Tag 1 - Lissabon
March 6 in Portugal ⋅ 🌬 11 °C
Direkt nach der Arbeit ging es für uns zum Flughafen – Ziel: Lissabon. Entsprechend müde kamen wir nach dem Flug in Portugal an, aber die Vorfreude hat die Müdigkeit schnell überdeckt. Schon am Flughafen gab es die erste kulinarische Begrüßung: ein Pastel de Nata. Diese kleinen portugiesischen Blätterteigtörtchen mit Vanillecreme sind quasi Pflichtprogramm – warm, knusprig und genau der richtige Start. Mit einem Uber ging es anschließend für nur etwa acht Euro in Richtung unserer Unterkunft. Schon während der Fahrt zeigte sich schnell, dass Lissabon seinem Ruf gerecht wird: Die Straßen werden enger, die Hügel steiler und überall tauchen kleine Plätze und bunte Häuser auf. Als wir ausstiegen, waren wir sofort mittendrin im typischen Lissabon-Gefühl. Schmale Gehwege, steile Straßen und das berühmte Kopfsteinpflaster – nicht gerade ideal, wenn man mit Koffern unterwegs ist. Die Gegend rund um unsere Unterkunft war genau so, wie man sich Lissabon vorstellt: lebendig, grün und voller kleiner Bars, Vinotheken und Cafés. Auf den Straßen saßen Menschen draußen, unterhielten sich, lachten, tranken Wein – überall war Leben. Unsere Unterkunft selbst war genauso charmant wie die Umgebung. Der einzige Haken: eine ziemlich steile Treppe nach oben. Dafür erwartete uns ein kleines, wirklich süßes Zimmer – perfekt für eine Woche in der Stadt. Lange ausruhen wollten wir uns aber nicht. Kaum angekommen, ging es direkt wieder raus, um die ersten Eindrücke zu sammeln. Der erste, bzw. zweite, Snack ließ nicht lange auf sich warten: eine Empanada von einem kleinen Kiosk um die Ecke. Und als krönenden Abschluss des ersten Abends gönnten wir uns noch ein Eis bei Nivà – eine Gelateria, die wir zufällig entdeckt haben. Eine sehr gute Entscheidung: unglaublich cremig und richtig lecker. Ein kurzer erster Abend also – aber morgen wartet die Stadt.Read more
Tag 2 - Lissabon
March 7 in Portugal ⋅ ☀️ 13 °C
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf den Halbmarathon am nächsten Morgen. Ganz ohne Bewegung wollten wir den Tag natürlich nicht beginnen – also starteten wir mit einem kleinen Warm-up-Lauf durch die Stadt.
Unser Ziel war ein Park in der Nähe, der sich schnell als richtige kleine grüne Oase entpuppte. Alte Bäume, viele Wege und überraschend viele Menschen, die dort ebenfalls Sport machten – Läufer, Spaziergänger, Yoga auf der Wiese. Insgesamt wirkte die Anlage fast ein bisschen wie ein Treffpunkt für die lokale Lauf- und Outdoor-Szene. Was uns dabei auffiel: Man hörte unglaublich viel Englisch. Lissabon scheint wirklich ein Magnet für internationale Besucher und Expats zu sein.
Der Weg dorthin war allerdings typisch Lissabon: steil, steiler, am steilsten. Auch beim entspannten Lauf merkt man schnell, dass diese Stadt auf Hügeln gebaut ist. Unterwegs entdeckten wir außerdem eine der historischen gelben Straßenbahnen, die sich langsam durch die engen Straßen schlängelte – ein klassisches Lissabon-Motiv. Nach dem Lauf gab es Frühstück in der Nähe unserer Unterkunft. Leider eher „so lala“, aber immerhin ausreichend, um wieder Energie zu tanken. Danach machten wir uns auf den Weg zum Kongresszentrum von Lissabon, wo die Startunterlagen für den Halbmarathon abgeholt werden konnten. Dort trafen wir auch unsere Freunde aus München: Angel und Claudia sowie die spanische Laufcrew rund um Juan Malo, Juan Bueno, Maria und Gabriela. Wie bei vielen großen Laufveranstaltungen gab es eine kleine Expo, bei der Aussteller ihre Produkte präsentierten – und ich hatte mir vorgenommen, bei jedem Gewinnspiel mitzumachen, das ich finden konnte. (Mit dem Ziel zu gewinnen, natürlich!)
Das Ganze fand direkt am Wasser statt, mit Blick auf die beeindruckende Brücke des 25. April, die mit ihrer roten Farbe ein bisschen an die Golden Gate Bridge erinnert. Eine ziemlich spektakuläre Kulisse.
