• Brigitte und Jürgen
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  • Brigitte und Jürgen

Abessinien - Wiege der Menschheit

Äthiopien wird ganz anders werden als viele Länder, die wir bisher bereist haben. Uns erwarten jahrtausende alte Geschichte, beeindruckende Landschaften, lebendige Städten, eine kulturelle Vielfalt, natürlich Kaffee - und ein bewaffneter Konflikt. Read more
  • Zehn Jahre im Schrank, hier heiss begehrt

    October 23 in Ethiopia ⛅ 22 °C

    Brigitte hatte FlipFlops mitgenommen, die seit über zehn Jahren neu und unbenutzt zu Hause im Schrank lagen.
    Und unserem Guide Abebe Abiye passen sie perfekt und aufgrund seiner aktuellen Wunde am Fuss (evtl. die Ursache seiner Blutvergiftung) ist er sehr dankbar für diese FlipFlops. Seit fünf Tagen trägt er diese bei jeder Gelegenheit - im Nationalpark, beim Wandern, beim Fliegen, bei der Flussdurchquerung und zum Essen.

    Auch dies ist eine gute Tat von uns.
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  • Daytrip Bale Mountains UNESCO Nationalparc

    October 22 in Ethiopia ☀️ 9 °C

    Der Bale-Mountains-Nationalpark, Äthiopiens wichtigster Hotspot der Biodiversität, beherbergt ein reiches Mosaik hochgelegener Lebensräume, darunter üppige immergrüne Wälder, Bestände von Riesenbambus, pastellfarbene Moorlandschaften und geschützte Flusstäler, die von duftenden Wacholder-Hagenia-Wäldern bedeckt sind. Der Park, der 2023 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde, ist der wichtigste Rückzugsraum für drei endemische Großsäugetierarten: den charismatischen Äthiopischen Wolf, die prächtige Bergnyala und den liebenswerten Bale-Affen. Seine unglaubliche Vogelwelt spiegelt sich darin wider, dass der African Birding Club ihn zu einem der fünf besten Vogelbeobachtungsgebiete des Kontinents gekürt hat.

    Das hochgelegene Herzstück von Bale ist das Sanetti-Plateau, eine weitläufige Lavaebene, die von mehreren über 4.200 Meter hohen Vulkankegeln durchzogen ist. Sanetti ist das größte afroalpine Moorland der Welt und besteht aus Heidekrautbüscheln, durchsetzt mit eisigen Bergseen und majestätischen Riesenlobelien. Die Nordhänge unterhalb von Sanetti sind von einer Mischung aus Wacholder-Hagenia-Wäldern und afro-montanem Grasland bedeckt, während die Südhänge von Höhenlagen mit Heidekraut, Bambus und afro-montanem Wald geprägt sind.

    Wir sehen ihn tatsächlich, sogar mehrmals: Den äthiopischen Wolf.

    Der Tag in dieser einmaligen Landschaft vergeht leider viel zu schnell. Wir hätten noch viel länger durch die Wälder wandern können und dann vielleicht sogar die Bale-Äffchen entdeckt. Aber auch so war es ein gelungener Tag in der Höhe.
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  • Bale UNESCO Nationalpark

    October 21 in Ethiopia ⛅ 16 °C

    Nach etwas mehr als drei Stunden Fahrt erreichen wir das vorläufige Ziel für heute: den Bale Nationalpark auf über 3500 Höhenmeter. Wir holen am Parkeingang einen Ranger ab, nachdem wir an der Strasse bereit Erfahrung mit den frechen Olive Baboon Affen gemacht haben. Diese wollten gleich ins Auto und nach uns schnappen.
    Mit dem Ranger laufen wir eine Stunde zu Fuss durch einen kleinen Teil des Parks und er erzählt uns viel über die Flora, die Fauna, die Geschichte und Grösse des Parks und natürlich die Tiere.
    Wir sehen jede Menge Warzenschweine. Und worauf wir besonders stolz sind, auch jede Menge Bergnyala (Tragelaphus buxtoni, eine afrikanische Antilope), die nur im Bale Nationalpark vorkommt und sonst nirgends auf dieser Erde.
    Ganz am Horizont und gut zwischen den Büschen versteckt sehen wir noch ein paar wenige Riedböcke oder Menelik-Buschböcke.
    Dazu haben wir viele Vögel und Pflanzen gezeigt bekommen, die ebenfalls in Bale endemisch sind.
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  • Kornkammer Äthiopiens

