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CCAA - Köln

CCAA - Colonia Claudia Ara Agrippinensium - Köln - Kölle
Wie es war und wie es ist.
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  • Frühling im Fritz-Encke-Volkspark

    7 kwietnia 2019, Niemcy ⋅ ☀️ 17 °C

    Heute haben wir wieder einen sehr schönen Gastbeitrag von Bernd Vielhaber für euch. Nach dem Lesen dieses Beitrages wollt ihr nur noch raus, wetten?

    Und bitte schaut doch mal auf seiner absolut gelungenen Seite vorbei und vielleicht lasst ihr ihm ja ein LIKE da.
    Wir Kölschgänger sagen Dankeschön lieber Bernd.

    Frühling im Fritz-Encke-Volkspark

    Herrliches Frühlingswetter! Also nichts wie raus aus der Hütte und ab in die aufblühende Natur! Und weil ich im Kölner Süden wohne, habe ich es ja nicht weit: Vorgebirgspark, Kalscheurer Weiher, der ganze äußere Grüngürtel von Köln ist gleich um die Ecke.
    Allerdings möchte ich heute nicht die große Runde drehen, daher mache ich mich in den von Fritz Encke geschaffenen Volkspark auf. Diese wunderschöne Anlage liegt zwischen der Militärringstraße, der Hitzeler-, der Kardorfer und der Rösberger Straße – unweit des Bonner Verteilers.

    Schon nach wenigen Minuten bin ich in der „Englischen Siedlung“, die 1950-51 auf einem großen Areal im Osten des Parks für die Familien der britischen Besatzungstruppen errichtet wurde. Diese der damaligen politischen Großwetterlage geschuldete Maßnahme hat den ursprünglichen Volkspark zwar ziemlich beschnitten, in seinem Wesen aber nicht verändert.

    Übrigens habe ich in der „Englischen Siedlung“ Mitte der 90er-Jahre vertretungsweise ein paar Wochen lang die Kölner Tageszeitungen ausgetragen. Es war schön, vor dem Bürojob morgens durch diese merkwürdige Gegend zu laufen: Panzerstraßen, Vogelgezwitscher, Eichhörnchen, sogar ein Wieselhund ist mir einmal begegnet.

    Heute leben hier junge Familien, die mit ihren Kindern die einzigartige Gegend sehr zu schätzen wissen.
    Nachdem ich die Siedlung hinter mir gelassen habe, gehe ich parallel zur Militärringstraße weiter. Schon erstaunlich, wie menschenleer es hier ist. Dieser Park ist offensichtlich nur wenigen bekannt.
    Ringsherum Wiesen, Bäume, frische Luft, Sonne und Schatten. Aber keine Menschen. Auch nicht auf dem „Reigenplatz“, der sich mir völlig unverändert seit meinem letzten Besuch präsentiert.

    Hier wird schon lange nicht mehr getanzt. Warum eigentlich nicht? Kurz überlege ich, ob ich meinen nächsten Geburtstag an diesem Ort feiern sollte. Lagerfeuer, Grill, Soundsystem – das volle Programm. Aber da ich einfach nicht glauben kann, dass dies genehmigt würde, lasse ich die Idee wieder fallen. Schade eigentlich.

    Auf dem Spielplatz ein paar Meter weiter ist allerdings schwer was los. Kletternde, schaukelnde, im Sand wühlende Kinder – angeregt miteinander redende Mütter.
    Weiter geht es zum Staudengarten an der Kardorfer Straße. Dort möchte ich mich im Brunnentempel hinsetzen und mich ausruhen.
    Pech gehabt: leider schon besetzt. Vier Jungs haben den Spot besetzt, um dort eine Shisha zu rauchen. Aber es gibt ja genug Bänke. Also setze ich mich und lasse alles noch einmal Revue passieren.

    Wer war Fritz Encke denn nun eigentlich?
    Gartenbaumeister in Köln, 1903 - 1926. Ihm haben wir den Vorgebirgspark, den Rheinpark, den Beethovenpark, den Blücherpark, den Friedenspark, den Klettenbergpark, die Erweiterung des Kölner Zoos 1913, die Stadtwalderweiterung und noch einiges mehr zu verdanken. Um ihn zu ehren, wurde der von ihm entworfene Volkspark Raderthal, in dem ich mich soeben befinde, im Jahr 2002 in „Fritz-Encke-Volkspark“ umbenannt.

    Und warum eigentlich „Volks“-Park? Encke ging es bei seinem Schaffen um den Grundgedanken eines „sozialen Grüns“. Die Idee ist, dass wir nicht nur gesittet auf den Wegen spazieren, sondern uns auf den Rasen legen und sonnen, dass wir tanzen, spielen und Spaß miteinander haben.

    Warum machen wir das eigentlich nicht?
    Fritz, denke ich und hole meinen Tabaksbeutel hervor, ich danke dir von ganzem Herzen.

    https://www.facebook.com/Godefrit/

    www.koelnerstadtschreiber.de
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  • Die Schmitz-Säule

    2 kwietnia 2019, Niemcy ⋅ ☀️ 12 °C

    Alter kölscher Adel - oder wie die Kölner zu Schmitzens wurden

    Letzter Woche genannter Anfrage nach einem Bericht über die Schmitzsäule möchte ich heute gerne nachkommen und den nachfolgenden, vor längerem bereits schon einmal erschienenen und nun überarbeiteten Beitrag veröffentlichen. In diesem geht es um den "alten kölschen Adel".

    Hier sind jetzt nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, blaublütige Vorfahren mit deren Nachkommen gemeint, die hier weiter ihr Unwesen treiben. Nein, hier sind die Leute gemeint, die...und jetzt bitte doch mal ernst nehmen..."Schmitz" heißen. Selbst ein Blick ins Telefonbuch bestätigt das. Aber warum gerade Schmitz?

    Man hat, was die Kölner Ur-Ahnen betrifft, herausgefunden, und das besagt eine der vier Inschriften der Säule, dass seinerzeit in der römischen Hafenanlage gutaussehende römische Legionäre die dortigen Lagerhallen bewachten und des öfteren "Besuch" von Ubiermädchen erhielten. Bei diesen Schäferstündchen sollen die ersten Schmitzens entstanden sein. Woraus sich hier allerdings der Name Schmitz ableitet, erschließt sich mir nicht, also nehmen wir es mal so als gegeben hin.

    Jupp Engels, Architekt und sehr interessiert an der Geschichte der Stadt, Ronald hat letzte Woche bereits über ihn berichtet in seinem Beitrag über die Bodenplatte am Alter Markt, war der Meinung, dem kölschen Adel, verbunden mit dem Namen "Schmitz" gehört ein Denkmal gesetzt, nachdem man auf seinem Grundstück nun alte Steine der eben genannten alten römischen Hafenanlage (heutiges Martinsviertel) ausgegraben hatte. So kamen die Kölner zur Schmitzsäule. Jupp Engels spendete bereits 1965 das Geld, fertig errichtet war sie dann 1969.

    Eine weitere der Inschriften beschreibt ein ganz besonderes Detail. Typisch kölsch, kann ich da nur wieder sagen. Im selben Jahr nämlich wie der Errichtung der Schmitzsäule, 1969, betrat der erste Mensch den Mond und die Kölner ließen nun vom Institut für Weltraumforschung in Bochum genau den Abstand des linken Fussabdrucks von Mr. Neil Armstrong auf dem Mond zur Schmitzsäule ausrechnen. Und der beträgt 389.994 Kilometer und...100 Meter! Dä.

    Und wo finden wir nun dieses besondere Denkmal? Die offizielle Adresse ist der Alter Markt 30. Aber da findet man es nicht, obwohl man doch eine 4,50 Meter hohe Säule eigentlich nicht übersehen kann. Weiter heißt es, sie befände sich in der Nähe der beiden Figuren Tünnes und Schäl. Das wäre dann die Lintgasse 9. Aber auch da - Fehlanzeige. Nächster Tipp: An Groß St. Martin. Dort findet man aber nur die Umbauung des ehemaligen Klostergeländes von Groß St. Martin. Man braucht schon etwas Geduld, um irgendwann an der Westseite den Hinweis zu erhalten, dass man die Säule findet, wenn man VOR der romanischen Kirche steht.

    Ich bin mir sicher, ihr werdet dieses Denkmal des "alten kölschen Adels" finden.

    Bis bald, eure Ramona
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  • Eine Bodenplatte am Alter Markt

    28 marca 2019, Niemcy ⋅ ☁️ 9 °C

    Ja, heute habe ich eine etwas jecke Geschichte für euch. Am Alter Markt 24 gibt es eine Bodenplatte, und glaubt mir, die ist mir vorher noch nie aufgefallen. Denke, das geht den meisten so. Jedenfalls habe ich jetzt mal recherchiert und eine etwas durchgeknallte Story für euch. Das ganze ist zwar offiziell nicht belegt, aber ich erzähle sie euch trotzdem, denn das mit den nicht belegten Geschichten kennen wir ja in Köln. Oder glaubt ihr ernsthaft, Ursula ist mit 11.000 Jungfrauen durch die Lande gezogen.

    Also los.

    In Köln lebte ein Mann namens Jupp Engels, ein lebenslustiger, nicht ganz armer Kölner Mäzen, in der Stadt wohlbekannt. Er traf sich häufig mit seinem Kumpel Ewald Matare, einem sehr bekannten Bildhauer und Künstler. Und natürlich sollte Matare ihm wieder einmal ein neues Ausstattungsstück für sein Haus "Em Hahne" erschaffen. Für Matare nichts neues, er hatte für Engels bereits ein Hausschild, einen kunterbunten Hahn geschaffen. 1963 kam Engels mit der Idee des Kallendressers und Matare setzte ihm diesen hoch oben auf die Dachtraufe. Wir alle kennen ja den Kallendresser. Auch einen humoristischen Orden mit dem Bild des Kallendressers gab es. Und Engels verlieh ihn guten Kölnern, die sich um die Stadt verdient gemacht hatten. Egal ob diese den Orden wollten oder nicht. Er machte sie zum "Ritter vom Kallendresser".

    Nun redete er also im Bierhaus auf Matare ein, meinte, sein Haus muss doch so viel erlebt haben, hier mitten auf dem Alter Markt. Es muss doch irgendetwas geben, das sich mit meinem Haus verbinden lässt. Er gab einfach keine Ruhe, und irgendwann hatte Toni Feldkirchen, ein anderer Freund der beiden endlich die rettende Idee. "Ja, da gab es hier mal einen Erzbischof, da war irgend etwas. Ich höre mich mal bei den Alten um". Jetzt war es ganz um den guten Engels geschehen, er drängte Feldkirchen, übrigens zu der Zeit Chef des Kölner Kunstvereins und Direktor der Kunsthalle, zur Eile.
    Und tatsächlich, Feldkirchen hatte Recht behalten. Hier am Alter Markt hatte sich mal Hermann IV. von Hessen aufgehalten. Seineszeichen im Jahre 1480 vom Domkapitel zum Kölner Erzbischof gewählt.

    Dieser hatte vorher schon als Administrator das Bistum verwaltet, war Propst in Aachen, Dechant am Gereonsstift und Domkanoniker. Da er als eher friedlich galt, nicht unbedingt die Regel in dieser Zeit, nannte man ihn "den Friedfertigen". Nun hatte es dieser sehr eilig, die Päpstliche Bestätigung zu erhalten. Unruhige Zeiten halt. Am 6.2.1481 wurde ihm im Dom dann endlich das Pallium durch den päpstlichen Legaten umgelegt. Damit war der Weg frei, sich die Bestätigung durch den Kaiser, die sogenannte "Belehnung" erteilen zu lassen. Dadurch wurde er zum weltlichen Herrscher im Kurstaat Köln. Da er aber als geizig bekannt war, und die Reise nach Aachen scheute, musste er lange Jahre warten, bis der Kaiser nach Köln kam. Eigentlich war die Frist eh schon abgelaufen, diese betrug nur drei Jahre, aber das sah man wohl nicht so eng. 1485 war es dann endlich soweit. Kaiser Friedrich III. kam zu Verhandlungen nach Köln und belehnte auf dem Alter Markt, angeblich genau an dieser Stelle den Bischof Hermann. Nach der Übergabe der Regalien konnte Hermann also jetzt die königlichen Rechte als Vertreter des Kaisers im Kurstaat Köln ausführen.

    Aber erst zwei Jahre später nahm er die Stadt symbolisch in Besitz und demonstrierte mit einer, diesmal nicht gerade knausrigen Aktion, seinen Anspruch, weltlicher Herr der Stadt zu sein. So zog er Fastnachtssonntag mit Pomp in die Stadt ein. 800 Reiter im Gefolge, weitere berittene 400 Kölner Bürger, herausgeputzt bis zum gehtnichtmehr, waren ihm entgegengeritten, um mit ihm in die Stadt einzureiten. Die Zeremonien müssen Stunden gedauert haben.

    Nun also hatte Jupp Engels endlich sein historisches Ereignis und ließ sich von Matare 1962 eine bronzene Gedenktafel entwerfen. Gedenktafeln gab es ja schon viele, aber Engels setzte einen drauf, denn diese Gedenktafel war die erste in den Boden eingelassene Platte in Köln.

    Auf dieser steht folgender Text:

    Kaiser
    Friedrich III.
    belehnte an dieser Stelle im
    Jahre 1485 den Kölner Erz-
    bischof Hermann von
    Hessen mit Kurkoeln,
    dem Herzogtum West-
    falen-Engern und
    der Grafschaft
    Arnsberg.

    Absolut kurios, den Text exakt so aufzuschreiben. Aber schaut euch die Tafel selbst an, genauso steht es da geschrieben.

    Die Stadt versuchte ihn von diesem Vorhaben abzubringen. Erst verbot man die Platte wegen Vereisungsgefahr im Winter. Engels konterte den Versuch, indem er die Platte im Winter beheizbar machen ließ. Da die Stadt immer noch nörgelte wegen Sicherheitsbedenken, bekam er die Auflage, zusätzlich eine Haftpflichtversicherung auf die Platte abzuschließen. Natürlich tat er auch dies.

    Und so kam es, das ich letztens fast über diese Platte gestolpert bin, neugierig wurde, recherchierte und euch heute diese sehr kuriose Geschichte erzählen konnte.
    Irgendwie passt diese Geschichte aber zu unserer Stadt und ihren jecken Bürgern.

    Ich selbst vermute ja eher, die anderen hatten von seiner Nörgelei die Faxen dicke und haben den Ort der Belehnung einfach an diese Stelle gelegt, um ihre Ruhe zu haben. Irgendwie kennt doch jeder so einen Jecken, oder ?

    Kölle, für solche Typen liebe ich dich.

    Vorgestellt: Bodenplatte am Alter Markt
    Ort: Alter Markt 24, 50667 Köln
    Anfahrt: Linie 5 Haltestelle: Rathaus, Linie 1,7,9 Haltestelle: Heumarkt, Linie 5,16,18 Haltestelle Dom
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  • Krieler Dom

    28 marca 2019, Niemcy ⋅ ☁️ 9 °C

    Sankt Stephanus, „Krieler Dömchen“ nennen wird Dich. Wenn ich dich so betrachte, ahne ich nicht, was du durchlebt hast. Da stehst du im Dreieck, das Gleueler- und Zülpicher Straße bilden und der Verkehr fließt eher an dir vorbei, als zu dir hin. Schnell bist du übersehen.
    Zugegeben, dein Leben ist nicht so aufregend wie das der Hohen Domkirche zu Köln und ohne ihn würdest du auch nicht als „Krieler Dömchen“ bekannt sein. Mehr Bauer als Adel, romanisch schlicht, nicht gotisch prunkvoll bist du über die Kirche einer über Jahrhunderte kleinen Gemeinde. Aber der „Titel“ „Dömchen“ hat schon seinen Grund.
    Erwachsen bist Du vermutlich ganz profan aus einer römischen Ziegelei. Es mag auch ein Wohnhaus gewesen sein, das deine ältesten Fundamente liefert. Römisch jedenfalls. Soviel ist gewiss.
    Bald möchten die Bauern, die um dich herum Felder bestellen, ordentlich beten können, bauen sich eine kleine, hölzerne Kapelle. Ein Pfarrer predigt. Hildebold ist sein Name.
    An einem warmen Frühjahrstag im späten 8. Jahrhundert verirrt sich ein Unbekannter zu dir. Er ist als Jäger gekleidet. Es ist König Karl - später wird er Kaiser Karl „der Große“ genannt. Er leidet an Gicht und ist zu Kur in Aachen, als Bischof Rikolph in Köln stirbt. Ein heftiger Streit erhebt sich in Köln um die Nachfolge. König Karl macht sich auf den Weg, um selbst Rikolphs Nachfolger zu bestimmen. Ohne es anzukündigen reist er durch die dichten Wälder nach Köln. Niemand erkennt ihn in seinem einfachen Gewand als Jäger. Pfarrer Hildebold reicht dem Erschöpften wie selbstverständlich einen Schluck Wasser und weiterhin unerkannt lauscht Karl der Messe. Als Dank für die freundliche Aufnahme, möchte er eine Goldmünze geben. Hildebold lehnt dies ab. Es sei zu viel für so eine kleine Gemeinde. Wenn der Jäger wirklich reich schenken mag, würde Hildebold um Leder eines Rehs für einen neuen Einband der alten, abgegriffenen Bibel bitten.
    Abgestoßen von dem eitlen Gezänk der Kölner, die sich nicht auf ein neuen Bischof einigen können, freut er sich sehr über diese besonnene Bescheidenheit. Kaiser Karl hat seinen Bischof für Köln gefunden! Hildebold steigt später zum ersten Erzbischof Kölns auf.
    Und weil ein Bischof in einem Dom sitzt, bist du fortan das Dömchen von Kriel.
    Kurz darauf, um das Jahr 900, ist nicht nur dein Fundament steinern. Nein, deiner Gemeinde kannst du jetzt sicheren Obdach bieten.
    Messe um Messe wird über die Jahrhunderte in dir gelesen. Kinder werden getauft, Paare heiraten, Menschen werden beerdigt, Jahrhunderte lang. Das Hofgut Kriel, das direkt angrenzt, jetzt längst verfallen, ist über Jahrhunderte auch der Gerichtsort für die umliegenden Bauernhöfe. Was heißt das Hofgut? Das Gericht hat man dir kurzerhand an der Seite angehängt. Vier schwere Kragsteine, die aus deiner südlichen Wand ragen, zeugen bis heute von der profanen Last. Die Arbeit bleibt an dir hängen – das jetzt schon 1.100 Jahre. Mindestens.
    Gut, nach dem Krieg wirst du zu klein. Nein, deine Größe hat sich ja nicht verändert. Die Menschen wurden zu viele. Sankt Albertus Magnus nebenan hat das Alltagsgeschäft übernommen. Dir bleibt ab und an das Besondere, eine schöne Hochzeit, zum Beispiel.
    Den dichten Wald hat man dir im Jahr 1474 genommen. Gerodet, damit kein Feind Kölns Deckung findet. Aber die, die in deinem Schatten verweilen, vielleicht unter warmer Sonne einen Schluck Wasser trinken, erinnern sich an deine Geschichte.

