• Hase und Ritter on tour
  • Hase und Ritter on tour

Work&Travel - 1. Versuch - 2026

A 15-day adventure by Hase und Ritter on tour Read more
  • Trip start
    August 1, 2026

    Kunstsammlungen Chemnitz

    August 1 in Germany ⋅ 🌧 18 °C

    So viele Pläne, so wenig Zeit!
    Irgendwie ist unsere Sommerfrische dies Jahr dem Mangel an Urlaubstagen zum Opfer gefallen. So ganz ohne sommerliche Auszeit wollen wir aber auch nicht, also probieren wir mal was Neues aus.

    Aber erstmal geht’s am heutigen Samstag bis nach Chemnitz. Trotz Beginn der bayrischen Sommerferien ist die Fahrt nach Osten größtenteils entspannt. Kurz vor Chemnitz fängts an zu regnen, genau das richtige Wetter also für die Kunstsammlung Chemnitz, die schon echt lange auf unserer Liste steht.

    Die Kunstsammlung Chemnitz widmet sich zu einem großen Teil dem Expressionismus und hier dem Chemnitzer Maler Karl Schmidt-Rottluff. Der andere Teil des Erdgeschosses ist eine bunte Mischung aus Malern der Romantik sowie Exponaten der Chemnitzer Textilindustrie. Ein lohnenswerter Museumsbesuch.

    Sofern nicht anderweitig benannt, stammen die Bilder von Schmidt-Rottluff.
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  • Forsthaus Grüna

    August 1 in Germany ⋅ 🌧 18 °C

    Nach diesem schönen Nachmittagsprogramm geht’s auf die letzten paar Kilometer zu unserem Quartier für heute Nacht. Das Forsthaus Grüna reiht sich damit in die Handvoll Quartiere ein, die wir mehr als einmal besuchen…

    Der Hase hatte sich echt drauf gefreut, durch den Wald rund ums Forsthaus zu stapfen, auf der Suche nach Bewegung und nach Vögelchen. Aber es schüttet immer noch, als wir im Forsthaus ankommen. Tapfer schlägt der Hase sich mit Schirm trotzdem in den Wald, ist nach 150 m schon nass, gibt nach 1,5 km auf. Wald ist schön, aber Vögelchen gibt’s keine. Wer geht schon freiwillig raus bei dem Mistwetter?

    Eine Dusche später gehen wir im hoteleigenen Restaurant ganz wunderbar essen und dann geht’s ab ins Reich der Träume…

    Am nächsten Morgen sieht die Welt schon wieder viel freundlicher aus, und das Frühstücksbüffet lässt auch keine Wünsche offen…
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  • Bautzen

    August 2 in Germany ⋅ ⛅ 24 °C

    Unser Besichtigungsstopp heute ist Bautzen. Die Bautzener Altstadt mutet schon auf den ersten Blick schnuckelig an.

    Der Dom St. Petri zu Bautzen ist eine der größten Simultankirchen Deutschlands. Der Chor ist katholisch, das Schiff evangelisch. Die Kirche hat einen stark ausgeprägten Achsenknick, für den es diverse Erklärungsansätze gibt, aber keine davon ist erwiesen. Das Museum mit dem Domschatz hat sonntags geschlossen.

    Die Bautzener Senfstube - immerhin 1 von 2 am Sonntagmittag geöffneten Lokalen - ist genau das richtige Lokal für einen Mittagssnack. Das Bautzener Senfmuseum - ja, sowas gibt’s - hat sonntags geschlossen.

    Über der Stadt thront die heute vom Sächsischen Oberverwaltungsgericht genutzte Ortenburg mit ihrem weißen Renaissancegiebel. Unzählige Türme zieren die Stadt.

    Der Nicolaiturm ist der einzige Zugangsturm der Stadtbefestigung der noch erhalten ist. Geht man durchs Tor steht man vor der Nicolaifriedhof, ehemals Kirchhof der Nicolaikirche, von der seit 1620 nur noch die Ruine übrig geblieben ist. Seit 1745 wird auch die Ruine der Kirche als Friedhof genutzt, dem Augenschein nach hauptsächlich für katholische Würdenträger.

    Die Gedenkstätte Bautzen, das Stasi-Gefängnis, lassen wir heute unbesucht, dabei hätte das sogar offen gehabt, vielleicht beim nächsten Mal.
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  • Görlitz

    August 2 in Germany ⋅ ⛅ 23 °C

    Nachmittags erreichen wir Görlitz, unsere Basis für die nächsten Tage. Wir waren hier schon mal vor 2 Jahren, auch unser hiesiges Quartier kennen wir schon, wir bekommen sogar wieder unser Appartement 202. Wir richten uns häuslich ein, probieren die Technik aus, und ziehen dann los in die schnuckelige Altstadt auf der Suche nach Abendessen. Im Görlitzer Kartoffelhaus werden wir fündig, durch die Kartoffelkarte könnten wir uns die ganze Woche durchessen. Auf dieses Lokal haben wir uns schon die ganze Zeit gefreut.Read more

  • Feierabendrunde

    August 3 in Poland ⋅ ☀️ 30 °C

    Der heutige Tag gehört der Arbeit sowie zwischendurch dem Einkaufen, unter anderem im Birkenstock Werksverkauf, den wir gestern bei der Anfahrt zufällig gesehen haben 😎.
    Zum Feierabend machen wir einen ausgedehnten Spaziergang durch die Altstadt, müssen wegen Dreharbeiten einen Umweg laufen - Görliwood lässt grüßen- und spazieren über die Altstadtbrücke auf die polnische Seite der Stadt. Wir essen ein polnisches Eis, und bummeln an der Neiße entlang bis zur nächsten Brücke.Read more

