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Lissabon

A 9-day adventure by Katharina Read more
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    🇵🇹 Lissabon, Portugal

    Tag 4 - Lissabon

    Yesterday in Portugal ⋅ ☁️ 12 °C

    Die Nacht nach dem Halbmarathon war sagen wir: nicht besonders erholsam. Jeder Muskel meldete sich zu Wort, und schon beim Aufstehen war klar: Heute wird kein sportlicher Tag. Eher ein „Wir versuchen uns möglichst wenig zu bewegen“-Tag. Der Fokus kann heute nur auf dem Essen liegen. Zum Start ging es zum Frühstück ins Seagull Method Café. Insgesamt lecker, aber nichts, was uns komplett vom Hocker gehauen hat. Der Kaffee sowie der Matcha Mango waren gut, aber der French Toast hat uns leider nicht überzeugt. Danach machten wir uns – etwas steif und mit sehr langsamen Schritten – auf den Weg ins Stadtzentrum. Unser Plan: eine Fahrt mit einer der berühmten historischen Straßenbahnen von Lissabon. Die laufen noch heute durch die engen und steilen Gassen der Altstadt. Als wir ankamen, sahen wir allerdings sofort das Problem:
    Eine riesige Schlange mit bestimmt 80 Leuten, alle warteten auf die legendäre Straßenbahnlinie 28. Zum Glück hatten wir kurz vorher gelesen, dass die Linie 12 fast dieselbe Strecke fährt – nur deutlich weniger bekannt ist. Also entschieden wir uns für die „smarte Touristenvariante“. Und tatsächlich: keine Schlange, leere Bahn. Die Fahrt selbst war trotzdem nostalgisch. Die kleine gelbe Bahn rumpelte und ruckelte durch enge Gassen, vorbei an Balkonen, kleinen Cafés und Häuserfassaden, die gefühlt nur wenige Zentimeter entfernt waren. Teilweise war es so eng, dass man sich kaum vorstellen konnte, wie hier überhaupt Verkehr funktioniert. Wir wurden selbst Teil der Sehenswürdigkeit. Immer wieder standen Leute draußen und filmten die vorbeifahrende Straßenbahn – und damit natürlich auch uns. Für einen Moment konnte man sich gut vorstellen, wie sich das Leben in der Stadt früher angefühlt haben muss. Nach der Fahrt brauchten wir erstmal eine Pause. Die fanden wir in einer kleinen Kaffeerösterei, wo wir bei Kaffee, Kombucha und – natürlich – einem weiteren Pastel de Nata versuchten, unseren Plan für den restlichen Tag zu schmieden. Das stellte sich allerdings als überraschend schwierig heraus. Innerhalb einer Stunde haben wir ungefähr zwölf verschiedene Ideen diskutiert und wieder verworfen:
