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- Day 2
- Wednesday, March 15, 2023 at 6:30 PM
- 🌙 11 °C
- Altitude: 311 m
ItalyMuseo Etnografico G. Pitrè38°4’53” N 13°17’22” E
Angekommen in Palermo

Wir sind Richtung Sizilien unterwegs. Mit dem Auto geht es 680 Kilometer ereignislos nach Genua, sind somit über drei Stunden zu früh am Hafen. Wir haben für die Fähre Priority Boarding gebucht, also fahren wir als letzte auf das Schiff. Sprich, noch einmal zwei Stunden Wartezeit, bis alle Trailer, Trucks und Autos an Bord sind. Hat aber einen großen Vorteil, in Palermo fahren wir als erste vom Schiff, first in – last out.
Die Schifffahrt ist ebenfalls ereignislos und ruhig, wir kommen gegen 17.30 Uhr am Folgetag etwa zwei Stunden früher in Palermo an. Runter vom Schiff und gleich das erste „Abenteuer“, die neun Kilometer bis zu unserem Bed & Breakfast in Monreal. Es herrscht Berufsverkehr, für sechs Kilometer durch Palermo benötigen wir 90 Minuten. Die Verkehrsverhältnisse sind chaotisch - aus unserer Sicht. Sie würden bei den meisten Deutschen - besonders mit dem eigenen Auto – mehr als Schweißausbrüche hervorrufen. Nur hier funktioniert es. Also schnell anpassen und mitschwimmen. Drei Autoreihen auf zwei Spuren, dazwischen unzählige Roller und Mopeds links und rechts durch die Lücken, ab und zu mal auf der Gegenspur gefahren, Kreuzungen spielen keine Rolle und werden blockiert. Schnell die Parksensoren deaktiviert, weil sie permanent Kollisionswarnungen aus allen Richtungen lautstark signalisierten. Nervt. Man fährt halt oft nur mit zehn Zentimeter Abstand. Palermo gilt als die stauträchtigste Stadt Italiens und gehört auch europaweit zur Spitze. Laut einem Artikel des Tagespiegels sei das größte Abenteuer Siziliens nicht auf den Ätna zu klettern, es sei das Autofahren speziell in Palermo und wer das auch noch im Berufsverkehr mache, sei mit großer Wahrscheinlichkeit lebensmüde. „Was man bei uns in Deutschland Drängler nennt, nennt man in Sizilien einen ganz normalen Fahrer.“ Wo keine Regeln gelten, mache man die in Sizilien eben selbst, zumindest auf der Straße.
Wir haben den Höllenschlund Palermo verkehrstechnisch dennoch unbeschadet überstanden. Werden künftig aber gewisse Zeiten meiden. Nicht wegen der Fahrweise, kann man sich anpassen, sondern wegen der Zeit, die verloren geht.
Unser Bed & Breakfast haben wir gleich gefunden, zu Fuß den Berg hinauf noch ein gutes italienisches Menu und etwas Wein genossen, morgen fängt der eigentliche Urlaub mit der Besichtigung von Monreal an.Read more
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- Day 3
- Thursday, March 16, 2023 at 10:26 AM
- ☀️ 12 °C
- Altitude: 313 m
ItalyCivica Galleria D'arte Giuseppe Sciortino38°4’54” N 13°17’28” E
Normannische Pracht - Monreale

Heute fahren wir in den Westen der Insel zu den Salinen bei Trapani. Gerade mal 110 Kilometer. Vorher aber besichtigen wir natürlich Monreale, mithin das wichtigste Kirchenbauwerk aus normannischer Zeit. Die Mosaiken in den Gebäuden sollen zu den bedeutendsten Kunstschätzen ganz Italiens gehören, mithin gehört ein Besuch des Ortes zum Pflichtprogramm eines jeden Sizilienreisenden. Erbaut wurde die Anlage von Wilhelm II, für die Mosaiken beschäftigte er die besten griechischen Mosaizisten und Geld spielte keine Rolle. Die Mosaiken zeigen Episoden aus dem alten und neuen Testament, Geschichten, die so den Menschen aus dem 12. Jahrhundert nahegebracht wurden. Ein Mosaik zeigt natürlich Wilhelm II, wie Christus ihm die Krone Siziliens überreicht. Zusammen bedecken die Mosaiken auf Goldgrund eine Fläche von etwa 6300 Quadratmeter. In einem Seitenschiff finden sich zudem die prächtigen Sarkophage von Wilhelm I und II.
Direkt neben den Dom liegt sich das ebenfalls von Wilhelm gegründete Benediktinerkloster. Besonders prächtig ist hier der Kreuzgang mit seinen 228 Säulenpaaren, keines gleicht dem anderen. Zeit bleibt auch noch für den Besuch des Dommuseums und für den Aufstieg die 180 Stufen hoch auf das Dach des Doms. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über Palermo.Read more
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- Day 3
- Thursday, March 16, 2023 at 1:42 PM
- ☀️ 15 °C
- Altitude: 300 m
ItalyTempio di Segesta37°56’29” N 12°49’59” E
Auf griechischen Spuren

Auf dem Weg nach Trapani machen wir dann einen längeren Stopp bei Segesta. Auf einem Hügel mitten im Grünen findet sich ein wenig besuchtes Ausgrabungsgelände mit den Resten eines gut erhaltenen dorischen Tempels und einem Theater einer einst mächtigen griechischen Stadt. Laut dem antiken Geschichtsschreiber Thukydides soll sie von den Elymern gegründet worden sein, die den Trojanern angehörten. Nach dem Fall Trojas flohen sie zusammen mit Aeneas aus der Stadt.
Kurz darauf erreichen wir dann unser Domizil nahe den Salinen von Trapania, wieder ein B&B, diesmal bleiben wir zwei Tage. Abends noch ein Drohnenflug über die Salinen und die Küste und eine kurze Stadtrundfahrt durch Trapani, bis wir den Tag in einem Fischrestaurant am Ufer enden lassen.Read more
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- Day 4
- Friday, March 17, 2023 at 9:32 AM
- ☀️ 13 °C
- Altitude: 4 m
ItalyMuseo del sale37°58’60” N 12°29’50” E
Die Salinen von Trapani

Heute morgen geht es zuerst zu den Salinen, nahe unserer Unterkunft gelegen. Schon seit 3000 Jahren gewinnt man hier Meersalz, im Mittelalter war es die wichtigste Einnahmequelle des westlichen Siziliens. Dabei hat sich der Abbau die letzten Jahrhunderte über kaum geändert, man gewinnt es in einzelnen Becken, in denen Meerwasser verdunstet. In einem 300 Jahre alten Gebäude, dem Salinenmuseum erfährt man viel über die hiesige Salzgewinnung. Für hier typische Windmühlen sieht man überall inmitten den Salzfeldern. Sie dienen zum Mahlen des Salzes und pumpen das Wasser von einem Becken in ein anderes. Was heute eher eine elektrische Pumpe erledigt, denn immer noch wird hier das Salz gewonnen. Derzeit ruht aber der Betrieb, abgebaut wird das Salz vom späteren Frühjahr an bis in den Sommer.
Zugleich ist das ganze Areal mit den Salzfeldern ein Naturschutzgebiet. Sind die Salinen rund um Trapani doch eines der letzten Feuchtgebiete für europäische Zugvögel, bevor sie den Flug nach Afrika antreten. Auch Flamingos lassen sich aus der Ferne beobachten.Read more
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- Day 4
- Friday, March 17, 2023 at 11:16 AM
- ☀️ 13 °C
- Altitude: 668 m
ItalyErice38°2’25” N 12°35’5” E
Enrice - ein einst heiliger Ort

