Granny meets the world

KERSTIN: 50+; Mutter; Großmutter; Single; Reisende privat und beruflich; MOTIVATION für diesen Blog: Familie und Freunde über meine Reiseabenteuer auf dem Laufenden zu halten; Reisetagebuch; Eindrücke, Erlebnisse, Fotos und Gedanken teilen;
Living in: Erfurt, Deutschland
  • Day717

    Münster Bad Doberan

    September 2 in Germany

    Umgeben vom wunderschönen und weitläufigen Klosterpark mit kleinen Teichen und dicken alten Bäumen, mitten in der Innenstadt von Bad Doberan, liegt das Doberaner Münster.
    Auf dem Weg nach Nienhagen am Vortag bin ich darüber „gestolpert“ und habe zum Abschluss meines Wochenendtrips noch einen „Kulturabstecher“ gemacht.
    Die imposante Zisterzienserkirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut und hat bis heute die vollständigste mittelalterliche Ausstattung Europas. Über die Jahrhunderte war das Doberaner Münster Grabstelle mecklenburgischer Herzöge und vieler Adliger. Die sehr alten Grabplatten kann man im Münster noch sehen.
    Im Park findet man Ruinen alter Nebengebäude der Klosteranlage und viele Apfelbäume im Klostergarten.
    Wem ein Apfel aus dem Klostergarten als Stärkung nicht genügt, dem empfehle ich noch einen Abstecher ins Torhaus, gleich um die Ecke. Kleine aber feine süße und deftige Stärkungen erwarten einen dort.
    Ein weiteres Highlight in Bad Doberan ist „Molli“. Eine Dampflokbetriebene Schmalspurbahn, die mitten durch die Innenstadt fährt. Mit ihr kann man eine nostalgische Fahrt bis nach Kühlungsborn antreten. Da steht schon mal der Verkehr still, wenn „Molli“ durch den Ort schnauft.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day716

    Gespensterwald

    September 1 in Germany

    Bizarr und märchenhaft, nur in der Dämmerung etwas gespenstisch, wirkt der Wald mit seinen windschiefen Bäumen, die nur noch im oberen Drittel grün sind.
    Zwischen Warnemünde und Kühlungsborn liegt das Ostseebad Nienhagen, westlich davon, auf einer Steilküste, findet man diesen urwüchsigen Gespensterwald, ja, der heißt wirklich so. Wanderwege führen durch die ca.170 Jahre alten Baumbestände und es soll die eine oder andere gespenstische Sage zu diesem Wald geben.
    Für die „Verformungen“ der Bäume ist die Natur verantwortlich. Wind, immer nur aus einer Richtung und die feuchte, salzhaltige Luft haben zu diesen knorrigen Stämmen und den spärlichen Kronen geführt.
    Zum Sonnenuntergang herrscht hier eine ganz besondere Stimmung. Die äußeren Bäume werden golden von der Sonne angestrahlt, geht man tiefer in den Wald, wird es schnell düster. Für die Romantiker - es gibt einige versteckte kleine Nischen mit Bänken direkt an der Steilküste für den Sonnenuntergang zu 👫.
    Ein Fotohotspot scheint das auch zu sein, hier standen einige Stative zum Sonnenuntergang, meins natürlich auch... und es gab einen perfekten Abgang der Sonne an diesem Abend.
    Vor diesem tollen Abschied der Sonne, habe ich eine Ausflug mit dem Rad nach Boltenhagen gemacht, war schwimmen und habe am recht leeren Strand rumgelegen. Und ich habe meinen Held des Tages getroffen, mein Hinterrad hatte mal wieder einen Platten und in einer Fahrradverleihstation habe ich eine Sofortreparatur bekommen 🙏. Sonst hätte ich 11 (elf) Kilometer schieben müssen... 😳 Wandern wollte ich doch im Gespensterwald und nicht auf der Landstraße mit dem Fahrrad unterm Arm.
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  • Day713