    Michael

    -

    Zinter Stephanus – „Krieler Dömche“ nenne mer Dich. Wann ich dich su aanluure, ahne ich nit, wat do durchläv häs. Do steihs do em Dreieck, dat Gleueler- un Zülpicher Stroß belde un der Verkehr flüüß ihter an dir vörbei, wie noh dir hin. Flöck bes do üvversinn.
    Zogegovve, di Levve es nit esu oprägend wie dat vun der Huhe Domkirch zo Kölle un ohne in wörs do och nit als „Krieler Dömche“ bekannt. Mih Buur wie Adel, romanisch schlich, nit gotisch staats bes do die Kirch vun ener üvver Johrhunderte kleine Gemeinde. Ävver dä „Titel“ „Dömche" hät ald singe Grund.
    Erwahße bes do vermodlich ganz profan us ener römische Ziegelei. Et mag och en Wonnhuus gewäse sin, dat ding äldste Fundamente livvert. Römisch jedefalls. Suvill es gewess.
    Baal mööchte de Buure, die öm dich eröm Felder bestelle, ööntlich bedde künne, baue sich en klein, hölzer Kapell. Ene Pastur prädig. Hildebold es singe Name.
    An enem wärme Fröhjohrsdag em späde 8. Johrhundert verläuf sich ene Fremde bei dich. Hä es als Jäger aangetrocke. Et es der Künning Karl – hingerdren weed hä Kaiser Karl „der Große“ genannt. Hä ligg an Geech un es för en Kur en Oocche, wie der Bischoff Rikolph en Kölle stirv. En Kölle es der Düüvel loss weil ene Nohfolger gesök weed. Der Künning Karl mäht sich op der Wäg, för selver ene Nohfolger vum Bischoff Rikolph ze bestemme. Ohne et aanzekündige reis hä durch de deechte Wälder noh Kölle. Keiner erkennt en en singem Gewand als Jäger. Der Pastur Hildebold reck däm Mann, dä ganz beet es, wie selvsverständlich ene Schlupp Wasser un wiggerhin unerkannt folg der Karl der Mess. Als Dank doför, esu fründlich opgenomme woode zo sin, mööch hä en Goldmünz gevve. Der Hildebold lähnt dat av. Et wör zo vill för su en klein Gemeinde. Wann der Jäger wirklich rich schenke mööch, dät der Hildebold för Ledder vun enem Rih för ene neue Endband för die aal, avgegreffe Bibel froge.
    Avgestüsse vum huffäädige Zänk vun de Kölsche, die sich nit op ene neue Bischoff einige künne, freut hä sich üvver die bedaachte Bescheideheit. Der Kaiser Karl hät singe neue Bischoff för Kölle gefunge! Der Hildebold steig späder zom eeschte Ääzbischoff vun Kölle op.
    Un weil ene Bischoff en enem Dom setz, bes do zickdäm et Dömche vun Kriel.
    Koot drop, öm et Johr 900, es nit nor di Fundament us Stein. Enä, dinger Gemeinde kanns do jetz secher Obdach beede.
    Mess öm Mess weed üvver Johrhunderte en dir gelese. Pänz weede gedäuf, Paare hierode, Minsche weede beigesatz, Johrunderte lang. Et Hofgod Kriel, dat tirek aangrenz, jetz längs verfalle, es üvver Johrhunderte och der Gereechsoot för de ömligende Buure Höff. Wat heiß et Hoffgod? Dat Gereech hät mer dir kooterhand aangehange. Vier schwere Konsole, die us dinger südliche Wand rage, zeuge bes hügg vun dinger profane Lass. De Arbeid bliev an dir hänge - dat jetz ald 1.100 Johr. Mindestens.
    God, nohm Kreeg wees do zo klein. Nä, ding Größe hät sich jo nit verändert. De Minsche woodte zo vill. Zint Albertus Magnus nevvenaan hät et Alldagsgeschäff üvvernomme. Dir bliev av un an et Besondere, en schön Huhhzigg, för e Beispill.
    Der deechte Wald hät mer dir em Johr 1474 genomme. Avgeholz, domet keine Feind Deckung fingk. Ävver die, die en dingem Schatte verwiele, villleich unger wärmer Sonn e Schlüppche Wasser drinke, entsenne sich an di Kreppche.

    Mechel
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  • Mechternbrunnen, St. Mechtern

    21 marca 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 13 °C

    Heute bin ich mal in Ehrenfeld unterwegs, mein Ziel ist der Mechternbrunnen in der Mechternstraße. Wir haben ja schon über den heiligen Gereon berichtet, und dieser Brunnen rundet die Geschichte ab, denn hier befindet sich die Richtstätte unseres Stadtpatrons Gereon. Allemal ein Grund, diesen Platz aufzusuchen und sich den Brunnen einmal näher anzuschauen.

    Nun stehe ich hier auf diesem kleinen, eher unscheinbaren Platz, der von vielen der "Mordhof" genannt wird. Und ja, bevor ich mich dem Brunnen nähere, rufe ich mir die Legende in Erinnerung, Versuche, ein Bild der Zeit entstehen zu lassen. Hier fanden der heilige Gereon und seine Mitstreiter den Tod. Schwierig, sich das hier vorzustellen, aber spannend. Der Brunnen wurde 1927 durch die Stadt Köln errichtet, es war wohl Konrad Adenauer, der dafür sorgte. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Kirchengemeinde. 1957 wurde er erneuert.

    Nun nähere ich mich dem Schalenbrunnen, versuche die Schrift auf dem zylindrischen Brunnensockel zu entziffern.

    Heilige Stätte
    geweiht durch Gereons Blut
    und der Brüder
    kündet des Glaubens Sieg
    über
    die heidnische Welt.

    Langsam erahne ich die Bedeutung dieses Ortes. Hier geht man nicht einfach hin und schaut sich einen Brunnen an. Hier muss man etwas Zeit mitbringen, sich "hineinfühlen" in die Vergangenheit. Ja, diesen Brunnen solltet ihr euch anschauen, hier wurde Geschichte geschrieben.

    1934 war es, als neben der St. Mechtern Kirche bei Ausgrabungen erst ein römischer Kanal, dann eine Mauer und dann zwei weitere Kanäle entdeckt wurden, alles Reste aus römischer und fränkischer Zeit. Dies deutet auf eine frühchristliche Kapelle hin, die um das Jahr 1000 hier stand und dem Gereonsstift gehörte. Da erkannte man, das hier ein besonderer Ort ist. Genauso war er beschrieben worden, und jetzt, durch die Ausgrabungen, hatte man endgültig Gewissheit. Dies ist der immer wieder beschriebene Mordhof.

    Einige Schritte weiter hier auf dem Mordhof erinnert eine in die Fassade der Mechternkirche eingelassene Steintafel an die Kirchen, die an dieser Stelle standen, sowie an Gereons Tod.

    St. Mechtern
    Richtstätte des heiligen Gereon
    und seiner Gefährten
    Stätte christlicher
    Gewissensentscheidung
    Mahnmal katholischer
    Glaubensgemeinschaft
    Zeichen des Pax Christi
    unter den Völkern
    Zerstört am 30. Oktober 1944
    zum sechsten Male
    in tausend Jahren
    wiederaufgebaut 1953/54

    Es gibt eine Fassung, um 1000 erschienen, in der wird berichtet, dieser Ort trage den Namen "ad martyres Sanctos", "zu den heiligen Märtyrern". Zu dieser Zeit soll es hier eine Kapelle gegeben haben, die an Gereon erinnerte. Die Kapelle unterstand dem Propst des Gereonsstiftes. 1180 war hier ein Augustinerchorherrenstift angesiedelt, etwa 100 Jahre später waren hier Zisterziensernonnen ansässig. 1474 machte sich Karl der Kühne daran, die Stadt zu bedrohen, deshalb wurden die Gebäude vorsorglich niedergelegt. Bereits 1483 wurde hier wieder eine kleine Kapelle errichtet, und 1902 wurde hier ein Rektorat St. Mechtern eingerichtet. 1909 wurde eine Kuppelkirche erbaut, die 1944 zerstört wurde. Seit 1954 gibt es also die jetzt bestehende Kirche. Die wohl sechste, hier an diesem Ort. Wahrlich ein Ort mit Vergangenheit.

    In der Kirche finden wir den alten Stab mit der kauernden Schlange, so wie er vor der Restaurierung am Brunnen angebracht war. Dazu eine Tafel, die dies erklärt. Auch außen an der Kirche sind einige Erklärungen zu finden.

    Ich empfehle, sich Brunnen und Kirche gleichermaßen anzusehen und beides auf sich wirken zu lassen. Danach gehe ich in eines der vielen Cafes hier in Ehrenfeld und lasse das eben Gesehene auf mich wirken. Ein Stück Kölner Vergangenheit, spannend.

    Vorgestellt: Der Mechtern-Brunnen
    Ort: Mechternstr. 2, 50823 Köln (Ehrenfeld)
    Anfahrt: Piusstr., Linie 3,4

    Euch eine gute Zeit, bleibt neugierig und aufmerksam.
    Euer Ronald.
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  • Die Kehrseite der Medaille

    20 marca 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 11 °C

    Ihr Lieben, aus gegebenem Anlass - es wird in den nächsten Tagen ein weiteres Gerüst am Dom angebracht, um einen Sturmschaden reparieren zu können - veröffentliche ich heute noch einmal diesen Beitrag. Ich habe in den letzten Tagen im Internet sehr oft gelesen, wie über die Gerüste am Dom geschimpft wird und möchte einfach nur noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig diese sind.

    Die Kehrseite der Medaille

    Unser Dom...wir alle kennen und lieben ihn. Was von ihm ausgeht, was er ausstrahlt, innen wie außen, was er uns damit gibt, ist unbeschreiblich. Von seiner Entstehung und seinem langen Weg und Kampf über die Jahrhunderte habe ich euch erzählt. Sein Schöpfer, Meister Gerhard, wusste, er würde ihn niemals vollendet sehen. So Gott wolle, würde er allenfalls die Vollendung des Domchores erleben. Er wusste, seine Arbeit würden noch Generationen nach ihm weiterführen. Viele Generationen...

    Aber ob ihm auch bewusst war, was er den Menschen wirklich schenkte mit dieser Kathedrale? Vielleicht war es das. Und es war der Auftrag seines Lebens. Nachdem er schon an einem der Vorbilder des Kölner Domes, der Kathedrale von Amiens in Frankreich mitgearbeitet hatte, war es nun an ihm, ein solches Bauwerk in Köln zu erschaffen...

    Jedesmal, wenn ich den Dom betrete, durch das Mittelschiff direkt zum Domchor schaue und diesen Anblick auf mich wirken lasse, denke ich an ihn und frage mich, ob er uns zusieht. Ob er sieht, dass seine Träume und Visionen wahr wurden. Diese Kathedrale ist Heimat. Ort der Begegnung, der Zuflucht, der Hoffnung und der Liebe. Und wir alle hoffen, dass das ewig so bleiben wird.

    Aber jetzt kommen wir zu einem Knackpunkt. Wie oft habe ich, und ich wette, auch ihr, schon gehört: "Der Dom ist so schön, wenn nur diese hässlichen Gerüste nicht da dran wären" oder "das verschandelt den ganzen Dom". Diese Gerüste sind aber, ohne es dramatisieren zu wollen, lebensnotwendig für unseren Dom. Am Hauptgerüst z. B. sind mehrere Gerüstbauer ca. 2 Jahre lang damit beschäftigt, ein solches Gerüst anzubringen. Diese Arbeiten können nur bei perfektem Wetter ausgeführt werden, was wohl auch die lange Aufbauzeit erklärt. Hängt ein solches Gerüst, bleibt es für 10 Jahre an derselben Stelle. Somit hat man die Möglichkeit, brüchige Stellen auszubessern, ja, ganze Teile, wie Türmchen, zu erneuern und auszutauschen, die zuvor in monatelanger, liebevoller und originalgetreuer Handarbeit von Menschen gefertigt wurden, die stolz darauf sind, ein Teil derer zu sein, die dazu beitragen, den Dom zu erhalten. Damit er den Menschen, die ihn lieben, bleibt.

    Was würde im Umkehrschluss passieren, wenn es diese Gerüste nicht gäbe? Manche mögen jetzt sagen: es würde schöner aussehen. Ja, aber für wie lange? Unser Dom würde zerfallen. Ab und zu bricht ein Stück Gestein ab und fällt herunter. Oder eine Verankerung löst sich im Sturm, wie gerade geschehen. Noch ist das nicht oft, aber ohne die ständigen Arbeiten am Dom wäre das bald die Regel. Die Domplatte, bzw. das ganze Gelände um den Dom herum müsste dauerhaft abgeriegelt werden, auch das Betreten unserer Kathedrale wäre dadurch nicht mehr möglich. Das alles würde nicht heute oder morgen geschehen, aber der Verlust unseres Domes wäre unaufhaltsam...ein Gedanke, den ich nichtmal zu Ende denken möchte...
    Für mich persönlich gehören die Gerüste zum Dom, genauso, wie der Dom zu Köln gehört.

    Frau Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, ehemalige Dombaumeisterin des Kölner Domes, sagte einmal in einer Dokumentation, und ich zitiere: "Der Kölner Dom ohne Gerüst ist keine Wunschvorstellung, der Kölner Dom ohne Gerüst ist eine Schreckensvorstellung, denn der Kölner Dom ohne Gerüst ist der Dom ohne Pflege".

    Halten wir uns das immer vor Augen, wenn wir den Dom betrachten, dann werden er und die Gerüste, die eine Art Lebensader für ihn sind, zur Einheit auf dem Weg zur Ewigkeit...

    Bis bald
    eure Ramona
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  • Zeugnis der Vergangenheit

    20 marca 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 11 °C

    12 Torburgen - eingefasst in einer 8 Kilometer langen Stadtmauer, die zwischen 1180 und 1220 entstanden ist und die die Stadt Köln vor Angreifern und unerwünschten Eindringlingen schützen sollte.

    Viele kennen sicher diese alten Zeichnungen, auf der diese eindrücklich dargestellt wurden. Gehen wir heute durch Köln, können wir lediglich noch 4 dieser Tore betrachten, nämlich die Eigelsteintorburg, die Severinstorburg, die Ulrepforte und die Hahnentorburg. Um letztgenannte geht es heute. Schlendern wir über den Rudolfplatz, gehört das Tor zum gewohnten Anblick. Etwas verloren wirkt es da auf mich, aber stellt man sich einmal die einst zu beiden Seiten vorhandene Stadtmauer vor, erscheint ein Bild, das deutlich macht, wie groß und mächtig diese Anlage, oder besser gesagt, die ganze Stadtmauer mit all ihren Toren gewesen sein muss.

    Und mächtig war auch die Hahnentorburg, ist sie doch eine der ältesten und imposantesten Torburgen der Stadtmauer. Den westlichen Zugang sichernd an der Straße nach Aachen und Jülich gelegen, führt hier der Weg der gekrönten Könige, die von der Zeremonie in Aachen kamen, entlang in die Stadt hinein. Von dort zogen sie zum Schrein der Heiligen drei Könige im Kölner Dom.

    Woher aber kommt eigentlich der Name "Hahnentorburg"? Tja, so genau weiß man das nicht, obgleich es dazu verschiedene Theorien gibt. Einmal, dass "Hanego von Anselm", ein Großgrundbesitzer aus dem 12. Jahrhundert, Namensgeber war, was zur Bezeichnung "Hanenporcen" oder "Hagenenporcen" geführt haben soll, zum anderen wird der Name auf das Wort "Hano", was Hain bedeutet, zurückgeführt, was soviel wie Holzpforte oder Holztor bedeutet. Sinn machen würde es, da sich etwas außerhalb der Stadtmauer, in Richtung Aachen, Waldgebiet befand. Auf einer Stadtansicht des 16. Jahrhunderts aber war zu sehen, dass durch das Tor die "Hanen Straiß", die heutige Hahnenstraße führte.

    Auf einer Karte des französischen Geographen Jean Joseph Tranchet aus dem Jahre 1808 hieß das Tor dann Hahnentor, bei einer späteren Umbenennung wurde "Hahnen-Pforte" daraus.
    Ihr seht, in Köln dauert nicht nur ein Bauvorhaben etwas länger...kleiner Scherz am Rande. Wem das Areal seit Ende des 19. Jahrhunderts schon alles gehört hat, erspare ich euch an dieser Stelle.
    Wusstet ihr eigentlich, dass am Hahnentor am 18. Mai 1877 die erste Pferdebahn Kölns eröffnet wurde? Diese Stadt hat von der Römerzeit bis heute so unglaublich viel zu erzählen und man kommt von einem Thema automatisch ins nächste.

    Aber bleiben wir bei unserem Tor, zu dem es noch etwas erwähnenswertes zu erzählen gibt. Lange Zeit diente die Hahnentorburg nämlich als Gefängnis und natürlich gibt es auch hierzu eine Legende. Dazu gleich mehr, vorher nur kurz noch eine Sache: Seit 1988 beheimatet die Torburg die Karnevalsgesellschaft EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e. V.

    Die Legende: "Das gefürchtetste Gefängnis Kölns"

    Es gab einige Gefängnisse in der Stadt. Aber keines war so angsteinflößend, wie das in der Hahnentorburg. Denn dort, so erzählte man sich, erschien den Gefangenen, pünktlich um Mitternacht, und zwar jede Nacht, der Teufel, der sie verführen wollte, ihm zu folgen und sie daraufhin frei wären. Viele der Gefangenen verfielen daraufhin dem Wahnsinn. Dann, im Jahre 1528 wurde Adolf Clarenbach, ein Verfechter Martin Luthers, inhaftiert. Zu diesem Zeitpunkt ließen nämlich die Kölner nur den katholischen Glauben als den christlichen Glauben gelten, alles andere war pure Ketzerei. Clarenbach ließ sich aber nicht von seinem evangelischen Glauben abbringen und wurde somit verurteilt. Weil man dennoch versuchen wollte, ihn mit Hilfe des Teufels mürbe zu machen, verfrachtete an ihn in das Gefängnis in der Hahnentorburg.
    Und tätsächlich...Punkt Mitternacht erschien der Leibhaftige...

    ...machte sich über den Gefangenen lustig, glaubte dieser doch trotz seines schlimmen Schicksals immer noch an Gott. Malte ihm aus, was ihm bevorstünde, ein jämmerliches Verbrennen auf dem Scheiterhaufen, sollte er nicht seinem Glauben abschwören. Der Teufel bedrängte Clarenbach, sich ihm anzuschließen, dann stünde ihm ein Leben in Saus und Braus, mit Frau und Kindern bevor. Clarenbach, der sich nicht beeindrucken ließ, griff nun zu einer List. Mit einem Kohlestückchen schrieb er an die Zellenwand "hier, wo Gott ist, hat der Teufel nichts zu suchen" und malte noch ein großes Kreuz hinzu. Unter zischen und schreien verschwand der Teufel und kam auch nicht wieder. Adolf Clarenbach wurde kurze Zeit später hingerichtet.

