• Essen in Litauen

    May 11 in Lithuania ⋅ ☁️ 15 °C

    Was man in Litauen isst und essen sollte, das haben mir meine zwei Lieblingslitauerinnen schon zuhause verraten.

    Litauen schmeckt nach Kartoffeln, Dill, Sauerrahm und dunklem Brot — also nach ehrlicher, bodenständiger Küche, die satt macht und perfekt zu langen Wintern passt. Viele Gerichte sind einfach, aber richtig gemütlich: warm, kräftig und oft mit viel Tradition auf dem Teller.

    Ein Klassiker sind Cepelinai, große Kartoffelklöße, meist mit Fleisch, Quark oder Pilzen gefüllt. Dazu gibt es Sauerrahm und oft Speck-Zwiebel-Soße. Leicht ist das nicht gerade — aber sehr litauisch. Nach einem Teller versteht man ziemlich gut, warum Kartoffeln hier fast schon Nationalheiligtum sind.

    Das genaue Gegenteil wirkt auf den ersten Blick Šaltibarščiai, die berühmte kalte Rote-Bete-Suppe. Sie ist knallpink, wird mit Kefir, Gurke, Dill und Ei zubereitet und meistens mit heißen Kartoffeln serviert. Optisch fast absurd, geschmacklich aber herrlich frisch — besonders im Sommer.

    Auch Kibinai sollte man probieren, vor allem in Trakai. Die gefüllten Teigtaschen stammen aus der Küche der Karaimen und sind ein perfekter Snack nach einem Ausflug zur Wasserburg. Dazu kommen litauisches Roggenbrot, Kartoffelauflauf wie Kugelis, Quarkgerichte, viel Dill und süße Spezialitäten wie Šakotis, ein festlicher Baumkuchen.

    Spannend ist in Vilnius auch die jüdische Essgeschichte. Die Stadt war früher als „Jerusalem des Nordens“ bekannt und hatte eine bedeutende jüdische Kultur. Dazu gehören auch Bagels, deren Wurzeln eng mit jüdischen Gemeinden in Osteuropa verbunden sind. Heute werden sie in Vilnius wieder bewusster aufgegriffen — nicht nur als Frühstück, sondern auch als Stück Erinnerung an die multikulturelle Geschichte der Stadt.

    skanaus!
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