    October 21 in Ethiopia ☀️ 19 °C

    Die heutige Etappe führt uns vom Hawassa See nach Bale Mountains, immer den Berg hoch und durch die Kornkammer Äthiopiens. Hier wird zum Beispiel so viel Weizen angebaut, dass sogar nach Saudi Arabien exportiert werden kann. Und es wird auch Braugerste angebaut, sogar eine Mälzerei soll es irgendwo in der Nähe geben.
    Unterwegs besuchen wir eine völlig zufällig ausgewählte Familie und schauen in deren einfachstes Lehmhaus und deren Garten voller falscher Bananen rein. Für uns völlig unvorstellbar, wie man so im Jahr 2026 wohnen kann. Selbst unsere Urgrosseltern vor 100 Jahren wohnten schöner und besser.
    Es gibt dann irgendwann an der Strecke noch einen Lunch aus dem auf dem Markt gekauften Obst - wofür der Fahrer fast einen Strafzettel bekommen hat.
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  • "Stadtgarten" von Hawassa

    October 21 in Ethiopia ☀️ 20 °C

    Direkt neben dem Fischmarkt ist der Amora Gedel Park - አሞራ ገደል መናፈሻ. Dort gibt es einzelne Mantelaffen (schwarz-weiss) in den Bäumen und hunderte von Vervet-Affen sowie Trompeterhornvögel zu bestaunen.
    Zuerst wunderten wir uns, warum der Park menschenleer ist. Dann fanden wir heraus, dass er 200 Birr Eintritt kostet. Dafür könnte schon mal jemand den Plastikmüll einsammeln.
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  • Fischmarkt in Hawassa

    October 21 in Ethiopia ☀️ 20 °C

    Nachdem wir gestern leider sehr spät im bisher besten Hotel der Reise angekommen sind, geht es heute leider früh - nach einem grandiosen Frühstücksbuffet - direkt auf den Fischmarkt. Er ist nur klein und es gibt nur kleine Barsche oder kleine Welze. Ganz traditioneller Fischfang und direkte Vermarktung und Zubereitung vor Ort. Zu Fischsuppe, Sushi oder Fischfilet.
    Aber trotzdem sehr beeindruckend, auch wegen den riesigen Marabus.
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  • Day of travel, a complete waste of time

    October 20 in Ethiopia ☀️ 24 °C

    Heute Abreise von Lalibela und es geht weiter in den Süden.
    Anstelle des Flugs Lalibela-Gondar-Addis Abeba gibt es jetzt einen späteren Direktflug nach Addis Abeba - der eigentlich geplant Flug wurde aufgrund zu weniger Passagiere gestrichen.
    Jetzt sitzen wir im Lalibela Airport, warten auf den Abflug, trinken Kaffee, warten im Wartebereich, auf die Toilette gehen, warten im Abflugbereich, warten auf das Flugzeug und warten auf den Abflug. Powernap, Apfelsaft im Tetrapack und Schokomuffin während dem Flug (75 Min). Landung in Addis Abeba.

    Da wir fast zwei Stunden später in Addis Abeba ankommen, und somit die Zeit für ein Mittagessen fehlt, bestellen wir bei ECCO Cran Bessa ein Doggy Bag aus Avocado Wrap und Chicken Sandwich, welches wir während der Weiterfahrt nach Hawassa essen werden. Mal schauen, wo die Übergabe stattfindet.
    Es stellte sich heraus dass die Übergabe perfekt erfolgte. Nach der Landung aus dem Flughafen raus hin zum Parkplatz, wo unser Bus wartet. In dem schon die Doggy Bags stehen. Und schon können wir das Essen auf Rädern geniessen, während wir Addis hinter uns lassen.

