Kazimierz
August 13 in Poland ⋅ ☀️ 23 °C
An Donnerstag funktioniert die Technik wieder so wie sie soll, daher machen wir uns nach einem entspannten Arbeitstag am Spätnachmittag auf noch mehr von der Stadt zu erkunden. Heute steht der jüdische Teil Krakaus auf unserer Agenda.
Die Siedlung Kazimierz entstand aus einigen Dörfern in der Nähe von Krakau und wurde nach König Kasimir dem Großen benannt. 1494 ließ König Jan Olbracht nach Pogromen in Krakau die dortigen Juden nach Kazimierz umsiedeln. Es entstand eine eigene jüdische Siedlung, die von einer Mauer umgeben wurde und bis ins 18. Jahrhundert die kleinere Teilstadt von Kazimierz bildete.
Kazimierz wurde zum kulturellen und religiösen Zentrum der Juden in Polen. 1497 entstand die erste Synagoge, 1553 wurde die Remuh-Synagoge gebaut, die wir heute tatsächlich noch besichtigen dürfen. Die größte Bedeutung der bis heute bestehenden sieben Gotteshäuser hatten die Alte Synagoge und die 1638 bis 1641 errichtete Isaak-Synagoge.
Um 1800 wurde Kazimierz als Stadtteil nach Krakau eingemeindet. 1822 wurden die Mauern um das Viertel abgetragen.
Die jüdische Gemeinde von Kazimierz wurde nach der Besatzung Krakaus durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg zunächst ab März 1941 in das Krakauer Ghetto in Podgórze umgesiedelt; insgesamt lebten in Krakau zu der Zeit etwa 64.000 Juden, ein Viertel der Stadtbevölkerung. Die Mitglieder der Gemeinde wurden in der Folge fast alle ermordet.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrten im Frühjahr 1945 etwa 6500 Juden, die den Holocaust überlebt hatten, nach Krakau zurück, wurden allerdings von den Polen wiederum vertrieben.
Die weitgehend intakte, in ihren ältesten Teilen aus dem 15. Jahrhundert stammende jüdische Siedlungsstruktur von Kazimierz war ein wesentlicher Grund für die Aufnahme Krakaus in die Weltkulturerbe-Liste 1978. Das hat zu gesteigertem wirtschaftlichen Interesse und Restaurierung der vorhandenen Strukturen geführt.
Wir schlendern ein bisschen durch die Gassen, besuchen einen jüdischen Buchladen, der Quartier in einer ehemaligen Synagoge gefunden hat. Die alte Synagoge, die heute ein Museum ist, ist heute leider geschlossen. Aber die Remuh-Synagoge hat überraschenderweise offen.
Der Friedhof wurde von den Nazis sehr zerstört, so dass man ihn nach 1945 „aufräumen“ musste. Grabsteine, die so zerstört waren, dass man sie nicht mehr zuordnen, reparieren und aufstellen konnte, haben eine neue Heimat in der Friedhofsmauer gefunden.Read more



















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Da kann man sicherlich gut stöbern!
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Eine super schöne Idee die alten Grabsteine in der Form so zu verwenden 👍
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😍