    Rostock und Warnemünde

    August 29 in Germany

    Beruflich in Rostock hat es mal mit einem sehr pünktlich Feierabend geklappt und nachdem wir, ich war mit Kollegen unterwegs, unser Hotel in Rostock am Neuen Markt bezogen hatten, sind wir mit der S- Bahn nach Warnemünde gefahren. Ziel war, sich einfach in einer Strandbar noch ein Feierabendgetränke zu gönnen und die Sonne zu genießen.
    Ja, Warnemünde ist sehr touristisch, ich mag es trotzdem, am Alten Strom bis zum Leuchtturm zu bummeln. Nach Cocktail am Strand, Abendessen im Touristengetümmel am Alten Strom und Rückkehr ins Zentrum von Rostock, sollte es noch ein touristisches Highlight von Rostock werden. Der „Brunnen der Lebenfreude“ hatte beim Stöbern zu den Sehenswürdigkeiten unsere Neugier geweckt, da er im Volksmund als „Pornobrunnen“ bezeichnet wird. Hintergrund war die Kritik der Menschen an diesem Kunstwerk. Man fand den „Hautkontakt“ der dargestellten unbekleideten Figuren zu eng... 🤔 😂. Über Schönheit von Kunst kann man bekanntlich streiten... mein Urteil.... schön ist anders, der Bummel durch die Straßen ist aber recht lohnenswert.
    Wir sind noch zum Alten Markt mit der Petrikirche. Die Kirche hat eine Aussichtsplattform, von dieser hat man einen tollen Blick über die Stadt, allerdings nicht mehr um 21 Uhr. Und ich habe am Alten Markt in Rostock Spuren meiner Vergangenheit gefunden, mal sehen, ob ich diese wieder wecken kann...
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  • Day711

    Kleinste Landeshauptstadt...

    August 27 in Germany

    Schwerin

    Ganz viel Wasser, ein Märchenschloss und eine pittoreske Altstadt mit tollen Residenzbauten und Fachwerkhäuser.
    Das Schloss, auf einer Insel im Schweriner See, ist schon sehr dominant im Stadtbild und sehr schön. Schon die Anfahrt Richtung Altstadt bietet einen beeindruckenden Blick auf dieses imposante Bauwerk.
    Jahrhundertelang war das Schoss Residenz der mecklenburgischen Herzöge, heute regiert dort der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.
    In der Altstadt findet man viele fotogene Fachwerkhäuser und liebevoll sanierte Barockbauten. Ein Bummel durch die Altstadt kann ich nur empfehlen, einfach treiben lassen, man entdeckt an jeder Ecke etwas.
    Auch der Schweriner Dom ist beeindruckend, nur leider zum Feierabend Sightseeing schon geschlossen, ich war zum Arbeiten hier.
    Und wer nach ganz viel Sightseeing durch Schloss, den wunderschönen Schlosspark und die Altstadt hungrig ist, hier warten viele Cafés und Restaurants auf euch... Meine Empfehlung „Go Saleto“ in der Schoßstraße - tolles Ambiente und sehr leckeres Essen.
    Und, wann besucht ihr Schwerin?
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  • Day22

