Salut, Île de Beauté
September 6 in Germany
⛅ 26 °C
Sehr bald heißt es wieder Aufbruch zu einem neuen Wanderabenteuer! Schon lange habe ich diesen Weg auf meiner Wunschliste. Jetzt soll es wahr werden. Es geht auf einen der anspruchsvollsten und spektakulärsten Fernwanderwege Europas. Na, ahnst du schon, welcher Weg und welche Insel das Ziel sein wird? Wir werden den GR20 auf Korsika erwandern.
Korsika wird auch "Gebirge im Meer" genannt. Der Name stammt daher, dass Korsika die gebirgigste Insel im gesamten Mittelmeer ist und zahlreiche Gipfel über 2.000 Meter besitzt. Und genau über diese Gipfel erstreckt sich der GR20. Auf 16 Etappen wandert man ungefähr 180 km über das Gebirge.
Einziger Wermutstropfen vorab: Mittlerweile muss man einen Schlafplatz an einer der Hütten vorab reservieren. Hier hat man drei Möglichkeiten: Schlafplatz in der Hütte, ein gestelltes Zelt oder sein eigenes Zelt. Wir haben uns für die Variante mit eigenem Zelt entschieden. Aber dennoch haben wir vorab schon die einzelnen Etappen vorgebucht. Da der GR20 sicherlich kein Geheimtipp mehr ist, ist dieser in den Hauptmonaten sehr überlaufen. Deshalb war es eine ganz schöne Bastelei, bis wir den Zeitraum unserer Wanderung terminiert hatten. Da die Saison Mitte September aber langsam zu Ende geht, habe ich die Hoffnung, dass es dann für uns etwas ruhiger zugeht.
Wir werden im Norden von Calvi aus starten und fahren dann vom südlichen Ende mit dem Bus in den Norden nach Bastia zurück, um von da dann wieder die Heimreise anzutreten. Falls es die mobile Netzabdeckung erlaubt, werde ich dich wie gewohnt täglich auf mein Abenteuer mitnehmen, ansonsten hole ich das nach der Wanderung nach.
Warst du selbst schon mal auf Korsika oder bist du sogar schon auf dem GR20 gewandert?Read more
Ankunft auf Korsika
September 12 in France
🌬 26 °C
Mitten in der Nacht geht es für uns los. Unser Flug geht um 7 Uhr von Straßburg. Aber sobald wir in Calvi eine Stunde später aus dem Flieger steigen, sind die Mühen vergessen. Hinter dem Flughafen steigen die Berge steil nach oben. In zwei Tagen werden wir diese besteigen. Heute werden sie die meiste Zeit in Wolken gehüllt bleiben. Mit dem Taxi fahren wir ins Zentrum der Stadt. Wir laden die Rucksäcke im Hotel ab und lassen uns treiben.
Während wir den ersten Kaffee in einem kleinen Straßencafé genießen, beobachten wir einen Hund, wie er mehrmals genüsslich seinen Hintern an der gegenüberliegenden Mauer reibt. Links rum, dann rechts rum, mal kurz riechen und dann das Ganze von vorne. Auch irgendwie beruhigend. Unser erster Abstecher gilt der Zitadelle. Die Festungsanlage erhebt sich mächtig über den Hafen. Hier wurde angeblich Christoph Kolumbus geboren. Während wir uns in den Gassen immer weiter nach oben bewegen, genießen wir den Ausblick auf den Hafen und die Bergwelt. Irgendwie fühlen wir uns an Nizza erinnert, nur in sehr viel kleinerer Ausführung. Zahlreiche schnuckelige kleine Cafés und Restaurants stecken verführerisch ihre Arme nach uns aus.
Sobald wir die Festung verlassen, decken wir uns beim Bäcker mit Nahrung ein und genießen sie mit Blick auf den Hafen. Der sehenswerte Teil Calvis beschränkt sich auf 3-4 hübsche Straßen und Gassen. Direkt an den Hafen grenzt der langgezogene Stadtstrand, der den größten Teil der Bucht umrundet. Im Hafen liegt aktuell die 56m lange Yacht Galaxy eines amerikanischen Videospiel Unternehmers. Diese kann man für 300.000€ die Woche chartern… Schnäppchen. Wir laufen entlang der Schiffe und schauen Fische.
Am besten gefällt uns die kleine Gasse oberhalb des Hafens. Dort ist viel Trubel und kleine Bekleidungsläden wechseln sich mit Restaurants und korsischen Spezialitätenläden ab. Gerade die zuletzt genannten Lusttempel des guten Geschmacks lassen uns frohlocken. Sobald man einen dieser Läden betritt, wird man optisch und geruchstechnisch verführt. Salamis und Schinken baumeln von der Decke, Käselaibe liegen in den Kühlregalen und Weinflaschen bilden die Wände. Und das alles ergibt eine Geruchsmischung, die sofort wieder Hunger macht. Was uns am Tag immer wieder begegnet: der Korsenkopf. Das Wahrzeichen Korsikas und das Symbol dessen Unabhängigkeit.
Am Nachmittag holt uns die Müdigkeit der Nacht ein. Doch der Hunger treibt uns dann wieder in die Gassen, ein favorisiertes Restaurant hatte Hang schon ausgesucht. Wie wir dann aber feststellen müssen: um 18 Uhr braucht man hier gar nicht zu kommen. Die meisten Restaurants machen erst um 19 Uhr auf. Wir entscheiden uns für ein korsisches 3-Gänge-Menü mit Kastanienbier. Ein leckerer Auftakt in den Urlaub.Read more

TravelerWunderbar. Dankeschön fürs Zeigen der Bilder. Ich habe einiges wieder erkannt, von meinem ersten Urlaub 1989 mit Freundin nach Calvi. Habt eine wunderschöne Tour über den Rücken bzw die Wirbelsäule der Insel. Ich freue mich sehr auf Eure Berichte und Fotos. Seid nett zu den Korsen, denn „Sie sind leicht beleidigt“ (Asterix)
Warmlaufen zum Leuchtturm von La Revellata
September 13 in France
☀️ 26 °C
Wir starten den Tag gemütlich mit Frühstück in einer Bäckerei. Bäckereien sind in jedem Land eine gute Option, die lokalen Gepflogenheiten zu spüren. Denn beim Bäcker ist meistens was los und man kann die Leute einfach mal beobachten. Gut gestärkt machen wir uns auf zu einer kleinen Wanderung zum Warmlaufen.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich die Füße nicht lange stillhalten kann. Aus mehreren Optionen entscheiden wir uns für die Küstenwanderung zum Leuchtturm von La Revellata. Unweit unseres Hotels biegen wir ab auf einen schmalen Wanderpfad, der uns immer oberhalb der fesligen Küste entlangführt. Was liegt da vor der Küste vor Anker? Ein riesiges Kreuzfahrtschiff. Das erklärt die zahlreichen Busse, die gerade auf dem Weg in den Hafen waren: Touristenmassen verteilen. Wir umwandern den Hügel und können schon das Ziel des heutigen Tages erblicken: der Leuchtturm erhebt sich am anderen Ende der Bucht. Wir lassen den Blick entlang der herrlichen Felsküste schweifen.
