Bewaffneter Konflikt I. Etwas Sorgen.
September 22 in Switzerland
☀️ 23 °C
Eigentlich waren wir bisher voller Vorfreude auf unsere Reise durch Äthiopien. Die Route steht, die Unterkünfte sind gebucht, die Flüge organisiert und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Doch seit einigen Tagen schauen wir deutlich häufiger als bisher auf die aktuellen Internetseiten des Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA, https://www.eda.admin.ch/de/land-aethiopien) der Schweiz als auch des Auswärtige Amtes (https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsich…) in Deutschland.
Der Grund ist leider nicht erfreulich: Die Sicherheitslage in Äthiopien hat sich in den vergangenen Tagen spürbar verschärft. Besonders beunruhigend ist, dass ausgerechnet einige Regionen auf unserer geplanten Route betroffen sind.
Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise zuletzt Ende September deutlich verschärft. In Tigray, also unter anderem rund um Gheralta und Axum, kommt es erneut zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Auch für die Region Amhara, durch die unsere Reise nach Gondar, in die Simien-Berge und nach Lalibela führt, bestehen erhebliche Sicherheitswarnungen. Für einige Orte wurde angeblich der Flugverkehr bereits eingeschränkt oder ausgesetzt.
Und auch unsere geplante Tour durch die Danakil-Wüste macht uns nachdenklich. Die Region Afar ist riesig und die Sicherheitslage unterscheidet sich je nach Gebiet. Trotzdem liegen Teile unserer geplanten Route in einer Region, für die die Behörden derzeit ausdrücklich zu besonderer Vorsicht beziehungsweise von Reisen abraten.
Das ist eine ziemlich unangenehme Situation. Denn wir reisen nicht einfach irgendwohin und können die problematischen Gebiete problemlos umfahren. Ein beträchtlicher Teil unserer vierwöchigen Route führt durch genau jene Regionen, wegen denen wir jetzt die Reisehinweise besonders aufmerksam verfolgen.
Gleichzeitig ist Äthiopien natürlich nicht als Ganzes ein Krisengebiet. Addis Abeba beispielsweise wird deutlich anders beurteilt. Auch im Süden des Landes ist die Situation nicht mit der aktuellen Lage in Tigray oder Amhara gleichzusetzen. Die Sicherheitslage ist regional sehr unterschiedlich.
Und heute kommt schon das Mail der Reiseagentur, dass unsere Reiseroute "vorsorglich etwas angepasst wird". Axum und Gheralta werden aus den Reiseprogramm rausgenommen, statt dessen werden wir das Bale-Gebirge besuchen. Details gibt es erst in den nächsten Tagen - also erst kurz vor Abflug.
Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl. Noch vor wenigen Tagen haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie viel Bargeld wir mitnehmen, welche eSIM-Karte die beste Netzabdeckung bietet und welche Kleidung wir für die Wanderung im Simien-Gebirge einpacken. Jetzt beschäftigen wir uns plötzlich mit der Frage, ob Teile unserer Reise überhaupt wie geplant stattfinden können.
Wir hoffen natürlich sehr, dass sich die Lage wieder beruhigt. Gleichzeitig wollen wir kein unnötiges Risiko eingehen. Eine Reise lässt sich verschieben oder eine Route ändern. Die eigene Sicherheit ist wichtiger als ein Reiseplan, an dem man unbedingt festhalten möchte.
Unsere Vorfreude ist deshalb im Moment ein wenig von Sorge überlagert. Wir hatten uns auf vier Wochen voller Geschichte, Landschaften, Begegnungen und Abenteuer gefreut. Jetzt hoffen wir zunächst einmal, dass wir diese Reise überhaupt so erleben können, wie wir sie geplant haben.Read more








