Pisa - der Piazza dei Miracoli
May 21 in Italy ⋅ ☀️ 25 °C
Die geschichtsträchtige Stadt Pisa liegt im Herzen der italienischen Toskana am Fluss Arno und verdankt ihren Ruhm vor allem einem architektonischen Missgeschick, das sie zu einer der bedeutendsten Touristenmetropolen Europas gemacht hat. Die Geschichte des Turms begann am 9. August 1173; bereits 1185, nach Fertigstellung der dritten Etage, setzte wegen eines nur drei Meter tiefen Fundaments auf dem lehmig-sandigen Boden des Arno eine Neigung nach Süden ein. Der Bau wurde erst um 1272 fortgesetzt; die Baumeister kompensierten die Schieflage, indem sie die folgenden Stockwerke auf der tiefer liegenden Seite höher aufbauten. 1372 war die Glockenkammer fertig, der Turm wies damals etwa 1,6° Neigung auf. In den 1930er Jahren verschlechterten Maßnahmen unter Mussolinis Regime die Lage, und 1990 erreichte die Neigung einen kritischen Wert von 5,5°, woraufhin der Turm für elf Jahre gesperrt wurde da mit einem Zusammenbruch gerechnet werden musste. Zunächst wurden provisorische Maßnahmen wie riesige Stahlseile und ein Gegengewicht aus 600 Tonnen Bleibarren eingesetzt; ab 1999 bohrten Ingenieure 41 schräge Rohre und entnahmen gezielt etwa 38 m³ Erdreich unter der Nordseite, sodass sich das Fundament kontrolliert setzte. 2001 wurde der Turm wieder geöffnet. Rund 300 Stufen sind es bis nach oben, dafür wird man mit einem weiten Ausblick über die Stadt belohnt.
Das touristische Leben konzentriert sich fast vollständig auf die weltberühmte Piazza dei Miracoli, den Platz der Wunder, der als Unesco-Weltkulturerbe unter Schutz steht. Direkt neben dem schiefen Turm steht der Dom Santa Maria Assunta, ein Prachtbau aus weißem Marmor, dessen Innenraum durch eine prunkvolle Kassettendecke und eine kunstvoll gemeißelte Kanzel fasziniert. Den Platz vervollständigen das kreisrunde Baptisterium, welches als größte Taufkirche der christlichen Welt gilt und für seine vollendete Akustik berühmt ist, sowie der Camposanto Monumentale, ein friedvoller, klosterähnlicher Friedhof mit antiken Sarkophagen und zahlreichen historischen Fresken. Besucht haben wir auch das Museo delle Sinopie und das Opera del Duomo. Mehr zu der Stadt im nächsten Post.Read more

























