• Brigitte und Jürgen
Aktuell
  • Brigitte und Jürgen

Abessinien - Wiege der Menschheit

Äthiopien wird ganz anders werden als viele Länder, die wir bisher bereist haben. Uns erwarten jahrtausende alte Geschichte, beeindruckende Landschaften, lebendige Städten, eine kulturelle Vielfalt, natürlich Kaffee - und ein bewaffneter Konflikt. Weiterlesen
  • Über Rinder springen (Ritual Teil 3)

    27. Oktober in Äthiopien ☁️ 28 °C

    Bei den Hamer ist das sogenannte Bull Jumping, das Springen über Rinder, ein zentrales Initiationsritual. Es markiert den Übergang eines jungen Mannes vom Jugendlichen zum Erwachsenen und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur gesellschaftlichen Anerkennung als erwachsener Mann.

    Der junge Mann muss beweisen, dass er körperlich und mental bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Das erfolgreiche Ritual gilt traditionell als Voraussetzung dafür, später heiraten und eine eigene Familie gründen zu können.

    Mehrere Rinder werden dicht nebeneinander aufgestellt und festgehalten. Der Initiand läuft über ihre Rücken, wendet und überquert die Tiere erneut, ohne herunterzufallen. Das erfordert Gleichgewicht, Geschicklichkeit und Konzentration.

    Auch wenn Touristen dabei sind, ist das Bullenspringen keine Zirkusnummer und auch kein Wettkampf um einen Preis. Es ist ein öffentliches Ritual, bei dem der junge Mann beweist, dass er bereit ist, eine neue Rolle in seiner Gemeinschaft zu übernehmen. Und wir durften von Anfang an Teil davon sein.

    Unglaublich.
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  • Gesicht bemalen (Ritual Teil 2)

    27. Oktober in Äthiopien ☁️ 29 °C

    Das Initierungs-Ritual wird damit fortgesetzt, dass der Mann, welcher gleich seine Männlichkeit und damit seine Heiratsfähigkeit beweisen muss, im Gesicht bemalt wird. Dies mir uralten, überlieferten Mustern. Das Bemalen übernehmen die Brüder oder andere männliche Verwandte.

    Eigentlich sehr unspektakulär. Wären da nicht die beiden asiatischen Touristen, die sich am liebsten dem Mann beim Bemalen auf den Schoss setzen würden.
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  • Frauen auspeitschen (Ritual Teil 1)

    27. Oktober in Äthiopien ☁️ 28 °C

    Bei den Hamer ist das Auspeitschen von Frauen mit Weidestöcken ein traditioneller Bestandteil bestimmter Initiationsrituale, insbesondere der Zeremonie, bei der ein junger Mann aus der eigenen, engen Familie ins Erwachsenenalter (und somit fähig zu Heiraten) aufgenommen wird. Dies sind zum Beispiel die Mutter, Schwestern und andere weibliche Angehörige.

    Damit zeigen sie ihre Verbundenheit mit dem Mann, denn das Ertragen der Schmerzen gilt im traditionellen Verständnis als Zeichen von Stärke, Mut und Loyalität.

    In der traditionellen Deutung ist es ein bewusst auf sich genommenes Opfer. Die Narben auf ihrem Rücken gelten als sichtbares Zeichen ihrer Loyalität und Verbundenheit. Zugleich entsteht eine soziale Verpflichtung: Der Mann, für dessen Initiation sie gelitten haben, soll ihnen später in schwierigen Situationen beistehen.

    Was seit hunderten von Jahren Tradition hat, schockiert uns beim Zuschauen.
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  • Who the fuck are „The Dassanech“?

    27. Oktober in Äthiopien ☁️ 28 °C

    Äthiopische Stammeskunde, die Fünfte: Die Dassanech.