    Wenn ihr demnächst gegen Mitternacht mal an der Hahnentorburg vorbeikommt, achtet mal darauf...ab und zu soll es dort nach Schwefel riechen...

    Bis bald, eure Ramona
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  • Sankt Servatius

    20 marca 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 11 °C

    Kennt Ihr den kölschen Imperfekt? „Ich wollte es ja getan haben.“. Tja, und jetzt schlage ich das neueste Heft der „Kölner-Stadtteilliebe“ auf und sehe da direkt den Artikel von Judith Tausendfreund, der erzählt, worüber ich schon immer mal schreiben wollte.
    Die „Kölner-Stadtteilliebe“ wird von Ute Schmidt aufgelegt und ist ein Regionalmagazin für den Kölner Südwesten. Hier finden sich immer wieder Artikel, die mir Anstöße für Kölschgänger liefern. Und das noch kostenlos. Es liegt einfach in den Geschäften zum Angucken oder Mitnehmen. Schlagt mal eines auf und bildet Euch eine Meinung darüber. Ich jedenfalls lese immer wieder gern darin. Jetzt ist der Artikel von Judith Tausendfreund sogar eine wichtige Quelle für diesen Beitrag.
    Die Sonne scheint ja wieder. Ich habe wieder Lust, meinen Arbeitsweg von „schnell heim“ in „lass mich doch mal gerade da vorbeischauen“ zu ändern. Ich arbeite ja in Rodenkirchen und wohne in Klettenberg. Gern fahre ich bei so tollem Wetter wie jetzt durch den Friedenswald und suche mir einen Weg über die A555. Rechts von mir liegt dann meist Rondorf. Schon fast Richtung Horizont liegt Meschenich. Aber vorher kommt, von Feldern und Teichen eingerahmt, ein kleiner Ort mit einem alten Kern und ein paar Häusern aus den 50’er Jahren. Auf einem Hügel im Ort liegt eine Kirche, die zu groß für das Dorf scheint: Immendorf und Sankt Servatius – der Dom von Immendorf.
    Bereits im Jahre 948 wird Sankt Servatius erwähnt. Das ist selbst für Kölner Verhältnisse schon richtig alt. Über die heute viel bekanntere Kirche Alt Sankt Maternus in Rodenkirchen, mit der schönen Sage aus grauer Vorzeit, finden sich erst über 40 Jahre später Aufzeichnungen. Das mal so zum Vergleich. Und diese Gemeinde lieferte damals einen Zehnt, der so hoch war, dass er den Mönchen des Klosters Sankt Severin geschenkt wird – damit die Gemeinde diese schön ernährt und sie nicht mehr arbeiten müssen. Das belegt diese Urkunde aus dem Jahr 948.
    Der Hügel, auf dem die Kirche steht, so dass sie gut von weither leicht zu sehen ist, nennt sich „Heidenberg“. Lasst uns mal logisch denken: ein Hügel mitten in der Landschaft, bei dem sich der Namen „Heidenberg“ gehalten hat? Es muss doch eine germanische Kultstätte gewesen sein. Natürlich setzt doch die neu Religion ihre „Kultstätte“ drauf. Eine kleine romanische Kirche entsteht. Braucht man da ein Geschichtsbuch? Das würde mich wundern.
    Was man aber nachlesen muss: das Einzugsgebiet umfasste Rodenkirchen, Raderthal und Raderberg, Rondorf, Godorf, Weiß, Sürth und zuletzt zeitweise auch Meschenich. Welch ein Gebiet! Hinzu kommt, dass Sankt Servatius als Schutzheiliger gegen Fußleiden, Rheumatismus, Frostschäden und Rattenplagen sehr beliebt war und so die Kirche auch von zahlreichen Pilgern besucht wurde.
    In den 1840’er Jahren wird sie bedeutend vergrößert. Der romanische Chor wird abgerissen und ein saalartiger Bau, der so lang war, die ersten drei Fenster der heutigen Kirche, angebaut. Und selbst das reicht bald nicht mehr. In der 1870er Jahren bleibt dieser neue Teil erhalten. Der Teil östlich und westlich davon wird nach Plänen vom Architekten August Lange angefügt. Seitdem hat die Kirche ihr Aussehen nicht mehr entscheidend verändert. So stellt sie sich heute noch dar.
    Sankt Servatius steht seit 1982 unter Denkmalschutz. Die Kirche mit der ehemals großen Bedeutung hat mit der Zeit immer mehr Gemeinden verloren. Heute teilen sie sich gerade einmal 1.000 Katholiken. Die Gemeinde Immendorf gehört längst zur Pfarrei Heilige Drei Könige in Rondorf. So ändern sich die Zeiten.
    Und weshalb Sankt Servatius der „Dom von Immendorf“ genannt wird, ja dass erzählt uns doch gleich bestimmt ein Immendorfer, oder?

    Michael

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    Kennt Ehr der kölsche Imperfek? „Ich wollt et jo gedon han.“. Tja, un jetz schlage ich et neuste Heff vun der „Kölner Stadtteilliebe“ op un sinn do tirek der Artikel vum Judith Tausendfreund, der verzällt, wodrüvver ich ald immer ens schrieve wollt.
    De „Kölner-Stadtteilliebe“ weed vum Ute Schmidt opgeläg un es e Regionalmagazin för der Südweste vun Kölle. Hee finge sich immer widder Artikele, die mer Idee för der Kölschgänger gevve. Un dat noch för ömesöns. Et litt einfach en de Geschäfte för Aanzeluure ov Metzenemme. Schlaht ens eins op un beldt Üch en Meinung dorüvver. Ich jedefalls lese immer widder gään dodren. Jetz es der Artikel vum Judith Tausendfreund esugar en wichtige Quell hee dä Beidrag.
    Et Sönnche schingk jo widder. Ich han widder Loss, minge Arbeidswäg vun „flöck heim“ en „loss mich doch ens grad do vörbeiluure“ ze ändere. Ich arbeide jo en Rudekirche un wonne en Kletteberg. Gään fahre ich bei su enem schöne Wedderche wie jetz durch der Friedenswald un sök mer ene Wäg üvver de A555. Rähts vun mir litt dann miets Rondorf. Ald baal Richtung Horizont litt Meschenich. Ävver vürher kütt, vun Felder un Deiche engerahmp, ene kleine Oot met enem aale Kään un e paar Hüüser us de 50’er Johre. Op enem Hüvvel em Oot litt en Kirch, die zo groß för der Oot schingk: Immedörp un Zint Servatius – der Dom vun Immedörp.
    Ald em Johr 948 weed Zint Servatius erwähnt. Dat es selvs för kölsche Verhäldnisse ald richtig ald. Üvver die hügg vill bekanntere Kirch Ald Zint Mätern en Rudekirche, met dä schön Sag us grauer Vürzigg, finge sich eesch üvver 40 Johr späder Opzeichnunge. Dat ens öm ene Verglich ze han. Un die Gemeinde livverte domols ene Zehnt, dä esu huh wor, dat hä dä Murmelbröder vum Kluster Zinter Vring geschenk weed – domet de Gemeinde die schön ernährt un se selvs nit mih arbeide müsse. Dat beläg die Urkund usem Johr 948.
    Der Hüvvel, op däm de Kirch steiht, su dat se god vun Wiggem zo sinn es, nennt sich „Heideberg“. Loss mer ens logisch denke: ene Hüvvel medden en der Landschaff, bei däm sich der Name „Heideberg“ gehalde hät? Et muss doch en germanische Kultstätt gewäs sin. Natörlich setz doch die neue Religion ehr „Kultstätt“dodrop. En klein romanische Kirch entsteiht. Bruche mer do e Geschichsboch? Dat dät mich wundere.
    Wat mer ävver nohlese muss: et Enzogsgebiet dät Rudekirche, Raderthal un Raderbirg, Rondorf, Godorf, Wieß, Sürth un zoletz Meschenich enschleeße. Wat e Gebiet! Dobei kütt, dat Zint Servatius als Schotzhellige gäge Foßping (kei Wunder bei däm Wäg, dä de Lück ze laufe hatte), Rheuma, Frossschäde un Ratteploge ärg belieb wor un esu die Kirch och vun unzählige Pilger besök woodt.
    En de 1840’er Johre weed se groß usgebaut. Der romanische Chor weed avergeresse un ene saalaatige Bau, dä su lang wor, wie de eeschte drei Finster vun der hüggige Kirch, aangebaut. Un selvs dat reck baal nit mih. En de 1870’er Johre bliev dä neue Deil erhalde. Dä Deil össlich un wesslich dovun weed noh Plän vun däm Architek August Lange aangefüg. Zickdäm hät die Kirch ehr Ussinn nit mih groß verändert. Su süht se hügg noch us.
    Zinter Servatius steiht zick 1982 unger Denkmolschutz. Die Kirch, die fröher en große Bedüggnis hatt, hät met der Zigg immer mih Gemeinde verlore. Hügg deile se sich grad ens 1.000 Katholike. De Gemeinde Immendorf gehürt längs bei de Farrei Hellige Drei Künninge en Rondorf. Esu ändere sich de Zigge.
    Un woröm Zint Servatius der „Dom vun Immedörp“ genannt weed, jo dat verzällt uns doch glich bestemmp ene Immendorfer, oder?

    Mechel
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  • Maria Immaculata

    20 marca 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 4 °C

    In direkter Nachbarschaft zu der romanischen Kirche St. Gereon befindet sich eine kleine Parkanlage, der Gereonsdriesch. Anfangs dachte ich, dass an diesem Ort der heilige Gereon als Märtyrer sein Leben verloren hat, weil hier der Kopf desselben aus Stein gemeißelt liegt, aber wie uns Ronald kürzlich berichtete, geschah dies auf einem Feld in der Nähe Kölns, dem späteren Mechtern. Sein und die Körper seiner Männer sollen laut Legende dann in einen Brunnen geworfen worden sein, eben den Mechternbrunnen im heutigen Ehrenfeld.
    Nun finden wir hier am Gereonsdriesch aber noch etwas anderes, was nicht weniger erwähnenswert ist.

    Eine Mariensäule. Aber nicht irgendeine, nein, sie ist eine der ältesten rheinischen Mariensäulen. Vincenz Statz entwarf die neugotische Säule, welche 1858 aus Udelfanger Sandstein hergestellt wurde.

    Aber wie kam es in dieser Zeit eigentlich zu dieser verstärkten Marienverehrung? Es war die Folge des von Papst Pius am 08.12.1854 verkündeten Dogmas über die unbefleckte Empfängnis der Maria. Im katholischen Köln, dessen Bürger seit 1815 mit ihrer preußischen Stadtverwaltung haderten, entstand 1855 ein Verein zur Errichtung eines Standbildes "Maria Immaculata" (die Unbefleckte). Weil diese Idee eines Standbildes aber bei der Bevölkerung umstritten war, weil unpraktisch, was sollte man denn mit einer Säule anfangen, erwog man sogar als Alternative den Bau eines Krankenhauses. Der Kölner Dom war ja, wie wir wissen, noch nicht fertig.

    Der Verein gab jedoch nicht auf, und so wurde, im "Kampfblatt für Neugotiker", ein Blatt des Organs für christliche Kunst, ein Entwurf der Säule von Vincenz Statz veröffentlich. Und hier zeigten sich jetzt die Gegensätze der Stadt, denn mit den Planungen zur Errichtung der Mariensäule wurde bekannt, dass die Stadt Köln sich mit dem Gedanken an die Errichtung eines großen Reiterdenkmals für den Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. trug.

    Die preußische Verwaltung, mit dem Bürgermeister Hermann Joseph Stupp und dem Reiterdenkmal einerseits, die katholischen Bürger Kölns mit der neugotischen Mariensäule andererseits. Schutzherr und Beschützerin der Stadt und des Erzbistums Köln.

    Nachdem am 2. Juni 1857 ca. 25.000 Menschen die Grundsteinlegung der Säule feierten, wurde sie im Mai 1858 fertiggestellt, eingeweiht jedoch erst im September 1858 bei der 10. Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands.

    Wunschstandort für die Säule war der "Alter Markt", davon aber wollte die Stadtverwaltung nichts wissen und lehnte diesen ab. Und so wurde als Standort ein Platz in der Gereonstraße gewählt, vor dem erzbischöflichen Palais. Aber auch dort musste die Säule zu Anfang des 20. Jahrhunderts weichen, als der Fortschritt Einzug hielt und die Straßenbahn ausgebaut wurde. Der Platz wurde nun für einen Schienenstrang benötigt. 1901 bekam sie dann ihren noch heutigen Platz am Gereonsdriesch, südöstlich vor dem Chor von St. Gereon, oder einfacher gesagt - links vom Eingang. Sie wirkt durch ihren neugotischen Baustil ein wenig, als hätte man ein Stück vom Dom hierher verfrachtet. Man stößt hier in Köln eigentlich immer wieder auf ihn, denn selbst, wenn die Mariensäule nichts mit ihm zu tun hat, verbindet man doch ihre Optik mit ihm.

    Vielleicht verbindet ihr ja einfach mal einen Spaziergang durch die Stadt mit einem Besuch bei der heiligen Maria. Es lohnt sich, denn mit dem Wissen um etwas, betrachtet man es doch nochmal ein wenig anders.

    Eure Ramona
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  • Klein St. Martin

    15 marca 2019, Niemcy ⋅ 🌧 11 °C

    Nun könnte man bei der Überschrift ja vermuten, ich hätte mich vertan. Denn schließlich heißt es doch Groß St. Martin. Oder? Heißt es auch. Aber eben auch Klein St. Martin, denn diese Kirche gibt es in groß und klein. Klingt verwirrend? Ein bisschen schon und dennoch bin ich mir sicher, ihr alle kennt den "kleinen Bruder" Groß St. Martin's, auch wenn heute nur noch der Turm übrig ist. Und der steht zwischen Pipinstraße und Augustinerstraße. Die Westseite des damaligen Kirchenschiffs wurde seinerzeit auf die alte römische Stadtmauer gebaut.

    Auf wann der Ursprungsbau dieser Kirche datiert werden kann, weiß man nicht genau. Man vermutet die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts. Die ersten Eintragungen in den Schreinskarten aber stammen aus der Zeit zwischen 1130 bis 1140. Und eine erste urkundliche Erwähnung des Neubaus dieser Kirche soll es von 1172 bis 1176 gegeben haben, als die Krypta geweiht wurde (hierzu existieren verschiedene Zeitangaben).

    Sehr bald, nachdem man damit begonnen hatte, die Kirchen in sogenannte Schreinskarten/Schreinsbücher einzutragen, was im Grunde unseren heutigen Grundbucheinträgen gleichkommt, gab man dieser Kirche, um sie von der Stiftskirche Groß St. Martin unterscheiden zu können, den Namen Klein St. Martin, denn diese Kirche war ebenso dem heiligen Martin geweiht.
    Im 14. und 15. Jahrhundert erweiterte man Klein St. Martin zu einer hallenartigen, fünfschiffigen Kirche. Jetzt erhielt sie auch ihren Turm, jenes Überbleibsel, welches uns bis heute die Existenz dieser Kirche bezeugt.

    Da die Pfarrgemeinden in Köln zu jener Zeit selbstbestimmter und stärker wurden, hatte auch Klein St. Martin das Recht, mitzuwählen, wer als Pfarrer denn dort eingesetzt werden sollte. Im Jahre 1317 bestand das Kollegium der Wahlmänner aus dreizehn Pfarrangehörigen, worunter sich auch einige Mitglieder der Overstolzenfamilie befanden. Der Name des vorgeschlagenen Pfarrers wurde der Äbtissin des benachbarten Stiftes St. Maria im Kapitol vorgelegt, und diese gab ihn dann an den Dompropst weiter.

    Mitte des 16. Jahrhunderts schließlich erhielt unsere kleine Martinskirche, die ohnehin eine wertvolle Ausstattung vorzuweisen hatte, eine Orgel, die Vitus ten Bendt, ein Meister seines Fachs, geschaffen hatte.
    Diese Kirche erfüllte so ihr Dasein, wie so viele andere Kirchen Kölns, über die Jahrhunderte. Bis...zu den Franzosen. Im Jahre 1802 kam die Säkularisation unter Napoleon. Kirchliche Institutionen wurden aufgelöst, deren Besitztümer verstaatlicht. Während der Aufhebung von Stiften und Klöstern wurde im Jahre 1803 die Kirche St. Maria im Kapitol der Pfarrgemeinde um Klein St. Martin zugeteilt. Deren Kirche wurde geschlossen, das Kirchenschiff wurde nun für weltliche Zwecke versteigert und 1824 abgerissen, da es inzwischen baufällig geworden war. Was für ein trauriges Ende...

    Lediglich der Turm blieb stehen und diente weiterhin, wie bereits seit 1637, der Kirche St. Maria im Kapitol als Glockenturm, nachdem deren Westwerk eingestürzt war.

    Heute ist der Glockenturm leer, denn alle sich bis dahin noch dort befindlichen Glocken, deren Geschichten hier den Rahmen sprengen würden, zerschmolzen im zweiten Weltkrieg, genauer gesagt 1942, während eines Feuers, in welchem der gesamte Turm ausbrannte. Als Teil des Kulturerbes des Kölner Rheinpanoramas baute man ihn wieder auf, allerdings setzte man ihm jetzt eine andere, niedrigere Spitze auf. Er fällt somit im Panorama heute kaum mehr auf.

    Eine Location, das "1460", welches in der Gewölbekapelle des Turms untergebracht ist, wird heute für Veranstaltungen aller Art, wie z. B. Hochzeitsfeiern genutzt. Über die Angemessenheit einer solchen Nutzung darf jeder gerne selbst entscheiden.

    Für mich steht der Turm von Klein St. Martin eher als mahnendes
    Beispiel für die Gier nach Macht und Geld, wie es uns Napoleon eindrücklich gezeigt hat, aber auch für ein wichtiges und schönes Stück Köln. Schön, dass es ihn noch gibt.

    Bis bald, eure Ramona
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  • Das Kürassier-Denkmal in Deutz

    14 marca 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 6 °C

    Und schon wieder ein Reiterdenkmal, war mein erster Gedanke, als ich überlegte, darüber zu berichten. Ich hatte ja erst über die vier Kollegen auf der Hohenzollernbrücke geschrieben. Aber auch dieses gehört nun einmal zu unserer Geschichte. Also, ab nach Deutz, denn hier am Rhein steht es.

    Das Kürassier-Denkmal. Irgendwie steht dieser Reiter auch wieder für die Preussen hier am Rhein. Denn 1815 begann der Ausbau Kölns zur Garnisonsstadt und in diesem Zuge wurde in Deutz am Rheinufer 1820 eine Kaserne fertiggestellt. 1889 hatte Kaiser Wilhelm II. das "Kürassierregiment Graf Geßler", ein Kavallerieregiment aufstellen lassen. Dieses Regiment wurde nun in diese Kaserne beordert und blieb bis 1918, dem Ende der preußischen Herrschaft hier.

    Typisches Auftreten der Preußen, wie militärischer Drill und regelmäßige Paraden, sollten in der Stadt für Zucht und Ordnung sorgen.