    Wenn mir vor fünf Jahren jemand erzählt hätte, dass ich mit dem Zelt alleine drei Wochen durch Schweden reisen werde..., ich hätte mal herzlich gelacht, das aber nie für möglich gehalten.
    Und heute, drei Wochen und ca. 4600 km später - es war der entspannteste und erholsamste Trip, den ich je gemacht habe. Das absolute Freiheitsgefühl - keine Termine, keine Uhr am Handgelenk, einfach tun, wozu man im Augenblick Lust hat und wenn es Nichtstun ist. Und auch immer wieder erstaunlich, mit wie wenig Dingen man doch auskommt, ohne etwas zu vermissen. Da passt mal wieder ein Zitat von Astrid Lindgren aus Ronja Räubertochter „War es nicht sonderbar, dass so wenig so glücklich machen konnte?“
    Und nein, ich werde mein Zelt nicht verkaufen, denn ich werde es wieder tun. Auch wenn ich die Reisenden im Camper schon etwas beneide. Du brauchst nur deinen Stuhl einräumen, den Stecker ziehen und bist wieder unterwegs. Ich habe da etwas länger gebraucht, bis alles abgebaut und verstaut war.
    Ich hatte sicher auch unheimliches Glück mit dem Wetter, Schweden ist jetzt nicht unbedingt das Land für Sonnenscheingarantie und drei Wochen nur Regen hätte sicher frustriert.
    Mir ist auch bewußt, dass nicht jeder sich in dieser Art seinen Urlaub zu verbringen wiederfindet. Für mich ist es auch ein Stück Herausforderung. Ich hatte sicher im Hinterkopf auch bedenken, was das Schlafen im Zelt betrifft, denn ich bin keine 25 mehr. Werden sich körperliche Einschränkungen bemerkbar machen, werde ich im Zelt frieren? Waren so die Bedenken. Ich habe weder gefroren, obwohl es Nächte mit Temperaturen unter 10 Grad gab, noch haben mich Rückenschmerzen oder ähnliches geplagt. Ich hatte ja auch morgens und abends meine Yogaübung. Das hab ich für mich so bezeichnet 😉 - oder wann habt ihr denn das letzte Mal eine Hose im Liegen an- oder ausgezogen 😉.
    Ich habe mich weder an einsamen Badestellen noch allein beim Wandern im Wald unwohl gefühlt. Ich bin einfach nur begeistert von diesen Landschaften, dieser Weite, dieser Stille, den tollen Sonnenuntergängen und Sonnenaufgängen...
    Ab Montag bestimmt die Uhr und mein Terminkalender wieder meinen Alltag und ich werde diese tollen Ausblicke aus meinem Zelt oder beim Frühstück vermissen.
    Schweden wird mich ganz sicher wiedersehen. Dieses Land ist so riesig und je nördlicher man kommt, um so schöner die Landschaften und um so einsamer die Gegend. Richtung Norden geht da noch einiges.
    Mal sehen, wo mein Zelt im nächsten Sommer steht. Norwegen hat auch spektakuläre Landschaften oder Island in Kombination mit den Färöer Inseln, da gibt es eine Fähre ab Dänemark hin...
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  • Day21