    Die Dassanech leben im äussersten Süden Äthiopiens, rund um Omorate, wo der Omo-Fluss in den Turkana-See fliesst. Ihr Name bedeutet sinngemäss «Menschen des Deltas». In der trockenen, heissen Landschaft ist das Leben eng mit der Natur verbunden. Die Dassanech halten vor allem Rinder und Ziegen. Entlang des Flusses betreiben sie zudem Ackerbau, insbesondere während der Überschwemmungszeiten, und manche leben auch vom Fischfang. Auffällig sind ihre kunstvollen Frisuren, traditioneller Schmuck und fantasievolle Kopfbedeckungen, die teilweise aus wiederverwendeten Kronkorken gefertigt werden. Rinder sind weit mehr als Nutztiere. Sie stehen für Wohlstand und gesellschaftliches Ansehen und spielen auch bei Hochzeiten und traditionellen Zeremonien eine wichtige Rolle. Die Dassanech leben beiderseits der Grenze zwischen Äthiopien und Kenia und bewahren ihre kulturelle Identität trotz der Herausforderungen durch Dürre, Umweltveränderungen und den Wandel ihrer traditionellen Lebensweise.Weiterlesen

  • Dassanech Village

    27. Oktober in Äthiopien ☁️ 28 °C

    Und noch ein Dorf, diesmal aber ganz in der Nähe von Kenia und Süd-Sudan. Die männlichen Bewohner sind mit ihren Tierherden irgendwo in diesem Dreiländereck unterwegs und kommen entweder am Abend oder in bis zu drei Monaten zurück - je nachdem, welchem Guide wir glauben.

    Die Frauen hingegen sind sehr aufgeschlossen, können für die Souvenirs gut verhandeln, bewegen sich selbstbewusst und strahlen einen eigenen Stolz aus.

    Wir besichtigen das Dorf, photographieren, erfahren viel über die Traditionen und kaufen ein Souvenier. Alles ohne stressigen Guide oder ein komisches Gefühl.

    Nur bei den Wellblech-Hütten bekommen wir etwas Beklemmungen. Diese müssen im Sommer unheimlich heiss sein und eine wirklich bessere Alternative haben wir nicht gesehen.
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  • Crossing the Omo River

    27. Oktober in Äthiopien ☁️ 28 °C

    Hier ist er also, der am weitesten von Addis Abeba entfernte Punkt unserer Reise.
    Und zugleich der sagenumwogenste, nämlich der Omo River: 760 km lang, Höhenunterschied zwischen Quelle und Ende fast 2 km, mündet in den Turkana-See, der zum grossen Teil in Kenia liegt.

    Uns fällt nichts Besseres ein, als mit einem ausgehöhlten Baumstamm überzusetzen. Der Stamm liegt tief in Wasser und hat Schlagseite.

    Nach dem Übersetzen erfahren wir, dass es im Omo River Krokodile bis zu fünf Meter gibt - diese seien aber Menschenscheu ...

    Gut, dass es einige hundert Meter Flussaufwärts eine Brücke für den Rückweg gibt.
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  • Auf dem Weg nach Süd-Sudan und Kenia

    27. Oktober in Äthiopien ⛅ 32 °C

    Boah, wir hätten nicht gedacht, dass wir nun so nah an Kenia (50 km) und Süd-Sudsn (30 km) sind. Wir müssen sogar unseren Ausweis bei der lokalen Grenzkontrolle vorweisen, bevor wir weiterfahren dürfen.

    Unterwegs verändert sich die Landschaft hin zu Steppe und Wüstnregion. Wir sehen aber auch viele Tiere (äthiopische Fasane, Bamboo-Afden, flinke Mini-Antilopen) und riesige Bananefabriken (Export nach Saudi-Arabien).

    Einmal falsch abgebogen und wir landen in einem fremden Land.
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  • Who the fuck are „The Tsemay“?

    27. Oktober in Äthiopien ☁️ 27 °C

    Äthiopische Stammeskunde, die Sechste: Die Tsemay.

    Die Tsemay, auch Tsamai oder Tsamako genannt, leben im Südwesten Äthiopiens, vor allem im trockenen Tal des Weyto-Flusses rund um den Ort Weyto, etwa 50 Kilometer von Jinka entfernt. Ihre Lebensweise verbindet Viehzucht mit Ackerbau. Sie halten Rinder und Ziegen und bauen unter anderem Sorghum, Mais und Hirse an. Die Frauen tragen traditionell häufig Kleidung aus Leder, deren Gestaltung sich unter anderem nach dem Familienstand richtet. Auffällig ist auch, dass viele Männer kleine hölzerne Sitzschemel bei sich tragen, die sie unterwegs jederzeit nutzen können. Wie bei den benachbarten Hamar gehört das Bullenspringen zu den traditionellen Initiationsritualen junger Männer. Die Tsemay pflegen ihre eigene Sprache und kulturelle Identität, stehen aber seit Langem in engem Austausch mit benachbarten Volksgruppen wie den Bena, Hamar und Konso.