  • Herrnhut

    August 4 in Germany ⋅ ⛅ 34 °C

    Zu den größeren Herausforderungen bei Work & Travel gehört es, neben der Arbeit und der natürlich auch erforderlichen Logistik wie Einkaufen noch die Zeit für den Teil „Travel“ zu finden. Kochen wurde gleich ad acta gelegt, wir tauchen lieber mit Vergnügen in die lokale Küche ein. Und das optional angebotene, liebevolle Frühstück hier im Via‘s muss auch gegen den zeitsparenden Gang zum Bäcker in 100m Entfernung eingetauscht werden, wie zuhause wird neben dem Arbeiten gefrühstückt.
    Auch wenn lokale Bezeichnungen der Backwaren wie überall eine Herausforderung darstellen. Hier in der Oberlausitz sind es „Brötchen“ und „Semmeln“. Nein, das sind nicht die regional üblichen Überbegriffe, sondern einzelne Sorten wie Schrippen etc. Immer wieder spannend 😀.

    Daneben konnten wir auch die mysteriöse Eierschecke, von der wir erstmals im Pinguin gehört haben, in der Praxis testen 😋.

    Ursprünglich dachten wir, etwas Besichtigungsprogramm könnte man bequem ab Spätnachmittag starten, oder alternativ frühmorgens, was gerade bei der Hitze eine Alternative wäre. Doch in einer touristisch nicht so stark frequentierten Region beißt sich das mit Öffnungszeiten von 10-16 Uhr 🤔.

    Also neu überlegen. Terminkalender gecheckt, ginge vielleicht eine etwas ausgedehnte Mittagspause? Ja, heute kriegen wir das hin und so sitzen wir in der prallen Mittagssonne im Auto und cruisen durch die hochsommerliche Lausitz ins nahe Herrnhut. Kennt man eventuell mit den Stichworten „Brüdergemeinde“ und „Stern“. Was gibt es zu sehen? Den Bau des Förderers Graf von Zinzendorf aus dem frühen 18. Jahrhundert als Zentrum der Planstadt der aus Böhmen und Mähren vertriebenen Nachfolger der Hussiten (Abspaltung von einer Abspaltung von einer Abspaltung ff.) mit seinem schlichten (und herrlich kühlen) Kapitelsaal, dem Zentrum der Gemeinde.

    Über eine leider gestutzte Lindenallee steigt man auf den Hutberg mit seinem Gottesacker, dem ab 1730 angelegten Friedhof, auf dem alle seitdem Gestorbenen, etwa 6000, mit schlichten flachen Steinen begraben liegen. Säuberlich nach Männlein (links) und Weiblein (rechts) getrennt. Nix mit Familiengräbern, die Gemeinde steht über allem. Lediglich die Familienangehörigen der Zinzendorfs liegen erhöht.

    Als religiös motivierte Planstadt diente Herrnhut als Vorbild für einige weitere Orte dieser Art in verschiedenen Ländern, vier von ihnen haben mittlerweile Welterbestatus.

    Am Abend statten wir dem bewährten Kartoffelhaus noch einen Besuch ab.
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  • Heiliges Grab

    August 6 in Germany ⋅ ⛅ 30 °C

    Am Mittwoch ging gar nix außer viel Arbeit. Dazu diese wahnsinnige Hitze. Unsere einzige Freizeitaktivität bestand aus einem Spaziergang zum Edeka, um die Wasservorräte wieder aufzustocken. Der Italiener auf dem Weg schreit förmlich nach Take away, da können wir nicht widerstehen…

    Der Donnerstag fühlt sich schon wieder angenehmer an, Temperaturmässig und Zeitmässig. Wir nutzen unsere Mittagspause, um das Heilige Grab in Görlitz zu besuchen.

    Das Heilige Grab, auch Görlitzer Jerusalem genannt, wurde als religiöses Gesamtkunstwerk geschaffen. Sie ist eine verkleinerte Kopie des Jerusalemer Originals aus der Zeit des hohen Mittelalters, deren Genauigkeit bei keiner anderen Nachbildung des Heiligen Grabes in Deutschland erreicht wurde. Das originale Heilige Grab in Jerusalem betrachteten der spätere Bürgermeister Georg Emmerich und Agnete Fingerin, als sie eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternahmen. Für die Entstehung der Anlage werden verschiedene Jahre zwischen 1481 und 1504 diskutiert.

    Die Anlage steht in direkter Abhängigkeit von den Heiligtümern in der Grabeskirche in Jerusalem. Die Kreuzkapelle in Görlitz ist eine verkleinerte Kopie der hochmittelalterlichen Heilig-Grab-Kapelle, die so nicht mehr in Jerusalem steht.

    Abends zieht es uns nochmals ins Städtchen, wir besuchen ein letztes Mal das Kartoffelhaus und lassen uns dann kreuz und quer durch die Stadt treiben, am Nicolaiturm vorbei fast bis zur Neiße und dann über den Untermarkt zurück. So schnuckelig…
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  • Friedenskirche in Jawor

    August 7 in Poland ⋅ ⛅ 25 °C

    Freitagmittag endet wie geplant unsere Arbeitswoche. Late Check out sei Dank können wir nach einem halben Arbeitstag unseren ganzen Kram sehr entspannt zusammen packen und von Görlitz aus aufbrechen zu neuen Ufern. Es ist Zeit für den Travel-Teil und ein verlängertes Wochenende liegt vor uns. 😎

    In Görlitz geht’s rüber über die Grenze und dann quer durch Polen. Unser Zwischenstopp des Tages ist die evangelische Friedenskirche „Zum Heiligen Geist“ in Jawor. Sie gehört zu den bedeutendsten Kirchenbauten in Schlesien und befindet sich gemeinsam mit der Friedenskirche in Schweidnitz seit dem Jahr 2001 auf der Welterbe-Liste der UNESCO. Im Park rund um die Kirche, der früher der Fiedhof war, genießen wir erstmal unsere Mittagsbrotzeit, bevor wir uns dem Besichtigungsteil widmen.

