KERSTIN: 50+; Mutter; Großmutter; Single; Reisende privat und beruflich; MOTIVATION für diesen Blog: Familie und Freunde über meine Reiseabenteuer auf dem Laufenden zu halten; Reisetagebuch; Eindrücke, Erlebnisse, Fotos und Gedanken teilen; Message
  • Day11

    Der Sörmlandsleden

    August 21 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C

    Ihr habt es doch sicher schon gegoogelt, oder?
    Der Sörmlandsleden ist ein Fernwanderweg von über 1000 Kilometern Länge, der durch die schwedische Provinz Sörmland verläuft.
    Theoretisch kannst du in Stockholm aus der U- Bahn steigen und direkt mit Etappe 1 starten. Der Hauptweg führt über ca. 60 Etappen und es gibt einige zusätzliche Nebenetappen oder Rundwege. Was sich mir allerdings nicht erschlossen hat, waren der Beginn oder das Ende der Etappe. Die Etappen sind zwischen 6 und 20 Kilometern lang und nicht immer findet sich am Ende einer Etappe ein Shelter oder Zeltwiese, Toilette oder Wasser, sondern einfach nur ein Schild mit der Karte der beendeten und der jetzt beginnenden Etappe 🤔. Wahrscheinlich willkürlich festgelegt, weil das Schild da gerade gut hinpasste 😅. Bis auf eine Etappe, die ich gelaufen bin, waren alle Etappen super gut markiert. Das ist auch wichtig, denn oft ist überhaupt kein Weg zu erkennen. Hüfthohe Farne, Birkenzweige links und rechts über dem Weg oder Heidegras, welches den Weg überwuchert oder auch mal Brennnesseln.
    Ich habe während einer Pause einen Schwatz mit einem Österreicher gemacht, der den ganzen Weg laufen wollte, gute 800 km hatte er schon weg und war auf dem Weg nach Stockholm. Er hat mir verraten welche Gegend die schönsten Plätze an Seen hatte und die Seendichte am größten ist (seiner Meinung nach). Ich hab es mir mal notiert 🙃.
    Warum dieser Weg? Ehrlich, ich weiß es nicht mehr. Ob ich auf Insta oder YouTube darüber gestolpert bin. Ich fand diese Runde sympathisch mit der Kilometeranzahl und der mir zur Verfügung stehenden Zeit. Ich hab so viele Wege auf meiner Liste und irgendwann mußte ich mich entscheiden.
    Es war unkompliziert hinzukommen, überhaupt das bewegen mit Öffi‘s in der schwedischen Provinz klappt super und es gab in der geplanten Hälfte eine Dusche (Campingplatz) praktisch direkt auf dem Weg.
    Ich bin jetzt nicht wie anfangs geplant die 92 Kilometer gelaufen, sondern es waren nach Anpassung nur noch 80 Kilometer. Mein Weg, meine Entscheidungen.
    Trotzdem bin ich stolz, das ich das geschafft habe, durchgezogen habe. Habe diese genialen Plätze vor allem an den Seen mit dieser Stille am Abend und am frühen Morgen sowas von genossen.
    Und ich bin meinem alten Körper sehr dankbar, dass er diese verrückten Sachen ohne zu rebellieren mitmacht. Keine Blasen, keine Kniebeschwerden, keine Rückenbeschwerden, nur Muskelkater.
    Der Rucksack ist, wenn er richtig sitzt, nur beim Auf- und Absetzten ein Monster.
    Die am meisten gestellte Frage: Hattest du Angst Nachts allein? Nein, ich hatte nicht ein einziges Mal ein ungutes Gefühl, weder beim Wandern, wo du auch kaum Menschen triffst, noch Nachts, und tatsächlich war ich nur in zwei Nächten ganz allein. Sonst hatte ich am Shelter oder Campingplatz immer Gesellschaft.
    Gab es wilde Tiere? Wahrscheinlich jede Menge, die aber vor mir mehr Angst hatten, als ich vor ihnen. Du scheuchst im Wald immer mal Vögel auf, ich habe ein Reh gesehen, welches 100 Meter vor mir den Forstweg überquert hat, aber schneller wieder weg war, als ich Kamera sagen kann. Ein Blindschleiche hat meinen Weg gekreuzt und das war es auch schon. Keine Mückenschwärme, das war ja so ein wenig meine Sorge und auch keine Elche, die „wohnen“ nämlich viel weiter nördlich.
    Wandern in Schweden ist einfach genial 😍.
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    Traveler

    Wunderfeine Photos!