Gestern haben wir noch vom Strand U Roncu gelesen, den plötzlich idyllisch vor uns liegt. Wir können nicht widerstehen, ziehen die Wanderklamotten aus und lassen unsere Körper ins angenehm kühle nass gleiten. Immer wieder kommen kleine neugierige Fische zu uns. Sogar kleine Krebschen knabbern an Hangs Füßen. Nach dieser Abkühlung geht es beschwingt weiter. Der schmale Pfad des Sentier du Littoral führt uns in leichtem Auf und Ab oberhalb der Küste entlang und bietet immer wieder geniale Blicke über das türkisfarbene Wasser.
Am Plage de l’Alga liegen hübsche Segelschiffe in der Bucht. Der Strand wird seinem Namen gerecht, um ins Wasser zu kommen, muss man sich durch kniehohe angeschwemmte Algen kämpfen. Wir passen und nehmen Kurs auf den Leuchtturm. Der Weg wird voller. Entlang zahlreicher schöner kleiner Strände und Buchten nähern wir uns schrittweise immer weiter dem Leuchtturm. Die Sonne macht uns zu schaffen, es ist gut heiß. Doch bald stehen wir vor dem Turm und machen hier am Wendepunkt eine Pause. Heute ist eine herrlich klare Sicht. Wir sehen in der Ferne sogar das Cap Corse, den Finger Korsikas.
Den Rückweg gehen wir auf dem Fahrweg zurück, ein bisschen Abwechslung. So entdecken wir von oben eine andere herrliche Bucht. Auch hier liegen schon ein paar Segelschiffe. Wir kommen noch mal am Algenstrand vorbei. Aber auch von hier zweigen wir bald wieder ab und verlassen den Küstenweg. So kommen wir schnell auf die Straße, die uns zurück ins Hotel führt.Read more
GR20 - Tag 1: Calenzana - Refuge de l‘Ortu Piobbu
September 14 in France
☀️ 21 °C
Da ich auf dem GR20 selten Empfang hatte, folgen die Berichte jetzt im Nachgang Tag für Tag, wie ihr es normalerweise direkt vom Weg gewohnt seid… Los geht’s!
Das bestellte Taxi kommt pünktlich. Wir sind leicht aufgeregt, was uns erwarten wird. Als wir Calenzana erreichen, steigen zahlreiche Wanderer aus anderen Taxen aus. Da möchte man nicht erleben, was in der Saison los ist. Durch schmale Gässchen wandern wir die letzten Meter durch den Ort. Sobald wir den Ort verlassen, zieht der Weg an. Alle paar Meter holen wir andere Wanderer ein. Je höher wir kommen, desto genialer wird die Aussicht hinunter auf die Küste rund um Calvi.
Als wir die erste Scharte, die Bocca di U Ravalente erreichen, eröffnet sich der Blick das erste Mal in die beeindruckende Bergwelt. Es stellt sich ein Gefühl der Glückseligkeit ein, genau deswegen sind wir hier. Von hier zieht der Weg flacher bergauf weiter, immer am Hang entlang. Immer noch holen wir auf zahlreiche Wanderer auf. Wenn das so weiter geht, sind auf der Hütte doch viele Wanderer.
Das letzte Stück hinauf zur Bocca a U Saltu wird dann noch mal anstrengender. Oben wartet aber eine schöne kleine Fläche, auf der man herrlich eine Pause machen kann. Und wieder eine andere atemberaubende Aussicht. Als wir schon denken, dass wir bei diesem Tempo ja in ner Stunde am Refuge sind, zeigt uns der Weg, was die nächsten Tage auf uns wartet. Es wird felsig und steil. Die Hände müssen an den Fels, wir dürfen kraxeln. Das geht ein gutes Stück so weiter. Hier sollte man sich überlegen, ob man den Weg weiter geht oder ob er doch nichts für einen ist. Wir wissen genau, dass er das ist, was wir wollen.
Doch irgendwann ist das Stück überstanden und wir erreichen wenig später die dritte und letzte Scharte für heute. Ein kleines Stück weiter erblicken wir in der Ferne schon unser Ziel für heute. Das Refuge hat seinen Logenplatz direkt unter dem Monte Corona. Evtl wollen wir den später noch besteigen. Die letzten zwei Kilometer legen wir beschwingt zurück. Herrliche Felsen mit hübschen Bäumen begleiten uns. Als wir das Refuge erreichen sind wir erstaunt, wie viele Schlafplätze es hier gibt. Neben Schlafplätzen in Containern gibt es aufgestellte Mietzelte und viele Flächen für eigene Zelte. Wir suchen uns einen Platz, der sich später als nicht ganz so perfekt erweisen wird. Aber wird schon passen. Schnell melden wir uns noch für Abendessen und Frühstück an, bevor wir die Seele baumeln lassen. Den Gipfel sparen wir uns 1.400 Höhenmeter reichen. Am Abend sind hier sicherlich eine hohe zweistellige Zahl Wanderer und das in der Off-Season.Read more
GR20 -Tag 2: Refuge Ortu Piobbu - Refuge Carozzu
September 15 in France
🌙 17 °C
Gestern Abend hatten wir einen perfekten Sonnenuntergang. Und die Nacht in der kalten Luft war einfach wieder herrlich. Nach dem doch recht leckeren Frühstück geht es los mit den Massen. An der Toilette und an der Trinkwasserquelle gab es Stau. Gleich geht es schön nach oben und ermöglicht herrliche Ausblicke über die frisch angestrahlten Berge. Wir machen wieder das Spiel von gestern. Einer nach dem anderen wird überholt und gegrüßt. Dabei auch wieder das Pärchen mit ihrem Hund Roster, der sogar sein eigenes Essen tragen muss. Der spaziert da ganz tapfer über die Pfade auf und ab.
Dann kündigt der Weg gleich mal an, was heute auf uns wartet, es geht steil nach unten, man muss aufpassen, dass die Beine nicht wegrutschen. Damit wir uns nicht an den Abstieg gewöhnen, wechselt die Gehrichtung bald wieder, es geht zur ersten Scharte hinauf. Der Weg ähnelt T5 Wegen in der Schweiz, schönes Blockgelände, man hofft immer, den richtigen Fels zu treffen. Sobald wir die Scharte erreichen, bleibt uns die Spucke weg. Schon gestern war die Bergwelt atemberaubend, aber hier ist es noch mal ne Nummer genialer.
Der Pfad wird jetzt abenteuerlich. Als ich im Wanderführer gelesen habe, dass wir für die 7,4 km 7:30 h benötigen sollen, konnte ich es erst kaum glauben. Jetzt weiß ich, warum. Die nächsten Kilometer geht es mehrmals steil auf und ab, öfter wandert da die Hand an den Fels oder wir rutschen gleich auf dem Arsch eine größere Stufe nach unten. Diese Teilstücke sind nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch mental, volle Konzentration ist gefragt. Aber diese Berge, oh wow. Wenn man dann zurückblickt und den Weg in der Flanke sieht, dann müssen wir schmunzeln, wie wir da durchgekommen sind.
