• Zusammen in Mosambik unterwegs

    Oct 15–18 in Mozambique ⋅ ☀️ 28 °C

    Eva und Dani haben noch etwas Zeit, bevor sie zurück nach Johannesburg fahren. Dort wollen sie ihr Auto unterstellen und anschließend nach Ägypten und Äthiopien fliegen. Wir hingegen wollen weiter entlang der Ostküste Richtung Norden reisen. Nach so langer Zeit tauschen wir uns aus, erzählen, lachen – und beschließen, noch ein Stück gemeinsam durch Mosambik zu fahren. Unser nächstes Ziel heißt Pomene, ein Ort nördlich von Tofo, bekannt für seinen stillen, wilden Strand.

    Bevor es losgeht, müssen wir in Tofo noch Vorräte auffüllen. Wir steuern den nächsten größeren Ort mit einem Supermarkt an. Schon der Weg dorthin zieht sich, und als wir auf den Parkplatz einbiegen, herrscht dichtes Gedränge: Autos stehen kreuz und quer, dazwischen Marktstände, hupende Mopeds, Menschen überall. Kaum halten wir, kommen Verkäufer auf uns zu, bieten Früchte, Armbänder und alles Mögliche an. Es ist heiß, laut und wuselig, die Luft stickig. Sie sind freundlich und neugierig – „Amigo! Como estás?“ rufen sie uns zu. Wir fallen natürlich auf, mit den großen Fahrzeugen und unserer Art zu reisen. Viele hier haben kein Auto, fahren auf Pickups mit oder nehmen kleine Taxis – unsere Lebensweise weckt Interesse und Staunen.

    Während Jens bei den Autos bleibt, gehen Dani, Eva und ich einkaufen. Der Supermarkt entpuppt sich als dunkles, schlichtes Geschäft ohne Licht oder Ventilation. Es gibt Haushaltswaren, haltbare Lebensmittel wie Reis, Mehl, Zucker, Nudeln und ein paar Süßigkeiten. Zwei alte Kühlschränke summen, gefüllt mit kalten Getränken – das scheint hier der Verkaufsschlager zu sein. Wir nehmen das Nötigste mit und ziehen weiter zum Wochenmarkt nebenan.

    Dort kaufen Regina und Dani frisches Gemüse und Obst. Zum Glück spricht Dani fließend Portugiesisch und hilft beim Handeln. Die Preise sind fast wie in Deutschland. Nicht alles ist zu bekommen, aber wir nehmen, was es gibt. Danach geht es zur nächsten Stadt, wo wir endlich Brot finden – nach einem kleinen Umweg über zwei angebliche Bäckereien. Anschließend tanken wir und füllen an einer Station unsere Wasservorräte auf. Das dauert, weil es nur einen Hahn gibt, und viele Kanister befüllt werden müssen. Um uns herum stehen wieder neugierige Menschen, die interessiert sind.

    Dann geht es endlich weiter nach Pomene. Insgesamt sind wir fast sechs Stunden unterwegs, der letzte Abschnitt führt anderthalb Stunden über eine tiefe Sandpiste. Wir lassen Luft aus den Reifen, schalten Allrad ein und kämpfen uns durch den weichen Sand. Der Sprinter tut sich schwer, ruckelt, geht zwischendurch sogar aus. Doch wir schaffen es – auch wenn es anstrengend ist.

    Am Strand angekommen, sind wir zunächst unsicher, ob wir bleiben sollen. Der Sand ist tief, und prompt stecken beide Autos fest. Bei Eva und Dani geht es schnell – sie lassen Luft ab und sind wieder frei. Bei uns dauert es länger: wir graben, legen Sandboards, holen die von Eva und Dani dazu, bis wir uns endlich befreit haben. Nach einer halben Stunde ist es geschafft, und wir finden schließlich einen festen Platz auf leicht grasigem Boden direkt am Meer. Eva muss leider direkt arbeiten. Sie gibt online Französisch Kurse. Wir fangen an unsere Malaria Prophylaxe zu nehmen, wenn wir befinden uns bereits wieder im Risikogebiet.

    Am nächsten Morgen suchen wir noch einen besseren Platz – und finden ihn: ein traumhafter Spot direkt am Strand. Der Sand ist fest, das Meer ruhig und warm. Marie spielt im Sand, wir baden im flachen, klaren und warmen Wasser, kleine Wellen rollen sanft an. Regina geht auch mal wieder am Strand joggen. Hier fühlen wir uns sicher und wohl.

    Eigentlich wollen wir nur zwei Nacht bleiben – doch der Ort ist so schön, dass aus einem Tag vier werden. Auch Lesley und Jerome, kommen vorbereiten. Wir genießen das Meer, den Frieden, die Zeit miteinander – und sind einfach dankbar, hier zu sein.
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