Rund 18 km weiter liegt der Ort Enrice. Auf dem Weg dorthin müssen wir durch die Altstadt von Trapani, Umgehungsstrassen gibt es hier nicht. Aber man gewöhnt sich schnell an die hiesigen Verkehrsverhältnisse und Fahrweise. Enrice liegt hoch oben auf einem Kalkfelsen in 750 m Höhe nahe dem Meer. Steil fallen die Felsen zum Meer und Trapani hin ab. Bewohnt war die Gegend schon in vorgeschichtlicher Zeit, in der Antike hieß die Stadt Eryx, nach einem Sohn der Liebesgöttin Aphrodite und des Argonauten Butes. Er herrschte im Westen Siziliens.
Kopfsteinpflaster, enge Gassen, schöne Innenhöfe, grüne Parks, zahlreiche Kirchen und sogar eine Kathedrale zeichnen den Ort aus, auch zwei alte Burgruinen finden sich. Die sind aber derzeit wegen Renovierung geschlossen. Enrice soll einer der schönsten Orte der Insel sein. Bei schönem Wetter kann man bis zum Ätna und auch nach Tunesien sehen, heute ist es aber zu diesig. Im Sommer ist Enrice völlig überfüllt, derzeit ist wenig los. Dafür ist es hier oben momentan recht windig und frisch. An sonnigen und windgeschützten Stellen lässt sich dennoch in einem der zahlreichen Cafe´s gemütlich ein Espresso schlürfen sowie Mandelgebäck und -kuchen genießen, eine Spezialität dieser Region.Read more
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- Day 5
- Saturday, March 18, 2023 at 11:00 AM
- ⛅ 15 °C
- Altitude: 28 m
ItalyPlaya Lido Zabbara37°35’4” N 12°50’11” E
Selinus - einst eine prächtige Stadt

Tag 06, Samstag: Es geht rund 200 Kilometer südöstlich nach Agrigento zum berühmten Tal der Tempel. Dessen Besuch steht aber erst morgen an. Dennoch gibt es heute griechische Ruinen zu sehen, liegt auf dem Weg doch Selinunte (gr. Selinus), die Reste einer griechischen Siedlung mit Blick auf das Meer. Es muss einst eine sehr wohlhabende und größere Stadt gewesen sein, um 650 v. Chr. von griechischen Kolonisten gegründet. Davon zeugen etwa die Überreste dreier Tempel im östlichen Bereich und eine Akropolis sowie eines Markplatzes. Alles verstreut über ein großes Areal, so dass man am besten einen Elektrobus zu den einzelnen Stätten nimmt. Vieles liegt dabei noch unter der Erde.
Restauriert hat man im östlichen Bereich um 1950 den Tempel der Hera, ein beeindruckendes Bauwerk. Doch wenn man vor dem Trümmerhaufen des einstigen Zeus-Tempes steht, dürfte der Hera-Tempel einst im Vergleich recht klein gewesen sein. Die Abmessungen des Zeus-Tempels betrugen rund 110 x 50 m, dessen Höhe etwa 16 m. Steht man neben Resten der Säulen, kommt man sich recht klein vor. Allein deren Durchmesser dürfte deutlich über drei Meter betragen haben. Erbaut wurde der Tempel zwischen 520 und 480 v. Chr., zerstört haben die gesamte Stadt 100.000 Karthager um 409 v. Chr. Ein Erdbeben im Mittelalter gab ihr dann den Rest, in den 1920-Jahren begannen die Ausgrabungen, die bis heute andauern. Ein Stück entfernt finden sich die Überbleibsel der Akropolis mit Mauerresten, Straßen, Läden und Häusern sowie die Ruinen von fünf weiteren Tempeln.
An das Fahren nach sizilianischer Art haben wir uns bereits gewöhnt. Nur dass, wenn man statt 50 km/h nur 80 oder 90 km/h fährt und dann ein Verkehrshindernis darstellt welches permanent überholt wird, daran noch nicht ganz. Kommt aber auch noch. Überholt wird auch innerhalb von Ortschaften, wenn es nicht gerade durch enge und verwinkelte Alstadtgassen geht. Wobei gefühlt viele Geschwindigkeitsbeschränkungen außerhalb von Ortschaften eher gewürfelt als bewusst aufgestellt wurden. Es gilt, wo keine Regeln gelten (oder niemand kontrolliert), am besten nach Gefühl fahren und sich anpassen. Rote Ampeln werden jedoch respektiert, das Rechtsfahrgebot weniger, aber man nimmt Rücksicht untereinander. Immer wieder führen auch Hauptachsen direkt durch die Städte, nicht selten mitten durch die verwinkelte Altstadt in Form von Einbahnstraßen. Umgehungen gibt es eigentlich nicht.
Kurz vor dem Ziel finden sich noch einmal ein paar römische Ruinen in Eraclea Minea, ein kurzer Stopp, wir sind sowieso zu früh dran. Gegen 16 Uhr erreichen wir dann unser Domizil, wieder ein Bed & Breakfast, mit Blick auf das Tal der Tempel. Wunderbar gelegen und auch ein sehr schönes Zimmer mit Terrasse.Read more
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- Day 6
- Sunday, March 19, 2023 at 5:45 PM
- ☁️ 14 °C
- Altitude: 89 m
ItalyTemple of Concordia37°17’23” N 13°35’32” E
Valle dei Templi - ein Muss auf Sizilien

Den heutigen Tag haben wir ganz dem Tal der Tempel in Agrigento gewidmet. Nur ein paar Meter von unserer Unterkunft entfernt, vom Dach des Hauses können wir fast das ganze, etwa 1300 Hektar große Areal überblicken. Der Concordia-Tempel hier auf dem Gelände zählt zu den am besten erhaltenen Tempeln der griechischen Antike. Der Grund dafür, man weihte ihn im 6. Jahrhundert in eine Kirche um. Das schützte ihn vor weiterem Verfall, zudem diente er fortan nicht mehr als Steinbruch. Deswegen ist das Tal seit 1997 auch Weltkulturerbe der Unesco, man zählt bis zu 600.000 Besucher pro Jahr.
Akragas, wie Agrigento zu griechischen Zeiten hieß, wurde um 582 v. Chr. gegründet und entwickelte sich schnell zu einer blühenden Metropole. So entstanden neun monumentale Tempel hier auf einem Plateau von 2,2 x 1,6 km unterhalb der eigentlichen Stadt. Deswegen Tal der Tempel – auch wenn sie auf einem Höhenzug stehen. Schon Mitte des 18. Jahrhunderts gehörten die archäologischen Stätten von Agrigent für viele zu einem festen Bestandteil einer Bildungsreise nach Süditalien. Auch Johann Wolfgang von Goethe schildert in seinem Werk Italienische Reise seinen Besuch hier.
Der einstige Reichtum der Stadt beruhte auch auf die in der Schlacht von Himera gewonnenen Kriegsbeute - der Tyrann Theron vernichtete damals die Truppen der Karthager - und den als Sklaven arbeitenden Kriegsgefangenen sowie Reparationen, die Karthago zu zahlen hatte. Erst nach dem Tod Therons wurde Akragas zu einer Demokratie und profilierte sich durch Handel. In der Blütezeit der Stadt sollen 200.000 Einwohner hier gelebt haben. Das vorläufige Ende kam 406 v. Chr., als die Karthager die Stadt eroberten. Nach einiger Zeit der relativen Ruhe zwang Karthago die Bewohner mit in den Kampf gegen Rom, was letztendlich nach einigem Hin und Her zu ihrer endgültigen Zerstörung 210 v. Chr. führte. Ein Erdbeben im Mittelalter gab ihr dann den Rest.
Wir fokussierten uns nur auf die Highlights, ließen manche Bereiche außen vor. Dennoch benötigten wir mehr als einen halben Tag, legten runde sieben Kilometer in dem weiträumigen Gelände zurück.
Mitten im Park findet sich in einer Schlucht mit einem Bach zwischen Schilf zudem der Giardio della Kolymbethra, ein fünf Hektar großes Gartenareal zwischen steilen Tuffwänden. Die Ursprünge des Gartens gehen auf die Zeit der Griechen zurück. Heute wird der Zitrushain von einer gemeinnützigen Organisation erhalten und gepflegt, hier wachsen Zitronen, Orangen, Mandarinen, Klementinen, Pampelmusen und Bitterorangen aber auch Oliven, Mandeln, Pistazien, Feigen und vieles mehr. Einige Gläser Marmelade und Brotaufstrich für Deutschland durften dann auch noch mit.Read more
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- Day 7
- Monday, March 20, 2023 at 12:54 PM
- ☁️ 15 °C
- Altitude: 937 m
ItalyCastello di Lombardia37°34’7” N 14°17’11” E
Einst das größte normannische Kastell