    10/9/22Reply
     
  • Day11

    Tag 1 nach dem Sörmlandsleden

    August 21 in Sweden ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute Morgen bin ich mit dem FlixBus nach Stockholm gefahren. Von hier geht heute Nachmittag mein Zug nach Berlin.
    Ich habe Greg am Hauptbahnhof in ein Schließfach gesperrt. Ein wenig mit der Sorge, finde ich das Schließfach wieder und bekomme ich es auch wieder auf (Spoiler- hab ihn wieder 😊, aber ein Schnäppchen war das nicht, einfach mal vorher auf die Preistafel schauen).
    Ich hatte knapp fünf Stunden Zeit und wollte ein wenig durch die Stadt bummeln. Ich war ja im September 2017 schon mal hier.
    Das Zentrum um den Königspalast war heute eine einzige Party. Kulturfestival in Stockholm.
    Musik an jeder Ecke, von Klassik über Pop, Jazz und Folklore war alles dabei. Es wurde getanzt, gesungen und geschlemmt. Wie gestern in Nyköping, ein Riesen Volksfest. Voll das Kontrastprogramm zu meinem letzten Wochenende.
    Ich sitze jetzt im Zug Richtung Berlin, wo ich morgen gegen 9 Uhr ankomme.
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  • Day10

    Tag 9 auf dem Sörmlandsleden

    August 20 in Sweden ⋅ 🌧 20 °C

    Es gab Zeiten, da hing mir Hotelfrühstück echt zum Hals raus. Aber nach über einer Woche Haferbrei mit Trockenobst und Trockenmilch, war das ein Highlight am Morgen. Es gab sogar perfekte Frühstückseier. Danach noch Sauna, ein kleines Mittagsschläfchen und ich bin dann ins Städtchen. Übrigens zum Teil immer noch auf dem Sörmlandsleden, die Etappen 45 und 45:1 führen direkt durchs Städtchen.
    Was ich da für eine Werbung gelesen hatte, war eine Veranstaltung von vielen. Party in der ganzen Stadt. In jedem Park und auf dem Rathausplatz waren Veranstaltungen oder Märkte. „Park till Park“ - Livemusik, Kindertheater, lecker Essen und Getränke. Konnte mich kaum entschieden.
    Herausforderung auf den Märkten ist die Zahlung der Produkte für Touristen. Ich hatte mich ja in eine so schöne Keramiktasse verliebt. Zahlung ist aber bei so kleinen privaten Anbieter oft nur per Swish möglich, das ist ähnlich wie mobilepay in Dänemark oder vielleicht wie PayPal, nur einfacher. Bargeld wollen die Schweden überhaupt nicht mehr. Selbst das Hotel hat mich im Vorfeld mehrfach angetextet, dass man nur Kartenzahlung akzeptiert, no cash. Grundsätzlich habe ich damit kein Problem, nur Swish kannst du als Nichtschwede, nicht nutzen. Du brauchst eine schwedische Bankverbindung und eine schwedische Mobilfunknummer. Erstes bekommst du nur, wenn du eine schwedische Personennummer hast. Schade, dass wir uns da in Europa nicht auf ein System einigen können. Schade für die Töpferin, die mit mir Umsatz gemacht hätte und schade für mich oder eigentlich nicht. Mit Abstand betrachtet, was will ich mit der 1000 Tasse im Schrank, ich kann nur aus einer trinken. Aber schön war sie, sehr schön 🥰.
    Übrigens selbst die Kollekte in der Kirche wird per Swish gefüllt.
    Beim Essen hatte ich noch eine spannende Begegnung. Mich sprach ein älterer Herr an und mit älter meine ich älter. Er hat mir danach erzählt, dass er als junger Mann 1950 in Hamburg war.
    Er sprach mich auf schwedische an. Mein schwedische Sprachwortschatz, also was ich wirklich sprechen kann, besteht aus „hej“, „tack“ und „Jag kan inte svenska“. Ich letzteres geantwortet und er im perfekten Deutsch, „Bist du Deutsche? Hat er wahrscheinlich aus meinem perfekten schwedisch gesprochen Satz herausgehört.
    Er war mal Skilehrer in Österreich und kann deshalb deutsch, manchmal fehlten ihm die Vokabeln, da hat er sich mit englischen beholfen. Wir haben eine ganze Weile geschwatzt, er hat mir ein wenig über Nyköping erzählt, war ein wenig fassungslos, dass ich allein unterwegs bin und hat sich zum Schluss bei mir bedankt, dass er mal wieder deutsch sprechen konnte. Ich liebe solche Begegnung.
    Ich hab mir dann den Bus zurück ins Hotel gegönnt.
    Ich weiß ja, wie man an ein Ticket kommt😊. Alles mit dem Smartphone, hier gibt es keine Fahrscheine. Kannst du aber mit Kreditkarte bezahlen.
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  • Day9

