• Unterwegs im Glasriket bei Kosta Boda

    August 27 in Sweden ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir sind in der Region des Glasriket, des Königreich des Glases oder dem Kristallreich, gelegen in Småland zwischen Kalmar und Växjö, mit Orten wie Kosta, Orrefors, Boda und Målerås, wo traditionsreiche Glashütten besichtigt werden können. Die nehmen wir uns die nächsten beiden Tage vor. Unser erstes Ziel, Boda, gehört zu den bekanntesten Glashütten Schwedens. Was einen Besuch hier so besonders macht, ist die Offenheit der Werkshalle: Man geht durch den Besuchereingang direkt hinein und kann den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen. Es gibt keine strikte Tour mit Absperrungen, sondern man bewegt sich frei zwischen den Öfen und den Arbeitsplätzen der Glasbläser und schaut ihnen bei der Arbeit zu. Es ist einfach faszinierend, den Handwerkern beim Formen der Glasobjekte über die Schulter zu schauen. Besucher können sich sogar selbst als Glasbläser versuchen und sich die Fertigkeiten von erfahrenen Experten erklären lassen – meist mit dem Ergebnis, dass die eigenen Versuche eher schief geraten, was aber Teil des Reizes ist.
    1742 gründeten Andreas Koskull und Georg B. Staël von Holstein die Firma, 1864 wurde sie um die Glashütte Boda erweitert, woraus später der heutige Name Kosta Boda entstand. In den ersten anderthalb Jahrhunderten stellte man vor allem Gebrauchsglas her – Fensterscheiben, Flaschen, Trinkgläser – für Adel und wohlhabende Bürger, bevor ab 1898 mit Gunnar Wennerberg erstmals ein eigener Designer engagiert wurde und die Hütte sich zunehmend der Kunstglasproduktion zuwandte. Heute prägen Namen wie Bertil Vallien, Ulrika Hydman-Vallien oder Kjell Engman das künstlerische Profil der Marke; ihre Ateliers befinden sich direkt vor Ort in der Werkshütte. Der Fabrikverkauf selbst ist sehr gut sortiert und bietet faszinierende Stücke aus der Hand der Glasbläser - sofern man ausreichend Kleingeld hat. So ein Glasobjekt kostet schon mal mehrere tausend Euro und Vasen um 500 bis 1000 Euro stehen stapelweise herum.
    Gleich gegenüber liegt Südschwedens größtes Bekleidungs-Outlet, sodass sich der Ausflug auch für alle lohnt, die nach dem Glas noch shoppen möchten. Wir jedenfalls ließen es bleiben, wollten weiter in die nächste Glashütte.
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