    Begegnungen

    June 30 in Sweden

    Drei Wochen ganz allein, ohne Kontakt, ohne Kommunikation mit anderen Menschen? Nein, das war es ganz sicher nicht. Es gab da einige Begegnungen. Ich habe natürlich Schweden getroffen, ich habe Landsleute aus Deutschland getroffen, Engländer, Schweizer, Niederländer, Österreicher, Polen...und, und, und.
    Hier nur mal ein paar Beispiele:
    Auf meinem ersten Campingplatz in Falsterbo habe ich an meinem letzten Abend zwei Jungs aus Deutschland den abendlichen Komfort gerettet. Ich kam gegen 23 Uhr vom Strand, das Licht war bei untergehender Sonne immer so toll, da standen die beiden mit ihren Rädern vor der um diese Uhrzeit geschlossen Rezeption. Ein häufiges Problem bei später Anreise. Einige Campingplätze stellen dir dann explizit frei, einfach einen Platz auszusuchen und am Morgen den CheckIn vorzunehmen, einige Plätze sind aber regelrecht zu. Aber selbst wenn du auf den Platz kommst, hast du keinen Zugang zu den Serviceeinrichtungen wie Toilette oder Dusche. Dafür benötigte man überall entweder einen Zahlencode, eine Chipkarte oder ganz oldschool einen Schlüssel.
    Die Jungs haben mich dann erstmal über die Gegebenheiten ausgefragt und sich dann entschieden zu bleiben und am Morgen einzuchecken, weil ich ihnen angebotenen habe meine Chipkarte für die sanitären Einrichtungen zu nutzen. Dafür gab es dann noch einen Erlebnisbericht, während sie ihr kleines Zelt neben meinem aufbauten. Die zwei sind den Radweg Berlin- Kopenhagen gefahren. Respekt! Da sie zeitlich so gut lagen und sie am Radfahren so einen Spaß hatten, sind sie einfach nach Schweden weiter geradelt. Und ich habe mir für meine „Rettung“ Punkte für‘s Karmakonto verdient 😉.
    Auf dem Platz in der Nähe von Vimmerby stand mir gegenüber ein Camper mit schwedischem Kennzeichen. Kennzeichen sagt aber nicht immer etwas über den Nutzer (ist bei meinem Auto ja auch so), denn genutzt hat ihn Sabine aus Fulda. Zwei alleinreisende Mädels kommen da schnell ins Gespräch. Wir waren dann gemeinsam wandern und haben einen Abend beim Wein gemütlich in ihrem Camper verbracht. Sie ist nach Stockholm geflogen und hat das Teil dort angemietet. Ich kam dann natürlich auch in den Genuss einer Camperbesichtigung, was natürlich Begehrlichkeiten geweckt hat- die Kosten lassen einen das wieder nüchtern betrachten.
    Eine ganz besondere Begegnung der etwas anderen Art hatte ich in Ystad auf dem Campingplatz. Ich war bis zum Abend mit meinem Radel unterwegs, der Ausflug nach Ales Stenar und das Mohnblumenfeld. Als ich zurück kam, stand zehn Meter neben meinem Zelt ein anderes kleines Zelt, Auto, deutsches Kennzeichen und ein Kajak oben drauf. Und ich denke so, ah, deutscher Nachbar, heute Kommunikation in meiner Muttersprache. Der Typ, ich schätze mal so Mitte 40, war so mufflig und maulfaul, das ich irgendwann aufgegeben habe und dann mit meinen schwedischen Nachbar ein Getränk genommen habe, die mir begeistert von ihren Urlauben in Schleswig-Holstein erzählt haben.
    Als der Typ am nächsten Morgen abgefahren ist, ich habe gerade gefrühstückt, hat er mich total erschrocken. Er hat einen ganzen Satz gesprochen - „Tschüss ich wünsche dir noch einen schönen Urlaub“ 😲.
    Auf meinem letzen Platz waren es die Schweizer, die waren dort in großer Anzahl vertreten, die Besitzerin des Campingplatzes war ein Schweitzer Mädel. Ich durfte jeden Abend die Angelerfolge der Männer bewundern und bin natürlich auch in den Genuss eines fangfrischen, gegrillten Fisches gekommen. Für solche Einladungen hatte ich genug Wein im Kofferraum 😂.
    Und sonst so... ich wurde auf jedem Platz angesprochen und das Thema war immer erstmal identisch.
    Mit dem Zelt ist man auf den Plätzen schon eine Ausnahme. Die kannst du meist an einer Hand abzählen. Die Meisten sind mit Camper, Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs. Und dann als Frau allein. Hier haben mich vor allem Mädels oder Frauen angesprochen und die Themen waren immer gleich. Allein, langweilig, einsam, Angst...hat die Menschen da beschäftigt.
    Männliche Zeitgenossen haben Hilfe angeboten oder Klugscheißer/ Besserwisser - Kommentare abgeliefert, wenn ich mein Zelt aufgebaut habe, während sie vor ihrem Luxuscamper gesessen haben 🙄.
    Es begegnet einem die gesamte Bandbreite menschlicher Charaktere, von lustig, über interessant, bis zum größten Ars...
    Langweilig war es nie. Campingplatz, auch so ein Ort für Studien über menschliches Miteinander.
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  • Day20

