• Butambala Sazza FC - Gomba Lions FC

    October 3 in Uganda ⋅ ☁️ 28 °C

    Zunächst lassen wir den Tag entspannt angehen, bestellen uns Frühstück und chillen ein wenig.
    Danach organisieren wir uns ein Taxi, denn es steht Fußball und somit der Länderpunkt Uganda auf dem Plan.
    Leider haben wir hier kein Glück mit einem Länderspiel, weshalb der lokale Masaza Cup herhalten muss.
    Dort treten alle Regionen Ugandas gegeneinander an. Das heutige Halbfinale findet ca. 2 Stunden außerhalb von Kampala statt.
    Hätten wir vorab nicht auf Facebook Bilder und Videos von den vorherigen Spielen gesehen, wären wir wahrscheinlich völlig geschockt gewesen. Denn was hier heute auf uns wartet, damit hat keiner gerechnet.

    Mit einer kleinen Vorahnung fahren wir schon rechtzeitig los und bis kurz vor dem Spielort wirkt noch alles sehr entspannt.
    Doch spätestens im Ort selbst, kann man schon erahnen, dass hier heute gut was los sein wird.
    Nachdem wir noch fix die Rückfahrt mit unserem Taxifahrer geklärt haben, lässt er uns in einem Getümmel und Gewusel direkt vor dem Ground raus.
    Dort gibt es zunächst für knapp 2€ Eintrittskarten und auch diverse Fanartikel.
    Natürlich sind die drei deutschen Heinze von Anfang an das Highlight und der Hingucker schlechthin.
    Der Ground selbst ist eigentlich nur ein kleiner Sportplatz auf einem Schulgelände ohne nennenswerten Ausbau. Lediglich Holzzäune wurden für das Spiel um den Platz installiert.
    Rund um das Spielfeld haben sich schon einige hundert Leute angesammelt und es wird fleißig gegrillt und konsumiert.

    Selbst ein Regenschauer hält die meisten nicht auf. Während wir uns und einige Grillmeister mit ihren Grills in eines der Schulgebäude verziehen, bleibt der Großteil knallhart und bereitet das Essen auch im Regen zu.

    Kurz vor Anpfiff begeben wir uns dann auch an den Platz und versuchen eine einigermaßen gute Sicht zu bekommen, denn mittlerweile ist die Bude gerammelt voll und wir natürlich auch weiterhin die Attraktion.
    Da es langsam etwas wild wird, besorgen wir uns kurzerhand für einen kleinen Aufpreis Zugang zum VIP-Bereich, wo wir ein wenig Ruhe haben. Aber auch dort starren einen tausende Augen dauerhaft an.
    Zum Anpfiff dürfen wir alle drei noch ein kurzes Radiointerview geben, bevor dann endlich der Ball rollt und die Zuschauer noch wilder werden.
    Es wird fleißig mit Tröten und Trommeln Lärm gemacht, während sich auf der Seite der Gäste die ganze Zeit ein "Marsch" von links nach rechts bewegt.
    Immer wieder werden wir angesprochen mit "Bro" oder einfach "How are you", sodass es langsam echt nervig wird. Gleiches gilt für Bilder mit und von uns machen.
    Das kostet alles Nerven und ist absolut anstrengend.

    Das Spiel plätschert so vor sich hin, wobei die Gäste von den Gomba Lions, die auch als Favorit und Rekordsieger ins Spiel gegangen sind, deutlich mehr vom Spiel haben.
    Das Hinspiel hatten sie auch schon mit 2:0 gewonnen.
    Als dann kurz vor der Pause das 0:1 fällt, brechen bei den meisten der knapp 8.000 anwesenden Fans alle Dämme und es wird mal so richtig laut.
    Und ja, wir sind quasi immernoch bei einem Dorfkick.
    Dies ist auch der Endstand, sodass die Gomba Lions erneut ins Finale einziehen.

    Nach diesen krassen Eindrücken, die nach dem Spiel bei der Abreise bis zwei Dörfer weiter gehen, machen wir uns mit unserem Fahrer wieder auf den Heimweg.

    Eigentlich wollten wir uns Morgen das zweite Halbfinale auch noch geben, aber das lassen wir wohl mal sausen, denn noch so einen Tag überstehen wir nicht.

    Zurück in der heißen Unterkunft, bestellen wir uns nur noch Essen und es geht rechtzeitig und völlig kaputt ins Bett.
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