• Varadero 🏝

    3.–9. Okt. 2023 in Kuba ⋅ 🌬 29 °C

    *Verfasst von Kelly

    Tag 1 - 03.10.23 Späte Ankunft

    Wir kommen am späten Nachmittag in Varadero an und werden erstmal mit einem Kaffee begrüßt. Wir checken ein, erfahren, dass WiFi extra kostet und klären, dass wir für den kommenden Tag am Morgen Internet benötigen für das Bewerbungsgespräch. Wir richten uns in dem sehr kleinen Zimmer ein und drehen nochmal eine Runde, um uns Trinkwasser zu kaufen. Am Abend kuscheln wir uns in das sehr kleine Doppelbett und versuchen uns nicht gegenseitig die Decke zu mopsen 😅
    Anm.v.H.: Am Kopfende war ein Vorhang, der ein kleines Fenster verdeckt hat. Dieser hat sich in der Nacht komplett mit Stange und Halterung (!) verabschiedet und viel auf uns rauf. Während ich im Halbschlaf irgendwie die Stange fangen konnte, hat die Holzhalterung Kelly direkt im Gesicht, auf dem Wangenknochen getroffen. Der Nagel (er war nur in die Wand geschoben, Schrauben gab es vielleicht gerade nicht) hat dabei glücklicherweise nach oben geragt. So gab es "nur" eine Prellung im Gesicht und keinen Krankenhausbesuch. Am nächsten Tag haben wir ohne Umschweife ein Zimmer-Upgrade bekommen. Mit mehr Platz - und ohne Vorhänge.

    Tag 2 - 04.10.23 Vorstellungsgespräch & pieckfeines Strandwetter

    Am kommenden Morgen ist Henne ein wenig nervös, da sein Bewerbungsgespräch bei StarFM ansteht. Gegen kurz vor 10 Uhr kommt unsere Gastgeberin mit dem WLAN-Router herunter und richtet im Nebenzimmer (der eigentlich ihr Friseursalon ist 😄) einen Arbeitsplatz her. Nach einigen Versuchen erreicht Henne dann mit Verspätung den Menschen bei StarFM - Glück gehabt. Ich mache mich nebenbei fertig und warte dann mehr oder weniger geduldig, dass die beiden Plaudertaschen fertig werden, sodass wir frühstücken gehen können 😂 das Gespräch läuft soweit ganz gut - Henne wird der Job angeboten 🤗

    Im Anschluss machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Da es ein ziemlich langer Fußmarsch wäre, suchen wir uns ein Taxi und landen auf dem Rücksitz einer kubanischen Rikscha. Der Fahrer hat auf seinem Fahrrad ganz schön zu kämpfen, uns beide bergauf zu manövrieren. Wir sitzen hinten, haben ein schlechtes Gewissen und überlegen, ob wir aussteigen und schieben sollen. Doch der Fahrer schafft es und fährt uns sicher zur Brücke, die die Grenze zwischen dem Vorort Santa Marta (wo wir hausen) und Varadero ausmacht. Weiter darf er nicht fahren, also laufen wir den Rest und suchen nach einem Frühstückslokal, dass uns beiden gerecht wird - sprich sowohl süßes als auch herzhaftes Frühstück anbietet. Wir laufen etwa eine dreiviertel Stunde, als es anfängt zu regnen. Wir stellen uns unter und warten auf das Ende des Schauers. Normalerweise regnet es immer nur kurz, doch diesmal scheint es sich einzuregnen, und wir brauchen noch einige Minuten zum Ziel. Schade. Nach zehn Minuten lässt die Intensität endlich etwas nach und wir nutzen die Chance, um ins Lokal zu flitzen, welches nicht nur Croissants oder Tacos im Frühstücksangebot hat. Wir lassen uns nieder, bestellen zweimal Frühstück mit Kaffee und Saft. Die Portionen, die wir bekommen, sind in Anbetracht unseres Hungers sehr klein. Zwei kleine Spiegeleier und vier dünne Stücken Brot. Nun gut.

    Als der Himmel wieder etwas aufklart, machen wir uns auf den Weg zum Strand, der trotz dunkler Wolken ganz hübsch aussieht. Wir machen einige Fotos, bevor wir unseren Weg Richtung Stadtinneres fortsetzen. Wir spazieren durch den Parque Josone, machen eine spontane Rumverkostung im Rumhaus, schießen Tourifotos vor riesigen Varadero-Buchstaben und landen für ein Päuschen in einer günstigen Bar. Im Anschluss gehen wir noch etwas Essen und laufen zurück nach Santa Marta, wo wir ziemlich erschöpft ins Bettchen fallen.