    Dies sollte auch dieses Denkmal ausdrücken, als es 1930 entstand. Ehemalige Mitglieder des Regiments brachten die erforderliche Summe auf, um dieses monumentale Denkmal als Erinnerung errichten zu lassen. Adolf Abel, ein zu dieser Zeit sehr bekannter Kölner Architekt und Stadtbaudirektor, sowie der Bildhauer Paul Wynand gestalteten dieses stolze Denkmal. Auf einem 6,5 Meter hohen Sockel bauten sie die sechs Meter (bis zur Speerspitze) hohe Bronzeskulptur. Allein der Reiter mit Pferd wiegt satte vier Tonnen. Übrigens stellt das Denkmal keinen hohen Offizier dar, sondern einen einfachen unbekannten Soldat. Zur Enthüllung des Denkmals im Jahre 1930 war auch Oberbürgermeister Konrad Adenauer erschienen.

    Die Kaserne wurde später zum Rheinischen Museum umgestaltet und während des zweiten Weltkrieges zerstört.

    Übrigens wurden diese Reiter von den Kölnern sehr abschätzend als "Mählsäck" bezeichnet. Denn unter ihrem Kürass, dem glänzenden Brustpanzer trugen sie weiße Uniformen, dies ist der Grund dafür. Spötter meinen, der Name käme von ihrer Reithaltung.

    Wie auch immer. Mir gefällt es. Und es lohnt sich, beim nächsten Spaziergang hier am Kennedyufer mal stehen zu bleiben und einen Blick darauf zu werfen, wie sich ein Spaziergang durch Deutz im allgemeinen lohnt. Deutz hat was zu bieten.

    Vorgestellt: Das Kürassier-Denkmal
    Ort: Urbanstr. 1, 50679 Köln (Deutz)
    Anfahrt: Severinsbrücke, Linie 7,9 oder Deutzer Freiheit, Linie 1,7,9

    Euer Ronald
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  • Madonna in den Trümmern

    11 marca 2019, Niemcy ⋅ 🌬 4 °C

    Einer meiner letzten Spaziergänge durch Köln führte mich an einem Ort vorbei, an dem einmal eine der größten Pfarrkirchen der Stadt gestanden hat. Ihr Schicksal vernahm einen etwas anderen Lauf, als viele der anderen Kirchen. Im zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, wurde sie nicht wieder so aufgebaut, wie sie war. Der Name dieser Kirche: St. Kolumba...

    Sie erinnert mich ein bisschen an Alt St. Alban. Auch dort bin ich zuerst fast vorbeigegangen, ohne wahrzunehmen, dass dort die Überreste einer Kirche stehen. So auch hier jetzt. Lediglich einige Teile der Außenwände blieben erhalten, sowie ein Turmstumpf und noch etwas ganz besonderes. Eine stehende Figur der Maria, der Mutter Gottes. Ist es nicht beachtlich, und auch etwas mystisch, dass gerade sie die Angriffe des Krieges völlig unbeschadet überstanden hat? Die Bezeichnung, die diese Figur bekam, nämlich "Madonna in den Trümmern" spricht geradezu für sich, da bedarf es keiner weiteren Worte. Traurigkeit macht sich breit in Gedenken an diese Zeit aber auch Dankbarkeit, diese nicht miterlebt haben zu müssen.

    Wie gesagt, wurde die Kirche, zu der ich gleich noch näher eingehe, nicht wieder aufgebaut. ab 1947 jedoch wurde die St. Kolumba Kapelle "Madonna in den Trümmern" inmitten der Ruinen der Kirche errichtet. Und das ist schon eine Besonderheit. In den Jahren 1956/57 wurde sie noch um eine Sakramentskapelle an der Nordseite erweitert.
    Der Name Kolumba steht für das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, welches neben dem Wallraff-Richartz-Museum das ältestes Museum Kölns ist. Den "neuen" Namen Kolumba trägt es allerdings erst seit dem 15. September 2007 mit der Eröffnung des Neubaus des Museums, welches an der Stelle der ehemaligen, ursprünglich romanischen später im spätgotischen Stil umgebauten Kirche St. Kolumba steht.

    Die Kapelle ist frei zugänglich und vielleicht gerade, weil man hier nichts monumentales vermutet, findet man in dieser sakralen Kapelle tatsächlich noch Ruhe. Abgeschirmt vom Treiben der Innenstadt. Der Zugang zur Kapelle befindet sich an der Südseite, der Brückenstraße, getrennt vom Eingang ins Museum.

    Es gibt übrigens auch hier eine Legende. Oberhalb des Eingangs zur Kapelle befindet sich die Skultur einer Bärin. Laut dieser Legende wurde die heilige Kolumba von Sens, eine unberührte Märtyrerin, im Jahr 274 nach Christus, von einer Bärin gerettet, bei dem Versuch, vergewaltigt zu werden. Geschaffen wurde die Skulptur, die wachend über dem Eingang angebracht ist, von Gottfried Böhm, der 1947 auch den Auftrag zum Bau der Kapelle bekommen hatte.

    Jetzt zur Kirche St. Kolumba...erwähnt wurde die romanische Kirche erstmals im Jahre 980. Vorerst eine einschiffige, kleine Kirche, noch abhängig von der damaligen Domkirche und erst nach Teilung der bischöflichen Dompfarre selbständig, wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert. Im 12. Jahrhundert wurde sie zu einer dreischiffigen Kirche erweitert. Weil die Gemeinde aber immer größer wurde, erweiterte man sie dann im 15. Jahrhundert zu einer fünfschiffigen Hallenkirche, doch diesmal größtenteils im spätgotischen Stil. Im 17. Jahrhundert wich wiederum der spätgotische Stil dem Barock. Das einzige, was über die Jahrhunderte den romanischen Stil beibehalten hatte, waren das Mittelschiff und der Turm.

    Im zweiten Weltkrieg, im Jahre 1943 wurde St. Kolumba fast vollständig vernichtet.

    Ihr Lieben, wenn ihr in der Nähe seid, stattet doch der "Madonna in den Trümmern" einen Besuch ab. Dort steht speziell die Marienfigur für die Hoffnung. Für die Hoffnung, dass das, was wirklich zählt im Leben, nämlich Glaube, Liebe und Hoffnung durch keinen Krieg der Welt zerstört werden kann.

    Bis bald
    eure Ramona
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  • Der Frauenbrunnen am Farina-Haus

    7 marca 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 9 °C

    Morgen ist Weltfrauentag, was passt da besser als ein Beitrag über den Frauenbrunnen?

    Mitten in der City, im Innenhof des Farina-Hauses finde ich ihn, den Frauenbrunnen. Eigentlich trägt er den Namen "Frauen im Wandel der Zeit", aber fast alle nennen ihn einfach "Frauenbrunnen". Aber hoffentlich mit Respekt. Wer nicht gezielt nach ihm sucht, wird ihn nicht finden. Man ist schnell daran vorbei gelaufen und hat den Innenhof übersehen. Ich habe den Brunnen aber gefunden und das ist gut, denn sonst wäre dieser Beitrag hier zu Ende. Nein, Blödsinn, natürlich kenne ich dieses hübsche Kleinod.

    Hier in diesem Hof vergesse ich jedesmal, dass ich mitten in der Stadt bin. Totale Ruhe, viel Grün und mittendrin dieser hübsche Brunnen. Ich habe schon eine ganze Menge Brunnen in Köln gesehen und mich häufig beklagt, wie ungepflegt viele aussehen. Hier möchte ich deshalb auch mal loben. Dieser Brunnen ist in einem äußerlich sehr schönen Zustand. Auch um den Brunnen ist alles gepflegt. Ich bin positiv beeindruckt. Muss man dann ja auch mal sagen, nicht nur meckern.

    Bunt kommt er daher, ungewöhnlich bunt. Ein kleiner, angenehm niedriger Zaun umfasst den säulenartigen Brunnen. Der Zaun wirkt nicht störend, trotzdem wäre es ohne ihn schöner. Jetzt, wo ich direkt vor dem Brunnen stehe, kommen mir die Farben nicht mehr ganz so bunt vor, wie eben noch aus größerer Entfernung. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein. Erschaffen wurde die Skulpturensäule 1987 von der Bildhauerin Anneliese Langenbach. Meine Recherche ergab, dass die Bildhauerin sich die Frage gestellt hat: was trugen die Frauen in den entsprechenden Epochen? Dies hat sie dann in die Skulpur mit einfließen lassen.

    Nun schaue ich mir den Brunnen genauer an, denn im Gegensatz zu vielen eher langweilig anmutenden Brunnen gibt es hier eine ganze Menge zu entdecken, wenn man bereit ist, ihn auf sich wirken zu lassen und ihn in aller Ruhe umrundet, am besten mehrmals.

    Den unteren Bereich des Brunnens bildet eine Säule, auf der nur Schilder mit Jahreszahlen angebracht sind. Auf diesen stehen die Namen der jeweils darüber stehenden Frauen. Allesamt in den üblichen Gewändern ihrer Epoche gekleidet, ergibt sich so ein schönes Bild. Über den Damen steht der Titel des Brunnens "Die Kölner Frauen im Wandel der Zeit", das Ganze von Blumen umschmückt. Doch welche Damen sind hier eigentlich dargestellt? Hier die Damen im Zeitraffer.

    Natürlich beginnt es wie in unserer Stadtgeschichte im 1. Jahrhundert mit der Ubierin, daneben dann die Römerin. Mit dem Ende der römischen Herrschaft kamen die Franken und mit ihr die Christianisierung. Daneben dann die heilige Ursula, die Schutzpatronin Kölns und sicher die bekannteste Jungfrau, die ja vom Hunnenkönig Attila höchstselbst niedergemetzelt wurde. Nun folgt eine Frau in der typischen Kleidung des 14. Jahrhunderts.

    Die nächste Frau steht für das Jahr 1424. Sie stellt eine Jüdin dar, denn in dieser Zeit wurden die Juden aus der Stadt vertrieben. Es folgt eine Niederländerin, um 1600 kamen viele Protestanten, die in ihrer Heimat verfolgt wurden, nach Köln. Zu dieser Zeit war Köln konfessionsoffen. Nun, wir sind im 18./19. Jahrhundert angekommen, folgt eine Italienerin, und damit wird der Bezug zu diesem Ort hergestellt, denn Farina ließ sich zu dieser Zeit hier an diesem Ort nieder und baute hier seine "Fabrik" und produzierte sein Kölnisch Wasser.

    Das Farina-Haus vorn ist übrigens wirklich einen Besuch wert. Nun gehts ins Jahr 1832, die nächste Dame ist sehr preussisch gekleidet. Die letzte Dame zeigt das Jahr 1987 und ist zeitgenössisch gekleidet und wir sind damit einmal rum um den Brunnen.

    Ja, Köln hatte schon immer starke und hübsche Frauen, darauf sollten wir stolz sein.

    Hübsch ist dieser Brunnen und ich kann euch nur empfehlen, ihn einmal zu besuchen. Am besten in Verbindung mit dem Farina-Haus. Überhaupt ist dieser kleine Hinterhof mit seinem Gärtchen eine kleine Ruheoase mitten in der Stadt.

    Euer Ronald
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  • Der Bauer

    7 marca 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 9 °C

    "Einmal Prinz zu sein, in Kölle am Rhein..." – schön war es. Aber ganz ehrlich, mit Strumpfhose und Fasanenfeder kann man mich jagen. Das Ornat Eurer Deftigkeit finde ich schon immer schöner mit dem Dreschflegel, dem wappengezierten Wams und den prächtigen Straußenfedern. Passt figürlich auch besser.
    Habt ihr Euch eigentlich mal gefragt, wie es dazu kommt, dass ein Bauer Köln repräsentiert?
    Was ist denn Euer Bild vom alten Köln? Denkt Ihr, wie ich, an gewiefte Händler, pfiffige Handwerker, Gaffeln und Zünfte, zänkische Bischöfe und reiche Patrizier? Ein Bauer taucht in meinen Gedanken spät auf. Vielleicht, wenn ich an Szene auf den Marktplätzen denke. Dann sind es aber eher ärmliche Gestalten, die nach zehrender Arbeit ihr Waren anbieten. Ehrbar, aber doch nicht repräsentativ! Und doch ist der Bauer ein Symbol für die Stadt.
    Selbstverständlich ist die Stadt nicht einfach so auf die Idee gekommen. "Schuld" ist ein schönes neues Ordnungssystem aus dem Mittelalter, welches Herzöge, Grafen, Ritter, Edle und eben auch Städte in Stände unterteilt. "Quaterionensystem der Reichsverfassung" schimpft sich das Ungetüm. Tja, und Kölle gehört eben neben anderen Reichsstädten zum Bauernstand.
    Warum das so ist, weiß ich nicht. Ist aber nicht schlimm, schließlich überrascht die Kunde den Rat der Stadt ja auch. Eine Erklärung findet dieser dazu auch nicht. Das ist aber auch wieder nicht schlimm, denn wenn man heute ein wenig nach Erklärungen sucht, stößt man schnell auf die Meinung, dass es "nicht ganz logisch" ist. Vorstellen kann ich mir aber die ohnmächtige Fassungslosigkeit im Rat, in der Stadt und überhaupt.
    Aber da ist er nun, der Bauer, als Symbol der Stadt Köln. Und es ist ja wie immer im Leben. Wenn man dich braucht, fallen deinen Mitmenschen Loblieder ein. Dann holen sie dich aus deiner täglichen Plackerei, loben dich in höchsten Tönen, polieren dein Image kräftig auf und stellen dich fein herausgeputzt ins Rampenlicht. Tättäää! -Der Bauer!
    Dann bist du nicht mehr der elende, an der Scholle klebende Niemand, der gefälligst einen Großteil seines Ertrags abzugeben hat, für Leute, die sich zu höheren berufen fühlen. Nein! Dann bist du auf einmal die Stütze der starken Stadt, ohne den es sie nicht gäbe, der sie versorgt und im Streitfall die Zinnen bewehrt und schützt.
    Ach was, Stütze der Stadt, des gesamten Reiches! Unten, auf dem Sockel der Statue auf dem Bild, steht "Halt fest du kölscher Bauer, bleib beim Reich, es fällt süß oder sauer." Da schwingt doch eine gewisse Abhängigkeit mit, bei dem "Was auch passiert, bleib um Gottes Willen hier!".
    Letztendlich hat er in seiner Bedeutung um 1870 seinen Platz auch im Dreigestirn gefunden.
    Versteht Ihr jetzt ein wenig, weshalb mir der Bauer näher steht?

    Michael

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    "Einmol Prinz zo sin, en Kölle am Rhing..." – schön wor et. Ävver jetz em Ääns, met Strumpbotz un Fasanefeddere kann mer mich jage. Dat Ornat vun Üürer Deftigkeit mem Dreschflägel, dem Wammes, dat uns Wappe schmöck un de staatse Straußefeddere, finge ich ald immer staatser. Et pass figürlich och besser.
    Hat Ehr üch eigentlich ens gefrog, wie et kütt, dat ene Boor Kölle darstellt?
    Wat es dann Üür Beld vum aale Kölle? Denkt Ehr, wie ich, an raffineete Händler, gescheckte Arbeidslück, Gaffele un Zünf, krabitzige Bischöff un riche Patrizier? Ene Boor tauch en minge Gedanke eesch späd op. Villleich, wann ich mer vürstelle, wie de Määt fröhter usgesinn han. Dann sin et ävver ihter ärme Hungerligger, die noh haader Päädsarbeid, die se baal opgerevve hät, ehr Ware aanbeede. Ihrbar, ävver doch nit för jet darzestelle! Un doch es der Boor e Symbol för de Stadt Kölle.
    Selvsverständlch es die Stadt nit mir nix dir nix op die Idee gekumme. "Schold" es e schön neu Oodenungssystem usem Meddelalder, dat Herzög, Grafe, Ritter, Edle un evvens och Städt en Ständ ungerdeilt. "Quaterionensystem der Reichsverfassung" deit sich dat Ungetüm schänge. No jo, un Kölle höört evvens nevven ander Reichsstädt bei der Boorestand.
    Woröm dat su es, weiß ich nit. Es ävver nit schlemm, schleeßlich üvverrasch die Kund dä Rod vun der Stadt jo och. En Erklärung fingk dä dozo och nit. Dat es ävver och widder nit schlemm, denn wann mer hügg e bessche noh Erklärunge sök, stüss mer flöck op de Meinung, dat et "nit ganz logisch" es. Vürstelle kann ich mer ävver dat em Rod, en der Stadt un üvverhaup der Düüvel loss wor vör Ohnmaach.
    Ävver do es hä no, der Boor, als Symbol för de Stadt. Un et es jo wie luuter em Levve. Wann mer dich bruch, falle dinge Metminsche Lobleeder en. Dann holle se dich us dinger dägliche Plackerei, lovve dich en hühste Tön, poliere di Image kräftig op un stelle dich fing erusgeputz en et Rampeleech. Täddäää! - Der Boor!
    Dann bes do nit mih dä kleine Mann, dä an der Scholl kläv un gefälligs ene Großdeil vun singem Erdrag avzegevve hät, för Lück, die sich zo Hüherem berofe föhle. Nä! Dann bes do op eimol de Stütz vun der starke Stadt, ohne die et se nit göv, dä se versog un, wann se Knies hät, de Zinne besetz un se schötz.
    Ach wat, Stötz vun der Stadt, vum gesamte Rich! Unge, om Sockel vun der Statue om Beld, steiht "Halt fass do kölscher Boor, bliev beim Rich, et fall sös ov sor." Do schwingk doch en gewesse Avhängigkeit met, beim "Wat och passeet, bliev öm Goddes Welle hee!".
    Am Engk hät hä domet öm 1870 och ene Platz em Dreigesteen gefunge.
    Verstoht Ehr jetz e bessche, woröm der Boor mer nöher steiht?