Doch irgendwann erreichen wir die letzte Scharte und wissen, ab jetzt geht es nur noch abwärts. Und wie! 2 Kilometer können so lange sein. Doch da kommt dann bald die Hütte in den Blick. Die Beine freuen sich, teilweise zittern sie schon vom ewigen bergab gehen. Als wir die Hütte erreichen, kommt das tägliche Prozedere: registrieren, zum Essen anmelden und dann einen guten Zeltplatz suchen. Heute liegen die Plätze idyllisch im Wald. Mittlerweile kennen wir die wenigen deutschsprachigen Wanderer und lassen mit ihnen den Tag ausklingen. Die Schweizer hören die gleichen Outdoor-Podcasts wie ich, also hatten wir gleich genug Themen zum Austausch.Read more
GR20 - Tag 3: Refuge Carozzu - Refuge Ascu-Stagnu
September 16 in France
⛅ 19 °C
Heute gab es eine ähnliche Vorhersage wie gestern. 4,* km und 5:30 h, das kann ja heiter werden. Aber wir wären ja nicht hier, wenn wir das Gekraxel nicht richtig geil fänden. Weniger geil war das Frühstück heute Morgen. Frisch getoastet Brot… frisch vor 4 Wochen. Naja, der Hunger treibt es rein. Immerhin waren wir heute ein wenig früher dran und hatten damit nicht so viele andere Wanderer vor uns.
Kaum waren wir los, wartete das erste Highlight, eine Hängebrücke. Während Hang es sichtlich genoss, fand es der Wanderhund Roster danach nicht so genial. Aber er hat es dennoch gemeistert. Nach der Hängebrücke geht es ununterbrochen entlang der Schlucht nach oben. Mal von Stein zu Stein, dann in Schräglage mit Kettenunterstützung. Aber die Schlucht ist einfach genial. Je höher wir kommen, desto mehr können wir nochmals von Calvi sehen. Wir schrauben uns weiter nach oben. Wie an fast allen der bisherigen Scharten eröffnet sich nach der ersten des heutigen Tages ein weiteres phänomenales Panorama von feinstem Korsika-Gebirge.
Zur nächsten Scharte geht es jetzt erst mal kurz runter, um dann wieder abzusteigen. Allerdings gibt es beim Abstieg Stellen, wo ich mich wundere, dass da keine Ketten sind. Aber irgendwie meistern wir diese, wenn es nicht anders geht eben auf dem Allerwertesten. In der Ferne entdecke ich zwei ziegenähnliche Tiere, es sind die hiesigen Mufflons. Es kommen uns auch noch zwei Schweizerinnen entgegen mit weniger angenehmen Neuigkeiten: scheinbar breitet sich aktuell 3-4 Hütten weiter Magen-Darm aus. Da hoffen wir mal, dass wir davon verschont bleiben. Das wäre ja wortwörtlich eine schöne Scheiße! 💩
Wir erreichen die zweite Scharte und können schon ganz unten am Ende des ewig langen Abstiegs den Skiort Haut-Asco sehen. Vor uns liegen bis dahin aber noch 90 Minuten Abstieg. Und so steil, dass man bei einem Grad mehr klettern müsste. Aber mittlerweile sind wir das von hier ja gewohnt. Das heutige Refuge liegt in einem von Kiefern bewaldeten Tal, es erinnert an Staaten der USA.
Irgendwann ist auch dieser Abstieg geschafft. Heute sparen wir uns das Abendessen auf der Hütte und gehen zur Snackbar nebenan, Burger und/oder Pizza warten auf uns. 🥰 Morgen folgt die Königsetappe, bevor es dann etwas gemäßigter wird.Read more
GR20 - Tag 4: Refuge Ascu-Stagnu-Refuge Tighiettu
September 17 in France
☀️ 18 °C
Heute stand die berüchtigte Königsetappe an. 9 km, 9 Stunden, na dann schauen wir mal. Wir wachen sehr früh kurz nach 5 auf, da alle Franzosen um uns schon ihre Zelte einpacken. Also stehen wir auch auf. Und das erste Mal sehe ich den Sternenhimmel, meine Fresse überall leuchten 1.000 Sterne. Wir frühstücken schnell und sind dann so 6:30 auf dem Weg. Erst mal geht es kurz entspannt durch herrlichen Wald. Danach zieht es an.
An 2-3 Steilstufen stauen sich die Wanderer ähnlich zum Mount Everest. An Ketten geht es mehrere Meter hinauf. Das Höhenprofil ist ganz einfach, erst geht es steil 1.300 Meter hoch und danach wieder runter. Und wie es hoch geht. Aber wir machen einfach einen Schritt nach dem anderen. Was dann aber noch schlimmer kommt: loses Gestein am Aufstieg. 2 Schritte vor und mindestens einen Schritt zurück. In diesen steilen Wänden dauert es ewig, bis die Sonne uns erreicht. Dann wird es endlich angenehm warm.
Oben angekommen auf der Scharte machen alle Pause. Allerdings geht da auch der Weg auf den Monte Cinto ab, den höchsten Berg Korsikas. Die meisten meiner Trail Family streiken, aber ich würde mir das ewig vorhalten. Also schaltet Hang in den Regenerationsmodus und ich mache mich auf zum Gipfel. Aber leider geht es nicht nur einfach hoch, sondern mit teilweise Kraxeleinlagen mehrere Male hoch und runter. Vom Gipfel gibt es ein herrliches Panorama. Lange verweile ich aber nicht, für den Nachmittag waren evtl Gewitter vorhergesagt und da möchte ich nicht mehr in den Bergen sein. Also wieder zurück und Hang einsammeln.
Es geht ja nur noch runter. Erstmal leicht zur nächsten Scharte. Auf dem Weg kommen wir oberhalb eines hübschen Bergsees vorbei. Allerdings liegt der um einiges tiefer, das ist heute nicht mehr drin. Nach der Scharte wird es steil und geröllig. Aber wir meistern es, ohne auf unseren abnehmenden Hintern zu fallen. Aber das Tal wird noch richtig schön. Kurz vor dem Ende der Etappe werden wir von einem Bach begleitet. Er bildet immer wieder kleine Pools, in dem wir aber nicht schwimmen dürfen. Denn das Wasser trinken wir gleich auf der Hütte.Read more
GR20 - Tag 5: Ref. Tighiettu - Ref. Ciottulu Mori
September 18 in France
☀️ 18 °C
Die ersten 4 Etappen sollen die harten sein, danach wird es einfacher. Mal sehen, ob das zutrifft. Da heute eine relativ kurze Etappe ansteht, ließen wir es etwas gemütlicher angehen. Als wir vom Frühstück auf die Terrasse treten, sehen wir unterhalb der Felswand gegenüber ein Mufflon mit seinen runden Hörnern gemütlich grasen. Schön, solche Tiere frei beobachten zu können.
Irgendwann müssen wir dann doch los. Der Weg führt erstmal weiter am Bach bergab. Wie gestern bildet er mehrere Pools, die allerdings noch im Schatten liegen. Wenn ich da jetzt reingehe, komme ich als Eisprinzessin wieder raus. Wenig später erreichen wir eine Bergerie. In diesen kann man auch übernachten. Deshalb verteilen sich die Massen besser auf die vielfältigen Optionen. Auch drei Esel stehen in ihrem Gehege.