    Tag 8 auf dem Sörmandsleden

    August 19 in Sweden ⋅ ☀️ 26 °C

    Ein wenig wehmütig war ich am Morgen schon, letzte Nacht im Zelt, letztest Frühstück auf dem Trail. Der Kaffee war heute morgen aber lecker, ich durfte ihn mit echter Milch aufpimpen, haben die Mädels spendiert.
    Da die Wetter App den Beginn des Unwetters auf den späten Nachmittag verlegt hat, bin ich doch nicht ganz so früh los.
    Kurz nach 8 hatte ich dann meinen ganzen Kram zusammen gepackt und war startklar. Die Mädels haben noch Fotos von mir gemacht, da sie gestern Abend beim Bilder gucken festgestellt hatten, dass es von mir ja so gar keine Fotos gibt. Nur Wald, Steine, Wasser und mein Zelt 🥹.
    Knapp acht Kilometer bis zum Hotel. Die letzten ca. 1,5 Kilometer auf Asphalt.
    Wald gab es heute so gut wie keinen, es ging über Wiesen und Weiden, vorbei an Getreidefeldern und an Kuhherden. Ein Stück des Weges war ein sehr zugewachsener Bohlenweg, der endete an einer Holzbrücke über einen Bach. Ich fand die Brücke sehr grenzwertig. Fehlende und morsche Balken. Bin da sehr vorsichtig drüber und was finde ich auf der anderen Seite der Brücke… ein Schild, das die Brücke gesperrt/ geschlossen ist 😳. Macht ja Sinn diese Information, wenn man die Brücke bereits passiert hat.
    Recht bald sieht und hört man dann auch die Schnellstraße um Nyköping. Hallo Zivilisation, bin wieder da. Tschüss Sörmlandsleden, es war wunderschön, wenn auch manchmal echt herausfordernd.
    Den Supermarkt habe ich besucht, der hat erstens eine sehr feine Toilette und zweitens, war ich ein paar Dinge shoppen für das Nachmittagsprogramm. Haarwäsche, Spülung, Einwegrasierer und Zahnpasta. Für letzteres hatte ich so biologisch abbaubare Zahnputztabletten dabei, is nicht meins. Und auch meine Haare sahen von den Bioduschbrocken aus wie Stroh. Außerdem ging eine große Schüssel voll frischem Salat von der Salatbar in meinen Einkaufswagen und, was ich sonst eigentlich nie trinke, hatte aber so Bock auf was eiskaltes mit Geschmack, ne Coke aus der Kühlung. Salat und Coke habe direkt auf der Bank vor dem Supermarkt vertilgt und bin dann auf zum Hotel.
    CheckIn ist zwar erst 15 Uhr, ich durfte mein Zimmer aber schon beziehen. Die Sauna hier im Haus kostet nichts extra, war aber nicht an. Also erstmal duschen und warten.
    Es gibt eine Saune für Jungs und eine für Mädels 🤔, was fürn Quatsch. Ich hatte die Mädels Sauna ganz für mich allein. Danach habe ich mir im Restaurant eine Pizza gegönnt und ein lecker fruchtiges Getränk ohne Alkohol an der Bar, hab meinen Reisebericht geschrieben und schon mal gegrübelt, welcher Wanderweg der nächste werden könnte…
    Am Samstag schau ich mir Nyköping an, aber vorher noch mal in die Sauna, der Wetterbericht verspricht Herbstwetter.
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    Traveler

    Wenn es auch fast der Schluß war, so war es doch noch sehr fein!

