Leona Knobel

Joined September 2016
  • Day24

    Das Beste kommt zum Schluss

    December 24, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 3 °C

    Das ist nicht nur der Titel eines herzerreißenden Filmes, mit Morgan Freeman, in dem Filmstil, der zu Weihnachten häufig im Fernsehen läuft, sondern ist außerdem allgemeine Floskel und Motto des heutigen und letzten Tages.
    Das heißt nicht, dass dieser Eintrag der Beste ist, denn eine Wertung möchte ich nicht vorweg nehmen. Außerdem möchte ich die mit dem Titel erhobenen Erwartungen mit diesem Satz hier wieder zerstören ;)
    Aber es ist der Schluss, und was würde sich für den letzte Eintrag besser eignen, als ein Rückblick.
    Viel zu oft sehen wir immer nur das neue, das Moderne, das Zukünftige und vergessen zu häufig, das zahlreiche Vorhandene, Vergangene, Erhaltene oder Erfahrene zu schätzen und angemessen zu behandeln.
    In Bezug auf Erlebnisse entspricht das der Lebensweisheit des liebenswerten Sozialarbeiters Peter Soltaus, der in seiner erlebnispädagogischen Sicht verdeutlicht:

    "Vom Wagnis zum Abenteuer, von dem Erlebnis zur Erfahrung. Durch Reflektion."

    Nur das Reflektieren von besonderen Erlebnissen oder Ereignissen machen diese für uns wertvoll und verleihen ihnen die angemessene Bedeutsamkeit.

    So lässt auch die Universität Kassels an einer Mauer neben der Zentralmensa am Hopla verläuten:" Nur der Denkende erlebt sein Leben, am Gedankenlosen zieht es unbemerkt vorbei"
    Auch wenn das meiner "mehr fühlen weniger denken" These vom 18. Dezember widerspricht, stimme ich dem zu.

    Bezüglich Gegenständen, die wir bereits besitzen und nicht mehr mögen, eignet sich die Recycling Methode, um die es gestern ging.
    Und bei Gegenständen, Erfahrungen oder Lebewesen, die wir nicht ausreichend schätzen, kann man sich einen kleinen Dankbarkeitsstein nehmen, ihn fest ihn die Hände schließen und für die Dinge, Erfahrungen und Wesen danken.
    Apropos Wertschätzung gegenüber Lebewesen, das führt uns zu eine kleinen Rückblick über die zentralsten Themen dieses Adventskalenders. Wir haben uns mit Moral und ethischen Konzepte befasst, die unser Verhalten gegenüber Tieren in Frage stellen, haben uns die Probleme von Fleischproduktion, Umweltproblemen und zunehmender Technisierung vor Augen geführt. In diesem Zug haben wir die Technisierung unserer Gesellschaft, die Bedeutung für künftige Generationen und Kritik am Faktenlernen beleuchtet.
    Einige lyrische Texte zum Geist der Weihnacht und des Regens sowie zum Thema Schreibinspiration durchliefen die eher theoretischen und entgegen meiner ursprünglich als leichte Kost geplanten Blogeinträge. Aber leichte Kost ist man von Weihnachten ja eh nicht gewohnt.
    In diesem Sinne wünsche ich einen guten Appetit heute!
    Und beim Geschenkeauspacken denkt an die hier gefallenen Worte;)
    Da bei uns gerade die erste Flasche Wein geöffnet wurde, muss ich etwas schweren Herzens einen Schlussstrich finden.
    Aber das ist ja für alle Beteiligten besser, denn wer hat schon an Heiligabend so viel Motivation und Lust viel zu lesen. Ich sage bewusst nicht Zeit, denn wir haben ja gesehen, dass man Zeit nicht hat sondern sich nimmt und dass man immer eine Wahl hat ;)
    Gemäß der nötigen Reflektion und der noch Allgegenwärtigkeit der hier angeschnittene Themen, werde ich diese dennoch in den nächsten Tagen bei Gelegenheit überarbeiten, Bilder einfügen, Rechtschreibung kontrollieren und Inhalt abrunden.
    Und dann werde ich stolz zurück blicken auf eine Haufen krassen Sch*****, wie ich ich einigen Stunden auch selig und dankbar auf die ausgepackten Päckchen unterm strahlenden Weihnachtsbaum im Kreise meiner Familie schaue werde.

    Das wünsche ich euch auch!

    Wundertolle Weihnachten 🎄 🎅🎁🌲🎀🎉

    Song of the day : for the last time this year "Last Christmas" by Wham! 😏
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day23

    Schreiben über Schreiben übers Schreiben

    December 23, 2018 in Germany ⋅ 🌧 9 °C

    Noch ein Tag bis Weihnachten, noch Zeit die letzten Weihnachtskarten zu schreiben und vorletzte Gelegenheit für mich den morgen endenden leologistischen, phileologischen, kolumnistischen Adventskalender mit meinen Gedanken zu füllen.
    Denn Schreiben scheint das einzige zu sein, was meinen Gedanken wirklich an Bedeutung verleihen kann.
    Das pflege ich zu sagen, ebenso wie diese Analogie "Schreiben ist wie Kacken, da ist etwas, dass muss unbedingt raus und nachdem man es rausgelassen hat, ist man erleichtert und zufrieden". Während man ersteres jedoch eigentlich immer kann oder bestenfalls sollte, fällt Schreiben manchmal besonders schwer. Denn, da ich weiß, morgen ist Weihnachten, ich keine Arzttermine, Uniabgaben oder anstrengende Arbeit zu erledigen habe, bin ich einfach nur entspannt und in selbiger Vorfreude. Demnach bin ich uninspiriert, also geht eine gewisse Problemhaftigkeit mit proportionnell dazu steigender Schreibbedürftig- und Schreibfähigkeit einher. Anders herum gesagt:
    Je zufriedener ich gerade bin, desto kunstloser werden meine Texte. Ganz gemäß dem Arm einer Berliner Rockgöre, die ich mal im flixbus kennen lernte, auf dem über ihren selbst zugefügten Wunden "Art doesn't come from happiness" tätowiert stand. Am ertragreichsten sind die Krisen.