    Fast 1700 Kilometer bis nach Hause. Ganz schön heftig. Da ich mich Richtung Norden immer nur in kleinen Etappen bewegt habe, hatte ich das garnicht so auf dem Schirm,
    Ich bin wieder gut zu Hause angekommen. Mit einer kurzen Übernachtung im Hotel „Golf“ irgendwo in Dänemark in der Nähe von Odense.
    Als ich vor drei Wochen Richtung Schweden aufgebrochen bin, hatte ich das Mantra im Kopf „Fuß vom Gas“. Ganz wichtig für mich als Geschwindigkeitsjunkie und es ist mir nicht schwer gefallen. Man benötigt zwar mehr Zeit, es ist aber einfach nur entspannt.
    Ich hatte mich noch gefreut, dass mein Navi mir auch die festen Blitzer in Schweden anzeigt... braucht man überhaupt nicht, das machen die Schweden selbst. Etwa 200-400 Meter vor jedem Blitzer steht ein Schild mit einer Kamera drauf und drüber noch mal die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Da muss man schon sehr schlafen, um das zu übersehen. Allerdings sind gerade die Landstraßen und Schnellstraßen damit regelrecht bepflastert.
    Trotzdem halten sich fast alle immer an die zulässigen Geschwindigkeiten und ich fand das sehr entspannend, in Schweden Auto zu fahren.
    Die Straßen sind leer. Da kommt dir manchmal ewig kein Auto entgegen. Ich habe noch nie so oft meinen Tempomat genutzt und konnte Kilometer schrubben, ohne einmal auf die Bremse zu treten. Ausgebremst oft nur durch die auch sehr zahlreichen Kreisverkehre.
    Und bei diesem geringen Tempo kann man schön links und rechts die Gegend anschauen und entdeckt das eine oder andere.
    Landstraßen sind manchmal nur so breit, da passt nur ein Auto hin. Wir würden die wohl unter Wirtschaftsweg einordnen oder manche nur als Feldweg. Was mache ich bei Gegenverkehr 🤔. Am Anfang habe ich mich gefragt, was das weiße M auf blauem Grund bedeutet, das alle paar Meter mal links oder rechts auf so schmalen Straßen auftauchte. M für Meetingpoint? Fast, ich habe dann mal Google gefragt. Das sind gekennzeichnete Ausweichstellen bei Gegenverkehr. An dieser Stelle kann man, ohne Gefahr zu laufen im Straßengraben zu landen oder aufzusetzen, von der Straße ins Gras ausweichen.
    Ich bin Wege gefahren, da war ich mir nicht sicher, kannst du hier auch wenden oder musst du die fünf Kilometer rückwärtsfahren um hier wieder raus zu kommen.
    Von Wanderparkplätzen hatte ich machmal nur die GPS Daten, die waren nicht immer ganz genau. Und dann stehst du in der Pampa, mitten im Wald und das Navi behauptet, du hättest dein Ziel erreicht, aber kein Parkplatz da oder Hinweis darauf. Weiter fahren? Das waren nur noch schmale Wege durch den Wald. No Risk, no fun, ich bin immer weiter gefahren und irgendwann lichtete sich der Wald und da standen auch schon andere Fahrzeuge. War manchmal schon recht abenteuerlich.
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  • Day19

