• Agropoli ➡️ Omignano-Salento

    March 10 in Italy ⋅ ☁️ 15 °C

    E1‘ Tag 233, 22km. Die Burg auf dem Berg
    Es dauert etwas, bis ich Agropoli hinter mir lassen kann und der Verkehr ist lästig und laut. Aber während ich immer höher steige, wird es immer ruhiger. Ein bisschen Hundegekläff und Hahnengeschrei auf den Höfen, an denen ich vorbei komme, sonst Stille. Und Weite, die immer weiter wird, je höher ich auf der schmalen Asphaltpiste hinauf komme.
    Ein streunender Hund will nicht weichen. Er bellt nicht, er lauert nur. Ich warte. Lange dauert die Begegnung. Schließlich trollt er sich und ich kann endlich vorbei.
    Das erste Highlight heute: Convento Francesco. Ein Kloster, vor dem ein Mann auf der Mauer lehnt und die Weite schaut. Ich tue es ihm gleich. Er spricht mich an, auf italienisch natürlich. Englisch versteht er nicht. Trotzdem unterhalten wir uns. Er sei der Pfarrer und lädt mich ein, das Kloster zu sehen. So werfe ich einen kurzen Blick hinein.
    Weiter geht es hinauf. Endlos., so scheint es. Doch schließlich ragt sie auf über mir: die Burg. Rocca Cilento liegt auf dem höchsten Berg der Umgebung, das ist ja klar. Eine Tür im Tor steht offen, ich habe Glück. Denn es ist ein Hotel, für die Öffentlichkeit nur selten zugänglich. Ich hoffe, im Bistro einen Kaffee zu bekommen, doch hier ist alles noch verschlossen. Keine Saison, stattdessen wird renoviert. Plötzlich versperrt ein Herr mir den Weg, weist mich erst von der Burg, lässt mich dann aber doch gewähren. So kann ich einen unbeobachteten Rundgang machen. Alles ist schick und so neu. So mögen Burgen nach ihrer Fertigstellung ausgesehen haben: mächtig und prunkvoll. Nun, hier und da hat der neue Besitzer ein paar Veränderungen vorgenommen…
    Das unter der Burg liegende Dorf wurde ebenfalls liebevoll restauriert, mit den herunter gekommenen Bergdörfern Italiens nicht vergleichbar. Alles hell und schick, eine Augenweide. Ob das früher überall so aussah?
    Damit beginnt der lange und bisweilen auch steile Abstieg. Immer auf Asphalt. Eine dunkle Wolke bleibt am Berg nebenan hängen, doch wo ich gehe, scheint weiter die Sonne. Bis ich in Omignano den Bahnhof erreiche. Der Zug zurück nach Agropoli ist grad weg, ich muss über eine Stunde auf den Nächsten warten. Da fängt es an zu regnen, dann zu schütten, dann knallen dicke Hagelkörner auf das Dach des Wartehäuschen. Mir wird kalt und ich denke, hätte ich doch vorhin das Eis nicht genossen …
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