    Mechel
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  • Umspannwerk Sankt Cäcilien

    21 lutego 2019, Niemcy ⋅ ☀️ 11 °C

    Ich finde, wir sind hier schon eine großartige Gruppe. Damit meine ich nicht nur Ramona, Ronald und mich, sondern uns alle hier zusammen.
    Kölschgänger ist ja mehr, als zur Zeit drei Typen, die jeder einmal wöchentlich etwas nettes über Köln schreiben. Wir sind keine Wissenschaftler oder Autoren, die meinen, sie könnten Euch etwas erzählen, was nicht schon längst ein schlauerer Kopf entdeckt hat. Nein, wir lieben einfach unsere Stadt und sind neugierig auf all die kleinen Einzelheiten, die am Ende eben unser Köln ausmachen.
    Mitunter stoßen wir an unsere Grenzen und finden keine Antwort. Das hat meine offene Frage an Euch letzte Woche gezeigt. Ich dachte „Da schreibst du jetzt zum ersten Mal etwas, um eine Antwort zu finden. Interessiert eh keinen.“ Da habe ich mich aber gründlich geirrt. Wenn die Daten von Facebook stimmen, hatte Janina Ruttkamp 24 Minuten nach der Veröffentlichung eine Antwort. Brigitte Beyer folgte zwei Stunden später. Das war toll!
    Ich hatte ja letzte Woche das Foto von diesem kleinen Gebäude, das ihr auch hier wieder seht, gezeigt. Eine Quelle, die ich gefunden habe, behauptet, es sei eine Kapelle, die zu St. Cäcilien gehört. Mir war klar, dass das nicht sein kann.
    Und richtig, es ist der Zugang zu einem Umspannwerk. Umspannwerke benötigen die Stromversorger in der Regel, um die höheren Spannungen der mächtigen Überlandleitungen bis auf ein Maß herunter zu bringen, dass die Geräte von uns Endverbrauchern vertragen. Dieses Gebäude ist daher keine Kapelle von St. Cäcilien, sondern wurde von den Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerken (GEW), deren Anlagen jetzt der Rheinenergie gehören, im Jahr 1900 gebaut.
    Es wurde gebraucht, um die ersten elektrischen Straßenbahnen mit Strom zu versorgen. Kurz darauf, ab Oktober 1901, fuhren diese ja für die „Bahnen der Stadt Cöln“ auf Teilen der Ringe und am Rheinufer vom Dom zum Zoo.
    Aber so ein kleiner Bau soll die Energieversorgung für das Straßenbahnnetz darstellen? Das ist genauso verrückt, wie seine Funktion als Kapelle: Es ist der oberirdische Zugang zu einer 1.000 Quadratmetern großen Stahlkonstruktion, einer Halle, die unterirdisch gebaut wurde.
    Hier, unter diesem Link, findet man Bilder dazu: http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/altstadt_s…
    Das Umspannwerk wurde bei den Bombardierungen im Jahr 1943 zerstört und nicht wieder in Betrieb genommen. Ein moderneres Umspannwerk, das „Unterwerk Mitte“ am Großen Griechenmarkt hat die Funktion im Jahr 1953 übernommen.
    Im Jahr 2010 wurde der große Bürokomplex aus Glas, das Cäcilum, des man im Hintergrund sieht, gebaut. Die große Halle unter der Erde wurde dabei erhalten, wenn sie auch nicht für uns geöffnet und begehbar ist. Unser Häuschen, den Zugang dazu, gibt es ja nun auch noch. Mit dem Bau des Cäciliums wurde es saniert, damit wir Kölschgänger es im Jahr 2019 dann auch mal bemerken konnten.
    So, das ist geklärt – weil Ihr uns geholfen habt.

    Michael

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    Ich finge, mer sin hee ald e großaatig Schmölzche. Domet meine ich nit nor et Ramona, der Ronald un mich, villmih uns all hee zosamme.
    Kölschgänger es jo mih, wie zor Zigg drei Lück, die jeder eimol de Woch aadig jet üvver Kölle schrieve. Mer sin kein Wesseschaftler ov Autore, die meine, se künnte Üch jet verzälle, wat nit ald ene gewetzere Kopp gefunge hät. Enä, mer han einfach uns Stadt leev un sin neugeerig op all de klein Saache, die am Engk Kölle usmaache.
    Metunger stüsse mer an uns Grenze un finge kein Antwood. Dat hät ming offe Frog an Üch letz Woch gezeig. Ich daach „Do schrievs do jetz för et eeschte Mol jet, för en Antwood ze finge. Interesseet suwiesu keiner.“ Do hatt ich mich ävver gründlich verdon. Wann die Date vum Facebook stemme, hätt et Janina Ruttkamp 24 Minutte nohdäm der Tex hee zo lese wor de Antwood parat. Et Brigitte Beyer dät zwei Stunde späder folge. Dat wor doll!
    Ich hatt jo letzte Woch et Fotto vun däm klei Bau, dä ehr hee och widder seht, gezeig. Ein Quell, die ich gefunge han, säht, et wör en Kapell, die bei Zint Zillie gehürt. Mir wor klor, dat dat nit sin kann.
    Un richtig, et es der Zogang zo enem Ömspannwerk. Ömspannwerke bruche de Stromversorger en der Regel, för de hühere Spannunge vun de staatse Üvverlandleidunge bes op e Moß erav ze bränge, dat de Geräte vun uns Endverbrucher verdrage. Dä Bau es doher kei Kapellche vun Zint Zillie, sondern woodt vun de Gas-, Elektrizitäts- un Wasserwerke (GEW), vun denne de Aanlage jetz der Rheinenergie gehüre, em Johr 1900 gebaut.
    Et woodt gebruch, öm de eeschte elektrische Stroßebahne met Strom ze versorge. Koot drop, av Oktober 1901, fuhre die jo för de „Bahnen der Stadt Cöln“ op Deile vun de Ringe un am Rhingofer vum Dom nohm Zolonische Gaade.
    Ävver su ene kleine Bau soll de Energieversorgung för dat Stroßenbahnnetz sin? Dat es genausu verröck, wie dat et en Kapell sin soll: et es der Zogang, dä üvver der Ääd litt, noh ener Hall, die us Stohl op ener Fläch vun 1.000 Quadratmeter unger der Ääd gebaut woodt.
    Hee, unger däm Link, finge mer Belder dozo: http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/altstadt_s…
    Et Ömspannwerk woodt bei de Bombardierunge em Johr 1943 zerstürt un nit widder en Betrieb genomme. E moderner Ömspannwerk, et „Unterwerk Mitte“ am Große Kreechmaat mäht die Arbeid zick dem Johr 1953.
    Em Johr 2010 woodt dä große Bürrokomplex us Glas, et Cäcilium, dat mer em Hingergrund süht, gebaut. De große Hall unger der Ääd woodt dobei erhalde, wann se och nit för uns geöffnet es un mer nit eren gonn dürfe. Uns Hüüsche, der Zogang dozo, gitt et jo no och noch. Mem Bau vum Cäcilum woodt et saneet, domet uns Kölschgänger et em Johr 2019 dann och ens opfalle kunnt.
    Esu, dat es geklärt – weil Ehr uns geholfe hat.

    Mechel
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  • Peter Füssenich, Dombaumeister

    20 lutego 2019, Niemcy ⋅ ☀️ 10 °C

    Begegnung - Peter Füssenich, Dombaumeister des Kölner Domes

    In meiner "Begegnung"-Reihe hatte ich vor kurzem die Freude und die Ehre, einen Menschen kennenlernen zu dürfen, dem der Kölner Dom nicht nur sehr am Herzen liegt, sondern dessen Berufung es ist, alles dafür zu tun, dass der Dom erhalten bleibt: Herrn Dombaumeister Peter Füssenich. Ich sage bewusst Berufung, denn die Fürsorge um diese unsere wundervolle Kathedrale ist viel mehr als nur Beruf.

    Geboren wurde Herr Füssenich am 19. Januar 1971 in Bonn. Seinem 2001 erfolgreich abgeschlossenen Studium der Architektur an der ehemaligen Technischen Hochschule Köln (heute Fachhochschule Köln) schloss sich ein Aufbaustudium am Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege an. In seiner Abschlussarbeit beschäftigte sich Herr Füssenich mit der Kölner Domplombe. Nach seinen Tätigkeiten als Baureferent am Kölner Generalvikariat und Referent vor der kirchlichen Kunstkommission bei liturgischen Umgestaltungen von Kirchen, wurde er im Juli 2012 Nachfolger des im April 2012 verstorbenen stellvertretenden Dombaumeisters Bernd Billecke. Seit Januar 2016 ist Herr Füssenich Dombaumeister am Kölner Dom.

    Wie bereits bei meinen ersten beiden Begegnungen mit Herrn Dompropst Gerd Bachner und der ehemaligen Dombaumeisterin, Frau Barbara Schock-Werner, wurde ich auch dieses Mal auf das Herzlichste empfangen. Wie glücklich und stolz ich bin, dem Dombaumeister, und somit einem weiteren Nachfolger Meister Gerhards, des ersten Dombaumeisters des Kölner Domes, meine Fragen gestellt haben zu dürfen, bedarf, glaube ich, keiner weiteren Erwähnung.

    Die erste Frage, die ich Herrn Füssenich stellte, war, wie es sich anfühle, in die Fußstapfen Meister Gerhards und so vieler, die nach ihm kamen, zu treten. Er sagte, dieses Amt mache ganz schön demütig, sei man sich doch bewusst, dass man nur einen kleinen Teil eines großen Ganzen fertigstellen könne und alle nachfolgenden Arbeiten an die nächsten Generationen weitergeben müsse.

    Im Gegensatz zu der eigentlichen Arbeit eines Architekten, der Herr Füssenich ja auch ist, die nach Planung und Bauphase mit der Fertigstellung eines Bauwerks endet, endet die Arbeit am Kölner Dom nicht, denn fertig wird dieser nie. Zum Glück, muss ich sagen, denn wir alle kennen ja das Sprichwort, das besagt, was passiert, wenn der Dom fertig ist ...

    Neben dem Gefühl der Demut, sagte Herr Füssenich, mache es aber auch sehr froh, an einem solchen Generationenprojekt mitwirken zu dürfen.

    Womit wir wieder bei der "Berufung" wären, denn ich persönlich glaube, dass dieses Amt des Dombaumeisters nur sehr wenige besondere Menschen erfüllen können. Menschen, die bereit sind, ihr ganzes Tun und Schaffen in den Dienst des Domes zu stellen, denn von normalen Arbeitszeiten und einem gewöhnlichen Arbeitsalltag ist man hier weit entfernt. Im Grunde ist unser Dom wie ein kleines Kind, das ständig unsere Liebe, Pflege und Zuwendung braucht.

    Wie aber sieht der Arbeitstag eines Dombaumeisters eigentlich aus, wollte ich wissen. Diese Frage war gar nicht so pauschal zu beantworten. Letztlich kommt es neben den Planungen und Kontrollen der Dom-Baustellen, zahlreichen Dienstbesprechungen, unter anderem auch mit dem Dompropst, Konferenzen mit den verschiedenen Abteilungen der Dombauhütte, den Kontakten mit der Feuerwehr (diese führt regelmäßige Begehungen am Dom durch), immer wieder auch zu unvorhergesehenen Ereignissen, wie zum Beispiel Sturmwarnungen, auf die aus Sicherheitsgründen schnell reagiert werden muss. Die Arbeitsabläufe in der Dombauhütte mit ihren 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern müssen koordiniert werden und regelmäßig findet ein Baustellenrundgang statt, an dem auch Herr Füssenich und sein Stellvertreter teilnehmen, um nach den Fortschritten der Restaurierungsarbeiten zu schauen und um notwendige Entscheidungen auch an Ort und Stelle treffen zu können. Zu all diesen Tätigkeiten gehören wiederum die Vor- und Nachbereitungen.

    Ab und zu stehen auch Vorträge auf dem Programm, zu denen unser Dombaumeister eingeladen wird, bei denen er von der Arbeit am Kölner Dom berichtet, denn auch Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für die Arbeit der Dombauhütte gehören dazu. Ihm persönlich ist es sehr wichtig, die Menschen daran teilhaben zu lassen, was am Dom passiert, was für den Dom notwendig ist. An dieser Stelle wies Herr Füssenich auf den einmal im Jahr, immer im September, stattfindenden "Tag des offenen Denkmals" hin, an dem die Dombauhütte in Form eines Tages der offenen Tür mitwirkt, bei dem man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dombauhütte bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen kann. Dieses Jahr findet der Tag der offenen Tür am 7. September statt. Dort wird noch immer nach der Arbeitsweise des Mittelalters gearbeitet, teils mit traditionellen Werkzeugen, aber natürlich auch mit moderner technischer Hilfe wie Laser oder Druckluft.

    Und weil die Arbeit der Dombauhütten so immens wichtig ist, war Herr Füssenich Anfang Februar in Paris, um gemeinsam mit 17 weiteren europäischen Bauhütten einen Antrag zur Aufnahme in die internationale UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes einzureichen. Ziel eines solchen Eintrages ist es, das Bauhüttenwesen im öffentlichen Bewusstsein als bewahrenswerte kulturelle Ausdrucksform zu verankern, bei der traditionelle Handwerkstechniken von Generation zu Generation weitergegeben, aber auch weiterentwickelt werden.

    Auf meine nächste Frage, welche Ziele er während seiner Dienstzeit am Kölner Dom verwirklichen wolle, antwortete Herr Füssenich, der Dom gebe die Ziele im Grunde selbst vor. Seine Aufgabe sei es, den notwendigen Arbeiten am Dom Prioritäten zuzuordnen und sie dann nacheinander abzuarbeiten. Ganz wichtig seien in den nächsten Jahren und Jahrzehnten – ja, so weit muss vorausgeplant werden, auch wenn dann schon sein Nachfolger am Werk sein sollte – die Arbeiten am Strebewerk. Dort sind noch immer viele Kriegsschäden zu beseitigen, aber auch Umweltschäden aus den letzten Jahrzehnten, sogar bis ins 19. Jahrhundert zurückgehend, denkt man einmal an den Ruß der Dampfloks, um nur einen Grund für Verschmutzungen zu nennen.

    Eine weitere Aufgabe sind die großen Baustellen an den beiden Türmen, wo Erneuerungsarbeiten, wie zum Beispiel das Versetzen von Werkstücken und der Einbau von Vierungen, anstehen. Auch der Domchor muss saniert und restauriert werden. Dieser älteste Teil des Kölner Domes besteht noch aus Trachyt vom Drachenfels. Die Restaurierung der Fenster nimmt ebenfalls großen Raum ein. Betrachten wir einmal die Fenster, die sich seitlich vom sogenannten Richterfenster, befinden – allein hierfür ist eine Fertigstellungszeit von zehn bis 15 Jahren anzusetzen.

    Ihr seht, was den Untergang der Welt betrifft, können wir unbesorgt sein, denn wirklich fertig wird unser Dom nie.

    Für mich persönlich wird immer nachvollziehbarer, wie wichtig es ist, das Wissen um diese Fertigkeiten, wie Herr Füssenich ja erwähnte, weitergeben zu können und wir drücken ganz fest die Daumen, dass dem Antrag bei der UNESCO die Eintragung in die internationale Liste des immateriellen Kulturerbes folgt. Entschieden wird darüber allerdings erst im November 2020.

    Weitere Aufgaben werden die Erneuerung der Domumgebung sein, die Historische Mitte (Zusammenlegung des neuen Kurienhauses, Stadtmuseums und Verwaltungsgebäudes des Römisch-Germanischen Museums) und die Neugestaltung der nördlichen Domumgebung, sprich der Bahnhofsseite. Leider sei es notwendig, auch auf dieser Seite ein Schutzgitter vor den Domportalen, wie bereits auf der Südseite vorhanden, zu errichten, sagte Herr Füssenich, um den Dom vor Vandalismus zu schützen.

    Und wo sind die Lieblingsplätze bzw. ist der Rückzugsort unseres Dombaumeisters? Die Frage ist etwas gemein, denn schön ist es in unserem Dom ja eigentlich überall. Dennoch gibt es auch für Peter Füssenich besondere Orte. Der eine sei das Innentriforium auf 20 Metern Höhe, sagte er, was ich sehr gut nachvollziehen kann, hat man doch von dort einen wunderbaren Blick in den Dom hinein und bekommt eine vage Ahnung von der wahren Dimension dieser Kathedrale.
    Zum anderen seien es die Orte, an denen lange Zeit niemand gewesen sei, wo seit weit über 150 Jahren kein Gerüst mehr gestanden habe. Werde dann aber ein solches dort aufgebaut, sehe man, wie genau und detailgetreu die vorigen Generationen gearbeitet hätten. Als Rückzugsort nannte er den Vierungsturm. Dort oben herrsche eine wunderbare Ruhe.

    Nach dem Interview wurde mir noch eine besondere Ehre zuteil. Auf meine Bitte hin ging Herr Füssenich direkt im Anschluss mit mir in den Dom und zeigte mir den mittelalterlichen Aufriss der Westfassade, auch "Riss F" genannt. Dieser Plan hängt in der Johanneskapelle lichtgeschützt hinter einem grünen Vorhang, welcher nur selten geöffnet wird. Ich habe euch schon von diesem Plan berichtet, aber nun selbst davor zu stehen und diesen mit eigenen Augen sehen zu können, war ein Gefühl, das ich kaum mit Worten beschreiben kann, und wofür ich Herrn Füssenich mehr als dankbar bin, ebenso wie für die Beantwortung meiner Fragen.

    Ich habe bei dieser Begegnung einen sehr herzlichen, freundlichen und fröhlichen Menschen kennenlernen dürfen, dem mein größter Respekt gilt.

    Herzlichen Dank für diese schöne Begegnung, Herr Füssenich.

    Köln, Dombaumeister Peter Füssenich
    © Foto: Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte Köln, Jennifer Rumbach
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  • Ein unglaublicher Raub

    8 lutego 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 8 °C

    Ein Deutscher, ein Jugoslawe und ein Italiener...so könnte einer jener Witze beginnen, die wir alle seit vielen Jahren kennen.

    In diesem Fall aber war der jugoslawisch-stämmige Deutsche der Kopf DER Diebesbande, die den Raub des Kölner Domschatzes beging und mit zwei Komplizen in die kriminalistische Geschichte Kölns eingegangen ist.

    November 1975. Es ist kurz nach Mitternacht, die Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen und es ist, wie für den November typisch, kalt und regnerisch. Außer drei jungen Leuten, zwei Brüder mit ihrer Schwester, die von einer Feier kommen und deren Heimweg zufällig über die Domplatte führt, ist niemand unterwegs. Das heißt - fast niemand. Denn da sind noch Ljubomir, Borislav und Vilijam, die drei, die sich gleich am Domschatz vergreifen werden.

    Borislav und Vilijam allerdings haben erst heute am Tage erfahren, dass es sich bei dem anstehenden Raub um die Domschatzkammer handelt. Eigentlich wollen sie damit gar nichts zu tun haben, schließlich sind sie doch katholisch!
    Aber bei der Aussicht auf eine halbe Million Mark für jeden, die Ljubomir ihnen als Beute in Aussicht stellt, schwindet bei beiden wohl dann doch jeglicher Glaube...

    Eigentlich klingt es wie in einem schlechten Krimi, aber die drei benötigen tatsächlich nur eine Strickleiter, ein Seil, Schraubenschlüssel, eine Höhlenforscherlampe, zwei Sprechfunkgeräte und einen Sack für die Beute. Erreicht werden soll die Schatzkammer durch einen, in sechs Meter Höhe in der Wand angebrachten Ventilatorschacht.
    Es ist soweit. Ljubomir und Vilijam (letzterer mit Borislav auf das Baugerüst geklettert) mit Funkgeräten ausgerüstet, überwachen von draußen den Polizeifunk, während Borislav, der schmalste von ihnen, sich durch den Schacht zur Schatzkammer zwängt. Er gelangt an ein Gitter, was aber nur kläglich durch Alarmdrähte gesichert ist, biegt diese nach oben und klettert in die Schatzkammer. Die beiden sich zu dieser Zeit in der Sakristei befindlichen Domwächter bekommen von all dem nichts mit. Noch nicht!

    Denn nachdem Borislav eine Vitrine nach der anderen aufgebrochen und die Beute im Sack hat verschwinden lassen und sich gerade wieder auf den Rückweg machen will, fällt ihm eine Monstranz aus der Hand auf den Boden.

