Seit Monaten bin ich am Überlegen, am Planen und Organisieren. Mein Projekt; Als Bikepacker auf meinem Velo quer durch die USA, von New Jersey nach California. Ich gehe davon aus, dass ich die knapp 6000 km in drei Monaten bewältige. Start: 7. Mai 24 Read more
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  • Bern Hauptbahnhof

    May 4 in Switzerland ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute morgen haben Erika und ich mein Reisegepäck zum Bahnhof Bern gebracht: Einen grossen, alten Reisekoffer und die Kartonbox mit meinem Velo drin. Ich werde das Gepäck am 7. Mai frühmorgens bei der SBB im Flughafen wieder abholen und zum Eincheckschalter bringen.Read more

  • Day 1

    Zürich Flughafen

    May 7 in Switzerland ⋅ ☀️ 15 °C

    Aufstehen in aller Frühe. Fahrt zum Flughafen, der Zug in Bern geht 05:30. Am Flughafen mein Gepäck am SBB Gepäckschalter abholen und zum UA Eincheckschalter schleppen. Zum Glück habe ich an den Karton abnehmbare Rollen montiert.
    On-line einchecken am Vortag ging nicht; offenbar hat die amerikanische Seite das blockiert weil ich einen neuen Pass habe, der noch nie in den USA gewesen ist! Daher muss ich nun am Schalter einchecken. Auch meine Velo-Kartonbox schafft es hoffentllich ins Flugzeug.
    Das Einchecken erwies sich dann als problemlos, hingegen hat der Flieger fast 2 h Verspätung. Zum Glück haben mir Erika und Nathanael ein Stück weit Gesellschaft geleistet. Bild: Mein Velokarton auf dem Sperrgutwagen vor dem UA-Schalter.
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  • Day 1

    Liberty International Airport, Newark

    May 7 in the United States ⋅ ☁️ 27 °C

    Mit 2 h Verspätung in Newark gelandet. Passkontrolle ging relativ speditiv. Auch das Gepäck war schon da. Auch das wieder Zusammenbauen des Velos ging gut, brauchte aber viel Zeit. Die grösste Herausforderung war dann, aus dem Flughafenareal rauszufinden; die automobile Gesellschaft hat noch wenig bemerkt, dass es auch noch Velofahrer gibt. Auch unterwegs muss man sich zunächst an die Verkehrskultur gewöhnen.
    Viertel vor 7 trudle ich dann nach 25 km Fahrt bei Serajah und Michelle Walter und ihren 4 Kindern ein. Ich bin riesig froh, mich bei ihnen organisieren zu können; morgen Donnerstag geht es dann in die erste Volletappe Richtung Trenton.
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  • Day 2

    Nutley, NJ

    May 8 in the United States ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute ist "Organisationstag": Gepäck ergänzen, zusätzliche Befestigungen für Gepäck und Wasser montieren, Brennstoff für den Campingkocher besorgen, neue Computermaus besorgen (ging vergessen), Nahrungsmittel besorgen. Gut, hab ich heute noch die Basis bei Walters. Morgen Donnerstag kommt dann die erste "Volletappe" Richtung Trenton.
    Mein kleiner Velocomputer hat den Geist aufgegeben, auch neue Batterien führen nicht zur Wiederbelebung. Vorläufig verlasse ich mich nun auf den Routenplaner.
    Der Test mit dem Campingkocher war erfolgreich. Allerdings ist er ziemlich verrusst. Mal schauen wie es sich entwickelt. Gut ist dass er mit Normalbenzin betrieben werden kann, an jeder Tankstelle erhältlich.
    Morgen soll es deutlich kühler werden und wechselhaft mit gelegentlichem Regen.
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  • Day 3