    Die Kirche in Jauer wurde in den Jahren 1654 und 1655 erbaut. Der Bau der Kirche geht auf ein Zugeständnis des Kaisers Ferdinand III. zurück, dass dieser im Westfälischen Frieden den schlesischen Protestanten machen musste, in den drei Erbherzogtümern Glogau, Jauer und Schweidnitz je eine Friedenskirche zu errichten. Die Ausführungsbestimmungen wurden von der Staatskanzlei in Prag festgelegt. Diese beschränkte das Baumaterial auf Holz, Sand, Lehm und Stroh, verbot Türme und Schule und schrieb als Bauland ein Gelände außerhalb der Stadtmauern vor. Außerdem musste die Kirche binnen eines Jahres fertiggestellt werden und durfte nicht als selbige zu erkennen sein. Da die evangelische Kirche in Jauer die Kosten nicht alleine aufbringen konnte, wurde in den protestantischen Ländern gesammelt. Innerhalb von zwei Jahren kamen 4600 Taler zusammen.

    Am 14. April 1655 fand die Grundsteinlegung statt. Schon Ende September wurde das Dach fertiggestellt. Am 23. Dezember 1655 erfolgte die Weihe. Die Kirche fasst ca. 5500 Personen. Der Zustrom der evangelischen Christen aus Jauer und dem Umland war so stark, dass an manchen Sonntagen bis zu sechs Gottesdienste gehalten werden mussten. Am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Glockenturm angebaut, nachdem der Kaiser als schlesischer Landesherr dies in der Altranstädter Konvention 1707 gestattet hatte.

    Wir haben ja schon viele verschiedene schöne Kirchen gesehen, aber diese ist wahrlich etwas ganz besonderes.
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  • Angekommen in Breslau 😅

    August 7 in Poland ⋅ ⛅ 26 °C

    Im Angesicht der Zeit verzichten wir auf den ursprünglich geplanten 2. Abstecher zur Friedenskirche in Schweidnitz. Stattdessen geht es in Richtung unseres Tagesziels Breslau. Der polnische Freitagnachmittags Feierabendverkehr Richtung Breslau macht keinen Spaß. Die Autobahn ist stop and go und macht keinen Spaß, die Landstraße ist stop and go und macht keinen Spaß. Erst als wir (zusammen mit zahlreichen Einheimischen) eine eigentlich gesperrte Straße nehmen und damit auf eine weiträumige Umfahrung kommen wird’s bissl besser. Natürlich meldet sich auch noch, exakt während wir im Stau stehen, der AdBlue-Tank und meldet panisch, er wäre jetzt auf Reserve 😱. Wir sind dann sehr happy, als wir endlich unser Ziel erreichen, und das Auto erfolgreich in die Tiefgarage gebracht haben.

    Unser Quartier für die nächsten 2 Nächte ist das innenstadtnahe AC Marriott. Schnell eingecheckt und dann geht’s auch schon los in die City. Auf der Suche nach etwas Essbarem werden wir im Sw. Jan Pub direkt am Ring schnell fündig. 😋

    Frisch gestärkt erkunden wir noch ein bisschen die sehr hübsche Altstadt. Es ist Freitagabend, an jeder Ecke steppt im wahrsten Sinne des Wortes der Bär. Und natürlich finden auch wir ein paar Zwerge.

    Die Breslauer Zwerge werden aus Bronze gegossen und haben eine Größe von rund 30 cm. Über 1000 sollen es mittlerweile sein in Breslau. Immer dort, wo viele Menschen stehen, findet man auch einen Zwerg. Sie erinnern an politisch subversive Unterminierung des sozialistischen Systems.
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  • Jahrhunderthalle

    August 8 in Poland ⋅ ☀️ 21 °C

    Unser Vormittag gehört der Breslauer Jahrhunderthalle. Das Auto bleibt heute in der Tiefgarage, raus aus der Stadt bringt uns heute morgen die Straßenbahn. Theoretisch kann man in der Bahn mit Kreditkarte seine Tickets kaufen. Praktisch funktioniert das Bezahlsystem nicht und alle Passagiere fahren heute umsonst.

    Die Breslauer Jahrhunderthalle ist eine Veranstaltungshalle aus Stahlbeton, die von 1911 bis 1913 errichtet wurde. Gemeinsam mit der 1948 vor dem Haupteingang aufgestellten Iglica, einer rund 100 m hohen Nadel, zählt die Halle zu den Wahrzeichen der Stadt Breslau. Seit 2006 gehört die Jahrhunderthalle zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Vorbild war das antike, um 118 n. Chr. fertiggestellte Pantheon in Rom. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung war die Kuppel mit einer freien Spannweite von 65 m Durchmesser in Deutschland die größte dieser Art und übertraf erstmals die des Pantheons. Zahlreiche Kritiker sind davon ausgegangen, dass das Bauwerk nach Eröffnung in sich zusammenfällt. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass ein am Bau unbeteiligter Passant mit Geld überzeugt wurde, die Verschalungen zu entfernen.

    Gemäß Veranstaltungskalender ist die Halle heute frei zugänglich, praktisch findet aber doch irgendeine Marketing-Veranstaltung statt. Wir können aus dem über das Besucherzentrum zugänglichen Balkon wenigstens einen Blick von oben hinein werfen. Der Raumeindruck geht allerdings verloren durch die Einrüstung.

