• Werner Götz
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Aug – Sep 2025

Einmal quer durch Australien

Es geht mit dem Motorrad quer durch den australischen Kontinent, von Darwin nach Melbourne, rund 5800 Kilometer. Auf dem Programm stehen u.a. der Kakadu Nationalpark, Alice Springs, der Uluru, Coober Pedy und weiteres. Read more
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    Von Teufelsmurmeln und Pissbecken

    August 28 in Australia ⋅ ☀️ 24 °C

    Es geht weiter Richtung Süden, rund 500 km sind es bis zu Alice Springs. Auch diesmal stehen diverse Tankstopp mit faszinierenden Pubs auf dem Programm, aber auch die geologischen Formationen von Karlu Karlu. Das ist der indigene Name für die Devils Marbles, den Teufelsmurmeln. Das Naturschutzgebiets im Nirgendwo ist durch riesige, runde Granitfelsen gekennzeichnet. Sie sind zugleich ein wichtiges kulturelles und spirituelles Erbe für die Aborigines dieser Region. Die Felsformationen sind das Ergebnis von Millionen von Jahren Erosion. Die riesigen, rot gefärbten Felsbrocken scheinen auf wundersame Weise auf- und übereinander gestapelt zu sein und bilden eine spektakuläre Landschaft in der Wüste. Karlu Karlu bedeutet runde Felsbrocken. Sie sind für die hier lebenden Aborigines ein heiliger Ort und spielen eine bedeutende Rolle in ihren Träumerzählungen, die von Schöpfungsgeschichten und wichtigen spirituellen Ereignissen handeln. Das Gebiet gehört ihnen seit 2008 wieder, sie verwalten es gemeinsam mit den Parkrangern.
    Einige Kilometer weiter kommen wir an eine kleine Tankstelle mit einer einzigen Zapfsäule. Man glaubt schon viel gesehen zu haben, und wird doch immer wieder überrascht. In diesem Fall ist es eine handgeschriebene Notiz, man möge doch nach dem Tanken den Tankstand und die Summe fotografieren und damit zum Zahlen in den Laden kommen. Was mit der Kreditkarte erfolgt. Und in der Toilette für Männer hat man die Pinkelbecken einfach aus aufgeschnittenen Bierfässern gebaut. Sehenswert. Nachmittags erreichen wir dann Alice Springs, mit rund 26.000 Bewohnern wieder eine andere Welt. Alice Springs ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Wüstenregion Red Centre im Landesinneren. Historische Gebäude und Exponate in der Telegraph Station Historical Reserve erinnern an die Geschichte der Stadt, die im Jahr 1872 als Posten auf der Transaustralischen Telegrafenleitung zwischen Darwin und Adelaide gegründet wurde.
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  • Tankstopps der besonderen Art

