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Europas Atlantikküste

Über Belgien und Frankreich geht es an die Atlantikküste. Abstecher ins Hinterland z.B. zu den Picos d'Europa ergänzen die Reise. Endziel könnte Gibraltar sein.
6 Wochen sind vorgesehen. Mal sehen, wie das Wetter so wird.
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  • Heute mal nichts besonderes

    16 maja, Hiszpania ⋅ ☀️ 17 °C

    Die Aussentemperaturanzeige der GS blinkt beim losfahren: Glatteiswarnung. Es sind 2,5 Grad. Der eine oder andere fragt sich vielleicht, was man bei der Temperatur anzieht. Bei mir ist es ein T-Shirt, eine Daunenweste, eine Motorradjacke und zum Abhalten des Windes eine Regenjacke.

    Die Gegend ist durchgängig ähnlich. Ackerbau in Tälern und Ebenen und trockene Berge mit Sträuchern. Was mich verwundert, sind die unterschiedlich großen Ackerflächen. Da gibt es Flächen mit ein paar Hundert qm, Terassenflächen, die vielleicht 8-10 Meter breit sind und es gibt die Flächen, die 1 Quadratkilometer groß sind. Das kann doch z.T. nicht wirtschaftlich sein.

    Ziel ist heute Andorra. Ich war schon drei- oder viermal da. Jetzt möchte ich ein wenig dort Wandern. Als ich ankomme, regnet es erstmal. Heute ist mir das egal, die Badewanne gehört mir.
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  • Andorra la vella

    18 maja, Andora ⋅ ☁️ 5 °C

    Diese Stadt ist etwas für Frauen. Diamanten/Schmuckgeschäfte, Klamottengeschäfte, Parfümgeschäfte, ... sind hier überproportional vertreten. Was mich allerdings gewundert hat, es sind hier 4 Motorradklamottenläden nebeneineinander vertreten. In Bremen gibt es man gerade zwei. Eigentlich ist die Stadt ein riesiges Kaufhaus.

    Man darf die Stadt Andorra la Villa aber nicht mit dem Land Andorra verwechseln. Das Land ist 500 qkm groß und hat Berge bis 2800 Meter. Es gibt hier vom Skizircus bis zum einsamen Wanderpfad alles.

    Leider spielt das Wetter nicht ganz mit. Normal regnen sich die Wolken auf der französischen Seite der Pyrenäen ab. Jetzt kommen sie eher von der spanischen Seite und es kommt zu Schauern.
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  • Zweiter Tag in Andorra

    19 maja, Andora ⋅ ⛅ 6 °C

    Gestern Abend habe ich meine Planungen / Hotelbuchungen für die Rückreise abgeschlossen. Es geht erstmal ca. 100 km von der Mittelmeerküste entfernt durch diverse Naturparks bis Straßburg und dann über Heidelberg und Willingen nach Hause. Die Schweiz meide ich. Vor ein paar Jahren bin ich auf der Landstraße durchgefahren und es war eine einzige Katastrophe.

    Eine kleine Wanderung in den Bergen hat gezeigt, dass da oben noch richtig viel Schnee liegt.
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  • Wandern in Andorra

    20 maja, Andora ⋅ ☀️ 10 °C

    Gestern hatte ich mir noch eine Wanderstrecke rausgesucht. Sie führt die ganze Zeit an einem Bach lang. 540 Höhenmeter sind zu bewältigen. Ich schleppe mich mehr den Berg hinauf als dich wandere. Erschwerend kommt hinzu, dass der Weg zum großen Teil mit runden Steinen gepflastert ist. Das ist kein angenehmes Laufen. Ich schaffe aber mein geplantes Pensum.

    Im Hotel geht es erstmal in die Badewanne. Danach kommt die dreckige Wäsche in die Badewanne. Ich hoffe mal, dass sie bis morgen halbwegs trocken ist. Wenn nein, dann gibt es ja noch die Heizung im Bad und einen Fön. Das sollte dann aber auch erstmal für den Rest der Reise reichen an sauberer Wäsche.
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  • Fahrn, fahrn, fahrn aber nicht Autobahn

    21 maja, Andora ⋅ ☀️ 10 °C

    Eine Sache möchte ich noch in Andorra machen. Da gab es vor 30 Jahren so einen Campingplatz. Man duschte mit Bachwasser und auch sonst war der Komfort nicht groß. Mal sehen, wie der jetzt aussieht.

    Als ich ankomme, trifft mich der Schlag. Es ist alles mit Hotels bebaut. Von den Wiesen ist nichts mehr zu sehen. Die Welt kann sich ganz schön verändern.

