• Tankstopps der besonderen Art

    August 27 in Australia ⋅ ☀️ 30 °C

    Heute haben wir 580 km vor uns, Richtung Süden. Unterwegs gibt es ein paar Tankstopps und nur wenig Sehenswertes. Kilometerlang geht es gerade aus, erlaubt sind Geschwindigkeiten von meist 130 km/h auf der zweispurigen Landstraße. Inzwischen haben sich beim Fahren mehrere kleine Gruppen und Einzelfahrer gebildet, ein jeder geht seinem Fahrstil, seinen Fotostopps und seiner Geschwindigkeit nach – oder macht auch mal einen Abstecher Offroad in die Pampa und wieder zurück. Ich fahre meist mit einem Berliner und einem Pforzheimer zusammen, die schon viele Reisen gemeinsam gemacht haben und befreundet sind. Das Tanken geht auch flotter, weil nicht alle zusammen an den wenigen Tankstellen ankommen, und wir drei tanken immer gemeinsam, einer zahlt. Geht deutlich schneller. Man trifft den Rest der Truppe an Hotspots oder Tankstellen, hinten fährt immer das Begleitfahrzeug, das den Speed der Motorräder gut mitmacht. Wir drei gehören zu den flotteren Fahrern, hat man dann halt mehr Zeit an den Stopps. So um die 150/160 km/h ist Standard, überholt man einen Roadtrain kommen noch ein paar Kilometer hinzu. So legt man auch lange Distanzen recht schnell zurück, zumal ja kaum Verkehr herrscht. Die hohen Temperaturen gehen langsam zurück, je weiter wir in den Süden kommen.
    Einen Tankstopp machen wir am historischen Larrimah Hotel, es soll die höchste Bar im Northern Territory, im Outback Australiens sein. Die, sagen wir mal, Ortschaften haben schon etwas, besonders die Bars, die zugleich Läden sind. Da sprechen die Bilder die beste Sprache. Der Outback-Pub oder wie auch immer ist bekannt für seine riesige Stummel, die eklektische Sammlung von Kleinigkeiten aus der ganzen Welt und für seine rosa Panther. In den 1960er Jahren bildete sich vor der Kneipe eine Pfütze. Diese Pfütze wuchs und wuchs und wurde als Larrimah Lake bekannt. Zu dieser Zeit war die Kneipe ein sehr geschäftiger Ort, der viele Gäste anzog, die an der Eisenbahn arbeiteten und Lastwagen fuhren. Und irgendwann beschloss ein Zöllner, einen großen rosa Panther mit einer Angel am Rande des "Sees" zu setzen. Der wiederum verschwand immer wieder und wurde nur gegen Lösegeld zurückgebracht. Buschtelegraphen verbreiteten diese Geschichten und daraus entstand eine Ikone, jedenfalls für die Menschen und Besucher hier.
    Nicht minder sehenswert ist der Daly Waters Pub, etwa sechseinhalb Fahrstunden südlich von Darwin oder zehn Stunden nördlich von Alice Springs. Auch dieser Pub liegt nahe am Stuart Highway und die Decke und die Wände sind mit Souvenirs übersät, die von Besuchern zurückgelassen wurden. Dazu gehören auch zahlreiche BHs, gern signiert von wem und wann. Das soll in den 80er-Jahren begonnen haben, als eine Busladung Touristen eine Wette gegen den Busfahrer verlor und alle die Kneipe etwas leichter verließen als bei ihrer Ankunft. Weniger ungewöhnlich sind die Aufkleber, Ausweise und Visitenkarten, die die Bar schmücken.
    Zurück geht der Daly Waters Pub auf das Jahr 1930 als Geschäft, 1938 bekam der Besitzer seine Kruglizenz. Publican Bill Pearce versorgte die Reisenden nicht nur mit Nahrung und Getränken, sondern betankte auch die Flugzeuge, von denen sich viele, respektive deren Überreste an der Straße finden.
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