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A Life of Saturdays

June 2018 - May 2019
June 2018 - May 2019
  • Day342

    Akihabara

    May 19 in Japan ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach einem gemächlichen Start in den Tag fahren wir mit der Metro in das Tech-Viertel Akihabara. Hier soll es vor allem viel Elektronik zu kaufen geben. Wir fahren heute dort hin, da sonntags die Hauptverkehrsstraße abgesperrt wird und nur für Fußgänger benutzbar ist.

    Ziemlich schnell bemerken wir die Technikläden zu allen Seiten, nur ab und zu unterbrochen von Geschäften, die Mangas, Filme oder Fan-Merchandise verkaufen, sowie ein paar Restaurants und Maid-Cafés. In den Maid-Cafés servieren japanische Mädchen und Männer verkleidet als Hausmädchen in sehr kurzen Röcken. Mit seinem/seiner Lieblings-Maid kann man dann noch ein Foto machen, natürlich nicht kostenlos und auch um nur das Café zu betreten muss man schon Eintritt zahlen. Da wir das Konzept etwas dubios finden, nehmen wir diese kulturelle Erfahrung nicht mit und wollen nur einmal einen Blick in den Souvenirladen eines Maid-Cafés werfen. Als wir mach Öffnen der Tür nur Fotos der Maids in allen möglichen Posen sehen, drehen wir direkt wieder um und verschwinden ganz schnell.

    Da es schon fast Mittagszeit ist, machen wir uns zuerst auf zu einem Ramen-Restaurant. Die auch in Deutschland erhältlichen Ramen sind eine auf Weizennudeln (mit Ei) basierende Nudelsuppe, die je nach Region und Restaurant etwas unterschiedlich ausfallen kann oder einem eine entsprechende Auswahl bietet. Sie ist nicht besonders teuer (zwischen 6 EUR und 9 EUR) und sehr lecker. Sollte man nicht satt werden, kann man sich hier für nur 1 EUR noch eine weitere Portion Nudeln nachreichen lassen. Die Brühe wird soweit wir es gesehen haben ohnehin nicht aufgegessen, sondern lediglich der gesamte Inhalt herausgefischt. Das geschieht am ehesten mit einem Löffel in der linken Hand und Stäbchen in der rechten Hand (oder umgekehrt). So haben wir es auch bei den anderen Gästen gesehen, aber es gab auch abweichende Stile. So haben wir auch ein einrollen der Nudeln auf den Stäbchen wie bei Spaghetti gesehen. Die Standardvorgehensweise scheint dagegen für Leute mit guten Tischmanieren zuerst etwas unangenehm: Man schnappt sich einige der recht langen Nudeln mit den Stäbchen, nutzt den Löffel als Absicherung und schiebt den Anfang in den Mund. Die herunterbaumelnden und manchmal leider auch Soße verspritzenden Nudeln werden jetzt zum Teil in den Mund gesogen, zum Teil wird mit den Stäbchen weiter unten angepackt und etwas nachgeholfen. Einige unserer Sitznachbarn geben dabei ein fröhliches Schlürfgeräusch von sich, für das man in Deutschland wohl schnell vorwurfsvolle Blicke ernten würde. Unser kultureller Hintergrund hält uns zwar davon ab, das nachzumachen, aber auch ohne Geräusche funktioniert und schmeckt es so ganz wunderbar. Mal schauen, ob uns eine ähnliche Erfahrung auch bei Soba und Udon, anderen Arten von Nudeln, bevorsteht. Als kleine Hintergrundinfo (nach bestem Wissen und Gewissen) gelten alle Gerichte als typisch japanisch, wobei historisch Soba und Udon wohl auch hier entstanden sind und Ramen etwas später aus China bzw. von Immigranten in die Esskultur eingeführt wurden.

    Nachdem wir also gut gespeist haben, geht es weiter mit der Erkundung des Viertels. Direkt um die Ecke stoßen wir auf ein mehrstöckiges Geschäft, wo eine Virtual Reality Erfahrung bzw. ein Spiel angeboten wird, das uns empfohlen wurde. Dafür müssen wir in das oberste Stockwerk und entdecken auf dem Weg einige simple Greifautomaten, aber auch viele Spieleautomaten im Arcade-Stil. Besonders beeindruckend finden wir die Tanz- und Musikspiele, bei denen die anscheinend gut geübten Locals nicht nur vollen Körpereinsatz zeigen, sondern teils komplette Choreografien einstudert haben. Wir schauen uns die Performances eine Weile an, bevor wir uns selber an ein Spiel trauen, bei dem man auf bunten Pfeilen am Boden herumhüpft. Das macht uns so viel Spaß, dass wir gleich noch eine zweite Runde einlegen.

