• Gamla Uppsala - einst das machtpolitische Zentrum

    September 9 in Sweden ⋅ ⛅ 18 °C

    Gamla Uppsala war einst religiöses und machtpolitisches Zentrum Schwedens – von hier aus regierten die ersten schwedischen Könige. Nach der Christianisierung wurde der Ort 1164 sogar Erzbischofssitz, bis nach einem Kirchenbrand 1273 der Bischofssitz ins heutige Uppsala verlegt wurde. Wahrzeichen sind die drei großen Königshügel (Kungshögarna) aus dem 6. Jahrhundert, Brandgräber der Vendelzeit. Bis heute ist nicht geklärt, wer darin bestattet wurde – sicher ist nur, dass es sich um hochrangige Persönlichkeiten handelte. Im Osthügel fanden sich Reste eines Helms und goldene Fragmente, im Westhügel die Überreste eines Habichts, vermutlich eines Jagdvogels der damaligen Elite. Die Hügel liegen inmitten eines weitläufigen Gräberfelds mit rund 3.000 Gräbern. Der Sage nach – überliefert in der isländischen Ynglingasaga – sollen hier die legendären Sveakönige Aun, Egil und Adils bestattet sein, eine Zuordnung, die auf eine Theorie des Archäologen Birger Nerman aus dem Jahr 1913 zurückgeht. Neuere Untersuchungen datierten die Hügel jedoch rund 100 Jahre jünger als die Regierungszeit dieser Könige – die Verbindung bleibt damit wohl eine Legende.
    Wir unternahmen eine kurze Wanderung rund um die Grabhügel, die auch an der kleinen Steinkirche vorbeiführte – einst erste Kathedrale Schwedens, vermutet an der Stelle des sagenumwobenen heidnischen Tempels, den Adam von Bremen beschrieb – sowie zum Freilichtmuseum Disagården. Das 1931 gegründete Museum zeigt rund 26 Holzgebäude aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die aus verschiedenen Teilen Upplands hierher versetzt wurden, und vermittelt einen Eindruck vom bäuerlichen Leben der Region im 19. Jahrhundert – mit Wohnhäusern, Höfen und frei laufenden Tieren.
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