Heute geht es Richtung Nordosten nach Piazza Amerina, gerade mal 120 km entfernt. Auf dem Weg liegt quasi in der Mitte Siziliens die Stadt Enna, hier machen wir einen längeren Stopp. Der Grund dafür, die Überreste des einst größten normannischen Kastells Siziliens, dem Castello di Lombardi. Von dem höchsten Turm des Castells hat man Sicht bis zum Ätna oder zum Mittelmeer, normalerweise. Es ist aber recht windig und wir bewegen uns mehr oder minder in den Wolken, sind hier rund 1000 m hoch. Zwischendurch reißt die Wolkendecke etwas auf, man hat Sicht auf die umliegende, schöne Landschaft, auf Olivenhaine und die Städte und Dörfer ringsherum, die sich teilweise regelrecht an die Bergspitzen klammern.
Von der Burg sind noch Mauern vorhanden, einige Gebäude und sechs der ursprünglich 20 Türme. Den Bau schreiben Historiker Friedrich II im 12. Jahrhundert zu, auf den Ruinen einer ehemals arabischen Festung. Die Burg umfasst rund 27.000 Quadratmeter, ist mithin eine der größten Europas.
Weiter geht es die restlichen 40 Kilometer zu unserem nächsten Domizil, auch hier bleiben wir zwei Tage. Die Fahrt ist ergebnislos, nur stellen wir auch an diesem Tag mal wieder fest, wie ausgewürfelt und sinnlos manche Geschwindigkeitsbeschränkungen sind. Auf einer autobahnähnlich ausgebauten, sehr guten vierspurigen Straße sind die üblichen 110 km erlaubt, die ersten 20 Kilometer. Dann nur noch 50 km/h für die restlichen zehn Kilometer. Warum auch immer, keine Ortschaft in der Nähe, kein Grund ist ersichtlich. Das haben wir schon häufiger festgestellt. Mit dem Ergebnis, dass sich niemand, wirklich niemand auch nur annähernd daran hält – auch die Gendarmerie nicht, die wir mal sahen. Ich fahre um die 90, damit mir die einzelnen Lastwagen nicht auf dem Kofferraum kleben. Und werde von jedem PKW mit geschätzten 110 bis 140 km/h überholt. Wohlgemerkt, bei erlaubten 50. Nachdem mich dann die ersten Busse überholen, fahre ich auch die 100 km/h um mit ihnen mitzuschwimmen. Generell muss man des Öfteren die Geschwindigkeitsbeschränkungen etwa mal 2 nehmen, um kein Verkehrshindernis darzustellen. Polizeikontrollen haben wir bis dato kaum gesehen. Die Strafen für Verkehrsübertretungen sind in Italien deutlich höher als in Deutschland. Außerorts mehr als 40 km zu schnell kosten den Führerschein für einen bis drei Monate und 532 bis über 2000 €. Scheint in Sizilien aber etwas anders zu sein – oder es interessiert niemanden. Zu langsames fahren kann auch über 100 € kosten. Dennoch wurde ich bis dato so oft überholt, wie wahrscheinlich im meinem ganzen Leben noch nicht. Innerorts, im Überholverbot, an Baustellen, Kreuzungen, egal wo. Also anpassen und mitschwimmen.
Was auch auffällt, die Parkbuchten an den größeren Straßen und die Straßenränder selbst dienen anscheinend zur Entsorgung des Mülls. Säckeweise liegt er hier rum, wie es aussieht, manches auch schon lange, stört niemanden. Es gibt Parkbuchten, die sehen aus wie kleine Mülldeponien. Nicht besonders schön.Read more
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- Day 8
- Tuesday, March 21, 2023 at 10:05 AM
- ⛅ 13 °C
- Altitude: 539 m
ItalyVilla Romana del Casale37°21’60” N 14°20’2” E
Das Leben der Reichen

Den heutigen Morgen verbringen wir in der Villa Romana del Casale, deswegen kommt man nach Piazza Armerina. Die Villa entstand wohl im 3. und 4. Jahrhundert, war das Haupthaus eines weitläufigen Anwesens. Aufgrund der Größe gibt es mehrere Vermutungen, wer der Erbauer gewesen sein könnte. Das reicht vom Sohn des Kaiser Maximilian (285 – 305 n. Chr.) namens Maxentius bis zu einem Großhändler von Wildtieren. Heute vermutet man den Gouverneur von Sizilien und Konsul Populonius als Besitzer der prächtigen Villa. Später nutzten sie arabische und normannische Herrscher, sie verlor viel von ihrem Glanz. Im 12. Jahrhundert gab man sie nach einem Erdrutsch auf. Wieder entdeckt wurde sie 1761 und im Jahr 1808 begannen die ersten Ausgrabungen, die man in den 1920er-Jahren abschloss. Seit 1997 ist die Villa Weltkulturerbe der Unesco.
Berühmt ist das Gebäude wegen den wunderbar erhaltenen Bodenmosaiken, die wirklich einmalig sind. Auf über 3500 Quadratmetern Fläche erzählen sie Geschichten aus damaligen Zeiten, quasi ein Mikrokosmos des Lebens der Reichen. Sie sollen zu den schönsten Mosaiken der römischen Antike gehören. Dass sie so gut erhalten sind, dafür sorgte der Erdrutsch, der Decken und Wände einstürzen ließ und die Mosaiken unter Schutt begrub und so konservierte.
Mit am beeindruckendsten ist sicherlich der 65 m lange Gang mit den Mosaiken der großen Jagd. Hier lassen sich die verschiedensten Jagdszenen zu Lande und im Wasser betrachten. Und mit am berühmtesten sind wohl die Bikini-Mädchen beim Ballspiel. Von wegen, dass der Bikini eine Erfindung des 20. Jahrhunderts wäre. Ansonsten sollte man unbedingt zwei Stunden einplanen, es gibt so viel zu sehen, dass man es mit Worten nur schwer beschreiben kann.
Von dem Gebäude ist nur recht wenig erhalten, die Mosaiken werden durch Schutzbauten mit erhöhten Fußgängerstegen geschützt, die in etwa die Form der Villa teilweise nachbilden. In den 60er-Jahren schützte man sie unter Plexiglas, bei über 40° C und einer Luftfeuchtigkeit von über 80 % im Sommer waren sie dadurch jedoch ernsthaft gefährdet. Doch lassen wir am besten die Bilder sprechen.Read more
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- Day 9
- Wednesday, March 22, 2023 at 10:39 AM
- ☁️ 15 °C
- Altitude: 538 m
ItalyPiazza San Francesco D'Assisi37°13’57” N 14°31’0” E
Caltagirone - die Hauptstadt der Keramik