    Anschließend geht es dann wirklich in das oberste Stockwerk, wo mehrere Virtual Reality (VR) Spiele auf uns warten. Sie kosten etwas mehr als die einfachen Automaten, bieten dafür aber auch eine ganz andere Erfahrung. Bei dem empfohlenen Spiel bewegt man sich auf einer durch das Spiel clever begrenzten Fläche in einem echten, leeren Raum. Ausgerüstet mit einer VR-Brille, Kopfhörern, dem zum Spielen notwendigen PC in einem Rucksack auf dem Rücken und einem - natürlich nur digital funktionierenden - Gewehr in der Hand muss man sich in einer kurzen, leicht gruseligen Geschichte gegen fiese Monster zur Wehr setzen. Die Immersion durch die Möglichkeit sich zu bewegen und 360° um sich herumzuschauen ist erstaunlich. So fühlt man ohne Probleme Höhenangst durch einen Abhang im Spiel, obwohl ja eigentlich klar ist, dass man in einem geschlossenen Raum mit ebenem Fußboden steht oder geht. Es ist eine spaßige und als Neulinge auf dem Gebiet beeindruckende technische Spielerei.

    Zurück auf der Straße schauen wir uns noch etwas um und gönnen uns mehr Esskultur, um das mal sehr positiv zu beschreiben. Zuerst gibt es eine Art Donut, der mehr so aussieht als wäre er aus mehreren Poffertjes mit Verbindungsstücken zusammengesetzt worden, mit Farbe oder Matcha grün angemalt, aufgeschnitten und mit einer cremigen, aber geschmacklosen weißen Paste bestrichen worden. Mal etwas anderes, aber kein kulinarisches Highlight der Reise.

    Direkt im Anschluss gibt es ein Getränk, das hier anscheinend nach wie vor Kult ist, bei uns aber nach einem maßlos übertriebenen Hype eher in Ungnade gefallen ist: Bubble Tea. Er ist hier allerdings auch nicht ganz so süß und voller bunter Kugeln wie es in Deutschland der Fall war. Wir entscheiden uns für einen klassischen Milchtee und einen Grüntee mit einem Schuss Grapefruit mit den typischen "Bubbles" (Tapiokakugeln). Tatsächlich schmecken solche neutraleren Drinks wirklich ganz gut und können zum Teil ohne Zucker (oder anderer Süßung) bestellt werden. Die Kugeln sind hauptsächlich eine interessante Erfahrung, steuern aber nichts zum Geschmack bei.

    Wir trinken den Bubble Tea auf unserem etwas längeren Fußmarsch zum Kaiserpalast im Zentrum Tokyos. Bei geschlossenen Getränken ist das wohl okay, aber wir haben gelesen und schon mehrfach den Eindruck bekommen, dass ansonsten sämtliches Essen und Trinken auf der Straße bzw. abseits von Restaurants, Bars etc. nicht gerne gesehen wird. Soweit wir es bisher herausgefunden haben, zeugt insb. essen während des Gehens von schlechten Manieren (was nicht bedeutet, dass man nicht ab und an auch Locals sieht, die das machen).

    Während unseres Fußmarschs kommen wir noch durch Jimbo-Cho, ein Viertel in dem sich Buchliebhaber wahrscheinlich tagelang verlaufen können. Es ist zwar nicht so weitläufig, bietet aber angeblich über 180 Buchläden, häufig auch mit älteren und gebrauchten Werken, teils auch international.

    Bei unserer Ankunft am Kaiserpalast bemerken wir, dass das Gelände an sich nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Macht irgendwie Sinn, man kann ja auch nicht einfach in den Buckingham Palace spazieren... Leider sind wir auch zu spät für die anliegenden kaiserlichen Gärten, die an mehreren Tagen der Woche tagsüber für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Wir wandern noch ein wenig weiter um den Graben und die dahinter liegende Mauer, die das Gelände umschließen, bevor es für eine kurze Pause zurück in die Wohnung geht.

    Zum Abschluss des Tages treffen wir uns erneut mit Maria aus den USA und bekommen die letzten Feierlichkeiten am gestern schon besuchten Asakusa Schrein mit. Hier futtern wir uns durch einige Straßenstände (z.B. Okonomiyaki und Oktopusbällchen) und ein kleines Restaurant und beenden unsere vorerst letzte gemeinsame Begegnung mit einem Umtrunk.