    Wir schlendern noch durch die Ausstellung und schauen uns dann die Wasserspiele um 13 Uhr an. Nach einem Mittagssnack bringt uns die wieder kostenlose Straßenbahn zurück in die Stadt.
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  • Dominsel

    August 8 in Poland ⋅ ⛅ 24 °C

    Unser Nachmittag soll ein paar der unzähligen Kirchen Breslaus gehören und so steigen wir auf der sogenannten Dominsel aus.

    Als erstes möchten wir uns natürlich dem Dom widmen, St. Johannes der Täufer zu Breslau. Er wurde in den Jahren von 1244 bis 1341 im Stil der Gotik errichtet. Seine zwei Türme sind mit knapp 98 Metern die höchsten Kirchtürme der Stadt. Allein die Besichtigung gestaltet sich schwierig, es ist Samstag und in Breslau wird im Akkord geheiratet. Als die erste Hochzeit fertig ist, springen wir schnell hinein, und machen ein paar Fotos. Das nächste Brautpaar steht schon bereit (und eigentlich hätten wir sogar Eintritt bezahlen müssen). 🤭

    Als nächstes wenden wir uns St. Ägidien zu. Die Ägidienkirche in Breslau ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Die Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und ein Eisengitter trennt uns von einer Besichtigung. 🙄

    Die Stiftskirche zum Heiligen Kreuz und St. Bartholomäus kurz Kreuzkirche oder Kreuzstift genannt, ist eine hochgotische zweigeschossige Doppelkirche. Sie soll ausgesprochen sehenswert sein, und ist irgendwie zu. 🤷‍♀️

    St. Maria auf dem Sande, direkt an der Oder gelegen, gehört zu den ältesten gotischen Kirchengebäuden Polens. Die Kirche mutet zauberhaft an, und ist wieder mit Eisengittern geschlossen. 🤬
    So langsam haben wir keine Lust mehr auf Breslauer Kirchen, in die orthodoxen kommt man gar nicht rein.

    Als letztes steuern wir die Elisabethkirche an, zwischen 1525 und 1945 die evangelische Hauptkirche von Breslau, ursprünglich die des Bürgertums als bewusstem Gegenpol zum Dom. Papst Johannes Paul II. erhob sie 1997 zur Basilica minor. Wenigstens eine, bei der man mal das Interieur bewundern kann…

    Breslau gefällt uns ja richtig gut und hat eine wunderbare Kirche neben der anderen, aber als Besucher fühlt man sich dort nur bedingt willkommen 🤔.
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  • Abschied von Breslau

    August 9 in Poland ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute heißt es früh aufstehen. Mit ein paar Impressionen aus dem ausgesprochen stylischen AC Hotel Mariott - hat uns wirklich gut gefallen und ist am Rande der Altstadt gelegen - und verlassen Breslau wieder. Um Punkt 9 Uhr rollen wir mit dem Auto wieder aus der Tiefgarage, auch die mit 100 Sloty, ca. 25 Euro für 2 Nächte im Herzen der Breslauer Innenstadt echt nicht teuer.

    Breslau hat uns überhaupt gut gefallen. Sowohl Freitag als auch Samstag Nacht war die Innenstadt voller Leben, es wurde gefeiert an jeder Ecke. Und man hatte nirgends das Gefühl als ausländischer Tourist in der Überzahl zu sein. Ob das Gros inländischer Tourismus ist oder Einheimische am Wochenende, kann man von außen schlecht beurteilen. Dem internationalen Overtourism ist Breslau noch nicht anheim gefallen.
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  • Reichssender Gleiwitz

    August 9 in Poland ⋅ ⛅ 24 °C

    Eigentlich haben wir es ja nicht so mit Sightseeing an Orten mit Kriegsgeschehen. Dieser hier liegt aber so auf dem Weg, dass man nur anhalten muss.

    „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen.“
    Der fingierte Überfall auf den Reichssender Gleiwitz durch die SS in geklauter polnischer Uniform, war einer von mehreren Vorwänden für den Überfall auf Polen und bildete damit den Beginn des 2. Weltkriegs.
    Der Sendeturm Gleiwitz hat den Krieg unbeschadet überstanden. Erstaunlich, denn er ist aus Lärchenholz und gilt heute als der höchste Holzturm der Welt.
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  • Czarnego Pstrąga

    August 9 in Poland ⋅ ☁️ 24 °C

    Unser Zwischenstopp des Tages liegt mitten im Wald. Das Historische Bergwerk Tarnowskie Góry war ein Blei-, Silber- und Zinkbergstollen in der Bergbauregion Oberschlesien. Angelegt 1784 als Friedrichsgrube. Seit 2017 ist es UNESCO-Weltkulturerbe.

    Ein 600 Meter langer Abschnitt des Stollens wird seit 1957 unter dem Namen Sztolnia „Czarnego Pstrąga“ (Schwarze Forelle-Stollen) für touristische Zwecke genutzt. Der Stollen wird zwischen zwei Lichtschächten („Ewa“ und „Sylwester“) mit Booten befahren.

    Im Schweiße seines Angesichts hat der Ritter es geschafft, auf einer rein polnischen Website für uns Tickets für die englische Führung um 12 Uhr zu buchen. 💪

    Wir steigen im Ewa-Stollen 20 m ab, besteigen ein wackliges Boot, gondeln damit 600 m durch einen engen, feuchten und dunklen Stollen im tiefen Fels um am Ende im Sylvester-Stollen wieder 30 Meter aufzusteigen, das ganze geht nur oneway, einmal drin im Abstieg gibt es kein zurück mehr. Genau die richtige Freizeitbeschäftigung für Tunnelphobiker also 🙄🐰.

