• Schlössertour Teil II - Gripsholm

    September 6 in Sweden ⋅ ☀️ 18 °C

    Nach den wenigen Menschen in Tullgarn war Gripsholm ein deutlicher Kontrast – hier waren wir bei Weitem nicht mehr allein unterwegs. Kein Wunder: Gripsholm ist im Unterschied zu Tullgarn auch bis zum 15. September noch täglich geöffnet, liegt zudem direkt am charmanten Städtchen Mariefred und gehört zu den bekannteren der königlichen Schlösser. Trotzdem hielt sich der Andrang heute in Grenzen – gut zu bewältigen. In den Sälen war sogar recht wenig los. Was hier wohl an einem echten Sommer-Sonntag in der Hochsaison los sein muss, will ich lieber gar nicht wissen.
    Das Schloss selbst wurde 1537 von Gustav Wasa auf einer Insel im Mälarsee gegründet, direkt gegenüber von Mariefred, mit den charakteristischen runden Ecktürmen. Es beherbergt die Svenska statens porträttsamling – die älteste nationale Porträtgalerie der Welt, mit Bildnissen bedeutender Schweden von Gustav Wasas Zeit bis heute, darunter auch bekannte Namen wie Greta Garbo oder August Strindberg. Allein im Schloss sind 800 Gemälde ausgestellt, die Sammlung umfasst deutlich über 5000 Portraits. Sie gilt als älteste nationale Porträtsammlung der Welt, geht auf Gustav Wasas Kunstsammlung im 16. Jahrhundert zurück und wurde 1822 offiziell gegründet.
    In der Rustkammer wartet ein ausgestopfter Löwe neben Rüstungen aus der Zeit Gustavs III., dazu winklige Gänge, historische Gemächer und Gustavs III. eigenes kleines Schlosstheater. Man gönnt sich ja sonst nichts: 781 beauftragte Gustav III. – als „Theaterkönig" bekannt für seine Leidenschaft für Schauspiel – den Architekten Erik Palmstedt mit dem Umbau einer kleineren Bühne zu einer vollwertigen Hoftheater-Anlage. Palmstedt nutzte die kreisrunde Form des Turms geschickt, um trotz beengter Platzverhältnisse eine funktionstüchtige Bühne samt Zuschauerraum unterzubringen, und ließ sich dabei von seinen Reisen durch Italiens und Europas Architektur inspirieren. Der Salon war für rund 60 Gäste ausgelegt, inklusive Majestätsloge und Botschafterlogen. Für nicht-adliges Personal gab es zusätzlich Plätze im Kuppelgewölbe, von wo Bedienstete auf königliche Anweisung ebenfalls zuschauen durften. Auch verstellbare Kulissen sind vorhanden, dafür gibt es hinter der Bühne einen speziellen Technikraum.
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