    Um Mitternacht sind wir wieder zu Hause und treffen jetzt auch endlich Rayan, unseren Gastgeber, der über das Wochenende selber verreist war. Gemeinsam lassen wir den Tag auf dem Balkon im 17. Stock mit Blick auf einen Teil der Skyline ausklingen.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day341

    Shinjuku

    May 18 in Japan ⋅ 🌙 19 °C

    Nach einem kurzen Stopp in der Wohnung, um uns etwas auszuruhen und lange Klamotten anzuziehen, geht es für unser Abendessen und -programm nach Shinjuku. Wir treffen uns hier mit Maria, einer netten Amerikanerin in unserem Alter, die wir auf Big Island Hawai'i kennengelernt haben. Sie hatte schon etwas Zeit in Tokyo und kann uns zu den Hotspots leiten. Zuerst geht es in die enge Gasse voller kleiner Essensläden, die umgangssprachlich "Piss Alley" gennant wird. Das klingt erstmal überhaupt nicht appetitlich und wir hatten in Anlehnung an den englischen Sprachgebrauch für Alkohol im Zweifelsfall eher an Gasse voller Bars gedacht. Beides war aber nicht der Fall. Es ist wohl ein historischer Name aus Zeiten, in denen es noch keine privaten Toiletten im heutigen Stil gab und die Leute sich auf den Straßen erleichtert haben. Auch heute gibt es in der gesamten Piss Alley keine Toiletten aber dem Namen wird sie heute zum Glück nicht mehr gerecht. Wenn man heute in Tokio und vermutlich in ganz Japan, mal eine Toilette aufsucht, dann ist dieses ein ganz anderes Erlebnis. Jede Toilette ist mit einer Art Fernbedienung ausgestattet, auf der man diverse "Säuberungen" und Musik wählen kann. On Top sind die Toilettensitze immer beheizt, was Anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war 😀. Und egal wo man die Örtlichkeiten aufsucht, es ist immer super sauber, selbst in einem öffentlichen Park.

    Jedenfalls reiht sich in der Piss Alley ein kleiner Essensladen an den nächsten und dazwischen drängen sich einspurig die neugierigen oder hungrigen Besucher. Glücklich irgendwo einen Platz ergattert zu haben, nehmen wir in einem kleinen Restaurant für Grillspieße aller Art Platz. Ein für uns sehr ungewöhnliches Konzept ist die hier in der Gasse übliche Cover Charge, eine Art Grundgebühr für das Recht in einer Lokalität essen und trinken zu dürfen.

    Nach unserer guten, aber nicht außergwöhnlichen Mahlzeit gehen wir zur reinen Besichtigung weiter in die Drinking Alley. In diesem kleinen Viertel reihen sich teils winzige Bars und Pubs (hier finden jeweils ca. 5-10 Personen Platz) direkt aneinander und bedienen durstige Kunden. Bar Hopping empfiehlt sich wegen der ebenfalls vorhandenen Cover Charge allerdings weniger. Generell ist es nicht gerade günstig und wir setzen uns gemeinsam lieber noch in der Nähe der Metrohaltestelle für einen Schlummertrunk in einem Pub zusammen.

    Mit der letzten Bahn, die hier zu unserem großen Erstaunen schon zwischen 0:00 Uhr und 0:30 Uhr fährt (und dann erst wieder um 5 Uhr), geht es denn auch wieder nach Hause und ins Bett, um die vielen Eindrücke von heute etwas sacken zu lassen. Wir fragen uns, wieso in einer so riesigen Stadt die Metros nicht durchfahren und erfahren, dass dahinter (natürlich) eine Geschäftsmasche steckt. Es gibt viele kleine Hotels in dem man für ca. 30€ übernachten und sich die volle Ausstattung inkl. Anzug für die Arbeit am nächsten Tag ausleihen kann. Da Taxifahrten hier unglaublich teuer sind, wird dieses Konzept wohl sehr häufig von den Geschäftsleuten in Anspruch genommen. Verrückt 😀.