    Trenton, NJ und Levittown, PA

    May 9 in the United States ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute ist der erste Tag von ca, 60 weiteren Velotagen in den nächsten 3 Monaten. Ich startete in Nutley kurz nach 8, mein Velo voll gepackt. Die ersten 25 km waren praktisch die gleichen wir die am Vortag - nur in der anderen Richtung. Ich brauchte ziemlich lang durch die dicht besiedelte Zone. Zahlreiche Lichtsignal-Wartezeiten summieren sich, so dass am Ende des Tages, inkl. meinen eher kurzen Pausen, nicht nur etwas mehr als 7 h "Sattelzeit" anfallen, sondern ich sage und schreibe total gut 11 h Gesamtreisezeit hatte. Mit 120 km war die erste Tagesetappe auch etwas lang geraten,
    Neben den grossen Strassen gibt es beträchtliche Radwegstrecken. So bspw. der Abschnitt des ECG (East Coast Greenway) zwischen New Brunswick und Trenton, wo ich über 30 km auf Radwegen entlang von Kanälen fahren konnte. Wenige Meter neben der wunderschönen Route hörte man immer das Brausen des Verkehrs. Die Tiere scheinen sich daran gewöhnt zu haben; Ich sichtete unterwegs Hasen, Füchse, alle Arten von Wasservögeln, Fischreiher, kleine Eichhörchen, Waldmäuse, etc.).
    In Trenton machte ich Halt beim New Jersey State House. Leider konnte ich nicht ganz nah dran; grössere Bauabschrankungen verhindern das. Das hinderte mich nicht daran, für die Regierunge und die Bevölkerung von New Jersey eine Gebetszeit zu haben. Ein konkretes Pilgerziel auf meiner Tour ist es, bei insgesamt 12 State Houses (Capitole) von 12 Gliedstaaten einen "Gebetshalt" zu machen. Mehr zu diesem Aspekt meiner Reise in späteren Blogs.
    Das Wetter startete heute sonnig, dann überzog sich der Himmel zusehends, und gegen Schluss der Fahrt fielen erste Regentropfen. Trotzdem wollte ich auf dem von mir vorgesehenen Zeltplatz übernachten. Der Zeltplatz war - ausser den Toi-Tois - leer. Aber das Zelten war gemäss Infoschild nur für "Mitglieder". Allen anderen wurde mit Strafanzeige gedroht.
    So buchte ich telefonisch eine Übernachtung im Motel 6 in Levittown, ca. 6 km weiter, bereits im Staat Pennsylvania. Im Nachhinein bin ich froh, hat doch nun etwas stärkerer Regen eingesetzt.
    Morgen gehts Richtung Philadelphia und weiter Richtung Phoenixville.
    Totalstrecke Dienstag und heute: 144 km (gut 2% der Gesamtstrecke geschafft).
    Bilder: 1. Beschaulicher Radweg; 2. das State House von New Jersey
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  • Day 4

    Philadelphia, PA, und Spring City, PA

    May 10 in the United States ⋅ ☁️ 10 °C

    Regen! Schon vor dem Aufstehen hörte ich heute früh das charakteristische Geräusch von Autopneus auf nasser Strasse. Es regnet, gemäss Wetterprognose den ganzen Tag, bei Temperaturen von ca. 10 °C. Leider traf die Prognose zu. Also Tenue Regenjacke, Regenhose, sowie Regenschutz für Seitentaschen, Rucksack und Schuhe. Es hört den ganzen Tag nie ganz auf zu regnen.
    Der Weg nach Philadelphia führte wiederum teilweise dem Wasser entlang, aber auch längere Abschnitte durch verarmte Vorstädte (Bild). Allerdings sind die Naturstrassen bei Regen schwieriger zu fahren mit all den Wasserlachen und aufgeweichten Böden.
    In Philadelphia wollte ich eigentlich die Liberty Bell sehen ( https://philadelphiaencyclopedia.org/essays/lib… ). Es regnete grad in Strömen, es hatte eine Menge von japanischen Touristen vor dem Schalter ,und ich konnte mein vollbepacktes Velo nicht irgendwo stehen lassen. So sah ich die Glocke nur von aussen durch das Glasfenster (Bild), und konnte die etwas seltsame Geschichte der Glocke auf der Informationstafel lesen.
    Der zweite Teil des heutigen Weges führte 45 km auf dem "Schuylkill River Trail" flussaufwärts Richtung Phoenixville und Spring City. Auffallend die zahlreichen grossen und kleineren Brücken über den Schuylkill River - schon fast ein Brückenmuseum.
    Die heutige Strecke beträgt 94 km. Übernachtung im Anuva Motel in Spring City. Zelten war unabhängig vom Wetter nicht vorgesehen - es hat schlicht keine Camp Sites, die lagemässig einigermassen passen.
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  • Day 5

