• San Francisco 🌁

    Aug 20–23, 2023 in the United States ⋅ ☀️ 23 °C

    *Verfasst von Henne

    San Francisco! Eine der Städte, die man auf jeden Fall bei der Route entlang der Westküste mit besucht haben muss. Wir haben sportliche drei Tage eingeplant.

    20.08.23 ANKUNFT & ABENDESSEN
    Wir erreichen die Stadt pünktlich zum Sonnenuntergang. Zum Hostel geht es dann via Uber. Dort erwarten uns eine Küche ohne Kochnische mit nur einer Mikrowelle und einem nicht wirklich großem Kühlschrank - nicht sonderlich backpacherfreundlich bei drei Etagen und langen Gängen in zwei Richtungen. Dafür haben die 6-Personen- Dormrooms eigene Badezimmer mit Duschen! Ein wirklich widersprüchliches Konzept... Es bleibt uns jedenfalls nichts anderes übrig, als leider leider Essen gehen zu müssen 💁🏼😅 Kelly findet einen Asiaten in der Nähe, bei dem wir beide Kokosmilchsuppen bestellen, die unseren Geschmack nicht zu 100% trifft (zu viel Limette, analysiert Kelly). Als wir gehen, sehen wir vor der Tür auch das erste Mal auf unserem Trip tatsächliche Spuren eines Verbrechens (neben Drogenkonsum und -verkauf): Einem Auto ist das hintere Seitenfenster eingeschlagen worden, um an Wasauchimmer im Inneren zu gelangen. Wir laufen ohne weitere Geschehnisse zum Hostel und freuen uns auf den kommenden Tag, an dem wir natürlich die Stadt erkunden wollen.

    21.08.23 ASIATISCHE VIERTEL & BEMALTE DAMEN
    Wir beginnen unsere Wanderung (das Frühstück ist leider nicht erwähnenswert) Richtung japanisches Viertel. Uns erwartet ein schicker Deko-Turm, neben dem eine Einkaufspassage mit den abgefahrensten Läden ist, die wir bisher gesehen haben. Futterläden gibt es auch, das Essen ist plastisch ausgestellt, also wortwörtlich aus Plastik aufgereiht, aber wir haben noch keinen Hunger. Wir wandern also weiter, verlassen das Viertel und kommen zu einer prächtige Gedenkstätte für im Dienst gefallene Polizisten der Stadt. Die Listen in den Marmorblöcken sind wirklich lang, beginnen sehr früh ganz klassisch mit einem Sheriff. Direkt neben der Stätte ist ein beeindruckendes Kuppelgebäude, die San Francisco City Hall. Doch das eigentliche Ziel unserer Wanderung ist ein anderes. Hier ist es an der Zeit, diese Stadt genauer zu beschreiben: Sie besteht gefühlt nur aus Hügeln. Und ich meine keine Müggelberg-Hügel, sondern wirkliche Steigungen! Fußmärsche hier gestalten sich so, dass wir das erste Mal bei Googlemaps auf die Höhenangaben-Werte achten 🤯 Wir wollen also zu den "Painted Ladies", süß anzusehende kleine dreistöckige Häuser, die stufenartig angereiht und gut vom Park gegenüber anzuschauen sind. Wir machen Fotos und pausieren im besagten Park, in dem sich viele Menschen aufhalten. Es wird windig und sieht nach Gewitter aus, aber wir bleiben verschont.
    Auf dem Weg zum nächsten Ziel (Chinatown) laufen wir wieder durch die Innenstadt und sehen das erste Mal die historische Straßenbahn. Es ist das Ende der Strecke, sie wird gleich auf einer Drehscheibe gewendet. Während wir warten, kommt eine Gruppe mutmaßlicher Nonnen mit Kerzen und komplett schwarz verhüllten Gesichtern vorbei, ein irgendwie gruseliger Anblick. Dass ein Obdachloser mit Einkaufswagen daneben her fährt und gospelartige Lieder singt, passt da irgendwie ins Bild.
    Später kommen wir an einem Candyshop vorbei, der einfach nur riesig ist. Hier gibt es z.B. fünf Pfund schwere Gummibärchen (~2.268 Gramm!) , lustige Schokoladentafeln, Shirts und natürlich allerlei Süßigkeiten. Herausragend waren aber auch die Werbetafeln, in der gesundes Essen als eher langweilig dargestellt wird und statt dessen lieber Teller voller Süßkram serviert werden! Nachdem wir dort alles gesehen haben, geht die Wanderung weiter. Durch einen langen Tunnel erreichen wir Chinatown - wieder eine komplett andere Welt mit asiatischem Flair. Unser Weg führt uns in eine Seitenstraße zu einer Keksfabrik! Diese ist kleiner als erwartet, nur ein länglicher Raum mit Beuteln voller Glückskeksen und der Kasse vorne, im hinteren Bereich sitzen zwei asiatische Damen, die genau diese Kekse herstellen. Ein interessant zu beobachtender Prozess! Wir gönnen uns ein Beutelchen (die sind frisch wirklich lecker!) und danach einen Bubbletea im Laden direkt daneben.

