• Wiedersehen im Wildlifecamp

    November 5 in Zambia ⋅ ⛅ 36 °C

    Mit Barbara und Jürgen haben wir immer wieder Kontakt. Wir kennen sie von der Westroute durch Afrika – auch sie sind damals von Europa aus hinuntergefahren. Insgesamt treffen wir sie dreimal: das erste Mal in Senegal, in der Zebra Bar, das zweite Mal in Nigeria auf der Drill Ranch und schließlich auf der alten Schmugglerroute zwischen Nigeria und Kamerun. An diesem Abend sehen wir uns sogar noch einmal in Bamenda und verbringen dort einen sehr lustigen Abend miteinander.

    Barbara und Jürgen kommen aus München – ein nettes, unkompliziertes Paar. Auch wenn wir uns zwischendurch nicht sehen, bleiben wir über Social Media in Kontakt. Witzigerweise erfahren wir, dass sie ihr Auto über den Sommer in Sambia abgestellt haben, inzwischen zurückgekehrt sind und dort unterwegs sind. Regina bekommt das mit, kontaktiert sie – und so verabreden wir uns spontan im Wildlife Camp am South Luangwa Nationalpark.

    Als wir ankommen, sind sie schon eine Weile dort, haben aber auf uns gewartet. Die Freude über das Wiedersehen ist riesig – es fühlt sich an, als hätten wir uns erst gestern gesehen. Wir verbringen einen wunderbaren Tag miteinander, beobachten Tiere, tauschen Geschichten und Reiseerlebnisse aus. Abends gehen wir gemeinsam essen, sitzen danach noch lange zusammen und genießen die laue Nacht in der Wildnis.

    Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen – Barbara und Jürgen brechen in Richtung Norden auf, während wir noch bleiben. Früh um sechs starten wir zu einer geführten Safari im South Luangwa Nationalpark, der für seine hohe Leopardendichte bekannt ist – die höchste in ganz Afrika.

    Schon kurz nach Beginn entdecken wir tatsächlich einen Leoparden im Baum. Regina ist völlig begeistert, fasziniert von der Eleganz dieses Tieres. Weiter geht es durch die trockene Landschaft – wir sehen Bee-Eater, Flusspferde, die sich dicht an dicht im seichten Wasser drängen, Krokodile, Elefanten, Giraffen, Büffel und Warzenschweine.

    Zwischendurch machen wir eine Kaffeepause. Marie liegt auf der Rückbank und schläft – die vielen Stunden Safari sind ihr etwas zu langweilig. Regina fragt den Guide, ob wir am Ende vielleicht noch einmal beim Leoparden vorbeischauen können. Und tatsächlich: Auf dem Rückweg fährt er noch einmal dorthin.

    Der Leopard liegt noch im Baum. Unten zieht eine Warzenschwein-Familie mit ihren Jungen vorbei – ahnungslos. Plötzlich regt sich der Leopard, richtet sich auf und in einem blitzschnellen Sprung schnappt er sich eines der Ferkel. In einem Satz ist er wieder auf dem Baum. Marie wacht von dem Tumult auf, schaut verschlafen aus dem Fenster und versteht schnell, was passiert ist. Das Warzenschwein-Baby ist sofort tot, und die Mutter rennt aufgebracht um die Autos herum.

    Es ist ein intensiver Moment – faszinierend und traurig zugleich. Die Wildnis zeigt sich in all ihrer Echtheit: schön, grausam, ungezähmt. Der Guide verlängert für uns sogar die Tour, bevor wir schließlich zurück ins Camp fahren.

    Dort springen wir erst einmal in den Pool, um die Hitze und die Eindrücke loszuwerden. Wenig später kommen auch Leslie und Jerome an – wir hatten sie zuvor in Mosambik getroffen. Jetzt sind auch sie hier im Wildlife Camp, und wir freuen uns über das Wiedersehen. Wir verbringen zwei Tage miteinander, tauschen Geschichten aus und genießen die entspannte Atmosphäre.

    Am zweiten Abend lernen wir noch ein junges Paar aus Berlin kennen, das ebenfalls durch Afrika reist. Wir verstehen uns sofort, und so wird der letzte Abend zu einem kleinen Highlight: Alle sitzen wir zusammen, grillen, lachen, erzählen – ein schöner Abschluss.

    Am nächsten Morgen heißt es dann für uns, Abschied nehmen vom Wildlife Camp. Wir brechen auf – mit dem Gefühl, dass Afrika immer wieder auf wunderbare Weise Menschen und Geschichten miteinander verbindet.
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