    Ich fahre weiter und hake das Kapitel ab. Es geht den Pass Richtung Frankreich hoch. Ich mache schnell noch ein paar Fotos. An der Grenze wird tatsächlich sporadisch kontrolliert. Das habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

    Ich habe die weitere Route so ausgewählt, dass ich durch möglichst viele Naturparks fahre. Leider habe ich dabei auch eine dieser ganz kleinen Straßen erwischt . Kurven über Kurven, aber alles auf Grund der Enge nur im 2. Gang. Irgendwann steht eine Frau am Straßenrand und winkt mir zu und zeigt auf einen Trailer, auf dem ein riesiges Holzhaus steht. Es scheint so, als wenn sie immer vorfährt und der Mann mit dem Trailer hinterherkommt, wenn es frei ist.

    Nach ca. 15 km komme ich plötzlich an einen Picknickplatz. Es ist ein Rückhaltebecken / See vorhanden. Um den See sind Bänke aufgestellt worden. Das Ganze ist wirklich idyllisch. An dieser Straße hätte ich das wirklich nicht erwartet.

    Weiter geht es durch ein wild verwuchertes Tal. Niemand lebt hier. Es gibt keine Landwirtschaft, ... ich frage mich, warum man hier eine Straße gebaut hat.

    Als ich bei meiner Unterkunft ankomme, bekomme ich einen riesigen Schrecken. An dem Haus steht "a vendre", also zu verkaufen. Ich prüfe meine Buchung und stelle fest, dass ich vor dem falschen Haus stehe. Es ist das Haus daneben. Es sieht allerdings nicht viel besser aus. Es gibt keine Informationen, wie ich den Schlüssel bekomme. Ich versuche erst das Telefon, aber da kommen nur zwei französische Wörter. Es scheint ein Anrufbeantworter zu sein. Ich schreibe eine Nachricht über Booking.com. Tatsächlich meldet sich schon nach kurzer Zeit eine Frau und läßt mich rein. Es ist eine komplette Dreizimmerwohnung, ausgestattet mit allem notwendigen.
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  • Die Cevennen

    22 maja, Francja ⋅ ☀️ 19 °C

    Es geht heute fast die ganze Zeit durch die Cevennen, ein Mittelgebirge mit relativ geringer Besiedlung. Die Dörfer sind häufig klein und noch sehr ursprünglich. Die Landschaft ist von Weiden und wilder Natur geprägt.

    Kleine Flüsse mit felsigen Bachbetten durchziehen das Land. Auch an den abgelegensten Orten sind noch kleine funktionierende Dörfer vorhanden. Landwirtschaft gibt es wenig.

    Es gibt viele Wanderer. Seit langem sehe ich auch mal wieder Leute trampen.

    Wer Zeit hat, der sollte seine Route gezielt durch die Cevennen legen und hierbei auch die kleineren Strassen nutzen.
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  • Pontalier, ein Motel, wie aus den USA

    23 maja, Francja ⋅ ☀️ 22 °C

    Ich habe diesmal Campingzubehör zu Hause gelassen. Von daher buche ich mir meine Unterkünfte meistens über booking.com zusammen. Es sind die Unterkünfte, die preislich nach den Betten im Bettensaal kommen. Da ergeben sich schon erhebliche Unterschiede. Gestern war die Unterkunft wahrscheinlich ein ehemaliges Wohnaus. Knarrende Treppenstufen und Holzdielen schufen ein urigen Ambiente. Im Zimmer war dann noch ein uralter Kamin. Die gußeiserne Badewanne mitten im Badezimmer ohne Duschvorhang oder ähnliches machte das Duschen zu einem riesigen Problem. Dafür war das Frühstück mit verschiedenen Käsesorten super.

    Vorgestern hatte ich eine ca. 70 qm Wohnung für mich allein. In den Pyrenäen wurde ich beim Frühstück bedient, ...

    Heute bin ich in einem waschechten Motel gelandet. Quadratisch, praktisch, gut. Es könnte direkt aus den USA importiert sein. Alle Zimmer mit eigenem Eingang, Kaffeekocher, Klimaanlage und optimaler Raumausnutzung.
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  • Sie erreichen ihr Ziel um 11:00 Uhr

    24 maja, Francja ⋅ ☀️ 27 °C

    Ich starte die heutige Tour nach Strasbourg schon relativ früh. Als Tomtom mir sagt, dass die Ankunft um. 11:00 Uhr sein wird, da bin ich schon etwas überrascht. Man kann an Hand der Fahrzeit immer auch Rückschlüsse auf die Art der zu fahrenden Strassen machen. In diesem Fall heißt das, Strassen, auf denen man 70-90 fahren kann.

    Tatsächlich geht es zunächst auf einer Landstrasse entlang, wo die Höchstgeschwindigkeit auf 90 erhöht ist. In diesem Teil Frankreichs hebeln sie häufig die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen von 80 km/h aus und setzen sie auf 90 hoch. Dies passiert nicht, weil die Strasse besser ist oder vielleicht sogar 4 spurig. Es scheint eine rein regionale Regelung zu sein.

    Die Landschaft ist ein bißchen bayerisch. Hügel mit grünen Wiesen von denen der Duft frisch gemäht Heus rüber weht, Häuser mit großen Dachüberständen und viele moderne neue Häuser. Die Gegend der alten Natursteinhäuser ist hier definitiv vorbei.