Heute brechen wir zu unserem nächsten Domizil in Avola im Osten auf. Es sind gerade mal rund 150 Km bis zu unserem Chiuso Di Carlo Agritourismo. Agritourismo bedeutet, dass landwirtschaftliche Betriebe Zimmer und Ferienhäuser vermieten, als Nebenerwerb – sprich Urlaub auf dem Bauernhof. Wobei, unsere Unterkunft nahe Avola ist mit eine der besten und komfortabelsten die wir bis dato hatten. Alles neu gebaut, auf der Terrasse haben wir sogar einen eigenen Whirlpool. Der ist aber der frühen Jahreszeit geschuldet noch außer Betrieb. Hier bleiben wir fünf Nächte, Ausgangspunkt für einige Rundtouren in die Berge mit dem Auto sowie Besuche der nahegelegenen Städte Syracusa und Noto.
Auf dem Weg dorthin machten wir zudem einen längeren Halt in Caltagirone, der Keramikhauptstadt Siziliens. Der Stadtname setzt sich zusammen aus den arabischen Wörtern kalat für Kastell und ghiran für Keramikgefäße. Rund um die Stadt findet sich hochwertiger Ton, mit dem die Gefäße hergestellt werden. Vieles ist auch heute noch Handarbeit, es findet sich dazwischen aber auch industriell hergestellte Ware. Keramiken begleiten einen durch die ganze Stadt, seien es Straßenschilder, Fresken im Mauerwerk, Straßenlaternen, ein Keramikmuseum, Bänke und natürlich unzählige Geschäfte, die Keramiken anbieten. Auffallend sind die vielen Männer- und Frauenköpfe, die einem überall begegnen. Besonders eindrucksvoll ist eine Freitreppe im Zentrum, die Scalinata Santa Maria del Monte. 142 Stufen führen zur gleichnamigen Barockkirche hinauf. Jede Stufe ist mit weißen, blauen und grünen Kacheln verziert.Read more
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- Day 10
- Thursday, March 23, 2023 at 10:43 AM
- ☁️ 16 °C
- Altitude: 14 m
ItalyAntico mercato di Ortigia37°3’55” N 15°17’35” E
Syrakus - Schmelztiegel der Kulturen

Teil I Ortygia: Heute steht den ganzen Tag die Stadt Syrakus auf dem Programm. Genauer gesagt, die Altstadt Ortygia, auf einer durch zwei Brücken mit dem Land verbundenen Insel von etwa einem Kilometer Länge und 500 m Breite gelegen sowie der archäologische Park der Stadt Syrakus. Was will man sagen, Ortygia ist mit Abstand die bisher schönste und interessanteste Stadt auf der Reise, hier herrscht quirliges buntes Treiben, natürlich chaotischer Verkehr, wunderbar restaurierte barocke Gebäude wetteifern mit verfallenen Bauwerken und viel Patina, zu finden sind zudem natürlich ein Dom, ein Kastell, zahlreiche Läden mit Kunst und Krempel und viele Restaurants und Cafés.
Mittendrin liegt ferner ein großer Platz mit den Ruinen des Dorischen Apollotempel, ist die Stadt doch eine griechische Gründung aus 733 v. Chr. Einer der berühmtesten antiken Bewohner dürfte wohl der griechische Mathematiker, Physiker und Ingenieur Archimedes gewesen sein, er soll 287 v. Chr. hier geboren worden sein. Und ist auch in Syrakus 212 v. Chr. gestorben. Er wurde nach dem Fall der Stadt im zweiten punischen Krieg gegen Rom durch einen Legionär getötet, obwohl Feldherr Claudius Marcellus ihn unbedingt lebend gefangen setzen wollte.
Besichtigt man den Dom, sieht man auch hier die Reste der Antike. Er ist auf dem Fundament des Athena-Tempels erbaut, die dorischen Säulen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. hat man gleich mit in die Kathedrale integriert.
Nach dem Erdbeben von 1693 wurde die Stadt im Stil des Barocks wieder aufgebaut, zahlreiche prunkvolle Gebäude erinnern daran. Abseits der größeren Plätze herrscht sizilianische Enge. Schmale, dunkle Gassen trennen die mehrstöckigen Gebäude.
Am Inselende lohnt noch ein Besuch des von Friedrich II um 1239 erbaute Castello Maniace.Read more
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- Day 10
- Thursday, March 23, 2023 at 4:51 PM
- ⛅ 17 °C
- Altitude: 20 m
ItalyOrecchio di Dionisio37°4’33” N 15°16’33” E
Der Park der Neapolis

Später am Nachmittag sind wir zum etwa zwei Kilometer entfernten archäologischen Park der Neapolis gefahren. Hier findet sich das Teatro Greco von Syrakus aus dem 5. Jh. vor Christus, mit einem Durchmesser von knapp 140 m einst eines der größten griechischen Theater. Derzeit arbeiten gerade Bühnenarbeiter, die steinernen Sitzflächen sind durch Holzkonstruktionen abgedeckt, auch heutzutage wird das Theater wie einst noch genutzt.
In hellenistischer Zeit wurden große Theateraufführungen, Tragödien und Komödien, aufgeführt. Zu römischen Zeiten rüstete man das Areal für Gladiatorenkämpfe um. Zudem bauten die Römer ein weiteres Amphitheater, dessen Reste sich ebenfalls besichtigen lassen. Mit einer Länge von 140 m und 119 m Breite gehörte es zu den großen Amphitheatern. Es hatte zwei Zugänge und im Untergrund zudem die Möglichkeit, Teile zu fluten, um neben Gladiatoren- und Tierkämpfen auch Seeschlachten auszutragen.
Besonders beeindruckend sind zudem die Latomia del Paradiso, der Steinbruch, aus dem man den Kalkstein für den Bau des griechischen Theaters gewann. Dazu grub man riesige Höhlen, um den Kalkstein herauszuschneiden. Eine davon, das Ohr des Dionysios, ist etwa 65 m lang und 23 m hoch. Aufgrund der Form der Grotte (in etwa wie ein Gehörgang) wirkt sie wie ein Verstärker.
Besichtigen lässt sich u. a. auch die Nymphengrotte, eine Quelle oberhalb des Theaters, die die Stadt Anfangs mit Wasser versorgte oder der Altar Herons II, Zeus gewidmet. Man sieht nur die Fundamente, die aber haben es mit einer Länge von 200 m und 23 m Breite in sich. Zudem soll sich im Gelände das Grab des Archimedes befinden, genaueres weiß man aber nicht.
Und wer kennt es nicht, das Damoklesschwert, das man in einer scheinbar harmlosen Situation über dem Kopf schweben fühlt, erstmals erzählt vom Geschichtenschreiber Cicero aus Syrakus. So sei Damokles ein Untergebener des Tyrannen Dionysios I von Syrakus gewesen, ein als neidischer Charakter beschriebener Geselle. Für ihn musste der Tyrann – steht übrigens aus dem griechischen für Alleinherrscher, erst später wurde dieser Begriff negativ besetzt - ein glücklicher Mensch sein. Verfügt er doch über viel Macht und Reichtum.
Also bot Dionysios dem Damokles an, seine Macht für einen Tag zu übernehmen. Was er sehr gerne tat. Abends bei einem Festessen sollte er den Platz des Herrschers einnehmen, nur hing direkt darüber ein mächtiges Schwert an einem seidenen Faden, sprich, an einem Rosshaar. Als Damokles das bemerkte, verging ihm die Lust und er bat Dionysios, wieder seine Position einzunehmen. Und die Moral von der Geschichte: Der Neid auf den Reichtum des Tyrannen war zugleich auch eine ständige Bedrohung für Leib und Leben des Dionysios. Seitdem gilt das Damoklesschwert als Synonym für eine ständig drohende Gefahr, die sich aus Macht und Verantwortung ergibt.Read more
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- Day 11
- Friday, March 24, 2023 at 3:03 PM
- ⛅ 20 °C
- Altitude: 377 m
ItalyPantalica37°7’58” N 15°1’3” E
Das Tal der Toten