    Tag 3 - 05.10.23 Standrundfahrt direkt ins Urlaubsresort

    Der Tag beginnt wieder mit einem Spaziergang nach Varadero. Heute ersparen wir dem Fahrradtaxi die Fahrt und laufen den ganzen Weg. Im Varadero angekommen, gehen wir im gleichen Lokal wie am Vortag essen, nur diesmal gibt es direkt Pasta zum Mittagessen, denn die Portionsgröße ist wesentlich attraktiver als die des Frühstücksangebotes. (Anm.v.H.: Es ist auch von enormen Vorteil, dass man hier mit Karte zahlen kann. Das ist bei Weitem nicht selbstverständlich, lässt uns aber ein paar Tage länger mit unserem Bargeld auskommen. Dafür sind die Preise natürlich etwas höher, gemessen am kub. Standard.)

    Vollgefuttert setzen wir uns in den Hop-On-Hop-Off-Bus und fahren bis zur Endstation zu einem Urlaubsresort. Wir laufen in das Resort rein und landen in einer hohen Halle mit riesigem Globus in der Mitte. Alles sieht schniecke und herausgeputzt aus. Ganz anders als die Gegend, in der wir hausen. Ich muss daran denken, dass mir erzählt wurde, dass einige Menschen einen Resorturlaub buchen, in der gesamten Zeit nicht aus dem Hotel herauskommen und damit auch nichts vom Land sehen. Irgendwie traurig. Ich bin froh über unsere Casa Particulars und den Kontakt, den wir dadurch zu Locals haben. So finde ich es viel schöner. Wir schauen uns weiter um und fragen an der Rezeption, ob man hier Wasser kaufen kann. Offenbar gibt es hier keine Flaschen zu kaufen oder sie sind gerade aus, deshalb schenkt die Rezeptionistin Henne eine Flasche (vielleicht gab's die aber auch geschenkt, weil sie schon geöffnet war). Mit Wasser machen wir uns dann auf zum Strand, wo wir einige Stunden verbringen, bevor wir uns auf den Rückweg machen, damit wir den letzten Bus noch bekommen.

    Vor dem Resort warten wir auf den Bus. Nach 30 Minuten werden wir nervös. Henne ist sich unsicher, ob er die Dame suf dem Hinweg richtig verstanden hat, und so nehmen wir nach 40 Minuten Wartezeit ein Taxi. Wir verhandeln kurz mit dem Taxifahrer und steigen dann in einen schicken Oldtimer. Nachdem wir zwei Minuten im Taxi fahren, sehen wir in der Ferne den Bus kommen, trauen uns aber nicht mehr auszusteigen. Blöd gelaufen.

    Zurück in Santa Marta gehen wir Abendessen und bestellen als Vorspeise Kochbanane. Die haben wir beim Reitausflug in Viñales auch gegessen und waren positiv überrascht. Diesmal ist die Banane zu kleinen Muffins geformt und gefüllt - mit Schinken und Käse. Ups 😅
    Wir fummeln den Schinken aus den Förmchen und packen den Käse wieder rein. Abgesehen davon, dass nun etwas Salz fehlt, ist es wirklich lecker. Als wir fertig sind, wird der Schinken abgeräumt, und wir bekommen noch unseren Reis mit Fisch. Wie immer die einzige Option für uns auf der Karte, wenn wir nicht nur Reis essen möchten.

    Tag 4 - 06.10.23 Französisches Frühstück & Jane Austen am Strand

    Heute geht es zur Abwechslung in ein kleines Café nahe unserer Unterkunft, und es gibt Croissants und Cappuccino zum Frühstück. Mega lecker.

    Im Anschluss geht es direkt zum Strand, wo wir den Rest des Tages verbringen. Wir plantschen in den Wellen, sonnen uns, lesen und spannen aus. Richtig schön. Wir bleiben, bis die Sonne untergegangen ist, und gehen dann nochmal Pasta essen. Leider ist es heute nicht so gut wie tags zuvor. Schade. Wir essen dennoch artig auf, trinken ein kubanisches Bier oder zwei und machen uns danach auf den Rückweg. Um uns den Heimweg zu versüßen, holen wir uns noch zwei super schokoladige Muffins mit Cremefüllung. Die beste Süßspeise, die ich seit Wochen gegessen habe, und ein perfekter Tagesabschluss.

    Kurz vor unserer Unterkunft steht ein kleiner Wagen, der Churros macht. Da es unser letzter Abend in Santa Marta ist, holen wir uns auch noch jeweils zwei Churros - ich mit Caramelsauce, Henne nur mit Zucker. Die Churros sind frisch zubereitet und große klasse. Ein weiterer perfekter Tagesabschluss.

    Tag 5 - 07.10.23 Strandtag

    Heute checken wir in Santa Marta aus, um für die letzten Tage in eine Unterkunft direkt in Varadero am Strand umzuziehen. Vorher gibt's aber nochmal Croissant und Cappuccino zum Frühstück. Im Anschluss nehmen wir ein Taxi (diesmal ein richtiges) und fahren damit zu unserer Unterkunft.

    Nachdem wir eingecheckt haben, geht's wieder zum Wasser. Mit Jane Austen Buch und Badesachen ausgerüstet geht's für den restlichen Tag an den Strand. Herrlich.