    Die erste (von viereinhalb) Stunde rasen wir auf der Autobahn dahin. Komplette Zeitverschwendung. Bis uns dann plötzlich auf der Autobahn ein Fahrzeug entgegen kommt. Dann noch eines. Und noch eines. Bis wir schliesslich die einzigen Richtung Süden slnd. Alle, die uns entgegen kommen, informieren unseren Fahrer, dass vor uns die Strasse von "Militanten" blockiert ist (mehr bekommen wir in diesem Moment aus unserem Guide raus. Später erfahren wir, dass dies wohl Mitglieder der Oromo Liberation Army (OLA) waren - dem bewaffneten Flügel der Oromo-Befreiungsfront (OLF). So sitzen wir - zu unserer eigenen Sicherheit - im Bus und harren der Dinge. Die Lage ist unübersichtlich, wir habe zuerst auch gewendet Richtung Norden und rollen jetzt langsam wieder Richtung Süden. Und fahren schlussendlich, so wie alle anderen auch, wieder normal weiter. Ausser zwei Handvoll Soldaten, die an der Strasse entlang laufen, ist nichts zu sehen. War also wohl wieder reine Zeitverschwendung.

    Kurze Zeit später kommt schon das Ende der Autobahn und die restlichen 3 Stunden rast der Fahrer mit völlig überhöhter Geschwindigkeit über Schlaglöcher, durch Dörfer und Städte. Um so schlimmer, da es inzwischen stockdunkel wurde und fast kein Verkehrsteilnehmer Licht hat. Wir sehen auf jeden Fall kaum noch was von der Strecke.

    Nach 3.45 kommen wir im Hotel an. 45 Minuten schneller, als Google Maps ausgerechnet hat. Dafür aber völlig gerädert von der Fahrt.

    Jetzt freuen wir uns auf unser Abendessen. Obwohl wir uns wahrscheinlich keine 2000 Schritte bewegt haben. Und wir freuen uns auf den morgigen Tag. Der keine solche Zeitverschwendung wird.
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  • Ethiopian Cooking Class

    October 19 in Ethiopia ⛅ 24 °C

    "Am Abend erwartet uns ein besonderes Highlight: Wir sind zu Gast bei einer äthiopischen Familie und kochen gemeinsam. Dabei lernen wir nicht nur leckere neue Rezepte kennen, sondern gewinnen auch einen intensiven Einblick in den Alltag der Äthiopier."

    Wir backen gemeinsam Injera, schneiden Gemüse, rühren in Töpfen, mahlen Kaffee und führen Gespräche. Ein rundum gelungener Abend, der nur viel zu schnell vergeht.
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  • Lalibela, Neu-Jerusalem - westliche Gruppe

    October 19 in Ethiopia ⛅ 24 °C

    Lalibela (amharisch ላሊበላ lalibäla) oder Neu-Jerusalem (früher Roha) ist eine heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien. Der Ort liegt 2500 Meter hoch und hat 8484 Bewohner (Volkszählung 1994), die fast vollständig äthiopisch-orthodoxe Christen sind.

    Lalibela ist weltweit bekannt für die elf monolithischen Kirchen, die in rostroten Tuff gemeißelt sind. Die Kirchen entstanden beginnend mit der Regentschaft von Kaiser Gebra Maskal Lalibela, auch bekannt unter dem Namen Heiliger Lalibela (ein Mitglied der Zagwe-Dynastie) im 12./13. Jahrhundert. Wahrscheinlich wurde insgesamt 100 Jahre an der Anlage gebaut. In dieser Zeit blühte der christliche Glaube in Äthiopien, die Kirchen werden auch als Symbol für die enge Verbundenheit der äthiopischen Christen mit dem Heiligen Land verstanden. Seit 1978 zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO.

