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- Day 24
- Thursday, April 6, 2023 at 11:53 AM
- ☀️ 12 °C
- Altitude: 295 m
ItalyMonte Saraceno38°23’27” N 14°57’59” E
Vulcano, der Name ist Programm

Für heute Morgen haben wir zwei uns ein Boot gechartert, das uns auf die benachbarte Insel Vulcano bringt. Der Tripp bei ruhigerem Wellengang dauert weniger als eine halbe Stunde. Für organisierte Ausflüge ist es noch zu früh, außerhalb der Saison. Man hätte auch die regelmäßig verkehrende Fähre nehmen können, aber so ist es bequemer. Das Boot holte uns am späteren Nachmittag auch pünktlich gegen 17 Uhr wieder ab. Quasi ein Taxi übers Meer. Auf die Entfernung gerechnet, günstiger als jede Taxifahrt bei uns.
Als wir ankommen ist nur wenig auf Vulcano los, auf der gesamten Insel leben nur etwa 550 Menschen. Zurzeit ist nahezu alles noch geschlossen, an vielen Stellen wird gebaut und renoviert für die kommende Saison. Generell sind die Liparischen Inseln vom Massentourismus verschont, gibt es doch auf keiner der sieben größeren Inseln einen Flughafen. Also ist das Herkommen aufwändiger, per Flug etwa nach Catania, per Bus oder Taxi dann 160 km nach Milazzo und weiter geht es mit der Fähre. Das schützt vor überbordenden Touristenströmen auch in der Saison. Dennoch dürften im Sommer die schönen, schwarzen Sandstrände gut besucht sein.
Hier lebt man von Wein-und Olivenanbau, Hühnern, Ziegen und Schafen, also von der Landwirtschaft und natürlich zunehmend vom Tourismus. Und warum wir jetzt herkommen, kann man schon beim Anlanden riechen, wie überall auf der Insel. Es riecht stellenweise recht streng nach Schwefelwasserstoff, also faulen Eiern. Auch bei kräftigerem Wind. Der Grund dafür sind zahlreiche Fumarole, aus denen eben diese Gase aufsteigen. Ist Vulcano doch – wie der Name schon sagt – ein aktiver Vulkan.
Die Insel besteht vorwiegend aus eben diesem Vulkan, der 391 m aus dem Meer herausragt. Das Besteigen ist seit zwei Jahren aus Sicherheitsgründen verboten, zu viele toxische Gase. Die strömen auch nahe dem Hafen aus dem Erdboden, so dass sich die Felsformationen gelb gefärbt haben. In einem größeren Schwefelpfuhl suhlen sich Besucher – respektive suhlten sich. Denn das Schlammbad ist seit einiger Zeit geschlossen, was aber nicht unbedingt ein Hindernis ist. Der warme schwefelhaltige Schlamm soll bei Hauterkrankungen helfen, und bei Arthrose und Gelenkerkrankungen.
Erst seit dem 17. Jh. ist Vulcano besiedelt, vorher hat man die Insel wegen den Vulkanausbrüchen gemieden. Der letzte größere fand 1888 statt. Die Bewohner konnten sich damals auf Schiffe retten, Strafgefangene jedoch, die in den Schwefelminen arbeiten mussten, kamen ums Leben. Der Ausbruch dauerte bis März 1890 und hatte einen teilweise explosiven Charakter. Noch heute stellt der Vulkan eine Bedrohung dar, das sieht man überall auf der Insel in Form von Hinweisschildern, die Evakuierungsrouten vorgeben. Zudem findet sich am anderen Ende der Insel ein kleiner Notfallhafen. Die Menschen leben hier schon sehr nah am Krater. Auch deshalb überwacht man die Insel an zahlreichen Stellen, um einen Ausbruch rechtzeitig vorherzusagen und die Bewohner und Besucher evakuieren zu können. Dass irgendwann ein größerer Ausbruch bevorsteht, ist Vulkanologen ziemlich klar. Man weiß nur nicht wann.
Wir haben uns nach einem kurzen Rundgang durch den Ort einen Fahrer mit Auto geschnappt (oder er uns) und die Insel umfahren. So kann man sich einen besseren Eindruck verschaffen. Ursprünglich wollte ich eigentlich ein Quad mieten, aber dafür war es schlicht zu kühl. Als wir zurückkamen war etwas mehr los. Hatten doch einige Autofähren aus Palermo und Catania angelegt.
Auf Vulcano gibt es weder Quellen noch Bäche. Man sammelt Regenwasser, das jedoch über den Sommer für die Touristen nicht ausreicht. Also bringt man das Trinkwasser mit dem Schiff. Wir fanden auf Empfehlung des Fahrers zudem eine sehr gute, etwas abseits gelegene Gaststätte von Mauricio, er hat sich auf Pasta spezialisiert. Der versteht sein Handwerk, molto buono. Abends, nach der Rückkehr nach Lipari kam mir noch ein Barbier in die Quere, der den Wildwuchs der letzten vier Wochen professionell stutzte. Alles in allem ein gemütlicher und ruhiger Tag - nach dem gestrigen auch notwendig.Read more