Auf den Spuren von Thor Heyerdahl - Updated
July 4 in French Polynesia ⋅ ☁️ 24 °C
Auch wenn einige vermuten, dass ich am Wochende doch im Madison Square Garden bin (ich musste leider absagen, die Einladung kam einfach viel zu spãt), hat es mich diesmal zu den abgelegensten Inseln der Welt - die Marquesas Inseln - verschlagen... beziehungsweise bin ich noch auf dem Weg dahin.
Diese besondere Fleckchen Erde im Süd-Pazifik wird im Prospekt als ein Ort beschrieben, an dem die Natur gedeiht, es die exotischsten Farben und Düfte im Überfluss gibt und jedes Lächeln wie der Sonnenschein wirkt. Und wenn Thor Heyerdahl hier schon war, um dem Trubel der Welt zu entkommen, dann kann es nicht verkehrt sein.
Heute morgen bin ich nach zwei Tagen Anreise aufgrund meines stornierten Fluges zwar mit Verspätung aber dennoch pünktlich früh um 4 am zur Einschiffung auf Tahiti gelandet. Einmal, von einer Paddeltour in MeckPom oder auf der Lahn abgesehen, ist dies meine erste Seereise überhaupt. Aber auch schon die Landung auf Papeete zum Sound der Ukulele war klasse. Und wo wird man schon so früh zeitig mit einem eleganten Hüftschwung begrüßt? Da war ich fototechnisch noch gar nicht wirklich darauf vorbereitet.
Jetzt sind wir bereits mitten auf See. Der strömende Dauerregen, der sich hier die letzten Tage breit gemacht hatte, hat nachgelassen und immer besser werdendes Wetter ist angekündigt. Das freut auch meinen Magen. Kurzfristig hatte sich zudem noch einmal die Route geändert. Statt nach Makatea wird nun hinüber nach Rangiroa gesegelt. Wahrscheinlich hatte jemand etwas bei Amazon bestellt, was nun geliefert wird. Aber ich merke schon man ist hier sowieso super flexibel und viel wichtiger gaaanz entspannt. Und überhaupt sind hier eh alle im Urlaub.
Unser erster Stop morgen ist das Fakarava Atoll im Tuamotu-Archipel. Lässt es das Netz zu, werde ich berichten. Nun aber heißt es "Manuia te tere"!Read more
Zwischstopp auf dem Fakarava-Atoll
July 6, South Pacific Ocean ⋅ ☀️ 27 °C
Nach knapp 500 km in Richtung Osten kamen wir gestern nach Fakarava. Es ist das erste Mal für mich überhaupt auf einem Atoll, genauer gesagt auf einem Korallenatoll. Es besteht aus einer Lagune, welche von kleinen Motus (Sandinseln) und einem 60 km langen kreisförmigen Korallenriff umgeben ist. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Meeresflora- und -fauna ist Fakarava als UNESCO Biosphärenreservat ausgewiesen. Und das völlig zu recht, wie ich finde.
Die freie Zeit an "Land" nutzte ich also, um den herabfallenden Kokussnüssen auszuweichen und mir das Riff unter Wasser genauer anzuschauen. Da braucht es außer den Bildern keine weitere Beschreibung. Hier steht schlicht und einfach die Zeit still. Und irgendwo spielt dazu immer einer auf der Ukulele. Traumhaft!
Mittlerweile sind wir nun schon wieder auf See und nehmen die 1400 km hinüber zu den Marquesas Vulkaninseln unter die Schrauben. Die Inseln sind so besonders, die haben sogar ihre eigene Zeitzone. Der nächste Footprint kommt dann also direkt aus dem Paradies...Read more
Kaoha - Ankunft auf den Marquesas
July 8 in French Polynesia ⋅ ☀️ 27 °C
Die Marquesas Inseln - ein Traum bei Sonnenaufgang darauf zu zuschippern. Sie gelten als das Paradies der Südsee. Monumentale Vulkanklippen und undurchdringliche Regenwälder, die direkt aus dem tiefblauen Pazifik emporragen. Die Marquesas sind das stolze Herz der polynesischen Kultur, geprägt von wilden Pferden, uralten Tikis und mystischen Geschichten. Das Archipel besteht aus insgesamt 12 bis 14 Inseln, von denen sechs dauerhaft bewohnt sind. Auf einer Landfläche, von der Größe wie Berlin, leben hier rund 9.600 Einwohner.
