Tag 7 - Invershiel
August 7 in Scotland ⋅ 🌧 15 °C
Der Tag begann mit Regen und ordentlich Wind. Ein kleiner Spoiler vorweg: Das sollte sich auch den Rest des Tages kaum ändern (die Bilder täuschen). Perfekte Voraussetzungen für unser heutiges Highlight, eine zweistündige Bootstour über den Loch Ness auf der Suche nach Nessie. Gestern hatte uns übrigens jemand den gut gemeinten Tipp gegeben, dass sich Nessie mit ein oder zwei Gläsern Whisky deutlich leichter entdecken ließe. Diesem Ratschlag sind wir natürlich nicht gefolgt. Bevor es aufs Wasser ging, stärkten wir uns erst einmal in unserem kleinen Gästehaus. Das hatte gerade einmal drei Zimmer und versprühte genau den Charme, den man sich von einem schottischen Bed & Breakfast erhofft. Der Frühstückstisch war liebevoll gedeckt und obwohl das Buffet überschaubar war, fehlte es an nichts. Frisches Obst, Beeren, regionaler Käse, selbstgemachte Marmelade, Croissants und viele weitere Kleinigkeiten machten das Frühstück zu einem kleinen Highlight.
Anschließend fuhren wir nach Dochgarroch, wo unsere Bootstour startete. Schon beim Einsteigen wurde klar: Heute wird es kalt. Der Wind pfiff uns so heftig um die Ohren, dass wir teilweise Mühe hatten, überhaupt etwas vom Guide zu verstehen. Trotzdem hielten wir tapfer die kompletten zwei Stunden auf dem Außendeck durch. Zum Glück hatte Steve deutlich mehr vom Vortrag verstanden als ich und konnte mir später die wichtigsten Fakten erzählen. Loch Ness ist gemessen am Wasservolumen der größte See Großbritanniens und enthält sogar mehr Wasser als alle Seen in England und Wales zusammen. Außerdem erzählte der Guide von einem Flugzeug, das nach einem Absturz ganze 45 Jahre auf dem Grund des Sees lag. Aufgrund der konstanten Bedingungen im kalten Wasser war es erstaunlich gut erhalten und nach dem Tausch der Batterie sogar wieder flugfähig. Natürlich durfte auch Nessie nicht fehlen. Die berühmteste Bewohnerin Schottlands wurde ausführlich thematisiert. Gesehen haben wir sie allerdings nicht. Wahrscheinlich hätten wir den Whisky-Tipp doch ernster nehmen sollen. Trotz Regen und Nebel war die Landschaft rund um den Loch Ness einfach wunderschön. Kaum Bebauung, sattes Grün und steile Hänge, die direkt bis ans Wasser reichen. Zwischendurch wurden wir sogar noch mit einem beeindruckenden Regenbogen belohnt.
Während der Tour konnten wir außerdem einen Blick auf Urquhart Castle werfen. Die Burgruine liegt direkt am Ufer des Loch Ness und zählt zu den bekanntesten Fotomotiven Schottlands. Wenig später standen wir dann selbst dort.
Vorher war allerdings erst einmal Aufwärmen angesagt. Nach zwei Stunden Wind und Regen schmeckten Tee, eine heiße Suppe und Toasties wahrscheinlich doppelt so gut wie sonst. Frisch aufgewärmt machten wir uns an die Besichtigung von Urquhart Castle. Zugegeben: Ich musste mich bei diesem Wetter ein wenig überwinden. Regen und vor allem der kräftige Wind machten den Rundgang nicht gerade gemütlich. Trotzdem zogen wir den Audioguide konsequent durch. Die Burgruine blickt auf eine bewegte Geschichte mit zahlreichen Belagerungen und Zerstörungen zurück und liegt an einem wirklich spektakulären Ort. Selbst bei schlechtem Wetter waren die Ausblicke über den Loch Ness und die umliegende Natur einfach atemberaubend. Anschließend ging es weiter nach Fort Augustus. Inzwischen waren wir ehrlich gesagt ziemlich froh, unsere Regenponchos eingepackt zu haben. Sie waren heute wirklich im Dauereinsatz. Deshalb blieb es in Fort Augustus auch nur bei einem kurzen Blick auf die Schleusen des Caledonian Canals, auf denen sich normalerweise zahlreiche Boote begegnen. Unser letzter größerer Zwischenstopp war der Suidhe Viewpoint. Eigentlich ist das einer der Aussichtspunkte, von denen man einen fantastischen Blick über die Highlands hat. Eigentlich. Denn auch hier meinte es das Wetter nicht besonders gut mit uns. Statt einer endlosen Fernsicht gab es dichte Wolken, Regen, Nebel und starken Wind. Trotzdem war die Landschaft natürlich beeindruckend.
Und dann kam etwas ganz unerwartetes: Der Weg nach Invershiel! Das war einfach unglaublich und schwer zu beschreiben. Unzählige Wasserfälle, unberührte Natur, wir konnten es gar nicht fassen. Kaum auszumalen wie die ganze Landschaft bei Sonnenschein wirkt. Wir machten bereits Pläne, wann und wie wir das nächste Mal nach Schottland reisen. Denn das war einfach nur unbeschreiblich schön.
Am Abend erreichten wir schließlich Invershiel. Unsere Unterkunft lag direkt an einem See, phänomenal. Wäre da nur nicht dieser Wind, der den Regen waagerecht zu Boden brachte. Auch wenn das Wetter heute alles andere als auf unserer Seite war, würden wir den Tag nicht missen wollen. Schottland zeigt eben nicht nur seine sonnige Seite. Und irgendwie gehören Regen, Wind und mystische Nebelschwaden hier genauso dazu wie Whisky, Burgen und Highlandrinder.
Nach unserem leckeren Abendessen im Hotel, wiederholten wir unser Whiskytasting.Read more













































TravelerZum vorlesen hätte ich Lautschrift gebraucht, keine Ahnung wie die Orte ausgesprochen werden 😂 Gut, dass ihr bei dem Wetter durchgehalten habt.