    Westliche Gruppe
    - Bet Giyorgis (12° 1′ 53,85″ N, 39° 2′ 28,13″ O), deren Verarbeitung am vollendetsten und die am besten erhalten sein soll.

    Diese Kirche berührt uns besonders. Stolzer Bau in strahlendem Sonnenschein, kein Dach o.ä. und rundherum viel Platz.
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  • Das ist doch Kindergarten!

    October 19 in Ethiopia ⛅ 24 °C

    Zwischen all den Kirchen in Lalibela besuchen wir einen staatlichen Kindergarten. 300 Kinder zwischen vier und sechs Jahren werden hier schulähnlich betreut, lernen das Alphabet, Zählen bis 10 und alles, was sie sonst für einen guten Start in die Schule besuchen.
    Die Kinder singen für uns, erzählen von ihren Berufsträumen (fast alle wollen Arzt oder Flugbegleiterin werden) und zeigen ihre Hefte.

    Im Gegenzug hinterlassen wir eine grosszügige Spende zur Reparatur der Rutsch im Hof.
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  • Lalibela, Neu-Jerusalem - östliche Gruppe

    October 19 in Ethiopia ☀️ 18 °C

    Lalibela (amharisch ላሊበላ lalibäla) oder Neu-Jerusalem (früher Roha) ist eine heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien. Der Ort liegt 2500 Meter hoch und hat 8484 Bewohner (Volkszählung 1994), die fast vollständig äthiopisch-orthodoxe Christen sind.

    Lalibela ist weltweit bekannt für die elf monolithischen Kirchen, die in rostroten Tuff gemeißelt sind. Die Kirchen entstanden beginnend mit der Regentschaft von Kaiser Gebra Maskal Lalibela, auch bekannt unter dem Namen Heiliger Lalibela (ein Mitglied der Zagwe-Dynastie) im 12./13. Jahrhundert. Wahrscheinlich wurde insgesamt 100 Jahre an der Anlage gebaut. In dieser Zeit blühte der christliche Glaube in Äthiopien, die Kirchen werden auch als Symbol für die enge Verbundenheit der äthiopischen Christen mit dem Heiligen Land verstanden. Seit 1978 zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO.

    Östliche Gruppe
    - Bet Amanuel war wahrscheinlich die vormalige Hofkapelle.
    - Bet Merkorios war wahrscheinlich vorher ein Gefängnis.
    - Bet Abba Libanos
    - Bet Gabriel-Rufael war wahrscheinlich der vormalige Königspalast und verbunden mit der Heiligen Bäckerei.

    Etwas weiter entfernt liegen das Kloster Ashetan Maryam sowie die Kirche Yimrehane Kristos, gebaut im aksumitischen Stil (aber ohne Keller) wahrscheinlich im 11. Jahrhundert.
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  • Lalibela, Neu-Jerusalem - nördliche Gruppe

    October 18 in Ethiopia ☁️ 23 °C

    Lalibela (amharisch ላሊበላ lalibäla) oder Neu-Jerusalem (früher Roha) ist eine heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien. Der Ort liegt 2500 Meter hoch und hat 8484 Bewohner (Volkszählung 1994), die fast vollständig äthiopisch-orthodoxe Christen sind.

    Lalibela ist weltweit bekannt für die elf monolithischen Kirchen, die in rostroten Tuff gemeißelt sind. Die Kirchen entstanden beginnend mit der Regentschaft von Kaiser Gebra Maskal Lalibela, auch bekannt unter dem Namen Heiliger Lalibela (ein Mitglied der Zagwe-Dynastie) im 12./13. Jahrhundert. Wahrscheinlich wurde insgesamt 100 Jahre an der Anlage gebaut. In dieser Zeit blühte der christliche Glaube in Äthiopien, die Kirchen werden auch als Symbol für die enge Verbundenheit der äthiopischen Christen mit dem Heiligen Land verstanden. Seit 1978 zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO.