Heute machten wir uns mal ins Landesinnere auf, abseits der touristischen Routen. Wollten einige kleinere Museen wie ein Puppenmuseum, eines zum Thema Volkskunde oder traditionelle Artefakte besuchen. Vorab, war ein Flop. Alle geschlossen, eines wurde zudem gerade renoviert. Einen kurzen Stopp und Bummel haben wir dennoch in Palazzo Acreide gemacht, einer leicht baufälligen Barockstadt. Hier an diesem Ort entstand die erste Kolonie des antiken Syrakus im Binnenland. Deren Reste lassen sich in der archäologischen Zone nahe der Stadt besichtigen. Nur, vorläufig geschlossen.
Also weiter durch eine schöne hügelige Landschaft mit vielen Oliven und Zitrushainen über kurvenreiche und enge Straßen, auf denen 90 erlaubt ist. An einem unübersichtlichen Straßenstück war die Hälfte der Straße weggespült, ohne Hinweis. Dafür ist an dieser Stelle das Gras schon recht hoch, ist also nicht erst jüngst passiert. Oder aber es geht über gut ausgebaute, recht neue und breite Straßen, hier sind dann 50 km/h das Limit. Verstehe wer will.
Egal, dafür ist kaum Verkehr und es geht auch nicht zu oft durch größere Orte mitten durch die enge Altstadt, meinten wir. Kam aber auch anders. Unser Ziel ist Pantalica, eine Nekropole aus der Bronzezeit in der Schlucht des Anapo, mithin Siziliens größte Totenstadt aus dem 13. bis 10. Jhr. v. Chr. Nur, es dauerte bis wir sie fanden. Ist ja auch nur Weltkulturerbe der Unesco. Warum also ausschildern? Das eigentlich recht gute Navi des BMW – auch wenn es uns regelmäßig in den Altstädten verkehrt herum in eine Einbahnstraße schicken will oder Straßen aussucht, wo man der Straßenbreite wegen die Spiegel beim Fahren einklappen muss – schickt uns gewaltig in die Irre. Auch Google-Maps versagt, will uns nach Südtirol schicken und das Castell, wo man parken soll, gibt es auch nicht. Über Apple-Maps schweige ich lieber. Letztendlich, im dritten Anlauf nach etwa 60 Minuten Irrwegen finden wir eine kleine Holztafel mit einem Hinweis. Mit ihm und guter Orientierung können wir uns langsam an das Ziel vorantasten. Und es hat sich gelohnt. Sind nahezu die einzigen hier, eine wunderbare bergige Gegend mit einer tiefen Schlucht. In die steilen Kalksteinwände haben die Menschen von über 3000 Jahren kleinere und größere Kammern geschlagen, in denen sie ihre Verblichenen beerdigten. In vielen der Kammern fanden sich Siedlungsreste und Grabbeigaben wie Waffen, Keramik und Haushaltsgegenstände sowie natürlich die Skelette der prägriechischen Sikuler, die von etwa 1250 v. Chr. bis zum 8. Jahrhundert v. Chr. hier lebten. Insgesamt sollen sich in der Schlucht 5000 Kammergräber befinden. Von der Stadt, die es hier einst gab, ist kaum mehr etwas zu finden, außer den Resten eines ehemaligen Königspalastes. Die Gegend bietet sich wunderbar zum Wandern an, auch wenn es steil hoch und runter geht. Zudem ist es in der Sonne recht warm, so dass man schnell ins Schwitzen kommt. Sind wir bis dato gar nicht gewohnt hier in Sizilien im März.Read more
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- Day 12
- Saturday, March 25, 2023 at 3:59 PM
- ☀️ 21 °C
- Altitude: 118 m
ItalyPalazzo Ducezio36°53’27” N 15°4’15” E
Barocke Köstlichkeiten

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir um die Mittagszeit in die nahegelegene Barockstadt Noto gefahren. Sie soll, so sagt man, mithin die schönste Barockstadt Siziliens sein. Das Erdbeben 1693 zerstörte das alte Noto komplett. Also plante man die Stadt neu und baute sie 14 km vom ursprünglichen Standort entfernt wieder auf. Bevor das Val de Noto 2002 als Weltkulturerbe der Unseco geadelt wurde, war es weitestgehend unbekannt. Aber auch heute ist die Stadt nicht überlaufen. Um die Mittagszeit war sie eher wie ausgestorben, erst am späteren Nachmittag erwachte sie zu Leben. Auch manche Promis haben die Stadt inzwischen entdeckt, so sah man hier etwa schon Giorgio Armani oder Julia Roberts.
Wir flanierten vor allem den Corso Vittorio Emanuelle entlang, auf einer Länge von etwa einem Kilometer finden sich neben zahlreichen prachtvollen Gebäuden wie Kirchen, dem Dom, alten Palästen und städtische Bauwerke natürlich viele Läden – neben Touristenshops vor allem Restaurants sowie einige Läden mit regionalen Delikatessen. Genannt seien an dieser Stelle die Pizzuta-Mandel, Marzipan und Orangen, die zu süßen Köstlichkeiten verwandelt werden. Oder die typischen sizilianischen Cannoli und Cassatine, alles aus Mandeln der umliegenden Mandelhaine. Recht schmackhaft ist zudem Mustazzola, ein Honigteig gefüllt mit Feigen und Mandeln oder auch eine Safrantorte mit Bitterorangengeschmack. Konnten wir natürlich nicht alles durchprobieren, aber einkaufen geht schon. Sind ja mit dem eigenen Auto unterwegs.Read more
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- Day 13
- Sunday, March 26, 2023 at 11:40 AM
- ☀️ 18 °C
- Altitude: 21 m
ItalyMuseo archeologico regionale Paolo Orsi37°4’35” N 15°17’13” E
Museumstag

Heute sind wir nach Syrakus gefahren, um das dortige archäologische Museum zu besichtigen, das Museo Archeologico Regionale Paolo Orsi. Es soll eines der umfangreichsten archäologischen Museen Europas sein, die Sammlung umfasst etwa 18.000 Exponate aus dem Ostteil Siziliens von der Vor- und Frühgeschichte der Insel bis zur frühchristlichen Zeit. 1988 eröffnete das Museum am heutigen Standort, aber auch an diesem Gebäude nagt schon der Zahn der Zeit. Instandhaltung scheint nicht so das Ding der Museumsmacher – oder es fehlt schlicht das Geld. Bei nicht wenigen Vitrinen war etwa die Beleuchtung teilweise oder ganz defekt, manche Bereiche waren gesperrt. Nicht wenige Exponate sind zudem unter ihrer Bedeutung dargestellt, spektakuläre Funde gehen teilweise unter. Auch sollte man wissen, dass das Muesum um 14 Uhr schließt und erst um 16 Uhr wieder öffnet. Steht so nicht auf der Website und sagt auch keiner. Wir waren aber kurz vor 14 Uhr durch, also passte es. Alles in allem lohnt die Besichtigung der ausgestellten Exponate dennoch, ergänzen sie doch sehr gut bereits besuchte archäologische Stätten und geben einen guten Einblick in die Geschichte der Insel.Read more
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- Day 14
- Monday, March 27, 2023 at 11:35 AM
- ☀️ 15 °C
- Altitude: 1,014 m
ItalySegreta37°38’50” N 14°59’44” E
Der Feuerberg

