Spikens Fiskeläge
September 14 in Sweden
☁️ 16 °C
Am äußersten Zipfel der Insel Kållandsö, nur wenige Kilometer von Schloss Läckö entfernt, liegt Spiken, einer der größten Binnenfischereihäfen Europas. Der Ort blickt auf eine jahrhundertealte Tradition als Fischerdorf zurück; Anfang der 1980er-Jahre wurde der Hafen zu einer modernen Fischereianlage ausgebaut, die bis heute von den Berufsfischern selbst betrieben wird.
In der Sommersaison, vor allem zwischen Mai und August, herrscht hier reges Treiben: Die Räuchereien laufen auf Hochtouren, an den Sjöbodar (Fischerhütten) werden frisch geräucherter Fisch und veredelte Produkte verkauft – allen voran das begehrte Vänerlöjrom, der Rogen der Kleinen Maräne, der oft als Gold des Vänernsees bezeichnet wird. Restaurants, Cafés, Kunst- und Handwerksläden sowie ein Gästehafen mit Blauer Flagge ziehen dann zahlreiche Besucher an; auch zu Weihnachts- und Ostermärkten sowie am Tag des Löjroms ist der Hafen belebt.
Jetzt, außerhalb der Saison, ist davon wenig zu spüren: Die Räuchereien, Läden und Lokale sind geschlossen - bis auf ein Restaurant von 11 bis 16 Uhr, nur vereinzelt sind Besucher unterwegs. Stattdessen begegnet man vor allem einzelnen Menschen, die hier leben und arbeiten – manche nutzen die ruhige Zeit für Renovierungsarbeiten an Häusern und Booten.
Dass das Angeln hier traditionell eine zentrale Rolle spielt, zeigt schon die Zahl der Boote im Hafen. Von den rund 60 verbliebenen Berufsfischern am gesamten Vänernsee ist etwa ein Viertel in Spiken aktiv, gefangen werden vor allem Zander, Hecht, Barsch, Lachs, Forelle und die genannte Kleine Maräne. Auch Freizeitangler dürfen auf dem Vänern mit der Handangel kostenlos angeln – ganz ohne Angelkarte, sowohl auf privatem als auch auf öffentlichem Wasser. Dabei gelten jedoch feste Regeln: Mindestmaße, Schonzeiten und eine Fangbegrenzung von maximal drei Lachsen oder Forellen pro Angler und Tag. Für den bedrohten Gullspångslachs, den weltweit größten Süßwasserlachs mit über 20 kg Gewicht, gilt seit 2021 ein ganzjähriges Fangverbot.Read more
