    Nördliche Gruppe:
    - Bet Medhane Alem, in der auch das Lalibela-Kreuz untergebracht ist, ist die größte monolithische Kirche der Welt; Vorbild für diese Kirche war wohl St. Maria von Zion in Aksum.
    - Bet Maryam ist wahrscheinlich die älteste der Kirchen.
    - Bet Golgotha ist bekannt für ihre Kunstgegenstände, das Grab von König Lalibela sowie Nachbildungen des Grabes Christi und Adams und der Geburtskrippe.
    - Selassie-Kapelle

    Besonders berührend - uns werden die Schuhe, die wir jeweils beim Betreten der Kirche ausziehen, von einer jungen Frau hinterher getragen und sogar beim Anziehen gebunden.

    Besonders nervig - die teilweise dreissig Kinder und Jugendlichen, die uns vor und nach den Kirchen um Geld bedrängen.
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  • Flädli-soup mit Frank-Walter Steinmeier

    October 18 in Ethiopia ⛅ 23 °C

    In Lalibela angekommen beziehen wir als erstes unser Zimmer in der Sora Lodge. Die Lodge gehört einem Deutsch-Äthiopischen Ehepaar (Daniela Auer kommt aus der Nähe von Stockach am Bodensee), was man u.a. auch an der Speisekarte merkt: es gibt Spinat-Spätzle und Flädlisuppe.

    Die Lodge ist aber grandios, stilvoll eingerichtet, freundliches Personal, tolle Lage. Sonnenuntergang inclusive.

    Es ist so schön hier, dass 2019 schon Steinmeier als Deutscher Bundespräsident hier war.
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  • Bye Bye Gondar

    October 18 in Ethiopia ☀️ 22 °C

    Nach vier Tagen Gondar (inkl. Simien Nationalpark) geht die Reise weiter. Auch heute leider wieder mit einem Flug (30 Min), da die Strasse auch aufgrund des kriegerischen Konfliktes zu gefährlich wurde.

    Was bleibt von Gondar?
    Vor allem die Tage im Nationalpark! Die Begegnung mit den Gelada-Affen war sehr beeindruckend. Diese hätten wir noch stunden- oder tagelang beobachten können. Auch die Natur, die Ruhe und das überragende Abendessen im Zeltlager waren sehr eindrücklich.
    Hingegen bleiben von Gondar nur die Kirche Debre Berhan Selassie und mit wenigen Abstrichen das Castle.
    Ansonsten werden wir Gondar vor allem wegen des nächtlichen Gesangs der Priester in Erinnerung behalten. Das Hotel werden wir auf jeden Fall nicht vermissen.

    Und es bleibt die Erkenntnis, dass wir vielleicht für einen langen Zeitraum die letzten Touristen in dieser Region waren. Und wie sehr doch die Menschen hier vom Tourismus abhängig sind. Hinter jedem Guide, Fahrer, Scout, Ranger, Koch etc. steht eine Grossfamilie, die jetzt kein Einkommen mehr hat. Als Alternative bleibt nur, Waren aus Djibouti ins Land zu bringen und darauf hoffen, diese gut verkaufen zu können. Oder den Weg nach Europa (oder Asien) zu versuchen, in der Hoffnung auf ein bisschen Glück. Oder sich der Miliz anschliessen, um den Präsidenten zu stürzen, und somit Frieden zu bekommen.
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  • Debre Berhan Selassie

    October 17 in Ethiopia ☁️ 22 °C

    Unweit von Gondar liegt die Kirche Debre Berhan Selassie (UNESCO Weltkulturerbe), die mit wunderschönen und einmaligen Wandmalereien aus dem Jahre 1694 geschmückt ist.
    Selbst von der hölzernen Kirchendecke schauen unendlich viele geflügelte Engelsköpfe hinab. Das Deckengemälde sowie die Wandmalereien gehören zu den kostbarsten der Ikonographie Äthiopiens.