    Forellen sieht man untertags keine mehr, ist auch viel zu laut mit den Metallbooten auf Fels. Frühmorgens sollen sie noch zu sehen sein - der unterirdische Strom ist mit dem Fluss verbunden. Im Winter sollen hier Fledermäuse überwintern, und wir fragen uns im Angesicht dessen, was wir letzt über Fledermäuse gelernt haben, wie die den Lärm der Touren wohl wegstecken… 🤔

    Wieder über der Erde genießen wir erstmal einen Mittagssnack im Wald bevor die Reise weitergeht. Für „Nicht-Tunnelphobiker“ ein echt schönes Erlebnis unter Tage, mal eine andere Art Bergwerksführung 😇.
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  • Fragola Apartments

    August 9 in Poland ⋅ ⛅ 25 °C

    Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Quartier für die nächsten Tage, ein Apartment am Rande der Krakauer Altstadt gelegen mit Weichselblick und Tiefgaragenplatz. Hier richten wir uns jetzt wieder häuslich ein, nachdem wir es geschafft haben, Zufahrt zur Tiefgarage zu erhalten. Hier gibt es tatsächlich einen Portier, in diesem Fall eine junge Dame, die man lediglich überzeugen muß, und schon klappt es!

    Unser Abendessen liegt nur einen Steinwurf entfernt, in der Hinterhof-Pizzeria nebenan. Selbst das Apartment-Wifi reicht bis hier… 🤭

    Direkt gegenüber befindet sich ein kleiner Supermarkt für alles, was man ad hoc so benötigt. Passt erstmal alles!
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  • Kalwaria Zebrzydowska

    August 10 in Poland ⋅ ☀️ 26 °C

    Ein Kalvarienberg ist die Bezeichnung für umfangreiche Nachbildungen der Passion Christi, die als Andachts- und Wallfahrtsstätten dienen. Der Kalwaria-Zebrzydowska-Park ist ein Ensemble unterschiedlicher Bauwerke und gleichzeitig Landschaftspark und Wallfahrtsstätte. Seit 1999 ist es UNESCO-Weltkulturerbe.

    Begonnen wurde das Ensemble im Jahre 1601 mit einer Heilig-Kreuz-Kapelle nach dem Vorbild der Golgota-Kapelle in Jerusalem auf dem Berg. Bis 1609 wurden das Bernhardinerkloster und eine Kirche errichtet. Später entstanden weitere von Jerusalem inspirierte Kapellen, insgesamt 44 in der Umgebung. Einer der Berge wurde zu Golgota, ein anderer zum Ölberg und der Fluss zum Bach Cedron umbenannt. Bis 1655 wurden die Klosteranlagen erweitert und um weitere Kapellen ergänzt.

    1641 wurde dem Kloster das Ölgemälde einer Muttergottes aus dem 17. Jahrhundert gestiftet, laut der Überlieferung soll das Bild zuvor geweint haben. Das Wunder wurde 1656 von der Kirche als solches anerkannt und man errichtete eine eigene Kapelle für die Heilige Maria von Kalwaria, dem Ziel vieler Wallfahrten.

    Wir erreichen die Wallfahrtsstätte um die Mittagszeit. Nachdem wir uns erstmals ausgiebig die prächtig ausgestattete Kirche angeguckt haben, suchen wir uns was zu essen. In der Schlange vor der Essensausgabe ist sich bei den ganzen tiefgläubigen Wallfahrern jeder selbst der nächste. Das wird vorgedrängelt ohne Hemmungen und Rücksicht, kann man ja später alles wieder beichten. 🤬

    Aber irgendwann hat auch der über soviel Unverfroren- und Rücksichtslosigkeit völlig empörte Hase - das ist nicht gut für meinen Blutdruck - bar jeglicher Sprachkenntnisse zwei Portionen Bigos mit Brot und eine Cola auf dem Tablett, und wir können uns stärken.

    Den steilen Berg hoch zur Kreuzkapelle, nee das brauchen wir nicht bei über 30 Grad im Schatten. Wir haben schon nach der Mittagspause genug vom Wallfahren. Wir cruisen noch 2 - 3 Kapellen mit dem Auto ab, und verlassen diesen scheinheiligen Ort dann wieder.
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  • Museum Ausschwitz

    August 10 in Poland ⋅ ☀️ 31 °C

    Für den späten Nachmittag haben wir Karten für das Museum Ausschwitz. Die freie Besichtigung beginnt um 17 Uhr, und man muss die Tickets wochenlang im voraus buchen.

    Wir haben nicht viele Fotos gemacht und wir werden auch nichts dazu schreiben. Da fehlen einfach die Worte.Read more

  • St. Leonhard

    August 11 in Poland ⋅ ☁️ 31 °C

    Nachdem wir beide am Montag frei hatten, widmete der Ritter sich heute vormittags der Arbeit, so dass wir uns mittags in eine andere Richtung ins Krakauer Umland aufmachten. In Lipnica Dolna suchen wir den Friedhof auf.

    Die Leonardskirche ist eine Friedhofskirche, ohne Turm. Die Holzkirche wurde Ende des 15. Jh. erbaut. Zusammen mit 5 Anderen wurde sie 2003 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen, der ländlichen Holzkirchen des südlichen Kleinpolens.

    St. Leonhard wurde Ende des 15. Jahrhunderts anstelle einer älteren Kirche aus dem 12. Jahrhundert erbaut. Die Wandmalereien stammen aus dem späten 15. Jahrhundert. Die drei gotischen Altäre stammen aus dem 16. Jahrhundert, 1510 und 1530. 1689 und 1711 wurde das Presbyterium ausgemalt.