    Heute morgen hat der Wecker um 3:15 Uhr geklingelt. War nicht viel Schlaf bis dahin, aber das Schauspiel war es wert.
    Ich bin aus meinem Zelt gekrabbelt und habe gemütlich im meinem Stuhl auf die Sonne gewartet. Ganz hinten hing über dem See eine Nebelwand, das sieht man leider überhaupt nicht (ich brauch ein Zoomobjektiv 😎). Dieses Schauspiel, was das menschliche Auge erfasst, kann die Kamera gar nicht wieder geben. Dazu diese Stille, nur ab und an musste eine Möwe ihren Beitrag lautstark leisten. Und Emotionen bekommt man auch schlecht auf’s Bild. Auf meiner „Festplatte“ im Kopf sehen die Bilder ganz anders aus.
    Aber was brauchbares ist dabei, ich habe glaub ich an die 70 Fotos gemacht 😲.
    Als die Sonne dann komplett auf war, bin ich wieder schlafen gegangen.
    Heute morgen habe ich mir gut Zeit gelassen, erst schön gefrühstückt, ein letztes Mal mit diesem Blick, dann Zelt abgebaut...
    Ich hatte außer meinem Stuhl schon alles verpackt, ich glaube das Verlängerungskabel habe ich gerade eingeladen, da begann es mega laut zu knacken. Ich dachte erst in meine Auto ist was verrutscht, da sah ich, wie die Birke, die mir in den letzten Tagen auch mal Schatten gespendet hat, wie in Zeitlupe umfällt und im See landet.
    Da guckst du erst mal blöd 😱. Dann war auf dem verschlafenen Platz plötzlich richtig was los. Alle auf zum Schauplatz und ich durfte mir dann „Was wäre wenn...“ Geschichten anhören. Wenn er auf mein Auto gefallen wäre..., oder auf mein Zelt... in der Nacht! Ist er aber nicht. Alles gut! Nur schade um die Birke. Man hat gesehen, dass der Stamm innen von einem Pilz befallen war und heute hat sie nachgegeben und ist einfach umgefallen. Es war nicht mal windig.
    Als die Aufregung sich dann etwas gelegt hatte und man erste Pläne schmiedete, wie die „sterblichen Überreste“ beseitigt werden können, hab ich mich auf den Weg gemacht.
    Nach ca. 200 Kilometern war ich am nordöstlichsten Ende des Vänern und habe beschlossen noch mal schwimmen zu gehe. Es waren 28 Grad und der Tag sollte nicht nur aus fahren, fahren, fahren bestehen. So hatte ich noch ein wenig Urlaubsfeeling, auch wenn es kein Steg nur für mich war.
    Wahrscheinlich wird es zum Schlafen heute wieder Hotel „Golf“. Mal schauen wo.
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  • Day18

    Rättvik und Styggforsen

    June 27 in Sweden

    Heute wollte ich es noch mal versuchen, mit dem perfekten Sonnenaufgang. Die Kamera habe ich beim Schlafengehen neben meinem „Bett“ schon auf‘s Stativ gesetzt und mir den Wecker gestellt, auf 3:45 Uhr. War leider etwas zu spät, die Sonne war schon da. Ich habe ja morgen früh noch eine Chance.
    Da ich gestern nur gefaulenzt habe, mußte heute wieder eine Aktivität her. Ich habe einen Ausflug nach Rättvik am Siljansee gemacht, mir das Städtchen angesehen und dann eine kleine Wanderung nördlich von Rättvik mit abschließendem Besuch des Wasserfalls Styggforsen gemacht.
    Rättvik soll die Geburtsstätte des schwedischen Tourismus sein. 1894 hat man hier das erste Touristenhotel eröffnet. Saison ist das ganze Jahr, im Sommer lockt der See und im Winter die Berge und der Schnee die Wintersportler. Aus der Zeit stammt auch die Seebrücke von Rättvik, die fast 700 Meter in den See ragt. Ansonsten fand ich die Kirche noch sehenswert, direkt auf einem Hügel am See. Das war es dann aber auch schon. Sehr viele Menschen unterwegs und ein richtiges Flair hatte der Ort nicht. Also ab in den Wald. Natürlich gibt es, wie an jeder Ecke in Schweden, ein Naturreservat mit gut ausgeschilderten Wanderwegen.
    Kleine Rundwanderung durch den Wald, es ist hier nicht mehr nur flach, ein wenig bergauf und bergab, der Weg war ganz schön „verwurzelt“. Da muss man etwas mehr auf den Weg achten und nicht so viel links und rechts gucken. Ich bin dann noch zum Styggforsen gefahren, ein Wasserfall mit einer Fallhöhe von 36 Metern. Für mich war die Höhe spektakulären, nicht so sehr der Wasserfall. Der hatte auf Grund der Trockenheit auch relativ wenig Wasser. Fotos waren echt schwer dort, weil die Lichtverhältnisse so extrem waren. Oben strahlender Sonnenschein und unten im Wald ganz dunkel.
    Die letzten Kronen mussten noch „verfressen“ werden. Dafür gab es auf dem Rückweg einen leckeren Lachs in der Nähe von Mora.
    Jetzt sitze ich den letzten Abend vor dieser tollen Kulisse und will eigentlich nicht weg...😢
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  • Day17