Zum Mittagessen gingen wir gemeinsam ins Santa Rita, wo wir nicht portugiesische, sondern eher spanische Küche probierten. Das Essen war solide – aber das Highlight war eher der traditioneller Kirschlikör, den es gratis gab. Unterwegs gönnten wir uns noch einmal Pastéis de Nata, machten einen kurzen Stopp an der Kathedrale von Lissabon (zumindest von außen) und einen Spaziergang zum tollen Aussichtspunkt unter der Burg. Am Abend stand dann noch das klassische Carb-Loading an – schließlich warteten am nächsten Morgen 21,1 Kilometer. Unsere Wahl fiel auf Pronto Ravioli, wo wir schließlich Pasta aßen. Danach ging es relativ früh zurück zur Unterkunft. Noch einmal alles für den nächsten Morgen vorbereiten, Wecker stellen – und dann ab ins Bett. Denn morgen war Raceday.Read more
Tag 3 - Lissabon
March 8 in Portugal ⋅ ☀️ 11 °C
Der große Tag begann früher als geplant. Um 5:10 Uhr wurden wir von einem tiefen Bass geweckt. Unser erster Gedanke: Irgendein Club in der Nähe, der noch geöffnet hat. Nach einer Stunde wurde aber klar – die Musik kam aus unserem Haus. „Party in da house“, allerdings ohne uns. Viel Schlaf gab es danach jedenfalls nicht mehr, also beschlossen wir: Aufstehen und fertig machen für den Halbmarathon. Der Weg zum Start war etwas länger, daher machten wir uns früh auf den Weg. Die S-Bahn war brechend voll – allerdings nicht mit normalen Pendlern, sondern mit Hunderten Läuferinnen und Läufern. Am Ausstieg wartete gleich die nächste Überraschung: Eine Big Band spielte am Ausgang und begrüßte die ankommenden Läufer. Eine richtig gute Stimmung, die sofort Lust auf den Lauf machte. Wir trafen wieder Claudia, Angel und die anderen aus der Gruppe. Vor dem Start wurde es dann noch einmal hektisch – vor allem die Suche nach einer Toilette gestaltete sich schwierig, vor allem für uns Mädls. Wie bei vielen großen Läufen: viele Läufer, zu wenige Toiletten, also musste der Busch herhalten. Kurz vor dem Start trennten sich unsere Wege, weil wir unterschiedliche Zielzeiten und Tempogruppen hatten. Noch ein paar letzte motivierende Worte – und dann ging es auch schon los. Das spektakulärste Highlight kam direkt am Anfang: Die ersten drei Kilometer führten über die berühmte Brücke des 25. April. Normalerweise fahren hier Autos – heute gehörte sie den Läufern. Der Blick über den Tejo und auf die Stadt war beeindruckend und definitiv einer der besonderen Momente des Laufs. Danach folgte der restliche Kurs entlang des Flusses und durch verschiedene Stadtteile. Insgesamt war die Strecke aber ziemlich öde. Es gab einige schöne Abschnitte, aber relativ wenig echtes Sightseeing. Auch die Stimmung an der Strecke war eher solide als spektakulär: hier und da Musik, ein paar Zuschauer, die anfeuerten – aber insgesamt auch hier öde. Ähnlich war es bei der Versorgung: Wasser gab es, Gels aber das war’s. Für einen großen Halbmarathon wäre hier definitiv noch mehr möglich gewesen, vor allem fehlten mir Bananen. Der wirkliche Endgegner wartete allerdings auf den letzten Kilometern. Etwa 7 Kilometer vor dem Ziel liefen wir direkt daran vorbei – also Ziel in Sichtweite! Man sah die Zielgerade und die glücklichen Läufer, die fast angekommen waren. Doch statt abzubiegen, mussten wir erst einmal noch 7 Kilometer weiterlaufen, Psychologisch ein kleiner Kampf – besonders, wenn man die fast fertigen Läufer auf der anderen Seite sehen kann. Horror! Aber irgendwann war es dann doch so weit: Zieleinlauf! Alle aus unserer Gruppe haben es geschafft, alle sind gesund im Ziel angekommen. Die Bilanz: etwas Muskelkater, ein paar Blasen an den Füßen – aber ansonsten alles gut.
Der Finisher-Bereich war ebenfalls eher funktional: Wasser, eine Medaille, eine Banane (endlich!) und ein Eis. Es soll noch mehr gegeben haben, etwas abseits vom Hauptbereich – aber ehrlich gesagt waren wir gedanklich schon bei etwas anderem: Pastéis de Nata. Das Wetter machte es nach dem Lauf nicht gerade gemütlicher. Wir waren komplett durchgeschwitzt, die Sonne war weg und ein kühler Wind zog vom Fluss herüber. Zum Glück hatten wir eine gute Idee gehabt: Da es keinen Gear-Check gab, hatten wir vorher bei einem Gewinnspiel Regenponchos gewonnen – die wurden jetzt kurzerhand zu improvisierten Windjacken. Der Heimweg gestaltete sich dann noch abenteuerlich. Für den Rücktransport waren zwar Shuttlebusse organisiert – allerdings waren die komplett überfüllt. Nach einigem Warten, Gedränge und Umplanen schafften wir es schließlich doch zurück Richtung Unterkunft, allerdings zu Fuß.
