haben schon seit jeher Mate getrunken.
    Es gibt verschiedene Grade des Mahlens, von grob (=milder Tee) bis fein (=sehr stark, bitter). In Paraguay und Brasilien wird kaltes Wasser (heißes Klima) zur Herstellung verwendet.
    Herstellung
    Becher fast vollständig füllen, abdecken und schütteln, mit das feine Pulver nach oben kommt, schief abstellen und eine Lücke zum Rand lassen, Schuss Wasser (70-80 Grad) rein kurz warten in Strohhalm in Lücke stecken und bis auf andere Seite schieben. Strohhalm bleibt immer in derselben Position. Trinken. Immer wieder Schluck Weise auffüllen, kurz ziehen lassen, den Schluck trinken, auffüllen… bis das Wasser alle ist.
    Unter Freunden trinkt man aus einem Becher, gibt ihn immer weiter… 1 Person kümmert sich um die Zubereitung.

    Gesund ist er auch noch: viele Antioxidantien, schluckweises Trinken wird Koffein wird langsamer freigesetzt,
    Vitamine (A, C, E, B1, B2) und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Eisen, regt den Stoffwechsel an. Prost 🥃
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  • Bootsfahrt nach Uruguay

    January 19 in Uruguay ⋅ ☀️ 21 °C

    Colonia del Sacramento (UNESCO Weltkulturerbe seit 1995) liegt in Uruguay und gegenüber von Buenos Aires auf der anderen Seite des Río de la Plata. Der Fluss (das Delta) ist so breit, dass man das jeweils andere Ufer nicht sehen kann. Wir nehmen die Fähre, die Grenzformalitäten werden schon auf der argentinischen Seite erledigt und wir fahren mit uruguayischem Stempel im Pass auf der argentinischen Seite los und brauchen 1,5 Stunden bis zum Ziel.
    Im Ticket ist eine kleine Führung mit drin, also laufen wir ein Stündchen durch den Ort und man hat dann auch schon das meiste vom historischen Teil gesehen: Portugiesisch-spanischer Flair, nette kleine Gassen mit bunten Häusern, viel Grün und original Kopfsteinpflaster aus der Kolonialzeit! Buenos Aires war früher spanisch, Colonia war portugiesisch… und irgendwann haben sich die Spanier durchgesetzt…
    Es ist hier sehr viel ruhiger als in BA und selbst die Touristen verteilen sich doch irgendwie. Nachdem wir unser mitgebrachtes Essen auf der Plaza de Armas (hier eher wie ein Park mit tollen großen Bäumen) gegessen haben ( wir sind sehr früh und ohne Frühstück los), laufen wir noch ein wenig durch die hübsche Straßen, am Ufer lang und essen dann lecker im neueren Teil des Ortes zu Mittag. Hier sieht es mit den großen Platanenalleen eher aus wie in Südfrankreich! Danach Siesta am Strand/Ufer des Rio de la Plata… der hat trotz strahlend blauem Himmel braunes Wasser - Sedimente der Anden! Es fließen 2 riesige Flüsse zusammen**

    Cappuchino und RIESEN-Eis neben der Cathedrale und gegen Spätnachmittag checken wir wieder ein, Grenzübertritt, Bootsfahrt und dasselbe wie morgens nur rückwärts!

    Hier noch ein paar Infos:

    **Der Río de la Plata ist streng genommen kein gewöhnlicher Fluss, sondern ein riesiger, trichterförmiger Ästuar (eine Flussmündung), der aus dem Zusammenfluss von zwei der mächtigsten Ströme Südamerikas entsteht.
    Die Hauptquellen, die ihn speisen, sind:
    1. Die beiden großen Hauptzuflüsse
    • Río Paraná: Er ist der bedeutendste Zubringer und einer der längsten Flüsse der Welt. Er bringt gewaltige Mengen an rotbraunem Sediment mit sich, das dem Río de la Plata seine charakteristische lehmige Farbe verleiht.
    • Río Uruguay: Er trifft von Norden her auf den Paraná. Sein Wasser ist tendenziell klarer (oft ockerfarben) und vermischt sich erst allmählich mit den Sedimentmassen des Paraná.
    2. Das Einzugsgebiet (Cuenca del Plata)
    Diese beiden Ströme sammeln wiederum das Wasser aus einem gigantischen Gebiet (ca. 3,1 Mio. km²), das Teile von fünf Ländern umfasst:
    • Brasilien (wo die Quellflüsse des Paraná und Uruguay liegen)
    • Paraguay (über den Río Paraguay, der in den Paraná mündet)
    • Bolivien
    • Argentinien
    • Uruguay
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