• Hierapolis + Pamukkale

    May 12 in Turkey ⋅ ☀️ 23 °C

    Natürlich gehört unser heutiger Tag Hierapolis und Pamukkale. Unser Frühstückswirt ist so nett, uns den kurzen Weg hochzufahren, ob aus orientalischer Gastfreundschaft oder Aussicht auf Tip erschließt sich uns nicht. Ist auch egal, er freut sich über eine kleine Gabe für seine kleine Tochter, wir sind oben und können runterlaufen, unser Auto bleibt heute unbewegt.

    Die bayrische Schlösserkarte, äh, ach nein, der türkische Museumspass spart uns heute mindestens 30 Euro pro Nase (mit Museum sogar 40) und wir haben zumindest diese Ausgabe schon reingeguckt.

    Hierapolis, die heilige Stadt, war schon im Altertum für die warmen Quellen berühmt, deren Wasser unterhalb der Stadt die weißen Kalksinterterrassen von Pamukkale entstehen ließ. Hierapolis war seinerzeit ein Kurort, im ersten und zweiten Jahrhundert entstanden Thermalbäder, Brunnen, Theater und Tempel.

    Wir haben ja die letzten Tage schon echt viel alte griechisch/römische Steine gesehen, das Theater am Hang lockt aber verheißungsvoll mit einer schönen Aussicht, also kämpfen wir uns den Hang hoch und werden dafür belohnt.

    Als nächstes steuern wir das Plutonion an, einen Ort, wo es nicht nur heiße Quellen, sondern auch giftige Dämpfe geben soll. Der Eingang wird deswegen auch von Hades bewacht. Das Thermenmuseum zeigt Statuen und Grabkunst.

    Als nächstes widmen wir uns dem Kleopatra-Pool. Wir haben unsere Badesachen dabei und für ca. 12 Euro Eintritt kann man im Thermalwasser zwischen antiken Säulen baden (ohne Fotobeweis). Hasi fühlt sich auf der Marmorsäule gleich so nymphig, der Ritter meint, ein bisschen Antik würde ja passen. Bevor es noch schlimmer wird mit dem Sonnenstich, gehen wir wieder raus 😜.

    Weiter geht’s zum Höhepunkt, oder soll man lieber sagen, dem traurigen Teil? Pamukkale erhielt seinen Namen durch die Kalksinterterrassen, die über Jahrtausende durch kalkhaltige Thermalquellen entstanden sind. Die Terrassen stehen zusammen mit Hierapolis auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

    Mit dem Welterbestatus wurde dem Tourismus Einhalt geboten: Hotels in der historischen Anlage wurden abgerissen, nur kleine Überreste, wie der Kleopatra-Pool sind übrig geblieben. Die eigentlichen Kalkterrassen dürfen nicht mehr betreten werden, nur ein einziger Weg führt hindurch, nach unten, der aber nur barfuß zurückgelegt werden darf.

    Die berühmten Fotos und Blicke, die man kennt, sucht man in Pamukkale nahezu vergebens, die meisten der Terrassen sind leer. Das Thermalwasser wird gezielt durchgeleitet, um gezielt zu renaturieren. Der Weg nach unten ist beschwerlich, die Frage, ob man Badeschuhe tragen darf, konnte man uns nicht beantworten.

    Die künstlichen Becken sind schon beeindruckend, der eigentliche Zauber aber packt uns nicht. Pamukkale wird ein einmaliges Erlebnis bleiben.

    Wie gut dass der Tikir Grill auf dem Heimweg liegt…
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