• Die Kronan - Geschichte hautnah erlebt

    September 1 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C

    Am Vormittag sind wir vom Stellplatz zum Kalmaer Länts Museum gelaufen. Hier finden sich die Überreste eines der mächtigsten schwedischen Kriegsschiffe aus dem 17. Jahrhundert, die der Kronan. Sie war, neben der Vasa, eines der größten Segelschiffe seiner Zeit, gebaut für den Einsatz im Schonischen Krieg. Am 1. Juni 1676 kenterte das Schiff vor der Südspitze Ölands bei starkem Südwestwind – vermutlich weil die Segel angesichts des Feindes nicht rechtzeitig gerefft wurden, explodierte und sank. Von rund 800 bis 850 Mann Besatzung überlebten nur etwa 40. Der Untergang gilt als eine der größten Katastrophen der schwedischen Seefahrtsgeschichte.
    Noch im selben Jahrhundert wurden mit einer primitiven Taucherglocke einige der wertvollen Bronzekanonen geborgen (1782 über 60 Stück), danach geriet das Wrack für rund 300 Jahre in Vergessenheit. Erst 1980 wurde es von Anders Franzén – der zuvor bereits das Wrack der Vasa entdeckt hatte – in etwa 26 bis 27 Metern Tiefe wiedergefunden. Seither laufen marinarchäologische Ausgrabungen; rund 95 % des Rumpfbereichs sind inzwischen untersucht.
    Zu den bedeutendsten Funden zählen zwei Goldmünzschätze, darunter der größte je in Schweden gefundene, zudem zwei der größten in Schweden geborgenen maritimen Silbermünzschätze, mehr als 40 bronzene Kanonen, ein Kabinettschrank eines Offiziers mit 54 Einzelobjekten wie Navigationsinstrumente, Münzen und Werkzeuge oder die 1999 gefundenen Überreste eines Besatzungsmitglieds, dessen Gesicht mittlerweile mithilfe moderner Forensik rekonstruiert werden konnte. Insgesamt wurden bislang rund 35.000 Objekte geborgen.
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