    8/21/22Reply
     
  • Day8

    Tag 7 auf dem Sörmlandsleden

    August 18 in Sweden ⋅ ☁️ 24 °C

    Ich habe die Komfortzone Campingplatz am Morgen mit 5,5 Litern Wasser verlassen. Hatte echt Sorge das es ausgeht, auf Essen kann ich verzichten, aber nicht auf Wasser. Wie der Tag letztendlich verlaufen ist, war so Anfangs nicht geplant. Das erste Stück bin ich mit dem Bus gefahren, da ich mir einen zweiten Ruhetag gegönnt hatte, hätte ich die geplante Route zeitlich nicht mehr geschafft (hatte ja keine Vorstellung davon, was ich schaffen kann 💪🏻😅).
    In the middle of nowhere, hat mich der Busfahrer „rausgeschmissen“, Haltestelle mitten auf der Landstraße, nur ein roter Schuppen stand da.
    Geplant für heute waren ein Teil der Etappe 42 und die gesamte 43. Das sind etwas mehr als 10 Kilometer. Leider gibt es am Ende der Etappe 43 keinen Shelter oder Rastplatz oder irgend eine Wasserquellen, deshalb auch der hohe Wasservorrat. Ich wollte mir am Ende der Etappe 43/ Beginn Etappe 44 einen Schlafplatz auf einer Lichtung im Wald suchen.
    Die ersten 10 Kilometer liefen richtig gut. Wahrscheinlich hat sich ein gewisser Trainingseffekt eingestellt 😉, ich war gut erholt durch die Pause und der Weg war auch richtig schön. Kaum Kletterei, sonder schöner Waldweg und ein Stück Forststraße. Am Beginn der Etappe 44 läuft man durch ein Naturreservat, hier ist Campen verboten. Also mußte ich sowieso noch ein Stück weiter. Da es erst kurz nach 15 Uhr war, hatte ich hier das erste Mal den Gedanken, häng die knapp 12 Kilometer einfach! noch dran. Dann bleibst du morgen trocken, hast Wasser, Shelter und Toilette für die Nacht. Wenn es doch nicht geht, könnte ich mir immer noch irgendwo im Wald ein Schlafplätzchen suchen.
    Hallo Ehrgeiz, der war nach dem Gedanken sehr wach und das Ziel stand eigentlich.
    Wie wir alle bereits wissen, habe ich durchgezogen und war platt, aber auch ein bisschen sehr stolz. Die letzten drei Kilometer haben sich etwas wie Kaugummi gezogen, obwohl es ein wunderschöner Waldweg war. Die Kraft hat irgendwann gefehlt. Dazu kam, dass die Etappe 44 die bisher am schlechtesten markierte Etappe war. Alle Etappen vorher super, selbst ohne Karte oder elektronische Hilfe wären diese zu bewältigen gewesen, die 44 hat mich oft nach dem orangen Streifen/ Punkt/ Schild suchen lassen, denn oft ist der Weg als solcher nicht zu erkennen, weil völlig zugewachsen. Das hat zusätzlich Kraft gekostet, weil mancher Meter umsonst gegangen wurde.
    Als ich mein Ziel erreicht hatte, war der Shelter Platz leer. Der Platz besteht hier aus zwei großen Hütten, einer Wasser- und einer Feuerstelle, 300 Meter entfernt gibt es die luxusvariante einer Trockentoilette.
    Ich hatte gerade „meinen Shelter“ bezogen, also Innenzelt aufgebaut, Isomatte und Schlafsack rein und wollte mir etwas zu Essen machen, da kamen Inga und ….(hab doch tatsächlich Name Nr. 2 vergessen), zwei deutsche Studentinnen, die mit dem Auto einen Road-trip durch Schweden machen und aus Kostengründen in Sheltern übernachten und sich nur ab und an mal einen Campingplatz gönnen.
    Da war es natürlich nichts mit gleich schlafen, da mußten erstmal Reiseerfahrungen ausgetauscht werden und doch noch ein 🔥 angemacht werden.
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  • Day7