Von da an ändert sich der Weg, von reinen Felsen geht es nun in schönen Kiefernwald über. So stelle ich mir wandern in Kalifornien vor. Immer wieder liegt ein riesiger Stamm quer. Bald kommt doch ein mächtiger Berg in den Blick, der Paglia Orba, das Matterhorn Korsikas. Evtl. wollen wir diesen später noch besteigen. Nur hinab wäre ja langweilig, deshalb dreht der Weg und führt von nun an mal wieder auf eine Scharte. Und wenn wir dachten, dass es nur einfach wird, erkannten wir spätestens jetzt, dass es doch immer mal wieder Steilstufen gibt. Aber es war ein sehr abwechslungsreicher Aufstieg mit schönen Ausblicken zurück ins Tal mit dem Lac de Calacuccia im Hintergrund. Außerdem erblicken wir immer eine hübsche Gipfelformation, die an die Dolomiten erinnert.
Auf der Scharte weht ein eisiger Wind. Aber von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Refuge. Da am Horizont sich gerade Wolken auftürmen, entscheiden wie uns gegen eine Besteigung des „Matterhorns“ und stattdessen für ein Omelett und Bier.Read more
GR20 - Tag 6: Ref. Ciottulu Mori - Ref. Manganu
September 19 in France
☀️ 16 °C
Lange haben wir am Abend noch drüber spekuliert, was die Magen-Darm-Erkrankungen am Ziel der heutigen Etappe für uns bedeuten. Denn es erwartet uns die Hütte, vor der die Schweizerinnen vor ein paar Tagen gewarnt haben. Wir kamen zu keiner Lösung.
Der Morgen begann mit genialen Himmelsfarben über dem Tal. Auf der nächsten Anhöhe hatten wir einen schönen Blick auf die Westküste Korsika. Die Sonne kam schon über die Berge und hat nach und nach die Landzunge erobert. Die ersten Kilometer geht es am Golo-Bach entlang. Als wir an einer Gumpe in der Sonne vorbei kommen, machen wir verfrüht eine lange Pause. Über mehrere Brücken folgen wir dem Bach weiter. Nach der ersten Bergerie wechselt die Landschaft und geht in herrlichen Wald über. Teils hat der Wald mehrere Schichten: unten Gestrüpp, darüber Farne und dann Birken und Kiefern im Mix.
Wir erreichen ein Hotel an der Strada di Vergio und gönnen uns erst mal ein Sandwich, so langsam reichen Snacks nicht mehr aus, um uns zu sättigen. Heute Abend werden wir auf der Hütte auch ein Picknick bestellen. Gut genährt gehen wir weiter. Der Pfad führt vorbei an mächtigen Kiefern. Wer ist erst mal ziemlich einfach zu gehen und wir kommen das erste Mal am GR20 zum flowigen wandern und müssen nicht auf jeden Schritt achten.
Irgendwann ist das leider vorbei und der Weg biegt nach oben ab. Eigentlich ist die Sitzung nicht so richtig steil, dafür stetig. Immer wieder haben wie richtig hübsche Aussichten in beide Richtungen. Oben angekommen haben wir einen super Blick auf den Lac de Nino. Dieser See ist umgeben von einem Hochmoor. Überall grasen Pferde und Kühe. Auf der anderen Seite des Sees sammeln sich Menschen um ein scheinbar sterbendes Pferd. Leider ziehen über uns immer mehr dunkle Regen-/Gewitterwolken auf.
Über das Hochmoor gleiten wir regelrecht dahin. Wir kommen noch an zwei weiteren Bergeries vorbei. Der Weg führt uns durch einen uralten Buchenwald. Die ersten Blätter verfärben sich mittlerweile und ergeben zusammen mit den alten Bäumen ein herrliches Bild. Von der letzten Bergerie sind es nur noch zwei Kilometer zur Hütte. Tatsächlich fängt es beim Zeltaufbau tatsächlich an zu regnen. An der Hütte hängt auch ein Aushang bzgl den Magen-Darm-Problemen. Wie entscheiden für uns, dass wir alles machen wie gehabt und nur öfter die Hände waschen.
Im Nachhinein bekam die Hütte den Spitznamen Mangapoo.Read more

SchönwetterwandererManganu fanden wir damals auch ziemlich übel. Überall Kuhscheisse. Das erste Refuge nach dem Lac Ninio wäre topp gewesen, vor allem auch das Essen und die selbst gebackenen Brote.

JRonTourDas Refuge war nicht schlimm, fanden wir ziemlich ok. Die Magen-Darm-Verbreitung war das Problem.
GR20 - Tag 7: Refuge Manganu - Refuge Petra Piana
September 20 in France
☁️ 19 °C
Es hatte gestern Abend zwar aufgehört zu regnen, aber doch war unser Zelt heute Morgen komplett nass. Hilft nichts, in der Kälte trocknet das eh nicht, also packen wir eben alles nass ein. Von den anderen Wanderern gibt es Hiobsbotschaften, mindestens 5 haben Magen-Darm bekommen. Na da fängt der Tag ja toll an.
Es sollte kilometertechnisch ein kurzer Tag werden. Allerdings geht es gleich von der Hütte 600 m aufwärts. Aber wenigstens wird uns dadurch warm. Und welch hübsche Umgebung. Wir laufen kerzengerade auf eine Steilwand zu und fragen uns, wie wir da hochkommen sollen. Bald schiebt sich die Sonne über die Gipfelwiederärmt uns zusätzlich. Und tatsächlich kommen wir langsam aber sicher diese Wand hoch.
Auf der anderen Seite strahlt die Sonne. Mit bestem Ausblick über 2 Bergseen trocknen wir unser Zelt. Gefühlt 2 Kilo leichter geht es weiter. Bald kommen wir zu einem steilen kettenversicherten Abstieg. Hier stauen sich schon einige Wanderer und wir warten eine Weile. Mit leichten Klettereien geht es am Grat entlang. Ich dachte, diese Torturen wären vorbei. Aber Spaß macht es ja. Die Fernblicke über die Berge sind einfach atemberaubend.
Der Weg biegt ab und führt erst über Blockgelände hinab und danach noch eine Steilstufe über die Felsbrocken wieder hinauf. So richtig steil. Hoffnung spendet, dass es von oben dann nur noch zwei Kilometer zum Tagesziel sind. Vom Berg sehen wir die Hütte 400 m tiefer über dem Tal. Also müssen die Knie noch mal beißen und wir nähern uns Meter um Meter der Hütte. Heute Nachmittag sollte es dann noch mal gewittern, allerdings ziehen die Wolken bislang nur über uns hinweg. Ansonsten müssen wir morgen wieder Zelt trocknen.Read more

Traveler
Korsika ist ja extrem felsig. Ich traf mal auf Mallorca einen etwa 70 jährigen mit Schnittwunden und Blessuren übersät. Er wollte durch das Torrent de la Móra und ist dabei gestürzt. Er sagt Korsika würde langsam zu anstrengend für ihn werden, da kam er nach Mallorca
GR20 - Tag 8: Refuge Petra Piana - Refuge Onda
September 21 in France
☁️ 20 °C
Die Nacht über klangen aus mehreren Richtungen Kotzlaute an unser Zelt. Am Morgen erfuhren wir, dass die Zahl der Magen-Darm-Patienten um 5 oder noch mehr Leute angestiegen ist. Langsam kommen die Einschläge näher.