    Es ist 00:25 Uhr. Die Domwächter hören den Lärm und da sie selbst keinen Schlüssel zur Schatzkammer besitzen, müssen sie den Küster verständigen. In dieser Zeit bindet Borislav den Sack mit der Beute an die Leine, lässt ihn von Vilijam hochziehen und klettert über die Strickleiter hinterher. Kurz darauf springen die beiden vom Baugerüst auf die Domplatte. Ihr Anführer hat sich während des Raubes hinter einem Kiosk versteckt und aufgepasst, ob nicht doch Polizisten in der Nähe sind. Gesehen worden sind die dreisten Räuber aber nur von den bereits erwähnten Geschwistern, vor dessen Füßen sie beim Sprung vom Baugerüst beinahe landen. Diese melden ihre Beobachtung der Bahnpolizei, welche sich aber als nicht zuständig erklärt (womit sie nicht ganz unrecht hat, wie der Name BAHNpolizei ja sagt)...

    Das ganze Ausmaß des Schadens ist kaum abzusehen. Jahrhundertealte Schmuckstücke und viele andere wertvollen Gegenstände sind verschwunden.

    Die Polizei kommt zwar durch schon früher von Ljubomir begangene Straftaten schnell auf die Verdächtigen, aber durch geschicktes Verstecken des Schatzes in einem fremden Keller kann zu diesem Zeitpunkt nichts bewiesen werden. Ljubomir setzt sich nach Jugoslawien ab, taucht aber drei Monate später wieder in Köln auf, und da findet die Polizei einen Erpresserbrief bei ihm. Der Kardinal soll eine Million Mark für die Beutestücke zahlen.

    Dummerweise bietet Ljubomir als Beweis, dass er den Domschatz auch tatsächlich besitzt, einen Ring, der auf keiner Fahndungsmeldung ausgeschrieben ist, und niemand, außer den Wächtern der Schatzkammer und der Täter selbst, kann von diesem Ring wissen. Trotzdem kann man ihm aber mangels Beweisen am Raub selbst nur Hehlerei vorwerfen. Bis... ja bis zu dem Tag, an dem bei seinen ehemaligen Komplizen, beim Versuch, mit einem gestohlenen Fahrzeug eine Grenze zu passieren, ein Beutel mit zerschlagenen Schmuckstücken gefunden wird. Beide gestehen.

    Jetzt geht alles seinen Gang. Ljubomir, wie auch seine Komplizen werden zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Manches vom Domschatz kann sichergestellt werden, manches ist für immer verloren.

    Heute wäre ein solcher Raub nicht mehr möglich, dafür hat man gesorgt. Zum Glück, denn der geschichtliche und ideelle Wert wäre unersetzlich. Und so können wir, und die, die nach uns kommen, auch weiterhin die Reliquien aus alten Zeiten bewundern.

    Eure Ramona
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  • Heinrich II von England

    5 lutego 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 3 °C

    Der Rathausturm ist ja mein Lieblingsturm in Köln. Gibt es eine schönere Idee, als die für Köln bedeutsamen Persönlichkeiten mit einer Figur dort zu ehren? Weit über 100 Personen der Geschichte, die für Köln sehr wichtig waren, sind dort verewigt.
    Es fängt im Erdgeschoss schon ganz schön herrschaftlich an: Agrippa, Augustus, Agrippina, Sigibert von Ripuarien, Karl der Große, Heinrich II. von England, also Römer, Franken, Merowinger, Karolinger, Engländer. Eine Zeitreise durch Köln mit Hilfe von Menschen.
    Moment, was stimmt denn da nicht? Ach ja! Heinrich II. von England! Was hat der denn mit Köln zu schaffen? War der überhaupt mal hier?
    Heinrich II. von England lebt von 1133 bis 1189. Er ist der König mit diesem riesigen Reich im Westen Europas. Zeitweise umfasst es Westfrankreich bis hinunter nach Aquitanien. Schottland, Wales, der östliche Teil von Irland und eben England gehören dazu. Köln finde ich in der Aufzählung aber nicht. Den Dom, den karolingischen Dom, hat Heinrich II. nie gesehen. Wie kommt er wohl an den Rathausturm?
    Der Grund liegt hier tatsächlich weniger in der politischen Macht, die er Köln gebracht hat. Der Grund ist mehr im Reichtum zu finden. Köln ist vor allem auch eine Handelsstadt. Neben dem Wareneinkauf sind Absatzmärkte wichtig. Und eben hier spielt Heinrich II. eine wichtige Rolle für Köln.
    Seit dem 11. Jahrhundert treibt Köln Handel mit England. Kölner Kaufleute stehen früh unter dem Schutz der englischen Krone. Wolle und feines Tuch werden gehandelt. Wir Kölner verkaufen Wein in riesigen Mengen. Die Kölner sind England so wichtig, dass sie spätestens ab dem Jahr 1130 ein ständiges Aufenthaltsrecht in London besitzen.
    Im Jahre 1157 hält Heinrich II. Hoftag in Northampton. Unsere Jungs, eine Kölner Delegation, sind auch zugegen. Und eben diese bekommen das erste Handelsprivileg für England. Das Vermögen, die Waren und die Besitzungen Kölner Kaufleute und auch die neu errichtete „Guildhall“ in London stehen unter besonderem königlichen Schutz. Sie dürfen Handel treiben, wie seine eigene Untertanen, die Franzosen, gleiche Märkte, gleiche Preise.
    Was das bedeutet? Wann man an die damals junge Wirtschaftsgemeinschaft, die Hanse denkt, denkt man an die Städte Norddeutschlands: Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund. Der Markt, der sich jetzt nach Westen öffnet und die gegenüber den Ostseestädten bessere Lage Kölns bringen den Kölner Handel so ins Schwung, dass es die zweitwichtigste Stadt der Hanse wird. Direkt nach Lübeck, dass den Ostseehandel beherrscht. Von Wegen „Hamburger Pfeffersäcke“. Hier spielt die Musik. Und Köln kann man nicht mal als Küstenstadt bezeichnen!
    Als Köln im Jahr 1175 einen Konflikt mit Kaiser Barbarossa austrägt, steht Heinrich II. zu seinem Wort und bekräftigt den Bund.
    Der England-Handel ist uns Kölnern dann aber im Gegenzug auch so wichtig, dass wir im 15. Jahrhundert einen Handelsboykott der Hanse gegen England einfach nicht mitmachen. Dafür werden wir 1471 ausgeschlossen. Das tut natürlich beiden Seiten weh. Darum sind wir dann 1476 auch wieder Hansestadt.
    Also Heinrich II. hat sich seinen Platz auf dem Rathausturm redlich verdient. Freier Handel bedeutet Wohlstand. Das ist so. Meint Ihr, wir haben noch ein Plätzchen für den Politiker, der den Brexit verhindert?

    Michael

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    Der Rodhuusturm es jo minge leevste Tturm en Kölle. Gitt et ene schönere Enfall, wie do e Denkmol för Minsche opzestelle, die för Kölle en große Roll gepillt han? Wigg üvver 100 Persone us der Historie, die för Kölle wichtig wore, sin do veriwig.
    Et fängk em Parterre ald ganz schön herrschafflich aan: der Agrippa, der Augustus, et Agrippina, der Sigibert vun Ripuarie, der Karl der Große, der Heinrich II. vun England, alsu Römer, Franke, Merowinger, Karolinger, Engländer. En Ziggreis durch Kölle met Hölp vun Minsche.
    Momang, wat stemmp dann do nit? Och jo! Der Heinrich II. vun England! Wat hät dä dann met Kölle zo dun? Wor dä üvverhaup ens hee?
    Der Heinrich II. vun England läv vun 1133 bes 1189. Hä es dä Künning met däm riesige Rich em Weste vun Europa. Ziggwies reck et vun Wessfrankreich bes erav noh Aquitanie. Schottland, Wales, der össliche Deil vun Irland un evvens England gehüre dobei. Kölle finge ich en do ävver nit. Der Dom, der karolingische Dom, hät der Heinrich II. nie gesinn. Wie kütt hä wall an der Rodhuusturm?
    Der Grund litt hee tatsächlich winniger en der politische Maach, die hä Kölle gebraht hät. Der Grund es mih em Richdum ze finge. Kölle es jo vür allem och en Handelsstadt. Nevven dem Warenenkauf sin Määt wichtig, wo mer Güter avsetze kann. Un genau hee spillt der Heinrich II. en wichtige Roll för Kölle.
    Zick dem 11. Johrundert driev Kölle Handel met England. Kölsche Kauflück stonn fröh ungerm Schotz vun der englische Krun. Woll un fing Doch weede gehandelt. Mir Kölsche verkaufe Wing en riesige Menge. De Kölsche sin England esu wichtig, dat se sich spädstens av dem Johr 1130 luuter en London ophalde dürfe.
    Em Johr 1157 häld der Heinrich II. Hoffdag en Northampton. Uns Junge, en kölsche Delegation, sin och dobei. Un evvens die krige et eeschte Handelsprivileg för England. Et Vermöge, de Ware un dat, wat kölsche Kauflück gehööt un och de neu gebaute „Guildhall“ en London stonn unger besonderem Schotz vum Künnig. Se dürfe handele wie sing eige Untertane, de Frazuse, gliche Määt, gliche Priese.
    Wat dat bedügg? Wann mer an die domols junge Wirtschaftsgemeinschaff, de Hanse denk, denk mer an de große Städt em Norde vun Deutschland: Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund. Der Maat, dä sich jetz noh Weste opdeit un de Lag vun Kölle, die gägeüvver vun dä Städt an der Osssie besser es, lööt der Handel vun Kölle esu fuppe, dat Kölle de wichtigste Stadt vun der Hanse weed. Tirek noh Lübeck, dat der Osssiehandel behersch. Vun Wäge „Hamburger Peffersäck“. Hee spillt de Musik. Un för Kölle kann mer nit ens Küstestadt sage!
    Wie Kölle em Johr 1175 ene Konflik mem Kaiser Barbarossa usdräht, steiht der Heinrich II. zo singem Wood un bekräftig dä Pak.
    Der England-Handel es uns Kölschen ävver em Gägezog och esu wichtig, dat mer em 15. Johrhundert ene Handelsboykott vun der Hanse gäge England einfach nit metmaache. Doför weede mer 1471 usgeschlosse. Dat deit natörlich alle zwei Sigge wih. Dröm sin mer dann 1476 och ald widder dren, en der Hanse.
    Alsu der Heinrich II. hät sich singe Platz om Rodhussturm ech verdeent. Freie Handel bedügg Wohlstand. Dat es esu. Meint Ehr, mer han noch e Plätzche för dä Politker, dä der Brexit verhindert?

    Mechel
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  • Schoko-Museum

    31 stycznia 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 0 °C

    Letzens war ich mit dem Rad auf dem Weg zum Rathausturm. Ich wollte da ein Foto von Agrippina machen. Den Beitrag hier habt ihr ja schon gelesen. Aber an dem Tag habe ich noch ein Bild gemacht, eher zufällig. Auf dem Weg zur Agrippina wende ich meinen Kopf zur Seite und denke „der Blick ist dir noch nicht aufgefallen. Sieht etwas anders aus von hier.“…
    Erkennt Ihr den Ausschnitt im Bild?
    Da, wo der Glasbau steht, wurden im Mittelalter noch die Oberländer-Schiffe beladen. Klar, kennt Ihr auch das Stapelrecht. In Köln, weil es ein so natürliche Stelle für den Warenumschlag war, wurde ja meist zwischen Niederländer- und Oberländerschiffen getauscht. Die großen Niederländer, die hochseetüchtig waren, zogen auf dem Rhein Richtung Nordsee. Die Oberländer aber, waren flacher und fuhren in den Süden zur Loreley.
    Natürlich ist man dann 1259 so gewitzt, den Kaufleuten zu sagen „Das müsst ihr jetzt hier machen. Lasst Euch auch Zeit, in drei Tagen könnt ihr wieder mitnehmen, was wir in Köln nicht gebrauchen können. Wir kaufen als Erste.“.
    Später dann, zur Industrialisierung versuchten wir tatsächlich mit den größten Binnenhäfen mitzuhalten, um nicht an wirtschaftlicher Bedeutung zu verlieren. Köln als Hafenstadt? Aber ja! Das Fleckchen Erde wurde künstlich verbreitert und mit dem Festland verbunden. So wurde eine große Hafenanlage geschaffen, die modernste zu der Zeit. Ein Schienennetz von 18 Kilometern mit 96 Weichen waren auf diesem Gebiet verbaut. Güter aufnehmen und schnell verteilen, war das Ziel.
    Die Anstrengungen haben am Ende nicht gereicht. Duisburg ist die Nummer eins. Danach buhlen wir aber bis heute noch mit Hamburg jedes Jahr um die Nummer zwei in Deutschland. Wusstet Ihr das? Ich nicht. Das hat mir ein Hamburger erzählt.
    Das Gelände lag nach 1971 weitgehend brach. Schuld daran war aber nicht direkt die Konkurrenz der anderen Städte, die zu viel Schiffe anzog. Nein, die Konkurrenz hat Köln sich selbst gebaut. Die Häfen in Mülheim, Godorf und die zwei Häfen in Niehl, die immer weiter ausgebaut wurden, machten diesen Hafen überflüssig.
    Leerstand, bis neue Ideen kamen.
    Das Gebäude hier ist ein Pionier der neuen Ideen. Der ursprüngliche Teil war seit 1898 das preußische Hauptzollamt des Hafens. Architekt Fritz Eller gestaltete es um, so dass 1993 etwas Neues entstanden war. Ein großes Gebäude, dessen äußere Form an ein Schiff erinnert. Eben hierzu gehört dieser Glaswürfel mit Seitenlängen von ungefähr zehn Metern.
    In diesem Würfel werden Pflanzen gehegt und gepflegt, „Theobroma grandiflorum“ und „Theobroma cacao“. Kennt ihr nicht? Was soll ich sagen? Es sind keine kölschen Pflanzen. Die Olmeken könnten es Euch erklären. Aber die hat nie ein Kölner zu Gesicht bekommen, wenn ich richtig informiert bin. Sie sind fast 2000 Jahre vor ihrer Entdeckung in ein anderes Volk aufgegangen.
    Aber die Früchte dieser fremden Gewächse sorgten dafür, dass nicht weit von diesem Glaswürfels ein Unternehmen entstehen konnte, dass eines der berühmtesten von ganz Köln war.
    Na gut, ich merke schon, es ist zu einfach. Der Versuch ein Rätsel zu gestalten, lässt Euch eh nur schmunzeln. Aber es ist ein Versuch. Oder rätselt noch wer?

    Michael

    -

    Letz wor ich mem Räddche om Wäg nohm Rodhuusturm. Ich wollt do e Fotto vum Agrippina maache. Dä Beidrag hatt er jo ald gelese. Ävver an däm Dag han ich noch e Beld gemaht, ihter zofällig. Om Wäg nohm Agrippina drihe ich minge Kappes op Sigg un denke „dä Bleck es der noch nit opgefalle. Süht jet anders us vun hee.“…
    Erkennt Ehr dä Usschnedd em Beld?
    Do, wo dä Glasbau steiht, woodte em Meddelalder noch de Oberländer-Scheffe belade. Klor, kennt Ehr och et Stapelrääch. En Kölle, weil et su en natörliche Stell för Güter omzeschlage wor, woodt jo miets zwesche Niederländer- un Oberländerscheffe getuusch. Die große Niederländer, die op huher Sie fahre kunnte, troke op der Rhing Richtung Nordsie. De Oberländer ävver, wore platter un fuhre en der Süde noh der Loreley.
    Natörlich es mer dann 1259 esu gewetz, de Kauflück ze sage „Dat mutt ehr jetz hee maache. Losst üch Zigg, en drei Dage künnt er widder metnemme, wat mer en Kölle nit gebruche künne. Mir kaufe als Eeschte.“.
    Späder dann, bei der Industrialisierung versoke mer ungeloge met de größte Bennehafe metzehalde, domet die Wirtschaff en Kölle nit en Gefahr kom, an Geweech zo verliere. Kölle als Hafestadt? Secher dat! Dat Fleckche Ääd woodt künslich breider gemaht un mem Fessland verbunge. Esu woodt en große Hafeaanlag geschaffe, de modernste zo dä Zigg. En Schinnenetz vun 18 Killometere met 96 Weiche wor op däm Gebiet verbaut. Güter opnemme un flöck verdeile, wor et Ziel.
    De Aanstrengunge han am Engk nit gereck. Duisburg es de Numer eins. Danoh buhle mer ävver bes hügg noch met Hamburg jedes Johr öm de Nummer zwei en Deutschland. Hätt Ehr dat gewoss? Ich nit. Dat hät mer ene Hamburger verzallt.
    De mieste Deil vun däm Terrain woodte noh 1971 nit mih genötz. Schold dran wor ävver nit tirek de Konkurrenz vun dä andere Städte, die zo vill Scheffe aantrok. Nä, de Konkurrenz hät Kölle sich selvs gebaut. De Häfe en Müllem, Godorf un die zwei Häfe en Neehl, die luuter wigger usgebaut woodte, mahte dä Hafe üvverflüssig.
    Leerstand, bes neu Idee kome.
    Dä Bau hee es ene Pionier vun dä neu Idee. Dä aale Deil wor zick 1898 et preußische Haupzollamp vum Hafe. Dä Architek Fritz Eller hät 1993 jet Neues drus gemaht. Ene große Bau, vun däm die üssere Form an e Scheff erennert. Evvens dobei gehürt dä Glaswürfel met Siggeläng vun öm de zehn Meter.
    Em Würfel weede Flanze gehäg und gefläg, „Theobroma grandiflorum“ un „Theobroma cacao“. Kennt ehr nit? Wat soll ich sage? Et sin kein kölsche Flanze. De Olmeke künnte et Üch verklöre. Ävver die hät nie ene Kölsche zo Geseech gekräge, wann ich mich nit verdun. Se sin baal 2000 Johr vür ehrer Entdeckung en e ander Volk opgegange.
    Ävver die Frööch vun dä fremde Gewächse han doför gesorg, dat nit wigg vun däm Glaswürfel e Ungernemme groß weede kunnt, dat eins vun de bekannteste vun ganz Kölle wor.
    No god, ich merke ald, et es einfach. Der Versök e Rödsel ze maache, lööt Üch suwiesu nor griemele. Ävver et es ene Versök. Oder rödselt hee noch einer?

    Mechel
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  • Kurios, kurios

    28 stycznia 2019, Niemcy ⋅ 🌬 3 °C

    Bald ist es wieder soweit. Die schöne vorweihnachtliche Zeit beginnt und wir können durch festlich geschmückte Straßen und Gassen schlendern oder über einen der schönen Weihnachtsmärkte, wie zum Beispiel den Heinzelmännchen-Markt in der Altstadt. In der "Heimat der Heinzel" leiten uns die Heinzel mithilfe von Schildern, auf denen "Weihnachtsgasse" oder "Handwerkergasse" steht, über den Markt und man weiß sogleich, was in etwa man dort für Stände vorfindet.

