If there's paradise on earth, we found it!
22 agosto, Germania ⋅ ☁️ 21 °C
Dieser Satz schwebte mir den halben Abend im sonst wortleeren, Liebe erfüllten Kopf herum, damit ich ihn jetzt ins Geschriebene ergießen kann.
Und eigentlich muss ich korrigieren
We didn't just 'found' it, we CREATED it!
Ecstatic Dance Kassel, Garten Telar, Sarah & Pawel aber auch allen Besuchenden, Tanzenden, Wachen, Bewegten Seelen: DANKE dafür!
Okay, was geht bei ihr, mag sich der oder die eine jetzt denken. Also lasst mich die wortlose gefühlte Fülle auf die Ebene der sprachlichen Existenz zu heben versuchen .. Oder zu senken 😋
Ich war zum ersten Mal vollständig beim Ecstatic Dance Kassel Outdoor Event.
Nun gut, letztes Mal wollte ich als Helferin und Awareness Team dabei sein, kam aber leider erst NACH dem Dance an, weil mich ein freakiger, Bunkertour Guide im historischen Bierkeller Darmstadts festhielt. Der Geschichtsnerd war offenbar Fan von unendlichen Geschichten, Bieren verteilen trotz 'trockener' Tour und von seltsamen Modepuppen als Erschreckfaktor im Bunker. So wurde aus einer 1-2h vermuteten Tour eine 5(!) Stunden Qual ohne Essen, Trinken, Klo oder Jacke bei einem Outfit meinerseits, was ich auf die 40° draußen angepasst hatte, statt auf die 10° im Bunker. Aber... Das ist eine andere Geschichte.
Jedenfalls war ich damals nach langem Irren nach der richtigen Location viel zu spät beim Ecstatic Dance in Kassel, gerade als die Obstplatte zum Abschlusskreis vorbereitet wurde. Ich schämte mich und traute mich erst spät in den Garten, der auch während des Tanzens noch geschlossen war. Ich, Opfer der Leistungsgesellschaft und des schlechten Gewissens wollte direkt mein Arbeitsdefizit ausgleichen, weshalb ich meine Hilfe bei der Obstplatte anbot. Also kam es, dass Leo vom Awareness Team, festgehalten von einem Darmstädter Bierbunker Führer 5h zu spät , zumindest folgendes tat:
Ich habe eine Melone getragen! 🍉
Und damit musste ich ab in den Kreis, mit großem Messer, Schneidebrett und der übelsten Scham. An einem Ort, der eigentlich keine Scham kennt. Dennoch wäre ich am liebsten von niemandem gesehen oder erkannt worden..aber stattdessen fraßen mir die Leute aus den Händen und fielen mir in die Arme😅💞
Heute war es besser, anders, gigantisch, erfüllend, erfreulich. Und das ist die Geschichte, die ich eigentlich erzählen will.
Den Garten nahe des Rammelsbergs ud Bergparks Wilhelmshöhe, dessen Schönheit mich bereits beim 1. Mal positiv überraschte und mich zu dem Gedanken "Kassel kann echt was!" führte, fand ich diesmal problemlos, da eine Frau auf dem Weg mich quasi aufgabelte und wir noch weitere. Sehr schön!🌳
Der Garten fühlt sich so besonders an, weil ich so tief in Kontakt mit ihm und seinen Besonderheiten gegangen bin.... Mit dem erdigen Boden, dem moosigen Gras, den thronenden Apfelbäumen (mist, von denen hab ich mich gar nicht verabschiedet, fällt mir gerade auf...), mit dem Spätsommerabendsonnenlicht und Schattenspiel, mit dem Wind...🍃
Früher habe ich in solchen Gefühlen immer so etwas Provokantes gesagt, wie "Ich habe Sex mit dem Raum gehabt!" Also in dem Fall mit dem Garten, der durchaus auch als ein Raum beschrieben werden kann.
Heute würde ich (auch um dem Vorwurf der Dendrophilie zu entgegnen;) sagen, dass die Präsenz, die Zuneigung und die Leidenschaft zwar die gleiche sind wie bei gelebter Sexualität. Aber diesmal habe ich eher Liebe mit dem Raum gemacht. Oder in Liebe mit ihm interagiert.
Und das war magisch!! 🌟
Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, dann muss es genau so sein. Dann haben wir es geschaffen. Dann ist es in uns zu finden. Miteinander. Und um uns herum 💞
Nach einem entspannten und sich langsam aufbauenden Warm Up, folgte ein großartiges DJ Set von DJane Lelyaluise, welches sehr jungleartig, Drums enthaltend und absolut passend für diesen Garten, meine Verfassung, diese Menschen, meinen Moment war.