Heute wartete eine entspannte Etappe. Nach einem herrlichen Sonnenaufgang ging es erstmal steil bergab. Diese Abstiege von Stein zu Stein sind wir mittlerweile ja gewohnt. Je tiefer wir kommen, desto schöner wird der Blick ins Tal. Schon von hier oben können wir den Bach erkennen, der immer wieder Pools bilden wird. Beim weiteren Abstieg kommen wir an mehreren kleinen Wasserfällen vorbei. Die Farben der Landschaft werden immer herbstlicher.
Bald geht der Weg in Wald über. In diesem nähern wir uns immer weiter dem Bach und laufen parallel an diesem weiter. Die Pools sind zu verlockend, also biegen wir vom Weg ab und machen auf den Felsen entlang des Bachs eine schöne Pause. Hang gefällt es so gut, dass sie gerne noch länger bleiben würde und lässt mich allein ziehen. Ich kann dann ja später am Ziel schon mal das Zelt aufbauen. Der Wald wird immer schöner. Oben bilden die Kiefern das Dach, darunter Farn und die Sonne strahlt zwischen den Bäumen hindurch. Ich komme an einer hübschen Bergerie vorbei, aber es ist noch ein wenig früh für eine Einkehr.
Eine Brücke hilft mir beim Überqueren des Bachs. Hier trifft der GR20 auf den Mare a Mare Nord. Ich gehe ein Stück in die falsche Richtung zu einem Wasserfall. Als ich wieder auf den Weg treffe, ertönt ein lautes Rotorengeräusch. Ich vermute einen Helikopter. Allerdings ist es „nur“ eine Transportdrohne. Scheinbar ist es nur ein Testflug, da die Drohne gleich wieder landet.
Nun dreht der Weg nach oben. Steiler als ich erwartet habe. Über Stock und Stein geht es Meter für Meter hinauf Richtung Ziel. Als ich an der Bergerie de l‘Onda ankomme, steht da ein Schild, dass das Refuge noch 200m weiter auf dem Weg nach oben ist. Also marschiere ich weiter und stehe vor einer etwas heruntergekommenen Hütte. Ich kehre um und erfahre, dass da oben nur die Schlafplätze sind. Den Weg hätte ich mir also sparen können. Der spätere Fleischspieß mit Pommes lässt mich aber den kleinen Umweg schnell vergessen. Und auch Hang kommt zwei Stunden später erfolgreich an.Read more

TravelerIch hoffe, ihr seid gesund geblieben. Bei diesen sanitären Anlagen einen Magen-Darm Infekt zu haben, ist schon übel….

JRonTourIch kann dir ja heute noch nicht verraten, ob wir gesund geblieben sind… das nimmt doch die Spannung raus 😜

JRonTourAber ich gebe dir natürlich recht, bei den Toiletten möchte man sich nicht übergeben müssen 🙈

SchönwetterwandererBei den Toiletten kann das von alleine passieren. Im PP empfanden wir die Toiletten am schlimmsten. 🤢 Ich bin bei offener Tür gegangen. Die Frauen hatten sich in die Büsche geschlagen …

JRonTourPetra Piana war doch super. Die hatten die üblichen Trockentoiletten, sah alles sehr neu aus

SchönwetterwandererVor zwei Jahren im Sommer konnte man den Gestank nicht ertragen, dafür waren die Duschen brüh heiß. Ansonsten von der Infrastruktur super. Dass gerade bei diesen beiden Refugio der Virus ausgebrochen ist, scheint mir kein Zufall, war damals auch schon so… am Ende waren es über hundert Hiker die den Trail verlassen mussten. Das nächste Mal würde ich Beide meiden, etwas längere Etappen hinnehmen und in den Bergerien übernachten.
GR20 - Tag 9: Refuge de l‘Onda - Vizzavona
September 22 in France
⛅ 20 °C
Scheinbar haben heute Nacht wieder zahlreiche Leute erbrochen. Irgendwann muss es ja auch uns erwischen. Mir ist total übel, aber ich sehe nicht ein, Essen, dass ich bezahlt habe, gleich wieder zurück zu geben. Aber es hilft ja nichts, wir müssen weiter. Also kämpfe ich mich den Berg hoch, von der Hütte geht es mehr oder minder gemütlich immer weiter aufwärts. Für mich ist es eine Qual und ich muss mehrmals Pause machen. Aber meine Kämpfernatur denkt nicht ans aufgeben. Je höher wir steigen, desto mehr sehen wir von den Bergen der vergangenen Tage.
Endlich kommen wir oben an. Ich würde am liebsten schlafen. Von der Scharte öffnet sich der Blick auf die Berge von morgen und den Monte d‘Oro direkt neben uns. Eigentlich wollten wir diesen noch in unsere Tour einbauen, aber die zusätzlichen Höhenmeter schaffe ich heute nicht mehr. Stattdessen machen wir uns an den Abstieg: 1.000 m warten auf uns. Zuerst geht es gefühlt direkt an der abschüssigen Wand entlang. Gut, dass die Felsen genug Grip bieten.
Je tiefer wir kommen, desto mehr sehen wir vom Tal. Es gibt immer kleine Abschnitte mit schönem Wald. Bald erreichen wir den Fluss und freuen uns auf die angekündigten Pools. Allerdings ist an den meisten schon zu viel los. Und als wir endlich einen schönen für uns gefunden haben, sieht das Wasser nicht sauber aus und wir lassen uns die Chance entgehen. Nach einiger Zeit stehen wir in einem alten Buchenwald. Einige der riesigen Bäume liegen im Wald verstreut. Hang sucht gleich mal wieder nach Pilzen.
Als wir uns der Cascade des Anglais nähern, wimmelt es von Touristen, die ihre Traumkörper in den kleinen Badebecken abkühlen. Gut, dass wir hier den GR20 kurz verlassen. Denn unser Hotel befindet sich nicht wie bei den meisten in Vizzavona direkt, sondern ein wenig oberhalb. Heißt aber auch, dass es noch ein paar Meter aufwärts geht. Ufff. Oben angekommen erkunden wir noch das Fort von Vizzavona, bevor wir zum Hotel Monte d‘Oro absteigen. Mein Kopf beginnt zu glühen. Hang versorgt mich mit Tee, den ich dann aber doch bereitwillig in das Abwassersystem zurück gebe. Hoffen wir mal, dass es morgen ein wenig besser wird.Read more

TravelerDas ist prima 👍🏻 ! Wenigstens hat es dich nicht bei einer schwierigen Etappe erwischt
GR20 - Tag 10: Vizzavona - Gite U Fugone
September 23 in France
☁️ 17 °C
Heute Morgen war ich wieder relativ fit, dafür hatte Hang mit Übelkeit und Schwäche zu kämpfen. Es ging relativ spät los, da es erst um 7:30 Frühstück im Hotel gab. Dafür war es das bisher umfassendste Frühstück im sonst so eher knappen Angebot. Als Weg haben wir nicht den Hauptweg gewählt, sondern eine Alternative über den Grat, weil wir evtl. noch den Monte Renoso einbauen wollten.