    Der kleine Junge im Hintergrund weint übrigens, weil er Angst vor der weissen Frau hat 😂.
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  • Who the fuck are "The Hamer"?

    26. Oktober in Äthiopien ☁️ 27 °C

    Äthiopische Stammeskunde, die Dritte: Die Hamer

    Die Hamar leben im Süden Äthiopiens, vor allem im Gebiet rund um Turmi und im unteren Omo-Tal. Rinder und Ziegen spielen eine zentrale Rolle in ihrem Leben und sind nicht nur wichtige Nahrungsquellen, sondern auch ein bedeutendes Statussymbol. Auffällig sind die traditionellen Frisuren, die mit Lehm und Butter gestaltet werden, sowie die kunstvollen Perlenketten und Körperverzierungen. Bekannt sind die Hamar insbesondere für das Ritual des Bullenspringens, bei dem junge Männer über mehrere hintereinanderstehende Rinder laufen, um ihren Übergang ins Erwachsenenleben zu markieren. Die Hamar pflegen ihre Traditionen bis heute, während sich ihr Alltag zugleich durch den Kontakt mit der modernen Welt verändert.Weiterlesen

  • Und noch ein Markt - diesmal Turmi

    26. Oktober in Äthiopien ☁️ 28 °C

    Nach sechs Stunden Fahrt kommt jede Abwechslung recht
    Und wenn es nur noch ein weiterer Markt ist. Diesmal ist es der Wochenmarkt des Hamer-Stamms in Turmi.

    Und wieder zerren Kinder an Jürgen, um etwas Geld, neue Schuhe oder Wasser zu bekommen.

    Aussergewöhnlich an diesem Markt hingegen sind die vielen Ständen mit einem Sonnendach. Und, dass es Tonpulver zu kaufen gibt, mit dem die Hamer-Frauen ihre Haare färben. Der Markt ist klein, wir können sogar in die kollektive Mühle schauen, in welcher das gekaufte Getreide für einen kleinen Obolus gemahlen wird.

    Zu kaufen gibt es Sandalen, die aus alten LKW-Reifen gefertigt werden. Eine tolle Recycling-Idee, leider sind die Schuhe sehr schwer.
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  • Durch die Landschaft Südäthiopiens.

    26. Oktober in Äthiopien ☁️ 26 °C

    Auf der Fahrt von Kanta nach Turmi verändert sich die Landschaft allmählich. Die Strecke führt durch den Süden Äthiopiens, wo trockene Ebenen, offene Buschlandschaften und vereinzelte Felder das Bild prägen. Es beginnt mit den UNESCO Weltkulturerbe Terrassen der Konso.. Je weiter wir in Richtung Turmi fahren, desto deutlicher wird der Einfluss des trockenen Klimas. Die Vegetation wird lichter, Dornbüsche und einzelne Akazien bestimmen zunehmend das Landschaftsbild. Dazwischen liegen kleine Siedlungen, einfache Hütten und Weideflächen.

    Besonders eindrücklich ist der Übergang von der höher gelegenen, grüneren Umgebung in die heisse Savannenlandschaft des Südens. Die Bäume stehen zunehmend verstreut, das Gelände wird offener und die Landschaft wirkt trockener und weiter. Mit Turmi rücken wir tiefer in das Omo-Tal vor, eine Region, in der sich Natur, Viehzucht und traditionelle Lebensweisen eng miteinander verbinden.

    Die einzige Konstante auf der sechsstündigen Fahrt bleiben, die kleinen Herden aus Ziegen, Schafen und Kühen, die alle hundert Meter auf der Strasse zur nächsten Wasserstelle oder zur nächsten Weidefläche getrieben werden.
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  • Abzocke - ja oder nein?

    26. Oktober in Äthiopien ☁️ 26 °C

    Bisher haben wir entweder nicht bemerkt, wenn wir in Äthiopien abgezockt wurden. Oder wir wurden nicht abgezockt.

    Jetzt haben wir zum ersten Mal das Gefühl, dass wir über das Ohr gehauen wurden.