    Hop-on-Hop-off-Bus, Free Walking Tour, Bootstour, Afternoon Tea… alles klang gut, aber nichts passte so richtig zu unserem aktuellen Zustand. Also entschieden wir uns für die vermutlich sinnvollste Option nach einem Halbmarathon: planlos durch die Stadt treiben lassen. Nach einem weiteren – für unsere Beine gefühlt endlosen – Spaziergang mit ungefähr „10.000 Höhenmetern“ landeten wir schließlich in einem weiteren Café, die laut New York Times einen „teuflisch guten Schokoladenkuchen“ haben soll. Natürlich mussten wir das testen. Unser Urteil: approved. Danach schlenderten wir durch verschiedene kleine Läden – besonders Keramik und die berühmten bunt verpackten portugiesischen Sardinen gibt es hier an jeder Ecke. Irgendwann meldete sich wieder der Hunger, naja eher die Lust. Also probierten wir eine kleine portugiesische Spezialität: Bacalhau-Käsebällchen mit Portwein. Eine absolute Touristenattraktion – aber tatsächlich ziemlich auch lecker. Unser eigentliches Tagesziel war allerdings ein anderes.
    Schon zwei Tage zuvor hatten wir einen Stand gesehen, an dem Piña Coladas direkt aus einer ausgehöhlten Ananas serviert wurden. Seitdem ließ uns dieser Gedanke nicht mehr los. Und tatsächlich: Nach einiger Suche fanden wir den Stand wieder. Die Piña Colada wurde bestellt, fotografiert und natürlich probiert – und ja, sie schon echt lecker, aber auch sehr alkoholhaltig. Direkt neben unserem Piña-Colada-Stand befand sich übrigens auch einer der berühmten Sandwichläden, für die sich regelmäßig riesige Schlangen bilden – hauptsächlich wegen Social Media, vermuteten wir. Wir beobachteten eine Weile das Geschehen und stoppten aus Neugier sogar die Zeit: Eine Person brauchte 35 Minuten, um ihr Sandwich zu bekommen. In dieser Zeit hatten wir unsere Ananas längst leer getrunken. Danach machten wir uns – erneut sehr langsam und sehr schmerzhaft – auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft. Der Weg führte natürlich wieder bergauf, was nach einem Halbmarathon ungefähr so angenehm ist wie ein zusätzlicher Trainingslauf. Nach einer Pause ‚mussten’ wir allerdings noch einmal los, denn am Abend hatten wir eine Reservierung im Come Prima, einem italienischen Restaurant, das angeblich zu den Top 70 der Welt gehört. Unser Fazit: Das Essen war gut, aber nicht so spektakulär wie erwartet. Trotzdem hatten wir einen sehr schönen Abend – und der perfekte Abschluss kam danach:
    Für 2,95 € im Uber zurück nach Hause.
    Nach diesem Tag waren wir endgültig bereit für das, was unsere Beine schon lange wollten: nichts mehr tun.
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  • Tag 3 - Lissabon