Deshalb ging es für uns nicht hinab nach Vizzavona, sondern ein Stück die Straße entlang nach oben. Von der Straße biegen wir in herrlichen Wald ab. Überall blühen rosa Blumen. Ein sehr schöner Anblick. Hang hat ganz schön zu kämpfen. Ihr geht es so ähnlich wie mir gestern. Meter um Meter kämpfen wir uns nach oben. Plötzlich steht auf dem Pfad eine Kuh vor uns, die genüsslich an den Bäumen frisst, aber sie räumt freiwillig den Weg. Oben am Plateau angekommen hören wir plötzlich einen ohrenbetäubenden Lärm. Wenig später fliegt ein Düsenjet direkt unter uns durchs Tal.
Auf dem Bergrücken geht es immer weiter nach oben. Die Sicht ins Tal und hinab nach Vizzavona wird immer besser. Auch die Berge, von denen wir gestern kamen, fallen in unser Blickfeld. Kurz vor dem Gipfel Punta dell‘ Oriente biegen wir ab und folgen nun der Bergflanke. Hier müssen wir öfter mal wieder die Hand an den Fels nehmen und ein wenig klettern. Sogar eine Ziegenherde bewegt sich hier oben. Wir kommen an der Scharte in den Pinzi Corbini an. Hier müssen wir uns entscheiden, wie wir weiter gehen. Hang ist müde und kann nicht mehr weiter nach oben. Auch wenn ich gerne den Monte Renoso mitnehmen würde, will ich sie nicht alleine gehen lassen.
Also steigen wir gemeinsam ab. Der Anfang ist noch schön und bietet herrliche Ausblicke. Doch der letzte Abschnitt erfolgt über Skipisten, die nichts anderes sind als Sand- und Staubwüsten. Zumindest führt uns dies relativ schnell zu unserem Ziel. Heute gönnen wir uns einen Schlafplatz in einem Dorm, bevor es dann morgen wieder ins Zelt geht.Read more
GR20 - Tag 11: Gite U Fugone - Refuge de Prati
September 24 in France
☁️ 18 °C
Die Nacht hat bei Hang genauso Wunder bewirkt wie bei mir. Am Morgen ging es ihr wieder einigermaßen gut. Also entschieden wir uns beim Frühstück dazu, heute alternativ auch wieder einen alpinen Abschnitt einzubauen und so doch noch den Monte Renoso einzusammeln.
Direkt von unserem Gite ging es ein Stück parallel zu gestern nach oben, bevor wir uns immer weiter nach oben schrauben. Ein Schild erklärt uns, dass hier Geier erfolgreich angesiedelt wurden. Wir haben sie eventuell schon mehrmals ihre Kreise ziehen sehen. Eine Schafherde beäugt uns argwöhnisch, als wir an ihr vorbei marschieren. Unser erstes Ziel ist der wunderhübsche Lac de Bastani unterhalb des Gipfels. Die Umgebung spiegelt sich perfekt im glatten Wasser und die Fische schwimmen neugierig herbei, als wir eine kleine Pause machen. Danach wird es noch mal kurz steil, bevor es dann vor dem Monte Renoso noch mal etwas einfacher wird.
Oben bekomme ich dann meine gewünschten Fotos mit dem Gipfelkreuz und dem Korsenkopf, der auf dem Gipfel angebracht ist. Das Symbol der Freiheit Korsikas. Es könnte gerade nicht besser zu uns passen. Wir sind hier oben alleine. Mit herrlichen Ausblicken laufen wir weiter von Gipfel zu Gipfel über die Hochebene. Immer wieder genießen wir schöne Tiefblicke. Wir steigen nicht auf direktem Weg zur Bergerie ab, sondern machen einen kleinen Abstecher zum Col de Pruno, wo wir rasten und die Aussicht aufsaugen.
Vorbei an einer dahin wandernden Schafherde kommen wir zur Bergerie. Auf dem Weg fliegt ein Raubvogel über uns, ob es aber ein Geier war, kann ich nicht sagen. Der Weg hinab ins Tal ist wunderschön gesäumt von Buchen. Plötzlich sehe ich was gelbes im Laub, ein Feuersalamander. Kurz darauf kommen wir wieder auf den regulären GR20 und haben noch circa 7 km vor uns. Der Weg ist richtig flowig. Wir müssen auf keine Schritte achten und können einfach so dahin marschieren. Der Mischwald ist einfach super schön. Und die Farben des Herbstlaubes schaffen eine herrliche Atmosphäre. Doch leider kann das Genießen nicht so weiter gehen, wir müssen noch über einen Kamm. Der Weg steigt zuerst angenehm an. Doch dann wird es immer steiler und wir kommen noch ganz schön ins Schwitzen. Kurz vor dem Erreichen des Übergangs kommen wir an einer verletzten Frau vorbei, die später mit Helikopter rausgeflogen wird. Von hier oben sind wir ruckzuck an der Hütte. Heute bläst hier ein ordentlicher Wind, der die Zeltstangen ganz schön testet, hoffen wir mal, dass sie halten. Während dem Abendessen ist alles in Wolken gehüllt, die aber vom Wind später wieder weggeblasen werden.Read more
GR20 - Tag 12: Refuge de Prati - Refuge d‘Usciolu
September 25 in France
☁️ 18 °C
Irgendwann in der Nacht hatte der Wind die Wolken wieder weg geblasen und danach seinen Dienst eingestellt. Aufgrund der Kälte war unser Zelt dennoch ein wenig feucht am Morgen. Der Sonnenaufgang war mal wieder sehr schön, aber es kündigen sich schon Wolken am Horizont an. Nach dem Frühstück brechen wir auf. Gleich zu Beginn führt der Weg nach oben. Von oben haben wir eine schöne Sicht zurück zum Monte Renoso und aufs Refuge. Aber auch die Ausblicke ins Taravo-Tal sind herrlich. Immer wieder sieht man kleine Dörfer am Berghang.
Der Weg wird etwas technischer und führt entlang der Felsen auf und ab. Mit diesen herrlichen Ausblicken geht es immer weiter hinab. Aber wir können schon in der Ferne den nächsten Berg sehen. Hinter uns werden schon Wolken über die Berggipfel geblasen. Für den Nachmittag ist evtl. Regen angekündigt. Der Weg führt mal wieder in herrlichen Buchenwald über. Wir erreichen einen kleinen Aussichtspunkt über das Tavaro Tal.