    Es war klar, dass wir für Photos von Personen (zB der Mursi) bezahlen müssen. Und ebenso für Souvenirs. Doch irgendwie lief dies hier anders.

    Es beginnt damit, dass unser Fahrer beiläufig meint, ob wir im nächsten Dorf einen Kaffee trinken wollen. Eigentlich eine gute Idee nach über zwei Stunden Fahrt - dachten wir. Dann meinte der Fahrer plötzlich, dass jetzt hier ein Tanz stattfindet und ob wir anstelle eines Marktes oder Dorfes am Nachmittag doch lieber jetzt den Tanz anschauen wollen. Natürlich wollen wir.

    Beim Parkplatz passt uns dann ein lokaler Guide ab, der mit uns zum Tanzplatz geht und uns erzählt, dass die Mursi nur darum hier sind, weil die Strasse zu ihnen wegen eines Streites zwischen zwei Stämmen, und dem damit verbundenen Mordes vor zwei Jahren an einem spanischen Reiseführer, gesperrt ist.

    Also für uns von null auf hundert beim Kennenlernen der Mursi. Vom lokalen Guide werden wir zu Photos gedrängt und zum Souvenirkauf. Nur, dass der Guide für uns verhandelt und das Geld einsteckt und nicht die Mursi selber.

    Entweder werden wir hier über das Ohr gehauen oder die Mursi. Oder beide. Was die Wahrheit ist, werden wir wohl nie erfahren. Dafür haben wir ein Photo des lokalen Guides, könnte für einen Steckbrief herhalten.

    Nachtrag: Am Abendessen diskutieren wir diese Situation nochmals mit unserem Fahrer. Er liefert uns viele Informationen und jetzt klingt es plausibler und nachvollziehbarer für uns.
    Der lokale Guide ist für die Mursi wohl so etwas wie deren Vermögensverwalter, da die Mursi am liebsten den ganzen Tag nackt herumliegen würden und mit Geld absolut nicht umgehen können. Darum bekommen sie von dem Guide regelmässig ein Taschengeld - auch in den Zeiten, in denen keine Touristen da sind. Wir geben und mit diesen Erklärungen zufrieden und übrig bleibt nur das Gefühl, dass wir einfach nicht gut genug verhandeln können…
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  • Mursi mit den Tellerlippen

    26. Oktober in Äthiopien ☁️ 25 °C

    Wow, wir haben nicht gedacht, dass wir so schnell die Mursi treffen. Und dass sie uns so sehr beeindrucken.

    Von Kindesbeinen an tragen die Frauen zuerst Hölzer und dann Tonteller in den Lippen und Ohrläppchen. Sie sehen damit unglaublich aus und es gilt als Schönheitsideal. Ohne Tellerlippe finden sie keinen Mann.

    Trotzdem hat die Regierung entschieden, dass zukünftig nur noch in einem Ohr ein solcher Teller getragen werden darf. Finden wir gut.
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  • Who the fuck are "The Mursi"?

    26. Oktober in Äthiopien ☁️ 25 °C

    Äthiopische Stammeskunde, die Vierte: Die Mursi

    Die Mursi leben im Südwesten Äthiopiens, zwischen dem Omo-Fluss und seinem Nebenfluss Mago, vor allem im Gebiet des Mago-Nationalparks. Ihr Leben ist eng mit der Natur und der Viehzucht verbunden. Rinder besitzen nicht nur wirtschaftlichen Wert, sondern spielen auch eine wichtige soziale und kulturelle Rolle. Weltweit bekannt sind die Mursi insbesondere für die kunstvollen Lippenteller, die manche Frauen in der Unterlippe tragen und die ein Ausdruck kultureller Identität und traditioneller Schönheitsvorstellungen sind. Ebenso charakteristisch sind die Körperbemalungen mit natürlichen Erden und die traditionellen Stockkämpfe der Männer, bei denen junge Teilnehmer Geschick und Stärke beweisen. Die Kultur der Mursi ist lebendig und verändert sich, nicht zuletzt durch den Kontakt mit Touristen und die Veränderungen ihrer natürlichen Lebensgrundlagen.Weiterlesen

  • Who the fuck are "The Bena"?

