• Victoriawasserfälle

    October 31 in Zambia ⋅ ☀️ 35 °C

    Früher Morgen an der Grenze zwischen Botswana und Sambia. Auf der botswanischen Seite zieht sich alles hin. Wir müssen Fieber messen lassen, Dokumente zeigen, warten. Das neue Grenzgebäude ist groß und modern, doch der Ablauf bleibt typisch afrikanisch – langsam, aber freundlich. Marie wird ungeduldig und rennt in der Halle hin und her.

    Dann die sambische Seite – noch mehr Geduld. Pässe, Stempel, Zoll fürs Auto, Versicherung, Straßengebühren, Straßenzoll. Alles im selben Gebäude, trotzdem vergeht über eine Stunde. Schließlich noch zur Interpol, dann dürfen wir weiterfahren.

    Etwa eine Stunde später erreichen wir die Viktoriafälle. Gegen Mittag ist es brütend heiß – 40 Grad. Wir essen kurz im Auto und gehen dann hinein. Der Eintritt kostet 40 Dollar für uns Erwachsene, dazu 5 Euro fürs Parken.

    Doch die Fälle sind dieses Mal ungewöhnlich still. Es hat lange nicht geregnet, nur wenig Wasser stürzt in die Tiefe. Trotzdem ist der Anblick faszinierend: die nackten Felsen, die glitzern, das Echo des Wassers.

    Wir laufen den Aussichtspfad entlang, aber die Sonne brennt gnadenlos. Marie jammert, und uns läuft der Schweiß. Überall Schilder: “No swimming.” Der berühmte Devil’s Pool liegt verlockend da, doch man darf nur mit Tour hinein. Nach einer guten Stunde suchen wir den Schatten im Auto.

    Unser nächstes Ziel: ein Campingplatz mit Pool. Kaum angekommen, springen wir ins Wasser. Marie quietscht vor Freude und springt immer wieder hinein. Später stoßen noch niederländische Jungs und eine Engländerin dazu – es wird lebhaft, freundlich, fröhlich. Später waschen wir noch Wäsche, die in der heißen Luft in Minuten trocknet.

    Am Abend entzünden wir ein Feuer, grillen, genießen die warme Nacht. Dann plötzlich Rascheln im Dunkeln. Jens sitzt noch draußen, als ein Elefant nur wenige Meter entfernt auf der Wiese steht. Ruhig beobachtet er ihn. Der Elefant schaut kurz herüber, zieht dann gemächlich weiter. Nach und nach tauchen weitere auf – leise, fast geisterhaft.

    Wir stehen still, fasziniert. Kein Zaun, nur dieser Moment. Dann verschwinden sie wieder im Dunkeln.Eine ruhige, warme Nacht liegt über uns. Morgen geht es weiter – Richtung Lusaka, tiefer hinein nach Sambia.
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