Dort wartete das, was nach einem Halbmarathon am besten hilft:
eine heiße Dusche. Da Angel und Claudia bereits heute abreisen mussten, gingen wir später noch einmal gemeinsam essen, um den Lauf zu feiern. Unsere Wahl fiel auf Madame Bo. Das Essen war okay.
Das Dessert dagegen war deutlich besser: Eis von Nivà und Pastéis de Nata – eine Kombination, die inzwischen fast schon zu unserem Lissabon-Ritual werden könnte.
Danach setzten wir uns noch kurz in den kleinen Park neben unserer Unterkunft und genossen ein bisschen Sonne, die sich wieder zeigte. Ein ruhiger Moment nach einem langen Tag. Am Abend wollten wir natürlich noch auf unsere Leistung anstoßen. Also gingen wir zu Pão de Canela, bestellten Sangria und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Steve gönnte sich außerdem noch eine portugiesische Steak-Spezialität namens „Bitoque“. Danach stand nur noch eines auf dem Programm: Schlafen. Mehr ging an diesem Tag einfach nicht mehr.Read more
Tag 4 - Lissabon
March 9 in Portugal ⋅ ☁️ 12 °C
Die Nacht nach dem Halbmarathon war sagen wir: nicht besonders erholsam. Jeder Muskel meldete sich zu Wort, und schon beim Aufstehen war klar: Heute wird kein sportlicher Tag. Eher ein „Wir versuchen uns möglichst wenig zu bewegen“-Tag. Der Fokus kann heute nur auf dem Essen liegen. Zum Start ging es zum Frühstück ins Seagull Method Café. Insgesamt lecker, aber nichts, was uns komplett vom Hocker gehauen hat. Der Kaffee sowie der Matcha Mango waren gut, aber der French Toast hat uns leider nicht überzeugt. Danach machten wir uns – etwas steif und mit sehr langsamen Schritten – auf den Weg ins Stadtzentrum. Unser Plan: eine Fahrt mit einer der berühmten historischen Straßenbahnen von Lissabon. Die laufen noch heute durch die engen und steilen Gassen der Altstadt. Als wir ankamen, sahen wir allerdings sofort das Problem:
Eine riesige Schlange mit bestimmt 80 Leuten, alle warteten auf die legendäre Straßenbahnlinie 28. Zum Glück hatten wir kurz vorher gelesen, dass die Linie 12 fast dieselbe Strecke fährt – nur deutlich weniger bekannt ist. Also entschieden wir uns für die „smarte Touristenvariante“. Und tatsächlich: keine Schlange, leere Bahn. Die Fahrt selbst war trotzdem nostalgisch. Die kleine gelbe Bahn rumpelte und ruckelte durch enge Gassen, vorbei an Balkonen, kleinen Cafés und Häuserfassaden, die gefühlt nur wenige Zentimeter entfernt waren. Teilweise war es so eng, dass man sich kaum vorstellen konnte, wie hier überhaupt Verkehr funktioniert. Wir wurden selbst Teil der Sehenswürdigkeit. Immer wieder standen Leute draußen und filmten die vorbeifahrende Straßenbahn – und damit natürlich auch uns. Für einen Moment konnte man sich gut vorstellen, wie sich das Leben in der Stadt früher angefühlt haben muss. Nach der Fahrt brauchten wir erstmal eine Pause. Die fanden wir in einer kleinen Kaffeerösterei, wo wir bei Kaffee, Kombucha und – natürlich – einem weiteren Pastel de Nata versuchten, unseren Plan für den restlichen Tag zu schmieden. Das stellte sich allerdings als überraschend schwierig heraus. Innerhalb einer Stunde haben wir ungefähr zwölf verschiedene Ideen diskutiert und wieder verworfen:
Hop-on-Hop-off-Bus, Free Walking Tour, Bootstour, Afternoon Tea… alles klang gut, aber nichts passte so richtig zu unserem aktuellen Zustand. Also entschieden wir uns für die vermutlich sinnvollste Option nach einem Halbmarathon: planlos durch die Stadt treiben lassen. Nach einem weiteren – für unsere Beine gefühlt endlosen – Spaziergang mit ungefähr „10.000 Höhenmetern“ landeten wir schließlich in einem weiteren Café, die laut New York Times einen „teuflisch guten Schokoladenkuchen“ haben soll. Natürlich mussten wir das testen. Unser Urteil: approved. Danach schlenderten wir durch verschiedene kleine Läden – besonders Keramik und die berühmten bunt verpackten portugiesischen Sardinen gibt es hier an jeder Ecke. Irgendwann meldete sich wieder der Hunger, naja eher die Lust. Also probierten wir eine kleine portugiesische Spezialität: Bacalhau-Käsebällchen mit Portwein. Eine absolute Touristenattraktion – aber tatsächlich ziemlich auch lecker. Unser eigentliches Tagesziel war allerdings ein anderes.