    So langsam haben wir dann fast alles gesehen, was wir heute sehen wollen. Eine Sache ist noch offen: Den verrückten Teil der Lombard-Street, der so steil ist, dass er nur aus Serpentinen besteht. So wurde damals gewährleistet, dass die Autos die Steigung meistern können (aus 27% Steigung wurden 'nur' 18.18% gemacht). Fußgänger dürfen die Treppen am Rand nehmen. Recht erschöpft machen wir uns auf den Rückweg zum Hostel.

    Ein kleiner Einwurf meinerseits: So langsam fällt mir auf, dass wir die mir bekannte Klinazone verlassen und die Pflanzen immer fremdartiger werden. Passionsblüten, tentakelartige Pflanzen und unbekannte Bäume begegnen uns, die Flora unterscheidet sich mittlerweile deutlich von den heimischen Gefilden.

    22.08.23 - PIERS & SEELÖWEN
    Heute gehen wir zuerst wieder ins italienische Viertel. Hier waren wir zwar schon kurz, aber wir wollten noch zu dieser einen Bäckerei, die so unverschämt lecker aussehende Sachen anbot. Der Besuch lohnt sich! 😏
    Anschließend steht der Ferry Plaza Farmers Market an - auf einem Markt waren wir hier noch nicht. Das Essen des einen Standes riecht enorm lecker, aber so vollends überzeugen kann uns der gesamte Markt nicht nicht, alles wirkt irgendwie gekünstelt. Wir wandern also weiter Richtung Norden, immer am Wasser und den Piers entlang. Erkunden kurz das "Exploratorium", ein Wissenschaftsmuseum, welches mich fasziniert. Man kann Wasserwirbel in Säulen erzeugen und sich Mineralien anschauen. Und das nur im Museumsshop. Da alles doch eher niedrigschwellig erscheint, lohnt ein Besuch eher nicht, also wandern wir weiter. Die Strecke am Wasser zieht sich etwas, aber irgendwann erreichen wir den 'Pier 39', einem "pittoreskem Pier mit Essen & Aktivitäten" (Zitat Google). Auf diesem langgezogene Pier gibt es ein Aquarium, ein Hard-Rock-Kaffee, ca. 429 Futterbuden, Schmuckläden, einer Theaterbühne, einem Hutgeschäft, natürlich Souvenirläden und vielem mehr. Das Abgefahrenste sind jedoch die wilden Seelöwen, die sich 1990 direkt neben dem Pier angesiedelt haben. Von einem Erdbeben 1989 aus ihrem alten Zuhause verdrängt, fanden sie hier einen sicheren, nun ja, Hafen mit reichlich Nahrung und Schutz vor Raubtieren. Je nach Jahreszeit und weiteren Einflüssen leben hier zwischen 300 und 1.701 (Jahr 1990) Tieren. Wir könnten hier Stunden verbringen und den Tieren beim Chillen und den Revierkämpfen beobachten. Hin und wieder fliegen Pelikane vorbei. Infotafeln wollen gelesen werden. Nach einiger Zeit können wir uns losreißen und gehen die Piers weiter ab. Wir finden noch ein U-Boot-Museum und daneben eine antike Spielhölle. Eigentlich ist es auch ein Museum ('Musée Mécanique'), aber die Teils wirklich skurrilen Münzautomaten (eine mechanische Opiumhöhle?!?) und die Arcade-Spiele (Marge Simpson in einem Beat'em up?!?) funktionieren alle noch und dürfen benutzt werden! Ein wirklich abgefahrener Laden!