    26. Oktober in Äthiopien ☁️ 27 °C

    Äthiopische Stammeskunde, die Dritte: Die Bena

    Die Bena, auch Benna oder Banna genannt, leben im Süden Äthiopiens, vor allem in der Region zwischen Jinka, Key Afer und Dimeka. Ihr Alltag ist von Ackerbau und Viehzucht geprägt. Sie halten Rinder und Ziegen und bauen unter anderem Mais und Sorghum an. Auffällig sind ihre farbenfrohe Kleidung, kunstvoller Schmuck und traditionelle Körperbemalungen. Besonders ungewöhnlich sind junge Männer, die auf hohen Holzstelzen laufen. Wie die benachbarten Hamar kennen auch die Bena das Bullenspringen, ein Initiationsritual, das den Übergang junger Männer ins Erwachsenenleben markiert. Auf den regionalen Märkten, insbesondere in Key Afer, begegnen sich Angehörige verschiedener Volksgruppen und tauschen Waren aus. Die Bena teilen viele kulturelle Gemeinsamkeiten mit den Hamar, bewahren aber zugleich ihre eigene Identität und Traditionen.Weiterlesen

  • Visit 1 of 39 Konso Village

    25. Oktober in Äthiopien ☁️ 23 °C

    Gemeinsam mit einem lokalen Guide machen wir einen Rundgang durch ein traditionelles Konso Cultural Village (namens Gamule, wie es noch 39 weitere gibt). Und bekommen faszinierende Geschichte über deren Leben, Clans, Mumifizierungen, UNESCO-Weltkulturerben, Beerdigungen und das heutige Säuferleben.

    Sowohl der Terrassenbau als sich die Dorfstruktur mit drei Mauersystemen sind UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend sind aber die Erzählungen über die Clan-Strukturen und den Fall des Todes eines Clan-Königs. Wenn dieser nämlich stirbt, lässt man ihn für 9 Jahre, 9 Monate, 9 Wochen, 9 Tage, 9 Stunden, 9 Minuten auf einem Stuhl mumifizieren. Erst dann wird er für tot erklärt und sein Sohn tritt sein Erbe an. Ganz schön gruselig. Vor allem, weil die Mumifizierung im Haus der Familie stattfindet.

    Weniger gruselig, aber genau so spannend sind die Geschichten über die Hochzeitsrituale und Gerichtsverfahren. Wer wegen Fake News oder dem Erzählen von Gerüchten erwischt wird, bezahlt umgerechnet bis zu 2'500 CHF Strafe.

    Dies sollte man auch in Europa einführen und dabei die Einkommensverhältnisse berücksichtigen. Das wären dann schnell mal 2.5 Mio CHF.
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  • Whe the fuck are „The Konso“?

    25. Oktober in Äthiopien ☁️ 25 °C

    Äthiopische Stammeskunde, die Zweite: Die Konso.

    Die Konso leben in einer trockenen, hügeligen Landschaft südlich von Arba Minch. Über Generationen haben sie mit beeindruckendem handwerklichem Geschick steinerne Terrassen angelegt, die den Boden vor Erosion schützen und den Ackerbau ermöglichen. Ihre traditionellen Dörfer liegen oft auf Hügelkuppen und sind von mächtigen Trockensteinmauern umgeben. Charakteristisch sind auch die gemeinschaftlichen Plätze und die geschnitzten Holzfiguren, sogenannte Waka, die traditionell als Grabmale für bedeutende Verstorbene dienten. Die einzigartige Kulturlandschaft der Konso gehört seit 2011 zum UNESCO-WelteWeiterlesen

  • Zuckerapfel-Saft im Regen

    25. Oktober in Äthiopien ☁️ 21 °C

    Unser Guide hat uns vor dem Touristen-Hotel in Arba Minch abgesetzt und ist verschwunden - hoffentlich tatsächlich nur zum Tanken, wie er sagte.
    Und wir sitzen diesmal im Regen wieder hier, wo wir gestern schon beim Sonnenschein sassen. Und wieder gibt es Zuckerapfel-Saft (https://de.wikipedia.org/wiki/Zimtapfel), diesmal aber mit Mango gemischt.

    Verdursten werden wir nicht. Der Regen hat nachgelassen (es war der zweite Regen nach Simien Mountains, den wir in Äthiopien erlebt haben), wir können Reiseblog schreiben, unser Take away Picknick bestellen und Brigitte kann sich die Schuhe putzen lassen. Alles sehr chilllig hier im Süden.
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  • Überraschungs-Zeremonie

    24. Oktober in Äthiopien ☁️ 20 °C

    Da hatten wir uns zu früh auf gemütliches Abendessen und ruhige Nacht gefreut. Denn wenn Touristen da sind, wird das grosse Programm gestartet.