Die Entspannung ist vorbei, jetzt geht es noch mal 450 m hoch. Erst durch schattigen Wald und dann über die freie Fläche. Inzwischen haben sich sehr hohe dunkle Wolken aufgetürmt. Es zieht Wind auf, der meine Ehrfurcht vor Gewittern weckt. Noch wandern wir allerdings in der Sonne. Irgendwas hält den Wolkenturm aber an der Stelle. Für uns geht es leider noch weiter aufwärts. Jetzt wären wir an der höchsten Stelle am Berg, schlecht, wenn doch das Gewitter loslegt. Oben angekommen, geht es mehrmals über einige Felsen. Eine schöne Kletterei, wie wir sie mögen. Von hier haben wir noch etwas weniger als nen Kilometer zur Hütte. Mittlerweile ist die Landschaft wieder komplett in Wolken gehüllt, wir haben 50m Sicht. Bald haben wir die Hütte erreicht und stellen gleich das Zelt auf. Zuerst kommt die Sonne noch sporadisch durch die Wolken, dann zieht es wie gestern zu und wir verbringen den restlichen Tag eingehüllt in Wolkendunst.Read more
GR20 - Tag 13: Refuge d‘Usciolu - Refuge d‘Asinau
September 26 in France
⛅ 18 °C
Wir nähern uns langsam dem Ende dieser genialen Wanderreise. Da wir ja mittlerweile wanderfit sind, planen wie heute zwei kürzere Etappen zusammenzulegen zu einer großen Tour. Nach der wolkenverhangenen eisigen Nacht ist unser Zelt am Morgen gut durchnässt, heißt, ich darf ein Kilo mehr tragen. Das Frühstück ist mit das beste, was wir hier hatten, da wir uns selbst Brot und Wurst gekauft haben. Nahrhafter als nur Weißbrot mit Marmelade, was man hier sonst so serviert bekommt.
Gleich zu Beginn geht es ein kurzes Stück nach oben, wir dürfen die ersten Kilometer auf dem Bergkamm gehen und auch wieder ein wenig kraxeln. Mühsam am frühen Morgen. Sobald wir den Kamm verlassen, betreten wir mal wieder hübschen Buchenwald. Die Farben der Bäume zusammen mit der Sonne sind einfach immer herrlich anzusehen. Der Weg wird einfacher und wir kommen in Wanderflow. Die hügelige Landschaft könnte auch in Schottland sein. Wir überqueren einen Fluss mit hübschen Stromschnellen. Ein paar Meter weiter kommen wir an denselben Fluss, umgeben von saftigem Gras und Buchen, traumhaft, wie im Auenland. In der Bergerie de Basseta gönnen wir uns Zucchinipuffer. Irgendwas war darin, sodass wir im Anschluss nur so dahinfliegen. Vorbei an einer hübschen Kapelle im Wald erreichen wie eine hübsche Hochebene. Zum Dahinschmelzen.
Es geht zuerst leicht aufwärts und wird dann immer steiler. Die Blicke zurück zeigen uns die Bergwelt der letzten 2-3 Tage. Zum Schluss des Tages geht es noch mal steil hinauf zur Scharte unterhalb des Monte Incudine, dem höchsten Gipfel im südlichen Korsika. Auch wenn es uns reizt, diesen noch zu besteigen, verzichten wir heute darauf. Denn es wartet noch ein anstrengender Abstieg auf uns. Von der Scharte führen 1,2 km ganze 600 Höhenmeter nach unten. Das mögen die Knie und die an den Knien dran gewachsenen Wanderer. Das Abendessen ist später aber eines der besten der ganzen Wanderung.Read more

Traveler
da ist ja endlich eines der berühmten, halbwilden korsischen Hausschweine, die ja schon bei Asterix Thema waren. 🐷

TravelerIch war mal Ende der 80er als „normaler“ Tourist auf Korsika. Damals haben wir u.a. auch eine Tages Bus-Tour über die Insel gemacht. Bei einem Stop auf einem Parkplatz in den Bergen auf einem Pass, kam gleich eine größere Gruppe von Schweinen auf uns zu und wollte sich von uns füttern lassen. Die wußten ganz genau, dass dort immer wieder Busse mit Touristen und Leckereien anhielten.
GR20 - Tag 14: Refuge d‘Asinau - Refuge d‘i Paliri
September 27 in France
☁️ 22 °C
Heute gab es wieder zwei Varianten zur Auswahl. Wir wählen natürlich noch mal die alpine Wegführung. Die Gipfel, die wir erklimmen, sehen wir schon von der Hütte aus. Aber zuerst geht es hinab ins Tal. Der Pfad führt durch herrlichen Kiefernwald. Die Wildschweine haben hier nachts scheinbar ihren Spaß. Gestern Abend haben wir auch ein Schwein in unserem Zelt gehört. Sein Ruf ist vom Tal zu uns nach oben gehallt.
Bald kommen wir an die Kreuzung, die beide Varianten trennt. Kurz und schmerzvoll zieht der Weg in Serpentinen nach oben. Schnell kommen wir oben an. Wir machen mit unserer Gruppe zur Erinnerung ein Gruppenfoto. Der Weg führt anders durch die Felsen als erwartet, besser gesagt, einfach an ihnen vorbei. Doch beim Abstieg kommen wir noch auf unsere Kosten. Vorbei an zahlreichen Felsen wandern wir steil auf und ab. Die Aussichten Richtung Küste sind atemberaubend. Aber hier ist super viel los. Highlight ist ein kleiner Aufstieg kettengesichert über eine ziemlich steile Wand.
Wir steigen aus dem Bergmassiv ab zum Col de Bavella. Und schlagartig sind wir von der Einsamkeit der Berge in Menschenmassen. Aber es hat auch was Gutes: es gibt ein Restaurant. Wir gönnen uns ein eiskaltes Radler und Burger bzw. ein Entrecôte. Gut beschwingt setzen wir unsere Tour fort. Es sind nur noch wenige Kilometer bis zum Refuge. Da es angeblich dort kein Wasser geben soll (stimmt aber nicht), füllen wir am nächsten Brunnen nochmals unsere Wasservorräte. Wir wandern wieder durch Kiefernwald. In einer Kurve kreuzt ein Bach den Forstweg und wir lassen es uns nicht nehmen, die Füße im kalten Nass zu erfrischen.
Das war auch gut so. Denn im Anschluss geht es mit vollem Magen noch mal steil nach oben. Wir klettern noch auf die Felsen und haben hier oben eine geniale Aussicht. Auf der anderen Seite gehen wir genau dahin weiter, wo wir eben von oben drauf geschaut haben und erreichen in kurzer Zeit die letzte Hütte des GR20. Sie liegt mit herrlicher Aussicht auf wunderschöne Felsnadeln und wir zelten im Kiefernwald. So haben wir auch oft am Lykischen Weg gezeltet und so kommen schöne Erinnerungen zusammen. Wie immer am Ende langer Wege ist die Stimmung bittersweet. Auf der einen Seite freut man sich, einen Weg zu Ende zu bringen, aber man würde am liebsten auch noch weiterlaufen und die Natur genießen.Read more
GR20 - Tag 15: Refuge d‘i Paliri - Conca
September 28 in France
☀️ 25 °C
Finale, oho, Finale! Heute wurde jeder Kilometer dieses wunderschönen Trails zelebriert und wir hatten es alle nicht eilig, den Weg zu Ende zu bringen. Begonnen hat der Tag mit einem phänomenalen Sonnenaufgang. Gefolgt von Gruppenfotos nach dem Frühstück! Schließlich müssen wir ja unsere Trail Family für die Ewigkeit festhalten. Während die anderen zusammen los marschierten, wollten wir den Weg zu zweit genießen. Wir wandern durch hübschen Kiefernwald leicht bergab, so wie heute die meiste Zeit der Weg bergab führen sollte.
