Kalmar, das Schloss und der Dom
August 31 in Sweden ⋅ ☁️ 19 °C
Wir sind am Schloss Kalmar,. Um 1180 ließ König Knut Eriksson auf einer Halbinsel am Kalmarsund einen Verteidigungsturm errichten, der die Stadt vor Piraten und Angreifern von See her schützen sollte. Mithin die Gründung der heutigen Burganlage. Ende des 13. Jahrhunderts erweiterte König Magnus Ladulås die Anlage dann zu einer Burg mit Ringmauer. Weil die dänische Grenze damals unmittelbar südlich von Kalmar verlief - Schonen, Blekinge und Halland gehörten bis 1658 zu Dänemark - baute man die Burg zu einer der wichtigsten Festungen Schwedens aus - als "Schlüssel zum Reich" bezeichnet. Das bedeutendste Ereignis dieser Zeit: 1397 wurde hier unter Königin Margarethe die Kalmarer Union geschlossen, der Zusammenschluss von Schweden, Dänemark und Norwegen unter einer Krone, der fast 150 Jahre Bestand hatte.
Unter den Wasa-Königen Gustav I., Erik XIV. und Johan III. wurde die mittelalterliche Burg in einen Renaissancepalast nach kontinentalem Vorbild verwandelt. Europäische Künstler und Handwerker gestalteten Innenräume wie den Goldenen Saal mit den vergoldeten Kassettendecke von 1576 und Erik XIV.s Schlafgemach mit Intarsien und Fresken. Die Schlosskirche stammt aus dem Jahr 1592; die dort erhaltenen Königsstühle wurden 1620 für die geplante Hochzeit Gustav II. Adolfs mit Maria Eleonora angefertigt – die wegen einer Pestepidemie in Kalmar dann kurzfristig nach Stockholm verlegt werden musste.
Seit 1592 blieb die bauliche Substanz im Kern unverändert. Das Schloss gilt heute als das am besten erhaltene Renaissanceschloss Nordeuropas, ist seit 1935 als Byggnadsminne (Baudenkmal) geschützt und beherbergt seit 1870 das Kalmar Museum mit Dauerausstellungen zur Kalmarer Union, zum Kalmarkrieg und zur Wasa-Zeit.
Man erfährt auch viel zum Leben an Hof zur Zeit der Wasa-Dynastie: So etwa zum Verbrauch von Lebensmitteln und Luxuswaren. Die Auflistung des privaten Monatsbedarfs von Johann III. vermittelt einen Eindruck von den Mengen: 63 Ochsen, 28 Kälber, 298 Schafe und Lämmer, 26 Hasen, 63 Gänse, 980 Hühner und Hähnchen, 950 Wildvögel, 7 Fässer eingelegtes (gesalzenes) Geflügel, 858 Lachse und Hechte, 6 Fässer gesalzener Fisch, Ochsenzungen, Schinken, Schweinerücken u.a.m. Auch Bier wird in riesigen Mengen importiert. Im Jahr 1551 führt man neben der einheimischen Produktion 3654 Fässer Bier nach Kalmar ein. Wein wird grundsätzlich importiert, und nach dem Ende eines Reichstages am 2. Juli 1573 fließen 203 Liter Malvasir. Laut einer Randnotiz
war königliche Majestät lustig und es sollte an nichts gespart werden.
Die Stadt Kalmar hat rund 40.000 Einwohner, ist die drittgrößte Stadt Smålands und blickt auf eine über tausendjährige Geschichte als nordisches Macht- und Handelszentrum zurück. Im Mittelalter unterhielt hier die Hanse eine Niederlassung; exportiert wurden Kalkstein von Öland, Teer, Holz, Eisen und Butter. Kalmar wurde 1986 mit dem Europa-Nostra-Preis für die Erhaltung seines historischen Stadtbilds ausgezeichnet. Zentral auf dem Stortorget, dem Marktplatz findet sich der Dom, von 1660 bis 1703 errichtet. Der Bauherr ließ sich von römischen Renaissancekirchen inspirieren; das Ergebnis ist ein streng klassizistischer Bau mit vier Türmen ohne Kuppel. Von 1602 bis 1915 war der Dom Bischofssitz. Zur Ausstattung zählen ein Barockaltar von 1704 sowie die Kanzel aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.Read more




