    In der Retrospektive hatten wir vermutlich Riesenschwein, dass just zu dem Zeitpunkt eine asiatische Reisegruppe in der kleinen Kirche steht. Mit 5 Euro sind wir dabei, Kartenzahlung ist nicht. Aber wir können dieses Kleinod auch von innen sehen… 😍

    Unmittelbar nachdem die Reisegruppe und dann auch wir die Kirche wieder verlassen haben, wird diese wieder zugesperrt und die Eintritt kassierende Dame entschwindet wieder.

    Auf einer Bank im Kirchhof machen wir Mittagspause bevor wir weiter fahren zu neuen Ufern.
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  • Salzbergwerk Bochnia

    August 11 in Poland ⋅ ☁️ 31 °C

    Unsere 2. Station des heutigen Tages ist das Salzbergwerk Bochnia. Das bekanntere in Wieliczka war für heute leider schon ausgebucht, das Salzgrafenschloss hat heute geschlossen. Für Bochnia haben wir für heute Nachmittag noch eine internationale Führung bekommen.

    Das Salzbergwerk Bochnia ist eines der ältesten Salzbergwerke der Welt. Seit 2013 bildet es mit dem 25 km entfernten Salzgrafenschloss und dem Salzbergwerk in Wieliczka das UNESCO-Weltkulturerbe Königliche Salzbergwerke Wieliczka und Bochnia. Beide Bergwerke veranschaulichen die Entwicklung der Bergbautechniken in Europa vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Von 1248 bis zur Schließung in den 1990ern wurde in Bochnia Salz gewonnen.

    212 m unter Tage wird in einer mehrstündigen! Audioguide-Multimedia-Führung die Geschichte des polnischen Salzbergbaus erläutert. Die Führung ist durchaus kurzweilig und informativ, aber vor allem lang. Nach über 2 h nutzen wir die Chance zurück ans Tageslicht zu kommen - die Alternative wäre noch eine halbe Stunde Aufenthalt in einer Untertage-Cafeteria inklusive 300 Stufen runter (das könnte per Rutsche absolviert werden) und wieder rauf gewesen 😵‍💫.

    Gegen 18 Uhr sind wir zurück in Krakau, gehen in unsere aktuelle Stammpizzeria im Hinterhof nebenan. Gegen 20.30 Uhr fällt in der Ferienwohnung (und im ganzen Haus) der Strom aus. Gehen wir halt mal echt früh ins Bett…😴
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  • Altstadt von Krakau

    August 12 in Poland ⋅ ☁️ 25 °C

    Der Mittwoch beginnt für den Ritter arbeitstechnisch extrem kurzweilig, denn der Strom ist zwar wieder da, der Ausfall hat aber das Equipment lahmgelegt, braucht man nicht. Der Hase, der heute frei hat, versucht währenddessen mit einem guten Buch in der Ecke zu liegen und dem fluchenden Ritter nicht im Weg zu sein.

    Am Nachmittag machen wir uns auf die Altstadt von Krakau zu erkunden. Krakau war bis 1596 Hauptstadt des Königreichs Polen, ist weitgehend von Kriegszerstörungen verschont geblieben und hat dadurch zahlreiche original erhaltene Baudenkmäler. Das ist auch der Grund, warum sein historisches Zentrum bereits 1978 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde.

    Als erstes steuern wir die Marienkirche an. Diese ist so unsagbar schön, dass sie ihren eigenen Footprint bekommt.

    Die Adalbertkirche auf dem Hauptmarkt ist wohl die kleinste Kirche der Stadt, sowie eines der ältesten Beispiele für romanische Baukunst in Polen. Nur leider im Inneren barockisiert.

    Wir schlendern kreuz und quer durch die Stadt, gehen spontan superleckere Piroggen essen, moderne polnische Küche: Spinat-Feta, Ziegenkäse-Rote-Beete und Hüttenkäse-Kartoffeln. Und weils natürlich viel zu viel ist, nehmen wir die Reste mit und haben morgen auch noch was davon. Dazu wie bei jedem Essen hausgemachte Limonade, die wir schon von unserer tschechischen Sommerreise vor 4 Jahren kennen und in Polen anscheinend genauso gang und gäbe ist 😋. Hier gibt es auch noch „Frucht-Kompott“ zum Trinken. Auch gut, die Zitronenlimonade ist jedoch unser Favorit.

    Pappsatt schlendern wir an den Resten der Stadtmauer vorbei und schlagen dann den Bogen zurück zu unserem Quartier. Nur von der Sonnenfinsternis in Europa kriegen wir nix mehr zu sehen.
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  • Marienkirche

    August 12 in Poland ⋅ ☁️ 25 °C

    Die Marienkirche am Hauptmarkt von Krakau ist auf jeden Fall was besonderes. Sie wurde am Ende des 13. bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts als „Kirche der heiligen Magd Maria“ an der nordöstlichen Ecke des Marktplatzes errichtet. 1970 wurde die Kirche durch Papst Paul VI. in den Rang einer Basilica minor erhoben.

    Insbesondere ist der Krakauer Hochaltar aus der Werkstatt von Veit Stoß weltweit bekannt. Er ist der größte Altar Europas dieser Art und entstand in den Jahren 1477–1489, gestiftet von der Bürgerschaft Krakaus. Bei geöffneten Türen erzählt er die Geheimnisse der Freude Mariens von der Verkündigung bis zur Himmelfahrt. Für den Ritter als Nürnberger ein Meisterwerk, welches er schon immer mal sehen wollte. Und er ist wirklich wunderschön…

    Das Chorgestühl soll durch einen Schüler von Veit Stoß geschaffen sein, und ist ebenfalls unglaublich schön.