    Danach sind wir recht hungrig und essen eine leckere Suppe im frischen Brotlaib, der direkt mit verspeist wird (Kelly hebt sich etwas für den nächsten Tag auf). Auf dem Heimweg gehen wir noch in zwei weitere abgefahrene Süßigkeitenläden, glücklicherweise sind wir satt und können den Versuchungen widerstehen 😅

    Im Hostel stelle ich dann fest, dass wir im Flur zwei Etagen über unserem Zimmer einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang auf die Golden Gate Bridge haben, die in weiter Ferne zu sehen ist und bei der wir noch immer nicht waren!

    23.08.23 CABLE CARS 🚊 & GOLDEN BRIDGES 🌁
    Am letzten Tag in dieser Stadt, die uns wirklich gefällt, wollen wir noch dieses Touri-Event namens Cable Car mitnehmen. Auf zwei Strecken fahren sehr alte Straßenbahnen, die aufgrund der extremen Hügel ein ganz eigenes Erlebnis darstellen. Sie werden teilweise von Kabeln gezogen, die unterirdisch verlaufen. Um bessere Plätze zu ergattern, lassen wir eine Bahn fahren und warten zwanzig Minuten, was eine gute Entscheidung ist. So sitzen wir ganz vorne und können die verrückte Berg- und Talfahrt direkt erleben.

    Danach geht es mit dem Bus in Richtung und über die Golden Gate Bridge. Den Weg zurück möchten wir gerne laufen. Wir verlassen also kurzzeitig San Francisco (Achtung, anderer Busanbieter!), überqueren die Brücke und begeben uns bei schweißtreibenden Temperaturen zu dem nahegelegenen Aussichtspunkt. Imposant liegt die Brücke vor uns. Wir machen schöne Fotos, genießen die Aussicht. Dann machen wir uns auf den Rückweg. Ich muss sagen, die 1,6km Länge sieht man ihr aus der Ferne gar nicht an. 😅 Der Bau ist wirklich beeindruckend, und im Wasser können wir sogar noch jagende Seelöwen sehen.

    Auf der anderen Seite befindet sich ein großer Park. Wir laufen seitlich an ihm vorbei (es ist wirklich warm und wir langsam kaputt), kommen an einem kleinen See mit Pelikanen vorbei. Das letzte Ziel ist ein Yoda-Springbrunnen, der in der Nähe ist. Er ist kleiner als erwartet, quasi (Yoda-)lebensgroß, aber wirklich süß gemacht. Dahinter befindet sich ein Haus, welches öffentlich zu sein scheint. Ich betrete es, und vor mit steht ein R2D2. Weiter hinten weitere lebensgroße StarWars-Figuren, Vitrinen mit Laserschwerten und Sammelfiguren, Blastern, Fotos und Auszeichnungen - ich bin in der 'Lucasfilm-Lobby' gelandet. Begeistert schaue ich mir alles an, während Kelly draußen beim Brunnen eine Pause einlegt.

    Schließlich kommen wir beim Hotel an, in dem wir unsere Rucksäcke nach dem Checkout zwischengelagert haben. Als wir fragen, dürfen wir sogar noch einmal duschen. Als wir einige Zeit später jedoch zu unserem Bus müssen und die Rucksäcke aus dem verschlossenen Lagerraum holen wollen, ist der 24h-Tresen nicht besetzt, sodass ich schon leicht panisch mit den Hufen scharre, als der Mitarbeiter endlich wieder aus seiner Pause kommt! Wir nehmen wieder ein Uber und fahren zur Bushaltestelle, das Abenteuer namens Nachtfahrt erwartet uns: Es geht nach Los Angeles!
    Read more