    Was für ein langer, aber toller Tag...
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  • Day341

    Sanja Festival

    May 18 in Japan ⋅ ☀️ 22 °C

    Da dieses Wochenende das Sanja Festival (das bekannteste Shinto-Fest Tokios) am Asakusa (sprich: Asaksa) Schrein in dem gleichnamigen Viertel stattfindet, geht es mit der Metro dorthin. Nachdem man einmal einen groben Überblick der Stadt gewonnen und das Metronetz gesehen hat, wirkt es auch gar nicht mehr so kompliziert. An die meisten Orte kommen wir bisher ohne großen Aufwand mit ein- oder maximal zweimaligem Umsteigen. Das Fest lockt anscheinend sowohl viele Locals als auch Touristen an und wir bekommen einen etwas besseren Eindruck von dichten Menschenmassen, was trotzdem noch nicht schlimm ist. Es gibt unzählige Essenstände mit japanischen (Schnell-) Gerichten, die bei uns weniger bekannt sind wie z. B. eine Art herzhaft und teils mit Nudeln gefüllter, dicker Pfannkuchen. Wir gönnen uns in einem kleinen Matcha-Laden einen Snack aus Stärkewürfeln mit viel Matcha-Pulver (soweit wir verstehen, was wir da essen). Es ist nicht nur ein Klischee, das Tee und insb. Matcha hier eine etwas größere Rolle spielen als bei uns. Vielleicht können wir mehr dazu irgendwann auch in einer klassischen Teezeremonie herausfinden. Zurück zum Fest...

    In der Zuschauermenge werden Gassen gebildet, um die Prozessionen von mobilen Schreinen durchzulassen, die von einer Gruppe von Männern und Frauen auf den Schultern getragen und teils unter einer Art Schlachtruf immer wieder in die Höhe gehalten werden. Es ist ein erstaunlicher Anblick, da die Schreine nicht gerade klein und leicht sind und die geschätzten 40-50 Personen die sie tragen gleichzeitig motiviert und freudig, aber auch ein wenig leidend aussehen. Die Schreine hüpfen so quasi durch die Gegend und weitere Teammitglieder, die wohl auch als Ersatz dienen, schieben die Leute zum Teil noch an oder vor allem seitlich wieder in die Mitte des Weges zurück. Es ist also ein großes Kuddelmuddel.

    Glücklich, dass wir gerade zu dieser Zeit in der Stadt waren, machen wir uns wieder auf den Weg und fahren ein kleines Stück weiter bzw. zurück nach Ueno. Hier gibt es einen großen Park, in dem man die Metropole um sich herum sehr gut vergessen kann, und diverse Museen. Wir entscheiden uns für das Tokyo National Museum mit vielen kulturellen Artefakten und Informationen. Erstaunlicherweise ist es heute sogar kostenlos, wobei auch sonst der Eintritt mit ca. 6 EUR nicht sehr hoch ist. Dafür kann man sich hier bei Interesse einen halben Tag oder länger aufhalten. Vor dem Museum haben wir eine witzige Entdeckung gemacht, hier gibt es Schlösser für Sonnen- bzw. Regenschirme. Wir konzentrieren uns auf den japanischen Teil, in dem es sowohl Kunst als auch kulturell oder religiös (meist buddhistisch) bedeutende Gegenstände zu bestaunen gibt. Besonders spannend finden wir einige unterschiedliche Schmuckstücke der japanischen Schwertschmiedekunst sowieso traditionelle Kleidung und Rüstung der Samurai. Auch Bilder in typischen Stilen sowie Kaligraphie gibt es reichlich zu sehen. Für Kunst- und Kulturliebhaber definitiv eine Empfehlung.

    Vor dem Museum sind heute viele Essensstände aufgebaut und so gönnen wir uns nach der kulturellen Bildung noch ein Bierchen und einen Snack in Form eines mit roten Bohnen gefüllten Teiges vergleichbar mit einem Hefekloß.
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  • Day341

    How much is the fish

    May 18 in Japan ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir wachen auf... Es ist 4:15 Uhr morgens... Obwohl die Zeitumstellung mit 19 Stunden unseren Tag effektiv nur um 5 Stunden verschiebt, fühlen wir uns hellwach. Also gut, einen Tag möchten wir sowieso früh aufstehen, um die Thunfischauktionen auf dem berühmten Tokyoter Fischmarkt zu beobachten. Also raus aus den Federn und los gehts!

    Im ersten Anlauf scheitern wir leider daran, unsere Metropässe zu Hause vergessen zu haben. Danach - und leider später als eigentlich beabsichtigt - fahren wir nach Toyosu, wo erst im letzten Jahr der Fisch-, Obst- und Gemüsegroßhandelsmarkt eingezogen sind. Der Grund für unsere frühe Anreise ist, dass die Thunfischauktionen um 5:30 Uhr starten und i. d. R. maximal eine Stunde dauern.