    Wir verbringen sehr viel Zeit in dieser unfassbar reichhaltig spätgotisch ausgeschmückten Kirche.

    Draußen ist es kurz vor 18 Uhr, so können wir noch dem berühmten stündlichen Trompetensignal lauschen, welches zum Gedenken des Trompeters, der mitten im Warnsignal von einem mongolischen Pfeil getroffen wurde, genau an diesem Punkt abbricht.
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  • Kazimierz

    August 13 in Poland ⋅ ☀️ 23 °C

    An Donnerstag funktioniert die Technik wieder so wie sie soll, daher machen wir uns nach einem entspannten Arbeitstag am Spätnachmittag auf noch mehr von der Stadt zu erkunden. Heute steht der jüdische Teil Krakaus auf unserer Agenda.

    Die Siedlung Kazimierz entstand aus einigen Dörfern in der Nähe von Krakau und wurde nach König Kasimir dem Großen benannt. 1494 ließ König Jan Olbracht nach Pogromen in Krakau die dortigen Juden nach Kazimierz umsiedeln. Es entstand eine eigene jüdische Siedlung, die von einer Mauer umgeben wurde und bis ins 18. Jahrhundert die kleinere Teilstadt von Kazimierz bildete.

    Kazimierz wurde zum kulturellen und religiösen Zentrum der Juden in Polen. 1497 entstand die erste Synagoge, 1553 wurde die Remuh-Synagoge gebaut, die wir heute tatsächlich noch besichtigen dürfen. Die größte Bedeutung der bis heute bestehenden sieben Gotteshäuser hatten die Alte Synagoge und die 1638 bis 1641 errichtete Isaak-Synagoge.

    Um 1800 wurde Kazimierz als Stadtteil nach Krakau eingemeindet. 1822 wurden die Mauern um das Viertel abgetragen.

    Die jüdische Gemeinde von Kazimierz wurde nach der Besatzung Krakaus durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg zunächst ab März 1941 in das Krakauer Ghetto in Podgórze umgesiedelt; insgesamt lebten in Krakau zu der Zeit etwa 64.000 Juden, ein Viertel der Stadtbevölkerung. Die Mitglieder der Gemeinde wurden in der Folge fast alle ermordet.

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrten im Frühjahr 1945 etwa 6500 Juden, die den Holocaust überlebt hatten, nach Krakau zurück, wurden allerdings von den Polen wiederum vertrieben.

    Die weitgehend intakte, in ihren ältesten Teilen aus dem 15. Jahrhundert stammende jüdische Siedlungsstruktur von Kazimierz war ein wesentlicher Grund für die Aufnahme Krakaus in die Weltkulturerbe-Liste 1978. Das hat zu gesteigertem wirtschaftlichen Interesse und Restaurierung der vorhandenen Strukturen geführt.

    Wir schlendern ein bisschen durch die Gassen, besuchen einen jüdischen Buchladen, der Quartier in einer ehemaligen Synagoge gefunden hat. Die alte Synagoge, die heute ein Museum ist, ist heute leider geschlossen. Aber die Remuh-Synagoge hat überraschenderweise offen.

    Der Friedhof wurde von den Nazis sehr zerstört, so dass man ihn nach 1945 „aufräumen“ musste. Grabsteine, die so zerstört waren, dass man sie nicht mehr zuordnen, reparieren und aufstellen konnte, haben eine neue Heimat in der Friedhofsmauer gefunden.
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  • Fabryka Emalia Oskara Schindlera

    August 13 in Poland ⋅ ☀️ 23 °C

    Als 2. Programmpunkt des Tages haben wir uns die ehemalige Emaillefabrik von Oskar Schindler ausgesucht. Bekannt geworden durch den Film Schindlers Liste, von dem auch Teile in diesem Gebäude gedreht wurden, ist die ehemalige Fabrik heute ein Museum, das bis spät in den Abend geöffnet hat.

    Die Fabryka Emalia Oskara Schindlera stellt die Zeit der deutschen Besatzung Krakaus von 1939 bis 1945 dar, ein besonderer Schwerpunkt ist das Schicksal der Juden im Krakauer Ghetto und im Zwangsarbeitslager Plaszow im Vergleich zu den Beschäftigten in Schindlers Fabrik.

    Die Bewohner des Krakauer Ghettos wurden fast alle ermordet; in drei Liquidationswellen in die Konzentrationslager Plaszow und Auschwitz deportiert, bei Widerstand auf der Stelle umgebracht. 1200 jüdische Arbeitskräfte der „Deutschen Emaillewarenfabrik“ blieben von diesem Schicksal verschont.

    Ein sehr bewegender und nachdenklich machender Besuch.
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  • Auf dem Wawel

    August 14 in Poland ⋅ ☀️ 25 °C

    Unser freier Freitag und unser letzter Tag in Krakau gehört dem Wawel, den wir bisher nur aus der Ferne bewundert haben. Der Wawel ist ein 228 m hoher Hügel am linken Ufer der Weichsel. Der Hügel selbst ist Kalkgestein, inklusive Karsthöhle. Der Legende nach hauste in der Höhle des Wawel einst ein Drache, den der Ritter Krak durch List überwand. An diesem Platz wurde dann die Stadt Krakau gegründet, die nach dem Ritter benannt wurde.