Es geht zum Ätna. Wir verlassen die Gegend um Syrakus und widmen uns Europas größten und nach dem Stromboli zweitaktivsten Vulkan Europas. Hier übernachten wir in einem älteren Haus an der Nordflanke des Vulkans in etwa 1600 m Höhe, in der Villa Dorata. Wir haben viel Zeit, sind es doch nur 130 km bis zu unserem Domizil für die nächsten vier Tage. Hier oben liegt in geschützten Stellen noch Schnee, die Temperatur sinkt abends auf etwas über Null Grad. Der Vulkan ist 3357 m hoch (Stand 2021), ändert seine Höhe aber stetig durch neue Ausbrüche. Die letzten fanden 2022 statt. Für die Griechen war der Vulkan Sitz ihres Feuergottes Hephaistos. Die Ausbrüche waren nicht mehr oder weniger als das sichtbare Zeichen seiner Schmiede, in der er, in Rauch und Funken gehüllt, Waffen für die Götter schmiedete. Seine Gehilfen, das waren die einäugigen Zyklopen.
Abends wollte ich eigentlich einen Hubschrauberflug über den Krater machen, konnte ich nach einigem Hin und Her organisieren. Mussten dafür aber 1 ½ Stunden an die andere Flanke des Vulkans zum Startplatz fahren. Nur schlug das Wetter um, stürmische Böen mit über 60 km/h und dichte Wolken über dem Krater verhinderten dann den Flug. Also wieder zurück, nächster Versuch morgen Abend gegen 18 Uhr. Schauen wir mal, wie der Wettergott gesonnen ist.Read more
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- Day 15
- Tuesday, March 28, 2023 at 11:27 AM
- ☀️ 7 °C
- Altitude: 1,543 m
ItalyMilo37°46’13” N 15°4’18” E
Der Vulkan, der nicht tötet

Der Ätna gilt als gutmütiger Vulkan, da seine Ausbrüche üblicherweise keine Todesopfer fordern – so erzählt man es uns. Er gilt als gutmütiger Vulkan, kündigt seine Ausbrüche rechtzeitig an, so dass die Menschen aus der Gefahrenzone entkommen. Dennoch, ganz richtig ist das nicht. Gab es bei Ausbrüchen doch schon Todesopfer. Die basische Lava des Vulkans hat nur einen geringen Kieselsäureanteil, ist deshalb meist dünnflüssig. So entweichen die in ihr enthaltenen Gase, es entsteht kein Überdruck, der zu einer Explosion wie am Mount St. Helens oder am Vesuv führt. Deshalb gilt der Vesuv auch als gefährlichster Vulkan Europas. Nur ganz so sicher scheint man sich nicht mehr zu sein. So stellte man fest, dass der Ätna 122 v. Chr. sehr wohl einen explosiven Ausbruch produzierte. Man befürchtet aufgrund einiger Vorkommnisse in jüngerer Zeit, dass der Ätna seinen Charakter ändern könnte. Der Ätna gilt als der am besten überwachte und untersuchte Vulkan weltweit.
Der Mongibello – mongi aus dem lateinischen mons und bello aus dem arabischen djebel - was beides einfach Berg heißt – sorgt durch seine Asche und Ausbrüche für sehr fruchtbare, mineralreiche Erde, gleichzeitig wirkt der poröse Boden wie ein Schwamm, der sehr viel Wasser bindet. Selbst wenn es viele Wochen nicht geregnet hat, ist der Boden wenige Zentimeter unter der Oberfläche feucht. Ideal für das Pflanzenwachstum, so kann man hier fünfmal im Jahr etwa Zitronen ernten, ansonsten nur zweimal. Der Überschuss an Zitronen führte übrigens zur Entwicklung des Limoncello, einem Zitronenschnapses, so erzählt man. Aber natürlich zerstören seine Ausbrüche auch mal Häuser oder wie 2002/2003 ein ganzes Winterskiressort.
Heute jedenfalls haben wir uns einer geführten Jeeptour angeschlossen. Wir besuchen eine Lavahöhle, in der man in früheren Zeiten gepresstes Eis produziert hat, das bis nach Malta exportiert wurde. Und sehen uns verschiedene Lavaströme an, machen auch eine etwa 1 ½ Stunden lange Wanderung einen Seitenkrater hinauf. Hier bläst der Wind recht stark, die Böen sollen manchmal bis zu 100 km/h erreichen. Das entspricht Windstärke 10, einem orkanartigen Sturm, der auch Bäume entwurzeln kann. Die einzelnen Kiefern hier, die recht stabil sind, scheinen sich daran gewöhnt zu haben. Unterwegs sehen wir aber nicht wenige dicke Äste, teilweise auch abgebrochene Bäume, die die Macht des gestrigen Sturmes zeigen. Der verhinderte auch meinen Hubschrauberflug über den Ätna. Hole ich heute Abend nach – mal sehen.
Einer der Führer erzählt uns zudem, dass man beim Ätna mit Sprengungen in den vier Hauptkratern ein Verstopfen derselbigen verhindern will, damit keine weiteren Ausbrüche an den Flanken des Vulkans erfolgen. Denn die Lava sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstandes, deswegen erfolgen die Eruptionen meist an den Flanken. So haben sich mittlerweile etwa 400 Nebenkrater gebildet, so wie der, den wir heute bestiegen haben. Die meisten davon liegen in Höhenlagen um 700 bis 2500 m, mit einer Häufung um 1800 m. Der Vulkan ist derzeit um die 3350 m hoch. Manchmal reißt die Flanke auf einer Länge von mehreren Kilometern auf, meist sind es einige Hundert Meter. Die letzten Ausbrüche fanden 2022 statt.Read more
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- Day 15
- Tuesday, March 28, 2023 at 5:46 PM
- ☀️ 1 °C
- Altitude: 3,452 m
ItalyPunta Lucia37°45’49” N 14°58’46” E
Im Helikopter über den Ätna

Es geht los, zu dritt haben wir (zwei Österreicher und ich – Elke bleibt lieber am Boden) einen Helikopter gechartert, der Wind hat nachgelassen, es herrscht jetzt am Abend bestes Wetter und klare Sicht. Also rein in den Heli und los. Wir steigen auf 3500 m hoch, umrunden die vier schneebedeckten Hauptkrater des Ätna mehrere Male, es ist einfach fantastisch. Einer der vier Schlunde dampft kräftig, wir können uns bis an die 30 m nähern. Ich sitze vorne neben dem Piloten, wir haben viel Platz, ist der Helikopter doch für sieben Personen ausgelegt. Lava sieht man keine, die findet sich nur bei einer aktiven Eruption. Es ist einfach traumhaft, den Berg aus dieser Perspektive zu sehen. Wir fliegen dann noch einigen jüngere und ältere erkaltete Lavaströme an den Bergflanken entlang, bevor es wieder zurück geht. Einfach nur gut, lassen wir ein paar Bilder sprechen und einen kurzen Clip über den Flug am Krater. Den Rest gibt es im Film.Read more
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- Day 16
- Wednesday, March 29, 2023 at 2:19 PM
- ☀️ 15 °C
- Altitude: 207 m
ItalyPalazzo Corvaia37°51’14” N 15°17’18” E
Taormina, ein touristischer Hotspot