    Tag 6 auf dem Sörmlandsleden

    August 17 in Sweden ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute bin ich dem Weg wieder gefolgt, allerdings ohne Greg, den habe ich auf dem Campingplatz zurückgelassen und habe eine Wanderung, nur mit Wasserflasche bewaffnet, gemacht.
    Ich habe mich für Plan B entschieden. Noch eine Nacht auf dem Campingplatz und die Runde etwas modifiziert.
    Direkt vor dem Campingplatz gibt es eine Insel, auch hier führt der Wanderweg einmal um die Insel, das ist dann doch ein ganzer Kilometer. Das war mir zu wenig, der Muskelkater muß bekämpft werden. Ich bin dann noch ein Teil der Etappe 37 gelaufen. Das wäre vor Planänderung auch meine Etappe gewesen. Heute ohne Rucksack. War das easy, wieder tolle Aussichten auf den Bårviken. Ich habe heute gelernt, dass dieser Einschnitt der Ostsee ins Land, ähnlich wie die Fjorde in Norwegen oder eine riesige Bucht, Bårviken heißt. Die Bucht ist über 50 Kilometer lang. Und am Nordufer meist steil. Das habe ich gemerkt. Der Weg war zum Teil so steil, das ein Seil da hing, an dem man sich hochziehen oder abseilen konnte 😳. Ohne Gepäck hat das sogar Spaß gemacht.
    Ein weiterer Grund, warum ich mich für Plan B entschieden hatte, das Café hat heute auf. Mo+ Di ist Ruhetag. Man hat nicht genügend Personal, hat mir Sandra von der Rezeption des Campingplatzes erzählt. Und ich hatte so Bock auf etwas ordentliches zu Essen. Es gab eine große Portion Scrimps und ne Ofenkartoffel (ich hatte genug Pasta in den letzten Tagen). Ich war leider zu verfressen und hab das Foto vergessen, nur das Getränk hat ein Foto bekommen, da mußte ich ja noch aufs Essen warten. Eigentlich alkoholfreies Bier, hatte aber 0,5 Promille ☺️. Ich war danach nur noch platt und hab mich in die Hängematte geworfen. Bis das nächste Gewitter aufzog und ich im Zelt das Getröpfel ausgesessen (oder geschlafen) habe.
    Morgen verlasse ich diesen Ort dann wirklich, auch wenn ich ein verlockendes Angebot von meinen „Nachbarinnen“ hier habe.
    Nein, ich verlasse morgen die Komfortzone wieder, auch wenn mir das Wetter verspricht, dass ich am Samstag pudelnass im Hotel einlaufen werde ⛈.
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    Na dann prost 🍻. Hast du dir verdient 👍. Erhol dich gut. LG Sabine [Sabine]