    Zuerst müssen wir uns als Dorze-Königin und -König verkleiden. Für den König gibt es dazu ein original Geparden-Fell, ein Speer und ein Schild aus Metal.

    Dann müssen Königin und König ihre Künste im Baumwoll-Spinnen und Webstuhl zeigen. Und werden im Brotbacken ("Dorze Pizza" aus fermentierter falscher Banane) unterrichtet.

    Zum Abendessen müssen wir beweisen, dass wir Beide das lokale Bier aus einer Kalabasse (getrockneter Flaschenkürbis) trinken können - leider können wir es nicht gleichzeitig, so wie die einheimischen Frauen es uns dann lachend vormachen. Dafür müssen wir aber auch nicht so viel Schnaps trinken, wie die einheimischen Männer...

    Der Höhepunkt ist dann, als 25 Frauen aus den umliegenden Dörfern mit uns um das Lagerfeuer sitzen, Lieder singen und uns zum Tanzen auffordern. Herr und Frau König lassen sich nicht lange bitten und schon sind wir mitten dabei im Tanz um das Feuer. Lachend und schwitzen machen wir jeden Spass mit. Und werden dafür eine halbe Stunde später mit einem Gebet und vielen Glückwünsche verabschiedet - nicht ohne vorher eine grosszügige Spende in den Spendentopf gelegt zu haben.

    Was für ein Abend, der so mit falschen Vorstellung vom Leben eines Dorze-König begann und den wir nie mehr vergessen werden.
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  • Übernachtung im Elefanten-Haus

    24. Oktober in Äthiopien ☁️ 21 °C

    Nach dem Markt geht es zu unserer Übernachtungsgelegenheit im Dorze Village. Diesmal übernachten wir im Bauch eines Elefanten. So wird dies von den Einheimischen bezeichnet. Und sie haben recht, die Hütten hier sehen wie Elefanten aus und das Innere ist überraschend geräumig.

    Wir machen noch einen Spaziergang rund um das Dorf, erfahren alles über die Hütten (die bis zu 120 Jahre alt werden, wenn die Termiten sie nicht vorher zerfressen) und freuen uns auf das Abendessen und die Nacht im Elefanten.

    Übrigens: Als Überraschung für Brigitte durfte sie auf dem Dorfrundgang gemeinsam mit einer Frau eine Tasse Töpfern. Ich sage Mal so: Brigitte und Ton werden keine Freunde...
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  • Wochenmarkt in Dorze Village

    24. Oktober in Äthiopien ☁️ 19 °C

    Ein neuer Tag (24. Oktober). Ein neuer Ort (Dorze Village* im Süden Äthiopiens). Ein neuer Markt (Wochenmarkt am Samstag).

    Direkt nach der Landung in Arba Minch sind wir mit unserem Fahrer Nati in die Berge gefahren, haben unseren lokalen Guide getroffen und starten mit einem Marktbesuch.

    Neu ist, dass es hier einen Raucherbereich gibt, in dem Kuhdung geraucht wird. Wir lehnen dankend ab.
    Wir merken aber, dass wir hier weit weg von Addis Abeba sind.

    Der Markt ist noch urspünglicher, noch ländlicher, noch traditioneller als die bisherigen Märkte. Für jede Warengruppe gibt es einen festen Bereich und in diesen Bereichen hat jeder Händler seit Anbeginn des Marktes an seinen Stammplatz. Ein Prediger mit Boombox beschallt mit seiner Predigt den halben Platz. Nur scheint es hier nicht üblich zu sein, dass man etwas probiert - so können wir weder an den Kräutern und Gewürzen riechen noch das Getreide schmecken.
    Feste Marktzeiten gibt es übrigens auch keine. Die Bäuerinnen laufen morgens in ihrem Dorf los und wenn sie in Dorze sind, beginnt für sie der Markt. Und er endet entweder, wenn sie alles verkauft haben. Oder wenn sie aufbrechen müssen, so dass sie vor Dunkelheit wieder in ihrem Dorf sind. Meistens wird auch gar nichts verkauft, sondern getauscht. Baumwolle gegen Holzkohle. Kartoffeln gegen Getreide. Hühner gegen Gewürze.