    Nach einiger Metrofahrt mit teils sehr schöner Aussicht auf die Stadt sind wir dann "erst" um 6:45 Uhr vor Ort. Daher sehen wir nicht mehr die für Außenstehende wohl schwer zu durchschauenden Prozesse, in denen einzelne frische, aber auch gefrorene Thunfische an den Meistbietenden verkauft werden. Trotzdem können wir noch einigen Fisch und dessen Abtransport beobachten und verstehen jetzt wieso sie einzeln versteigert werden, was uns zuerst sehr aufwendig schien. Die Fische haben ungefähr Menschengröße und wahrscheinlich deutlich mehr Gewicht. Also kann man von einem Fisch schon einige Zeit Leben oder viele Menschen ernähren. Teils werden sie wohl auch von Zwischenhändlern gekauft, die sie zerteilen und in kleineren Mengen weiterverkaufen. Zur Prüfung der Qualität wird ein Ring am hinteren Ende des Fischs abgeschnitten und auf diesem platziert, wohl um die Farbe und Maserung begutachten zu können. Wir sind jedenfalls beeindruckt von den riesigen Tieren, die einem bei einer Begegnung im Wasser sicherlich Respekt einflößen würden. Selbst der Abtransport geht recht zügig, sodass man auch hierfür schon sehr früh am Markt sein sollte.

    Wir werfen noch einen Blick auf den Obst- und Gemüsegroßhandel und den Fischzwischenhandel bevor es zu einer Ebene voller Läden geht, die sämtlichen Bedarf an Zubehör sowohl für Verbraucher und Touristen, wie auch Restaurants abdecken. Es gibt von handgeschmiedeten Sushimessern über riesige Packungen mit Einmalessstäbchen und Mengen an Ausstellgerichten aus Plastik für Restaurants bis zu frischem Wasabi und getrocknetem Fisch (als Snack) viele interessante Dinge zu entdecken.

    Anschließend drehen wir eine Runde durch den Restaurantbereich, wo es hauptsächlich nicht gerade günstiges, aber hoffentlich sehr frisches und hochwertiges Sushi gibt. Wir probieren uns an einem der Restaurants und erhalten eine bunte Auswahl an Nigiri, bei denen wir nicht immer wissen, was wir eigentlich gerade essen... aber es schmeckt sehr gut!

    Zum Abschluss genießen wir den Ausblick auf die Stadt von dem Dachgarten des Zwischenhandelsmarkts. Hier ist es sehr ruhig und entpannt, so dass uns die riesige Großstadt, die uns umgibt, gar nicht hektisch vorkommt. Es gibt in Tokyo so viele Hochhäuser, dass wir eher davon sprechen müssen, "eine" Skyline anstatt "die" Skyline anzuschauen. Viele Gebäude verstecken sich hinter den anderen und aus einer anderen Perspektive würden wir einen sehr unterschiedlichen Ausblick bekommen. Generell lässt sich aber nach unserer bisherigen, kurzen Erfahrung sagen, dass die Menschenmassen sich besser verteilen als wir ursprünglich angenommen hatten. Wir wurden z. B. weder gestern noch heute irgendwo in eine komplett überfüllte U-Bahn gestopft, sondern hatten immer mindestens genug Platz, um bequem stehen zu können. Aber wer weiß, vielleicht gibt es das nur in der Woche zur Rush Hour.

    Nach all dem schauen wir auf die Uhr und bemerken, dass es erst 10:15 Uhr ist und wir noch sehr viel Sightseeing vor uns haben.
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  • Day340

    Zurück in die Zukunft

    May 17 in Japan ⋅ 🌙 21 °C

    Heute, den 16.5., starten wir um 10 Uhr morgens in Honolulu um 8 Stunden später am 17.5. in Tokyo zu landen. Durch das überschreiten der Datumsgrenze haben wir einen 24-stündigen Existenzverlust erlitten, was etwas gruselig ist. Aber es ist etwas beruhigend, dass man aufhören kann in materieller Form zu existieren, ohne dass es wehtut und schließlich hat es uns auf dem Weg nach Französisch Polynesien ja auch zweimal gegeben.

