• Die Temppeliaukio-Kirche

    22. maj, Finland ⋅ 🌧 14 °C

    Helsinki hört einfach nicht auf, mich mit seinen Kirchen zu überraschen! Nach dem klassischen Dom und der hölzernen Kamppi-Kapelle stand heute noch ein absolutes Highlight auf dem Plan, das von außen erst mal gar nicht wie eine Kirche aussieht: die Temppeliaukio-Kirche (Temppeliaukion kirkko), besser bekannt als die berühmte Felsenkirche. 🪨🛸

    Als die finnischen Architekten-Brüder Timo und Tuomo Suomalainen in den 1960er-Jahren den Entwurf für die Kirche planten, hatten sie eine geniale und extrem radikale Idee: Warum ein großes Gebäude auf den Platz bauen, wenn man es einfach in den Platz hineinbauen kann?

    Kurzerhand wurde ein riesiger, uralter Granitfels, der mitten im Wohnviertel Töölö stand, von innen heraus gesprengt und ausgehöhlt.

    Wenn man davor steht, sieht man eigentlich nur eine sanft geschwungene, flache Kuppel aus Kupfer, die aus einer kreisrunden Mauer aus groben, unbehauenen Felsbrocken ragt. Es hat fast ein bisschen was von einem gelandeten UFO oder einer geheimen Festung.

    Sobald man die Kirche betritt, steht man in einem atemberaubenden Raum. Die Wände bestehen komplett aus dem nackten, rauen Granitfels, an dem teilweise noch das Wasser herunterperlt.

    Das absolute Meisterwerk ist jedoch die Decke. Die riesige Kuppel besteht aus sage und schreibe 22 Kilometern Kupferdraht, der spiralförmig verflochten wurde. Gehalten wird das Ganze von 180 schmalen Fensterlamellen, die die Kuppel mit den Felswänden verbinden. Wenn hier die Sonne durchscheint, bricht sich das Licht spektakulär an den rauen Steinwänden.
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