    Das letzte Teilstück ist dann Autobahn. Tomtom hat es bisher gut hinbekommen, nur kostenfreie Autobahnen einzuplanen.

    In Straßburg ändert sich die Welt schlagartig. Viele Touristen in einer schönen Innenstadt. In mein Zimmer im Hotel komme ich so früh nicht rein. Ich kann aber meine Motorradsachen dort lassen.

    Bei 30 Grad genehmigen ich mir erstmal ein Eis und ein Bier. Straßburg ist eine dieser Städte, die man nur bei Sonnenschein besuchen sollte, wenn die Menschen draußen sitzen und durch die Stadt flanieren. Es sind viele Fachwerkhäuser vorhanden, was eine schöne Atmosphäre vermittelt.

    Das Eis fällt allerdings auch bei einem zweiten Test klar durch. Insgesamt fehlen mir auch Sitzgelegenheiten zum verweilen.

    Zwischendurch kehre ich zu meinem Zimmer zurück und dusche. Die Duschtür geht nach innen auf und ich muß echt ausatmen, um die Tür schließen zu können.
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  • Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren

    25 maja, Niemcy ⋅ ☀️ 27 °C

    Als ich in Straßburg losfahre, ist mir gar nicht klar, dass Deutschland so nah ist. Es ist aber ein schönes Gefühl, mal wieder deutsche Schilder zu sehen.

    So wie in der Überschrift klang es früher mal aus dem Lautsprecher. Ich hatte eigentlich eine Universitätsstadt mit kleinen Kneipen erwartet. Hier in der Altstadt ist davon nichts zu spüren. Da gibt es kaum einen Unterschied zu Straßburg. Allerdings ist die Altstadt auch etwas abgelegen.

    Ich genehmige mir in einem der zahlreichen Restaurants mal einen Schweinebraten und oute mich sogleich als Nordländer, indem ich ein Alster bestelle. Auf die Frage, ob ich Rot- oder Sauerkraut haben möchte antworte ich wahrscheinlich mit Rotkraut auch falsch.

    Das Eis ist hier auf jeden Fall gut. Ich mindestens 8-10 Eisdielen gesehen.

    Das Heidelberger Schloß liegt etwas auf dem Berg. Es war mal eine Burg. Die zu einem Schloß umgebaut worden ist. Kriege und Blitzschlag haben ihm aber zugesetzt. Interessant ist ein Fass mit 120.000 Litern Fassungsvermögen. In einem anderen Teil ist das Apothekermuseum untergebracht.
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  • Man kann die Kilometer zählen bis nach Hause

    26 maja, Niemcy ⋅ ☀️ 25 °C

    Gestern habe ich den Mann an der Rezeption gefragt, wie denn der Verkehr um Frankfurt so ist. Ganz großspurig erzählt er mir, dass die fünf spurig ausgebaut haben. Jetzt stehe ich hier im Stau. Es hat sich nichts gegenüber meiner Berufszeit geändert. 30 km vor Frankfurt geht es los und bis Homburg ist dichter Verkehr.

    Die Route führt mich u.a. auch nach Marburg. Obwohl ich dreimal da war, erkenne ich nichts wieder. Die Altstadt ist schön. Vor ungefähr 50 Jahren waren wir mit Fahrrad hier. Von Marburg ging damals unsere kürzeste Etappe (30 km) der Tour zur Jugendherberge Kellerwald. Nachdem wir damals die Fahrräder eine starke Steigung hochgeschoben hatten, mußten wir gegen einen sehr starken Gegenwind versetzt mit Schnee und Regen ankämpfen. Wir waren völlig fertig. Das sollte mal die Jugend von heute machen.

    Mit meinen 110 Pferdchen ist das heute alles viel einfacher. Allerdings macht die GS auch viel mehr Lärm. Wenn ich bei einem Überholmanöver richtig Gas gebe, dann heult sie regelrecht auf und fliegt nur so vorbei.

    Mein Ziel ist Winterberg. Ich erkenne erst jetzt, dass meine Unterkunft 10 km ausserhalb auf einem Berg liegt. Es ist ein größeres Hotel, dass vorwiegend von Leuten 50 plus besucht wird. Mein Zimmer ist ok. Einzig der Ausblick auf eine Wand ist nicht so berauschend. Dafür war der Preis günstig. Für eine Nacht ist das ok.
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  • Ende, ...

    27 maja, Niemcy ⋅ ☀️ 20 °C

    Deutschland hat mich wieder. Wie habe ich es vermißt, die Staus, die Tagesbaustellen, die LKW's, die Blitzer, ...

    Die Tour ist zu Ende. Es müssen so 8000-9000 km gewesen sein. Es gab nichts problematisches und ich habe viel gesehen. Czytaj więcej

    Koniec wyprawy
    27 maja 2026