    Unser Guide erklärt uns in wenigen Stichworten die Himmelsrichtungen und dann sitzen wir sehr lange sehr andächtig in der Kirche und bestaunen unseren Gedanken nachhängend die Gemälde.

    Gemeinsamer Tenor danach von allen: die Kirche hat uns alle berührt und lässt uns befreit zurück.
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  • Woman Crafts Training Center

    October 17 in Ethiopia ☁️ 22 °C

    Das in der Nähe von Gondar ansässige Woman Crafts Training Center setzt sich mit Leidenschaft dafür ein, benachteiligten Frauen (Mutter ohne Männer und mit Kindern) die lokale Töpfertradition, das traditionelle Weben und die Korbflächterei näherzubringen.

    Über 4500 Frauen konnten in den letzten Jahren so ausgebildet werden und ein Einkommen erzielen. Da aber kaum noch Touristen kommen, gibt es auch keinen Markt mehr für die Töpferwaren. Und die Frauen lernen jetzt, auf den Feldern zu arbeiten, zu säen und zu ernten.

    Auch so kann sich die Krise in Äthiopien zeigen.
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  • Wochenmarkt in Debark

    October 17 in Ethiopia ☁️ 17 °C

    Jeden Samstag in grosser Markt in Debark. Und aus allen Richtungen strömen die Menschen in die Stadt, um auf dem Markt Geschäfte zu machen. Vieles, was die Bauern mitbringen, wird getauscht. Holzkohle gegen Teff. Weizen gegen Kartoffeln. Kath gegen Ziegen.
    Falls noch Geld da ist, gibt es Second Hand Kleidungsstücke. Auch aus Deutschland und der Schweiz?
    Auch hier bekommen wir von Jugendlichen zu hören, dass sie studieren und für ihr Studien-Material dringend Geld benötigen. Verbauen wir einem von ihnen eine goldene Zukunft, wenn wir ihm jetzt kein Geld geben?
    Apropos Zukunft: hier fallen die hohe Anzahl an e-TukTuk auf, die summend statt brummend durch dieenge fahren. Und die, im Gegensatz zum 4-Sitzer Verbrenner-TukTuk, jetzt auch sechs Sitze haben.

    Der Markt bietet uns die Gelegenheit, uns von den Rangern, dem Scout und dem Koch zu verabschieden. Und einen letzten Kaffee in Debark zu trinken, bevor es zurück nach Gondar geht.
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  • Gelada statt Jinbar