Trotz der paradiesischen Schönheit wurden früher die Inseln bei den Seefahrern, wo es nur möglich war, gemieden. Schiffbrüchige beispielsweise versuchten sich lieber ohne Wasser und Essen die 6000 km nach Südamerika durchzuschlagen, als auf den vor der Nase liegenden Inseln anzulanden. Der Grund war recht simpel.... sie hatten einfach Angst aufgefressen zu werden.
Denn Kannibalismus war auf den Marquesas keine Seltenheit, vielmehr war es tief in der Kultur verankert. Ritueller Kannibalismus während der Stammesfehden war alltägliche Praxis. Das Verspeisen von Körperteilen, oftmals des Gehirns, der Feinde diente dazu, deren Lebenskraft (Mana) und Stärke zu übernehmen. Frühe europäische Seefahrer wie Krusenstern berichteten zudem von seltenen Fällen von Menschenfresserei während extremer, langanhaltender Dürren und Hungersnöte. Mit dem Einzug der christlichen Missionare ab der Mitte des 18. Jahrhunderts und der französischen Kolonialisierung änderte sich dann die Gesellschaft. Laut Wikipedia fand der letzte offiziell dokumentierte Fall von rituellem Kannibalismus auf den Inseln in den 1880er Jahren statt. Das ein deutscher Weltumsegler 2011 spurlos auf Nuko Hiva verschwand, nachdem er mit einem einheimischen Jäger aufgebrochen war und später an einer Feuerstelle menschliche Knochen und Zähne gefunden wurden, war damals als „Hirngespinst“ und rassistisches Klischee zurückgewiesen worden. Der einheimische Jäger wurde aber später gefasst und wegen Mordes verurteilt. Es wurde als klassisches Gewaltverbrechen, nicht als Menschenfresserei, zu den Akten gelegt.
Derzeit liegen wir vor Anker in Hiva Oa. Hier geht die Pfadfindergruppe von Board, welche wir in Ua Pou aufgenommen haben. Überhaupt wird die Aranui von den Inselbewohnern auch als "Busverbindung" verwendet, um von einer Insel auf die nächste zu kommen. So sind dann die Außendecks Nachts voll mit Schlafsäcken. Hätte ich meinen dabei, würde ich mich glatt dazulegen. Und überall wird gesungen, getanzt und gelacht. 🤙🏻Read more
Von Insel zu Insel
July 12, South Pacific Ocean ⋅ ⛅ 27 °C
Die letzten Tage auf Tahuata mit seiner Schwesterinsel Hiva Oa, Fatu Hiva und zuletzt Ua Huka vergingen leider viel zu schnell. Wir kommen meist gegen 6 Uhr bei Sonnenaufgang an. Da stehe ich in der Regel schon seit einer Stunde oben auf der Aussichtsplattform vor der Brücke, habe einen heißen Kaffee in der Hand und lasse mir die französischen Croissants schmecken. Sobald die Aranui ihre Beiboote ins Wasser gelassen hat erwachen dann auch langsam die Buchten zum Leben und es beginnt ein neuer Tag in der Südsee.
Und während die Fracht so entladen wird, mache ich mich auch schon auf, entweder in einer geführten Tour oder auch alleine, die Insel zu erkunden. Das ist immer ganz witzig. Bei der 15 km Wanderung durch die Berge auf Fatu Hiva musste bspw. jeder unterschreiben, dass er auch wirklich in der Lage ist die Strecke (die Schwierigkeit wurde angegeben mit 10/10) zu schaffen und pünktlich wieder zurück am Pier ist. In französischer Grand Randonnée Tradition bin ich aber gut durchgekommen.
Im Übrigen ist französisch Polynesien ja französisches Staatsgebiet. Die Insulaner haben französische Pässe und das ganze Geld für Verwaltung und öffentliche Infrastruktur kommt aus Frankreich. Die Medallie hat allerdings, wie so oft, zwei Seiten. Schließlich fanden zwischen 1960 - 1996 auch hier unten auf Fangataufa und Mororua in Summe 193 französische Atomwaffentests statt. Dass es in der Bevölkerung auffallend viele Gehbehinderungen gibt, kann eine Folge davon sein. In jedem Fall ist das aber ein Grund, dass die Festland-Franzosen hier nicht unbedingt willkommen sind.