    Phoenixville nach Elizabethtown, PA

    May 11 in the United States ⋅ ☁️ 15 °C

    Der heutige Tag begann mit Sonnenschein - kühl, aber sehr angenehm. Alles nasse Zeug von gestern war wieder trocken. Im Motel Anuva gab es nichts zu essen oder zu kaufen, und weit und breit kein Laden. Ich muss die Nahrungsmittelbeschaffung definiv optimieren.
    Bei einem Tankstellenshop hielt ich an, um etwas zu kaufen. Als ich mein Velo abstellte, sprach mich ein Mann an, und lud mich zu einem Kaffee ein. John Getz (so sein Name) war Arzt mit Spezialgebiet Geriatrie und Palliativpflege. Wir tauschten die Basics aus, unterhielten uns kurz zum Thema Amische, und dann musste er weiter. Aber auf jeden Fall eine ungewöhnliche Begegnung.
    Pennsylvania ist in weiten Teilen sehr ländlich, und - mit dem Velo merkt man es gut - sehr hügelig. Und so läpperte sich heute die Zahl von fast 700 Höhenmetern zusammen, neben der Distanz von 95 km.
    An Samstagen sind Yard Sales offensichtlich der absolute Renner. In zahlreichen Vorgärten war die nicht mehr gebrauchte Ware aufgetürmt, und das Publikum meistens Amische Leute (sog. "Pennsylvania Dutch"); man erkennt sie sofort an der Kleidung; die Frauen mit Haube und langen Röcken, die Männer an Hut und Bart. Ihre 1-2-PS Gefährte haben immerhin ein eigenes Verkehrssignal (Bild). Wie mir John sagte, mischen sich die Amischen und die "Englischen" kaum je. Mehr dazu bspw. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Pennsylvania_Dutch . Unterwegs kam ich an einem Amischen Friedhof vorbei. Ich konnte auf den strassennahen Grabsteinen einige Namen lesen; Liechti, Hollinger und auch sonst fast ausschliesslich deutsche Namen.
    Heute hatte ich ebenfalls keine Zeltübernachtung geplant, und habe, wie vorgesehen, im Red Rose Motel in Elizabethtown Quartier bezogen.
    Zum Nachtessen ging ich in ein italienisches Restaurant. Am Nebentisch sass ein mennonitisches (amisches) Ehepaar (65 jährig, sie mit Haube). Sie waren vor ein paar Jahren in Bern und im Emmenmtal auf der Suche nach ihren Wurzeln - als erste in der Familiengeschichte. Ihre Vorfahren waren vor 300 Jahren, wegen der Täuferverfolgung, nach Amerika geflohen. Männlicherseits mit Familiennamen Burkhalter, weiblicherseits mit Familiennamen Heller.
    Die Welt ist klein. Morgen Sonntag ist mein erster Ruhetag.
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  • Day 6

    Mount Joy

    May 12 in the United States ⋅ ☁️ 15 °C

    Menschen mit Blutgruppe 0 benötigen hin und wieder etwas Fleisch. Nach einer fleischarmen Woche entschloss ich mich am frühen Nachmittag, nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte, zum Ausflug zum Mount Joy Family Restaurant. Unterwegs kam ich in einen starken Platzregen, hatte aber zum Glück das Regenzeug dabei. Das T-Bonesteak mit Pommes war gut und relativ günstig.
    Um etwa halb drei begann draussen ein Gehupe und Sirenengeheul von Feuerwehrtrucks und anderen schweren Lastwagen. Offenbar gibt es hier im Lancaster County am Muttertag seit 35 Jahren unter dem Titel "Make a Wish" eine Parade von schweren Trucks. Es ist ein Fundraisung-Event für einen Hilfsfonds für Kinder in Not. Währen fast einer Stunde defilierten hunderte von blankgeputzten Trucks vorbei, immer mit ohrenbetäubendem Gehupe. Ich hatte mich bei der Hinfahrt schon gewundert, warum überall entlang der Strasse Campingstühle und offene Kofferraumdeckel mit Leuten auf der Ladefläche in Position waren. Auf der Rückfahrt war dann alles klar. Auch die Amischen interessierte das Spektakel; sie waren umweltfreundlicher unterwegs als die grossen Trucks.
    Heute war ein Ruhetag; ich bin nicht unglücklich, diesen im Trockenen verbringen zu können. Morgen ist Sonne angesagt. Ziel ist Gettysburg.
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  • Day 7