    8/18/22Reply
    Traveler

    Was war das denn für ein Angebot von den Nachbarn? 😀

    8/18/22Reply
     
  • Day6

    Tag 5 auf dem Sörmlandsleden

    August 16 in Sweden ⋅ ⛅ 26 °C

    Bewegt habe ich mich nicht groß auf dem Sörmlandsleden, aber der Weg führt direkt über den Campingplatz, also bin ich praktisch die ganze Zeit auf dem Sörmlandsleden.
    Heute war chillen 😎 angesagt. Ich hatte tierischen Muskelkater nach der Kletterei gestern, bock auf etwas frisches zu Essen und wollte meine Wäsche waschen. Gefühlt dachte ich ja nicht, dass es so riecht… ich hatte meine Klamotten gestern nach dem Duschen in einen Plastiksack verbannt, boah, als ich den Beutel heute morgen geöffnet habe, damit hätte man Tote erwecken können. Vier Tage Schmutz, Schweiß, Reste von Sonnencreme, Insektenspray und Rauch vom Feuer - tolle Kombi. Was wohl das Hotelpersonal am Samstag denkt, wenn ich mit der Mischung für meine letzte Nacht in Schweden einchecke 🙈.
    Ich hätte gerne eine Waschmaschine gebucht, aber es gibt nur eine und die Zeitfenster sind alle voll. Am Donnerstag Nachmittag könnte ich wieder waschen. Solange wollte ich jetzt nicht bleiben, oder doch. Also Handwäsche und schön zum Trocken in die Sonne, ach richt die wieder gut 😊.
    Den örtlichen Supermarkt habe ich noch besucht, nachdem ich im Vorfeld eine „Inventur“ meiner Futtervorräte gemacht hatte. Und Skandal, es gab keine Zimtschnecken, dafür aber lecker Kaffee. Der Lösliche ist auf Dauer, naja.
    Und die Preise für Käse 🧀 🙈, zum Vergleich, ein Brie 200g kostet hier über 7€. Der Rest ging, sicher etwas teurer als in 🇩🇪 nur Käse ist echt fett.
    Ansonsten bestanden meine Aktivitäten aus chillen in der Hängematte, mal lesend, mal Podcast hörend und der Planung für die nächsten Tage. Ich hatte ja von den Mädels einige Tipps, vor allem zu den Wasserquellen. Allerdings hab ich zu wenig Zeit, um die Tour komplett umzuplanen. Ich habe jetzt zwei mögliche Alternativen, werde aber auf einer Etappe trotzdem reichlich Wasser mitschleppen müssen, da die Quelle wahrscheinlich ausgetrocknet und da leider kein See in der Nähe ist.
    Eigentlich habe ich mich schon fast entschieden und das Feedback auf meinen WhatsApp Status tendiert zu 100% auch dahin 😚.
    Auf jeden Fall bin ich wieder motiviert.
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  • Day5