    August 27 in Australia ⋅ ☀️ 30 °C

    Heute haben wir 580 km vor uns, Richtung Süden. Unterwegs gibt es ein paar Tankstopps und nur wenig Sehenswertes. Kilometerlang geht es gerade aus, erlaubt sind Geschwindigkeiten von meist 130 km/h auf der zweispurigen Landstraße. Inzwischen haben sich beim Fahren mehrere kleine Gruppen und Einzelfahrer gebildet, ein jeder geht seinem Fahrstil, seinen Fotostopps und seiner Geschwindigkeit nach – oder macht auch mal einen Abstecher Offroad in die Pampa und wieder zurück. Ich fahre meist mit einem Berliner und einem Pforzheimer zusammen, die schon viele Reisen gemeinsam gemacht haben und befreundet sind. Das Tanken geht auch flotter, weil nicht alle zusammen an den wenigen Tankstellen ankommen, und wir drei tanken immer gemeinsam, einer zahlt. Geht deutlich schneller. Man trifft den Rest der Truppe an Hotspots oder Tankstellen, hinten fährt immer das Begleitfahrzeug, das den Speed der Motorräder gut mitmacht. Wir drei gehören zu den flotteren Fahrern, hat man dann halt mehr Zeit an den Stopps. So um die 150/160 km/h ist Standard, überholt man einen Roadtrain kommen noch ein paar Kilometer hinzu. So legt man auch lange Distanzen recht schnell zurück, zumal ja kaum Verkehr herrscht. Die hohen Temperaturen gehen langsam zurück, je weiter wir in den Süden kommen.
    Einen Tankstopp machen wir am historischen Larrimah Hotel, es soll die höchste Bar im Northern Territory, im Outback Australiens sein. Die, sagen wir mal, Ortschaften haben schon etwas, besonders die Bars, die zugleich Läden sind. Da sprechen die Bilder die beste Sprache. Der Outback-Pub oder wie auch immer ist bekannt für seine riesige Stummel, die eklektische Sammlung von Kleinigkeiten aus der ganzen Welt und für seine rosa Panther. In den 1960er Jahren bildete sich vor der Kneipe eine Pfütze. Diese Pfütze wuchs und wuchs und wurde als Larrimah Lake bekannt. Zu dieser Zeit war die Kneipe ein sehr geschäftiger Ort, der viele Gäste anzog, die an der Eisenbahn arbeiteten und Lastwagen fuhren. Und irgendwann beschloss ein Zöllner, einen großen rosa Panther mit einer Angel am Rande des "Sees" zu setzen. Der wiederum verschwand immer wieder und wurde nur gegen Lösegeld zurückgebracht. Buschtelegraphen verbreiteten diese Geschichten und daraus entstand eine Ikone, jedenfalls für die Menschen und Besucher hier.
    Nicht minder sehenswert ist der Daly Waters Pub, etwa sechseinhalb Fahrstunden südlich von Darwin oder zehn Stunden nördlich von Alice Springs. Auch dieser Pub liegt nahe am Stuart Highway und die Decke und die Wände sind mit Souvenirs übersät, die von Besuchern zurückgelassen wurden. Dazu gehören auch zahlreiche BHs, gern signiert von wem und wann. Das soll in den 80er-Jahren begonnen haben, als eine Busladung Touristen eine Wette gegen den Busfahrer verlor und alle die Kneipe etwas leichter verließen als bei ihrer Ankunft. Weniger ungewöhnlich sind die Aufkleber, Ausweise und Visitenkarten, die die Bar schmücken.
    Zurück geht der Daly Waters Pub auf das Jahr 1930 als Geschäft, 1938 bekam der Besitzer seine Kruglizenz. Publican Bill Pearce versorgte die Reisenden nicht nur mit Nahrung und Getränken, sondern betankte auch die Flugzeuge, von denen sich viele, respektive deren Überreste an der Straße finden.
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  • Mit Süßwasserkrokos auf Du und Du

    August 26 in Australia ⋅ ☀️ 36 °C

    Der Nitmiluk Nationalpark steht heute auf dem Programm. Deswegen beträgt die Fahrtstrecke nur 174 Kilometer bis zu unserem Hotel in Mataranka. Der Nitmiluk NP ist auch als Katherine Gorge bekannt, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Katherine. Er ist berühmt für seine bis zu 100 m tiefen Schluchten und die beeindruckende Landschaft. Das Schluchtensystem erstreckt sich über 12 Kilometer und besteht aus 13 durch natürliche Steinbarrieren abgetrennten Abschnitten. Drei davon lassen sich mit einem Boot befahren, dazwischen gibt es einen etwas längeren und einen kurzen Fußmarsch. Ansehen kann man auch einige Felszeichnungen der Jawoyn-Aboriginal-Kultur, in einem Besucherzentrum gibt es zudem Informationen zu den Menschen, ihren Traditionen und auch zu Flora und Fauna in der Region.
    In der Regenzeit steht der Wasserspiegel mehrere Meter höher, dann finden sich neben den ungefährlichen Süßwasserkrokodilen in der Schlucht auch die aggressiven und tödlichen Salzwasserkrokodile. Geht der Wasserspiegel zurück, leben hier normalerweise nur die etwa zwei Meter großen Süßwasserkrokodile, die Fische, kleine Säugetiere und Vögel fressen. Für den Menschen sollen sie ungefährlich sein. Dann kann man hier Wandern, Kajak fahren oder auch schwimmen. Sollte einzelne Salzwasserkrokodilen der Rückweg Richtung Meer beim Sinken des Wasserspiegels versperrt gewesen sein, hat man Lebendfallen aufgestellt und überwacht die Schlucht auch mithilfe von Beißködern. An den Bissspuren sieht man ob noch Salzwasserkrokodile im Wasser sind. Letztes Jahr hat man keine entdeckt, 2023 eines Im Februar und eines im April mit knapp vier Metern Länge. Die werden dann gefangen und weggebracht. Auch ich habe die Gelegenheit genutzt, in einem Steinpool zu baden, tut gut bei der Hitze, bevor es mit dem Motorrad weiterging.
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  • Eine Abkühlung tut gut