    Noch einmal Nichts tun

    June 26 in Sweden

    ...das habe ich mir heute noch mal gegönnt.
    Gestern Abend wollte ich eigentlich wach bleiben, bis die Sonne wieder richtig aufgeht. Das ist echt nicht dunkel geworden. Das ist schon faszinierend, wenn man es selbst erlebt.
    Bin dann aber doch irgendwann eingepennt und wieder wach geworden, als mir die Sonne ins Gesicht schien, Zelt war ja offen. Da war es vier.
    Hab natürlich weitergeschlafen...
    Nach meinem Frühstück bin ich mit dem Radel am See entlang, um „meinen“ Badeplatz zu suchen. Du findest hier immer wieder einsame Plätze, ich liebe das. Es ist nicht so, dass da noch kein Mensch gewesen ist, da führt ja ein Weg hin und irgendwer muss ja den Badesteg gezimmert haben. Man findet die zwar überall, ich glaube aber nicht, dass die hier wachsen 😉. Witziger Weise hängt auch oft noch ein Rettungsring rum. Frage mich nur, wer mir den zuwirft, wenn ich am ersaufen bin. Na vielleicht gibt es ne App dafür 😂.
    Ich habe also meinen Tag rum bekommen mit auf‘s Wasser starren, ein wenig lesen, schwimmen im See und wenige Kilometer radeln. Es waren 26 Grad heute.
    Da ich euch nicht mit weiteren Bildern „See mit Wolken“ (hab da noch einige) langweilen will, hatte die Kamera heute auch nicht dabei, kommen wir mal zu den kulinarischen Highlights meiner Reise. Da gab es ja auch Fragen.
    Ich bin jetzt nicht so der Fan von kochen für mich alleine, sondern gehe lieber mal Essen. Das hat im Süden auch noch recht gut funktioniert. Auf Falsterbo war ich sehr lecker Fisch essen, in Ystad beim Italiener und habe im Restaurant auf dem Campingplatz auch mal Köttbullar gegessen. Schon anders als bei IKEA. Je weiter du in die Pampa kommst, das war ja mein Ziel, um so mehr entfernst du dich auch von kulinarischen Highlights. Da ist der nächste Supermarkt manchmal schon 20 Kilometer entfernt. Und immer nur Brot oder Brötchen 🤔, damit sind die Schweden auch weit entfernt von knusprig.
    Also musste meine Campingküche herhalten. Und ich bin inzwischen begeistert, was damit möglich ist.
    Vor dem Gaskocher hatte ich anfangs ja echt Respekt (hatte bei meinen Outdoorerfahrenen Kollegen am Anfang mal die einfache Frage gestellt „kann da was passieren, kann mir das Ding um die Ohren fliegen“ Antwort „ja, kann“ - hat mich voll beruhigt 😱). Inzwischen ist mein Gaskocher reine Routine. Mal abgesehen von Tee und Kaffeewasser, kann man damit auch echt kleine Mahlzeiten zubereiten. Und ich meine keine Fertiggerichte. Ich hab Spaghetti gekocht mit einer leckeren Tomatensoße, es gab Rührei, Spiegelei, heute sogar Frühstücksei, ich hab Pellkartoffeln mit lecker Matjes gegessen, kleine Schnitzelchen und Würstchen gebraten... ich war echt begeistert. Und das Beste, die Minitöpfe habe echte Singlegröße, da bleibt nichts übrig. Ich habe oft einen Salat gezaubert und zum Frühstück gab es in der Regel Müsli, Joghurt und frisches Obst und wenn es eine Bäckerversorgung auf dem Platz gab, eine Zimtschnecke, das wiederum können die Schweden richtig gut 😋.
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