Schon zwei Tage zuvor hatten wir einen Stand gesehen, an dem Piña Coladas direkt aus einer ausgehöhlten Ananas serviert wurden. Seitdem ließ uns dieser Gedanke nicht mehr los. Und tatsächlich: Nach einiger Suche fanden wir den Stand wieder. Die Piña Colada wurde bestellt, fotografiert und natürlich probiert – und ja, sie schon echt lecker, aber auch sehr alkoholhaltig. Direkt neben unserem Piña-Colada-Stand befand sich übrigens auch einer der berühmten Sandwichläden, für die sich regelmäßig riesige Schlangen bilden – hauptsächlich wegen Social Media, vermuteten wir. Wir beobachteten eine Weile das Geschehen und stoppten aus Neugier sogar die Zeit: Eine Person brauchte 35 Minuten, um ihr Sandwich zu bekommen. In dieser Zeit hatten wir unsere Ananas längst leer getrunken. Danach machten wir uns – erneut sehr langsam und sehr schmerzhaft – auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft. Der Weg führte natürlich wieder bergauf, was nach einem Halbmarathon ungefähr so angenehm ist wie ein zusätzlicher Trainingslauf. Nach einer Pause ‚mussten’ wir allerdings noch einmal los, denn am Abend hatten wir eine Reservierung im Come Prima, einem italienischen Restaurant, das angeblich zu den Top 70 der Welt gehört. Unser Fazit: Das Essen war gut, aber nicht so spektakulär wie erwartet. Trotzdem hatten wir einen sehr schönen Abend – und der perfekte Abschluss kam danach:
Für 2,95 € im Uber zurück nach Hause.
Nach diesem Tag waren wir endgültig bereit für das, was unsere Beine schon lange wollten: nichts mehr tun.Read more
Tag 5 - Lissabon
March 10 in Portugal ⋅ ☁️ 13 °C
Der Tag begann für mich etwas früher als geplant. Nach ungefähr fünf Stunden Schlaf war ich plötzlich wach – hellwach. Steve dagegen machte alles richtig und kam auf solide 8,5 Stunden Schlaf. Während ich also schon wach war, schlummerte er noch friedlich weiter.
Nachdem wir beide startklar waren, wollten wir heute ganz lokal unterwegs sein und den Bus in die Stadt nehmen. Unser Ziel: der Praça do Comércio, einer der bekanntesten Plätze von Lissabon. Der Plan scheiterte allerdings schneller als gedacht. Der Bus kam – und fuhr einfach an uns vorbei. Wir hatten einen wichtigen kulturellen Unterschied noch nicht gelernt: In Lissabon hält der Bus oft nur, wenn man aktiv signalisiert, dass man einsteigen möchte. Sprich: Hand rausstrecken. Das hatten wir natürlich nicht gemacht. Ergebnis: Bus weg. Also Plan B – Uber.
Am Praça do Comércio angekommen, wurde schnell klar, warum dieser Platz historisch so wichtig war. Früher war er einer der zentralen Handelsplätze der Stadt, direkt am Ufer des Tejo gelegen. Händler aus aller Welt kamen hier an, Waren wurden verladen und verteilt. Heute ist der riesige Platz mit seinen gelben Gebäuden und den Arkaden vor allem ein beeindruckender Treffpunkt für Besucher – und ein perfekter Ausgangspunkt für Spaziergänge entlang des Flusses. Genau das machten wir auch: Wir liefen die Promenade am Wasser entlang bis zum berühmten Time Out Market. Der Food Market ist eigentlich eine Art kulinarische Markthalle mit vielen verschiedenen Ständen bekannter Köche und Restaurants. Unsere Erwartungen waren entsprechend hoch – leider wurde es kulinarisch wieder nur „okay“. Nicht schlecht, aber auch nicht das große Geschmackserlebnis, auf das wir gehofft hatten. Also zogen wir weiter Richtung LX Factory. Die LX Factory ist ein ehemaliges Industrieareal unter der großen Brücke des 25. April, das heute zu einem kreativen Viertel umgebaut wurde. Früher standen hier Textil- und Druckereifabriken, heute findet man dort Designläden, kleine Boutiquen, Kunstgalerien, Restaurants und Cafés. Die Gebäude sind mit Street Art bemalt, überall gibt es kreative Ecken – eine Mischung aus Industriecharme und Kunstszene. Bevor wir losstöberten, machten wir erstmal eine Pause auf einer Rooftop-Bar und genossen die Sonne. Genau das Richtige nach den letzten Tagen voller Lauf, Muskelkater und Stadtspaziergängen. Danach bummelten wir durch die verschiedenen Läden. Viele verkauften lokale Produkte, Designartikel, Bücher oder Kunst – insgesamt eine richtig coole Atmosphäre, die sich deutlich vom restlichen Stadtzentrum unterscheidet. Zurück ging es diesmal tatsächlich mit dem Bus – diesmal wussten wir ja, dass man die Hand heben muss. Am Nachmittag wartete dann das eigentliche Highlight des Tages:
Afternoon Tea im „Midnight Espresso“.