    Und da ich gerade ziemlich krisenlos zufrieden bin, aber durchaus eine kleine Sammlung von Texten der Vergangenheit habe...
    Hier ein Gedicht, das sich ebenfalls mit dem Schreiben auseinandersetzt:

    ✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒

    Alles entspringt aus nicht

    Kennst du das?
    Diese Morgen und Momente
    In denen du ganz allein still stehst
    Sich die Welt um dich herum aber nichts um dich dreht
    In der niemand nach dir fragt
    Niemand etwas zu dir sagt
    An denen du deine Aufgaben erledigt hast,
    die Hausarbeit gestern zuletzt angefasst,
    keine Prüfung mehr als Last
    Dieie Arbeit nicht nach dir fragt
    Kein anstehender Termin an dir nagt
    An dem du deine WhatsApp Nachrichten beantwortet hast
    Auch Facebook, Snap Chat und Twitter geben dir mal Rast
    Und du bist allein
    Mit dir und deinen Gedanken
    Dein Kopf in der "Leerlaufphase" weiß nicht was er denken soll
    Du bist nicht Gedankenvoll
    Es gibt keine Schranken - toll!
    Doch du hasst es, fühlst dich unnütz, fühlst dich ungebraucht und ungefragt
    Denn du spürst es als Leere
    Fühlst dich allein
    Dabei könnte es lehre
    Und Prozess der Selbsterfahrung für dich sein...

    Doch plötzlich wird der Moment der eben noch so klein
    Bedeutsam und groß
    Denn du hast Gedankenfreiheit
    Und fragt man sich anfangs wohin damit bloß?
    Ist nach kurzer Leere doch schon wieder viel zu viel los

    Gedankenfreiheit
    Selbstverfügbarkeit
    Neutralität
    Von der alles ausgeht
    Endlich Gelegenheit
    kognitive Auszeit
    völlige Gedanken Freiheit

    Denn alles entsteht aus nichts
    Oder nicht?
    ✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒✒

    Song: The artic monkeys - only walk backwards
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  • Day22

    Wer billig kauft, kauft zwei Mal?

    December 22, 2018 in Germany ⋅ 🌧 10 °C

    Doppelte Schnappszahl. 22 Dezember. 2 Tage bis Weihnachten. Die letzten Stunden um Vorbereitungen für das Fest zu treffen, die letzten Möglichkeiten sich ins Einkaufsgetümmel zu stürzen, könnte man meinen, wenn man das Gewusel erlebt.
    Da stellt sich doch bei dem ein oder anderen, der einen gezielten Gegenstand als Geschenk für den Liebsten sucht, in welcher Qualität man am besten kauft.
    Wer billig kauft, kauft 2 Mal, sagt man im Volksmund.

    Früher war ich damit ganz gut gestellt und habe meist reißerisch gekontert: "Ist doch gut, bei Schuhen zum Beispiel kaufe ich 2 Mal Billige und habe dann mehr Vielfalt und Auswahl statt einem teuren Paar". Das stimmt noch immer.
    Und 1€ Marktketten, wie die Filiale tedi erfreuen sich zunehmender Popularität. Eine Filiale hat mittlerweile sogar mein Heimatörtchen Wolfhagen erreicht, wo alle total auf die günstigen Produkte abgehen und gefühlt nur noch dort kaufen. Außer Lebensmittel... Und es ist tatsächlich erstaunlich, wie ästhetisch und liebevoll die Produkte dort verglichen mit andere 1€ Shops präsentiert werden, sodass sogar ein gewisser Stolz mitschwingt, wenn Leute berichten, wo sie etwa die Weihnachtsdeko gekauft haben.
    Dagegen sind ander 1€ Läden, MäcGeiz oder KIK doch eher verufen. Und mal ganz ehrlich, sie stinken doch nach Billigproduktion, Kinderarbeit und unmoralischen Produktionsbedingungen (tedi eigentlich auch, aber durch die wenigen Markenprodukte und Präsentationstrategie wird das kompensiert... Ist zumindest mein Eindruck ;)

    Das ist einerseits total praktisch insbesondere für gerade erwähnte Weihnachtsdeko, Bastelzeug oder Adventskalenderinhalt (danke Mom;).
    Andererseits habe ich mit zunehmenden Alter zunehmend die moralische Vertretbarkeit meines Konsums hinterfragt, spätestens seit dem "Labour work" topic im Englischunterricht der 8. Klasse sollte das Thema zumindest zu jedem hessischen Gymnasialschüler durchgedrungen sein. In diesem Kontext hatten wir eine Debatte, ob ein Einkäuferboykott irgendetwas verändern würde. Das ist natürlich schwierig, zumal ein radikaler Wandel nötig wäre und Einzelpersonen weniger verändern können als die Einkäufer und Großvertreiber. Ein Boykott der bisher nur hypothetisch denkbar ist, würde außerdem erstmal einige Menschen arbeitslos machen und Schäden anrichten, bevor ein radikaler Wandel sich vollziehen würde. Aber wer weiß, ob das besser enden würde? Ich für meinen Teil schränke meinen Produktbedarf dennoch insoweit an, dass ich hauptsächlich second hand unterwegs bin, sei es auf Märkten oder von lieben Freunden. Apropos second, eigentlich wollte ich mich der Frage stellen, ob man wirklich 2 Mal kauft, wenn man billig kauft.
    Denn seien wir mal ehrlich, auch wenn ich oder du minimalistisch Leben und den eigenen Konsum und Materialismus einschränken, viel recyceln und lieber beim Einzelhändler um die Ecke und lokal kaufen, sind wir erstens keine Weltretter und zweitens früher oder später auf gewisse Dinge angewiesen. Also, kaufe ich mir lieber einen Pulli bei Wish oder doch bei Hollister? Lieber Schwarzmarkt Sneakers im temporären Outlet oder Nikes? Lieber eine teure oder eine tedi Nagelschere? 🎁
    Bezüglich letzterem hab ich tatsächlich bei erstmaliger Benutzung die Tedi Schere zerbrochen... Was mir ehrlich gesagt keine optimale Vorlage für kreative Bastelideen sondern nur unnötigen Müll beschert hat. Und ja, die (um)welt und Mensch verachtenden Produktionsbedingungen... Die sind tragischerweise so häufig bei Hollister, Nike etc. nicht besser als bei Discounter Ware. Bloß machen die Vertreiber da mehr Gewinn.
    Und ja, es gibt diese tollen FairTrade Siegel, mit denen es sich genauso schwer gestaltet wie mit den häufig fehlerhaften Bio-Siegeln .
    Ich kenne n paar Läden, die ganz cool bewussten Kram anbieten, Zumal die Nachfrage größer wird (Achtung, man siehe sich auch hier vor, vor der Kommerzialisierung auf Kosten ursprünglicher Werte wie in der Veganismus Debatte). So kann man zum Beispiel bei armed angels umwelt- und menschenfreundliche Klamotten kaufen, bei soulbottles wiederverwendbare Glasflaschen, in second hand Märkten sogar Discount Sneakers oder gar richtige Nikes.
    Wichtig bleibt mir, dass man das mit sich selbst klärt, Verantwortung übernimmt und vielleicht diesen 3 Prinzipien etwas Beachtung schenkt :

    Reduce 💼
    Reuse 📌
    Recyle ♻

    Daraus werden sich trotzdem hervorragend Weihnachtsgeschenke ergeben 😉
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  • Day21

