Norway
Olnilsøya

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  • Day52

    Verliebt

    October 14, 2020 in Norway ⋅ ☁️ 9 °C

    Mit Landschaften ist es oft wie mit Menschen, man sie sieht eine und es prickelt. Man verliebt sich vielleicht sogar. Hals über Kopf.
    Aber warum? Was spricht mich an? Warum finde ich eine Landschaft anziehender als eine andere, magischer manche sogar ?
    Platon soll gesagt haben, wir wissen, was schön ist, aber nicht, was das Schöne ist.
    Nun, ich denke, da irrt er, zumindest etwas. Ich weiss schon, was das Schöne ist. Also für mich. Aber warum ist nun eins schöner als das andere? Warum fühle ich mich in einer Landschaft mehr aufgehoben als in einer anderen?
    Landschaftspsychologen, so etwas gibt es tatsächlich, meinen unter anderem, dass frühere Erinnerungen und nachfolgende Erfahrungen unsere Werturteil zu einer Gegend, einem Ort beeinflussen. Da frage ich mich dann schon, was es bei mir war, denn ich war ziemlich sicher in meiner Kindheit nicht in Norwegen.
    Also, was ist es bei Norwegen?
    Anfang tue ich mich ja echt schwer.
    Es gefälll mir, aber es berührt mich nicht bis ins Herz.
    Das entwickelt sich erst Schritt für Schritt.
    Und immer wieder bin ich überrascht, dass mich die Magie eines Ortes, einer Gegend so unvermittelt überfällt.
    Es gibt immer etwas an einer Landschaft, einem Ort, einer Gegend, das mich spricht. Ich bin hochsensibel, ich empfinde viele Dinge eh noch anders. Nicht immer sind es es tiefgründige Überlegungen.
    Ich liebe Landschaften, die mich inspirieren. Und welche, die rätselhaft sind. Aber nicht zu sehr. Aber die Inspiration ist, glaube ich, mein Hauptantreiber.
    Wenn ich wo stehe und mir vorstelle, da könnte ich wohnen, leben gar, hat sie mich schon einmal gefangen die Landschaft. Wenn ich plötzlich einen Text im Kopf habe, sich eine Geschichte entwickelt, dann hat sie mich erobert, die Landschaft. Oft genug Ratzfatz.
    Und das passiert mir in Norwegen ziemlich oft.
    Eine Landschaft erzählt eben doch und meist sogar mehr als wir mit einem Mal aufnehmen können. Und, eine Landschaft, ein Ort, eine Gegend macht ja auch etwas mit einem. Vorausgesetzt man lässt sich die Zeit und hastet nicht von Ort zu Termin.
    Eine Landschaft, die mir gefällt, setzt automatisch Gefühle frei. Mein Inneres setzt sich mit dem Äusseren auseinander, tritt in eine Beziehung. Oft verändert es meine Wahrnehmung, auch auf meinen Alltag. Ich sehe meine Umgebung zu Hause nach einer Reise viel intensiver. Mit der Zeit fordert der Alltag seinen Tribut und manchmal natürlich auch die Faulheit ... ach man, jetzt noch mal los, ach nö, ist grad so gemütlich auf dem Sofa. Aber dann beginnen ja zumeist die Planungen für eine neue Reise und ich beginne mich schon wieder aufmahmebereit für Neues zu machen und sehe meine Umgebung wieder intensiver.
    Sakrisøy auf der Lofoteninsel Moskenesøy vereinnahmt mich sofort.
    Schon als wir nach Reine fahren, spät abends und etwas unter Zeitdruck weil wir uns unterwegs vertrödelt haben, muss ich da halten. Diese ockergelben Häuser vor dieser Traumkulisse mit den vielenBergen, davor das türkise Wasser, das löst etwas in mir aus. Ich kann es nicht benennen, aber ich will bleiben.
    An diesem Abend passt es leider nicht aber am nächsten Tag muss ich früh gleich wieder hin. Die Sonne scheint, der blaue Himmel spiegelt sich im Wasser, dass an manchen Stellen ganz glasklar schimmert und grünlichtürkis leuchtet. Alles reflektiert sich darin, was ja eh einer meiner Lieblingseindrücke ist, dieser zauberhafte like a mirror Effekt. Einige Wölkchen verzieren gekonnt die Berge, die diese Traumkullisse angemessen unrahmen.
    Die ockergelben Häuschen auf den Stelzen strahlen im Sonnenlicht als wären sie frisch angemalt. Es scheint als rufen sie, komm her, komm her.
    Coronabedingt ist es ziemlich ruhig, was mich ja eh sehr anspricht. Es ist ein Traum, ohne Frage. Ich stelle mir vor, hier zu wohnen, ich habe diverse Textideen im Kopf, es gefällt mir sehr hier.
    Etwas abseits steht eine Art Fischfabrik, jedenfalls riecht es extrem. Die Ursache haben wir schnell entdeckt, ein ganzes Lager Stockfische. Die Tür steht etwas offen, was den Gestank erklärt. Wäre ich hier Katze, herrje, das wäre das Paradies.
    Das nächste Mal schlafe ich, glaube ich, hier. Obwohl, in Reine gefällt es mir auch und in Hamnøy. Hm, da wird eine Woche nicht reichen.

    #Sansonetts Fotos #sakrisøy #lofoten #lofotenislands #lofotenhighlights # und auf Insta
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You might also know this place by the following names:

Olnilsøya, Olnilsoya

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