Heute machten wir uns auf nach Taormina. Wer nach Sizilien reist und hier in der Gegend ist, kommt an Taormina nicht vorbei. Es ist sicherlich bisher die schönste Stadt auf unserer Tour. Eine malerische Landschaft, schöne weite Plätze, enge Gassen, das alte römische Theater, Odeon und zahlreiche Geschäfte, von touristischer Massenware über regionale Lebensmittel, Kleider, Schuhe, Handwerk und was es sonst noch so gibt. Was hier in der Saison los ist, will man besser nicht erleben. Die Stadt liegt auf einem Hügel 200 m über dem Meer, eine Seilbahn führt hinunter zum Strand. Verkehrstechnisch sollte man im Parkhaus am Fuße der Stadt parken, alles andere ist Wahnsinn. Nur wenn man dann wieder raus will, und die Brücke der Zufahrt wegen Sanierungsarbeiten gesperrt ist, muss man doch wieder im Einbahnverkehr durch die Stadt den Berg herunter. Funktioniert einigermaßen auch nur derzeit, wenn die touristischen Massen im Sommer unterwegs sind, wäre mehr als Chaos vorprogrammiert.
Das Preisniveau hier in Taormina ist deutlich höher, als was wir bisher erlebt haben. Mit mindestens 50 Prozent Aufschlag muss man rechnen. Aber man muss hier ja nicht einkaufen, wenn man im ganzen Land unterwegs ist.
Die Stadt mit den heute etwa 11.000 Einwohnern zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten auf Sizilien. Gegründet um 1300 v. Chr. von den Sikulanern stand sie ab 358 v. Chr. unter griechischer und später unter römischer Herrschaft. Das macht neben der Lage auch den Charme von Taormina aus. Zeugen von dieser Epoche doch antike Bauwerke wie das Teatro Greco, das Taormina weltweit bekannt gemacht hat. Der Blick von hier aus ist schon einmalig, auf den schneebedeckten Ätna und gleichzeitig den Golf von Giardini-Naxos, das hat schon etwas. Die Griechen und Römer wussten schon, wo sie bauen. Auch wenn es Teatro Greco heißt, was man heute sieht, ist ein römischer Bau aus dem 2. Jahrhundert vor Christi. 5400 Besucher passen in den Bau, auch heute finden noch Vorführungen statt. Nach dem Theater von Syrakus ist es das zweitgrößte Siziliens. Schon Johann Wolfgang von Goethe besuchte die Stadt 1787 auf seiner Italienreise. Im 19. Jahrhundert war Taormina Ziel europäischer Adliger, im 20. Jahrhundert fanden sich Filmstars wie Greta Garbo, Cary Grant und Elizabeth Taylor hier ein und suchten Ruhe und Entspannung. Wäre heute etwas schwieriger.Read more
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- Day 17
- Thursday, March 30, 2023 at 12:33 PM
- ☀️ 7 °C
- Altitude: 2,718 m
ItalyMonte Frumento Supino37°43’56” N 15°0’26” E
Der Ätna per Seilbahn

Wir sind noch mal auf den Ätna, diesmal mit der Seilbahn und weiter mit Geländebussen. Die Seilbahn führt von etwa 2000 m auf eine Höhe von 2500 m, weiter darf man nur mit Guides und den Bussen. Sie erreichen etwa 2750 m, dort kann man dann eine kleine Wanderung mit den Guides machen. Alternativ lassen sich Trekkingtouren buchen, dann kommt man etwas höher, dem Krater aber immer noch nicht nahe. Wir sind am höchsten Punkt immer noch um die 600 m unterhalb des Kraterrandes. Von hier hat man jedoch einen guten Blick auf den Vulkan. Die kurze Wanderung mit Guide und 30 anderen führt zu einem Punkt, wo man einen guten Blick auf das Valle de Bove hat. Dabei handelt es sich um ein weiträumiges Hochtal auf 1400 bis 1700 m Höhe, gelegen am Südosthang des Ätnas. Der Durchmesser des Tales beträgt etwa sechs Kilometer in der einen Achse, in der anderen um die sieben Kilometer. Entstanden ist es vor über 8000 Jahren, als der Hang ins Rutschen kam und etwa 20 bis 25 Kubikkilometer Gesteinsmasse ins Meer abrutschten. Was im Mittelmeer einen verheerenden Tsunami auslöste, der Auswirkungen bis nach Griechenland und Nordafrika hatte.
Runter durften wir dann allein laufen, normalerweise ist das ja über 2500 m Höhe ohne Guides untersagt. Aber das Wetter war gut und recht wenig Wind. Gelegenheit auch, um die Drohne fliegen zu lassen. Da man aber nicht über 120 m Höhe vom Grund fliegen darf, natürlich nicht vergleichbar mit dem Hubschrauberflug. Über dem Krater wären Drohnen sowieso verboten (Hubschrauber aber nicht), ist Naturschutzgebiet und das ganze Areal ist zudem Weltnaturerbe der Unesco.Read more
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- Day 18
- Friday, March 31, 2023 at 5:42 PM
- ☁️ 18 °C
- Altitude: 71 m
ItalySpiaggia Cefalú38°1’55” N 14°1’26” E
Cefalú, Sizilien von der schönsten Seite

Wir haben die Region des Ätna verlassen, sind rund 200 km nordwestlich in Cefalù gelandet. Das Küstenstädtchen mit seinen etwas über 14.000 Einwohnern liegt am Fuß des 270 m hohen Rocca di Cefalù, zeichnet sich durch eine schöne Altstadt und seinen Sandstrand aus. Zudem finden sich hier diverse Kirchen, eine Kathedrale, ein archäologisches Museum und viele alte interessante und weniger interessante Gemäuer. Unser Domizil, die B&B Villa da Giorgi liegt am Rand der Altstadt etwas erhöht. So können wir alles zu Fuß machen, heißt aber auch, etwa 100 Höhenmeter beim Rückweg zu überwinden. Die stehen dann immer größtenteils kurz vor unserem Domizil für die nächsten drei Tage an, denke die Steigung beträgt über 20 Prozent. Unser BMW hatte, so ich mich erinnern kann, noch keine derartige Steigung in engen Gassen zu bewältigen. So lassen wir das Auto ab jetzt dann besser stehen.
Gegründet hatten die Stadt, wie so vieles auf Sizilien, die Griechen als Kephaloidion, die Römer machten später Chephaloedium daraus. Es soll einer der schönsten Orte Siziliens sein. Hier lebt man vor allem vom Tourismus und von Dienstleistungen. Eine Rolle spielen zudem Landwirtschaft und die Fischerei. In der Altstadt finden sich zahlreiche Restaurants, Bars, die unvermeidbaren Souvenirshops mit den immer gleichen Waren aber auch nicht wenige Läden mit schöner, italienischer Handarbeit. Sei es Schmuck, Holzarbeiten, Fächer, Keramiken, typische sizilianische Lebensmitteln wie Gewürze, Honig, Pasta, Limoncello und vieles mehr. So lohnt ein Bummel durch die Stadt allemal. Zumal es derzeit noch nicht allzu voll ist.
Nahe Cefalù liegt auch Siziliens zweitgrößtes Naturschutzgebiet, die Region lockt mit hohen Bergen, urtümlichen Dörfern und einer malerischen Natur.Read more
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- Day 19
- Saturday, April 1, 2023 at 10:26 AM
- ☁️ 18 °C
- Altitude: 116 m
ItalyRocca di Cefalù38°2’14” N 14°1’26” E
Der Rocca di Cefalù

