• Grablege der Könige - der Dom zu Uppsala

    September 9 in Sweden ⋅ ☁️ 17 °C

    Der Dom zu Uppsala, die größte und höchste Kirche Skandinaviens, beeindruckt bereits von außen durch seine markanten, fast 120 Meter hohen gotischen Türme, die die Silhouette der geschichtsträchtigen Universitätsstadt dominieren. Doch das wahre Herzstück dieses monumentalen Backsteinbaus aus dem 13. Jahrhundert offenbart sich im Inneren, direkt hinter dem Hauptaltar, in Form eines der bedeutendsten historischen Monumente Schwedens: den königlichen Prunksarkophag von König Gustav I. Wasa (1496 bis 1560). Der Begründer der Wasa-Dynastie und Einiger des modernen schwedischen Reiches ruht in einem monumentalen Grabmal aus rotem Marmor und weißen Alabaster. Auf dem Sarkophag thronen die lebensechten Liegefiguren des Königs und seiner ersten beiden Ehefrauen, Katharina von Sachsen-Lauenburg und Margareta Leijonhufvud, während seine dritte Gemahlin, Katharina Stenbock, in der Gruft direkt darunter beigesetzt ist.
    Dieses Areal im hinteren Teil des Doms gleicht einer schwedischen Herrschergalerie. Nur wenige Schritte entfernt, in der ehemaligen Sakristei, zieht das Grabmonument seines Sohnes König Johann III. und dessen polnischer Gattin Katharina Jagiellonica die Blicke auf sich. Unweit davon ruht in einem vergoldeten Schrein der Schutzpatron Schwedens, König Erik der Heilige (Erik IX). Die Legende besagt, dass Erik von Feinden brutal angegriffen und schließlich enthauptet wurde. Die Forscher fanden an den Beinknochen Spuren von heftigen Hieben und – als finalen Beweis – einen tiefen Schnitt am Halswirbel, der die Enthauptung zweifelsfrei belegt.
    Neben den königlichen Ruhestätten birgt der Dom, der über Jahrhunderte hinweg die traditionelle Krönungs- und Grabkirche der schwedischen Monarchen war, noch weitere historische Schätze. So findet man nahe dem Haupteingang die schlichte Grabplatte des weltberühmten Botanikers Carl von Linné und in den barocken Seitenkapellen die Gräber des Universalgelehrten Olof Rudbeck sowie des Friedensnobelpreisträgers Dag Hammarskjöld. Ein Rundgang durch dieses ehrwürdige Gemäuer verbindet auf faszinierende Weise die mittelalterliche Sakralarchitektur mit den prägenden Epochen der schwedischen Nationalgeschichte.
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