    Sörmlandsleden Tag 4

    August 15 in Sweden ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute war der Tag, an dem ich dieses Abenteuer verflucht habe, schimpfend im Wald gesessen habe und den Rucksack, den ich liebevoll Greg (Hersteller Gregory) getauft habe, am liebsten in der Ostsee versenkt hätte. Ich war mir aber vorher bewusst, dass solche Situationen kommen werden.
    Am Morgen war die Welt noch in Ordnung. Es war leicht bewölkt, aber warm und ich bin erst mal eine Runde schwimmen gegangen. Habe Frühstück gemacht, mein Zelt abgebaut, Wasser gefiltert, die übliche Morgen Routine halt. In der Ferne hörte ich es schon immer Donner, aber laut Wetter App sollte das Gewitter vorbei ziehen. Tat es aber nicht. Ich hatte gerade alles eingepackt und wollte los, da fing es heftig an zu regnen, zu, blitzen und zu donnern. Also habe ich dieses Gewitter erst mal im Shelter im Trockenen ausgesessen. Gegen 12:30 Uhr war der Regen fast vorbei und ich habe Greg geschnappt und wir sind losgezogen. Vorher hatte ich noch den Campingplatz angeschrieben, dass ich dort gerne eine Nacht bleiben würde. Da die Rezeption nicht dauerhaft besetzt ist, wollte ich wissen, wie der „ CheckIn“ bei unbesetzter Rezeption ist.
    Dieser Regen war sicher toll für die Natur, aber gefühlt war im Wald eine Luftfeuchtigkeit von 100 %. Meine Schuhe waren nach einem Kilometer patschnass. Die Wege waren rutschig, vor allem auf den Steinen und den Wurzeln und man musste sehr konzentriert unterwegs sein. Oft findet man auf dem Wanderweg an morastigen Stellen große Abschnitte, die mit Holzbohlen überbrückt sind. Die waren heute wie Schmierseife.
    10 Kilometer bis zum Campingplatz in Nävekvarn. Ich freute mich auf die Dusche und mal etwas frisches zu Essen.
    Gut die Hälfte meines Tagespensums hatte ich schon geschafft, mir die erste Pause gegönnt, da ist es passiert… Ich habe gerade mit mir selbst diskutiert, erst Dusche oder erst Supermarkt? Da bin ich auf dem Bohlenweg ausgerutscht und lag wie ein Schildkröte auf ihrem Panzer im Schlamm. Irgendwie schaltet das Gehirn da kurz aus. Ich dachte nur, schei… mit den 15 Kilo auf dem Buckel kommst du nicht wieder hoch 🙈… Der Denkapparat hat sich aber ziemlich schnell wieder eingeschalten, wie wär’s denn, wenn du einfach nur den Rucksack abschnallst und dann auf stehst. Lösungen sind manchmal so einfach. Über die Haltungsnoten bei der Aktion wollen wir lieber nicht reden. Und nein ich hab mir nicht wehgetan vielleicht gibt es einen blauen Fleck, aber es ist alles heil geblieben. Ich habe mich mit Wasser ein wenig ab geputzt, Greg wieder auf geschnallt und bin weiter. Die Motivation in dem Augenblick war die E-Mail vom Campingplatz die mir den „Check in“ Prozess bei geschlossener Rezeption erläutert hat und ich wusste es gibt auf jeden Fall eine Dusche. Circa 2 km später hatte ich dann den ersten Blick auf die Ostsee und habe auf einem Felsen direkt über der Ostsee ein weiteres Päuschen gemacht. Ich dachte in dem Augenblick das sind ja nur noch 2,5 km, du bist ja bald am Ziel. Ich hatte mir bewusst den Weg an der Ostsee ausgesucht, allerdings heißt das Gebiet Närekvan Klippen. Hätte ich bei dieser Pause auf dem Felsen gewusst, was da noch auf mich zukommt während dieser lächerlichen 2,5 km, wäre ich da nicht so lange sitzen geblieben. das war nicht wirklich ein Wanderweg das war eher ne Kletterpartie.
    Der Weg führt tatsächlich über die Klippen, Felsen hoch, Felsen runter. Manchmal mußte ich Greg abschnallen, weil ich es mit dem Gewicht nicht geschafft hätte. Irgendwann war ich so fertig, dass ich mich schimpfend auf nen Felsen gesetzt habe… „ihr spinnt doch, das ist doch kein Wanderweg“. Hat ja keiner gehört ☺️, war aber bestimmt ein tolles Bild. Am liebsten hätte ich Greg einfach in die Ostsee geworfen und wäre zur nächsten Bushaltestelle gelaufen. Warum nochmal wollte ich da lang? Ach wegen der tollen Aussichten auf die Ostsee. Es hätte landeinwärts einen alternativen Weg gegeben. Hätte, hätte…
    Als ich mich schimpfend etwas erholt hatte, bin ich dann doch mit Greg weiter, die Dusche wartete. Und siehe da, das war tatsächlich die letzte Kletterei über die Felsen, dann ging es fast gemächlich nur noch abwärts und die ersten Häuser von Nävekvarn tauchten auf. Der Wanderweg führt hier zum Teil über private Grundstücke, direkt am Salatbeet vorbei.
    Und da war er, der Campingplatz, die Codekarte für die Sanitäranlagen war für mich hinterlegt und ich bin direkt in die Duschen. Wat für‘n Luxus.
    Einen Platz für mein Zelt habe ich mir danach gesucht. Die Frage erst Duschen oder erst Supermarkt stellte sich nicht mehr, ich war um 18:40 Uhr am Campingplatz und wäre keinen Meter mehr weiter gelaufen. Und der Supermarkt schließt um 19 Uhr und ist 700 Meter entfernt.
    Tag 5 habe ich zum Pausentag erklärt. Werde Klamotten waschen, einkaufen und ganz viel chillen in der Hängematte, welche direkt neben meinem Zelt hängt.
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    Traveler