    August 25 in Australia ⋅ ☀️ 38 °C

    Heute haben wir rund 300 Kilometer vor uns, also immer noch eine kürzere Fahrstrecke. Ein Tankstopp später und nach einer kurzen Rast erreichen wir nach rund zwei Stunden den Nitmiluk Nationalpark. Man kommt recht flott vorwärts, gibt es doch kaum Verkehr und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt meist 110 oder 130 km/h auf den Landstraßen. Der Nationalpark zeichnet sich durch beeindruckende Schluchten, die reiche Tierfauna und einige kulturelle Stätten aus. Wir aber suchten nur die Katherine Gorge auf mit einer schönen Wasserlandschaft. Denn hier kann man schwimmen und sich etwas abkühlen. Auch heute hat es um die 38 Grad Celsius. Man sollte nur etwas Vorsicht walten lassen, denn auch hier besteht eine geringe Gefahr, dass Krokodile in den Gewässern anzutreffen sind. Ranger überwachen die Bereiche, in denen man baden kann. 40 Minuten später erreichen wir dann unser Hotel in Katherine.Read more

  • South Alligator River Cruise

    August 24 in Australia ⋅ ☁️ 36 °C

    Wir sind am Nachmittag noch zum South Alligator River gefahren und machen eine Bootstour mit einem Ranger. Der Name ist Programm. Zahlreich kann man die Alligatoren im Wasser schwimmen und lauern sehen oder am Ufer dösend. Allein hier sollen im Umkreis von rund fünf Kilometern 200 Krokodile leben. Hinzu kommen zahlreiche Wasservögel wie Elstergänse, Entenarten, Ibisse, Löffelbills, Pelikane, Reiher, Weißbauchseeadler und viele mehr. Jetzt ist Trockenzeit, in der Regenzeit im Sommer liegt der Wasserpegel um zwei bis drei Meter höher, dann ist hier alles unter Wasser.Read more

  • Die Felsmalereien von Ubirr

    August 24 in Australia ⋅ ☀️ 37 °C

    Etwa dreißig Kilometer sind es mit den Motorrädern zu den Felszeichnungen von Ubirr. Der Ort beherbergt einige der herausragendsten Aborigine-Felsmalereien der Welt und ist einer der Gründe, dass Kakadu Weltkulturerbe der Unesco ist. Die Zeichnungen dokumentieren den Umgang der Ureinwohner mit der Umwelt. Einige Bilder zeigen auch einige der ersten Interaktionen mit Nicht-Aborigines.
    Die meisten Bilder stammen aus den letzten 1500 Jahren, gehen aber auch bis zu 5000 Jahre zurück. Sie zeigen etwa Fische, Wasservögel, Muscheln, Wallabies, Goanna, Echidnas und Yams. Aber auch dass man sich vor Krokodilen in Acht nehmen muss. Eine andere Zeichnung bildet einen hellhäutigen Menschen ab, vermutlich einen frühen Büffeljäger aus den 1880er-Jahren mit Hemd und Stiefeln.
    Zu erreichen sind sie problemlos über einen etwa einen Kilometer langen Rundweg. Einzig die Temperaturen von 37 Grad jetzt im Frühling machen einen etwas zu schaffen. Das Umland ist in der Regenzeit im Sommer häufiger unter Wasser, jetzt ist alles grün.
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  • Von Darwin zum Kakadu Nationalpark

