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  • Day289

    Deutsche im Dschungel von Belize

    January 19 in Belize ⋅ ⛅ 26 °C

    Euphorisch sind wir in Belize eingereist und so geht's auch direkt weiter. Der menschenscheue Zustand ist tatsächlich wieder einer kommunikativen, aufgeschlossenen Phase gewichen. Ich glaube es liegt an mehreren Gegebenheiten, die gerade sehr passend über uns gekommen sind:
    1. Das Land ist so menschenleer, dass man sich geradezu freut, jemandem zu begegnen.
    2. Wenn diejenigen auch noch allesamt Deutsche sind, die hier in Belize leben, bzw. sich gerade ein Leben aufbauen und somit nicht das 08/15 Gespräch zwischen Reisenden stattfindet, was man schon hundertfach geführt hat. Und dann kann man sogar in der eigenen Muttersprache reden.
    3. Man selber richtig gut drauf ist, da man es nun in dieses vielversprechende, extravagante Land geschafft hat, wo man eigentlich schon drauf eingestellt war, es nicht bereisen zu können.
    Durch Zufall sind wir also in der "German Corner" am Rande des mittelamerikanischen Urwalds gelandet. Unser deutscher Backpacker-Host Roy ist ziemlich nett, und erzählt gerne seine Geschichte, wie es ihn vor 20 Jahren in dieses leere, unbekannte Land verschlagen hat. Davon wiederum profitiert Oli sehr, Expat-Frischling aus Berlin, welcher sich gerade einen Tag vor unserer Ankunft, ein Stück Land in Belize gekauft hat und dort ebenfalls ein Hostel eröffnen möchte. Er kann dort von den bereits gemachten Erfahrungen der weiteren deutschen Expats lernen, die dort einen Hauptteil der kleinen Gemeinde bilden. Wir lernen in unserer 5 tägigen Zeit mit Oli auf jeden Fall ziemlich viel über das Auswandern und das Aufziehen eines Hostels, da wir uns in der Zeit sehr intensiv miteinander beschäftigt haben. Unsere Auswanderungsträume stachelt das natürlich auch an.... Vielleicht Belize?! *** Hm.... ***
    Neben den Deutschen die hier ihr Business haben (Hostel, Restaurant, Bar) gibt es da aber auch noch die Mennoniten. Das sind ebenfalls deutsche Auswanderer, allerdings wandern die Anhänger der strengen Glaubensgemeinschaft seit fast 500 Jahren durch die Welt - immer weiter getrieben von ihren Prinzipien, die sich mit dem Leben in vielen Gesellschaften nicht vereinen ließen. Sie sprechen ein hart und alt klingendes Hochdeutsch. Die Mennoniten-Kolonien leben in einer streng religiösen Parallelwelt. Musik gilt als Versuchung, nur die Kutsche ist ein "gottgefälliges Gefährt" und selbst Witze sind tabu. Alles Moderne wird abgelehnt. Man trifft sie schon in der Öffentlichkeit, jedoch nur, wenn sie die Früchte ihrer Arbeit am Straßenrand verkaufen (in dem Zusammenhang hatte ich einen kurzen Kontakt mit ihnen). Ansonsten leben sie sehr zurückgezogen und friedlich in ihrer eigenen, von "weltlichen Sünden" abgewandten Welt. Man könnte die Gruppierung vielleicht am ehesten mit den Amish people in den USA vergleichen. Ich bin selbst auch immer wieder überrascht, auf welche Menschen man wo in der Welt triff!
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