Und was soll ich sagen – das war bisher das kulinarische Highlight unserer Reise.
Das Café ist klein, ruhig und gemütlich eingerichtet, im Hintergrund lief entspannte Jazzmusik, und insgesamt hatte der Ort eine richtig angenehme Atmosphäre. Der Tee war hervorragend, und auch die kleinen Snacks dazu waren richtig lecker. Besonders überraschend: die Scones. Die sind außerhalb von Großbritannien ja oft eher trocken – aber diese hier waren wirklich richtig gut, weil sie frisch aufgebacken wurden und somit warm waren. Nach dem Tee blieben wir noch ein bisschen sitzen und gönnten uns zwei Cocktails, bevor wir später noch eine einfache, aber sehr gute Pizza für das Abendessen holten. Vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen: Der kulinarische Teil unserer Reise nimmt endlich Fahrt auf.
Und falls nicht – wissen wir jetzt zumindest, wo es den perfekten Afternoon Tea gibt.Read more

TravelerDanke für die ausführlichen Informationen über Portugal, deine Berichte sind so spannend das man das gefühl hat selbst da gewesen zu sein.da ich nicht mehr in der Lage bin ,lange zu laufen oder Treppen zu steigen, habe ich Portugal aus meiner DuDu Liste gestrichen. Herzlichen Dank dafür
Lissabon - Tag 6
March 11 in Portugal ⋅ 🌙 13 °C
Heute haben wir uns bewusst ausgeschlafen, um wieder etwas Energie für den Tag zu sammeln. Der Plan: ein kleiner Ausflug ans Meer – nach Cascais. Cascais ist ein ehemaliges Fischerdorf etwa 30 Kilometer westlich von Lissabon, das sich im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Sommerort des portugiesischen Adels entwickelte. Heute ist es ein charmantes Küstenstädtchen mit Stränden, kleinen Gassen und vielen Cafés – perfekt für einen Tagesausflug. Bevor es losging, deckten wir uns noch beim Bäcker mit ein paar Leckereien (und dieses Mal wirklich lecker!) für unterwegs ein und liefen anschließend zum Bahnhof. Von dort fährt regelmäßig ein Zug entlang der Küste – etwa 40 Minuten später waren wir schon in Cascais. Dabei fiel uns wieder auf, wie angenehm das öffentliche Verkehrssystem in Lissabon funktioniert. Man kauft sich eine wiederaufladbare Karte, lädt einfach Geld darauf und bei jeder Fahrt wird automatisch der passende Betrag abgebucht. Kein kompliziertes Ticketsystem – sehr touristenfreundlich. In Cascais angekommen, fühlte sich sofort alles etwas entspannter an als in der Hauptstadt. Ruhige Straßen, kleine Gassen, viele Cafés – und dazu strahlender Sonnenschein. Der Blick auf das Meer machte die Stimmung perfekt.
Wir spazierten zunächst durch den Ort und landeten schließlich in einem großen Park direkt an der Küste. Dort war überraschend viel Leben – allerdings nicht nur menschliches. Wir entdeckten freilaufende Hühner und Hähne, stolzierende Pfaue und sogar Schildkröten. Zwischen alten Bäumen, kleinen Wegen und vielen Sitzgelegenheiten war es ein richtig schöner Ort zum Verweilen. Es gab sogar Spielplätze – und einen davon haben wir natürlich kurz selbst ausprobiert. Unser eigentliches Ziel lag aber noch ein Stück weiter: die Boca do Inferno – übersetzt „Höllenschlund“. Dabei handelt es sich um eine spektakuläre Felsformation und Meereskluft, in die die Wellen des Atlantiks mit großer Wucht hineinschlagen. Die Felsen sind dramatisch geformt, und direkt darüber stehen beeindruckende Häuser in bester Meerblick-Lage. Natürlich kamen wir wieder kurz ins Träumen: Wie wäre es wohl, hier zu wohnen? Schön. Definitiv schön.