    Aber wie ist das eigentlich mit den Straßennamen in Köln? Wenn man so durch die Stadt spaziert, fällt einem schon der ein oder andere kuriose Name von Straßen oder Gassen ins Auge. Schauen wir uns doch mal einige dieser Namen etwas näher an.

    Beginnen wir mit der Schaafenstraße. Schaf oder nicht Schaf, das ist hier die Frage...schreibt sich doch der Namensgeber, das liebe Vieh, nur mit einem a. Dennoch handelt es sich hier tatsächlich um die Strecke, auf der die Viehhändler im Mittelalter ihre Schafe bis zum Neumarkt trieben, damals dem größten Viehmarkt in Köln. Ursprünglich mußten die Tiere noch durch das Schaafentor, das existiert aber nicht mehr. Dass die Endstation der Schafe dann der Schlachthof war, blieb zu erwarten und der befand sich, wie könnte es anders sein, in der Fleischmengergasse.

    Kommen wir zur Kostgasse. In dieser sich in der Nähe des Breslauer Platzes befindlichen Gasse haben die Metzger im Mittelalter Eingeweide und Abfälle des Schlachtviehs verarbeitet. Der ursprüngliche Name "Kotsgasse" kommt allerdings nicht, wie man jetzt bei dem Thema denken könnte, von sich übergeben, sondern war abgeleitet von dem mittelalterlichen Wort für Innereien "kut". Unserem guten Herrn Wallraff allerdings klang das zu unedel, daher nun der heutige Name.

    Und wo wir gerade bei Wallraff sind...machen wir mit der "Hohe Straße" weiter, auch diesen Namen haben wir ihm zu verdanken. Schon in der Colonia Claudia Ara Agrippinensium spielte diese Verkehrsstraße eine wichtige Rolle, allerdings war sie im Mittelalter noch in Teilbereiche mit einzelnen anderen Namen untergliedert. Wallraff aber benannte diese große Straße, die bis zur "Hohen Pforte" führt, in "Hohe Straße".

    Weiter gehts. Schau an, die Sachsen...nein, nicht wirklich. "Unter Sachsenhausen" hat mit den Sachsen nicht mal ansatzweise zu tun. In dieser Straße befand sich im 13. Jahrhundert die älteste Mietskaserne Kölns. Diese, bestehend aus 16 Häusern unter einem Dach, die der Patrizierfamilie Overstolzen gehörte, hieß "Unter Sechzehnhäusern" und wandelte sich später in "Unter Sachsenhausen". Ich finde es schwierig, manche Namenswandlungen nachzuvollziehen, aber wer sagt denn auch, dass man alles verstehen muss?

    Wenden wir uns dem nächsten Kuriosum zu, dem Waidmarkt. Dass sich Textilwaren im mittelalterlichen Köln gut verkaufen ließen, ist ja bekannt, aber woher kommt der Begriff Waid? Waid ist eine Pflanze, deren Farbstoff die Blaufärber am Blaubach zum färben ihres Leinens nutzten. Und da die Bauern aus Jülich ihre Pflanzen an diesem Ort verkauften, bekam er den Namen Waidmarkt.

    Gehen wir zum Himmelreich. Nein, so weit ist unser Spaziergang nicht, zum Glück. "Auf dem Himmelreich", damit ist der Ort gemeint, wo heute das Maritim-Hotel steht. Dort hatte im Mittelalter eine der 22 Gaffeln ihren Sitz. So romantisch das allerdings klingt, ist es aber gar nicht, denn man vermutet, dass der Name der Straße sich von "humelric" ableitete, und das bedeutet feuchte Erde oder Morast.
    Ihr seht, so manche Interpretationen können schon mal in die völlig falsche Richtung führen.

    Ganz in der Nähe zum Heumarkt befindet sich der Alter Markt und die Straße dorthin heißt "Unter Käster". Dieser Name steht für die Kistenmacher, die dort im Mittelalter die Obst- und Gemüsekisten für die Händler hergestellt haben.

    So, Ihr Lieben, zum Schluss ein kleines Rätsel...was hat es mit dem Straßennamen "Im Ferkulum" auf sich? Viel Spaß beim rausfinden...

    Eure Ramona
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  • Das Jupp Schmitz Denkmal

    18 stycznia 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 1 °C

    Jupp Schmitz, sagt der euch noch was? Ich denke, zumindest die etwas älteren werden jetzt wissend nicken. Aber auch die jüngeren singen seine Lieder zur Karnevalszeit, oftmals, ohne den Interpreten nennen zu können.
    Jupp Schmitz, geboren 1901 in Köln, war Schlager- und Krätzchensänger und natürlich Karnevalist. Nach dem ersten Weltkrieg arbeitete er als Cafehausmusiker, unter anderem trat er im Cafe Bauer und im Dom Hotel auf. Schwere Zeiten für den ausgebildeten Pianisten.

    Desweiteren begleitete er als Pianist viele Stummfilme. Später dann, die Zeiten waren schon deutlich besser, ging er mit Willi Ostermann auf Tournee und arbeitete als freier Mitarbeiter beim Rundfunk. Ab 1949 trat er dann auch im Karneval auf und war viele Jahre einer der größten Stars im Kölner Karneval.

    Eine seiner letzten Aufnahmen war die WDR-Aufzeichnung aus dem Kölner Senftöpfchen vom 12. Februar 1991 anlässlich seines 90. Geburtstages. Jupp Schmitz starb am 26. März 1991.

    Der Name war übrigens kein Künstlerpseudonym, er hatte wirklich den kölschesten aller kölschen Namen. Seine bekanntesten Lieder sind sicher: „Wer soll das bezahlen“ und „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, sowie „Es ist noch Suppe da“.

    Wegen seines markanten Oberlippenbartes wurde er von den Kölnern „dä Schnäuzer“ genannt. Er liegt auf Melaten begraben. Auf seinem Grabstein ist der Titel des Liedes „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ eingraviert.

    1994 wurde auf Betreiben des ehemaligen Festkomiteepräsidenten Ferdi Leisten ein vom Bildhauer Olaf Höhnen geschaffenes Denkmal enthüllt, das Schmitz am Klavier sitzend darstellt.

    Das Denkmal ist nicht sonderlich groß, aber es passt ganz wunderbar zu Jupp Schmitz. Es zeigt ihn in seiner typischen Pose am Klavier sitzend, auf dem Klavier liegen Zettel mit den Texten seiner Erfolgssongs. Ein schönes, gelungenes Denkmal für einen ganz großen kölschen Musiker.

    Besucht es doch mal, es steht sehr zentral zwischen Altstadt und Hohe Straße auf dem Jupp Schmitz Plätzchen.

    Vorgestellt: Jupp Schmitz Denkmal
    Ort: Jupp Schmitz Plätzchen
    Anfahrt: Marspfortengasse, 50667 Köln, Linie 5,16,18 Hauptbahnhof

    Teilen erwünscht, erzählt jedem in der Stadt von Kölschgänger, teilt, liked und helft uns damit, unsere Geschichten weiter zu verbreiten. Wir wären euch sehr dankbar.

    Euch eine gute Zeit,

    euer Ronald
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  • Agrippina

    15 stycznia 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 6 °C

    Unser Stammbaum – wer von Agrippa erzählt, muss auch den Weg zu Agrippina der Jüngeren aufzählen, habe ich letzte Woche gelernt.
    Die „Blutsbrüder“ Augustus und Agrippa sind also verantwortlich, dass die Ubier ungefähr im Jahre 19 vor Christus (v. Chr.) von dem Gebiet der rechten Rheinseite, dass sich in etwa von der Sieg bis zur Lahn und dem Main erstreckte, ins Linksrheinische umgesiedelt werden. Das „neue“ Gebiet ist jetzt natürlich nicht nur „Köln“. Es ist schon auch etwas größer: das Ahrtal, der Bonner Raum, aber auch Aachen bis zum rechten Ufer der Wurm, die sich von Aachen bis Heinsberg windet und sich dann etwas nördlich von Kempen mit der Rur vereinigt. Tja, und dann ist da eben der Kölner Raum. Das Oppidum Ubiorum wird von den Römer als ubischer Hauptort definiert. Die Römer schützen vor allem diesen. Aber auch die Ubier sind in die Pflicht genommen, ihr Oppidum Ubiorum zu schützen.
    Agrippa, der das alles in die Wege leitet, hat aber auch ein Privatleben. Mit seiner Julia, der Tochter seines besten Freundes Kaiser Augustus – siehe letzte Woche – hat er eine Tochter, Agrippina die Ältere. Sie wird im Jahr 16 v. Chr. geboren. Ihr Vater, Agrippa, stirbt als sie erst zwei Jahre alt ist. Julia, ihre Mutter, heiratet danach Tiberius. Tiberius ist ein adoptierter Sohn von Kaiser Augustus – es bleibt also alles in der Familie - und er folgt ihm im Jahr 14 nach Christus (n. Chr.) auf dem Thron. Agrippina wächst am Hof des Augustus auf und hat wohl auch ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. So hat sie stets Kontakt zu den Kreisen der römischen Elite.
    Augustus ist es auch, der dafür sorgt, dass Agrippina die ältere den nächsten Thronanwärter heiratet: seinen Großneffen Germanicus. Germanicus, mit vollständigem Namen Nero Claudius Germanicus, ist Oberbefehlshaber der römischen Truppen am Rhein. So kommt es, dass Agrippina die Ältere sich im Jahr 16 gerade hier im Oppidum Ubiorum aufhält und dabei die gemeinsame Tochter Agrippina die Jüngere zur Welt bringt. Schon allein dieser belanglose Satz birgt dabei so viel spannende Geschichte und Geschichten, dass diese hier komplett den Rahmen sprengen würde…
    Diese Agrippina die Jüngere, ist die nach der letztendlich unser Köln – CCAA – Colonia Claudia Ara Agrippinensium - benannt ist. Wie kommen wir nun zu der Ehre, von einem ubischen Hauptort zur Grenzsicherung, zu einer richtigen römischen Kolonie zu werden?
    „Um ihre Macht auch den verbündeten Völkern vor Augen zur führen, setzt es Agrippina durch, dass im Hauptort der Ubier, wo sie geboren wurde, eine Veteranenkolonie angelegt wurde, die nach ihr benannt wurde“, schreibt Tacitus um 50 n Chr.. Machtdemonstration? Extra eine Ansiedlung auch von römischen Veteranen? Natürlich!
    Ja, Agrippina ist, sagen wir, machtbewusst. Geld reicht ihr nicht. Sie heiratet selbstverständlich auch in die Elite des römischen Adels ein. Ihr erster Ehemann ist im Jahr 28, demnach mit 12 Jahren, Gnaeus Domitius Ahenobarbus, ein Großneffe des Augustus. Mit diesem zeugt sie im Jahr 37, mit 21 Jahren, ihr einziges Kind, Lucius Domitius. Ihr Gatte stirbt im Jahr 40 an einer Krankheit. Ihr zweiter Gatten, Gaius Sallustius Crispus Passienius, verstirbt nach sieben Jahren Ehe mit ihr. Gerüchte sagen, Agrippina selbst habe nachgeholfen.
    Irgendwie musste der aber auch echt weg. Ihr nächster Gatte ist im Jahr 49 ihr eigener Onkel, Claudius. Dieser ist zu diesem Zeitpunkt seit 8 Jahren Kaiser des römischen Reiches. Was für ein Machtgewinn! Klar, dass der zweite Mann Gaius Sallustius Crispus Passienius da im Weg gewesen ist.
    Und wenn man jetzt noch mehr möchte, was ist da besser? Ist es besser in einem ubischen Dorf geboren zu sein oder in einer richtigen römischen Colonia? Das schreit nach einer kleinen Korrektur für unser ubisches Dorf.
    Schon im Jahr 50 sind wir hier eine richtige Colonia! Und wisst ihr was? „Unsere“ Agrippina wurde auf diesem Weg die erste römische „Augusta“ – Kaiserin. Ihr Sohn Lucius Domitius begegnet uns auch wieder: im Jahr 54, in direkter Folge des Claudius, der für seine Agrippina diese Colonia an der Ara - der Opferstätte der Agrippinenser - gründete, wird er Kaiser. Lucius Domitius nennt sich Nero – Kaiser Nero. Und irgendwie finde ich es gut, dass dieser in Rom geblieben ist. Warum? Nun, guckt mal auf das Bild.
    Geht es Euch jetzt auch „komisch“? Habt Ihr auch dieses dunkle Gefühl, dass die von uns so verehrte Namensgeberin eigentlich wenig mit Köln im Sinn hatte? Ist unser Köln überhaupt wichtig gewesen? Oder sind wir tatsächlich nur ein Nebenprodukt des tobenden, römischen Ränkespiels?
    Egal, meine ich, dieser Ort hier, unser Köln, wurde durch diese Geschichte für immer verändert. Man mag es eine „Chance“ nennen. Am Ende ist Köln aber das, was wir daraus machen.

    Michael

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    Unse Stammbaum – wä vum Agrippa verzällt, muss och der Wäg nohm Agrippina dem Jüngere opzälle, han ich letzte Woch geliert.
    De „Blodsbröder“ der Augustus un der Agrippa sin et alsu schold, dat de Ubier öm et Johr 19 vür Chrestus (v.Chr.) vum Gebiet op der Schäl Sick, dat esu ungefähr zwesche der Sieg, der Lahn un dem Main log, en et Linksrheinische ömgesiedelt weede. Et neue Gebiet es jetz natörlich nit nor „Kölle“, et es doch ald jet größer: et Ahrtal, Bonn un drömeröm, ävver och Ooche bes nohm räächte Ofer vun der Wurm, die sich vun Ooche bes Heinsberg schlängelt und dann jet nördlich vun Kempen ene Fisternöll met der Rur hät. Tja, un dann es do evvens hee et kölsche Gebiet. Et Oppidum Ubiorum weed vun de Römer als ubische Hauptoot bestemmp. De Römer schötze vür allem dä Oot. Ävver och de Ubier sin en de Flich genomme, ehr Oppidum Ubiorum ze schötze.
    Der Agrippa, dä dat all en de Gäng Laufe brängk, hät ävver och e Privatlevve. Met singem Julia, der Doochter vun singem beste Fründ dem Kaiser Augustus – hatt ich jo letzte Woch geschrevve – hät hä en Doochter, et Agrippina et Äldere. Et weed em Johr 16 v. Chr. gebore. Singe Papp, der Agrippa, stirv wie et eesch zwei Johr ald es. Et Julia, de Mutter, hierod donoh der Tiberius. Der Tiberius es ene adoptierte Sonn vum Kaiser Augustus - et bliev alsu alles en der Famillich - un hä folg im em Johr 14 noh Chrestus (n.Chr.) op der Thron. Et Agrippina wähß am Hoff vum Augustus op un hät wall och e god Verhäldnis zo im. Su hät et luuter Kontak met der römischen Elite.
    Der Augustus es et och, dä doför sorg, dat et Agrippina et Äldere der nächste Aanwärter op der Thron hierod: singe Großneffe der Germanicus. Der Germanicus, met ganzem Name Nero Claudius Germanicus, es Oberbefählshaber vun de römische Truppe am Rhing. Su kütt et, dat et Agrippina de Äldere sich em Johr 16 grad hee em Oppidum Ubiorum ophäld un dobei de gemeinsame Doochter Agrippina de Jüngere op de Welt brängk. Ald allein dä gewöhnliche Satz hät dobei su vill spannende Historie un Histörcher es sich, dat dat hee total der Rahme sprenge dät…
    Et Agrippina die Jüngere, es dat, noh däm am Engk uns Kölle – CCAA – Colonia Claudia Ara Agrippinensium – benannt es. Wie kumme mer no zor Ihr, vun enem ubische Haupdörp zor Sicherung vun der Grenz zo ener ech römische Kolonie ze weede?
    För sing Maach och de verbündete Völker för Auge ze föhre, setz et Agrippina durch, dat em Haupoot vun de Ubier, wo et gebore woodt, en Veteranekolonie aangelaht woodt, die noh im benannt woodt“, schriev der Tacitus öm 50 n. Chr.. Maachdemonstration? Extra en Aansiedlung och vun römische Veterane? Selvsverständlich!
    Jo, et Agrippina es, sage mer, maachbewoss. Nüsele recke ehr nit. Et hierod selvsverständlich och en de Elite vum römische Adel en. Singe eeschte Kääl es em Johr 28, dämnoh met 12 Johre, der Gnaeus Domitius Ahenobarbus, ene Großneffe vum Augustus. Met däm kritt et em Johr 37, met 21 Johr, sing einzig Ströppche, der Lucius Domitius. Ävver singe Kääl stirv em Johr 40 an en Krankheit. Singe zweite Kääl, der Gaius Sallustius Crispus Passienius, stirv noh sibbe Johre Ih met im. Geröchte sage, et Agrippina selvs hät do jet „geholfe“.
    Irgendwie moot dä ävver och ech fott: Der Nächste es em Johr 49 singe eige Ühm, der Claudius. Hä es zo dä Zigg zick aach Johr Kaiser vum römische Rich. Wat för en Maachgewenn! Klor, dat der Gaius Sallustius Crispus Passienius do em Wäg gewäse wör.
    Un wann mer jetz noch mih well, wat es do besser? Es et besser en enem ubische Dörp gebore ze sin ov en ener richtige Kolonie vun Rom? Dat schreit noh ener klein Berichtigung för uns ubisch Dörp.
    Ald em Johr 50 sin mir hee ene richtige Colonia! Un wesst ehr wat? „Uns“ Agrippina woodt op däm Wäg et eeschte römische „Augusta“ – Kaiserin. Singe Sonn Lucius Domitius begähnt uns och widder: em Johr 54, tirek nohm Claudius, dä för singe Agrippina die Colonia am Ara – dem Offerplatz vun de Agrippinenser – gründt wooden es, weed hä Kaiser. Der Lucius Domitius nennt sich Nero – Kaiser Nero. Un irgendwie fing ich et god, dat hä en Rom geblevve es. Woröm? No, luurt ens op dat Beld.
    Geiht et Üch jetz och jet „komisch“? Hat Ehr och dat dunkle Geföhl, dat die vun uns esu verihrte Namensgeberin eigentlich winnig met Kölle em Senn hatt? Es uns Kölle üvverhaup wichtig gewäse? Oder sin mer en Wirklichkeit nor e Nevveproduk vun däm Klüngel, dä en Rom en Gang es?
    Egal, meine ich, dä Oot hee, uns Kölle, woodt durch dat Kreppche för immer verändert. Mer mag et en „Schangs“ nenne. Am Engk ävver es Kölle, wat mir drus maache.

    Mechel
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  • Das Rote – Funken – Plätzchen

    10 stycznia 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 1 °C

    Heute berichte ich von einem kleinen Platz, der nur sehr selten im Mittelpunkt steht, dabei erzählt er uns doch ein schönes Stück kölscher Tradition und Eigenart.