Sobald wir den Wald verlassen, haben wir geniale Panoramen Richtung Küste. Überall erhaben sich hübsche Felsengebilde aus der Landschaft. Unerwartet geht es dann noch ein gutes Stück steil nach oben. Je höher wir kommen, desto heißer wird es und wir sind ganz schön am Schwitzen. Wir können uns nicht vorstellen, wie man im Sommer den GR20 wandern kann. Oben angekommen, machen die anderen gerade Pause und genießen genauso wie wir die Landschaft.
Über von Wasser geschliffenen Felsenrinnen geht es wieder hinab. Freie Flächen wechseln sich mit Baumbewuchs oder Büschen ab. Sobald sich die Landschaft öffnet, können wir jetzt schon das Meer mit den herrlichen Buchten in der Ferne sehen. In einem Tal treffen wir in einer Kurve wieder die anderen. Sie haben einen Wasserfall mit mehreren Pools entdeckt und strecken die Füße ins Wasser. Ich begebe mich auf Erkundung und entdecke zwei kleine Frösche. Libellen schwirren hier auch umher.
Leider geht es jetzt noch einmal hoch, nicht mehr so steil und auch nicht mehr so lange wie zuvor. Von oben sehen wir schon, wie sich der weitere Weg entlang des Berges zieht. An dessen Ende angekommen, geht es nur noch 2 km hinab nach Conca, das letzte Stück auf einer schmalen asphaltierten Straße. Wir erreichen das Ende des GR20 an der Dorfbar. Am GR20-Schild befindet sich auch ein Friedhof für ausgemusterte Wanderstöcke. Eine beachtliche Anzahl. Wir belohnen uns mit einem großen Bier und essen ne Kleinigkeit, bevor wir pünktlich um 2 den Wanderbus erwischen. Wir beide steigen am nächsten Ort aus und der ganze Bus mit unseren neuen Freunden jubelt uns zum Abschied zu. Ich gebe zu, 1-2 Tränen verdrückt zu haben. Die Nacht verbringen wir in einem Baumzelt auf dem örtlichen Campingplatz, bevor es morgen mit dem Bus nach Bastia geht.
Am Ende möchte ich noch ein kleines Fazit ziehen. Wenn man von den hygienischen Bedingungen (die eine Hütte nennen wir nur noch Mangapoo) und von der Masse der Wanderer absieht, ist der GR20 ein traumhafter Weg. Die Schönheit Korsikas haben wir so trotz unserer hohen Erwartungen nicht erhofft. Ist der GR20 nun der anspruchsvollste Trail Europas?! Schwer zu sagen. Er hat gerade im Nordteil seine schwierigen Stellen, die man aber alle gut meistern kann. Ja, es hat nicht immer mit Wandern zu tun, sondern es ist stellenweise auch ein wenig klettern dabei. Einzelne Abschnitte ähnlicher Schwierigkeit findet man aber auch auf anderen Touren in den Alpen, aber in der Häufigkeit ist es sicherlich selten so wie auf dem GR20.Read more
Abschied in Bastia
September 29 in France
⛅ 25 °C
Am Abend geht unser Flieger von Bastia. Bei der Planung war es eine ganz schöne Bastelei, passende Hin- und Rückflüge zu bekommen. Ab Mitte September sind die Flugoptionen im Vergleich zur Hauptsaison ziemlich eingeschränkt. Da der Flug erst abends geht, gibt uns das die Möglichkeit, noch ein wenig die Stadt anzuschauen.
Am Morgen fahren wir mit dem Bus von Sainte Lucie de Porto Vecchio nach Bastia, eine einfache und bequeme Möglichkeit. In Bastia angekommen, erkundigen wir uns, von wo genau später der Shuttlebus von der Innenstadt zum Flughafen abfährt. Danach laufen wir erstmal in einen Streik des Öffentlichen Dienstes.
Da wir kein konkretes Ziel haben, lassen wir uns durch die hübschen Straßen und Gässchen der Innenstadt treiben. Gerade am alten Hafen reiht sich ein kleines Café ans nächste. Später werden wir uns hier noch ein Eis gönnen. Wir können natürlich nicht gehen, ohne uns die Zitadelle über der Stadt anzuschauen. Von dort oben hat man eine herrliche Sicht hinunter auf den Hafen. Die besten Aussichten hat man von den zahlreichen netten Restaurants. Gerne verbinden wir das Köstliche mit diesem schönen Ausblick.
Bevor wir dann final zum Flughafen aufbrechen, decken wir uns noch mit leckerer korsischer Salami ein, damit wir daheim zumindest geschmacklich an unseren Urlaub erinnert werden. Mit dem Shuttlebus fahren wir dann für 10 € pro Person an den Flughafen.
Au revoir, Île de Beauté.Read more
























































































































































































































































































































































































































































































































































Schönwetterwanderer❤️ GR20! September ist bestimmt super schön. Da sollte es nicht so voll wie im Juli sein. Kleiner Tipp, wenn du einen Tag früher oder später im Refuge bist, akzeptieren sie das Ticket dennoch. Ich wünsche dir einen unvergesslichen Hike.🙋🏻♂️
JRonTourSehr guter Tipp, danke! Ich bin gespannt, was uns erwarten wird. 🥰
TravelerViel Spaß wünsche ich dir, bin ihn in den 90er gelaufen da war nichts mit reservieren!
JRonTourIch finde das mit der Reservierung schon gut, wenn man damit die Massen etwas reduzieren kann