    Vom moralischen Handeln

    December 21, 2018 in Germany ⋅ 🌧 8 °C

    Noch 3 Tage bis Weihnachten.
    Kein Wunder, dass bei dem Stress, die letzten Geschenke in der überfüllten Stadt zusammen zu suchen, folgende Situationen nicht gerade selten sind.
    Ein über die Straße Sprinten bei Rot, der alten und stehenden Dame neben sich in der Tram nicht den eigenen Platz anbieten, weil die Geschenke sich auf den eigenen Knien stapeln und vor lauter Gedanken, daran, was noch gemacht werden muss, der Verkäuferin geistesabwesend kein Danke und Tschüss zukommen zu lassen.
    Das klingt nach einigen Verhaltensweisen, die wir intuitiv als unfreundlich, ungezogen, manche aber gar als frech und asozial bewerten würden. Warum diese und andere Verhaltensweisen unter gewissen Aspekten aber gar nicht so asozial sind und wie sie nicht impulsiv sondern systematisch moralisch zu betrachten sind, will ich heute zeigen.
    Auf das rote Ampeln Beispiel kam ich wegen meiner Reiseerfahrung mit 2 Menschen, die partout dagegen waren, dass man bei Rot über die Ampel geht. Auch mitten im Nirgendwo. Die beiden waren ziemlich straight, diszipliniert und grundsätzlich eher deontologisch statt konsequentialistisch bzgl. ihrer Handlungsweisen. Für mich ergab das keinen Sinn, weswegen ich mich dem Abwägen dieser Meinungsverschiedenheit widmete. Und klar gehe ich nicht über die rote Ampel, wenn für mich selbst Gefahr besteht oder wenn Kinder und verwirrte Menschen einem potentiell folgen könnten und man als schlechtes Bild vorangeht. Aber mitten im Death Valley, wo alle paar Stunden mal ein Autochen oder LKW vorbei tuckert, ist es doch sinnlos. Der hauptsächlich Grund, warum die anderen prinzipiell drauf bestanden, war, dass es ihnen engebläut würde. Und dass sie Angst vor Autoritäten hatten, die dies vermutlich Strafen würden, sei es die Polizei oder die missachtenden Blicke der übrigen Passanten.

    Und damit sind wir beim Stufenmodell moralischen Handels nach Lawrence Kohkberg. Denn der Psychologe Unterteilt in diesem Modell Handlungsweisen in 6 Stufen ein, die sich unter die Begriffe präkonventionell, konventionell und postkonventionell zuordnen lassen ↗ siehe Foto oder detailliertere Ausführung unter diesem Link

    http://zen-integral.com/wp-content/uploads/2017/08/Stufen-der-moralischen-Entwicklung.jpg

    Dabei ist das gehorsame Handeln aus Angst vor Strafe oder wegen Aussicht auf Belohnung die niedrigste Stufe 1, von der Menschen im Laufe ihres Lebens zunehmend höhere Stufen annehmen oder es zumindest sollten.
    Demnach sind die ersten beiden Stufen von Babys 👶 🐕 aber auch Tieren die Haupthandlungsmotive, woraufhin das familiäre und soziale Umfeld und dessen Interessen und Erwartungen an Bedeutung gewinnen und demnach unter dem konventionellen Oberpunkt, also Stufe 3 & 4 die Rollenerfüllung 🤰👪 und die Erfüllung extrinischer und gesellschaftlicher Anforderungen unser Handeln bestimmen. Das rote Ampeln nicht überlaufen, das alten Menschen den Sitz in der Tram anbieten oder das anerzogene Verhalten gegenüber einer Kassiererin könnte man dementsprechend auch dem Bereich des konventionellen Verhaltens zurodnen.
    Im Laufe der späten Kindheit und Jugendphase erreichen die meisten Menschen Stufe 3 oder 4 und viele Erwachsene kommen bedauerlicherweise nie darüber hinweg. Warum bedauerlicherweise ? Da laut Kohlberg die 6. Stufe die erstrebenswerte ist:
    Das Handeln nach universell gültigen, auf Menschlichkeit basierenden und grundlegenden ethischen Prinzipien🌏 Die außerhalb kultureller Konventionen global gelten können.
    Hier mal ein Negativbeispiel einer von uns intuitiv als positiv bewertete Handlungsweise, die Kohlberg zufolge aber moralisch wertlos ist, da sie der 6. Stufe widerspricht und stattdessen bei 3 anzusiedeln ist:
    Max Mustermann schützt seine kleine Schwester, die Mist gebaut hat, weil er sie schützen will. Da er ein sooo guter großer Bruder ist lügt er sogar für sein Schwester.

    Aber, er lügt- würde Kohlberg kritisieren.
    Und auch wenn jemand altes in die Bahn kommt und sich mal wieder beschwert, weil die ignorante und immer schlimmer werdende Jugend von heute nur auf ihrem Handy rumdattelt und nicht den Platz anbietet, erwarten diese ein Handeln nach Stufe 4.
    Wenn man aber allgemeine Prinzipien betrachtet und in diesem Fall die abwiegt wer nach größter Bedürftigkeit einen Platzanspruch hat, könnte der so ignorant erscheinende Jugendliche durchaus den Platz zurecht nicht anbieten.
    Man stelle sich vor, er habe sich gerade beim Sport den Fuß angebrochen und versucht nun verzweifelt die Nummer eines Arztes raus zu suchen....
    Oder so.
    Wenn man mit dieser Abwägung an viele Dinge rangeht, die einen zutiefst ärgern, dann wir man in Zukunft entspannter, toleranter und verständnisvoller sein, wenn "das Arschloch im Wagen vor mir nicht fährt", wenn "die blöde Kuh über die rote Ampel rennt" wenn "die eigene Tochter Kleidung mit Löchern trägt" oder wenn "jemand vermeintlich unfreundlich in der Bahn oder an der Supermarktasse ist".

    Denn nur weil es nicht konventionell ist, nur weil Strafe oder Verachtung lauert, heißt das meist nicht, dass man unmoralisch handelt.