    Auf dem Wawelhügel befinden sich das Wawelschloss (Zamek na Wawelu), die ehemalige Residenz der polnischen Könige von 1040 bis 1795, sowie der Waweldom (Katedra na Wawelu), die einstige Krönungskirche und Begräbnisstätte der polnischen Monarchen.

    Zuerst widmen wir uns dem Königlichen Schloss auf dem Wawel, dem ehemaligen Wohn- und Regierungssitz der Könige von Polen. Gegründet um 1000 während der Herrschaft von Bolesław I., ist es einer der bedeutendsten Orte der polnischen Geschichte. Ab 1504 wurde die königliche Burg bis zu ihrem heutigen Erscheinungsbild umgebaut.

    Die Innenbesichtigung dauert, das was man zu sehen bekommt, steigert sich von Raum zu Raum. Ein durchaus lohnenswerter Besuch. Es gibt verschiedene Besichtigungstickets, wir haben uns für die 1. und 2. Etage des Schlosses entschieden, aber man könnte auch die Drachenhöhle buchen.

    Nach einer kurzen Pause im Schlosscafe widmen wir uns dem 2. Teil, dem Waweldom. Die Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel ist die Bischofskirche des um das Jahr 1000 entstandenen Bistums Krakau. Der im Wesentlichen gotische Bau gilt als ein polnisches Nationaldenkmal, da er als Krönungs- und Gruftkirche der meisten Könige von Polen fungierte. Außerdem beherbergt er die Grabstätten der Bischöfe von Krakau sowie herausragender polnischer Staatsmänner, Feldherren und Künstler.

    Der Dom ist zweifellos interessant anzusehen, hat uns aber nicht mal im Ansatz so gepackt, wie die Marienkirche vor 2 Tagen, er ist eher geschichtlich von Belang.

    Eigentlich wollten wir zum Abschluss noch ins Banksy-Museum in Krakau, nach Stunden auf dem Wawel haben wir dann aber keine Lust mehr. Also wandern wir zurück zu unserem Apartment und fangen schon mal langsam an zu packen…
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  • Quer durch Tschechien…

    August 15 in Czech Republic ⋅ ☀️ 27 °C

    Alles hat ein Ende und auch wir müssen uns wieder auf den Heimweg machen. Wir hatten lange überlegt, wie wir diese zwei Wochen am besten strukturieren können, das beste Modell sah dann eine direkte Rückfahrt von Krakau am Samstag in einem Rutsch vor mit der Option, falls es ganz mies laufen sollte, spontan noch eine Zwischenübernachtung einzufügen.

    Die beiden Hauptvarianten beinhalteten jeweils 828 Kilometer Strecke, die nördliche durch Schlesien und Sachsen kannten wir schon von unserer Rückfahrt aus Warschau vor ein paar Jahren, nicht die beste während des Ferienreiseverkehrs. Neu hinzukam jetzt noch eine digitale Maut zwischen Gleiwitz und Breslau, die nicht wie beworben an Orlen-Tankstellen bezahlt werden kann (und uns im Nachgang vermutlich noch ein bisschen Bußgeld kosten wird). So fiel uns die Entscheidung leicht für die südliche Variante, gemäß Google Maps eine halbe Stunde kürzer, und die tschechische Maut wird ganz bequem auf der Website gekauft.

    Soweit so gut, was wir nur völlig unterschätzt haben, ist Mariä Himmelfahrt….
    Schon dass unser so liebgewonnener Bäcker um die Ecke geschlossen hatte, war eine Warnung. An der Mautstation kurz hinter Krakau war ein kurzer Stau, ging zwar zügig, hat uns aber am Samtagvormittag stadtauswärts doch überrascht.
    Die Navis zeigten eine zunehmende Anzahl an Staus und Stockungen an, doch kurz hinter Ostrava ging erstmal gar nichts mehr, kompletter Stillstand von einem Moment auf den anderen.

    Vorbildlich die tschechische Rettungsgasse, die auch rege benutzt wurde, Feuerwehr, Notarzt, Polizei rauschten durch. Nach einer Dreiviertelstunde bei über 30 Grad fuhr auf einmal eine Motorradstreife durch, die alles filmte. Kurz darauf kam hinter uns Bewegung ins Spiel, der Stau wurde von hinten aufgelöst. Also auf der Autobahn wenden und als offizieller Geisterfahrer an den wenigen LKW und Wohnwagen vorbei zur letzten Auffahrt, wo wir rausgeleitet wurden. Mal ein anderes Erlebnis…

    Die direkte Umgehung zur nächsten Auffahrt natürlich hoffnungslos dicht, wir haben uns dann eine wüste Route zur übernächsten gesucht. Dass wir für die ersten 300 Kilometer 6 1/2 Stunden benötigt haben, zehrte zwar an unseren Nerven, kam uns dann aber später zugute, als der Verkehr langsam nachließ. Da um Brünn alles dicht angezeigt wurde, schlugen wir uns ab Olmütz nördlich durch, zwar noch nicht mit durchgehend fertiger Autobahn, aber recht entspannt, mit einigen Erinnerungen an unsere Welterbetour vor 4 Jahren und der Erledigung unserer benötigten Einkäufe, da klar war, dass wir nicht mehr zu den Ladenöffnungszeiten nach Hause kommen werden.

    Der Verkehr liess immer mehr nach, durch Prag ging es auch recht entspannt, die letzten 300 Kilometer liefen fast von alleine. Während es dunkel wurde, noch ein sehr seltener Besuch im Fastfoodladen bis wir nach über 11 Stunden endlich zuhause ankamen. Ein langer Tag und die Erkenntnis, dass Mariä Himmelfahrt in dieser Weltgegend kein guter Fahrtag ist…

    Aber: Home Sweet Home 😎
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    Trip end
    August 15, 2026