    March 8 in Portugal ⋅ ☀️ 11 °C

    Der große Tag begann früher als geplant. Um 5:10 Uhr wurden wir von einem tiefen Bass geweckt. Unser erster Gedanke: Irgendein Club in der Nähe, der noch geöffnet hat. Nach einer Stunde wurde aber klar – die Musik kam aus unserem Haus. „Party in da house“, allerdings ohne uns. Viel Schlaf gab es danach jedenfalls nicht mehr, also beschlossen wir: Aufstehen und fertig machen für den Halbmarathon. Der Weg zum Start war etwas länger, daher machten wir uns früh auf den Weg. Die S-Bahn war brechend voll – allerdings nicht mit normalen Pendlern, sondern mit Hunderten Läuferinnen und Läufern. Am Ausstieg wartete gleich die nächste Überraschung: Eine Big Band spielte am Ausgang und begrüßte die ankommenden Läufer. Eine richtig gute Stimmung, die sofort Lust auf den Lauf machte. Wir trafen wieder Claudia, Angel und die anderen aus der Gruppe. Vor dem Start wurde es dann noch einmal hektisch – vor allem die Suche nach einer Toilette gestaltete sich schwierig, vor allem für uns Mädls. Wie bei vielen großen Läufen: viele Läufer, zu wenige Toiletten, also musste der Busch herhalten. Kurz vor dem Start trennten sich unsere Wege, weil wir unterschiedliche Zielzeiten und Tempogruppen hatten. Noch ein paar letzte motivierende Worte – und dann ging es auch schon los. Das spektakulärste Highlight kam direkt am Anfang: Die ersten drei Kilometer führten über die berühmte Brücke des 25. April. Normalerweise fahren hier Autos – heute gehörte sie den Läufern. Der Blick über den Tejo und auf die Stadt war beeindruckend und definitiv einer der besonderen Momente des Laufs. Danach folgte der restliche Kurs entlang des Flusses und durch verschiedene Stadtteile. Insgesamt war die Strecke aber ziemlich öde. Es gab einige schöne Abschnitte, aber relativ wenig echtes Sightseeing. Auch die Stimmung an der Strecke war eher solide als spektakulär: hier und da Musik, ein paar Zuschauer, die anfeuerten – aber insgesamt auch hier öde. Ähnlich war es bei der Versorgung: Wasser gab es, Gels aber das war’s. Für einen großen Halbmarathon wäre hier definitiv noch mehr möglich gewesen, vor allem fehlten mir Bananen. Der wirkliche Endgegner wartete allerdings auf den letzten Kilometern. Etwa 7 Kilometer vor dem Ziel liefen wir direkt daran vorbei – also Ziel in Sichtweite! Man sah die Zielgerade und die glücklichen Läufer, die fast angekommen waren. Doch statt abzubiegen, mussten wir erst einmal noch 7 Kilometer weiterlaufen, Psychologisch ein kleiner Kampf – besonders, wenn man die fast fertigen Läufer auf der anderen Seite sehen kann. Horror! Aber irgendwann war es dann doch so weit: Zieleinlauf! Alle aus unserer Gruppe haben es geschafft, alle sind gesund im Ziel angekommen. Die Bilanz: etwas Muskelkater, ein paar Blasen an den Füßen – aber ansonsten alles gut.
    Der Finisher-Bereich war ebenfalls eher funktional: Wasser, eine Medaille, eine Banane (endlich!) und ein Eis. Es soll noch mehr gegeben haben, etwas abseits vom Hauptbereich – aber ehrlich gesagt waren wir gedanklich schon bei etwas anderem: Pastéis de Nata. Das Wetter machte es nach dem Lauf nicht gerade gemütlicher. Wir waren komplett durchgeschwitzt, die Sonne war weg und ein kühler Wind zog vom Fluss herüber. Zum Glück hatten wir eine gute Idee gehabt: Da es keinen Gear-Check gab, hatten wir vorher bei einem Gewinnspiel Regenponchos gewonnen – die wurden jetzt kurzerhand zu improvisierten Windjacken. Der Heimweg gestaltete sich dann noch abenteuerlich. Für den Rücktransport waren zwar Shuttlebusse organisiert – allerdings waren die komplett überfüllt. Nach einigem Warten, Gedränge und Umplanen schafften wir es schließlich doch zurück Richtung Unterkunft, allerdings zu Fuß.
    Dort wartete das, was nach einem Halbmarathon am besten hilft:
    eine heiße Dusche. Da Angel und Claudia bereits heute abreisen mussten, gingen wir später noch einmal gemeinsam essen, um den Lauf zu feiern. Unsere Wahl fiel auf Madame Bo. Das Essen war okay.
    Das Dessert dagegen war deutlich besser: Eis von Nivà und Pastéis de Nata – eine Kombination, die inzwischen fast schon zu unserem Lissabon-Ritual werden könnte.
    Danach setzten wir uns noch kurz in den kleinen Park neben unserer Unterkunft und genossen ein bisschen Sonne, die sich wieder zeigte. Ein ruhiger Moment nach einem langen Tag. Am Abend wollten wir natürlich noch auf unsere Leistung anstoßen. Also gingen wir zu Pão de Canela, bestellten Sangria und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Steve gönnte sich außerdem noch eine portugiesische Steak-Spezialität namens „Bitoque“. Danach stand nur noch eines auf dem Programm: Schlafen. Mehr ging an diesem Tag einfach nicht mehr.
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  • Tag 2 - Lissabon

