Vom Nichtstun übermütig geworden
October 4 in Egypt
☀️ 31 °C
Und weiter geht’s mit dem süßen Nichtstun.
Der Tagesablauf hat sich mittlerweile auf angenehme Weise eingependelt: äußerst leckeres Essen aus dem Nahen Osten – Hummus, Baba Ghanoush, Tahini, Salate, Reisgerichte, frisches Fladenbrot und allerlei Dinge, deren Namen ich längst wieder vergessen habe –, dazwischen quietschsüßer schwarzer Tee, Backgammon und Schnorcheln.
Heute gibt es zur Abwechslung sogar einen Stachelrochen und einen Oktopus. Man wird ja langsam anspruchsvoll.
Nicht, dass uns dieses Leben irgendwie zu dröge wäre. Ganz im Gegenteil.
Trotzdem beschließen wir – auf dringendes Anraten von Michael –, uns ausnahmsweise einer Aktivität zu widmen. Direkt hinter dem Camp beginnt ein kleiner Canyon, den wir uns unbedingt anschauen sollen.
Also Flipflops an und los.
Nicht etwa aus besonderer Abenteuerlust oder weil wir überzeugte Minimalisten sind. Wir haben schlicht keine anderen Schuhe dabei.
Kaum lassen wir RockSea hinter uns, verschluckt uns die Wüste. Der Weg führt über loses Geröll und hinein zwischen immer höher werdende Felswände. Braun, Ocker, Rostrot, Beige – teilweise laufen die Farben in Schichten und Streifen durch den Stein, als hätte jemand die Berge noch im flüssigen Zustand einmal grob durchgerührt.
Je weiter wir hineingehen, desto enger wird es. Unter den Flipflops Geröll, über uns Fels und dazwischen wir.
Und die Sonne.
Vor allem die Sonne.
Im Camp weht eigentlich fast immer ein angenehmer Wind vom Meer. Hier zwischen den Felswänden ist davon plötzlich nicht mehr viel übrig. Die Hitze steht im Canyon und die Steine scheinen beschlossen zu haben, sie sicherheitshalber auch noch von unten zurückzugeben.
Nach ungefähr einer Stunde stellen wir fest, dass wir die landschaftliche Schönheit inzwischen ausreichend gewürdigt haben.
Sehr schön hier.
Wirklich.
Reicht jetzt aber auch.
Wir drehen um.
Zurück im Camp warten Schatten, schwarzer Tee, Matratzen und das Meer. Unser Ausflug in die Welt der aktiven Urlaubsgestaltung ist damit fürs Erste erfolgreich abgeschlossen.
Dummerweise reden wir am Abend noch einmal über den Canyon.
Und stellen fest: Eigentlich hat er uns ziemlich angefixt.
Wenn der kleine Canyon direkt hinter dem Camp schon so aussieht, wie sehen dann erst der White Canyon und der Coloured Canyon aus?
Also sitzen wir am Abend mit einem Beduinenguide zusammen und besprechen den nächsten Tag. White Canyon, Coloured Canyon, Wüste – und wenn wir schon dabei sind, gleich mit Übernachtung irgendwo mittendrin.
Eine ausgezeichnete Idee.
Unsere Vorbereitung darauf ist ebenfalls beeindruckend:
Keine Wanderschuhe.
Kein Schlafsack.
Kein Zelt.
Eigentlich überhaupt keine Ausrüstung.
Wir haben Flipflops.
Der Beduinenguide scheint darin kein größeres Problem zu erkennen.
Also beschließen wir, ebenfalls keines zu erkennen.
Morgen geht es los.
Zwei Tage Wüste.
Null Ausrüstung.
Kein Problem.Read more

Travelerhahaha wie lustig 😁