    Also, wir sind frei uns von engen Zwängen unreflektierter Konventionen zu lösen, selbst den Kopf anzuschalten und Maximen zu gründen, mit denen wir gerne unser Handeln begründen und ein Leben mit Moral ergründen.
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  • Day20

    Grüne Weihnacht

    December 20, 2018 in Germany ⋅ 🌧 6 °C

    Die grüne Weihnacht steht uns in 4 Tagen bevor, denn traditionell wertschätzt man im Kreise meiner Familie ausschließlich echte Tannenbäume. Finde ich demnach auch viel schöner. Aber zeigt es uns nicht wie ambivalent und bizarr unser Verhältnis zur Natur ist. Einerseits errichten wir uns (zwangsläufig?) eine Kultur, schotten uns mehr und mehr von der Natur ab und viele Menschen ekeln sich sogar vorm Camping, vor Krabbeltieren und unbekannten Pflanzen. Dennoch stellen wir uns nicht selten zahlreiche Pflanzen und Bäumchen oder zumindest Blumen in unsere abschottenden zivilisatorischen Imperien.
    Vor allem Blumen, die dadurch nach wenigen Tagen vergehen und nur eine solch kurze Zeitspanne das Auge des Betrachters erfreuen, finde ich unnötig. Warum lässt man sie nicht dort, wo der Pfeffer wächst? 💐
    Es ist allerdings fester Bestandteil unserer Kultur und als Geschenk kaum wegzudenken (wobei man ja auch selbst Blumen pflücken könnte, statt die in Plastik und Papier eingewickelten, teuren und mit Pestizid gezüchteten Blumenladensträuße;) Ebenso wäre ein Weihnachten ohne grünen Tannenbaum nicht vorstellbar 🎄
    Apropos Tannenbaum, dieses ambivalente Verhältnis, was wir zur Natur zu haben scheinen hat ein unbekannter Künstler mal in seiner Ausstellung präsentiert, in der er menschengroße, dunkelgrüne Duftbäume beschrieben mit "Tannenduft" ausstellte. Damit wolle er zeigen wie absurd es ist, dass wir künstliche Duftstoffe, die nach Natur riechen sollen entwickeln und uns damit umgeben, statt uns von der Natur zu umgeben 🌲
    Hm, und da mir eine grüne Welt und Biodiversität ziemlich wichtig ist, möchte ich das spannende, unterhaltsame und perfekt fürs Gästeklo geeignete Buch "500 Ideen, täglich die Welt zu verbessern" empfehlen. In diesem bin ich letztens auf einen Tipp gestoßen, der sich auf möglichst umweltschonende Internetnutzung bezog.
    Und hiermit präsentiere ich euch stolz:

    MEIN BLOG IST CO2-NEUTRAL

    Eine Aktion von dem Angebotsfinder "kaufDA", der in Kooperation mit "I plant a tree" dafür sorgt, dass der durch mehr Websites wie diesem Blog hier entstehen Stromverbrauch und damit einhergehender CO2 Ausstoß ausgeglichen wird. Und zwar mit dem Pflanzen eines Baumes pro Blog, der laut Berechnungen ca. 50 Jahre der Blognutzung neutralisiert. Klingt verrückt?
    Ist es, aber was ist schon einzuwenden gegen Bäume pflanzen?
    Denn definitiv benötigen wir Bäume nicht nur an Weihnachten oder als ganzjährige Zimmerdekoration, nicht nur als Möbel- und Baurohstoff, sondern vor allem zum Atmen. Laut MTV Moderatorin Nina Eichinger erzeugt ein einziger Baum 🌳 übrigens genug Sauerstoff für 2 Menschen, ihr ganzes Leben lang. Auch als Nahrungquelle sind Bäume, Sträucher und Pflanzen unabdingbar und kostbar.
    Doch auch die Papierproduktion, die in Bildungseinrichtungen und Unternehmen unfassbar groß ist, verlangt Bäume. Durch die zunehmende Digitalisierung, Emails statt Briefe eBook statt Bücher, Internet statt Zeitschriften etc. wird das immerhin eingedämmt, andererseits verlangt diese Entwicklung auch mehr Storm, was wiederum je nach Stromgewinnungsverfahren zur Abholzung großer Waldflächen führt. Ja Bäume sind schon bedeutsam, wie noch ein Funfakt aus dem erwähnten Buch verdeutlicht:

    China produziert im Jahr über 60 Milliarden (!) Wegwerf-Essstäbchen, wofür 33,3 Millionen Bäume benötigt werden.
    Deswegen empfehlen die Autoren recycelbare Stäbchen zu nutzen und sie, wenn wir chinesisch essen gehen diese beim Chinesen abzubestellen.

    Eine weitere witzige Idee mit wenig Aufwand für "I plant a tree" zu sorgen, ist neben dem eigenen Pflanzen eines Baumes oder ganz vieler Bäume innerhalb einer Aktion (Wie ich es auf eine Festival in Australien erleben durfte) folgendes : Statt die Google Suche einfach bei Ecosia suchen (sehen zwar manche Technikaffine kritisch, weil es bing Sichergebnisse liefert, aber man kann selbst abwägen, was einem mehr am Herzen liegt). Denn jede einzige Ecosia Suchanfrage führt ebenfalls zur Pflanzung eines Baumes 🌲

    Doch auch zur Stromeinsparung nennt das missionarische Buch lächerlich klingende aber wirksame Maßnahmen:
    So soll es, wenn man tatsächlich (noch;) Google benutzt, schon viel Energie einsparen, wenn man die normalerweise weiße Startseite auf schwarz einstellt. Googelt oder ecosiat doch mal, wie das geht ;)
    Am besten schafft ihr euch das Buch einfach an oder kommt zu mir zu Besuch aufs Gästeklo, dann könnt ihr auch mal etwas drin rumblättern.
    Vielleicht gibt es auch noch Möglichkeiten, es sich zu Weihnachten zu wünschen, sodass es in 4 Tagen unter eurem Weihnachtsbaum liegt.
    Unterm besinnlichen, heißgeliebten Weihnachtsbaum, der auch ein Sinnbild dafür ist, wie wohl wir uns umgeben von Natur fühlen und welche Verbindung wir mit einem einfachen Baum eingehen können.
    Und damit: Gründliche Weihnachten! 🎄

    Mehr Informationen zu der Blog CO2 Aktion findet ihr hier :
    http://www.kaufda.de/umwelt">
    src="http://www.kaufda.de/umwelt/buttons/CO2-neutral-transparent-125x125.png"
    title="Diese Seite ist CO2 neutral. Deine auch?"
    alt="Umweltprospekte"
    />


    Song: Blue Christmas (green Christmas war aus;)
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  • Day19

