• Tag 15 von ?

    June 18 in Finland ⋅ 🌧 8 °C

    Tag 6 auf dem KARHUNKIERROS Trail

    Bei jeder Wanderung hast du mindestens so einen Tag. Einen Tag, wo du dich laufend fragst „ Was mache ich hier eigentlich? Warum sitze ich nicht mit einem Schirmchencocktail am Strand? Oder zu Hause in meinem gemütlichen Sessel?“ Dieser Tag war heute 🫩.

    Aufstehen- es regnet.
    Zelt abbauen - es regnet. Toll so ein naßes Zelt im Rucksack.
    Frühstück- es regnet. Ich habe es mir unter dem Dach eines kleinen Holzschuppens gemütlich gemacht und gefrühstückt.
    Let‘s go- natürlich regnet es und der Weg ging so weiter, wie er gestern Abend geendet hat. Und es regnet und regnet und regnet…
    Da kannst du dich nicht mal irgendwo für ein Päuschen hinsetzten. Schuhe nass, Socken nass, eigentlich alles nass, auch wenn du Regenklamotten an hast. Man schwitzt darunter.
    Ich war so dankbar, als ich kurz vor meinem Ziel eine typische finnische Hütte mit Feuerstelle entdeckte. Eigentlich sind die ein wenig gruselig, weil sie innen so duster sind. Nur die Tür hat ein kleines Fenster.
    In der Mitte eine Feuerstelle und rundherum Sitzbänke.
    Erstmal Holz gehackt, davon liegt an jeder Feuerstelle/ Rastplatz jede Menge. Und auch fast immer ne Axt 🪓 und/ oder ne Säge 🪚. Feuerchen gemacht und alle nassen Klamotten ringsherum aufgehängt. Die Leinen hingen schon. Hab mich da zwei Stunden lang aufgewärmt, mir noch nen Pudding gekocht und fast alles, außer die Schuhe, trocken bekommen.
    Das letzte Stück bis zum Shelter war dann nicht mehr so schlimm.
    Nochmal ein traumhafter Platz, direkt am Fluss 😍. Kein Mobilfunk Netz.
    Halten wir es wie Pippi - „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“

    Ich habe am Morgen eine Entscheidung für den letzten Abschnitt des Trails getroffen.

    Ich hatte von Anfang an großen Respekt vor den letzten zehn Kilometern. Diese führen über zwei Berge und haben zum Teil alpinen Charakter. Klettersteige, Seile, an denen du dich hochziehen oder ablassen musst, weil es so steil ist. Ich habe ca. 12Kilo auf dem Rücken, müsste zusätzlich Wasser mitnehmen, da es keine Möglichkeit gibt, auf den letzten 10 Kilometern Wasser zu fassen, also nochmal +5 Kilo Minimum. Da durch den vielen Regen und morgen soll es wieder regnen, auch noch alles matschig und rutschig ist, habe ich mich entschieden, diesen letzten Abschnitt nicht zu gehen. Safety First, mein Weg, meine Entscheidungen, mein Leben.
    Ich nutze die letzte Möglichkeit mit Busstopp um in Juuma, bei der kleinen Bärenrunde, auszusteigen. Mir fehlen jetzt die letzten zwanzig Kilometer, aber hej, 62 ist ne coole Zahl 😍.
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