    Tag 6 - 08.10.23 Oldtimerfahrt & Schnorcheltour

    Nach zwei Gammeltagen am Strand haben wir für heute mal wieder etwas Action geplant. Wir werden am Morgen mit einem Oldtimer abgeholt und fahren dann knapp 30 Minuten zum Playa Coral, einem hübschen Abschnitt, an dem man auch gut tauchen gehen kann, wie wir vor Ort sehen. Mist, dass wäre natürlich auch eine Option gewesen.

    Stattdessen gehen wir Schnorcheln. Auch schön 😅 wir bekommen unsere Ausrüstung (Flossen und Schnorchel) und los geht's. Die Unterwasserwelt hier sieht wirklich schön aus. Wir treffen auf jede Menge Fische und wundern uns, warum diese so um uns herumschwimmen. Kurz darauf klärt sich die Frage des unnatürlichen Verhaltens - der Guide holt eine Flasche mit eingeweichtem Brot heraus und füttert die Fische. Kein Wunder, dass diese so anhänglich sind und mich immer wieder zwicken. Er möchte, dass auch wir die Fische füttern, damit er ein Video davon machen kann. Bei Henne klappt es ganz gut, aber stell mich ziemlich dämlich an, bekomme immer wieder Wasser in den Schnorchel und breche das Theater dann ab, da ich es eigentlich total blöd finde, die Fische anzufüttern. Der Guide packt seine Flasche also wieder weg und wir Schnorcheln weiter. Nach ca 1h ist der Zauber vorbei und wir gehen zurück an Land.

    Zurück im Oldtimer macht der Fahrer dann noch ein paar Aufnahmen von uns, und weiter geht's zur zweiten Anlaufstelle des Ausflugs - zur Cueva Saturno, eine Höhle mit natürlichem See, in dem man baden kann. Auf dem kleinen Weg zur Höhle treffen wir noch auf einen besonderen Vogel - den Tocororo. Er vereint die Farben der kubanischen Flagge in seinem Gefieder und ist deshalb zum Nationalvogel Kubas gekürt worden.

    In der Höhle angekommen, steigen wir direkt ins Wasser. Es ist erfrischend kalt, wenn es im ersten Moment auch ein kleiner Schock ist 😄 Das Wasser besteht hier aus zwei Schichten - die untere Schicht ist durchgesickertes Salzwasser und die obere Schicht Regenwasser, wodurch sie fast nicht salzig ist. Wir bestaunen das innere der Höhle, schwimmen eine Runde, und dann kommt plötzlich eine ziemlich laute Reisegruppe, die lautstark ins Wasser steigt und sich unterhält. Immerhin fünf Minuten hatten wir Glück. Wir machen noch einige Fotos und kommen dann wieder raus aus dem kleinen Höhlensee. Draußen schickt mir der Guide noch seine GoPro-Bilder und dann geht's auch schon zurück zur Unterkunft.

    Zurück in Varadero ruhen wir uns erstmal aus, bevor wir uns nochmal für einen Spaziergang aufraffen. Ich hab Lust auf Eis und Henne möchte etwas trinken. Wir kaufen also ein Eis für mich und setzen uns damit in eine Bar. Während Henne seinen Cuba Libre schlürft und ich mein Eis esse, lassen wir die letzten Tage und Woche Revue passieren, genießen unseren letzten Abend in Varadero und damit vorletzten auf Kuba.

    Tag 7 - 09.10.23 Sonnenaufgang am Strand & Abschied von Varadero

    Wir stehen besonders früh auf, um den Sonnenaufgang zu sehen - naja, gut so früh war es nicht. Der Sonnenaufgang war erst 8:30 Uhr 😄
    Henne nutzt die Chance und hüpft gleich nochmal ins Wasser, während ich am Strand hocke und Landkabben filme 🦀 Wir schauen der aufgehenden Sonne voller Bewunderung zu und laufen dann zurück in die Unterkunft, um zu frühstücken und unsere Sachen zu packen.

    Fürs Mittagessen laufen wir nochmal in das Lokal, in dem wir schon einige Male essen waren, bestellen Pasta und genehmigen uns noch ein oder zwei Margaritas. Im Anschluss müssen wir uns ganz schön beeilen, zurück zur Unterkunft zu kommen, und wollen mit einem Kuba-Taxi zur Busstation. Wir müssen mit der Fahrerin kurz verhandeln, weil sie für den 3-minütigen Weg einen unverschämt hohen Preis verlangt, und als wir sie wegschicken, nimmt sie uns plötzlich doch für weniger mit. Immer wieder dasselbe. Wir stapeln unsere Rucksäcke in das kleine Gefährt, und los geht die kurze Fahrt. Am Busbahnhof angekommen, müssen wir leider sehr viel länger warten als gedacht, denn unser Bus hat eine Stunde Verspätung. Irgendwann sitzen wir dann aber doch im Bus und fahren Richtung Havanna.

    Eine ganze Woche waren wir hier und haben doch nicht alles gesehen, was wir sehen wollten. Stattdessen haben wir endlich ein paar Strandtage genossen und freuen uns nun auch auf neue Eindrücke.
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