    Von Gesundheit und Freiheit

    December 19, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 3 °C

    Der 19. Dezember, was bedeutet, dass es nur noch 5 Tage bis Weihnachten sind.
    Das zeigt sich auch an der Anwesenheit oder besser gesagt Abwesenheit in den Uni Seminaren die, je mehr es auf Weihnachten zu geht zunehmend Fluktuation aufweisen. Naja, liegt möglicherweise auch an einer Grippewelle, wie sie zu dieser Jahreszeit ja nicht selten ist.
    Aufgrund dieses Risikos der Krankheiten, Angeschlagenheiten oder Schnupfen, die bekanntermaßen bei einigen Männern ja zum Beinahtod führen können, widmen ich den heutigen Eintrag diesem Thema. Auch, weil ich selbst wegen Stimmproblemen, gezogenem Zahn und sämtlichen damit verbundenen Kleinigkeiten unheimlich viele Arztbesuche und Apothekeneinkäufe in diesem Dezember hinter mir habe... Dabei ist es schon bewundernswert, wie gut das Gesundheitssystem sich in Deutschland im internationalen Vergleich um einen kümmert.
    Doch auch marktwirtschaftlich betrachtet spielt das System eine große Rolle und die Pharmaindustrie hat großen Einfluss auf Medikamentvermarktung, Forschung und Zusammenhänge.
    Da ich die Komplexität der Verstrickung selbst noch nicht ganz blicke, bin ich ein einfacher, pflichtversicherter Bürger, der bei jedem Besuch eines Arztes die Krankenkassenkarte (mit dem abschiebenden Gedanken "Die Krankenkasse regelt das schon!" ohne wirklich eine genaue Ahnung zu haben) und bei jedem darauffolgenden Apothekenbesuch die Bankkarte zückt. Dann wird brav das gekauft, was der Arzt verschrieben hat. So wurde ich erzogen und das ist sicherlich in den meisten Fällen auch anständig und hilfreich.
    Doch mit steigendem Alter wurden die Ärzte, die ich als Kind noch als allwissende, mächtige und unanzweifelbare Personen, ähnlich dem Weihnachtsmann, betrachtet habe, zunehmend menschlicher. Können sich auch irren. Können auch nur Opfer des Systems sein, indem sie zu ökonomischen Zwecken Sachen verschreiben, bei denen sie schneller aber weniger rentable Alternativen kennen. Man hört da ja immer mal so Storys aber das wäre nur Spekulation und bevor ich allen Schulmedizinern und Unterstützern diese von mir ungeprüften Sünden in die Schuhe schiebe, möchte ich nur sagen, dass zumindest eins klar ist; Und zwar, dass eine unheimliche Intransparenz über die Pharmaindustrie, den Arztbetrieben und der klassischen aber durchaus oft chemischen Schulmedizin vorherrscht.
    Etwas überholt in einer sich zunehmend inividualisierenden, Autonomie und Autarkie verlangenden modernen Gesellschaft, finde ich.
    Und da ich eben immerhin Herr meines eigenen Hauses bin und die Freiheit des selbst Denkens, Entscheidens, Handelns und Fühlens habe, sollte ich vielleicht manchmal weniger auf den mächtigen Arztgott hören als vielmehr auf meinen Körper und meine innere Stimme.
    Mein Körper zeigt mir gewöhnlich an, wann ich Ruhe und Schlaf benötige, wann eine Klärung des Geistes vor lauter Stress, wann einen heißen Tee bei rauem Hals und so weiter.
    Oft neigen wir dazu, aufgrund der Garantie, Sie Medikamente uns zu geben scheinen, dass wir innerhalb der nächsten Woche wieder fit sind, auf diese allein deswegen zurück zu greifen, weil wir nicht so lange an der Arbeit oder in vielen Terminen fehlen dürfen.
    Alternative Heilpraktiken können länger dauern, sich aber durchaus langfristig gesünder auswirken als ein Vollpumpen mit Schmerzmitteln, die wiederum zahlreiche teils verhängnisvolle Nebenwirkungen mit sich ziehen. Giftstoffe, die wir unserem Körper zuführen gegen Giftstoffe. Hm, ob das optimal ist?
    Ich bin wie gesagt der Meinung, dass wir öfter in uns spüren sollten, was wir, wie gestern thematisiert, viel zu sehr verlernt haben.
    Doch mit der New Age Phase des Yoga, Meditation, Zen etc. Trends ist der Zugang zu Alternativen leichter denn je.

    Eine gesunde Grundhaltung ist außerdem langanhaltend besser als temporär auftretende Krankheiten mit starken Mitteln zu bekämpfen, an den Symptomen langfristiger Art aber nichts zu ändern. Glaubt mir, damit kenne ich mich allein deswegen so gut aus, weil es mir selbst nicht ganz gelingt eine gesunde Balance aufzubauen.
    Aber zum Glück habe ich Heilpraktiker, Entspannungstechnikexperten, Yogapraktizierende und Naturmediziner im Freundeskreis.
    Denn es gibt zahlreiche, teils uralte und in Stämmen bewährte Pflege- Versorgungs - und Heilungstechniken, die ein Verständnis des komplexen gesellschaftlichen Medizinteilsystems nicht voraussetzen.
    Stattdessen fördern sie das Verständnis und die Bedürfnisse des eigenen Körpers.

    Was gibt es wichtigeres?

    Der Song: "Heilpraktiker" vom Lumpenpack zieht das ganze zwar ein wenig ins Lächerliche, aber eben auch ins Rampenlicht ♪
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  • Day18

    Vom Wissen und Wünschen

    December 18, 2018 in Germany ⋅ ☀️ 8 °C

    Der 18. Dezember, wir wissen faktual , dass in 6 Tagen Weihnachten ist.
    Solch abfragbares Wissen scheint eine starke Dominanz in unserer Gesellschaft eingenommen zu haben und ein akademischer Abschluss den sozialen Status unmittelbar zu beeinflussen.
    An der Uni werden IQ Tests insbesondere im Kontext meines Lehramtstudiums nicht selten thematisiert, die Einstufung nach kognitiven Fertigkeiten in eine Schulstufe beeinflusst häufig den zukünftigen Werdegang.
    Im Gymnasium ist es insbesondere theoretisches und deklaratives Wissen, welches immer wieder gefordert und abgefragt wird, Abstraktionsvermögen aber auch Bolemielernen sind das Resultat, wohingegen Real- oder Hauptschulen Praxis vermitteln, von Kochkursen bis hin zu Arbeitslehre oder Handarbeitsunterricht.
    Klar haben diese Unterrichtsformen ihre Berechtigung, doch auf der anderen Seite werden die "niederen Schulstufen" zu oft als solche abgestempelt von den so elitären Gymnasiasten und Akademikern abwertend betrachtet. Dabei haben diese den Bezug zur Realität verloren, Praxis, nähen, kochen, für sich selbst verantwortlich sein, sind Dinge, an denen sie wohlmöglich scheitern. Zumindest die Schule hat sie nicht auf das Leben vorbereitet, sondern vor allem die Differenz und Vorurteile zu "den anderen" geschürt. Und das zieht sich bis ins Arbeitsleben, wo die einen die Geschäftsführer und die anderen die Blaumänner sind.