    August 23 in Australia ⋅ ☀️ 38 °C

    314 Kilometer ist es bis zum Kakadu NP, in dem wir zwei Nächte bleiben werden. Auf dem Weg dahin machen wir einen ersten Stopp für eine Bootsfahrt auf dem Adelaide-River. Der Adelaide River in Australien ist bekannt für seine große Population an großen Salzwasserkrokodilen. Sie springen gerne aus dem Wasser, um ihre Beute zu fangen. Meist handelt es sich um Vögel oder kleine Säugetiere. Entsprechend haben die Reptilien eine enorme Sprungkraft und eben die wird auf den Jumping Crocodile Cruises demonstriert. Mit kleinen Fleischstücken an einer langen Angel locken die Bootsführer die Krokodole heran. Um sie zu erreichen, springen sie bis zu drei Meter hoch aus dem Wasser, und das direkt neben dem Boot. Vom Boote aus kann man die eindrucksvollen Salzwasserkrokodile mit Längen von bis zu sieben Metern und einem Gewicht von bis zu 1000 Kilogramm in ihrem natürlichen Lebensraum aus nächster Nähe beobachten. Der Adelaide River und seine Umgebung bieten die höchste Dichte an Salzwasserkrokodilen in Australien. Nach einer weiteren Rast und Tankpause erreichen wir am frühen Nachmittag unser Hotel im Nationalpark in Jabiru, einer erst 1982 gegründeten Siedlung. Alles in allem eine entspannte Tour am ersten Fahrtag bei Temperaturen von 37 / 38 Grad Celsius. Bei jedem Stopp mit etwas Fußmarsch wechselt man die Kleidung am Motorrad, in der Kombi wäre das bei den Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit unmöglich. Die kurze Hose und normale Schuhe an, der Rest wie Helm, Handschuhe, Jacke, Motorradhose und Stiefel bleiben zurück.Read more

  • Angekommen in Darwin

    August 22 in Australia ⋅ ☀️ 33 °C

    Nach rund 17 Stunden reiner Flugzeit mit einem Zwischenstopp in Singapur habe ich Darwin erreicht, Hauptstadt des Northern Territoriums. Nach einem Tag Akklimatisation geht es morgen früh am Samstag los mit der Motorradtour einmal Quer durch Australien. Unser Ziel ist Melboune, die Strecke bis dahin rund 5800 km ohne Umwege. Die einzelne von uns wohl machen werden. Da wir vier fahrtfreie Tage etwa im Kakadu-Nationalpark, beim Ayers Rock - hier habe ich u. a. auch einen Hubschrauberflug gebucht, in der Opalstadt Coober Pedy und bei Flinders Range eingeplant haben beträgt die längste Tagesetappe rund 730 km. Vieles davon im Outback.
    Heute habe ich den Tag genutzt, um mir etwas von Darwin anzuschauen und mich schon mal etwas mit dem Motorrad vertraut zu machen. Ein paar Impressionen findet ihr bei den Fotos.
    In Darwin leben um die 150.000 Menschen, es herrscht tropisches Klima. Die Sonne hier ist schon extrem. In der Stadt finden sich etwa 75 verschiedene Nationalitäten. Rund ein Viertel der Bevölkerung sind Aborigines. Ich habe bereits zwei junge Deutsche getroffen, die hier im Rahmen des Working Holiday Visa arbeiten und leben. Das Programm ermöglicht jungen Menschen aus bestimmten Ländern ein bis zu 12-monatiges Arbeiten und Reisen in Australien, um die Kultur kennenzulernen und die Reise zu finanzieren.
    Jetzt heißt es erstmal noch etwas zu relaxen und umzupacken, da das Motorrad mit Koffern ausgestattet ist. Dann noch das Navi montieren und Halterungen für die Actioncam. Wir dürften insgesamt 16 Fahrer sein aus aller Welt. Deutsche, Briten, ein Schweizer, Neuseeländer, Amerikaner und Australier. Gefahren wird individuell oder in zwei Gruppen mit Guide und einem Begleitfahrzeug mit Ersatzmotorrad, größerem Gepäck, Werkzeug und weiterem. Man kann Routen auf Straße oder Offroad unterschiedlicher Schwierigkeiten wählen, deswegen ist ein Navi unabdingbar. Wie man fährt, bleibt jedem selbst überlassen, man trifft sich abends an den Hotels.
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    Trip start
    August 22, 2025