    Wir schlendern mit unserem Local Guide über den Markt, werden von allen Einheimischen wie beste Freunde begrüsse und während auch der fünfte Markt in diesen Ferien für uns eine Attraktion ist, sind wir ("the tourists of this week") eine Attraktion für die Einheimischen.

    *Dorze Village is located in the Chencha Highlands of the Gamo Zone in southern Ethiopia, approximately 30–40 kilometers from Arba Minch. It is situated at an altitude of around 2,400 to 2,700 meters above sea level, giving it a cool mountain climate that differs greatly from the hot lowlands of the Rift Valley below.
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  • Who the fuck are „The Dorze“

    24. Oktober in Äthiopien ⛅ 19 °C

    Äthiopische Stammeskunde, die Erste: Die Dorze

    Die Dorze leben in den Bergen oberhalb von Arba Minch, in der Region um Chencha. Berühmt sind sie für ihre imposanten, bienenkorbförmigen Häuser, die aus Bambus und anderen natürlichen Materialien gebaut werden. Besonders faszinierend ist, dass die Häuser bei Bedarf sogar an einen anderen Standort versetzt werden können. Die Dorze sind ausserdem hervorragende Weber und stellen farbenfrohe Baumwollstoffe her. Auch der Anbau und die Verarbeitung der Falschen Banane, aus deren Pflanzenfasern und Wurzeln wichtige Lebensmittel gewonnen werden, gehören zu ihren TraditioWeiterlesen

  • Farewell dinner - nicht für uns!

    23. Oktober in Äthiopien 🌙 19 °C

    Nach einem ausgiebigen Shopping-Tag in Addis Abeba und einigen Bieren im Beer Garden Inn heisst es nun Abschied nehmen. Für uns bedeutet dies, Abschied vom Rest der Reisegruppe, die heute Nacht zurück nach Deutschland fliegen muss.
    Für uns geht es morgen früh jedoch weiter in den Süden.

    Als Dinner gibt es nochmals die gesamten traditionellen, äthiopischen Gerichte. Sehr lecker, aber die Kombination aus Erbsen, Linsen, Injera und Honigmet strapaziert unsere Därme und Mägen jedes Mal. Wir sind gespannt, wie die Nacht wird.

    Als Begleitung zum Essen gab es jede Menge äthiopischen Tanz und Musik. Und es hätte die Gelegenheit zum Mittanzen gegeben. Da das Lokal jedoch in grossen Teilen leer war, fand sich niemand zum mitmachen.
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  • Mercato - The craziest market in africa

    23. Oktober in Äthiopien ⛅ 23 °C

    „Der Mercato ist ein großflächiges Markt- und Geschäftsviertel im Stadtbezirk Addis Ketema der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Das etwa 1,7 Quadratkilometer umfassende Marktgebiet gilt als der größte Freiluftmarkt Afrikas und als bedeutendes Handelszentrum Äthiopiens.“

    Was Wikipedia so nüchtern beschreibt, lässt eine Reizüberflutung für Augen, Ohren und Nasen über uns hereinbrechen. So was haben wir noch nie gesehen, so gross, so voll, so bunt.

    Ein unglaublicher Ort, um die Energie und Kultur Äthiopiens zu erleben. Ein pulsierendes Labyrinth von Geschäften und Ständen, die alles von traditionellen Gewürzen, Kaffee und frischen Produkten bis hin zu Textilien, Schmuck und Kunsthandwerk verkaufen. Die Atmosphäre ist lebendig und voller lokaler Geschmäcker, die Verkäufer rufen und die Kunden feilschen begeistert. Es ist nicht nur ein Einkaufsziel, sondern auch ein kulturelles Erlebnis, en Alltag der Bewohner Addis miterleben. Überfüllt und geschäftig und spiegelt das Herz und den Geist Äthiopiens wider.

    Und gleichzeitig zeigt uns der Mercato, in welchem Überfluss wir in Europa leben. Denn hier wird nichts weggeschmissen, alles wird recycelt - egal wie kaputt es ist.

    Nach einer Stunde sind wir völlig fertig von den Eindrücken und müssen unser Konsumverhalten hinterfragen.
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