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  • Day6

    Auf nach Mandalay

    September 18, 2019 in Myanmar ⋅ ☀️ 33 °C

    Da wir nur unsere ersten drei Tage in Yangon vorgebucht hatten, kam nun die Entscheidung wie es weitergeht und weil wir in 3 Wochen in Thailand sein wollen, beschlossen wir nach Norden zu fahren, um dann immer weiter südlich zu reisen - somit ging die Fahrt ... nach...Mandalay, ca. 630km nördlich von Yangon!
    Zuerst dachten wir, dass wir entspannt den Nachtzug nehmen aber die Mädels vom Crêpes Laden meinten, dass die Züge nicht mehr als 40-50 km/h fahren und die Strecke ca. 18h dauert - Busse sind wohl in Myanmar das bessere Reisefortbewegungsmittel und somit buchten wir uns eine Nachtbus für 8h und umgerechnet 10€.

    Bis zur Abfahrt um 21 Uhr war demnach noch Zeit aber weil es wieder sehr heiß und feucht war, nahmen wir uns keine größeren Aktivitäten mehr vor. Nachdem wir im Hostel für 1,50€ eine burmesische SIM Karte für die Nutzung der Taxi App kauften, schlenderten wir über den größten Markt von Yagon, dem Bogyoke Aung San Market, der 1926 als Scott Market gegründet wurde und nach der Unabhängigkeit von Myanmar den Namen des populären Generals erhielt. Auf zwei Etagen tummeln sich insgesamt ca. 1.600 Läden und Verkaufsstände in einem Gewirr kleiner Gassen und Gänge, in denen der nichtsahnende Tourist durchaus verloren gehen kann. Man findet hier burmesische Handarbeiten aus Holz, Elfenbein und Perlmutter, zahlreiche Stoffe und Kleidungsstücke sowie an allen Ecken so viele Schmuckstände/ - läden, dass es in jedem Augenwinkel nur so funkelte - Myanmar ist übrigens vor allem berühmt für zwei Edelsteine: Rubin und Jade.

    Nach einem kurzen Mittagessen im Noodle House - in Myanmar isst man gern Nudeln aber leider sind diese immer sehr fettig gebraten - liefen wir zum "People Park" und trafen uns nochmal mit unserem neuen italienischen Freund! Der Park ist scheinbar der Hotspot unter den einheimischen Liebenden, da an jeder Ecke, unter jedem Baum und auf jeder Bank gekuschelt und geknutscht wurde - und wir mittendrin! Wäre ja auch zu einfach, wenn mal irgendwo, wo wir hingehen, was "normal" wäre... Da die Sonne brannte, schlürften wir zum nächsten Cafe, tranken einen erfrischenden Smoothie und genossen einfach die Stille, die uns fernab vom Stadtlärm, mittem im Grünen endlich umringte.
    Danach fuhren wir mit dem Taxi zurück ins Hostel, wo wir auf unserer Dachterrasse mit einem Abschiedsbier noch den Sonnenuntergang verfolgten und uns dann per Taxi auf zur Busstation machten.

    Der Busfernverkehr in Myanmar ist im Grunde mit dem deutschen zu vergleichen, nur dass es sehr viele verschiedene Anbieter gibt und die Busse mal mehr, mal weniger vertrauenswürdig aussehen - die Wahl des Standards entscheidet sich mit dem Preis! Wir buchten uns VIP Plätze für mehr Beinfreiheit und bestiegen pünktlich um 21 Uhr unser niedliches Wohnzimmer mit bunten Gardinen! Die Sitze hatten alle ausreichend Platz, es gab Decken und Kopfkissen, Wasser und Snacks sowie Gebetsstunde über Lautsprecher inklusive. Decken, Pullover und Socken sind das A und O für den vorbereiteten Backpacker bei allen Busfahrten in den asiatischen Ländern - während draußen selbst nachts noch 30 Grad sind, fällt das Thermometer im Bus auf bestimmt 15 Grad, man fühlt sich als wenn man in einer Kältekammer schlafen soll.
    Als die Gebetsstunde vorbei war, setzte der Mann neben uns zum Schnarchen an, der Mann zwei Sitze hinter uns schaute über Lautsprecher Videos und auch so war es durch die unebenen Straßenverhältnisse eher schwierig, entspannt einzuschlafen! Nach drei Stunden gingen gefühlt alle Flutlichter im Bus an und wir machten verschlafen die erste Pinkelpause, WC an Bord gab es nicht!
    Nichtsdestotrotz war die Fahrt ganz ok, pünktlich zum Sonnenaufgang gg. 5Uhr erblickten wir zum ersten Mal die Umgebung von Mandalay und es war bezaubernd! Überall in den Hügeln aber auch an den Straßen strahlten kleine Pagoden in den grünen Landschaften! Da wir uns noch nicht in der Hauptsaison in Myanmar bewegen und es gerade Ende der Regenzeit ist, ist die Natur besonders reich an satten Farben.
    Gegen 6Uhr erreichten wir den Busbahnhof und bevor wir den ersten Fuß auf den Boden setzten konnten, fragte man uns schon, ob wir ein Taxi bräuchten! Ca. 10-15 Männer rennen jedem ankommenden Bus erst hinterher und dann auf den Touristen zu, es ist leider gesagt super unangenehm, da sie sich nur schwer überreden lassen, einen in Ruhe zu lassen. Zum Glück hatten wir unsere App, die uns auch vor Buchung den richtigen Preis anzeigt und somit keine Spielraum für den "Touristenpreis" lässt! Bis unser Taxi kam, mussten wir aber noch zahlreiche Male erklären, dass wir dankend keine Mitfahrgelegenheit brauchen. Als wir losfuhren waren wir nur noch froh, sicher und entspannt in unser Hotel zu gelangen, wo wir netterweiser schon 7Uhr einchecken durften und erstmal etwas Schlaf nachholten... :)
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