Nach so viel Küstenluft brauchten wir eine kleine Belohnung – also gab es wieder einmal eine Kombination, die sich langsam zu unserem Portugal-Ritual entwickelt: Eis und Pastel de Nata. Am frühen Nachmittag machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Lissabon. Die Zugfahrt nutzten wir beide für ein kleines Nickerchen, was nach den letzten aktiven Tagen definitiv gut tat. Zurück in der Stadt beschlossen wir spontan, noch einen weiteren Ort zu erkunden: Almada. Die kleine Stadt liegt direkt gegenüber von Lissabon auf der anderen Seite des Tejo. Mit der Fähre dauert die Überfahrt nur etwa acht Minuten – und man bekommt dabei einen tollen Blick auf die Skyline von Lissabon und die Brücke des 25. April.
Bevor wir loszogen, stärkten wir uns in einem syrischen Restaurant. Und endlich mal wieder ein kulinarischer Volltreffer: Das Essen war richtig lecker, und wir waren beide sehr zufrieden. Danach spazierten wir weiter zum Jardim do Rio, einem Park direkt am Flussufer. Dort hatte sich bereits viele junge Menschen versammelt. Einige spielten Karten, andere saßen einfach zusammen, musizierten oder rauchten entspannt einen Joint. Die Atmosphäre war locker. Wir entschieden uns auch für eine entspannte Variante: Limonade trinken und den Sonnenuntergang genießen.
Der Blick über den Fluss auf Lissabon, während die Sonne langsam im Meer verschwindet, war wirklich wunderschön.
Anschließend ging es wieder mit der Fähre zurück. Auf dem Weg durch die Stadt kamen wir noch kurz an der berühmten Pink Street vorbei. Die Straße – offiziell Rua Nova do Carvalho – war früher Teil des Rotlichtviertels und ist heute eine der bekanntesten Partymeilen von Lissabon, erkennbar am komplett pink gestrichenen Straßenbelag. Etwas verrückt. Wir beschlossen, den Abend noch gemütlich in einer Bar außerhalb der Partymeile ausklingen zu lassen. Also bestellten wir zwei Cocktails – sehr lecker, aber auch ziemlich teuer. Und damit endete ein Tag mit Meeresluft, Sonnenuntergang und vielen kleinen spontanen Momenten.Read more
Tag 7 - Lissabon
March 12 in Portugal ⋅ ☀️ 17 °C
Heute stand ein weiteres Highlight unserer Reise auf dem Programm: ein Ausflug nach Sintra. Die kleine Stadt liegt etwa 40 Minuten von Lissabon entfernt und gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region und wir würden definitiv auch nochmal und nochmal hin. Und das aus gutem Grund: Sintra liegt mitten in einer bewaldeten Hügellandschaft und ist bekannt für seine märchenhaften Paläste, verwunschenen Gärten und historischen Villen. Die gesamte Kulturlandschaft wurde sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Einen genauen Plan hatten wir uns vorher nicht gemacht – was bedeutete, dass wir vor Ort spontan entscheiden mussten, was wir unbedingt sehen wollten. Am Ende stellte sich heraus: Unser improvisierter Plan war ziemlich ambitioniert, daher reduzierten wir ihn schnell wieder.
Unser erstes Ziel war der Palácio Nacional da Pena.
Der Palast thront hoch oben auf einem Hügel und ist schon von weitem zu erkennen – vor allem wegen seiner leuchtend bunten Farben in Gelb, Rot und Blau. Der Bau stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde von König Ferdinand II. als romantisches Märchenschloss errichtet. Architektonisch ist er ein ziemlich verrückter Mix aus unterschiedlichen Einflüssen, was ihn zu einem ungewöhnlichsten Palast macht.
Umgeben ist der Palast von einem riesigen Park mit exotischen Pflanzen aus aller Welt, kleinen Wegen und Aussichtspunkten über die gesamte Region bis zum Atlantik.
Wir waren ehrlich gesagt ziemlich überwältigt. Hinter jeder Ecke eröffnete sich ein neuer Blick – auf Türme, Terrassen, Ornamente oder die Landschaft. Wir kamen aus dem Staunen kaum noch heraus. Nach so vielen Eindrücken brauchten wir eine kleine Pause. Die nutzten wir für eine lokale Spezialität: Queijadas de Sintra.
Diese kleinen Küchlein gehören zu den traditionellen Gebäcken der Region. Sie bestehen aus einer Mischung aus Frischkäse, Zucker, Eiern und Zimt, die in einem dünnen Teig gebacken wird. Außen leicht knusprig, innen weich und cremig – perfekt für eine kleine Stärkung zwischendurch.
Danach ging es weiter zu unserem zweiten Ziel: Quinta da Regaleira. Und das war nochmal eine ganz andere Welt.