    Da ich selbst theoretisches Wissen so sehr in der Vordergrund meines Lernens stelle, mich gerade angesprochene Diskrepanz zwischen "sozialen Schichten" aber stört, sollte man nie vergessen:
    Es gibt nicht nur deklaratives, also faktuales Wissen, wie etwas theoretisch zu laufen hat. Sondern es gibt auch prozeduales Handlungswissen, wie Dinge tatsächlich gemacht werden. Nicht bloß Theorie sondern auch Praxis ist bedeutungsvoll und verdient Anerkennung.
    Die Dominanz des Wissens ist nicht nur mit dem zunehmenden Fortschritt der Wissenschaft und dem auch von Philosophenausrufen nach dem Streben nach Erkenntnis verbunden , sondern findet sich schon in der Literatur, wo es Goethes Faust in den Wahnsinn treibt. Auch das Schulsystem und Arbeitsleben konzentriert sich auf Wissen, Kompetenz und Kenntnis.
    Doch ist Faktenwissen so ausschlaggebend?
    Es gibt nicht nur IQ sondern auch EQ, die emotionale Intelligenz, die soziale Kompetenz beinhaltet und damit Empathievermögen, Hilfsbereitschaft und das Erreichen der eigenen Ziele und der Ziele anderer unter gegenseitiger Rücksichtnahme.

    Auch dieser Blog hier ist sehr theoretisch und es ist immer leichter, hohe Reden zu schwingen, nach den eigenen Prämissen zu leben jedoch schwieriger. Man siehe sich die großen Philosophen und deren Theorien doch mal an und kontrastiere sie zu deren Biografie.
    Doch genau deswegen ist es wichtig, sich theoretisch Missstände vor Augen zu führen, wie das häufige Übersehen praktischer Kompetenzen.
    Bereits auf lokaler Ebene zeigen sich Stadt- Dorfmensch Kontraste und Vorurteile, die beispielsweise in der Formulierung "Diese Bauern" zum Tragen kommt. Doch ein Bauer leistet so viel, wenn auch nicht auf theoretischer aber allemal auf praktischer Anwendungsebene, dass man ihn nicht als einfachen Bauer abstempeln sollte. Ja, RTL2 leistet seinen Beitrag zur Vorurteilsschürung, was sich bzgl Harzt IV Empfängern drastisch in dem neue Format "Hartz aber herzlich" zeigt. Eine Sendung, die teils falsche Stereotype produziert und für die Kluft zwischen der Bildungelite und den "Straßengesöcks" (um es in den dadurch produzierten Worten zu sagen) verantwortlich ist.

    Warum sehen wir uns sowas an?
    Hand aufs harte Herz.
    Entertainment ist das ein, das erhabene, primitive Gefühl, dass man selbst nicht so "geendet ist" das andere. Fair ist auch was anderes. Möglicherweise hat diese Sendung auch aufklärerische Funktion, aber die Abwertung anderer Menschen scheint ein unvermeidbarer Nebeneffekt.
    Die Abwertung der Intelligenzverminderten, der "Dummen".. Nicht selten hört man den Satz "Ich hasse dumme Menschen" von den vermeintlich gebildetesten Menschen.
    Statt sie zu verurteilen und sich abzugrenzen, sollte man sie, wenn man tatsächlich denkt, etwas besser zu wissen, dieses Wissen teilen. Oder nach einem gemeinsamen Konsens oder nach anderen Vorzügen suchen. Außerdem ist Unwissenheit etwas, was viel zu oft direkt als Unvermögen abgestempelt wird.
    Und ist Intelligenz und Wissen so ausschlaggebend?
    Finden wir es nicht bewundernswert, wenn Menschen in der Lage sind an den Weihnachtsmann zu glauben?
    Wenn Sie wünsche haben und Träumen können und mit utopischer Fantasie die tollsten Kunstwerke erschaffen?
    Wenn Sie binnen Sekunden ohne Anleitung einen Mähdrescherdefekt identifizieren und das Problem beheben?
    Wenn Sie ohne Rezept vorzügliche Gourmetgerichte kochen?
    Wenn Sie intuitiv richtig handeln, ihrem Gefühl folgen anstatt sich den Kopf zu zerbrechen?
    Sollten wir nicht manchmal weniger denken, urteilen, abgrenzen und mehr fühlen?
    So theoretisch ist unsere Gesellschaft bereits, alles auf den visuellen Sinn fokussiert, alles auf Erkenntnis getrimmt, dass das Gefühl auf der Strecke bleibt, die anderen Sinne über"sehen" werden (Die Dominanz des visuellen Reizes zeigt sich bereits in der Sprache).
    Nicht umsonst, feiern wir doch die BeSINNlichkeit der Adventszeit, und dieses Wort kommt bestimmt nicht von Sinnhaftigkeit sondern von den Sinnen, glaube ich.

    Song: You're somebody else--flora cash
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  • Day17

    Regen als Segen

    December 17, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 3 °C

    Der 17. Dezember und noch 7 Tage bis Weihnachten... Diese Zahlen klingen genauso schräg, wie das Wetter heute war. Fieselig regnerisch. Obwohl doch gestern erstmals eine Winterwunderlandschaft in Form von Schnee und weihnachtlichen Temperaturen unsere Gemüter erfreute.
    Hm, dazu passt ein Gedicht, welches ich letzten Winter verfasste und welches beim Betrachten der verschmutz verregneten Innenstadt Kassels entstand...

    Regen wird darum ganz und gar nicht als Segen bezeichnet, warum er das aber durchaus sein kann, erläutere ich im Anschluss, also hier erstmal was für Lyrikfans

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    Auf Winterpracht folgt Regenmacht

    Gestern sah die Welt doch noch anders aus
    So magisch
    Als alles verhüllt wurde von weißer Decke
    Unter der sich all das hässliche wohl dachte, dass es sich verstecke

    Stattdessen war traumhafte Winterlandschaft
    Und hat ein jeder nicht gedacht
    Dass er jetzt eine Schneeballschacht
    mit Freunden macht
    Und ist in jenem doch die Passion entfacht
    Dass man gern im Schnee spielt
    Und solange dieser nicht taut
    Schneeman und - frau und - transgender baut
    Nicht nur Kinder sondern auch die Alten
    Sind teilweise kaum aufzuhalten ⛄
    Weil ein jeder manchmal ganz gern Unfug macht
    Und dabei lacht
    Doch plötzlich ist über Nacht
    Das riesende, fieselnde, nieselnde Regenmonster erwacht
    Und hat ganz unversehens all die Magie ausgelöscht
    Als wäre sie nie da gewesen
    Alles wird wieder erwachsen
    Alles wird wieder so ernst
    Alles wird ganz plötzlich hässlich
    Ohne die Magie des Schnees

