India
Varca

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3 travelers at this place:

  • Day83

    Goa, Indien

    April 30, 2017 in India

    23:30h startete also unser Zug von Kochi nach "Goa". Nachdem wir ein/zwei Inder am Bahnhof gefragt hatten, fanden wir relativ schnell und unkompliziert unseren Bahnsteig, den richtigen Waggon und schließlich auch unser Abteil. Der Waggon war in halboffene Kabinen geteilt, in denen jeweils sechs Personen Platz fanden. Es gab drei Betten übereinander an jeder Wand der Kabine, quasi wie eine Art Doppelstockbett. Das oberste wie unterste Bett war fest, nur das mittlere konnte man umklappen, so dass die Fahrgäste auf dem unteren Bett sitzen konnten. Was natürlich auch bedeutete, wenn die anderen Reisenden noch nicht schlafen sondern sitzen wollten, konnten diejenigen, die ein mittleres Bett gebucht hatten, auch noch nicht schlafen. Wir hatten ein mittleres und ein oberstes Bett gebucht. An der Decke jeder Kabine waren drei Ventilatoren und die Fenster sowie Türen waren ebenfalls auf, so dass die Luft im Zug, abgesehen vom Geruch der veralteten Innenausstattung, der Toilette und der ganzen Menschen, relativ angenehm war. Für das Gepäck gab es allerdings keine wirklichen Stauräume, außer sie unter das unterste Bett zu quetschen oder es mit auf die Liege zu nehmen. Daher war der Platz auf dem Bett ein wenig eingeschränkt. Glücklicherweise teilten wir uns die Kabine mit einer Mutter und ihren zwei Töchtern sowie einer jungen Frau und einem einzigen Mann. Der Zug war größten Teils von Männern belegt und weit und breit war außer uns kein weiterer Ausländer zu sehen. Die Mutter mit ihren Kids war sehr nett und sprach gutes Englisch (abgesehen von der Aussprache, die es bei vielen Indern schwer macht, alles zu verstehen), die erste Stunde unterhielten wir uns mit ihr über Indien, Deutschland, das Reisen usw. Dann sollten die beiden Mädels schlafen, also wurden die Betten vorbereitet und alle legten sich auf ihre Pritschen. Ja.. und da lagen wir nun zwischen all den Indern auf einer alten Lederbezogenen Eisenpritsche im Zug irgendwo auf dem Weg zwischen Kochi und Goa in INDIEN! 🙄 Hätte uns dass einer vor knapp drei Monaten gesagt, hätten wir wahrscheinlich gelacht. Und nun lagen wir hier mitten in der Nacht und konnten kaum fassen, dass wir tatsächlich in Indien Zug fahren. Um sieben Uhr morgens gab es dann auch bereits Frühstück, was im Zugticket inbegriffen war. Die Nacht war wie im Fluge vergangen, wir haben sogar ganz gut geschlafen. Die restliche Zugfahrt genossen wir den Blick aus dem Fenster und ließen die Eindrücke einfach auf uns wirken.
    Gegen 11:00h erreichten wir dann den Bahnhof in Goa. Einer der Riksha-Fahrer fing uns gleich Ausgang des Bahnhofs ab und brachte uns zu seiner Riksha. Der Preis den er mit uns verhandelt hatte, war allerdings ziemlich hoch für die Kilometerzahl. Er erzählte uns aber etwas von Straßenbau usw., weshalb der direkte Weg zum Guesthouse nicht möglich wäre. Da wir ja aber nicht auf den Kopf gefallen sind und mittlerweile ein bisschen Reiseerfahrung haben, verfolgten wir die Route mit einer offline GPS-Karte ("maps.me"). Wie wir befürchtet hatten, ist der Typ genau den Weg gefahren, wie man ihn am kürzesten fahren konnte, weder Baustellen noch Umleitungen verlängerten die Fahrt. Am Guesthouse