Da Worte nicht vermögen unbeschreibliche Gefühle darzustellen, möchte ich nur "a glimpse of a moment" teilen. Nur einen Eindruck, eine Impression.
Ich fühle mich geschmeidig wie nie, meine Knie haben das erste Mal in ihrem Leben eine Beweglichkeit, die ich bis heute nicht für möglich gehalten habe. Nachdem ich ordentlich die Energie von Mutter Erde in mich aufgezogen und mich gestärkt habe, gestampft und mich gefreut, nachdem ich mich gelockert und alle Sorgen und Schmerzen aus dem Kopf und aus dem Körper geschüttelt habe, stehe ich immer mal wieder da und halte inne. Beobachte und erfreue mich des Anblicks. Des Ausblicks. Des Augenblicks. Der Blicke.
Überall wird ekstatisch getanzt, gestampft, gesteppt, gedreht. Es werden Arme geschwungen, Hände geschmissen, Beine geschüttelt, Hüften gekreist, Neben mir eine Frau, die so ästhetisch und meiner Traumfrau so ähnlich aussieht, dass sie mich fast einschüchtert. Doch es gibt genug Bestärkendes zu sehen, was potenziell aufkommenden Anhaftungsgefühlen direkt Einhalt gebietet.
Zwei koboldig gekleidete, ein Mann und eine Frau naschen gemeinsam verspielt an den wohl ersten Äpfel des Jahres. Ein ca. 7-jähriger Junge in Jogginganzug und seine Mutter im erdigen Baumwollkleid jagen sich wie Wildkatzen durch das Getümmel. Eine rot gelockte Frau grinst mich von den hängenden Ringen aus einem verrückte Winkel an. Jemand versucht sich auf der Slackline, um festzustellen dass Tanzen eher sein Talent ist. Eine Frau macht göttlich pathetische Armbewegungen.
Eine andere lacht laut vor Glücksgefühlen (ah, das war ja ich;). Ein Mann tanzt wild contact mit einer bunt Gekleideten und dabei entstehen Gassen, durch die andere zu schlüpfen versuchen. Ein Männerkreis entsteht. Und ich werde, mit meiner männlichen Energie, aufgenommen. Ein Apfel fällt auf einen Kopf. Ein Mann posiert um eine Frau, die die Lücken seiner Bewegungen ausfüllt.
Drei starke Männer formieren sich zu einer wilden Contact Einheit. Daneben tummeln sich contactende Kätzchen. Ein altes Paar erfindet den Balztanz neu. Ein gigantischer Busen schwingt durch die Luft. Ein Po shaket mich an und ich werde zur menschlichen Pole Dance Stange. Das kann nur meine durchgeknallte vollbusige Busenfreundin sein. Jep, wie ich sie liebe!
Jemand steht. Beobachtet. Atmet. Genießt. Ein Männerchor, der sich zu einem stetig wachsenden Menschenchor entwickelt, poppt auf.
Tiergeräusche und ulkige Bewegungen. Befreiende Schmerzschreie und Schüttelbewegungen, erquickender Jubel. Alles ist. Alles darf sein.
Energie fließt überall, freie Entfaltung, Neu Entdeckung der eigenen Körperlichkeit, der Mitmenschen und des Raumes oder Baumes...
Dann ich am Baum. Er macht Yoga mit mir. Bietet mir Ruhe und Raum. Neue Bewegungsmöglichkeiten und Formen. Er spielt mit seinen Blättern und ich mit seiner Rinde. Ich lehne an ihm und fühle mich vom starken Stamm gehalten. Kräftige meinen Körper durch seine Stütze. Stretche meine Beine zwischen seinen Ästen. Schwingen mich hindurch und tanze mit dem Geäst, tauche ab und vorbei, wie ein Contact Dance. Hänge mich an einen Ast und rotiere um ihn herum, wie eine Katze schmiege ich mich an, Pfoten auf dem starken Ast entlang wandernd, innehaltend, mich ablegend und den Baum umarmend, der mich zurück umarmt.
Und ich möchte einfach nur das Leben umarmen.
Aber ich fange mit den Menschen im Cuddle Puddle an!
Kassel, gerne wieder!
Ich kam mit einem Mangelgefühl, weil ich meine große Liebe aka Fernbeziehung so vermisse. Doch ihr habt mich erinnert, dass ich die große Liebe meines Lebens bin. Nicht (nur) Katinkara. Und a goddess myself. Und so wich das Mangelgefühl, die qualvolle Sehnsucht und Unzulänglichkeit zumindest für einige Stunden einer wohligen Fülle.
Jedes Mal holt ihr mich von der Unterwelt zurück zum Himmel auf Erden 🌴🌃 🌤️Leggi altro