Heute morgen geht es erstmal die 270 m hoch auf den Rocca di Cefalù, finden sich oben auf dem Berg doch die Reste einer alten Burg, und auf halber Höhe der Diana-Tempel. Die Byzantiner wollten sich in eine erhöhte Position zurückziehen, um in der Übergangszeit von der Antike zum Mittelalter den Einfällen der Vandalen und Goten und dann der Araber entgegenzuwirken. Also baute man eine Burg, wobei es Hinweise gibt, dass sich hier auch schon etwas zu griechischen Zeiten befand. Irgendwann baute man den ganzen Berg aus, mit mehreren Bastionen und mit Zinnen bewehrten Begrenzungsmauern. Auch ein Schloss soll sich hier oben einst befunden haben. Was aber alles nicht half, erst eroberten die Araber die Burg und Stadt, dann die Normannen. In der Kathedrale standen etwa die zwei Porhyrsarkophage, die der Normannenkönig Roger II für sich und einen seiner Nachfolger anfertigen ließ. Einen davon nutze dann Friedrich II für die Gebeine seines Vaters und ließ ihn in den Dom nach Palermo überführen.
Auf halber Höhe findet sich neben weiteren Befestigungsanlagen der Burg zudem die Reste eines megalithischen Baus – volkstümlich Tempel der Diana genannt. Hat aber vermutlich nichts mit der Göttin Diana, der römischen Göttin der Jagd, des Mondes und der Geburt zu tun. Denn der etwa 12 auf 7 m große Bau dürfte aus dem 9. bis 8. Jhr. vor Christi stammen, ist also viel zu alt. Für einen ehemaligen Palast sind die Räume zu eng, für einen Wachturm der Bau zu niedrig, für ein Lagerhaus zu monumental, also vermutet man, dass er eine sakrale Funktion hatte. Im Mittelalter nutze man ihn auch als Fundament für eine Kirche. Heute weiß man, dass die Ausrichtung des einzigen Zugangs mit der untergehenden Sonne und dem Planeten Venus in Korrelation steht. Eine nahe gelegene Zisterne könnte ursprünglich sogar mal ein Dolmengrab gewesen sein. Also, nichts Genaues weiß man nicht. Es wird vermutet, dass der Bau von einer Kultur stammt, die älter als die hellenische ist, die dennoch über das Wissen für den Bau derartiger monolithischer Gebäude verfügte. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ein sehr seltenes Artefakt aus grünem Diorit auf dem Gelände gefunden wurde; dieser Fund soll aus der Zeit des Pharaos Amenophis IV. (Echnaton) stammen, also aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. Vermutlich gehandelt in mykenischen oder levantinischen Zeiten.
Der Grund hier hochzukommen, sind aber nicht unbedingt die alten Gemäuer, sondern vor allem die wunderbare Landschaft und insbesondere die immer wieder faszinierenden Ausblicke auf die Stadt Cefalù. Und es ist ein schöner, wenn auch etwas anstrengender Spaziergang. Nachmittags ging es dann noch mal in die Stadt, zum Bummeln, ohne Videoequipment.Read more
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- Day 19
- Saturday, April 1, 2023 at 7:19 PM
- ☁️ 17 °C
- Altitude: 35 m
ItalySpiaggia Cefalú38°2’15” N 14°1’18” E
Abendstimmung in Cefalù

Samstagabend, wir sind noch einmal runter nach Cefalù. Und ich habe entgegen meinem Vorsatz doch noch den Foto mitgenommen. Es hat sich gelohnt. Anbei einige Bilder von der Abendstimmung in Cefalu. Gegessen haben wir dann in einem typischen Fischrestaurant. - wie meistens. Diesmal habe ich ein empfohlenes Meeresmenü genommen. Ich weiß nicht, wie man diese Mengen schaffen soll, aber geschmeckt hat es.Read more
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- Day 20
- Sunday, April 2, 2023 at 10:44 AM
- ☁️ 14 °C
- Altitude: 363 m
ItalyCastelbuono37°56’6” N 14°5’14” E
Abseits touristischer Pfade

Wir machen uns auf in das Hinterland von Cefalù. Noch ist es sonnig, das Wetter soll umschlagen und ab dem frühen Nachmittag ist stärkerer Regen angesagt. Vorab, er bleibt aus. Unser Ziel ist der Ort Castelbuono und die gleichnamige Wehrburg der sizilianischen Adelsfamilie der Ventimiglia. Heute finden sich in ihr das Stadtmuseum mit Werken der modernen und zeitgenössischen Kunst, eine Abteilung mit sakralen Artefakten sowie eine schöne Kapelle.
Einen Besuch lohnt zudem die Altstadt mit schönen Geschäften und sehenswerten Gemäuern. Heute am Sonntag ist richtig was los. Man macht sich schick, ist mit Kind und Kegel in der Stadt, auch viele Läden – vor allem mit süßen Sachen – haben geöffnet. Das merkte man schon an der Parkplatzsuche – die ohnehin in italienischen Städten nicht immer einfach ist. Es herrscht ein richtiger Trubel, Kinder toben umher, die Sizilianer unterhalten sich lautstark und gestenreich. So wie ihre Mentalität eben ist. Schön zu beobachten. Für uns fällt etwas Käse, eine Flasche Limoncello und Honig aus der Region ab. Was auffällt, das Preisniveau hier ist deutlich geringer, ist halt keine touristische Gegend. Dennoch den Besuch allemal wert. Übrigens ist hier in der Stadt die Stadtreinigung mit Eseln als Tragtiere unterwegs, einmalig.
Weiter geht es in die Bergwelt auf bald 1800 m auf kurvenreichen und immer schlechter werdenden Straßen durch ein paar heute fast ausgestorbene Ortschaften wie Petralia Sottana oder Petralia Soprana. Die Leute scheinen fast alle in Castelbuono zu sein. Die Straße ist irgendwann übersäht von 10 bis 20 Zentimeter tiefen Schlaglöchern, teils metergroß. Nicht unterschätzen sollte man auch die manchmal gut zwanzig Zentimeter hohen Hügel auf der Straße, hier sucht sich die Vegetation ihren Weg durch den Teer. Immer mal wieder ist eine Straßenbreite weggerutscht, wenigstens weist ein Schild darauf hin. Scheint aber niemanden zu stören, Verkehr ist kaum. Im Winter dürfte das anders sein, findet sich hier oben doch ein Skigebiet. Die Gegend entschädigt aber für die etwas holprige Fahrt. Immer wieder lasse ich die Drohne steigen, die Berge und die drohenden dunklen Wolken haben eine eigene Stimmung. Später am Nachmittag geht es dann kurvenreich wieder zurück nach Cefalù. Morgen geht es dann weiter auf der Reise, auf die Liparischen Inseln. Dafür lassen wir in Milazzo etwa 120 km östlich für fünf Tage das Auto am Hafen stehen und nehmen die Fähre mit Handgepäck nach Lipari.Read more
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- Day 21
- Monday, April 3, 2023 at 12:11 PM
- 🌧 12 °C
- Altitude: Sea level
ItalyMilazzo38°13’6” N 15°14’28” E
Die Fahrt zu den Liparischen Inseln

Auf Lipari angekommen. Den heutigen Tag fassen wir kurz. Die ereignislose Fahrt nach Milazzo, einen privaten Parkplatz nahe dem Hafen vorab im Internet gesucht und gefunden, zwei Fähren früher erwischt als geplant und gegen 14 Uhr nach etwas über eine Stunde Bootsfahrt mit einer Schnellbootfähre auf der Insel Lipari angekommen. Das alles bei starkem Regen, der erste Regentag auf unserer Reise. Natürlich dann, wenn wir recht viel Wege zu Fuß mit Gepäck zurücklegen müssen. Aber der Regen hätte an keinem Tag gepasst. Also egal. Nachmittags, nachdem wir in der Altstadt in unser Hotel eingecheckt sind, eine erste Tour durch die Inselhauptstadt Lipari gemacht. Es regnet immer noch und Geschäfte haben zwischen zwölf und siebzehn Uhr zu. Aber schon mal eine Bootsfahrt zu den Inseln Panarea und Stromboli für Mittwoch gebucht.Read more