    Zu finden ist dieser kleine Platz sehr leicht, liegt er doch schön gelegen am Buttermarkt, also mitten in der Altstadt. Trotzdem bekomme ich im ersten Moment nicht das Gefühl, hier einen Platz zu betreten. Der erste Eindruck ist der, in eine Baulücke hinein zu schauen. Sieht jetzt nicht wirklich interessant aus, und viele Menschen laufen einfach vorbei. Erst auf den zweiten Blick erkennt man Tafeln an der Mauer. Was sie darstellen, ist nicht so gut zu erkennen, aber es lohnt sich, einmal näher hinzuschauen. Also lasst uns den leicht erhöhten kleinen Platz einmal betreten, und schauen wir uns die Tafeln an der Wand etwas genauer an. Links sehen wir eine vielleicht tanzende Frau, in der Mitte steht ein schwer zu lesender Text und rechts sind zwei Soldaten aus früheren Zeiten abgebildet, wie man an den alten Uniformen erkennen kann. Ok, ganz nett, das war's hier auch schon, unspektakulär, also weiter.

    S T O P!!!!!!! Stopstopstopstop.

    So sehen es viele Touristen,aber doch nicht wir Kölschgänger. Uns Kölschen geht hier das Herz auf, denn hier ist kölsches Brauchtum abgebildet, große Geschichten, untrennbar mit unserer Stadt und seinen Bürgern verbunden.
    Ja, zugegeben, der Platz war tatsächlich mal eine Baulücke. Anfang der 70er bekam er dann den Namen Rote-Funken-Plätzchen, die Roten Funken nahmen sich des Platzes an und Heribert und Karlheinz Kreiten machten sich an die Arbeit und errichteten das Denkmal hier an dieser Mauer. Heribert war Bildhauer, Karl-Heinz war Architekt, beide waren sie Rote Funken. Wer die Roten Funken sind, brauche ich ja wohl niemanden zu erklären. Wer mit diesem Namen nichts anfangen kann, kommt entweder aus der Walachei oder Dü…., und sollte dann auch da bleiben. Integration misslungen.

    Zum 150-jährigen Jubiläum der Funken wurde das Denkmal dann 1973 enthüllt. Auf dem linken Relief sehen wir eine Marketenderin, oder wie wir heute sagen, ein Funkenmariechen. Auf dem rechten Relief sind zwei Soldaten abgebildet. Zwei Stadtsoldaten, zwei Funken. Diese beiden, Funkenmariechen und Roter Funk sind natürlich untrennbar miteinander verbunden, wie jeder Kölsche weiss.
    In der Mitte steht ein Text auf Kölsch. Es handelt sich hier um den Eid der Roten Funken. Dieser wird von jedem Funk auf „Plaggen“, der Traditionsfahne des Korps abgelegt. Der Text lautet:

    Bei Öllig, Böckem, ähde Nötz
    un bei der rut-wieß Funkemötz
    beim hölze Zabel un Gewehr
    well treu ich sin dem Fasteleer
    well su vill suffe als der Mage
    ohn Biesterei kann got verdrage
    de Mädcher well ich mich verschrieve
    de Bützerei nit övverdrieve
    och Knutsche well ich mit Maneere
    nor Kölsche Mädcher karresseere
    Ne Funk well ich sin von unge bis bove
    dat dun ich op de Fahn gelovve !

    Damals, als die Stadt 1681 verpflichtet war, ein Kontingent Stadtsoldaten zu unterhalten, war das Ganze natürlich noch sehr ernst und die Soldaten verrichteten unter anderem Wachdienste und Zolldienste. Ihr Ruf war meist nicht so gut, denn da sie sehr schlecht bezahlt wurden, besserten sie Ihr Salär mit allerhand äh, sagen wir Nebentätigkeiten auf. Um die Disziplin stand es wohl meist nicht so besonders. 1801 wurden sie wohl aufgelöst.
    1823 nahm erstmals eine Gruppe „Funken“ an einem Karnevalsumzug teil, sie verballhornten den ungeliebten preußischen Militarismus. Damit waren die Roten Funken geboren. Und ich kann mir ehrlich gesagt unsere Stadt ohne die Roten Funken überhaupt nicht vorstellen.

    Die Geschichte der Roten Funken kann ich hier unmöglich wiedergeben, sie ist viel zu lang. Aber wer mehr erfahren möchte, dem lege ich das Buch „“Vom Stadtsoldaten zum Roten Funken“ aus dem Greven Verlag an’s Herz.
    Ihr seht, ein Platz kann unscheinbar sein, die einen nehmen ihn dann gar nicht wahr, für andere, wie für mich, ist er ein Stück Heimat, er erzählt Geschichte und gehört zu uns. Und ich besuche ihn gerne.

    Vorgestellt: Rote – Funken – Plätzchen
    Ort: Buttermarkt 37, 50667 Köln
    Anfahrt: Heumarkt, Linie 1,5,7,9

    Euch eine gute Zeit, bleibt neugierig und aufmerksam.
    Euer Ronald.
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  • Brückenschläge

    3 stycznia 2019, Niemcy ⋅ ⛅ 3 °C

    Wie komme ich denn jetzt von 2018 nach 2019? Was für eine Brücke habe ich da? Ok, Brücke...
    Zu Köln gehören acht Brücken: die Rodenkirchener-, die Süd-, die Severins-, die Deutzer-, die Hohenzollern-, die Zoo-, die Mülheimer- und die Leverkusener Autobahnbrücke.
    Die Leverkusener Autobahnbrücke? Die liegt auf der rechten Seite auf Leverkusener Grund und ist ja gar nicht im Kölner Brückengrün bemalt. Alle Brücken über den Rhein auf Kölner Grund sind immer grün. Diese Farbe hat Konrad Adenauer damals extra dafür bei Bayer in Auftrag gegeben.
    Gut, ich glaube, auch er hatte eine grobe Idee davon, dass die Stadtfarben eigentlich rot und weiß sind. Er wollte eine wetter- und lichtbeständige Farbe haben. Gibt es in rot und weiß nicht. Heraus kam dieses Chromoxidgrün, mit dem wir seit 1929 unsere Kölner Brücken streichen.
    Aber Leverkusen braucht ja gar keine Brücke, weil es ja nur auf der rechten Rheinseite liegt. Also ist es ja wohl eine Kölner Brücke. Die Logik ist doch jetzt zwingend, oder?
    Andererseits muss man sagen, wir Kölner brauchen ja irgendwie auch keine Brücken.
    Die Römer haben im fünften Jahrhundert den ersten Brückenschlag gewagt. So ungefähr auf der Verlängerung der Salzgasse bauten sie damals die Brücke über den Rhein zum Deutzer Ufer. Das war aber eher so ein römisches Kulturding. Als die Römer weg waren, wollte die wieder keiner. Sie verfiel. Spätestens ab dem Jahr 960 ärgerten wir uns allenfalls noch über die Stümpfe der römischen Steinpfeiler, die gerade bei Niedrigwasser den Schiffsverkehr bedrohten.
    Wir Kölner fuhren jahrhundertelang lieber mit Bötchen, den „Nachen“, hinüber. Später gab es sogar einen richtigen Linienverkehr für uns. Einfach mal wieder eine Brücke zu bauen, war bis ins 18. Jahrhundert zwar möglich, aber nicht machbar. Nicht zuletzt hatte das Heer der ganzen Fährleute andere Interessen. Das muss so ähnlich gewesen sein, wie der heutige Nachtfahrtakt der KVB und die Wünsche der Taxi-Betreiber.
    Als 1815 die Preußen nach Köln kamen, waren sie schon etwas verwundert. Da bauten wir Kölner dann 1822 etwas, dass man verschämt „Brücke“ nennen mag: eine aus 42 Nachen zusammengesetzte schwimmende Brücke. Am Ende musste sie bis zu dreißigmal am Tag auseinanderzogen werden, damit Schiffe passieren konnten. Nervig, oder? War uns trotzdem lieber als eine richtige Brücke.
    Erst die Eisenbahn, die Industrialisierung und militärische Notwendigkeiten zwangen uns wirklich aus der eher gemütlichen Einstellung zur Rheinquerung. 1859 bauten die Preußen eine richtige Eisenbahnbrücke zum Hauptbahnhof. Und dann überrumpelte man uns vollends! 1911 ersetzte die Hohenzollernbrücke diese erste Eisenbahnbrücke. Bis zur siebten Brücke, der Rodenkirchener Autobahnbrücke 1941, entstanden dann alle innerhalb von 30 Jahren. Mit dieser Tat sind wir bis heute nicht im Reinen, wie ich bestimmt jetzt nicht weiter erläutern muss.
    Die achte Brücke, die Leverkusener Autobahnbrücke, ist ein Kind der 60’er Jahre. Lassen wir also die Brücke einfach den Leverkusenern. Sie gehört ja eh der Bundesrepublik und nicht der Stadt.
    Und sowieso, wenn schon Brücken sein müssen, dann sieben. Sonst passt das auch mit der kölschen Zahlenmystik nicht so. Sieben ist die Summe aus drei und vier: Vier Brücken gehören ja der Stadt, nämlich die Mülheimer-, die Zoo-, die Deutzer- und die Severinsbrücke. Sie stehen für die vier Evangelisten. Drei Kölner Brücken, die Hohenzollern-, die Süd- und die Rodenkirchener Brücke gehören dem Bund oder der Deutschen Bahn. Sie stehen für die Dreifaltigkeit. Die Summe ergibt die Zahl sieben. Dies entspricht der Zahl der Chorkapellen im Dom. Und das wiederum zeigt, wie fromm wir sind. Diese Zusammenhänge kennen ja überhaupt nur noch sehr wenige Kölner. Gut, dass Ihr uns habt!
    Aber egal. Brauchen tun wir eh nur eine Brücke nach Deutz, damit wir die Altstadt wackelfrei knipsen können.
    „Schatz, was war das für eine leckere Creme, in der das Vanille-Eis gebadet hat? Eierlikör!? Ach was!“
    Frohes Neues Jahr!

    Michael

    -

    Wie kumm ich dann jetz vun 2018 noh 2019? Wat för en Bröck han ich dann do? Jo god, Bröcke…
    Bei Kölle gehüre jo aach Bröcke: de Rudekirchener-, de Süd-, de Vrings-, de Düxer-, de Hohenzollern-, de Zoo-, de Müllemer- un de Levverkusener Autobahnbröck.
    De Levverkusener Autobahnbröck? Die litt doch op der Schäl Sick op Leverkusener Grund un es jo gar nit em Kölsche Bröckegrön bemolt. Alle Bröcke üvver der Rhing op kölschem Grund sin luuter en däm Grön bemolt! Die Färv hät der Konrad Adenauer domols nor doför beim Bayer en Opdrag gegovve.
    God, ich gläuve, och hä woss, dat de Stadtfärve rud un wieß sin. Hä wollt en Färv han, die bei jedem Wedder- un Leech häld. Gitt et en rud un wieß nit. Erus kom dat Matschgrön - en der Fachsproch: Chromoxidgrön - met däm mer zick 1929 uns kölsche Bröcke striche.
    Ävver Levverkuse bruch jo gar kein Bröck, weil et jo nor op der räächte Rhingsigg litt. Dämnoh es et jo wall en kölsche Bröck. Dat es doch jetz ganz logisch, oder?
    Op der ander Sigg, muss mer sage, mir Kölsche bruche jo irgendwie och kein Bröcke.
    De Römer han em fünfte Johrhundert der eeschte Bröckeschlag gewag. Esu ungefär op der Verlängerung vun der Salzgass baute se domols de Bröck üvver der Rhing nohm Düxer Ofer. Dat wor ävver ihter esu en römische Kultursaach. Wie de Römer fott wore, wollt se widder keiner. Se verfeel. Spädstens av dem Johr 960 däte mer uns hüchstens noch üvver de Stümpe vun dä römischen Bröck, ärgere, die, grad bei winnig Wasser em Rhing, doför sorge däte, dat de Scheffe en Brass kome.
    Mer Kölsche fuhre för Johrhunderte leever met Böötcher, de „Naache“, noh drüvve. Späder gov et sugar ene richtige Linieverkehr för uns. Einfach ens widder en Bröck zo baue, wor bes en et 18. Johrhundert zwor möglich, ävver nit ze maache. Nit zoletz hatt et Heer vun dä ganze Fährlück ander Interesse. Dat muss esu ähnlich gewäs sin, wie der Naachfahrtak vun der KVB hüggzedags un de Wünsch vun de Taxi-Ungernemme.
    Wie 1815 de Preuße kome, wore se ald jet verwundert. Do baute mer Kölsche dann 1822 jet, dat mer verläge „Bröck“ nenne künnt: ein us 42 Naache zesammegesetze Bröck, die schwemme dät. Am Engk moot die bes zo dressigmol am Dag useneingetrocke weede, domet Scheffe vürbei kumme kunnte. Do kriss do doch en Aap. Wor uns ävver leever wie en richtige Bröck.
    Eesch de Ieserbahn, de Industrialiseerung un de militärische Nudwendigkeite zwunge uns tatsächlich us dä mih genögliche Enstellung zom Üvverquere vum Rhing. 1859 baute de Preuße en richtige Ieserbahnbröck nohm Haupbahnhoff. Un dann üvverrumpelte se uns ganz! 1911 dät de Hohenzollernbröck die eeschte Ieserbahnbröck do erseteze. Bes zo der sibbte Bröck, der Rudekirchener Autonbahnbröck 1941, woodte alle Bröcke dann benne 30 Johre gebaut. Domet sin mer bes hügg nit em Reine, wat ich bestemmp jetz nit wigger verklöre muss.
    De aachte Bröck, der Levverkusener Autobahnbröck, es e Kind vun de 60’er Johre. Looße mer alsu die Bröck einfach de Levverkusener. Se gehürt jo och der Bundesrepublik un nit der Stadt.
    Un suwiesu, wann et ald Bröcke sin müsse, dann sibbe. Söns pass dat och met der kölschen Zahlemystik nit esu. Sibbe es dat, was drei und veer zosamme sin. Veer Brücke gehüre der Stadt, nämlich de Müllemer-, de Zoo-, de Düxer un de Vringsbröck. Die stonn för de veer Evangelisste. Drei kölsche Bröcke, de Hohenzollern-, de Süd- un de Rudekirchener Bröck gehüre dem Bund ov der Deutschen Bahn. Se stonn för de Dreifaltigkeit. De Summ gitt de Zahl sibbe. Dat entsprich der Zahl vun de Chorkappelle em Dom. Un dat widderöm zeig, wie fromm mer sin. Die Zosammhäng kenne jo üvverhaup nor noch ärg winnige Kölsche. God, dat Ehr uns hat!
    Ävver egal. Bruche dun mer su en suh nor ein Bröck noh Düx, domet mer de Aldstadt ohen ze waggele knipse künne.
    „Leevche, wat wor dat för en leckere Zauß, wo dat Vanille-Ies dren gebadt hät? - Eierlikör!? Och wat!“
    Un jetz künnt Ehr mer der Naache däue! Glöcksillig Neu Johr!

    Mechel
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  • Der Schrecken der Kindheit

    30 grudnia 2018, Niemcy ⋅ ⛅ 7 °C

    "Och nö, nicht ins Museum"...
    "Museum ist doch so langweilig"...

    Diese und andere entsetzte Aussagen kennen wir doch aus unserer Kindheit oder später von unseren Kindern alle. Und ich muss gestehen, auch bei mir war das nicht anders. Auf Klassenfahrten hatten unsere Lehrer nichts besseres zu tun, als uns von einem Museum ins nächste zu jagen. Es sei denn, wir hatten das große Glück und die Fahrt ging in die Berge oder ans Meer. Bei meiner Abschlussfahrt ging es aber dann leider nach Berlin und da hatten wir natürlich "das große Los gezogen". Unsere Lehrer kannten keine Gnade.

    Aber irgendwie scheint sich das Interesse an den verschiedenen Völkern und Künsten, die in den vielen Museen ausgestellt sind, mit den Jahren zu ändern. Klar interessiert man sich auch dann nicht unbedingt dafür, sich in einem Museum für moderne Kunst einen roten Fleck auf blauem Untergrund anzusehen, aber das ein oder andere Thema betrachtet man nun doch aus einem anderen Blickwinkel. Mir zumindest es es so ergangen.

    Wie sehr ich unser "Bahnhofskapellchen" liebe und wie gerne ich darüber schreibe, wisst ihr ja. Aber zwangsläufig, wenn man sich etwas intensiver damit beschäftigt, rutscht man auch in die geschichtlichen Hintergründe. Und das in diesem Fall eben nicht nur den Dom und seine Vorgeschichte betreffend, sondern auch die Geschichte unserer Stadt. Und unsere Colonia Claudia Ara Agrippinensium - oder heute dann Köln - hat da einiges zu erzählen.

    Wie ihr in der letzten Zeit vielleicht schon gemerkt habt, zieht es mich auch immer wieder mal zu den Römern, die aus Köln überhaupt erst diese Stadt haben werden lassen. Und man nennt Köln nicht umsonst die nördlichste Stadt Italiens. Tatsächlich findet man an vielen Orten noch Überbleibsel aus römischer Zeit. Und so kam ich dann dieses Jahr endlich in den Genuss eines? Ja genau, eines Museumsbesuches. Um genauer zu sein, des Römisch-Germanischen Museums. Und ich war, und bin es immer noch, begeistert. Es ist schlichtweg beeindruckend, so in die Geschichte einzutauchen. Als erstes wollte ich das Dionysosmosaik sehen. Ich begab mich also eine Etage tiefer und schon von der Treppe aus hatte ich einen unwerfenden Blick darauf. Ich war so fasziniert, dass ich das direkt mir gegenüberliegende Grabmal des Poblicius, und ich muss dazu sagen, man KANN dieses Grabmal in monumentaler Größe eigentlich gar nicht übersehen, nicht wahrnahm. Erst als ich mir die untere Etage weiter ansehen wollte, und mich noch einmal umdrehte, sah ich es. Dieses Grabmal des Legionärs Lucius Poblicius stammt aus den ersten 50 Jahren nach Christus. Früher stand es am heutigen Chlodwigplatz, dort verlief die römische Fernstraße Köln-Bonn.

    Unglaublich, dass wir heute das Glück haben, ein so altes Stück Geschichte betrachten zu können. Aber nicht nur das. Als ich weiterging, kam ich zu einem großen Zimmer, natürlich geschützt hinter Glas, dargestellt sind dort Tisch, Stühle, ein Mosaikfußboden usw. Man erhält tatsächlich einen Einblick, wie damals gelebt wurde. Natürlich findet man in verschiedenen Vitrinen auch diverse Dinge des damaligen Alltags. Die Krönung des Ganzen aber befindet sich im Obergeschoss des Museums. Hier gehen die Funde sogar noch weiter zurück, nämlich in die Ubierzeit. Was mich persönlich aber am meisten beeindruckte, ist der wieder aufgebaute originale Mittelbogen des Nordtors, auch Pfaffenpforte genannt, mit der Inschrift CCAA.
    Des Weiteren findet man hier Grabsteine samt Inschriften, Sarkophage, Säulen, Büsten und vieles andere mehr. Auch die Götterverehrung der damaligen Zeit kommt hier nicht zu kurz.

    Mit dem Gefühl, "meiner" Stadt wieder in Stück näher gekommen zu sein, verließ ich das Museum. Aber ich bin sicher, ich komme wieder. Und einen Besuch hier kann ich euch nur empfehlen.

    Eure Ramona
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