    Das riesende, fieselnde, nieselnde Regenmonster
    Stiftet Unmut, Unbehagen
    Und das was eben noch so schön in Wollmütze gekleidet, beginnt sich zu beklagen
    All das winterliche ist vergessen und vertagt
    Da nun die masse Kälte an den Gemütern nagt
    Und von dem der gestern noch nach Schneemannbauen hat gefragt
    Ist keine Spur mehr, außer der Karotte, die aus der Schlammpfütze ragt

    Und so hat binnen Stunden, für Nachteulen binnen Sekunden,
    Das Regenmonster seine Beute gefunden
    Und die Seligkeit der Stadtbewohner in seiner Nässe drin ertrunken
    Und den Schnee gespült von Hässlichkeit und Halunken
    Ausgelöscht die weihnachtlichen Funken
    All das Schöne ist verschwunden
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    Auch wenn es mir vor allem in einer busy Innenstadt häufig so ergeht, hat Regen doch auch geniales Potential.
    So ist es zum Beispiel wesentlich magischer, im Regen zu tanzen als in der Sonne.
    Am besten barfuß im Sommerregen auf Strandboden und GOA Beats, wenn man mich fragt. Denn wer die Musik wirklich fühlt und in sich spürt, den kann ein bisschen Nässe nicht so schnell vertreiben. In der Sonne tanzen ist einfach, das kann jeder, aber so in der Musik aufzugehen, dass man die Regentropfen auf seinem Gesicht spürt, die nassen Haare um den Kopf schleudert und mit den Füßen den sich aufweichenden Erdboden als Ankerung spürt, während man das Gefühl hat zu fliegen, der lebt die Musik. Der lebt dem Moment. Im Moment.

    Ich geb zu, in dem Regen, der ab Herbst über die Lande fegt sollte man mit einhergehenden kalten Temperaturen nicht unbedingt barfuß tanzen, dennoch wollte ich damit nur ein Vorteil des Wassers vom Himmel nennen. Und auch wenn dieser Jahreswechsel, in dem zunehmend Regenschauer und graue Wolkendecke die Tage bestimmen, von so vielen verhasst wird und nicht selten in der so genannten Winterdepession mündet, hat er etwas Gutes. Etwas, was ich persönlich nicht missen möchte.

    Denn während meines Aufenthalts in Australien profitierte ich zwar von der Glückshormone ausschüttenden und mich bräunenden sowie Camping ermöglichenden Dauersonne. Andererseits vermisste ich den Jahreszeitenwechsel. Ich vermisste graue Wolkendecken, herbstliche Gerüche und winterankündigende Kälte. So schön Sonne und warm Temperaturen das ganze Jahr über sind, läuft es so nur auf Kosten ausgeprägter Jahreszeiten und Übergangsphasen.
    Aber hey, lieben wir es nicht an düsteren Regentagen, wenn das riesende, fieselnde, nieselnde Regenmonster uns mal wieder heimsucht, einen Tag vorm knisterndem Kamin den Lieblingsschmöcker zu lesen, mit unserem Lieblingsmenschen endlich mal die Filme oder Serien unserer must see Liste abzuarbeiten? Lieben wir es nicht in gedankenvoll melancholischer Atmosphäre ein paar Zeilen zu Blatt zu bringen oder ein kreatives Bastel- oder Nähprojekt zu starten, die Socke vom letzten Jahr Weihnachten endlich weiter zu stricken oder mit den Freunden aus dem sonnigen Australien zu chatten, während wir merken, dass wir die Sonne umso mehr schätzen, wenn die düsteren Regentage ablassen und sich die ersten Strahlen durch die Schicht der Wintermantel und Winterdepession bahnen?
    Lieben wir nicht die Vielseitigkeit und die saisonalen Möglichkeiten, die jede Jahreszeit bietet?

    Ich liebe es zumindest, so let it snow ❄ 🎶 and I'm dancing in the rain ☔ 🎶

    Song: Da es nur noch eine Woche bis Weihnachten ist und mir gestern beim Grölen in der Küche seeeehr viel Freude bereitete, während wir pancakes zubereiteten und der Schnee die Fenstersicht zudeckte
    "walking in the winterwonderland" 🎄
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  • Day16

    Die Wunder des Lebens und Wiederlebens

    December 16, 2018 in Germany ⋅ ⛅ -1 °C

    Der 16. Dezember, was bedeutet, dass es nur noch 8 Tage bis zur Geburt Jesu Christi sind. Dem Heiland, dem Sohn Gottes, dem an Ostern dann Auferstandenem. Ob wir religiös sind oder nicht, jeder kennt die Auferstehungsgeschichte von Jesus. Und die Tatsache, dass Menschen an Reinkarnation und damit an Wiedergeburt glauben, lässt es weniger wie utopisches Wunder erscheinen. Doch was ist dran an der Mystik?
    Bis vor kurzem habe ich Reinkarnation schlichtweg mit dem überaus witzigen Roman "Mieses Karma" von David Safier assoziiert, der darin schildert, wie ein Mensch zur Ameise wird und sich über Sammeln guten Karmas übers Meerschweinen zu höher entwickelten Tieren reinkarniert um letztlich wieder Mensch zu werden. Die so heilige und sonst mit dem Buddhismus von mir verknüpfte Idee der Wiedergeburt auf höchst simplifizierte aber unterhaltsame Art und Weise sozusagen.
    Letztens stieß ich dann zufällig auf dieses YouTube Video, von denen es tatsächlich zahlreiche gibt. Mit dem Titel "Die 10 krassesten Reinkarnationsgeschichten", welche sich bei genauerem Forschen als wahr erwiesen. Darin wird thematisiert, wie meist Kinder zwischen 3 und 5 Jahren, wo sie gerade anfangen ganze Sätze zu sprechen, von Träumen, Erinnerungen und Geschichten erzählen, die sie in einem früheren Leben erlebt haben. So konnte eine Junge zum Beispiel eindringlich beschreiben, wie er im Krieg gekämpft hatte und es fand sich an selber Stelle, wo er wohl angeschossen worden war seit seiner Geburt eine Narbe. Crazy, oder ?
    Nicht so crazy, wie ein Mann, der sein eigener Großvater gewesen sein soll. Der Junge, welcher mit 2 zu seinem Vater sagte, als dieser ihm die Windeln wechselte "Ich weiß noch damals, als ich in deinem Alter war, wie ich das bei dir gemacht habe". Er ist also als sein eigener Enkel wiedergeboren und konnte unmöglich erlernte Details aus dem Leben seines Opas wiedergeben. Und dass ist nicht alles, es gibt ähnliche Storys sogar von Zwillingen, von Paaren die sich über Tode hinweg wiederfinden, von Kleinkindern, die eindringlich über ihren Tod berichten... Nennt mich leichtgläubig, doch bei all diesen Fällen wurde intensiv nachgeforscht, wobei sich zeigte, dass sie wahre Informationen aus dem Leben des Gestorbenen widergaben.
    Reinkarnation also.
    Das entspräche dann dem aristotelischen Glauben von der Unsterblichkeit der Seele, der besagt, dass wir Wissen aufgrund unserer vorherigen Lebenserfahrung in uns verankert haben.
    Doch es gibt eine ebenso spannende Theorie, warum wir dasselbe wie unser eigener Großvater träumen oder Dinge in uns tragen, bei denen es fragwürdig ist, wie sie in uns gelangt sind. Also fragwürdig war, denn die sogenannte Epigenetik wirft bisherige evolutionsbiologische Erkenntnisse über den Haufen und beantwortet diese zweifelhaften Fragen.
    Epi kommt übrigens vom griechischen Wort "auf, über, drauf", da es dir Lehre von Vererbungen ist, die nicht IN sondern AUF unseren Genen sitzen. Demnach kann man es als Erklärung zu den geschilderten Wundern nutzen, die mit Reinkarnation erklärt werden oder es als Ergänzung zum Phänomen der Wiedergeburt verstehen.
    Jedenfalls beschrieb die Zeitschrift National Geographics neulich, wie ein Enkel des Öfteren denselben Traum vom Krieg wie sein Großvater durchlebt und damit ein ausgeprägtes Angstvermögen einhergeht. Oder wie die Nachfolger von Überlebenden einer Hungersnot häufig Adipositas oder Diabetes aufweisen. Genauso können vor allem Traumata, Ängste und Depressionen epigenetisch weitergegeben werden. Insbesondere Traumata wurden Mit Babymäusen getestet, denen man durch das Entfernen von der Mutter in jungen Jahren depressive Verhaltensweisen aneignete. Dieselben Störungen wieser deren Kindern und Enkel auf. Damit wühlt die Epigenetik die bisher auf dem Darwinismus beruhende Vererbungslehre auf und Lamarcks Idee des Erfahrungslernens, indem dir Umwelt die Erfahrung beeinflusst, klingt gar nicht mehr so obstrus. Gene, Epigene und Sozialisation machen den Menschen also aus und Epigenetik schlägt damit die Brücke zwischen Umwelt und Gene, zwischen Angeborenem und Erlerntem.
    Und das bedeutet sehr revolutionäres...
    Alles, was wir also jetzt in diesem Leben tun, könnte das Leben unserer Kinder, Enkel und sogar Urenkel maßgeblich beeinflussen.
    Es liegt in der Familie. Und es liegt an der Familie.....

