• Spirituelle Höhlenmalerei

    May 5 in Malawi ⋅ 🌙 15 °C

    Nun sind wir in Dedza – dem kulturellen Höhepunkt von Malawi (und das meine ich diesmal sogar ernst).
    Heute ging’s hoch in die Berge zu den Höhlenmalereien, wo wir einen kleinen Crashkurs in der Kultur der Chewa bekommen haben. Die Malereien sind teilweise bis zu 10.000 Jahre alt, (so erzählt man es zumindest den Touristen) und zeigen Szenen aus Ritualen, Alltag und spirituellen Vorstellungen – also quasi das Instagram der Vormoderne, nur ohne Filter und mit deutlich mehr Bedeutung.
    Besonders spannend: der Ahnenkult. Die Chewa glauben, dass die Vorfahren nicht einfach „weg“ sind, sondern weiterhin präsent bleiben und Einfluss auf das Leben der Lebenden haben. Sie sind so eine Art unsichtbare Mitbewohner mit sehr klaren Erwartungen – benehmen empfohlen. Rituale, Tänze und Masken (Stichwort Gule Wamkulu) dienen dazu, mit ihnen zu kommunizieren und sie gnädig zu stimmen. Im Grunde: Wenn die Ahnen zufrieden sind, läuft’s. Wenn nicht… eher weniger.
    Ich habe natürlich versucht, ein bisschen tiefer nachzufragen. Sagen wir mal so: Es gibt Grenzen. Und die werden freundlich, aber bestimmt verteidigt. Spirituelles Wissen ist hier nichts für neugierige Touristen mit zu vielen Fragen. Ich habe also ungefähr so viel erfahren, dass ich jetzt weiß, dass ich nicht alles wissen darf.
    Fazit: kulturell extrem spannend, ein bisschen mysteriös und ich habe gelernt, dass man manchmal einfach nicken, lächeln und keine weiteren Fragen stellen sollte.
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