    In Tokyo angekommen stehen wir vor der ersten Hürde - den richtigen Bus oder Zug in die Stadt zu finden und dann auch noch ein Ticket hierfür zu bekommen. Leider sprechen hier unglaublich wenig Leute unglaublich wenig Englisch und auch alle Anzeigen und Schilder sind nur auf Japanisch. Daher geben wir die Chance auf den korrekten Bus und ein Ticket bald auf. Für den Zug finden wir einen Schalter wo die Dame für die lokalen Verhältnisse doch recht gut englisch spricht und zehn Minuten später sitzen wir im Zug Richtung Innenstadt.

    In Tokyo habe wir das großes Glück hier einen Freund zu kennen bei dem wir übernachten dürfen. Als wir die Wohnung betreten, erinnern wir uns wieder daran, wie unglaublich schön es ist eine eigene Wohnung zu haben. Im Vergleich zu unseren Unterkünften der letzten Monate fühlen wir uns wie in einer 5-Sterne Unterkunft 🤩.
    Wir legen unsere Sachen ab und erkunden noch kurz das Viertel, hauptsächlich suchen wir nach Essbarem zum Dinner 😉.
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  • Day338

    Northshore

    May 15 in the United States ⋅ ⛅ 25 °C

    Da wir auf O'ahu kein Auto haben, machen wir auch heute eine Tour unseres Hostels mit. Nach einem kurzen Stopp bei einer weiteren Macadamia-Farm geht es an die Nordküste O'ahus. Zuerst bringt der Fahrer uns noch zu einem Lookout an dem eine alte hawaiianische Tempelanlage bzw. deren Überreste stehen und von welcher man den Waimea Beach, einen der bekanntesten Strände der Nordküste, sehen kann. Wie wir erfahren, wurde dieser Strand künstlich aufgeschüttet 🤔.

    Wieder unten angekommen setzt uns der Fahrer an einem von drei möglichen Spots ab, Sunset Beach, Sharks Cove (hier gibt es eine Menge lokale Foodtrucks) oder Waimea Beach. Wir entscheiden uns für den Sunset Beach, da wir von hier 2 Meilen den Strand entlang zum Sharks Cove gehen und auf dem Weg einen weltweit berühmten Surfspot sehen können. Außerdem haben wir uns ein Mittag an den Foodtrucks dann richtig verdient. Nach unseren Erfahrungen bisher wundert es uns gar nicht mehr, dass wir die Einzigen sind die sich für den Strandspaziergang entschieden haben und alle anderen direkt bei den Foodtrucks ausgestiegen sind 🤷🏻‍♀️.

    Leider können wir den Surfspot heute nur erahnen, da es so gut wie keine Wellen gibt 🙈. Aber die world famous Knoblauch-Shrimps und die Poke Bowl haben wir uns trotzdem verdient 🙂. Gut gestärkt gehen wir weiter zum Waimea Beach wo wir uns noch etwas an den Strand legen und den letzten Strandurlaub für die nächsten Wochen genießen.

    Auf dem Rückweg halten wir noch bei der weltweit ersten Dole Ananasplantage (die Ananas ist hier natürlich unverschämt teuer) und sehen unsere ersten Ananaspflanzen und davon auch noch unglaublich viele verschiedene Sorten 🍍.
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  • Day337

    Makapu'u Lighthouse & Lanikai Beach

    May 14 in the United States ⋅ ⛅ 27 °C

    Gestern war noch einmal Shopping angesagt, da es uns mittlerweile schon unglaublich peinlich ist, in unseren abgetragenen, ausgeblichenen und von Sonnencreme vergilbten Klamotten rumzulaufen. Auf dem Rückweg zu unserem Hostel sind wir den Waikiki Beach entlang gelaufen.

    Heute machen wir eine Tour des Hostels mit und erkunden etwas die Südostküste O'ahus. Wir fahren zum Makapu'u Point machen machen eine kleine Wanderung zum Leuchtturm von Makapu'u, einer der ältesten Leuchttürme der USA. Um zum Leuchtturm zu kommen muss man such mal vom offiziellen Weg abweichen aber von hier oben hat man eine super Aussicht die Ostküste entlang.

    Unser nächster Stopp ist ein Lunchstopp bei einem lokalen Foodtruck der leider geschlossen hat, aber nebenan ist noch ein lokaler Imbiss. In dieser Gegend wollen wir aber lieber nicht zu lange verweilen, es wird uns doch schnell etwas zu lokal. Unser Van und Fahrer werden von einem Obdachlosen mit Steinen beschmissen, sobald wir ausgestiegen sind und an der Tankstelle nebenan lässt eine Frau ihre Wut an einem an der Zapfsäule stehenden Roller aus. Also schnell essen und weg hier.