    Harrisburg, Gettysburg

    May 13 in the United States ⋅ ☁️ 20 °C

    Harrisburg: Haupstadt von Pennsylvania, am Susquehanna River gelegen, 50'000 Einwohner. Auffällig die Reste von Schwerindustrie. Unweit von Hershey gelegen, die Schokoladen-Metropole der USA. Flussaufwärts liegt Three Mile Island, Ort des grössten AKW-Unfalls in den USA, wo es im März 1979 zu einer partiellen Kernschmelze kam. Ich nehme mir beim Kapitol wiederum eine Gebetszeit; ich nutze gleich die Botschaft von Dutch Sheets von heute morgen.
    Wiederum eine körperliche Herausforderung mit dem ständigen Auf und Ab des Terrains, und auf dem letzten Viertel spürbaren Gegenwind. Immerhin Sonnenschein.
    Gettisburg: Ort der blutigsten und entscheidenden Schlacht im amerikanischen Bürgerkrieg. Auf dem Campingplatz hat das Büro schon geschlossen. Ich erreiche einen Angestellten über das Telefon. Er sagt mir, wo ich mein Zelt aufschlagen kann. Ein junges amerikanisches Ehepaar, Tyler und Victoria, kommen auch gerade dazu. Wir kommen ins Gespräch. Sie laden mich zum Nachtessen in die Stadt ein, und dann noch zu einer Glace auf dem Zeltplatz. Hoffentlich bleibt das Wetter trocken. Morgen gehts weiter auf den GAP-Trail,
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  • Day 8

    C&O

    May 14 in the United States ⋅ ☁️ 17 °C

    Zum Frühstück bereitete Tylor Rührei und Würstchen zu, wovon ich auch eine Portion erhielt. Beim Auschecken der Schock: 77 USD für einen einfachen Zelt-Stellplatz!
    Ich war zumindest froh, dass ich bei trockenem Wetter meine Ware zusammenpacken konnte. Es ist erstaunlich, wie lange ich jeden Morgen brauche, bis alles geladen und verstaut ist.
    Die ersten 60 km waren einmal mehr mühsam: Viele Steigungen und der einsetzende Regen machten zu schaffen. X-mal Tenue-Wechsel: Regenzeug an, ab, wieder an etc. braucht jedesmal Zeit.
    Am Nachmittag dann die 40 km Fahrt entlang dem C&O-Kanal (Chesabpeake-Ohio-Kanal), bzw. was davon noch übrig ist. Der Kanal wurde vor fast 200 Jahren gebaut, zur Verbindung der Region um Washington mit der Industriestadt Pittsburg. Zwischen Washington und Cumberland wurde er auch fertig gestellt, ca. 300 km. Von Cumberland bis Pittsburg kam jedoch die Eisenbahn zum Zug. Parallel zum Kanal verläuft der "Treidlerweg", der heutige Fuss- und Radweg: Die Lastkähne wurden von Maultieren gezogen, die auf dem den Kanal begleitenden Weg auf dem Deich gingen. An sich war der Kanal technisch bereits überholt, als er fertig wurde, denn die Eisenbahn war von Anbeginn schneller. Trotzdem wurde der Kanal noch bis ca. 1930 betrieben. Heute ist das Kanaltrasse weitgehend überwachen, aber es bestehen Mauerresten von diversen Schleusen. Morgen gehts weiter bis Cumberland.
    Die geplante Übernachtung im "Little Pool Biker Hiker Campground" fiel buchstäblich ins Wasser. Da gabs schlicht kein Obdach oder eine Gelegenheit, meine völlig durchnässten Sachen zu trocknen. Und so landete ich schliesslich im "Super 8 Motel" in Hancock, und erst noch billiger als der Zeltplatz letze Nacht!
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