angekommen, stellten wir ihn zur Rede, aber selbst als wir ihm die Route auf der Karte zeigten, wollte er uns erzählen, dass die Kilometeranzeige falsch wäre. Da wir dummerweise kein passendes Wechselgeld hatten, sondern nur große Scheine, gab er uns natürlich auch nur die Differenz des Betrages zurück, den er für angemessen empfand. Anhand seines Verhaltens konnte man allerdings deutlich spüren, dass er sehr wohl wusste, dass er uns abzieht. Möchte man aber den weisen Worten des Guides aus dem Bako Nationalpark in Malaysia Glauben schenken, dann gibt es so etwas wie "Karma", demnach bekommt dieser Typ irgendwann die Quittung für sein Verhalten. Zumindest haben wir ihm dass noch mit auf den Weg gegeben, als er abgedampft ist.
    Nach dem Dämpfer bei der Ankunft, nun aber zum schönen Teil unseres Aufenthaltes in Goa. Wir hatten uns eine nette Bleibe mit Pool gebucht, da wir nach all den aufregenden Erlebnissen der vergangenen Wochen einfach noch einmal Lust hatten, die Seele baumeln zu lassen. Und dass haben wir hier auch getan. Für alle Wege, die wir zurückzulegen hatten, liehen wir uns Fahrräder für die gesamten Tage aus. Jeder Morgen begann für uns mit einer Wohltat für unseren Körper - für Lars mit Behandlungen und für mich mit Yoga. Dafür besuchten wir ein kleines Gesundheitszentrum, in dem Lars von der Frau des Besitzers des "Satori Healtcare" ein paar pflanzliche Packungen zur Behandlung seiner Rückenschmerzen aufgetragen bekam und ich Einzelstunden bei einem Yoga-Lehrer, der im Himalaya gelernt hatte. Es war toll, mehr über die Hintergründe des Yoga, die Spiritualität, die Übungen und deren Ausführung zu erfahren und das alles direkt an der Quelle, dem Ursprung des ganzen. Im Anschluss gab es Frühstück, auch wenn das etwas karg ausfiehl, und den restlichen Vormittag/Mittag verbrachten wir am Pool. Zum Lunch gab es Obst, was wir uns am ersten Tag im nahegelegenen Dorf gekauft hatten und am Nachmittag ging es an den Strand, wo wir uns jeden Tag den Sonnenuntergang anschauten. Das Obst wohlgemerkt, ist hier in Indien weitaus günstiger als irgendwo sonst bisher auf unserer Reise. Zum Abendessen gingen wir immer in ein und dasselbe Restaurant, da es hier nicht so wahnsinnig viel Auswahl an Restaurants gab. Schließlich reisen wir in der "Off-Saison" durch Indien, weshalb wir auch fast die einzigen Gäste unseres Guesthouses sowie fast die einzigen Ausländer am Strand waren (abgesehen von den krebsrot gebrannten Russen, die laut der ansässigen Inder, vielerorts den Tourismus bestimmen) die Restaurants sowie Läden bereits geschlossen hatten. Uns kam das alles sehr gelegen, denn so konnten wir umso mehr die Ruhe genießen. Auch wenn wir in unserem Guesthouse manchmal das Gefühl hatten, ein bisschen in Vergessenheit zu geraten, da alles bereits für die Schließung des Hauses nach unserer Abreise vorbereitet wurde.
    Nach diesen entspannten fünf Tagen, machten wir zum Abschluss noch eine Klangtherapie bei dem Besitzer des Satori Healtcare und dann mussten wir schweren Herzens Abschied nehmen. Ein benachbarter Hotelbesitzer unseres Guesthouses wurde kurzer Hand unser Taxi-Fahrer, der uns zum Flughafen brachte. Nächstes Ziel - "Ahmedabad" - 43 Grad, City, dicke Luft, Verkehr und wer weiss was noch so auf uns wartete.
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