    Weiter geht es zum Lanikai Beach wo wir erst einen kurzen Hike zu den Pillboxes, alte Militärbunker, machen. Der Aufstieg war kurz, aber steil und hat sich gelohnt. Von hier oben erstrahlt das Meer in allen möglichen Blautönen. Wieder unten angekommen legen wir uns noch eine Weile an den Strand und tanken ein bisschen Sonne ☀️.
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  • Day335

    Pearl Harbor

    May 12 in the United States ⋅ ☀️ 25 °C

    Um 7 Uhr geht es los Richtung Pearl Harbor, um uns den berühmt-berüchtigten, geschichtsträchtigen Ort anzuschauen und mehr über dessen Geschichte zu erfahren. Das Gelände mit einem informativen Rundgang ist kostenfrei zugänglich, jegliche Taschen müssen aber für 5 USD eingeschlossen werden. Es stehen insgesamt vier Touren zur Auswahl, wobei von denen nur eine kostenlos ist.

    Dafür stellen wir uns direkt erst einmal an und bekommen in einem kleinen Kinosaal einen ca. 20-minütigen Film über den Hintergrund des Angriffs auf Pearl Harbor sowie die Ereignisse direkt davor, währenddessen und danach gezeigt. Er ist deutlich informativer und weniger patriotisch als wir zuerst erwartet hatten.

    Mit diesen Infos ausgestattet, geht es dann auf ein Boot für eine kurze Rundfahrt durch den Hafen und insb. die Battleship Row. In diesem Bereich des Hafens lagen die größten Kriegsschiffe der USA, die ein Hauptziel des Angriffs waren und entsprechend stark beschädigt wurden. Unsere Tour widmet sich insb. der USS Arizona, deren Munitionslager getroffen wurde, was zu einer riesigen Explosion mit entsprechend verheerenden Folgen für Schiff und Besatzung verbunden war und als größte Einzeltragödie des 7.12.1941 in Erinnerung behalten wird. Heute liegen noch große Teile des Schiffes an exakt der gleichen Stelle während darüber eine schwimmende Gedenkstätte erbaut wurde. Zu der soll uns das Boot eigentlich auch bringen, sie ist zur Zeit aber nicht begehbar und muss überarbeitet werden.

    Zurück an Land haben wir noch ein wenig Zeit, um den Weg entlang von Info- und Gedenktafeln zu nehmen. Wir haben das Gefühl hier tatsächlich etwas gelernt zu haben und hätten noch deutlich mehr Zeit für die anderen Touren verwenden können, werden aber um 10 Uhr wieder abgeholt.

    Den Rest des Tages verbringen wir noch in der Stadt: In dem riesigen Ala Moana (Shopping-) Center, Downtown (wo heute nichts los ist, weil es nur Bürogebäude gibt), Chinatown und zu guter Letzt Waikiki, wo auch unser Hostel ist. Honolulu ist eindeutig die Hotel- und Shoppinghochburg Hawai'is
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  • Day331

    Die letzten Tage auf Kaua'i

    May 8 in the United States ⋅ ☁️ 25 °C

    Unsere verbleibende Zeit auf Kauai haben wir sehr gemischt wahrgenommen. Einerseits war die Camping-Situation nach wie vor nicht so wie ursprünglich erwartet und wir haben Donnerstag Nacht neben einer Strandparty der Locals verbracht, deren Subwoofer eigentlich in Minuten ihre Autobatterien hätten leeren müssen. Als es endlich anfängt zu regnen, haben wir etwas Hoffnung, dass die Party sich auflöst, das war jedoch nur teilweise der Fall. Bis 5 Uhr morgens links und rechts vom Bass beschallt, versuchen wir also ein Auge zu zu bekommen.

    Andererseits hatten wir auch keine Eile mit unserem Sightseeing und haben einige schöne oder neue Dinge gemacht: So waren wir auf einer Driving Range, um nach dem Minigolf neulich nun auch mal ein paar ordentliche Golfschläge zu üben. Das war auf jeden Fall spaßig und auf dem öffentlichen Platz in Wailua auch sehr günstig, die Schläger haben wir sogar kostenlos zu den Bällen geliehen bekommen. Allerdings sieht der Golfabschlag um einiges leichter aus, als er tatsächlich ist, da ist wohl noch etwas Übung nötig. Zumindest für diejenigen unter uns, die zum ersten Mal einen richtigen Golfschläger in der Hand hatten.