Unabhängig davon sind die Marquesaner aber nach wie vor alle super freundlich. Jeder grüßt jeden im Shaka Style und so ist es auch uralte Tradition, dass beim Verlassen der Aranui die Seeleute Blumen in das Wasser werfen. Es ist ein Zeichen der Dankbarkeit für die Gastfreundschaft und dass man verspricht hier an das Ende der Welt wiederzukommen. Ein sehr bewegender Moment!Read more

TravelerBist wohl extra vorgeschwommen um das Bild des Schiffes von vorne zu machen. Respekt. Schöne Fotos. Du schaffst es immer wieder Einblicke in das Land wo du bist zu geben.

TravelerVielen Dank für die Blumen. Das ist auch immer wieder ein ganz hartes Stück Arbeit. Ich glaube ich brauche dann erstmal Urlaub 🤣🤣🤣

TravelerDas kann ich mir vorstellen. Und der Nächte Urlaub wird ja nicht so weit entfernt sein.
Abschluss einer Seereise
July 15 in French Polynesia ⋅ 🌬 24 °C
So, da hab ich nun auch mal meine Füße in den Sand von Bora Bora gesteckt. Den Hype um das Atoll kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. Und 2.000 Euro pro Nacht (Bora Bora zählt mit zu den teuersten Reisezielen weltweit) sind sowieso außerhalb von jeglichem Rahmen. Für mich ist das nichts.
Umso mehr hab ich mich gefreut, Schwimmbrille und Schnorchel dabei gehabt zu haben und noch einmal auf einen Ausflug zu den Blacktip Sharks und Rochen gehen zu können. Auch wenn die Haie nur bis zu ca. einem Meter groß und 15kg schwer werden, ist es ein eigenartiges Gefühl wenn sie in der Gruppe in ihrer besonderen Art und Weise langsam um einen kreisen. Vor den Rochen hatte ich dagegen ziemlich Respekt. Das "mit der Faust auf die Nase" ist bei diesen Flundern im Fall der Fälle nicht ganz so einfach. Naja und der majestetische Anblick des 3 m großen Manta Rochens ist sowieso unschlagbar. Die Tiere strahlen so eine Gelassenheit aus, dass man beim Zuschauen glatt einschlafen könnte.
Heute morgen sind wir nun bereits wieder im Hafen von Papeete, Tahiti eingelaufen und auch schon vom Schiff gegangen. Da es noch Frühstück gab und ein paar weitere Deutsche und ich nichts weiter für heute geplant hatten, haben wir glatt die Szene aus Titanic nachgestellt. Während unter den Passagieren an Bord die generelle Abreisehektik einsetzte, saßen wir bis zuletzt und am Ende ganz allein im Frühstücksraum bis die Musik hat aufgehört zu spielen. Wir haben gut gelacht.
Eigentlich wollte ich morgen noch die Schildkröten-Aufzucht Station hier vor Ort besuchen und mit ihnen im Meer schwimmen, was aufgrund des schlechten Wetters jedoch leider nichts wird. Aber so ist sie die Natur und so soll es auch sein. Das war es damit von der Seereise in das Herz Polynesiens.
Ende.Read more




















































































































TravelerGut, dass alles noch geklappt hat. Wünsche dir einen tapferen Magen und eine tolle Zeit! 🤢🫣
Traveler
Martin auf einer Kreuzfahrt... Das man das noch erlebt. 🤣
TravelerNaja, ich bin zwar schon risikofreudig, aber jetzt in ein eigenes Boot und Schein zu investieren, war mir dann doch zu gewagt. Was wenns mir dann auf den Inseln zu langweilig wird. 🤣🤣