    October 16 in Ethiopia ☁️ 18 °C

    Heute steht ein voller Wandertag auf dem Programm. Ziel ist der Jinbar Wasserfall (der höchste von Äthiopien) und die Überquerung des gleichnamigen Fluses. Spoiler: Beides werden wir nicht erreichen.
    Noch am Morgen in der Lodge hatte ich überlegt, hier zu bleiben und den Tag zu geniessen. Da aber das Internet immer noch nicht funktioniert ("maybe tomorrow ") und die Wettervorhersage gut war, sind wir alle aufgebrochen. Und hatten einen Plan: die Hardcore-Wanderer wandern fünf Stunden zum Wasserfall und die anderen fahren mit dem Auto ein paar Hotspots ab und sind dann in fünf Stunden auch am Wasserfall. Wir schlossen uns der zweiten Gruppe an.
    Schnell stellte sich heraus, dass die Hotspots jeweils Viewpoints sind, die an der Wanderstrecke liegen. Wir wurden die Bergauf-Strecken gefahren, konnten länger verweilen und durften Bergab laufen.
    Passte perfekt, so konnten wir mit unserem Guide viel über seine Situation (u.a. wollte er auch schon mal über den Sudan nach Europa fliehen), seine Pläne und Hoffnungen und die geografische Situation in der Region sprechen.
    Und die kurzen Fahrtstrecken dazwischen waren immer entspannt - bis das Fahrzeug in einer sehr grossen Pfütze steckenblieb. Alle raus aus dem Fahrzeug, nutzte nichts. Alle schieben, nutzte nichts. Erst als Brigitte hinter dem Steuer sass und der Fahrer barfuss bis über die Knöchel in der Pfützen stehend mit anschob, kamen wir wieder raus.
    (Dies war der einzige Moment am ganzen Tag, an dem der Ranger sein Gewehr aus der Hand legte).
    Die Wandergruppe hatte inzwischen aufgrund der wenig abwechslungsreichen Wanderstrecke entschieden, doch lieber mit uns an den Wasserfall zu fahren um dort mehr Zeit zu verbringen.
    Leider wurde die Strasse.aber immer schlechter und nachdem wir alle zum x-ten mal ausgestiegen sind und das Fahrzeug zum x-ten mal fast aufgesessen ist, haben wir die Fahrt abgebrochen. Also Lunch am Strassenrand.
    Und genau damit fing der für uns fantastische Teil des Tages an.
    Gegenüber unseres Lunch-Platzes tauchten plötzlich drei äthiopische Steinböcke auf und kletterten in aller Ruhe auf einem Felsen rum.
    Nach einem kurzen Stück der Rückfahrt sahen wir direkt neben der Strasse zwei Antilopen. Wunderschöne Tiere. Und dann überquerte direkt vor uns eine Gelada-Herde (Blutbrust-Paviane) mit über 100 Tieren die Strasse. Und kurz vor dem Camp treffen wir auf eine zweite, genau so grosse Gruppe der Affen. Absolute Highlights unserer Reise!

    Zum Abschluss gab es dann wieder ein tolles Abendessen für alle im Camp und für uns ein kaltes Bier und ein warmes Bett in der Lodge.
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  • The Highest Lodge in Afrika

    October 15 in Ethiopia 🌙 18 °C

    Sind wir froh, dass wir nicht im Zeltlager übernachten, sondern uns kurzfristig (gestern 😚) für das Upgrade der Simien Park Lodge entschieden haben.
    Wir übernachten zwar etwas höher (Altitude und preislich!!), dafür in der höchsten Lodge von Afrika mit der höchsten Bar in Afrika.
    Kaminfeuer, kaltes Bier, grosses Bett, Strom und Wärmeflasche inklusive.
    Schade ist, dass wir fünf die einzigen Gäste sind - und das bei knapp 30 Zimmern. Wir sind nicht nur heute Nacht die einzigen Gäste, sondern auch fast den ganzen Monat. Und für den restlichen Oktober und für den November gab es mehr Stornierungen als Buchungen. Dem Krieg in Äthiopien und den Reisewarnungen aller Regierungen sei Dank. So wird die Lodge zum Lost Place und die Einheimischen arbeitslos.
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  • Wanderung im Nationalpark

    October 15 in Ethiopia ☁️ 19 °C

    Am Nachmittag machen wir eine erste Wanderung im Nationalpark. Naja, eigentlich werden wir auf halben Weg zum Camp mit einem Lunchpaket ausgesetzt und dann geht es knapp vier Stunden auf einem Trampelpfad parallel zur Strasse zu Fuss im Gänsemarsch weiter.
    Zuvorderst ein bewaffneter Ranger. Dann der Scout. Dann drei Touristen. Dann der Guide. Dann vier Touristen. Und zum Schluss wieder ein bewaffneter Ranger. Wenn man ganz zuhinderst läuft, spürt man den kalten Atem das Rangers im Nacken. Oder ist es der Lauf der Kalaschnikov?
    Die Wanderung ist nicht anspruchsvoll. Nur durch die Höhe auf über 3000 Meter ist der Weg anstrengend.
    Wir wandern durch Wiesen voller Thymian, an Heidebäumen vorbei und haben tolle Aussichten in verschiedene Täler. Für einen UNESO Nationalpark (ist der Simienpark seit einigen Jahren) fahren aber immer noch zu viele Lastwagen durch, es wohnen zu viele Menschen im Park und es gibt zu viel Nutzfläche als Weide für die Tiere und als angebaute Felder. Immerhin gibt es eine Strafe, wenn ein Nutztier sich im Parkgebiet verirrt.