    March 7 in Portugal ⋅ ☀️ 13 °C

    Der Samstag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf den Halbmarathon am nächsten Morgen. Ganz ohne Bewegung wollten wir den Tag natürlich nicht beginnen – also starteten wir mit einem kleinen Warm-up-Lauf durch die Stadt.
    Unser Ziel war ein Park in der Nähe, der sich schnell als richtige kleine grüne Oase entpuppte. Alte Bäume, viele Wege und überraschend viele Menschen, die dort ebenfalls Sport machten – Läufer, Spaziergänger, Yoga auf der Wiese. Insgesamt wirkte die Anlage fast ein bisschen wie ein Treffpunkt für die lokale Lauf- und Outdoor-Szene. Was uns dabei auffiel: Man hörte unglaublich viel Englisch. Lissabon scheint wirklich ein Magnet für internationale Besucher und Expats zu sein.
    Der Weg dorthin war allerdings typisch Lissabon: steil, steiler, am steilsten. Auch beim entspannten Lauf merkt man schnell, dass diese Stadt auf Hügeln gebaut ist. Unterwegs entdeckten wir außerdem eine der historischen gelben Straßenbahnen, die sich langsam durch die engen Straßen schlängelte – ein klassisches Lissabon-Motiv. Nach dem Lauf gab es Frühstück in der Nähe unserer Unterkunft. Leider eher „so lala“, aber immerhin ausreichend, um wieder Energie zu tanken. Danach machten wir uns auf den Weg zum Kongresszentrum von Lissabon, wo die Startunterlagen für den Halbmarathon abgeholt werden konnten. Dort trafen wir auch unsere Freunde aus München: Angel und Claudia sowie die spanische Laufcrew rund um Juan Malo, Juan Bueno, Maria und Gabriela. Wie bei vielen großen Laufveranstaltungen gab es eine kleine Expo, bei der Aussteller ihre Produkte präsentierten – und ich hatte mir vorgenommen, bei jedem Gewinnspiel mitzumachen, das ich finden konnte. (Mit dem Ziel zu gewinnen, natürlich!)
    Das Ganze fand direkt am Wasser statt, mit Blick auf die beeindruckende Brücke des 25. April, die mit ihrer roten Farbe ein bisschen an die Golden Gate Bridge erinnert. Eine ziemlich spektakuläre Kulisse.
    Zum Mittagessen gingen wir gemeinsam ins Santa Rita, wo wir nicht portugiesische, sondern eher spanische Küche probierten. Das Essen war solide – aber das Highlight war eher der traditioneller Kirschlikör, den es gratis gab. Unterwegs gönnten wir uns noch einmal Pastéis de Nata, machten einen kurzen Stopp an der Kathedrale von Lissabon (zumindest von außen) und einen Spaziergang zum tollen Aussichtspunkt unter der Burg. Am Abend stand dann noch das klassische Carb-Loading an – schließlich warteten am nächsten Morgen 21,1 Kilometer. Unsere Wahl fiel auf Pronto Ravioli, wo wir schließlich Pasta aßen. Danach ging es relativ früh zurück zur Unterkunft. Noch einmal alles für den nächsten Morgen vorbereiten, Wecker stellen – und dann ab ins Bett. Denn morgen war Raceday.
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  • Tag 1 - Lissabon

    March 6 in Portugal ⋅ 🌬 11 °C

    Direkt nach der Arbeit ging es für uns zum Flughafen – Ziel: Lissabon. Entsprechend müde kamen wir nach dem Flug in Portugal an, aber die Vorfreude hat die Müdigkeit schnell überdeckt. Schon am Flughafen gab es die erste kulinarische Begrüßung: ein Pastel de Nata. Diese kleinen portugiesischen Blätterteigtörtchen mit Vanillecreme sind quasi Pflichtprogramm – warm, knusprig und genau der richtige Start. Mit einem Uber ging es anschließend für nur etwa acht Euro in Richtung unserer Unterkunft. Schon während der Fahrt zeigte sich schnell, dass Lissabon seinem Ruf gerecht wird: Die Straßen werden enger, die Hügel steiler und überall tauchen kleine Plätze und bunte Häuser auf. Als wir ausstiegen, waren wir sofort mittendrin im typischen Lissabon-Gefühl. Schmale Gehwege, steile Straßen und das berühmte Kopfsteinpflaster – nicht gerade ideal, wenn man mit Koffern unterwegs ist. Die Gegend rund um unsere Unterkunft war genau so, wie man sich Lissabon vorstellt: lebendig, grün und voller kleiner Bars, Vinotheken und Cafés. Auf den Straßen saßen Menschen draußen, unterhielten sich, lachten, tranken Wein – überall war Leben. Unsere Unterkunft selbst war genauso charmant wie die Umgebung. Der einzige Haken: eine ziemlich steile Treppe nach oben. Dafür erwartete uns ein kleines, wirklich süßes Zimmer – perfekt für eine Woche in der Stadt. Lange ausruhen wollten wir uns aber nicht. Kaum angekommen, ging es direkt wieder raus, um die ersten Eindrücke zu sammeln. Der erste, bzw. zweite, Snack ließ nicht lange auf sich warten: eine Empanada von einem kleinen Kiosk um die Ecke. Und als krönenden Abschluss des ersten Abends gönnten wir uns noch ein Eis bei Nivà – eine Gelateria, die wir zufällig entdeckt haben. Eine sehr gute Entscheidung: unglaublich cremig und richtig lecker. Ein kurzer erster Abend also – aber morgen wartet die Stadt.Read more

    Trip start
    March 6, 2026