• Lissabon - Tag 6

    March 11 in Portugal ⋅ 🌙 13 °C

    Heute haben wir uns bewusst ausgeschlafen, um wieder etwas Energie für den Tag zu sammeln. Der Plan: ein kleiner Ausflug ans Meer – nach Cascais. Cascais ist ein ehemaliges Fischerdorf etwa 30 Kilometer westlich von Lissabon, das sich im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Sommerort des portugiesischen Adels entwickelte. Heute ist es ein charmantes Küstenstädtchen mit Stränden, kleinen Gassen und vielen Cafés – perfekt für einen Tagesausflug. Bevor es losging, deckten wir uns noch beim Bäcker mit ein paar Leckereien (und dieses Mal wirklich lecker!) für unterwegs ein und liefen anschließend zum Bahnhof. Von dort fährt regelmäßig ein Zug entlang der Küste – etwa 40 Minuten später waren wir schon in Cascais. Dabei fiel uns wieder auf, wie angenehm das öffentliche Verkehrssystem in Lissabon funktioniert. Man kauft sich eine wiederaufladbare Karte, lädt einfach Geld darauf und bei jeder Fahrt wird automatisch der passende Betrag abgebucht. Kein kompliziertes Ticketsystem – sehr touristenfreundlich. In Cascais angekommen, fühlte sich sofort alles etwas entspannter an als in der Hauptstadt. Ruhige Straßen, kleine Gassen, viele Cafés – und dazu strahlender Sonnenschein. Der Blick auf das Meer machte die Stimmung perfekt.
    Wir spazierten zunächst durch den Ort und landeten schließlich in einem großen Park direkt an der Küste. Dort war überraschend viel Leben – allerdings nicht nur menschliches. Wir entdeckten freilaufende Hühner und Hähne, stolzierende Pfaue und sogar Schildkröten. Zwischen alten Bäumen, kleinen Wegen und vielen Sitzgelegenheiten war es ein richtig schöner Ort zum Verweilen. Es gab sogar Spielplätze – und einen davon haben wir natürlich kurz selbst ausprobiert. Unser eigentliches Ziel lag aber noch ein Stück weiter: die Boca do Inferno – übersetzt „Höllenschlund“. Dabei handelt es sich um eine spektakuläre Felsformation und Meereskluft, in die die Wellen des Atlantiks mit großer Wucht hineinschlagen. Die Felsen sind dramatisch geformt, und direkt darüber stehen beeindruckende Häuser in bester Meerblick-Lage. Natürlich kamen wir wieder kurz ins Träumen: Wie wäre es wohl, hier zu wohnen? Schön. Definitiv schön.
    Nach so viel Küstenluft brauchten wir eine kleine Belohnung – also gab es wieder einmal eine Kombination, die sich langsam zu unserem Portugal-Ritual entwickelt: Eis und Pastel de Nata. Am frühen Nachmittag machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Lissabon. Die Zugfahrt nutzten wir beide für ein kleines Nickerchen, was nach den letzten aktiven Tagen definitiv gut tat. Zurück in der Stadt beschlossen wir spontan, noch einen weiteren Ort zu erkunden: Almada. Die kleine Stadt liegt direkt gegenüber von Lissabon auf der anderen Seite des Tejo. Mit der Fähre dauert die Überfahrt nur etwa acht Minuten – und man bekommt dabei einen tollen Blick auf die Skyline von Lissabon und die Brücke des 25. April.
    Bevor wir loszogen, stärkten wir uns in einem syrischen Restaurant. Und endlich mal wieder ein kulinarischer Volltreffer: Das Essen war richtig lecker, und wir waren beide sehr zufrieden. Danach spazierten wir weiter zum Jardim do Rio, einem Park direkt am Flussufer. Dort hatte sich bereits viele junge Menschen versammelt. Einige spielten Karten, andere saßen einfach zusammen, musizierten oder rauchten entspannt einen Joint. Die Atmosphäre war locker. Wir entschieden uns auch für eine entspannte Variante: Limonade trinken und den Sonnenuntergang genießen.
    Der Blick über den Fluss auf Lissabon, während die Sonne langsam im Meer verschwindet, war wirklich wunderschön.
    Anschließend ging es wieder mit der Fähre zurück. Auf dem Weg durch die Stadt kamen wir noch kurz an der berühmten Pink Street vorbei. Die Straße – offiziell Rua Nova do Carvalho – war früher Teil des Rotlichtviertels und ist heute eine der bekanntesten Partymeilen von Lissabon, erkennbar am komplett pink gestrichenen Straßenbelag. Etwas verrückt. Wir beschlossen, den Abend noch gemütlich in einer Bar außerhalb der Partymeile ausklingen zu lassen. Also bestellten wir zwei Cocktails – sehr lecker, aber auch ziemlich teuer. Und damit endete ein Tag mit Meeresluft, Sonnenuntergang und vielen kleinen spontanen Momenten.
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