    Wir haben uns seit langer Zeit mal wieder bzw. zum ersten Mal an einem Longboard bzw. kleineren Short- und Pennyboards probiert. Damit sind wir nach einem eher holprigen Start, Teile der schönen Fahrradstrecke an der Küste nördlich von Kapa'a entlanggerollt.

    Außerdem haben wir einen Ausritt an der Küste unternommen. Unsere Pferde waren nicht gerade klein, aber sehr umgänglich und einsteigerfreundlich. Eigentlich wussten sie schon ganz genau, was sie wann zu tun hatten und die aktiven Steuerungsversuche waren eher überflüssig, aber so ist das wohl bei solchen Touren. Trotzdem hatten wir manchmal wortwörtlich das gute Gefühl, die Zügel in der Hand zu halten. Die Landschaft und das gute Wetter haben es für uns zu einem eher angenehmen Spaziergang gemacht, obwohl die Beine alleine wegen der Haltung hinterher ein wenig schmerzten. Und da die Pferde im Westernstyle, also einhändig geritten wurden, haben wir jetzt noch etwas Cowboy bzw. -girl Erfahrung gemacht 🙂.

    Zu guter Letzt haben wir am Freitagabend noch einmal lecker mit Howard, Michele, Boby und JoEllen (den beiden Paaren aus Chicago) gegessen und getrunken (wir mussten ja nicht mehr fahren). 😉 Es war eine tolle und interessante Begegnung und vielleicht verschlägt es uns ja mal wieder in die USA zu einem Besuch.

    Leider haben wir auch unsere erste Erfahrung damit gemacht, in den USA zum Arzt zu gehen. Wir haben versucht es möglichst lange hinauszuschieben, da wir von den weitverbreiteten ewigen Wartezeiten und hohen Rechnungen etwas Bammel hatten. Auch ist die Ärztesituation ganz anders als in Deutschland. Es gibt keine richtigen Arztpraxen sondern Urgent Cares und Emergency Rooms. Leider lässt es sich nun aber nicht mehr weiter aufschieben und wir gehen zur Urgent Care, was unseren Hausarztpraxen am nächsten kommt. Und so schlimm wie befürchtet war es dann auch gar nicht. Nach nur einer Stunde Wartezeit, 10 Minuten Behandlung und ca. $400 ärmer verlassen wir mit einem Rezept die Praxis. Zum Glück haben wir eine Versicherung, von der wir das Geld hoffentlich wieder bekommen.

    Trotz allem freuen wir uns jetzt auf den Flug und vor allem unsere feste Unterkunft in Honolulu, der Hauptstadt des Staates Hawaii.
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  • Day330

    Hanalei

    May 7 in the United States ⋅ 🌙 21 °C

    Aus gesundheitlichen Gründen waren die letzten Tag eher entspannt und wir haben etwas Zeit damit verbracht, unsere Elektrogeräte bei Starbucks aufzuladen 😇.

    Heute Mittag machen uns dann auf den Weg nach Hanalei, wo wir uns mit zwei Paaren aus Chicago, die wir auf Molokai kennengelernt haben, zum Abendessen treffen wollen. Auf dem Weg prüfen wir noch einen Strand auf Übernachtungstauglichkeit und spielen eine Runde Minigolf in einem botanischen Garten. Im Kīlauea Point National Wildlife Refuge treffen wir zufällig die zwei Paare und nach dem Anblick unseres Vans bieten sie uns an, dass wir bei ihnen im Resort duschen können. Mit Shampoo 😯😀. Wir hoffen, dass es nicht an unserem Geruch lag 🤷🏻‍♀️ aber wir nehmen dankend an, die letzten Tage wurde nämlich nur im Meer und an den Outdoorduschen am Strand geduscht.

    Wie neu geboren 🚿 machen wir uns alle auf den Weg nach Hanalei und essen im Tahiti Nui. Wir haben ziemlich Glück mit unserer Ankunftszeit, 20 Minuten später hat sich nämlich schon eine lange Schlange gebildet. Seitdem Geoge Clooney in "The Descendants" in dieser Tiki Bar saß, können sich die Besitzer nicht mehr über mangelnde Kundschaft beschweren. Dass das andere Lokal in dem Ort heute geschlossen hat, macht es nicht besser.

    Wir genießen den Abend bei Livemusik und dem ein oder anderen kühlen Getränk, bevor es wieder zu unserem Van in den nahegelegenen Beach Park geht.
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