Die Quinta da Regaleira ist ein historisches Anwesen mit Villa, Kapelle und einem riesigen Park, der voller geheimer Tunnel, Türme, Grotten und versteckter Wege ist. Der Park wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einem wohlhabenden portugiesischen Unternehmer gestaltet, der eine große Faszination für Symbolik, Alchemie, Freimaurerei und Mystik hatte.
Das berühmteste Element ist der sogenannte Initiationsbrunnen – ein spiralförmiger Turm, der nach unten in die Erde führt. Man läuft über eine Wendeltreppe immer tiefer hinunter, bis man schließlich durch Tunnel wieder an anderer Stelle im Park herauskommt.
Die ganze Anlage fühlt sich ein bisschen an wie ein mystischer Abenteuerspielplatz für Erwachsene.
Und ehrlich gesagt:
Wir fanden es noch beeindruckender als den Pena-Palast.
Überall gibt es versteckte Wege, kleine Türme, Grotten und Treppen – man hat ständig das Gefühl, irgendwo eine neue geheime Ecke zu entdecken. Nach diesem Abenteuer gönnten wir uns erstmal einen kleinen Schnaps im Schokobecher und noch etwas typisches Gebäck, bevor wir noch ein wenig durch die wirklich sehr süße Altstadt von Sintra spazierten.
Zum Abschluss wollten wir noch etwas Herzhaftes essen und entschieden uns für Francesinha. Dieses Gericht stammt eigentlich aus Porto und ist ein ziemlich legendäres portugiesisches Sandwich: mehrere Schichten Fleisch, Käse darüber geschmolzen und alles übergossen mit einer würzigen Soße. Dazu gibt es meistens Pommes. Klingt etwas wild – war aber tatsächlich richtig lecker.
Danach ging es mit dem Zug zurück nach Lissabon.
Wir ließen den Tag ganz entspannt mit ein paar sehr guten Abschluss-Cocktails ausklingen. Ein perfekter Abschluss für einen Tag voller Märchenschlösser, mystischer Gärten und portugiesischer Spezialitäten.Read more
Tag 8 - Lissabon
March 13 in Portugal ⋅ ⛅ 15 °C
Unser letzter ganzer Tag in Lissabon begann ganz entspannt. Morgen geht es schon wieder zurück – also wollten wir den Tag noch einmal bewusst genießen. Zum Frühstück gingen wir zu Chez Croissant, einem kleinen Café mit einer Auslage voller wunderschöner Croissants im Schaufenster. Die Entscheidung fiel uns schwer, deshalb nahmen wir einfach eins herzhaft und eins süß. Gute Entscheidung – beide waren lecker.
Anschließend setzten wir uns noch mit Kaffee und frisch gepresstem Orangensaft an einen der vielen Aussichtspunkte der Stadt, den Miradouro de Alcântara. Von dort hat man einen tollen Blick über die Dächer von Lissabon.
Gut gestärkt nahmen wir danach ein Uber zum Castelo de São Jorge, der berühmten Burg hoch über der Stadt.
Die Festung stammt ursprünglich aus der maurischen Zeit im 11. Jahrhundert und war später lange Zeit königliche Residenz. Durch ihre Lage auf dem höchsten Hügel der Altstadt hat man von dort einen fantastischen Panoramablick über Lissabon, den Tejo und die roten Dächer der Stadt. Wir schlenderten durch die alten Mauern, liefen über die Aussichtspunkte und hörten nebenbei den Audio-Guide, der ein bisschen über die Geschichte der Burg erzählte. Mindestens genauso auffällig wie die Architektur waren allerdings die Pfauen, die frei über das Gelände laufen. Und die machten sich auch lautstark bemerkbar. Ihr Kreischen klingt erstaunlich ähnlich wie eine Katze, der jemand auf den Schwanz getreten ist – ziemlich skurril, aber auch irgendwie beeindruckend. Und schön sind sie natürlich sowieso. Nach dem Besuch liefen wir hinunter durch Alfama, eines der ältesten Viertel von Lissabon. Enge Gassen, kleine Treppen, Wäscheleinen zwischen den Häusern – genau das Postkarten-Lissabon. Natürlich brauchten wir unterwegs wieder eine kleine Stärkung. Also stoppten wir für ein Pastel de Nata, die 2019 angeblich das beste Pastel de Nata der Stadt gewesen sein sollen. Und ja – es war wirklich sehr gut. Unser eigentliches kulinarisches Ziel war aber ein anderes: Bifana. Das ist ein klassisches portugiesisches Sandwich mit mariniertem Schweinefleisch, meist in einem einfachen Brötchen serviert. Vor ein paar Tagen hatten von einen Laden berichtet, vor dem eine riesige Schlange stand – damals hatten wir noch gelacht, dass manche Leute über 30 Minuten für ein Sandwich warten. Heute waren wir dann selbst die Dödel, die sich dort anstellten. Um die Wartezeit zu überbrücken, holten wir uns schon einmal Pommes bei „The Potato Project“. Die waren wirklich hervorragend – knusprig, gut gewürzt, richtig gut. Und das Bifana?