    Als es anfängt zu regnen, kürzen wir die Wanderung ab und sind dann schnell im Camp (Zeltlager). Dort wird für uns gekocht und es gibt ein sehr leckeres Abendessen im Anbau der Hütte. Gemüsesuppe, Spaghetti mit verschiedenen Gemüsen. Dazu Thymian-Tee. Und zum Abschluss Banane im Teff-Teig. Alles auf einem einzigen Camping-Gaskocher zubereitet.
    Als Krönung gibt es für mich noch ein Tella - das Homebrewing-Bier, kalt fermentiert, aus Teff und Gasho. Sieht hier sehr schlammig aus, schmeckt aber viel besser.

    Wir sind froh, dass wir danach in unsere Lodge fahren und nicht im Zelt schlafen. Denn dank Regen und kaltem Wind sind wir ordentlich durchgefroren nach dem Tag.
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  • Anreise zum National-Park

    October 15 in Ethiopia ☀️ 18 °C

    Etwa 100 Kilometer ist die Strecke zum Nationalpark von Gondar aus. Unterwegs fahren wir an einer jüdischen Kirche vorbei und stolpern über einen Viehmarkt der örtlichen Bauer, wo wir genau so als Exoten auffallen, wie etliche Kilometer weiter bei der Anmeldung für den Simien National Park.
    Beim Eintragen im Parkbuch sehen wir, dass im Oktober vor uns nur 8 Personen da waren. Und dies in der Hauptreisezeit, die jetzt eigentlich ist. Liegt auch daran, dass der Nationalpark an die umkämpfte Region Tigray angrenzt.
    Als wir weiterfahren, haben wir neu eine komplette Küchenausrüstung, einen Koch, einen Scout, zwei mit Kalaschnikovs bewaffnete Ranger und Lebensmittel für drei Tage für uns alle an Bord.

    Ich schwanke gedanklich noch dazwischen, wir gerade entführt oder nur beschützt werden.
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  • Four Sisters Restaurant

    October 14 in Ethiopia ☁️ 19 °C

    Das Four Sisters soll das beste äthiopische Restaurant in Gondar sein. Das, was uns aufgetischt wird, ist wirklich sehr lecker. Es gab eine sehr schmackhafte Linsensuppe und zum Hauptgang verschiedene lokale Gemüse mit Chicken. Und extra für uns "nicht spicy".

    Während eine der vier Schwestern bedient, sind die anderen wohl in der Küche. Oder haben frei - weil es ausser uns keine anderen Gäste hat. Und wieder merken wir, das Äthiopien aktuell von Touristen gemieden wird.
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  • Bad des Fasilidas

    October 14 in Ethiopia ☁️ 20 °C

    Das Bad des Fasiledas liegt westlich der Stadt neben einem großen Platz auf dem wohl auch Aufführungen stattfinden. Und sich ein Mausoleum für ein Pferd befindet 😀.

    Einmal jährlich, am 19. Januar, wird das Bad des Fasiledes mit Flusswasser gefüllt zum Timkatfest, dem Fest der heiligen Drei Könige (oder zur Taufe von Jesus Christus, hier wiederspricht sich der Guide).
    An dem Tag schwingt sich die Dorfjugend von den Ästen der Würgefeigen, deren Wurzel sämtliche Mauern überwuchert haben, ins Becken.
    Danach wird das Wasser abgelassen und das Becken ist leer - heute sind nur noch stinkende Reste im fast trockenen Becken.
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