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  • Day311

    Es kehrt Heimweh ein

    February 10 in Mexico ⋅ ⛅ 18 °C

    Der Plan war die Wüste in Zentralmexiko zu bereisen und Peyote (mescalinhaltige Kakteen) zu finden und zu trippen und halluzinierend den Sonnenuntergang und den Nachthimmel in der Wüste zu bestaunen. Ich weiß nicht, ob ich froh bin oder traurig bin, dass wir diesen Plan nicht umgesetzt haben. Mescalin kenne ich als Substanz noch nicht, und vielleicht ist es besser dies erstmal mit Menschen zu machen die Erfahrung mit dem gesamten Prozess haben. Wie auch immer, wir haben es aber aus einem anderen Grund nicht gemacht, nämlich sind zwei Freundinnen aus Köln gerade an den Stränden von Oaxaca im Süden von Mexiko. Und wir haben beschlossen sie dort zu treffen, obwohl wir die Ecke Mexiko's bereits intensiv bereist haben. Wir lassen die Wüste und ihre Versuchungen also sausen und fahren ca. 8 Tage mit dem Auto nach Süd-Mexiko. Auf dem Weg machen wir natürlich einige Stops, da ununterbrochen Auto fahren auch doof ist. Aber auf weiteren Besuch aus der Heimat freue ich mich schon sehr, da ist der weite Weg fast ein Katzensprung.
    Der erste Stop ist ein Schwarzwald-Idyll mit Fichten und Kiefern. Wir campen wild und es ist so erholsam in der Natur zu nächtigen. Es ist bereits der zweite Ort in Mexiko, der mich an den Schwarzwald erinnert und damit auch irgendwie an Deutschland. Ich muss zugeben, ich habe langsam Heimweh. Ich vermisse neben den gängigen Klischees, wie Freunde, Familie, usw. auch noch ganz andere Dinge, die ich vorher nicht erahnt hätte, dass ich sie vermissen werde:
    Ich vermisse die vier Jahreszeiten. Sogar den Winter, wo man sich zurückzieht, es sich in seinem Zuhause heimelig macht.
    Ich vermisse, meine eigene Küche, in der ich Essen kochen kann, was mir schmeckt und ich meinen Freunden auftischen kann.
    Ich vermisse eine Routine in meinen Alltag. Morgens aufstehen und die alltäglichen, wiederkehrenden Dinge des Lebens mit einer Leichtigkeit erledigen können, da man weiß, was wie läuft.
    Ich vermisse es in der deutschen Sprache Unterhaltungen führen zu können, da man sich viel besser ausgedrückt bekommt und somit ganz andere Gespräche führt.
    Und ich vermisse, meine erfüllende (und auch stressige) Arbeit. Allem voran meine Kollegen und die Klienten und die lustigen oder auch skurrilen Situation, die man gemeinsam hat.
    Es wird nun doch langsam Zeit zurück nach Hause zu kommen. Aber irgendwie hat der geistige Heimweg jetzt hier schon begonnen.
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