    Songempfehlung: Dillon "thirteen thirty-five" 👪👼
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  • Day15

    Träume sind das halbe Leben

    December 15, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 1 °C

    Ich weiß, heute ist schon der 16. Dezember und dramatischer-, nachlässigerweise ist dies der Blogeintrag für den 15. Dezember. (Wie gut, dass die technischen Möglichkeiten dieser App mir ermöglichen, wenigstens das gewollte Datum auszuwählen, an der Zeit zu drehen sozusagen ;).
    Doch ich konnte gestern einfach nicht schreiben, obwohl es ein Tag wie jeder andere mit 24h war- so sollte man meinen. Dennoch war keine Zeit, denn während ich die halbe Nacht zum Tag machte, dann arbeitete und dann den halben Tag zum Traum machte, war die als 24h, 1440 Minuten oder 86.400 Sekunden beschriebene Länge eines Tages mal wieder viel zu kurz.
    Nicht selten haben wir dieses Gefühl des Zeit verfliegens in der beschäftigten Vorweihnachtszeit und es zeigt mal wieder, wie subjektiv Zeit eigentlich ist.
    Deswegen finde ich es umso wichtiger auch die Schlafenszeit mal mehr in den Fokus zu nehmen. Denn, nächtliche Träume sind fast das halbe Leben und obwohl empirisch bewiesen ist, das jeder Mensch tagtäglich 3-5 Träume in unterschiedlichen Schlafphasen erlebt, ignorieren so viele diese Message unseres Unterbewusstseins, als ob es kein Teil von ihnen wäre.
    "Ich träume einfach nicht so viel" oder "ich kann mich nie an meine Träume erinnern" sind in Anbetracht dieser Tatsache meist unwahre und änderbare Aussagen.
    Oft geht es soweit, dass nächtliches Erleben im Traum unsere Grundstimmung für den Tag beeinflusst oder gar bestimmt oder dass wir bestimme Dinge anders wahrnehmen, weil sie eine Konnektivität zu unserem Traum darstellen. Von Verarbeitungsfunktion und Vorhersagewunder der Träume mal abgesehen, es lohnt sich einen Blick auf die Innenseite unserer geschossenen Lider zu werfen und auf das, was sich dort so abspielt.

    Das versuchte Erinnern an gerade Erlebtes kann oft zumindest den zum Rekonstruieren des Traumes der Aufwachphase führen, bevor unser schriller Wecker uns in Alltagstumult wirft. Auch das Zubettgehen mit dem Vorsatz, das man träumen möchte und sich erinnern wird kann neben der intensiven Vorstellung gewünschter Trauminhalte diese Wirkung haben. Traumtagebücher und das Erzählen eines Traumes können dafür sorgen, dass man bewusster dem Unbewussten gegenüber wird, dass man sich besser an Geträumtes erinnert und zunehmend die Zeichen erkennt, die unser Unterbewusstsein in Träume verwoben hat.
    Es gibt sogar feststehende Zeichen, wie das Träumen vom Fällen, Fliegen, Verfolgt werden oder auch ausgebrochene Zähne, die für gewisse Ängste und Zweifel aus dem Wachleben stehen können. Macht man sich mit diesen Ansätzen ein wenig vertrautet, kann ein Interpretieren von Träumen erleichtert werden.

    Ich finde das Rekonstruieren und Interpretieren von Träumen oft sehr aufschlussreich und spannend, vor allem aber super interessant und witzig wenn man sich die Absurdität und Verrücktheit mancher abstrakten Träume mal vor Augen führt.
    So kann ein Traum, der schließlich das halbe Leben ist, genutzt werden, um sich über Dinge im Klaren zu werden, um Einsichten zu erhalten, um zu verarbeiten, verstehen oder sogar voraussehen.
    Und welche Zeit wäre besser als die Winterzeit, in der man kürzere Tage erlebt und der Körper sich nach mehr Schlaf sehnt?

    Ist es nicht verrückt?
    Es gibt so faszinierende Geschichten von Menschen, die Geträumtes irgendwann in der Realität durchleben. Oder das Gefühl haben, dass sie die Realität nachträumen, die Realität aus einem vorherigen Leben. Und so entsteht der Glaube an Reinkarnation.
    Aber dazu morgen, ach nein.... Heute!

    Song: Musik zum Träumen bietet die Band Hozier
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