Naja…Okay lecker. Sagen wir so: Die Pommes waren besser. Danach spazierten wir weiter zum berühmten Elevador de Santa Justa. Der historische Aufzug aus dem frühen 20. Jahrhundert verbindet die Unterstadt mit einem höher gelegenen Viertel und sieht mit seiner filigranen Eisenkonstruktion ein bisschen aus wie ein kleiner Eiffelturm. Leider war er gerade gesperrt, sodass wir nur von unten schauen konnten. Zur Aufmunterung gab es deshalb – natürlich – noch ein Pastel de Nata, diesmal von Castro. Unser nächstes Ziel war eine schöne Dachterrasse, von der man noch einmal über die Stadt schauen konnte. Der Blick war großartig, aber der Wind inzwischen ziemlich kühl und der DJ eine Katastrophe. Nach einem Drink beschlossen wir daher, kurz in der Unterkunft vorbeizuschauen, um uns etwas aufzuwärmen. Am Abend gingen wir noch einmal durch unsere Nachbarschaft rund um die Praça das Flores. Dieser kleine Platz ist jeden Abend voller Leben: Menschen sitzen draußen, trinken Wein, unterhalten sich – eine richtig schöne Atmosphäre. Zum Abschluss unserer Reise gingen wir noch Pizza essen und ließen den Abend anschließend mit ein paar Cocktails ausklingen. Ein ziemlich perfekter letzter Abend.Read more
Tag 9 - Lissabon
March 16 in Germany ⋅ ⛅ 3 °C
Heute klingelte der Wecker leider wieder – Abreisetag. Unser letzter Morgen in Lissabon begann also mit dem weniger romantischen Teil des Reisens: packen und auschecken. Bevor wir Richtung Flughafen mussten, wollten wir uns aber noch einmal ein richtig gutes Frühstück gönnen. Also gingen wir noch einmal zu unserem Lieblingsbäcker aus den letzten Tagen – einem kleinen Handwerksladen mit wirklich großartigen Croissants.
Unser Favorit: Croissant mit Schinken, Käse, Senf und sauren Gurken.
Klingt erstmal etwas ungewöhnlich – ist aber überraschend richtig lecker.
Damit setzten wir uns in den Park nebenan. Dort waren wir allerdings nicht allein: ungefähr 100 Tauben hatten offensichtlich gelernt, dass Menschen mit Croissants potenzielle Essensquellen sind. Entsprechend zutraulich waren sie und beobachteten uns sehr aufmerksam.
Nach dem Frühstück machten wir noch einen letzten kleinen Ausflug zum Mosteiro dos Jerónimos – dem berühmten Hieronymitenkloster im Stadtteil Belém. Das Kloster wurde im 16. Jahrhundert zur Zeit der portugiesischen Entdeckungsreisen gebaut und gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke im sogenannten manuelinischen Stil, einer besonders prunkvollen portugiesischen Variante der Spätgotik. Viele Ornamente erinnern an die Seefahrt – Seile, Muscheln und maritime Motive tauchen überall in der Architektur auf. Die Anlage ist ohne Frage beeindruckend: der große Innenhof, die Steinbögen und die langen, eleganten Kreuzgänge sind wirklich wunderschön.
Trotzdem waren wir ein kleines bisschen oder sogar ein bisschen mehr enttäuscht.
Außer dem Innenhof und den Gängen gab es leider nicht viel mehr zu besichtigen, sodass der Besuch schneller vorbei war als gedacht. Danach stand noch eine sehr wichtige Mission auf dem Programm: ein letzter Pastel-de-Nata-Vergleich.
Wir probierten noch einmal die zwei berühmtesten Varianten der Stadt direkt hintereinander – ein kleines persönliches Finale unserer inoffiziellen Pastel-de-Nata-Tour durch Lissabon. Anschließend schlenderten wir noch ein letztes Mal durch die Innenstadt, bevor es Zeit für unser „letztes Abendmahl“ der Reise wurde. Dieses Mal entschieden wir uns bewusst für traditionelle portugiesische Küche – und das war definitiv eine gute Entscheidung. Kurz gesagt: yummy.
Danach holten wir unsere Koffer ab und machten uns auf den Weg zum Flughafen.
Und plötzlich war die Woche auch schon vorbei. Aber eines steht fest: Schön war’s.Read more












































































































