    Sehr tapfer durchgehalten 👍🏻💪🏻

    8/16/22Reply
    Granny meets the world

    ☺️

    8/16/22Reply
     
  • Day4

    Sörmlandsleden Tag 3

    August 14 in Sweden ⋅ ⛅ 15 °C

    Gegen 6 Uhr hatte ich tatsächlich ausgeschlafen. Absolute Stille am See und das Wasser spiegelglatt.
    Erstmal ein morgendliches Bad im See. So ein See vor der Haustür ist schon was toll.
    Frühstück, Wasser filtern, Zelt abbauen, Rucksack packen und auf zum nächsten See. Laut Plan 11,5 Kilometer. Tatsächlich waren es 13 Kilometer und nein, ich habe mich nicht verwandert.
    Der Weg heute genauso abwechslungsreich wie gestern.
    Ziel war der Nävsjön. Von wegen einsam, das ist hier ein Anglerparadies. Ein Schwede hat mir erzählt, dass es einer der fischreichsten Seen in der Gegend ist. Alle 200m findet man einen Picknickplatz und es gibt drei Shelter um den See. Ich habe mich für den auf der Ostseite entschieden, für den Sonnenuntergangsblick.
    Als ich gegen 16:30 Uhr hier ankam war hier noch richtig was los. Vor allem am Bootsverleih. Gegen 20:00 Uhr waren die schwedischen Tagesausflügler dann alle verschwunden.
    Natürlich war ich wieder schwimmen.
    Habe mir lecker Essen gekocht und ein paar FaceTime Anrufe geführt. Bushaltestelle, Supermarkt und andere Annehmlichkeiten der Zivilisation sind hier Kilometerweit entfernt, ich hatte aber immer, selbst im Wald LTE Empfang.
    Und es gab hier auch endlich die Möglichkeit seinen Müll zu entsorgen.
    Die Schweden finden es nämlich nicht so toll, wenn die Wanderer ihren Müll in den privaten Hausmülltonnen unsortiert entsorgen, verständlich. Also hatte ich die ganze Zeit meinen Müllbeutel am Rucksack baumeln.

    Learning of the day: Pack die Snacks für den Tag doch in greifbare Nähe in die Außentasche des Rucksacks, dann muß du während der Pause nicht den ganzen Rucksack ausräumen 💡.
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  • Day3

    Sörmlandsleden Tag 2

    August 13 in Sweden ⋅ 🌙 20 °C

    Am Morgen bin ich erst nach 10 Uhr losgegangen, verschwatzt mit den Mädels beim Frühstück. 14 Kilometer laut Plan und das Ziel war ein Shelter direkt am See. Anfangs breite schöne Waldwege, lief sich wie auf einem Teppich, wurde ich später aber ordentlich gefordert. Schmale, fast zugewachsen Singletrails, kraxeln über Steinfelder, immer wieder auf und ab. Auch wenn der höchste Punkt nur 50 Höhenmeter hatte, dieses ständige Bergauf und -ab schlaucht. Immer mal wieder haben Bäume quer auf dem Weg gelegen. Rucksack ab, drüber klettern oder drunter durch kriechen. War ein bisschen nervig, aber ich wollte Abenteuer, also gibt es Abenteuer.
    Mein Ziel der Shelter Överdammen. Nur leider hatten sich dort schon zwei schwedische Pärchen häusliche eingerichtete und ein weiterer Wanderer sein Zelt daneben stehen 🤔. Der Ort war aber so schön und ich wollte nicht Kilometer weiter laufen und es gab eine Toilette, was schon ein wenig Luxus ist.. Also habe ich mein Zelt (nur das Innenzelt als Schutz vor summenden und stechenden Flugobjekten) ca. 150 Meter ums Eck aufgebaut und war erstmal schwimmen. Mega!
    Halb zehn bin ich tatsächlich im Schlafsack verschwunden und habe herrlich geschlafen.

    Learning of the day: Bevor du unbekannten Trampelpfaden folgst, schau mal auf die Karte.
    Auf der Suche nach dem idealen Platz für mein Zelt habe ich in circa 200 m Entfernung eine kleine Halbinsel entdeckt und einen Trampelpfad der dort hinführte. Nach den ersten drei Schritten auf diesem Trampelpfad bin ich bis zu den Knöcheln im Wasser versunken 🙈. Das war ein Feuchtgebiet und ist in der Karte auch als solches ausgezeichnet. Meine Schuhe waren da natürlich erst mal nass. Ich habe ein wenig meines Toilettenpapiers geopfert, sie damit ausgestopft und in der Sonne getrocknet. Am anderen Morgen waren sie doch tatsächlich wieder trocken.
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    Traveler

    Traumhaft schön 👏🏻

    8/15/22Reply
     

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